Erstes Blatt 157. Jahrgang Aie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. tag in W Wie ein Strolch, ein gefährlicher, 3n dein Kreise Ehrlicher Unter guten Weinen erscheint er. Aller Freude ist ein Feind er, Aller Lust ein Verderber; Sein Geschmack ist säst noch herber Als der des Essigs, des reinen. Ein Weili ist es zum Weinen. Aber der Wein, der in Sachsen In diesem Jahr ist gewachsen Uni) bei Naumburg im Tale Der raschfließenden Saale, Der ist saurer iwch viele Male Als der sauerste Moselwein. Wenn bu ihn schlürfst in dich hinein. Ist dirs, als ob ein Stachelschwein Dir kröche durch deine Kehle, Das deinen Magen als Höhle Erkor, darin zu hausen. Angst ergreift dich und Grausen. Aber der Grüneberger Ist noch viel ärger. Laß ihn nicht deine Wahl sein! Gegen ihn ist der Saalwein Noch viel süßer als Zucker. Er ist ein Wein für Mucker, Für die schlechtesten Dichter Und dergleichen Gelichter. Er macht lang die Gesichter, Blaß die Wangen; wie Nasen So grün färbt et die Nasen. Wer ihn trinkt, den durchschauert eS, Wer ihn trcwk, der bedauert es. Er hat etwas so Versauertes, Daß es sich nicht läßt mildern Und nur schwer ist zu schildern In Worten oder Bildern. Aber der Z ü l l i ch a u e r Ist noch zwölfmal so sauer Als der Wein von Grüneberg. Ter ist an Säure ein Zwerg Gegen deri Wein von Iüllichau. Zentrum und Flotteupolitik. Reichstagsabgeorduete Tr. Spahn sprach sich mit Sonn» ('ner Versam.mlu.ng der Zentrumspartei zu Rheinbach Mittwoch 14. A«<,»st 1907 (h Bezugspreis: monatlich 75 Pf», viertel- i A jährlich Mr. 2.20; durch \ \ \ i'v Abhole- u. Zweigstellen M monatlich 66 Pf.; durch S Rn ksi i \.4r die Poft Mk. 2.— oirrlel- R-lj B ,a KJ W jährl. ausschl. Bestellg. ’V ^eilenpreiS: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. dadurch die Tragfähigkeit der schweren Geschütze und die Ruhe ihrer Bedienung gewährleistet- wird. Nun hat Nordamerika; Schiffe mit einem Tonnengehalt von 22000 bis 23000 Tonnen in Bau gegeben, die mit der Ausrüstung an Geschützen gegen 40 Millionen Mark kosten. Wir werden diesem Vorgänge bei uib- seren Neubauten folgen müssen. Unser Flottenbauplan beruhü zwar darauf, daß die zu einem Geschwader gehörenden Schiffe an Größe, Gefechtsstärke und Geschwindigkeit annähernd gleich seien, dem gleichen Typ angehören. Wir dürfen daran nicht festhalten. Für die neuen Schiffe muß eine Wasserverdrängung von über 10 000 Tonnen und eine Armierung mit den schwersten Schifsskaiwnen gewählt werden. Das vergrößerte Deplacement erfordert eine Erhöhung der Zahl der Schiffsbefatzung, dies allerdings nicht erheblich sein wird. Folgen wir dem Vorgangs der anderen Staaten, so müssen wir auch die Lebensdauer dich Linienschiffe von 25 auf 20 Jahre herabsetzen, was zur Bo schleunigung von Ersatzbauten und dadurch zu einer^ weiteren Erhöhung der Küsten führt. Auch erhöhen sich die Kosten bet Jndienfthaltung der Flotte in den nächsten Jahren dadurch, daß die Schulschiffe bald nur noch Dampfer, nicht mehr Segeln schiffe ,ind. Tritt unsere Flotte in Milon,, so ist ihr Aktion^ gebiet nicht die Ostsc-, sondern die Nordsee. Daraus ergibt ,ich die 9Notwendigkeit zur Erweiterung unserer Seeanlagen in der Nordsee und Elbe. Alles in allem wird feine Ueberschätzung in der Annahme liegen, daß unsere Flotte eine jährliche Mehrausgabe von 40 Millionen Mart erfordert. Diese Aussührungen des Zentrumsführers werden nicht verfehlen, großes Aussehen heroorzurufen angesichts der augew blicklichen Stellung seiner Partei zur Regierung. Nr. 1N9 Grjchetut täglich außer bormtag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich daß Kreisblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schlußf. d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen; Anzeiger Bietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi8 vormittags 10 Uhr. Tie MiÜionenunterschleise bei der Sibirischen Bahn. Ter hauplinspettor der russischen Eisenbahnen, A. N. Go- rakow, der zur Untersuchung der riesigen Veruntreuungen aus der Lransbaikalbahn aogesandt war, ist aus Irkutsk nach Petersburg zurückgekehrt. Tie Veruntreuungen haben in den Jahren 1904—1907 stattgefunden und sind, wie wir berichteten, auf zehn Millionen Rubel geschätzt worden. Wie die „Russische Korrespondenz" erfährt, bestätigen sich die Anzeigen, die einer der geschästsführenden Beamten, Borissow, erstattet hatte, nicht nur in ihrem vollen Unv sang, sondern die Kommission hat noch weit größere Mih-^ brauche aufgedeckt, als zur Anzeige gebracht wurden. Tie betrügerischen Manipulationen waren mannigfachster Art. Es wurden Waren mit gesälschten Fra chtdo turnens ten oder ganz ohne Dokumente ausgeliefert; angekommene und richtig gelieferte Frachten wuroen als nicht eingetroffen oder unterwegs in Verlust geraten angegeben, und es wurde für sie, trotzdem sie ordnungsmäßig ab geliefert waren, Scha^ denersatz geleistet. Auf ein und denselben Frachtbrief wurden Waren als mehre^emal expediert ausgegeben und wieder Schadenersatz vergütet. Tie von den Empfängern betrügerisch erhobenen Zahlungen eigneten jiuj die Angestellten der Bahn an. Ferner wurden Waren häufig einfach, statt sie abzuliesern, verkauft und den Empfängern erklärt, die Waren seien verloren gegangen oder noch nicht an gekommen. Häufig wurde in den Frachtbriefen ein niedrigeres Gewicht angegeben^ als das beförderte Gut tatsächlich aufwies. Tie Absender und Empfänger verlangten Schadenersatz, und die Bahn zahlte auf gefälschte Dokumente die Summen, durch die das erdichtete Mindergewicht ausbezahlt wurde. Schließlich kam es so weit, daß die Bahn wedep Geld noch Kredit besaß, da durch die Befriedigung der Reklamationen ihre sämtlichen Mittel erschöpft waren. Für die Kassen der Transbairaleisenbahn mußte infolge all dieser Schwindeleien das Eisenbahnministerium sieben Millionen anweisen. Wie groß die Summe der Veruntreuungen ist, wird sich überhaupt nicht ganz genau bestimmen lassen: x denn mit ein und demselben Frachtbriefe wur- «i—h MNM-i -"in ■rii-TT icas-sc-.'T^a**>« über die äußere unb innere politische Lage aus und sagte dabei Über unsere Flottenpolitik, wie nach einem uns übermittelten Privattelegramm die „Köln. Ztg." berichtet, n. a. folgendes: Ter Mehraufwand für die Flotte wird höher einzufchätzen sein, wenn wir die Entwickelung der Auslandsflotten berücksichtigen und sie für unsere Flotten verwerten. Unser Flotten- bauplan ist allerdings gesetzlich festgelegt. Das kann nicht ver-^ hindern, daß unter Beibehaltung der Zahl der.Schisse in der Art des Baues der einzelnen Schiffe und in der Berechnung ihrer! Lebensdauer auf Grund der bei anderen Staaten gemachten En fahrungen Aenderungen vorgenommen werden. Wir dürfen die» Augen nicht verschließen vor der Gefechtsstärke, die andere' Staaten ihren Schiffen geben. Man formte eine Zeitlang zweifelhaft fein, was für die Taktik in der -Seeschlacht wichtiger wäre, größere Geschwindigkeit der Schiffe ober größere Gefechts^ stärke. Bei den heutigen Wirkungen der Artillerie hat das an Gefechtsstärke dem gegnerischen Schiff nachstehende Linienschiff für die Schlacht selbst dann einen verminderen Wert, wenn es ihm an Geschwindigkeit überlegen ist. denn es wird zusammenge^ schossen, bevor es an den Feind herankommt. Tie Gefechts- stärke der Schiffe erfordert ein großes Deplacement, weil nur Johannes Trojan, der langjährige Redakteur des „Kladderadatsch", begeht heute, am 14. d. Mts., seinen 70 Geburtstag. Als politischer Satiriker ergötzt er seit Jahrzehnten uns Deutsche, soweit wir dem öffentlichen Leben unser Interesse schenken. Als Säuger des Weines und des Frohsinnes erwarb er sich die Liebe und Verehrung aller Derer, die nut Luther Wein, Weib und Gesang ihr Herz entgegentvagen, und seine geinütreichen Kinderlieber machten ihn 511m Freunde der deutschen Blätter und der deutschen Jugend. Er ist für Kinder der heiterste, traulichste, unermüdlichste, der beste Geselle, der sich denken laßt. xUi seinem Herzen wohnen Scherz und Ernst dicht nebeneinanber, und während er gelegentlich hier einmal dem wilden Ausbund ' einen Nasenstüber gibt, lockt er dort die Trotzenden oder Zögernden mit freundlich bezwingendem Wort, um zuguterletzt mit der gangen "Corona jedesmal aus vollem Halse zu lachen. Eine schnurrige - Liebe hat Trojan sär die greulichen Hundertsilbenworte der Chemie unb kunstreich fügt er „Tnmethylvenylammoniumoxydhydrat" oder ^Timethylvenylamidoazobenzol" in seine Verse. WnnderlicheHymnen eL eine recht geschickt ziisammengestellte Auswahl auS seinen Schriften I heraus, im wesentlichen allerliebste Plaudereien in Prosa und eine Anzahl der besten und lustigsten seiner Gedichte. Unter diesen vermißt man eins seiner lustigsten, das da beginnt: „Ich sitze da in tiefem Denken Und sinne her und sinne hin: Was soll ich meiner Tante schenken? Es kommt mir gar nichts in den Sinn." Er läßt nun eine Fülle der seltsamsten Gegenstände durch seinen geplagten Schädel irren, konunt aber schließlich zu folgendem Resultat: „Ich sitze da in tiefem Denken Und schaue sinnend in bas Glas. Ach was, ich werd ihr gar nichts schenken, Vielleicht schenkt mir die Tante was/ Das köstlichste seiner Scherzgedichte aber ist bas folgende: Tie 88er We ne. Än diesem Jahr am Rheine Sind leider gewachsen Weine, Die an Wert nur geringe. Es reiften nur Säuerlinge Im Verlauf dieses Herbstes; Nur Herberes bracht er und Herbstes. Zuviel Regen, zmvenig Sonnenschein Ließ erhofften Segen verronnen sein, Nichts Gutes floß in die Tonnen ein. Der 68er Rheinwein Ist, leider Gottes, fein Wein, Um Leidende zu laben, Um Gram zu begraben, Um zu vertreiben Trauer; Er ist dasür zu sauer. An der Mosel steht e§ noch schlimmer, Da hört man nichts als Gewimmer, Nichts als Aechzen und Stöhnen Von den Vätern und Söhnen, Den Müttern und Töchtern Ueber den noch viel schlechtern Ertrag der heurigen Lese. Der Wein ist wahrhaft böse, Ein Rachenputzer unb Krätzer; Wie unter Gläubigen ein Ketzer, po!itifd)c LagerschkiA. Arbeiter- uub Arbeitgeberverbände. Zwei große Streiks sind in diesen Tagen beendet worben, der Streik im Berliner Baugewerbe und der kaum begonnene Streik in der schlesischen Bergindustrie. In berden Fällen ist der Streik für die Arbeiter ungünstig verlaufen, sie haben weder eine Lohnerhöhung noch eine Verkürzung der Arbeitszeit erlangt, lieber den Streik im Berliner Baugewerbe schreibt die „Voss. Ztg.": „Wo von einzelnen Bauherren im Gegensatz zu der Arbeitgeberorganisation zeitweilig Zugeständnisse gemacht worden sind, werden die Arbeiter bald genug erkennen, daß diese Be- tvilligungen entweder rückgängig gemacht werden ooer in keinem Verhältnis zu den Opfern stehen, die der Kampf den Arbeitern auserlegt hat. Zwölf Wochen laug ist Tausenden . )er Lohn entgangen; sis haben sich mit dürftigen Unter* "tützungen begnügen müssen; viele Arbeiter werden ihre rüheren Stellen nicht wieder erhalten; fast überall werden ihnen Arbeitswillige vorgezogen werden; statt gegen festen Lohn wird verschiedentlich wieder au, Akkord gearbeitet werden; Personen, pie sich durch Agitationen hervorgetan haben, werden zumeist verschlossene Türen finden. ; Wenige Monate noch, und es wird sich zeigen, daß der Kampf, ber dadurch veranlaßt wurde, daß die Arbeiter den von den Arbeitgebern angenommenen Schiedsspruch des : Berliner Gewerbegerichts zweimal ablehntcn, die Lage der Bauarbeiter nicht verbessen, sondern verschlechtert hat. So ist es auch in anderen Gewerben mehrfach geschehen, bald hinsichtlich des Tarifs, bald hinsichtlich des Arbeits-Nachweises, bald hinsichtlich anderer Einrichtungen, die die Arbeiter früher errungen hatten." In den letzten Jahren sind überhaupt eine Reihe der größten Streiks von den Arbeitern verloren worden, man denke nur an die Streiks in Krimmitschau, in Hamburg, bei den Siemenswerken, in der Holzindustrie usf. Tie Arbeititehmer scheinen den :i Grund dieser Erscheinung bisher nicht besonders beachtet zu haben, er ist in der größeren Solidarität der Arbeitgeber zu suchen. Der starken und machtvollen Organisation der Arbeitnehmer hat fr 1 eine beinah? ebenso starke und ■ rn ach wolle Organisation Der Arbeitgeber entgegengestellt. Truck erzeugt Gegendruck. Die von den Arbeitern ost so leichtfertig begonnenen Streiks haben endlich die Arbeit- l geber veranlagt, sich gegen den Terrorismus ihrer Arbeiter zu wehren. Die „Vossische Zeitung" schildert diese Lage folgendermaßen: „Feste Arbeitgeberveroände stehen heute | den Arbeiterverbänden nicht nur ebenbürtig, sondern ost i überlegen gegenüber. Sie rüsten sich in ruhigen Zeiten für die Kriegführung; sie sammeln reiche Mittel, sie grün- 1 ben Versicherungen gegen Streikschäden, sie suchen Rückhalt l an verwandten Vereinigungen, sie ziehen immer weitere Streife, um mit achtunggebietender Macht auftreten zu können. Sie wissen jetzt so gut wie die Arbeitnehmer, daß Einigkeit st a r k m a ch t. Durch diese Arbeitgeberorgani- sationen wird in den gewerblichen und sozialen Kämpfen unverkennbar eilte wichtige Wendung herbeigeführt, die schließlich eine Einschränkung der Streiks bewirken muß. Damit aber wird nicht nur den Unternehmern, sondern auch denjenigen Arbeitern gedient fein, die friedlich ihrem Erwerb nachgehen, und eine Ausbesserung ihrer Verhältnisse nicht um jeden Preis, durch Drohung oder Gewalt, sondern durch verständiges Einvernehmen mit dem Arbeitgeber nach Lage des Wirtschaftslebens zu erlangen wünschen." Gcistessreiheit bei den Sozialdemokraten. Ter '„Vorwärts" schreibt in einem „Klärung" überschriebenen Artikel: Genosse Richard Calwers Ausführungen über deutsche Wirt- schasts- und Arbeitsverhältnisse sind in den letzten Wochen wieder mehrfach von der kapitalistischen Presse gegen die deutsche Sozial- deinokratie und ihr Programm auSgespielt worden. Besonders haben die Darlegungen über die Lohn- und Lebensmittelsteigerungen, die im letzten Bande seines Jahrbuchs der Weltwirtschaft enthalten sind, dje Anerkennung der Gegner gesunden. Mehrfach ist im Anschluß daran von gegnerischen Blättern an die sozial- detnokratische Presse die höhnische Anfrage gerichtet worden, was sie auf diese Darlegungen zu erwidern habe. Noch gestern meinte Die Köln. Ztg.: „DaS ist eine derbe Lektion, die da der Sozialdemokrat Calwer namentlich auch den sozialdemokratischen Wirtschastsge- schichtsklitterern angedeihen stützt. Naivität und Oberflächlichkeit ist so ziemlich das, Schlimmste, was man jemand nachsagen kann. Was wohl die also Angeredeten zu erwidern haben werden?" Wir haben es unterlassen, auf alle diese Anzapfungen zu antworten, einmal, weil Calwers Sonderstellung in unserer Partei genügend bekannt ist, und zweitens, weil wir wußten, daß in seinem Neichstagswahlkrcise vielfach mit feinem Verhalten Unzufriedenheit herrscht, und wir jede Beeinflussung vermeiden wollten.. Tatsächlich hat denn auch die dieser Tage in Seesen abgehaltene Kreiskonferenz des dritten braunschweigischen ffteichstagswahlkreises auf Antrag des Landesvorstandes beschlossen, von einer weiteren Kandidatur des Genossen Calwer abzusehen und eine fünfgliedrige Kommission einzusetzen, die der nächsten Kreiskonferenz Vorschläge betreffs der Aufstellung eines neuen Kandidaten unterbreiten soll, und zwar heißt es in der angenommenen Resolution: „Es dürfen nur solche Genossen in Vorschlag gebracht werden, welche die bindende Erklärung abgeben, daß sie auf dem Boden der Dresdener Resolution stehen." Tie „Norddeutsche Allg. Ztg." bemerkt dazu: „Unb weshalb muß Genosse Calwer springen? Weil er es wagt, in seinen wissenschaftlichen Arbeiten der Wahrheit die Ehre zu geben und die Statistik nicht zu Porteizwecken zu mißbrauchen, sondern weil er im Gegenteil die Genossen durch Hinweis auf die statistischen Tatsachen ausklären und sie aus der Finsternis verbohrter politischer Dogmen, die unter Vernünftigen längst abgetan sind, befreien wollte. Ter Fall Calwer Ist ein Schulbeispiel dafür, wie es mit der Freiheit der Wissenschaft in sozialdemokratisch regierten Ländern aus seh en würde; sie würde .zu existieren aufgehört haben." Persoualreform bei der Post. Zu re form Mission beiten, suchung den Kopf erhobene Hände, das Haar bleibt umgekännnt bis nach der Beerdigung. Totenwache findet statt, dainit kein Tier über die Leiche springe. Interessant waren die mitunter hochpoetischen -Lotenklagen, welche Referent vortvng. Wird die Leiche hinaus- getragen, so stürzt, wenn der Alaun gestorben ist, die Witwe mit beit Balkon und will hinabspringen, woran sie gehindert wird; dem Sarg wird ein Gefäß mit Wasser nachgeworfen. Der Sarg ist offen, die Leichenträger sind weiß (die Farbe der Trauer in der griech.-kath. Kirche) gekleidet. Tas Offenlaffcn des Sarges rührt aus der Türkenzeit, her wo man das Offenlassen der Särge zur Verhütung des Waffenschnuiggels anordnete. Priester imd Kerzenträger begleiten deii Trauerzug, der absichtlich den weitesten Weg anfjucht. Die Zahl der Priester richtet sich und) dem Wohlstand der Hinterbliebenen. In der Kirche angelangt wird der Sarg hiiigestellt und es beginnt die nichts weniger als erbauliche, oft 2 Stunden lange, zeremonienreiche Trauerfeier. Bitte um Sündenvergebung und um die ewige Ruhe werden dabei dein Toten in den Mund gelegt. Zuletzt fordert der Priester die Leidtragenden auf, dem Toten den letzten Kuß zu geben; es gesd)icht, indem man ihn auf die Stirne oder das auf ihm liegende Heiligenbild küßt. Auf dem Friedhof wirit der Priester nach Schließen des Sarges kreuzweise einige Schaufeln Erde und sprengt geweihtes Oel in das Grab. Hohe geistliche Würdenträger ioerden sitzend, angebunden, beeidigt. Grabreden hält der Priester selten; aber die Hililerbliebeiien widnien Nachrufe oft überschwänglicher Art, die uiis Nordländer abstoßen müssen. Zurückgekehrt ms Leichenhaus wird jedcni eine Tasse Kaffee gereicht; gesprochen wird nicht, nur tiefe Seufzer hat man. Benn Abschied grüßt man sich mit dem Wort: Mögest du leben? Seelenmessen gibt es nicht, wohl aber Gedächtmsseier am 3., 9, 20. und 40. Tage und am 3., 6. und 12. Monat nach dem Tode. Sie iverden besonders bezahlt und bilden eine Einnahmequelle der >ucht bezahlten Kleriker. Es werden auch Schenkungen mi die Armen gemacht zum Besten des Seelenheils der Entschlafenen. Was der Charon, der Fuhrmann der Unterwelt für die Altgriecheti war, ist der Charos der Neugriecheii, nur daß unter ihm der mrchlbare Todesbrmger selbst verstanden wird, der die Sicheren aus dem Kreise der Lebenden unerbittlich heraiisholt. Ter Grieche bangt sehr am Leben, das bringt seine schöne Umgebung mit sich, nur für das Vaterland läßt er gern sein Leben. So hatte ein Führer der Griechen im Türkenkrieg 1621, der gefangen worden war, und dem die Türken die Wahl stellten zwischen Uebertritt zu ihnen oder Pfählung bei lebendigem Leibe — das letztere erwählt. Er hieß Diagos und seiner gedenkt inan, heute noch u Griechenland. Die Unterwelt denke sich der Grieche im Gegensatz zu seiner schönen Naturumgebung als ein ödes, einsames, finsteres Gebiet, dunkle Felsgrotten bezeichnet der Volksglaube noch als Eingang hierzu. Wie der Vortragende richtig sagt, findet sich Verwandtes in den Bräuchen bei Tod und Begräbnis auch bei anderen Völkern, auch bei uns, z. B. das Nachschütten von Wasser hinter dem hinausgetragenen Sarge. — Lauter Beifa.l lohnte den Redner, dem Dekan Münch noch besonderen Dant sagie. — Die Konferenz war von 90 Teilnehmern (Damen und Herren) besucht; das Wetter war herrlich, die Luft auf der Höhe köstlich. Viele besuchten den Bismarctturm, der jetzt schon bis zum 2. Stockwerk gediehen ist. rrirehe und Schule. X Dom Hoherodskopf, 13. Ang. Gestern wurde hier die jährliche Konferenz der ev a n g e l i j ch e n Geistlichen des Dekanats Schotten und der umliegenden Dekanate abgehalleu Dekan Münch eröffnete die Konferenz mit Gruß und Lank au' den Oberhirten derProomz Oberheffen, Superintendenten!). Petersen, der, obwohl der eigentliche Zweck seines Besuches der Provinz, die Kirchenoisilation zu Herchenhain, durch die dort herrschende Aiascru- epidemie, nicht erreicht werden konnte, doch besonders zu dem Zweck gekommen war, der Konferenz beizuwohnen und den 4. Teil feiner Vorträge aus früheren Jahren: Griechische Erinnerungen (aus der Zeit seines Amtes als Hofprediger zu Athen) zu hatten Dieser 4. Teil führte vor: Tod und Begräbnis in G riech en- land. Dort findet des Klimas halber schon nach 24 Stunden oft noch früher, die Beerdigung statt. Tas Verhalten der Leidtragenden entspricht dem Charakter der Orientalen. Unser ruhiger Schmerz würde als Apathie, als Gleichgültigkeit angeseheii iverden Beim Eintritt des Todes lautes Geschrei, 'Raufen der Haare, über Wie eine borstige wilde Sau Zu einer zarten Taube, So verhält sich, das glaube, Dieser Wein zu dem Rebensaft Aus Schlesien. Er ist schauderhaft, Er ist gräßlich und greulich, lieber die Maßen abscheulich. Man sollte ihn nur auf Schächerbänken Den Gästen in die Becher schenken, Mit ihm nur schwere Verbrecher tränken, Aber nicht ehrliche Zecher kränken. Wenn du einmal koinmst In diesem Winter nach Bomst, Deine Erfahrung zu mehren. Und man setzt, um dich zu ehren. Dir heurigen Bomster Wein vor, Dann bitt' ich dich, sieh dich sein vor, Daß du nichts davon verschüttest Und dein Gewand nicht zerrüttest, Weil er Locher frißt in die Kleider Und auch in das Schuhwerk leider. Denn dieses Weines Säure Ist eine so ungeheure, Daß gegen ihn Schwefelsäure Ter Milch gleich ist, der süßen, Die zarte Kmdlein genießen. Fällt ein Tropfen davon auf den Tisch, So fahrt er mit lautem Gezisch Gleich hindurch durch die Platte Eisen zerstört er wie Watte, Durch Stahl geht er wie Butter. Er ist aller Sauerkeit Mutter. Stand hallen vor diesem Sauern Weder Schlösser, noch Mauern. Es löst in dem scharfen Bomster Wein Sich Granit auf und Ziegelstein. Diamanten werden sogleich, In ihn hineingelegt, flaumenweich, Aus Platma macht er Mürbeteig. Dieses vergiß nicht, falls du kommst In diesem Winter einmal nach Bomst. *, . . Alls Berlin wird uns heute gemeldet' Ku Jöbännes toinSm ^h8tm 'M- Geburtstage fini> Hunderte von Glück- huschen erngegangen, desgleichen viele Geburtstagsgeschenke Tie Wrtwe Lemr.ch Seidels sandte das Bildnis des Dichters n/rrfi <5°^ Joachims verschlimmert sich nach Meldungen aus Berlin von stunde zu Stunde. Von krampft artigen Anfällen ermattet liegt der Künstler darnieder. Kraft- oruye unv Zllronenwaifer werben ihm in angemessenen Abständen eisigefustjt. Das Bewußtsein ist geschwunden. Senne siberhaften Augen vermögen die Angehörigen, sowie die Aerzte und Pfleger urcht prchr tu, erkennen. den Güter mehrere Male befördert, und es aßt sich natürlich nicht feststellen, wieviel mal. Auf den Bahnhöfen sand die Kommission Güter, die schon vor zwei Jahren eingetroffen und ausgepackt waren und noch so dalagen. Augenscheinlich hatten die Empfänger bereits ihren ganzen Schadenersatz für angeblich abhanden gekommenes Gut erhalten und die Beamten aller Rangklassen, die aus den Unterschlagungen sich bereicherten, betrachteten die liegenden Güter als ihr persönliches Eigentum. Mit diesen aufgefundenen Waren kann der Fiskus wenig mehr anfangen, da sie meist verdorben sind. Ter Chef der Transbaikalbahn hatte keine Ahnung, daß fast sämtliche seiner Untergebenen sich zu einer einzigen großen Gaunerbande organisiert hatten. Als tx?r Staatsanwalt erschien, um die 3000 Akten zu versiegeln, versuchte dieser ahnungslose Chef Herr A. Swentitzki sich einem solchen Ansinnen zu widersetzen und versicherte, daß auf der Bahn alles in bester Ordnung sei. Ganz zufällig fiel der Kommission ein Paket mit Dokumenten in die Hände, die die Chefs der Bahnver- wallung schwer kompromittieren. Ein h-vlizlst bemerkte ein Paket mit Papieren auf dem Flusse Angara schwimmen, fischte es heraus und lieferte es seinem Vorgesetzten ab. In diesem Paket waren Anzeigen revidierender Beamter über verlorene Güter und ähnliche Vorgänge. Tie Papiere waren augenscheinlich ins Master geworfen worden, um sie den Augen der Kommission zu entziehen. Außer den Bahnbeamten ist eine ganze Reihe von örtlichen Kaufleuten in den Riesenskandal verwickelt, die mit den Beamten übereingetommen waren, daß sie, obwohl sie ihre Frachten tatsächlich erhielten, trotzdem noch aus Schadenersatz klagten. Von der Bahn erhielten sie daun für ihre angeblichen Schäden reichen Ersatz und teilten die B,eute mit den Beamten. Tie Untersuchungskom- mußte unter den schwierigsten Bedingungen ar- Die schuldigen Beamten bereiteten ihrer Untergroße Hindernisse. tagsgeschenk zukommen läßt, — ich wäre gern bereit, freundliche Gaben in Empfang zu nehmen. * Kleine Tageschrouik. Der seit vergangenen Dienstag vermißte Amtsgerichts-Obersekcetär Rhein aus Regensburg wurde in Bogen (Niederbayern- von der Donau als Leiche angeschwemmt. Rhein hat neben der Unterschlagung amtlicher Gelder zwei seiner Kollegen und mehrere Geschäftsleute finanziell nicht unbedeutend geschädigt. Er hinterläßt eine Witwe und fünf unversorgte Kinder. — Ein Ueberführungszug und ein Rangierzug gerieten bei HauSbergen (Elsaß) aufeinander. Mehrere Wagen entgleisten. Drei Personen sind verletzt worden. — Ein Mann aus Eschweiler, der seinen m Herdorf bei Betzdorf arbeitenden Neffen besuchte, durchschnitt diesem auf dem Bahnhofs-Abort den Hals und trank dann Salzsäure. Der Mann war zwei Jahre lang in einer Irrenanstalt interniert gewesen. — In dem eine halbe Stunde von Straubing entfernten großen bayrischen Pfarrdorfe A l b u r g brach in dem Anwesen des Oekonomen Max Buchner Feuer aus, das sich sehr schnell über einen großen Teil des Dorfes verbreitete. Bisher sind 21 Häuser abgebrannt, darunter das Kloster und Schulhaus. Die . Kirche konnte nur mit großer Mühe gerettet werden. Zu Hülfe gerufen ist das ganze 7. Chevauxleger-Rcgimcut von Straubing und eine Abteilung des 11. Infanterie-Regiments aus Regensburg. Der Schaden ist sehr groß. Das Feuer entstand dadurch^ daß von der Lokomobile .einer Dreschmaschine Funken in das Stroh flogen. — Von einem Erntewagen wurde in Kostädt bei Oeynhausen ein vierjähriges Kind überfahren Der Kopf wurde dem Kleinen vollständig zermalmt. Eine Frau erlitt infolge der aufregenden Szene einen Herzschlag und starb auf der Stelle. — In Neukoswig bei Meißen starben drei Kinder des Arbeiters Junger infolge Genusses verdorbener Pilze. Ein viertes Kind liegt hoffnungslos darnieder. Tie Mutter, die auch erkrankte, befindet sich auf dem Wege zur Besserung. — In Köln wurden vier neue Erkrankungen an Genick starre konstatiert, von denen zwei bisher tödlich verliefen. Die beiden anderen Genickstarrekranken sind ein lßjabr Metzgerlehrling und ein zu Besuch in Köln weilender Soldat der llnteroffizierschule in Annaburg. Auch in Bonn erlag eine jugendliche Person der Krankheit. In fast allen Fällen handelt es sich um Kinder von 4 bis 15 Jahren. Die Seuche scheint sich in den letzten Monaten vom Ruhrgebiet nach einzelnen rheinischen Orten verpflanzt zu haben. — In Berlin lief der Kellner Stebrecht beim Ueberschreiten der Wichmann- straffe gegen ein Droschkenautomobil und wurde zu Boden gerissen. Die Räder des Gefährts gingen dem Bedauernswerten über die Brust hinweg, und er erlitt schwere innere und äußere Verletzungen. In bedenklichem Zustande fand Sl im Krankenhaus Moabit Aufnahme. — In Erkrath bei Düsseldorf wurden der Metzgermeister Hackländer und sein Sohn nach dem vergeblichen Versuche, Auslandspässe zu erlangen, wegen fortgesetzten Verkaufes von hochgradig verdorbenem laut em Fleisch verhaftet. Eine Kaution von 20000 Mk wurde .abgelehnt. — In Düsseldorf stürzte der 11jährige Lohn eines Erdarbeiters, nachdem er seinem Vater das Mittagessen gebracht hatte, beim Verlassen der Baustelle in mehrere aus Betonmauern herausragende Eisenstangen und wurde aufgespießt. Das Unglück wurde erst nach einer Stunde bemerkt nachdem der Knabe bereits verschieden war. — Im H a m b u r g c r Hasen sind seit Jahresfrist fortgesetzt Güterberaub ungen im größten Umfange vorgekommen, die einen W.re von 120 010 Mark darstellen. ü3 Personen sind in dieser Angelegenheit verhaftet worden. — Ein Aufsehen erregender Raub wurde auf der eircae Wanne-Recklinghausen verübt. In einem Abteile vierter Klasse wurde einem Reisenden von Mitreisenden vergifteter Kognak gegeben. Der Mann brach bewußtlos zusammen und wurde alsdann seiner Barschaft und seiner Uhr beraubt. Er liegt bewußtlos darnieder. Die Täter sind entkommen. » Vermischtes. * Cholera. Der preuß. Kultusminister hat an den Oberpräsidenten von Westpreußen einen Erlaß gerichtet, wonach laut amtlicher Meldung aus Rußland bisher in den sechs inneren Gouvernements nur 35 Erkrankungen an Cholera mit 23 Todesfällen vorgekommen seien. Da aber die Seuche lvahrscheinlich bereits einen viel größeren Umfang angenommen habe, so sei Vorsicht geboten. Der Erlgß erinnert daher an die bestehenden Vorschriften. Insbesondere sollen die Kreisärzte ihre Aufmerksamkeit der Angelegenheit zuwenden. Da aber bisher keine Einschleppungsgefahr nach den deutschen Grenzgebieten, insbesondere nach dem Weichselgebiet zu befürchten sei, so soll, um die einheimische Bevölkerung nid)! unnötig aufzuregen, von besonderen Maßnahmen vorerst abgesehen werden.' * Vierlinge! Pastor Seiffert (Rogowo, Bez. Bromberg) veröffentlicht folgende Zeilen: Am 27. Juli d. I. würben dem Lanbwirt W. Uhland in Friedrichshöhe (Bez. Bromberg) von seiner Ehefrau gleichzeitig vier Söhne geboren. Tie Eltern, die außer diesen Vierlingen noch zehn lebende Kinder ihr eigen nennen, und zwar acht Knaben und zwei Mädchen, sind Ansiedler, die aus dem schönen Schwabenlande gekommen sind, um unsere Ostmarken anscheinend recht gründlich zu bevölkern. Mutter und alle vier Kinder sind frisch und gesund, bei der bald folgenden Taufe wog jedes Kind bereits fafit sieben Pfund. Sie voneinander zu unterscheiden, ist unmöglich, weshalb die fürsorgliche Hebamme sie auch gleich nach der Geburt mit bunten Bändchen geschmückt hatte. Benannt wurden sie nach den Prinzen unseres königlichen Hauses, Majestät ist zum Paten gebeten, eine Annahme der Patenstelle aber bisher noch nicht erfolgt. Bei der Taufe selbst, die ich am Sonntag nach der Geburt bei den Kindern vornehmen durfte, konnte ich mich trotz des Ernstes der Situation und der Heiligkeit der Handlung eines Lächelns nicht erwehren, als unmittelbar nach der Taufe des Aeltesten (Eitel) Vater, Paten und Hebamme in einen lebhaften Wortwechsel miteinander gerieten, welches denn nun eigentlich der Eitel sei, und ob es der bereits Getaufte auch wirklich wäre; besonders der Vater war völlig ratlos, der für uns etwas unverständliche schwäbische Dialekt tat noch sein übriges zum Mißverständnis. Besonders gefreut aber habe ich mich über die kernige, echt deutsche Mutter und über die Art, wie sie diesen Segen vom Himmel her aufnahm: Als ich ihr leint Abschied nochmals Glück wünschte mit Worten, die wohl auch unwilliürlich etwas nach „Trost" klangen, sagte sie mir mit strahlendem Geficht: „Ach, wissen Sie, Herr Pastor, ich habe noch nie zuviel Kinder gehabt, sie haben mir bisher alle Freude gemacht!" Vielleicht findet sich unter den freundlichen Lesern der eine oder andere, der diesen glücklichen Leuten, die nicht gerade in den besten Verhältnissen leben, die doch nun aber unserem Vaterlande bis jetzt schon 12 tüchtige Vaterlandsverteidiger geschenkt haben, nachträglich für ihren Schwabenstreich ein kleines Geburts- Gießener Strastammer. )( Gießen, 13. August. Keiue Beleidigung. Der M e tz g e r g e s e l l e K. Pr. arbeitete vorübergehend bei dem Spediteur L. Sp. in Bad-Nauheim. Bei seinem Austritt fain es wegen der Ansprüche zu Streitigkeiten, die eine Auseinauderietzuug auf dem, Polizeiamte nötig machten. Es ging dabei heftig zu und u. a. brachte Sp. die Strafen des Pr. zur Sprache. Tieser erhob Privatklage wegen Beleidigung, unter oer Behauptung^ sein Gegner habe ihn einen „Zuchthausbruder" genannt. Das Schöffengericht, eröffnete auch das Hauptverfahren, doch weder der Polizeikommissar, noch der Wachtmeister, die Bei der Auseinandersetzung^ zugegen waren, konnten bestätigen, daß 0er Ausdruck wirklich fiel; beide waren sich aber einig, daß von dem Angeklagten eine beleidigende Aeußerung gefallen ist, die Bezug auf ioie Vorstrafen des Klägers hatte. Das Schöffengericht kam zur Verurteilung des Angeklagten zu einer Geld- 1 träfe von 10 Mk. Dieses Erkenntnis wurde von beiden Teilen, angefochten und das Berufungsgericht führte aus, daß das Schöffengericht nicht zur Verurteilung des Angeklagren hätte gc- langeu dürfen, da die im Eröffnungsbefchluß angeführte Beleidigung nicht uachgewieftn ist. Wegen einer anderen als der im genannten Beschlüsse aufgeführten Beleidigung könne eine Bestrafung nicht eintreten. Aber auch aus anderen Gründen hätte bas Schöffengericht zum Freispruch kommen müssen. Ter Augetlagte sei berechtigt gewesen, auf die Strafen des Klügeis hinzuweifem um seine vermeintliche Unzuverlässigkeit zu begründen. So lange aus der Form der Aeußerung nicht hervor geht daß, der Angeklagte die Absicht hatte, den Kläger zu 1c- leibigen, so hat er in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, weshalb ihm der Schutz des § 193 zur Seite stehe. In diesem Falle konnte der Angeklagte vor dem Vertreter des Polizci- amts alles das Vorbringen, was er in seinem Interesse für notwendig erachtete, ohne sich strafbar zu machen. Tas Gericht kam deshalb in formeller und materieller Hinsicht zum Frei- spruch und legte dem Kläger sämtliche Kosten auf. Eine Hcrarlsschmeiß-Geschichte. Als sich der Maurer K. S. von Heisters in einer Wirtschaft unliebsam b em er ko ar machte, äußerte ein Gast, wenn er sich nicht ordentlich betrage, werde er aus dem Lokal entfern Ter Wirt wollte jffch jedoch das Recht des „Hinausschmeißens" nicht nehmen lassen und bemerkte, dazu sei er da. Es entspann sich nunmehr ein Wortwechsel, in dessen Verlauf S. dem Gast einen Stoß versetzte, sodaß er rückwärts auf eine Anzahl am Bodc.. stehende Flaschen fiel und sich Verletzungen zuzog. Als sich nun der Wirt anschickte, S. aus dem Lokal zu tun,^erhielt er von ihm mit einem Bierglas einen Schlag auf die Stirn, sodaß das Glas in Scherben ging und eine große Verletzung zuvückließ, die den Wirt 14 Tage arbeitsnrisähig machv Tas Schöffengericht Herbstein verurteilte S. wegen schwerer Körperverletzung zu 6 Wochen, Gefängnis und sprach dem Wirt eine von dem Angeklagten zu zahlende Geldbusje von 126 Mk. für Mzt und Apothelerkosten, sowie für entgangenen Arbeitsverdienst und Schmerzensgeld zu. Wegen der einfachen Körperverletzung, die der Angeklagte dem Gast zugefügt hall wurde er weiter zu einer Geldstrale von 20 Mk. verurteilt. Angeklagter Und Staatsanwaltschaft fochten das Urteil an; insbesondere suchte der Angeklagte nachzuweisen, daß er dem Wirt den Schlag nicht versetzt hat, vielmehr habe einer der Gäste mit bent Glas nach ihm geworfen und dabei Den Wirt getroffen. In dieser Beziehung konnte aber nicht das geringste festgestellt werden, weshalb bie Berufung des Angeklagten zurückgewiesen wurde. Ta die Be rufungsverhandlnug nichts neues ergab und die rechtlichen Ausführungen des Sck)öffengerichis nicht zu beanstanden waren, erfolgte auch die Verwerfung der staatsanwaltlichen Berufung. Liu Wüstling. Bereits zuni dritten Rtale ist eL dem Gelidarmeriewachtmeister Storck zu Rockenberg gelungen, dem Taglöhner H. R. aus Rödingen der nach Rockenberg verheiratet, jetzt aber geschieden ist, Sittlich k e 11 s v e r b r e ch e n an Mädchen unter 14 Jahren nach zuweisen. Im Jahre 1894 bekam er wegen Verbrechens an me> Kinsern 2 Jahre und im Jahre 1901 wegen neun von eis untei Anklage gestellter Fälle 5 Jahre Zuchthaus nut Ehrverlust au gleiche Dauer. Im vorliegenden Falle ist es nur beim Verfüll geblieben, er wurde gerade dabei abgesaßt, als er ein Kind verleitet wollte, eine unsittliche Handlung an ihm vorpneljmen. Wege, Versuchs des Verbrechens gegen § 176 Ziffer 3 erhielt er einIah' Zuchthaus mit fünsjährigeln Ehrverlust. Ein HoffnuugSvoUer. Ter am hiesigen Bahnhof beschäftigte Kellnerlehrling F. R. aui Mannheim stahl semem Kollegen, ivährelid sich dieser krankheitS- halber in der Klinik befand, aus einer Kommode, die er mit einen Nachschlüssel öffnete, einen Geldbetrag von 65 bis 70 Mk., um, rob er selbst angab, eine abenteuerliche Reise unternehmen zu können Nachdem er das Geld verbraucht hatte, mürbe ev ausgegvifsen uiü M Rechenschaft gezogen. Die Strafkammer berücksichtigte bb Jugend des Angeklagten und den Umstand, baß er sich nicht be wußt war, baß ev einen schweren Diebstahl begeht, ftvafminbenü und erkannte auf eine Gesängnisstvase von 14 Tagen, 1 Spielplan des Grobherzogl. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim Tivektion H e v m a n u Stein goetter. ^uwck)_den 14. August.' „Ein idealer Gatte/ Komödie i> ? b Akten von Cörar Wilde. Freitag den 16. August: „Boccaccio. Operette in 3 Akten von Fv. v. Snppb. Samstag den 17. August - Lustspiel von Frl. Bozena B v a tj t u unb Herrn G. Gialbiu oanistag ben 17 Ang. mGieß en: »Die Fledermaus." Opevett in 3 Akten von Joh. Strauß. unserem Artikel in Nr. 186 über „Personalbei der Post" bemerkt ein Einsender, daß selbst nach Einführung oer Personalreform durch Herrn v. Pod- bielski nur ein sehr geringer Teil von Bewerbern (nach statistischen Ermittelungen 10 Prozent) ohne den Berechtigungsschein zum Einj.-Freiwilligendienst in den Postdienst eintritt. Es stehe fest, daß sehr wohl ein Teil der zurzeit von initlleren Beamten versehenen Tienstgeschäste —- hierher gehören insbesondere Dienstleistungen mehr mecha- ni cher Natur — auf weniger gut vorgevildete Kräfte abgeschoben werden könne. Tie Uebertragung aller Tienst- ge'chäfte der mittleren Beamten jedoch auf weniger gut ae chultes Personal sei verfehlt und undurchführbar. Eine Aenderung in ersterem Sinne habe ja auch der Verband Deutscher Post- und Telegraphen-Assistenten durch .ttition beim Reichstag angestrebt. In dieser-sei die Schaffung einer niederen Beamtenlaufbahn befürwortet. Durch Einführung einer solchen würde befähigten Unterbeamten Gelegenheit geboten, ihre Kenntnisse gegen bessere Bezahlung zu verwerten. Auf der anderen Seite würden für die Reichskasse wesentliche Ersparnisse durch Verminderung der mitt- leren Stellen entstehen. abend verschied schwerem Krankenia: igem, nur Gattin, unsere Grossmutter Elian SepbBiebenen Worms, Giessen ust findet statt. von Giessen . August ie Beerdigung findet Leichenhalle statt. 5197 Teilnahme bitten . Mts., vormittags dankend verbeten, alten Friedhofs nach schwerem Leiden heute nacht sanft verschieden ist. Mutter, Schwester, Schwiegermutter Bekannten die schmerzlich neuen Friedhofs unser lieber Gatte, Vater, Bruder, Verwandten, Freunden Onkel und Neffe Giessen, den 14. August 1907 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. August, nachmittags 5 Uhr von der Kapelle neuen Friedhofs aus statt. 5205 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Elisabeth Roth geb. Emig und Kinder. ■ M I 'SW W ■ M Herrn Nathan Rosenthal sagen hiermit den innigsten Dank Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergesslichen Die trauernd Hinterbliebenen. Giessen, Cassel, Leeds, den 14. August 1907. 5193 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern mittag 1 Uhr nach langem, schweren Leiden unseren innigstgeliebten, unvergesslichen Gatten, Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herrn Franz Roth im Alter von 44 Jahren zu sich zu rufen. Polizei-Sekretär Bckanutmachuug. Die Stadtverordneten-Versarnmlung hat durch Beschluß vom 25. Juli 1907 einen neuen Bebauungsplan für die Frankfurter Straße südlich vom Mittelweg und das Gelände zwischen Mittelweg, Eisenbahn und Frankfurter Straße ausgestellt und soll dazu die nachstehende Ortsbausatzung erlassen werden. Alle früheren für dieses Gelände aufgestellten Bebauungspläne sind aufgehoben. Der Entwurf des neuen Fluchtlinienplans und die Ortsbau- satzung liegt bis zum 1. September d. I. auf unserem Liefbauamte offen. Einwendungen gegen Plan und Satzung sind binnen dergleichen Frist, bei Kleidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Gießen, den 10. August 1907. Grotzherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. B“/8 OrLsbausatzung. Auf Grund der Bestimmungen in Ariitel 2, 10 und 20 des Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend und in § 5 und 7 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordrmng betreffend, wird nach Vernehmung der StadtverordnetemVersamuilung unter Zustimmung des Kreiöausschusses und mit Genehmigung Grobherzoglichen Akinisteriums des Fnnern vom . . zu Wr. M. d. I. . . . im Anschluß an den Bebauungsplan für die Frankfurter Str atze südlich vom Mittelweg und bas Gelände zwischen Mittelweg, Eisenbahn und Frankfurter Straße folgende Ortsbausatzung erlassen: 8 1. Das Gebier nordwestlich des Stragenzuges E, F, G, blerbt von der Bebauung ausgeschlossen. § 2. Zur Bebauung eröffnet werden vorlaung die Straßen zwischen dem Mittelweg und der Straße südwestlich der Veterinär- anstall einschließlich der letzteren, sowie Frankfurter Straße bis bei Punkt A. 8 3. Abweichend von den Vorschriften in den §§ 7 und 8 des Ortsbaustatuts wird bestimnit, daß an den bei A, B, C, D von der Frankfurter Straße abzweigenden Straßen nur die Eckgrundstücke bebaut werden dürfen. 8 4. Die Bebauung dieser Eckgrundstücke ist nur aus eine Tiefe von 15 m von der Baufluchtlinie der Frankfurter Straße aus gerechnet, gestattet. 8 5. Diese Eckgrundstücke dürfen Ausgänge nach den von der Frankfurter Straße abzweigenden «Straßen vorerst nicht erhalten. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgeinernen Kenntnis daß die Friedhöfe vom 16. August bis 15. Oktober von nwrgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofs wird durch Läuten der Friedhofs- glocke angezejgt. Bei Beginn des Läiitens mutz der Friedhof sofort verlassen werden. Eine viertel Stunde nach dem Läuten weroen die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 12. August 1907. Grotzherzogliche Bürgermeisterei: । M ecu nu bis/8 Kriegerverein Gießen. I v“/8 Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden und Vorstandsmitgliedes Polizeisetretär Franz Noch ffndet Donnerstag nachmittag 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Antreten vor dem Frieühofsportal. Grossh. Ministerium zur Anlage von Mündelgeldern geeignet Billigste toetrieüSKraTt der Gegenwartl brsw 99 au8 Anthrazit, Koka, Braunkohle, Holz etc. Die Bank für Handel und Industrie ist vom erklärt worden. tffas macht weinen Jaffee far hffchmecfand. kräftig u. ßehötnmfich ? j ist unstreitig die Beste und Billigste! Ueber 50 Stück in Giessen im Gebrauch. Nur zu beziehen durch den alleinigen Vertreter: Heinrich UZM ßfläusburg 7. Heisiriioh NoEO Vertreter der Adler-Werke vorm. Heinr. Kleyer, Aktiengesellschaft. „Adler“ Schreibmaschinen, welche durch eine andere Firma in Giessen und Umgegend angeboten werden, sind durch unlautere Schiebungen in den Besitz der betr. Firma gelangt und lehnen die Adler-Werke für Schreibmaschinen, die nicht durch mich geliefert werden, jede Garantie ab. 4930 \ _ «Atter" \ _A _ . ÄteeMMe ' v ' \ ocRrin'voxnlAii.szw'^Xetilen Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Krankenkleidern, Stoff zu Stores, Krankenteppiche, Roßhaarmatratzen und Auf- Qcbeüen von solchen für die neuen Kliniken soll auf dem öffentlichen Submissionswege für das Rechnungsjahr 1907 vergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund des Ministerialerlasses Dom 16. Juni 1893 und ist derselbe nebst Lieferungsbedingungen und Mustern auf dem Verwaltungsbureau nachmittags von 3 bis 5 Uhr einzusehen. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen sind bis zum Eröffnungstermin Dienstag, den 27. August 1907, nachmittags 4 Uhr, unter Beifügung von Mustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist 21 Tage. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Gießen, den 10. August 1907. Groffh» Verwaltungsdirektion der meb. und Frauen-Kliniken. Pfannen stiel. B12 /8 Donnerstag, den 15. August, abends Ubr [Bia/8 Die Mannschaften haben zu dieser Uebung vollzählig und pünktlich 8V< Uhr am Turmbaus anzurreten. Das Kommando. den ich jetzt ausfchtiefslicb verwendet Alleiniger Fabrikant: 3 M.flottLHauswaldt ßraunscbweig.Magdeburg.EgerJ'B. Han verlange nur rot-gelb -rote Pakete! Besondere Abteilung für Spar-Einlac dieselbe vergütet z. Zt folgende Zinsen: 4 % bei ganzjähriger Kündigungsfrist und zwar für Beträge von Mk. 1000 - aufwärts 3l/i % bei V. jähriger Kündigungsfrist für alle Beträge. Die Verzinsung beginnt - wie seither schon üblich - mit dem Tage der Einzahlung. ... ». Die Bank für Handel und Industrie ist unter dem Namen „Darmstädter Bank- allgemein bekannt und auch die Aktien des Instituts werden an der Börse und in den Coursblättem mit „Darmstädter Bank- bezeichnet Die Bank beschäftigt mehr als 1200 Beamte. Kassestunden: Vormittags von 8 bis 12 Uhr, nachm. von 2 bis 5 Uhr, Samstags nur bis 4 Uhr. Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) Depositenkasse Giessen Giessen Telefon 120 ----- Bankgebäude: Johannesstrasse 1 (Am neuen Stadttheater). Aktienkapital und Reserven: 183'/, Millionen Mark. Niederlassungen in: Darmstadt, Berlin, Cottbus, Forst, Frankfurt a. M, Frankfurt a. O, Guben, Halle, Hannover, Lahr, Leipzig, Offenbach a. M, Stettin, Strassburg i. E., Agenturen in Alsfeld, Butzbach und Herborn vermittelt alle in das Bankfach einschlagenden Geschäfte wie: An- und Verkauf von Wertpapieren, Geldsorten etc Einlösung von Coupons --- Conto-Corrent-, Check- und Wechsel-Verkehr mit und ohne Kredit Gewährung von Darlehen gegen Hinterlegung von Wertpapieren etc. Uebemahme von Wertpapieren zur Verwahrung und Verwaltung in dem Bankgewölbe. Vermietbare Schrankfächer (safes) Moritz Hille, Dresden-Löbtau (G. m.b. H.) Tharandterstrasse No 30. Filialbureau: Ingenieur P. Schneider, Frankfurt a. M. Günthersburg-Allee 76. bs13/. Dienstag dcu %u. August d. Js. .Viebmarkt aller Gattungen statt, wozu Inter- eisernen höflichst emgeladen werden. m°r?ens. Der Auftrieb geschieht nur von der Drucke aus. Mit dem Markte ist eine Prämiierung der schönsten aufgebrachten xiere, sowohl von Händlern, wie von Selbslzuchtern, sowie euie Verlosung von ^ühen, Rindern, Schweinen, Geflügel und Gebräu cpsgegenstanden verbunden. Letztere findet auf dem Marktplätze statt. * Wir gestatten uns noch,, darauf aufmerksam zu machen, daß sich der Markt seither eines wachsenden Zuspruchs zu erfreuen hatte und jaden daher zu recht zahlreichem Besuche hiermit ergebenst ein. P“/« ___________________________Das Komitee. —— [Für eile Rsise empfiehlt in großer Auswahl: Schwämme öf f öitott Seifendosen u. Waschlappen, Mund- 4/VluUv|n|UI wasser, Zahnbürsten —- = Bau de Cologne, Parfüms Wri-APlhkkw flacons, Hühneraugenmittel. 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