Nr. ISS Zweites Blatt Dienstag 13. August 1907 Giehener Anzeiger Erscheint tSgttch mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Gberhesfen 157. Jahrgang Die „Sietzener FamMenblStter" werden dem ,9lnie außerhalb der Tore der Stadt wohnen, haben sich in )ie Stadt begeben. Mohamedel Torres hat heute an Ue Vertreter der Mächte ein Zirkular gerichtet, worin r sie aujsordert, ihre Staatsangehörigen anzuweisen, sich ncht außerhalb der Postenkette zu begeben. Ein aus Ma- , agan hier eingetroffener Flüchtling erzählt, daß sich >ort nichts von Bedeutung zugetragen habe. Nur eren Ruhestörungen hervorgerusen worden durch Mauren, >ie von Casablanca bei den Kabylen eingetrossen seien und Einzelheiten berichtet Hütten über das Blutbad in Casa- Uanca. Ties habe die Kabylen aufgereizt, und sie hätten ich sofort zum Gouverneur begeben mit) unter der An- >rohung, daß sie widrigenfalls die Stadt zerstören und rtadje nehmen würden für den Tod ihrer Brüder, Geld 'erlangt. Ter Gouverneur Hube ihnen 2000 Dollar geleben und sie hierdurch für alle Zeit beruhigt. Es be- iehe aber die Gefahr, daß andere Stämme, wenn sie -wrvon hören würden, in derselben Weise vorgehen würden. Bis gestern habe der Gouverneur den Flüchtlingen w Erlaubnis zur Einschiffung verweigert mit der Begrün- mng, daß keine Gefahr vorhanden sei, und diese Eriaub- ris erst gestern dank dem energischen Vorgehen des Kom- nandanten des französischen Kreuzers „Aümiral Aube" legeben. Tie Flüchtlinge seien in der Hauptsache Frauen lnd Kinder. Die Männer seien geblieben, da sie mit Wasfen md Munition wohl versehen wären und Angriffen der Ka- »Ylen eine Zeitlang stand halten könnten. In Casablanca fanden am 9. August die allwöchent- ichen mohammedanischen Gebetsübungen statt, die die Ein- Wborenen in günstiger Weise beeinflußt haben. Aus dem ^ouverncurspalast war die sranzös. Flagge rehrßt. Hierfür und für den französischen Schul) sprach Ruley Amin seinen Dank aus. Oran, 12. Aug. Das „Echo d'Oran" veröffentlicht Telegramme aus Tanger, die bestätigen, daß am «ergangenen Samstag stündlich S ch a r m ü tz e l z w i s ch e n ranzosrschen Truppen und Arabern stattgesun- >en haben. General Drude hat Verstärkung er- ' e t e n, da sonst seine Lage unhaltbar sei. Trotz hochgehen- >er See sind sofort Schuhen und Kavallerie gelandet wor- «en. Die Feldartillerie und die Schnellseuertanonen sind wch nicht eingetroffen, so daß man gezwungen ist, Artclle- ie von den Kreuzern zu landen. Paris, 12. Aug. An amtlicher Stelle wird ver- ichert, daß die Regierung keineswegs daran denke, neue muppenverslarkungen nach Marokko zu entsenden. Sie ist äelmehr überzeugt, daß die vorhandenen Truppen zur Liederyerstellmig der Ordnung genügten. Der Telegraphiftenstreik in Amerika. New-Jork, 12. Aug. (W. B.) Die Erklärung pmalls, des Präsidenten des Telegraph i st enverbandes oroie die Erklärung des nationalen Sekretärs Rüssel in Chicago, daß der Ausstand der Telegraphisten binnen 24 stunden in den Bereinigten Staaten und Kanada allgemein ein werde, haben dem'-bisherigen Optimismus Einhalt etan. Rüssel wendet sich in seiner Erklärung an die Ber- eger der Bereinigten Staaten und Kanadas und sagt, der Verbund wünsche nicht die Zeitungen in Verlegenheit zu bringen, aber die Telegraphisten kämpften um ihr Recht; sie seien der Meinung, daß sie zu gering bezahlt seien; der Verband billige die gegenwärtigen Forderungen und wenn diese nicht erfüllt werden, würden die Arbeiter angewiesen werden, die Arbeit nicderzulegen. — Die Angestellten der Western Union Telegraphen- gesellschast in der Stadt New-Jork haben sich heute Mittag dem Aus stand angcschlossen. — Aufdeutsch-atlantischem Kabel. Auch die Telegraphisten und die Poslangeslellten der Stadt Newyork sind heute Nachinittag in den Aus stand getreten. — Alls deutsch-atlantischem Kabel. Der Ausstand ist nunmehr auch von den Telegraphisten in Baltimore, Philadelphia und Cleoeland proklamiert ivorden. — Dem Ausstande haben sich auch die Telegraphisten der Börse, dec Associated Preß, sowie die verschiedener Zeitungen angeschlossen. Tie 'Ausständigen, denen die Menge Sympathie eutgegenbrmgt, veranstalteten vor denr Gebäude der Western Union Telegraphen-Gesellschaft Kundgebungen, gegen die die Polizei wiederholt elnschritt. — Gestern haben in allen Teilen d e§ Landes Tausende von Versammlungen von Geiverkschaften Ilattgefunden, die die verschiedensten Berufsziveige vertreten. In diesen Versammlungen niachten sich die Delegierten von etiva 3 Rtillionen Gelvertschaftsmitgliedern, die über Atittel m Höhe von 5 Atitlionen Lollar verfügen, anheischig, die streikenden Telegraphisten m ihrem Kampf moralisch und finanziell zu unterstützen und es wurden Resolutionen in diesein Sinne beschlossen. Wien, 12. Aug. Ter Zeitpunkt des Wiener Besuches des spanischen Königs paar es ist aus den 4. Oktober verschoben ivorden. Roui, 12. Aug. In hiesigen diplomatischen Kreisen erzählt man sich, daß der Zar anläßlich seiner animciifunU nut Kaiser Wilhelm a ii König Viktor Emanuel ein T e t e g r a in in gerichtet haben soll, worin er tue Hoffnung auödrückt, dap es ihm ivahrscheinlich bald möglich sein werde, seinen Gegenbesuch in R o in abzustatlen. — Bei einer antiklerikalen Demonstration wollte die Polizei sozialdemokratische Fahnen beschlagnahmen. Dabei wurde ein Ofsizier der Carabinieri verivundet. Die Polizeitruppen ivurden hieran! in Caftell Gandolfo konzentriert, mn zu verhindern, daß die Demonstranten sich gegen das päpstliche Sommerpalais wandten, wo Aterry del Bal gegenwärtig sich in der Sommerfrische befindet. Zürich, 12. Aug. Heute abend wurde der vierte Internationale Kongreß christlicher Textilarbeiter durch den Vorsitzenden des Zentralvcrbandes christlicher Tertil- arbeiter D e ii t s ch l a n d S, den Reichstagsabgeordneten Schisser eröffnet. Anwesend sind 26 Delegierte, die sechs Nationen mit 454 Ortsgruppen und 78 126 Mitgliedern vertreten. Ter Zuwachs des Verbandes beträgt seit dein letzten Jahr 262 Ortsgruppen und nahezu 46 000 Älitglieder. Ter deutsche Verband allem zählt 40 500 Alitglieder. Paris, 12. Aug. Ter König von Siam trifft am Donnerstag neilerdmgs hier ein. Toulon, 12. Äug. 3 Soldaten des 22. Kolonialinfanterie- regiments sind aus dem Disziplin ardepol, in welchem sie sich besanden, in der verflosseneii Nacht aus geb roch en. oie mißhandelten zwei Zollbeamten, wurden jedoch schließlich wieder eingesangen. Auf dem Wege zum Arreslhause sangen sie die Internationale. Im Arrestlokale versuchten sie alles z it demolieren. Paris, 12. Aug. Tas Zuchtpolizeigericht verurteilte, den russischen Terroristen Smirnow, der im Mai 1907 im Zuilmer seines Kameraden Sleipner beim An fertig en von Bomben schwer verletzt wurde, zu 13 Monaten Gefängnis und seinen verichwund-enen Komplizen Sleipner in contumaciam zu der gleichen Strafe. London, 12. Aug. Heute abend erreichten die Un- ruhen bei Belfast euren so hohen Grad, daß die Truppen sich genötigt sahen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Eine Person wurde getötet; mehrere Personen wurden verletzt. Es Ivurden Verstärkungen erbeten. Während der gestrigen Unruhen in Belfast find 2 5 Soldaten einschließlw) zweier Offiziere verwundet worden. Viele Verhaftungen haben stattgefundcn. — Tie Voss. Ztg. meldet aus Riga: Am 17. August vov- nnttags wurde der lutherische Pastor Julius Busch m der Nähe von Nerft in Cur land auf der Fahrt zur Kirche von Terroristen ermordet. Sein Rutscher wurde gleichfalls getötet. New York, '12. Aug. Ter „Herald" meldet aus Soeul: Präf ident Roosevelt hat gestern dem Prinzen Ii, der von denr neuen Kaiser von Korea zum Tode verurteilt wurde, eine iiwffizielle Audienz verweigert. London, 12. Aug. „Standard" berichtet aus Newyork, daß die Verhandlungen zwischen d e n Ve rs,e i n i g te n Staaten und Japan bezüglich des Abschlusses eines Einvernehmens abgebrochen Worden sind, infolge der Weigerung Japans, amerikanische Vorschläge anzunehmen. 1— Aus Washington wird geineldet, daß dort große Unzufriedenheit wegen der Weigerung Japans, bei der Verrrags- erneuerung irgendwelche Einschränkungen der Kulieinwanderungen zuzugestehen, besteht. Amerika bot als Gegenleistung an, eine eventuelle Zollunion zwischen Japan und Koreaanzuerkennen, Japan lehnte je- doch diesen Handel ab._______ Heer und Flotte. Berlin, 12. Aug. Gras v. Kl in cko w strö m, Generalleutnant und Kommandeur der Garde-Kavallerie-Tr- vision ist laut Militär-Wochenblatt in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Verleihung des Charakters als General der Kavallerie mit Pension zur Disposition gestellt worden. Aus StcrSt uuO Land. Gießen, 13. Aug. 1907. " Ordensangelegenheit. S. K. H. der Gcoßherzog haben dem Provinzialdireltor Geheimerat Dr. Breidert zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. Ai. dem Kaiser verliehenen Kronen-Ordens 2. Klasse erteilt. * * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Samstag noch Professor Tr. van Calker, oer Dekan der juristischen Fakultät der Landes- Universität. * * Rezitations- und dramatischer Abend von Fräulein Minna di Cerenotti-Strauß. Wir weisen iwchmals auf den für Tonnerstag in Aussicht stehenden Künstlerabend hin, der nach dem uns vorliegenden Programm durchlveg moderne Dichtungen bringen tvird. Ten Vorverkauf hat, wie aus dem Inserat zu ersehen ist, die Ferberl'che Universitätsbuchhandlung übernommen. ^Siegreiche Radfahrer. Einen großen Erfolg hatte der Rad-Club Germania gestern beim Sportsfest des Gail 9 des D. R. B. in Wetzlar zu verzeichnen. Der Verein errang unter sehr starker Konkurrenz in Gruppe 2 beim Preislorso den Ehrenpreis der Stadt Wetzlar, bestehend in einem silbernen Weinservice. Für den schönsten Blumenschmiick aller erschienenen Vereine wurde der Germania ebenfalls dec 1. Preis zuerkannt. Die sehr wertvollen und gediegenen Preise sind in dem Schaufenster der Firma Fr. Teipel, Marktplatz ausgestellt. Dec^Oberhe,sische Bienenzüchter-Verein hat auf der decitichen Bienenausflellung in Frankfiirt die höchsten zu vergebenden Preise erzielt; von allen Besuchern und Kennern wurde erklärt, daß die Oberhessen das geleistet hätten, was bisher noch keine Bienenzüchter-Vereine fertig* gebracht hätten. Er erhielt den 1. Ehrenpreis, zwei Vasen im Werte von 200 Mk., die Konsul Dr. Wemberg-Frankfurt stiftete, sowie den 1. Preis, die goldene Medaille und die dieses Jahr zuni letztenmal ausgegebene silberne Medaille. Die nächiljährige Wandecvecsammlung deS Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins findet in Büdingen statt. Hiermit wird auch das 25jährige Jubiläum de§ VereinsrechnerS, Lehrer Hotz-l)Udda, verbunden. * * Eine Aufbesserung der Bezüge der alten hessischen Pensionäre, für die nach der „Tarmst. Ztg." die mißlichen Finanzverhältnisse der letzten Jahre die VereitsteUung von Mitteln nicht zuließen, konnte im taufenden Rechmmgsjahr endlich in Aussicht genommen werden. Es wurde von den Landständen ein Dispositionsfonds von 50 000 Acark bewilligt zur Ausbesserung der Bezüge der vor 1. April 1897 pensionierten Beamten, von widerrustich angestellten, vor Erlaß des Gesetzes vom 2. August 1899 pensionierten Beamten, von Hinterbliebenen solcher Beamten und von Volksschullehrern, die vor dem 1. April 1900 in den Ruhestand getreten sind. Die Ausbesserung soll ohne Rechtsanspruch der Pensionäre und Hinterbliebenen in Fällen des Bedürfnisses erfolgen, das aus Grund von Fragebogen über die Einkommens-, Vermögens- und Famitienverhültnisse sestgestellt werden wird. Tie zur Verfügung stehenden Mittel gestatten nur die Zuwendung von mäßigen Aufbesserungen und auch diese nur in Fällen wirklichen Bedürfnisses. Es werden daher die auszugebcnden Fragebogen zunächst nur den Pensionären und Hinterbliebenen zugehety deren Bezüge an Pension und Hinterbliebenengeldern den Betrag von 2000 Mark nicht übersteigen. Es ist dies weitaus die Mehrzahl aller Pensionäre und Hinterbliebenen, rund 90 Prozent derselben. Auch die Fälle des größten Bedürfnisses dürsten zweifellos hiermit getroffen werden. Nach Bearbeitung der eingegangenen Fragebogen läßt es sich übersehen, ob und gegebenen Falles in welchem Maße die verfügbaren Mittel noch in diesem Jahre eine Berüctjichtigung von Pensionären und Hinterbliebenen mit höheren Bezügen zulassen. * * Der ahnungslose Herr Netz. Wir lesen im „Oberh. 9lnz." folgendes hübsche Familien-Jdyll: Friedberg, 10. Aug. Eme große Ueberraschung wurde dieser Tage einem der ältesten Einwohner unserer Stadt, Herrn Friedrich Netz, zuteil. Er kam eines Tages von einem Ausgange heim und erhielt die Nachricht, es sei Besuch gekommen. Ahnunglos machte er die Stubentüre aus und sah sich mit Verwunderung einer fremden Dame gegenüber. Diese Verwunderung schlug aber bald in die höchste Freude um, als sich die unbekannte Dame als seine Tochter Philipvine, verehelichte Großmann, entpuppte, die vor 24 Jahren nach Amerika ausgewandert war. Aber damit war der lleberraschungen noch kein Ende. Am Abend desselben Tages fuhr eine Chaise am Netz'jchen Hause vor, in welcher em Herr und zwei junge Tarnen saßen. Ahnungslos sah Herr Netz diese aussteigen und sein Haus betreten; er glaubte, einer seiner Atieter bekäme Besuch. Plötzlich aber geht die Türe aus und er erkennt zu seinem größten, sreudigeu Erstaunen in dem Herrn seinen vor 37 Jahren gleichfalls nach Amerika auSgewanderten Sohn Heinrich, welcher seine beiden Töchter dem gllicklichen Großvater vorstellen wollte. Die Ueberraschung war samos gelungen; die Geschwister hatten sich verabredet, ihren Vater zu seinem 82. Geburtstage, der morgen ist und zu welchem Feste wir Herrn 9lelj hiermit unsere herzlichsten Glückivünsche darbringen, persönlich zu beglückwünschen. Frau Großlnann ivar vorausgefahren, während Herr Netz mit seinen Töchtern sich einen Tag in Bremen aufgehalten hatte, um sich von der Reise zu erholen. -1. Leihgestern, 11. Aug. Unsere Kirche, die im Sommer v. I. von einem Gewittersturm zerstört wurde, ist -jetzt im Rohbau wieder aufgebaut. Die Einweihung erfolgt im Sommer 1908. Die Baukosten betragen rund 80 000 Mark. Lang-Göns, 12. Aug. Unser Gemeinderechner Dem trat nach 50jähriger LlmtSzeit von seinem Amte zurück, fein Nachfolger wurde Konrad Wenzel. — Bei Landwirt Wagner brach in der Gesindewohnung Feuer aus, das zum Glück bald entdeckt und gelöscht wurde. -ck Trais-Horloff, 12. Aug. Am Sonntag verunglückte hier ein junger Mann aus eigentümliche Weise beim Kegelspel. Beim Schieben einer Kugel streiste er mit der Hand das Aussatzbrett, wobei ihm ein Holzsplitter vorn in den NUttelsinger eindrang und am Ende desselben wieder heraustrat. Ohnmächtig stürzte der junge Mann zusammen und mußte sosort ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden. □ Ettingshausen, 11. Aug. Zwecks der Anlage des Bahnhofs an der neuen Bahnstrecke Lieh—Grünberg hat die Gemeinde eine pof reite angekauft, um nach dem Bahnhos eine neue Straße anzulegen, die den Bahnhoj drrekj mit der Mitte des Dorfes verbindet. Die Hofreite kostet 2300 Mark. W Rendel, 13. Aug. (Tel.) Bei einem Uebungsritt stürzte Leutnant Telle vom Jnft.-Regt. Nr. 81 yom Pferde und brach das Genick. ^Pfordt, 12. Aug. Der Geisteskranke frühere Referendar Abel aus Fulda, welcher seit einigen Wochen vermißt wurde, wurde dieser Tage im hiesigen Walde krank aufgefunden. Abel mußte ins Hospital nach Schlitz verbracht werden. O Friedberg, 11. Aug. In hohem Alter starb einer unserer verdienstvollsten Bürger, Fritz Hecht, ein Beamter des Vorschuß- und Kreditvereins. Von 1878 bis zur Einführung der Städteordnung war er Mitglied des Stadtvorstands. Der Gesangverein Frohsinn, dessen Gründer und erster Vorsitzender er war, hatte ihn vor Jahren zmn Ehrenpräsidenten ernannt. X Ulrich st ein, 12. Aug. Im Groh'schen Saale fand gestern eine stark besuchte Versammlung der Interessenten des projektierten Bahnbaues Mücke-Ulrichstein statt. An der Versammlung nahmen teil die Kveisräre Geh. Negierungsrat Schönfeld-Schotten, Tr. Hölzinger-Alsfcld, von Bechtold-Lauterbach und Landtagsabgeoroneter Brauer. Hauptgegenstand der unter dem Vorsitz des Oberförsters Schütz gepflogenen Beratungen war die Beschasfung der noch zum Bahnbau erforderlichen Summe von 370 000 Mark, einer Summe, um die der Bahnbau die gezeichneten Beträge der Gemeinden übertrifft. Daß eine abermalige Belastung unserer Vogelsberger Gemeinden ein schwieriger .Punkt sei, wurde von mehreren Rednern betont. Schließ- lich zeigte sich aber doch Bereitwilligkeit, die geforderte Summe von den Gemeinden gegen Vorzugszinsen aufzunehmen, worüber in diesen innerhalb der nächsten acht Tage Beratungen stattsinden werden. Bezüglich des Bahnbaues selber wird Großh. Ministerium ein maßgebendes Projekt ausarbeiten lassen. Der Bahnbau rückt mithin ersichtlich seiner ,Verwirklichung näher. ü. Bingen, 12. Aug. In Münster am Stein sind (in der vergangenen Nacht zwei Züge zusammen- 'gestoß en. Von dem Pecsonenzug nach Gan-Algesheim wurden zwei Wagen, ein Packwagen und ein Wagen vierter Klasse zertrümmert; der Zugführer Karl Eckes aus Bingen wurde schwer verletzt. Der vierter Klasse-Wagen war leer. h Hanau, 12. Aug. In der Gastwirtschaft „Zum Sandhof" kam es gestern Abend zwischen Ulanen und Zivilisten gu einer blutigen Schlägerei, wobei die Soldaten von ihren Waffen Gebrauch machten. Ein Ulan wurde schwer verletzt und mußte in einem Wagen nach der Kaserne gefahren werden. gewesen ist. Sie habe in der Gerichtsverhandlung keine Veranlassung gehabt, diese für andere unerhebliche Meinung vorzutragen, besonders nachdem sie vom Vorsitzenden nach ihrer Meinung über den Täter nicht befragt worden sei. Nach meiner Ansicht hat sie damit durchaus korrekt gehandelt, denn die bloße Ueberzeugung eines Zeugen kann in einem Urteil nicht ausschlaggebend sein. Die übrigen gegen Olga Moliwr erhobenen Vorwürfe, daß sie stets einen Revolver bei sich getragen habe, daß sie gegen ihre Mutter handgreiflich geworden sei, entsprechen meiner festen Ueberzeugung nach nicht den Tatsachen." Diese nachträgliche schwerwiegende Aussage bedarf einer sorgfältigen Prüfung. Wie crus den Prozeßverhandlungen erinnerlich, haben die anderen Mitglieder der Familie Molitor ihrem Glauben an die Schuld Hau's rückhaltlos Ausdruck gegeben. Ein anderer kam für sie als Täter überhaupt nicht in Frage. Das erste Zeugenverhör dagegen, das Frl. Olga Molitor in dem Prozeß hatte, gestaltete sich wie folgt: Bors.: Hatten Sie Verdacht auf Hau? Zeugin: Nein, keinen. Vors.: Ist Ihnen nicht auch später Verdacht gegen Hau gekommen? Zeugin: Mir persönlich nicht. Nach der Enthüllung, die Hau am vierten Verhandlungstage machte, daß er nach Baden-Baden zurückgekehrt sei, um vor der Reise nach Amerika noch einmal seine Schwägerin Olga zu sprechen, richtete der Vorsitzenden an diese nochmals die Frage: „Haben Sie eine Idee, wer, wenn es der Angeklagte nicht war, Ihre Mutter erschossen haben kann?" Worauf die Zeugin, die auch von dem Aufenthalt Hau's in Baden-Baden an dem Mordtag nichts wußte und sehr erschrocken gewesen wäre, wenn sie ihn mit dem falschen Bart gesehen hätte, in der bestimmten Form antwortete: „Keine Idee." Das sind die übereinstimmend von der Presse veröffentlichten Aufzeichnungen aus dem Prozeß. Es fällt schwer, damit die wörtliche Erklärung des Anwalts der Familie Molitor in Einklang zu bringen: Frl. Molitor „hatte in der Gerichtsverhandlung keine Veranlassung gehabt, diese für andere unerhebliche Meinung vorzutragen (daß nach ihrer Ueberzeugung Hau der Täter war), besonders nachdem sie vom Vorsitzenden nach ihrer Meinung über den Täter nicht befragt worden war". Das Gegenteil ist der Fall. Konnte der Vorsitzende präziser fragen, als es an den zitierten Stellen des Prozeßberichts geschehen ist? Fräulein Molitor haue damals eine Aussage über die Annahme der Täterschaft Hau's ablehnen dürfen mit der jetzt von dem Rechtsanwalt Schäfer geltend gemachten Begründung: „Die bloße Ueberzeugung eines Zeugen kann für das Urteil nicht ausschlaggebend sein." Aber Frl. Molitor konnte nicht als Zengin sagen, daß sie feinen Verdacht auf Hau hatte, und daß ihr persönlich der Verdacht auch später nicht gekommen sei. Hier sind unvereinbare Widersprüche. In dem Prozeßbericht über die erste Vernehmung des Frl. Molitor heißt c5 ferner: „Die Zeugin sah noch einen fliegenden Mantel. Dann kamen Leute. Von dem Täter hat die Zeugin nichts gesehen, da sie sich nicht umgedreht hat." Wie verhält ich dazu die nachträgliche Erklärung des Frl. Molitor vor Rechtsanwalt Schäfer, den Täter, der den Schuß auf ihre Mutter abgab, gesehen zu haben? Beiläufig erweist sich hier die Zweckmäßigkeit amtlicher stenographischer Aufnahmen in Gerichtsverhandlungen von erheblicher Bedeutung, wo es auf jedes Detail der Zeugenaussage ankommt. Es können jedoch nicht alle Prozeßberichter- 'tatter sich verhört haben gerade bei der Aussage einer Zeugin, Ium Aalle Kau. Allmählich läßt die Spannung, die das plötzliche Auftauchen des Freiherrn v. Lindenau erregt hat, nach. Der Mann mit dem grauen Bart, der den Damen Molitor am Mordtage gefolgt ist, ist nicht gesunden. Lindenau ist es nach dein Ergebnis der Konftontation sicherlich nicht gewesen. Er befindet sich noch in Baden-Baden in Haft, um in nächster Zeit anderen Zeugen gegenübergestellt zu werden. Tie Verhandlung gegen ihn unter bei Anklage der versuchten Erpressung, Beleidigung und Begünstigung wird Ende September oder Anfang Oktober vor der Strafkammer in Karlsruhe stattsinden. Es ist eine auffällige Tatsache, daß der Herr, den Freifrau v. Reitzenftein als den „Oesterreicher" bezeichnet, und der nach ihren Bekundungen wiederholt von der Stadelstraße durch die Kaiser Wilhelmstraße gegangen sei, seit dem Tage des Mordes aus Baden-Baden spurlos verschwunden und nicht wieder gesehen worden ist. Nach ihm fahnden die Untersuchungsbehörden noch immer. Ter Staatsanwalt will einen Aufruf nach diesem Oesterreicher erlassen. . Es soll jetzt feftgestellt werden, daß Frl. Olga Molitor bereits um 2 Uhr von Hause fortging, aber erst um 4 Uhr bei dem Kränzchen in der Villa Engelhorn erschien. Da nun Hau selbst angibt, schon um 2 Uhr in Baden-Baden gewesen gu sein und sich bis um 3Ao Uhr dort „herumgedrückt" zu haben, so liegt die Möglichkeit vor, daß beide sich getroffen hätten. 1 Alga-Molitor will infolge der neuesten Wendung von Celerina ln der Schweiz wieder zurückkehren. ’ Am Amtsgefängnis erklärte von Lindenau, er habe am Samstag nur unter dem Druck der Ueberredungs- Lunst des Staatsanwaltes Tr. Bleicher zugegeben, Hau könne von der Nische der Nagelschen Villa geschossen haben. . Ter Polizei Karlsruhe hah ein Angestellter der Allg. Fleischer- Zeitung mitgeteilt, er sei am 6. November v. I. von Wertheim am.Main über Karlsruhe nach Appenweier gefahren und habe noch vor Karlsruhe im Zuge einen jungen großen Mann mit .scheinbar arigetlebtem Bart gesehen. Dieser habe an einer größeren .Station, wie der Zeuge annimmt, in Karlsruhe, einen Mann unt grauem Bart erwartet und sei mit diesem in das Innere des Wagens gegangen. Beide seien in Oos ausgestiegen. Der Mann mit dem falschen Bart sei in ein Postamt gegangen, der andere nach einem Zuge. Hieraus will der Zeuge schließeii, daß der Mann mit dem falschen Bart Hau gewesen fei, der enbere Lindenau. eie seien auf dem Wege nach Baden- Baden gewesen und Hau habe ihn offenbar zum Morde ^ouugen, erst ihm das Opfer gezeigt, und sei dann nach der Lichtenthaler Allee zu gelaufen, ehe der tätliche Schuß fiel. Man wird dieser Aussage keinen Wert beizumessen haben Ter Verteidiger Hau's, Rechtsanwalt Tr. Dietz, hat den ersten Teil seiner umfangreichen Revisionsschrift dem Landgericht zur Weitergabe an das Reichsgericht eingereicht. Ten Rest der Reviswnsschrift hofft er im Laufe dieser Woche noch fertig zu stellen. Xie Revision enthält 5 Punkte, in denen Verstöße gegen Die Strafprozeßordnung im Laufe der Verhandlung vor- gekommen sind. Xie Verteidigung stützt sich auf die rein formale w DwA hat, wie er erklärt, einen Strafantrag ^5 ge n O lgaDkolitor wegen Körperverletzu n g mit i A u s g a n g e n i ch t g e st e l l t. Er behält sich jedoch wnttre Schritte in dieser Richtung tior. Für dm weiteren Gung den in Karlsruhe viel beschäftigten Rechtsanwalt xr. Max Oppenheim gewonnen, mit dem zu- fammen er 0eitern längere Zeit mit Hau im Gefängnis über Die Revision und über die neuen'im Prozesse eingetretenen Mo- Weriert hat. Es heißt, Tr. Dietz und Oppenheim wollen o* Molitor Strafantrag wegen Meineides ?bllbn. Die Aussage Frl. Molitors, daß sie den Täter gesehen £bt; b(^ dA.?^äeugung gelangt sei, Hau sei der Tater, stehe in krasiem Widerspruch zu den Auslagen, die Frl Molitor dem stenographischen Bericht zufolge im Prozeß gemacht r * • Don Vorsitzenden wiederholt gefragt worden, ob .le eine Vermutung habe, wer der Täter sei und hat regelmäßig mit Nein geantwortet. Sie ist auch gefragt worden, ob sie den 5™ Fischen habe und hat darauf geantwortet, daß sie nur einen fliehenden Mann gesehen habe U R-chtsb'eist-md der Familie Molitor, Rechtsanwalt Schäfer-Baden, folgendes: „Fchulein Olga Molitor steht mit der Bluttat ^cht irn geringsten in i r g e n d e in e m Z u s a m m en! was gegen sie geschrieben wird, geschieht, um einen ^Een der Justiz zu entziehen. Man hat es bei tfrt Olga Molitor Mit einer Dame zu tun, deren tadelloses Öenebmen über leden Zweifel erhaben ist. Frl. Olga Molitor hat mir erklärt, den Täler, der den Schuß auf ihre Mutter g,^,schen zu haben. Unter Berücksichtigung der Ver- haltnijle jre der Ueberzeugung, daß Hau der Täter auf die den Umständen nach am meisten das Interesse der Oefsent- lichkeit sich richtete. Nachdem dies Zeugnis nunmehr in zwei sehr wesentlichen Punkten ergänzt otder vielmehr richtiggestellt worden, muß Frl. Molitor noch auf einiges Weitere sich besinnen, insbesondere darauf, ob sie an dem kritischen Tage auch von der Absicht der Anwesenheit ihres Schwagers keinerlei Kenntnis hatte. Die vom Vorsitzenden im Prozeß aufgenommene Spur, ob Frl. Olga Molitor vielleicht Annäherungsversuche Hau's zurückgewiesen, und daß der Schuß dem Frl. Molitor gegolten habe, so daß die Mutter versehentlich getroffen wurde — diese Spur mußte doch wohl genauer verfolgt werden. Es wäre immerhin möglich, daß Hau, der vielleicht vorhatte, mit seiner Schwägerin zu fliehen, in furchtbarer Erregung über das Scheitern seines Planes den Ans chl a g aus Frl. Olga Molitor beabsichtigt hat, um ihren Besitz keinem hinderen zu gönnen. Ganz ohne Ahnung von den leiden- schaftlia-en Empfindungen Hau's kann Frl. Olga Molitor nicht gewesen sein. Frau Tr. Müller-Linz, die Schwester der zweiten Frau des Vaters Hau, hat die freiwillig aus beni Leben geschiedene Gattin Hau's direkt gefragt, ob es wahr fei, daß Frl. Olga in Hau verliebt sei. Da sagte sie: „Ja, es ist so." Fran Lina Hau habe es der Mutter erzählt und ihre Schwester Olga mit den Worten zur Rede gestellt: „Was hast du für ein Techtelmechtel mit meinem Mann?" Im Prozeß fragte der Vorsitzende, ob Frl. Molitor nähere Beziehungen mit Hau gehabt habe: „Absolut nicht!" Ist gegen diese Antwort nichts einzuwenden, den Begriff „nähere Beziehungen" in dem Sinn aufgefaßt, den man gewöhnlich damit verbindet, so erscheint die Antwort auf die Frage des Vorsitzenden, ob Hau's Frau eifersüchtig aus ihre Schwester gewesen, nicht ganz klar: „Ich selbst habe es nicht bemerkt, man sagte es mir nachher." Die Gattin Hau's will die, Schwester doch zur Rede gestellt haben über das „Techtelmechtel" mit ihrem Mann. Wenn Frl. Molitor nichts für Hau empfand, welchen Grund kann sie gehabt haben, einen Mann zu schonen, von dem sie überzeugt ist, daß er der Mörder der Mutter war? Gottlieb im „Tag" besingt die jetzige Sachlage im Hauprozeß folgendermaßen: A Lindenau: Ich bin der Baron von Lindenau, Und mein berühmter Bart ist grau, Tie Farbe des Blutes: extrablau. Ein Heiratsvermittler. Geschäft geht stau. Ich möchte lieber die Olga zur Frau. Ich schrieb ihr, trug heiße Liebe zur Schau; „Laß anS Herz dich e r p r es se n !" Ter Plan war schlau. Jedoch der Staatsanwalt packte mich rauh. Nun sitz' ich eingelocht im Bau; Kein Glück, fein Stern, Fein Schwein, keine Saul Ein Mensch nur liebt mich, das weiß ich genau — Und das ist Herr Hau, und das ist Herr Hau. Gcrlch-sscZÄL. R. B. Darmstadt, 10. Aug. Einen raffinierten Schwindel hatte sich der 37 jährige Kaufmann Max S ch ä f e r aus Rostock erdacht, der heute vor der Strafkammer stand. Er war Inhaber einer Kleiderhandlung in Berlin, machte Konkurs und wurde auch als der fchuldige Teil von seiner Frau geschieden. Er war dann bei einem Kvnzert- unternehmer beschäftigt und machte sich die hier gesammelten! Erfahrungen für seinen Schtoindel zunutze. Seit dem Sommer vorigen Jahres trat er in verschiedenen Städten als Unternehmer von Wohltätigkeitskonzerten zum Besten erblindeter' Mnstler auf, für die er möglichst viel Eintrittskarten verkaufte, dann aber spurlos verschwand. So kündigte er auch im Fe-' bruar ds. Js. ein großes! Konzert in Offenbach an zum Besten des „blinden Cellisten Hoffmann", der gar nicht existiert, engagierte die Kapelle des 168. Jnfanterie-Regiments,^ mietete einen Saal rc. Er ließ auch 300 Karten ä 2 Mk. und 200 ä 1 Mk. drucken und suchte sie mit Hülfe seiner jetzigen Geliebten Altmüller abzusetzen. Als er für ca. 200 Mk. Eintrittskarten verkauft hatte, erklärte er in der Offenbacher Zeitung!, daß der blinde Künstler erkrankt sei und das Konzert verschoben werden müsse. Inzwischen hatte er auch in Darmstadt denselben^ Schwindel versucht, doch waren der Saalbanwirt und der Kapellmeister nicht bereitwillig genug auf seine Plänel ein gegangen; dagegen gelang es ihm, in Wiesbaden demselben Schwindel zu entrieren und dann mit mehreren Hundert! Mark Einnahmen für Einttittskarten zu verduften. Als er' sich unter falschem Namen auch in M a i n z niederließ, wurde er verhaftet. Ter Pseudo-Impresario wurde wegen des vollendeten Betrugs in Ossenbach und Wiesbaden und deS versuchten Betrugs in Darmstpdt zu neun Monatrn Gefängnis pnd wegen falscher Namenssührung zu einer Woche Gefängnis bet urteilt. Vermischt«». *Ein fossiles Riesentier. Aus New-Pork wir berichtet: Das größte Auffehen erregt die Nachricht, daß j den großen Fossilienlag:rn von Wyoming das Skelett eine Tieres entdeckt worden ist, das 314 Fuß in der Länci maß. Bisher war der größte Dinosaur, der den Gelehrte bekannt war, ein jetzt im Field-Museum ausgestellter, dc 75 Fuß lang ist und dessen größter Wirbelkuochen 300 Pfun wiegt, während der von dem jetzt aufgefundenen Riesentic 1000 Pfund wiegt. Diese Tierart hat, wie die Forscher an nehmen, im Wasser gelebt, zum Teil wegen der Notwendig feit, sich gegen kleinere Tiere, die Angriffe auf sie untei nahmen, zu schützen. Als Nahrung dienten ihr die Kräutc und Pflanzen, die sich auf dem Grunde der Flüsse und See fanden. Knochenreste von diesen Riesen der Urzeit finde sieh zumeist in Neu-Mexiko, Colorado, Wyonung, Montan und Dakota, die in prähistorischen Zeiten Sumpflander warer * Kleine Tageschronik. Der 13 jährige Sohn de deutschen Gesandlen in Marokko, Geh. Legationsrat Dr. Roser ist 'in dem bekannten Soolbad Salzufleii^ aus dem Fenst des ersten Stoaes gestürzt und nach einigen stunden an den ei littenen Verletzung er: geworben. — Arge Ausschreitungen z wische fünf 'Soldaten und mehreren hundert Zivilpersonen verursachte in Altona ein schurses Vorgehen oer Altonaer und Han bürg er Polizei. Ein Soldat und ein Schutzmann wurden buri Säbelhiebe schwer verletzt; mehrere Zivilpersonen sind leid verletzt. — Auf der Station Betzdors fand man in dem vv Köln eingelaufenen Schnellzuge ein Paket mit zwei startverweste Leichen neugeborener Kinder. — Bon einem Besuche heimtehrenl wurde in der Nacht der Liittergutsbesitzer Kanter aus Ritterthc in der Nähe von Bregsen (Ostvr.) infolge Scheuwerdens de Pferde aus dem Wagen geschleudert; er brach das Genick. Ein Strecke treuer wurde auch der Kurscher aus dem Wagen gt schleudert; er hat schwere Verletzungen am Arme und an de einen Schulter erlitten. — In der Nähe des Ortes Kekla (Posen sand man auf sreiem. Felde die Leiche emes wandernden Schneids gesellen Adolf Hübner aus Sachsen. Ter Tote war auf em setzliche Weise verstümmelt. Die Haut war ihm buchstüblil über den Kopf gezogen. Aus dem Körper waren du Stücke Fleisch geschnitten. Die Finger fehlten. Von den Täter fehlt jede Spur. — Durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten wurde in dem Petroleumlager der Gebrüder Tesmarest in Jvn sur-Seine (Frankr.) ein gervaltigec Brand verursacht. Mehren Häuser wurden zerstört. Fünf Personen, darunter ein Feuerwehr mann, erlitten Verletzungen. — Ter Bukarester Unwerfitäts Professor und frühere rumänische Justiz rnin ist er Stef a Seind r e a, der in eine Wwner Heilanstalt überführt werde sollte, sprang bei Nagymagocz aus dem Waggon und wurd tödlich verletzt. Er wurde nach Budapest transportier wo er mittags st a r b. Sport. — Fußballs Vergangenen Sonntag beteiligte ftch dc „Gießener Fußballklub von 19 00" zum erstenmal in größerer Anzahl an einem atlethischen Sportfest und zwo an dem. des Nauheimer Fußballklubs. Die Resultate sind fcefrieu gend, jeder der 5 Teilnehmer erhielt einen Preis und zwar ii 1 0 C Meter Lauf den 2. Preis mit 12,4 Sek. und außerdei den 3. Preis in demselben Lauf, im 5 0 Meter Laus d< Ehrenpreis mit 6,5 Sek. und außerdem den 3. Preis in diese Lauf. Im Kugelstoßen (5 Kilogr.) den 3. Preis mit 11,7 Meter und im Fußballweit st oß den 1. und Ehrenprei mit 47,45 Meter. Nächsten Sonntag wird der Klub sich ai Bezirksfest in Siegen beteiligen Anttft ttnO — Die von uns in den gestrigen „Familienblättern* erwähnte sechs Gnttachten über die Wormser Do mb ausrage, b Prozessoren Elemen, Dehio, Gurlitt, Hildebrand, Oechelhäuse Thode, find als Separatabdruck aus den ^Rheinlanden" bei Herausgeber Wilhelm Schäier erschienen._______________________ Arbeiterbewegung. X. Hanau, 12. Aug. In der Möbelfabrik Körneru. El sind nahezu die gesamten S chre in er wegen Nichtbewilligun ihrer erhöhten Lohnforderungen in den Ausstand getreten. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch de 14. August: Teilweise heiter. Trocken. Atäßig warm. Südlick Winde. Griginal-Vrahtmelvunge». München, 13. Aug. Die „Ri. Di." melden au Kolbermoor: Der wegen Mordes vorbestrafte Kerwedt ermordete den Arbeiter Grevp aus Karolinenfeld dun drei Messerstiche. Wien, 13. Aug. Ein Mitarbeiter der ^,N. Fr. Pr hatte in Pontresina eine Unterredung mit Olga Molitor welche dabei auf das entschiedenste die Beschuldi gungen des Herrn von Lindenau zurückwie- R o m, 13. Aug. General Ponza, welcher mittels Auto mobil das Terrain für die großen Manöver inspizier stieß in der Nähe des Simplon mit dem Automobi )es Grasen Peruzzo aus Florenz zusammen. Beil Wagen wurden zertrümmert, die Chauffeure schwer ver letzt, der General kam mit dem Schrecken davon. M p i l a n d, 13. Aug. Die im I s e o s c e liegende Ins steht in Flammen. Wohnhäuser und Waldungen bilde ein Feuermeer. Die Einwohner müssen dem Schauspiel 51 sehen, ohne dem Feuer Einhalt gebieten zu können. London, 13. Aug. Nach den neuesten Meldung^ aus Belfast sind bei den gestrigen Unruhen vier erwachse! ■ Personen und ein Kind getötet worden und zahlreiö Personen verwundet. In der Stadt herrscht große O' regnitg. Tie Zahl der Opfer am gestrigen Tag ist no größer als die der Unruhen am Sonntag, wo 200 Persow verletzt worden sind, lieber die Unruhen selbst ist no zu melden, daß junge Mädchen und Frauen die Kun geb er begleiteten und in ihren Schürzen Steine, Gla ■ cherben und andere Geschosse mit sich führten, die gegt die Truppen und Polizeiagenten geschleudert wurden. K. vallerie und Infanterie machte erst von der Waffe G brauch, nachdem sie die Menge aufgesordert hatte, au einander zu gehen. Belfast, 13. Aug. Die Unruhen haben geg' Mitternacht aufgehört. Mehrere hundert Personen sirl verwundet. S a n S e b a st i a n, 13. Aug. Der Plan, eine gemei 1 chaftliche französisch-spanische Note an d Mächte zu richten, ist aufgegeben worden. Dafür werd' Frankreich und Spanien eine gemeinschaftliche Note 1 den Sultan von Marokko richten, worin sie diesem erkläre $ welche Maßregeln getroffen werden sollten. Tanger, 13. Aug. Maclean ist von dem Elkwe stamme ausgeliefert worben und auf dem Wege nach p 8 2tach andereri Meldungen i[t Maclean ui Elksar der Maha » übergeben worden. Frau äs geb. Schäffer» im 78. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Oie trauernden HinterMebenen Giessen, Gross-Umstadt, Bitterfeld, den 13. August 1907. Bi8/8 [B% in im Ateeum. [B18/, ■ •W i Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. „Allen zu gefallen ist unmöglich", dieser alte Sah hat sich auch bei der Vorbereitung und Durchführung des Universiläts-- j u b i l ä u m s bewahrt. Tie Zahl derer, die sich aus irgend einem Grunde verletzt oder zurnckgefetzt iühllen, ist groß: wer die Einzelheiten kennt, würde es freilich in den meisten Fällen leicht haben, zu zeigen, wie unberechtigt die Klagen sind. Daß nun aber sogar noch an dem Philosophenwaldfell Kritik unter dem Gesichtspunkt geübt wild, daß die Zulassung dazu nicht liberal genug gewesen sei, daraus Statut ist errichtet nm 31. Juli 1907. Bekanntmachungen erfolgen von zwei Vorstandsmitgliedern Gießener Anzeiger. Heute Nacht zwölf Uhr verschied unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter i dem Eröfsnungtermin, bei uns emzurelchen. Gießen, den 12. August 1907. Großherzogliches Hochbauamt Gießen, i. V. Heyer. BeLMuMrmchrmg. Gewerbeöarrk Lollar, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, mit Sih zu Lollar. Gegenstand des Unternehmens ist: Betrieb von Bankgeschäften in allen seinen Zweigen, Verabreichung von Darlehen und Gelvährung von Hypotheken jeder Art, Erwerb von Kmifschillmgen, Empfang von Darlehen und Kommissionsgeschäften, An- und Geschäftsjahr läuft vom 1. April bis 31. März. Die Willenserklärungen des Vorstandes erfolgen durch mindeltens zwei Mitglieder, die Zeichnung geschieht, indem zwei Mitglieder der Firma ihre 9tamensunterschrist beifügen. Eintrag in das Genossenschaftsregister ist erfolgt. Die Einsicht dec Liste der Genossen ist während der Dienststunden des Gerichts Jedermann gestattet. [b18/8 Gießen, den 8. August 1907. Großherzogliches Amtsgericht. lener Saaibau (Steins Garten). Der Betrieb des Etablissements wird für Rechnung der Konktlrsmasse unverändert fortgeführt. Herr Heyno Vues ist von mir beauftragt mit der Fortführung des gesamten Betriebes, lieber alle Lieferungen sind mir die Rechnungen stets alsbald einzureichen. 5172 Dec Konkursverwalter: Dr. Spohr, Rechtsanwalt. Bekmmtmachrmg. Der Taglöhner Wilhelm Hardt von Gieren, geboren daselbst am 1. Mai 1884, evangelisch, ledig, ist durch Beschluß Großh. Amtsgerichts Gießen vom 12. Juni 1907 wegen Trunksucht entmündigt worden. mioz Gießen, den 7. August 1907. Großherzogliches Amtsgericht. Verkauf von Wechseln, Erwerb und Cessionen von Forderungen, Annahme von Spareinlagen-, das alles zum Zwecke der Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder. Der Vorstand besieht aus dem Direktor, dem Kassierer und dem Kontrolleur. Direktor: Hermann in Lollar, Kassierer: Ludwig Dioos II. in Lollar, Kontrolleur: Heinrich Streuber Lollar. Arbeitövergebnng. Die Arbeiten und Lieferungen für die Enlivässerungs- anlage des HaupLsteueramtsgebartdes zu Gießen mit Lagerhäusern und Dienerwohnung werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 unter den hierzu berechtigten Unternehmern am Ort öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Amte, Stephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare dorther bezogen werden. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwoch, den 21. August, vormittags 11 Uhr, Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. d. Mts., nachmittags 6 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. 5175 Ortsftatnt, betreffend Erhebung einer Bcsitzwechfclabgabe in der Stadt Gießen. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 3 des Gesetzes, zur Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1839, vom 28. März 1907 wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Aersammlung vom 4. April und 12. August 1907 und mit Genehmigung Großherzoglicheu Ministeriums des Innern vom 27. Juli 1907 zu Nr. M. d. J. 27456 iür die Stadt Gießen folgendes bestimmt: Bon der Stadt Gießen wird in Ansehung der in ihrer Gemarkung gelegenen Grundstücke ein Zuschlag zu dem nach den Str. 45, 63 des Stempeltarifs sich bemessenden Jmnwbiliarsteuwel für den nicht unmitlelbar auf Erbfall (8§ 1922—1941 B. G. B. beruhenden Wechsel des Eigentums an einem Grundstück erhoben. Der Zuschlag betragt die Hälfte des staatlichen Stempelsatzes. Dieses Ortsstatut tritt mit seiner Beröfsentlichung in Kraft. Gießen, den 13. August 1907. rtJurftr die Veranstalter dieses Festes gewiß zuletzt verfallen. Ich will nicht davon reden, daß dieses Fest ebenso wie das Volksfest ein Novum in der Geschichte der Universitätsjubiläen bedeutete. Wenigstens ist solches Jubiläum bekannt, bei dem die Professoren der gegeben hätten, dessen 51 osten sie aus eigener LuC ni!‘ ^lrcÄGC miv' daß bei der Vorbereitung 4 %sauS bue? Philosopheuwaldfestes, nicht nur der beftaut), die Bürgerschaft so stark als möglich heran- 0"ch tatsächlich danach gehandelt wurde. TaS 0^)eniüQ bc t?Ute m (eiucm Stil gehalten sein, d. h, man sollte sich promenierend — recht eigentlich „sich ergehend" — fotzen, nut guten Bekannten freundliche Worte wechseln, dec Musik lauschen und zwischendurch auch der leiblichen Genüsse nicht vergeßen. Ich glaube^ wer dabei war, wird eher darüber Klage führen, baji die zu große ^ulle der Gesichter (so!) den,Genuß beeinträchtigte als umgekehrt. Schließlich ist doch auch das Philosophenwäldchen im Raum beschränkt. Es sind viele Tausende von Schleifen aus- gegeben und Niemand eher zurückgewiesen worden als bis der Vorrat gänzlich ausgegeben war. Ohne solche Schleifen, wie der Herr Eml°nd-r vom 8. August zu meinen fdjeint, gehstz'doch nun siber einmal Nicht. Oder will der Herr Einsender die Verantwortung für die Unordnung übernehmen, die daun unweigerlich hätte entstehen muffen1? Ich denke, Bürgerschaft und Professoren sollten sich darilber einig fein, daß von allen Seiten das Menschenmögliche getan wurde, um unser Jubelsest so schön zu gestalten, ivie nicht leicht em anderes je gestaltet worden ist. Welche äumme von Kraft die Vorbereiliing in Anspruch nahm, das wißen gerade diejenigen, am weiiigsten, die am liebsten nörgeln. Ein Professor Eingesandt. Es ist von den Redaktionen der meisten Zeitiingen ein großes Entgegenkommen gegenüber dem Publikum, daß sie eine Stelle des Volles für sog. „Eingesandts" aus dein Leserkreise diesem unentgeltlich zur Verfügung stellen. Leider wird aher viel Mißbrauch mit dieser Einrichtung getrieben; anstatt nur solche Sachen „einzu- senden , die auch wirklich für die große Oefsenilichkeit und "Allgemeinheit von Interesse sind — wie die übrigen Teile des Blattes —, erledigen die einen unter dieser Rubrik allerlei Meinuirgs- verschiedenheiten oder Streitigkeiten, die sie mit ihreii lieben Mit- menfchen haben (nicht zum wenigsten der Billigkeit halber); andere bringen ganz persönliche Wünsche oder Beschwerden vor, die die Oeffentlichkeit höchstens zu einem Lächeln veranlassen (meistens nur, weil die Betr. gern einmal elwas von sich hören lassen ivollen und lesen möchten); wieder andere schreiben etwas, das sie für das große Publikum geeignet halten, ivährend eL m Wirklichkeit ganz persönliche Angelegenheiten, z. T. Eigennutz und Uilzufriedenheit mit sich selbst und allen Dingen sind (also von der Lust veranlaßt, an allein zu nörgeln und kritisieren). Zu dem Eingesandt am Freilag inöchte ich folgendes erwidern, das auf Augenschein und Erkundigung beruht: Zunächst steht der Hydrant nicht genau mitten in dem Weg, sondern nur ein klein weiiig weiter in den Weg Hinern, als die Laternen; zwischen Hydrant und Holzgelander ist em gangbarer Raum von über 1 Meter Breite, also für einen normalen Aienfchen Platz genug. Zu sehen ist der Hydrant auch am Abend, da in einiger Entfernung auf derselben und schräg gegenüber auf der andern Seite eine Laterne sieht und fo das angebliche Hindernis Der Entwurf des neuen Fluchtlinienplans und die Ortsbau- satzung liegt bis zum 1. September d. I. auf unserem Tlefbauamte open. Einwendungen gegen Plan und Satzung find binnen der gleichen Frist, bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Gießen, den 10. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. Meeum. Bekanntmachung. O .^?^7^^^brordneten-Versammlung hat durw Beschluß vom 2o. Full 1907 einen neuen Bebauungsplan für die Frankfurter Straße südlich vom Mittelweg und das Gelände zwischen Mittelweg, Eifenoahn und Frankfurter Strane ausgestellt und soll dazu die nachstehende Ortsbausatzung erlassen werden. Alle früheren für dieses Gelände aufgestellten Bebauungspläne sind aufgehoben. vvn zwei Selten gclluMV Enqtet wird. UetMqMs YEn M Arbeite» schon begonnen, die Bürgersteige in der ganzen Moltke- straße mit Plattchenbelag zn versehen, wie es bis zur Wieseckbrücke schon geschehen ist, und die Seite an den Eisbahnwiese» wird dieselbe Breite erhalten, wie der übrige Fustweg (die Aussüllnnq hat auch schon begonnen,, wodurch der Nanin an dem Hydrant 2’°$ 'U'ndestciis '/, Meter breiter, also im ganze» etwa l/2 Meter breit mirb, so daß auch für die unnormalsten Leute genügend Platz zum Vorbeffommen geschaffen nsird und auch der Einsender weiterhin seinen Abendbummel dort entlang machen kann; während der Herstellung wird er ihn allerdings anderswohin verlegen müssen. Uebrigens sind neuerdings noch mehr Hydranten in der Stadl gesetzt worden, also bitte etwas Achtung! Nicht etwa der Rippenstöße wegen, sondern um der Hydranten selbst willen; denn wenn nöch mehr Spaziergänger die Anstoßobjekte nicht sehen und am rempeln, können diese leicht einmal urngerannt oder wenigstens inbezug auf ihre Brauchbarkeit beschädigt werden. — Hoben die ^eser an diesem „Eingesandt" vielleicht Interesse? Wahrscheinlich gerade soviel (oder sowenig?!) wie an dem vorvorgestrigen! rb. Bekanntmachung. M ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß sowohl Eigentümer als auch Mieter Schmutzwasfer in die Stragen- rmnsteine oder auf die Bürgersteige gießen, damit es in die Kanäle ab lausi. Wir machen darauf aufmerksam, daß nach § 3 der Polizei- Anordnung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzial-Hauptstadt Gießen betr. vom 1. August 1904, das Ausgießen von Haus-, Wirtschafts, Stall und wmtrgen Abwassern in die Straßenrinnsteiue verboten uno unter Strafe gestellt ist. Zuwiderhandlmigen werden zur Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 6. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Eurschmann. B7/a Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. August bis 15. Oktober von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofs wird durch Läuten der Friedhofs- glocke angezeigl. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine viertel Stunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 12. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei: Bekanntmachung. Betreffend: Stiftung für arme Studierende, bierr daS 1. Stipendium. Aus der Stiftung für arme Studierende ist das I. Stipendium mit einem Jahresertrage von 145 Mark ab 1. April 1907 an bedürftige und würdige katholische Schüler des Gymnasiums oder Realgymnasiums in Mainz und Studierende der Universität zu Gießen oder der technischen Hochschule zu Darmstadt, hessischer Staatsangehörigkeit neu zu vergeben. Die Stipendien können bis nach Beendigung des Studiums bezogen werden. Bewerber wollen ihre Gesuche, welchen ein selbstgeschriebener Lebenslauf, ortspolizeiliche Bescheinigung über Familien- und Bermögensverhältnisse, Originalsiudienzeugnis und Erklärung, ob noch andere Stipendien bezogen werden, beizufügen ist, bis spätestens 1. Oktober bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Mainz, den 7. August 1907. Großherzogliche Provinzialdirektion Rheinhessen. von Gagern. [D°/e Bekanntmachung. Zum 15. Oktober ds. Js. ist dahier die Stelle eines Schutzmanns neu zu besetzen. Bewerber, welche den in der Bekannturachuna vom 25. April 1903, die Ausführung des Gesetzes über die Besoldungen der Gendarmen und die Polizeikosien betr., enthaltenen Bestimmungen entsprechen, werden ersucht, sich unter Vorlage der erforderlichen Nachweise bis spätestens znm 25. September 1907 bei unterfertigter Behörde zu melden. Die Stelle ist den Militär» anwärtern vorbehalten. An Gehalt werden gewährt: Während der Probezeit (ca. ein halbes Jahr) ein Tagegeld von 3 Mt., nach definitiver Anstellung 1300 Mark Ansangvgebalt mit iährlichen Steigungen von 30 Mark bis das Endgehalt von 1800 Mk. erreicht ist Außerdem 100 Mark Meidergeld pro Jahr, welches auch wiihrend der Probezeit gewährt wird. Bensheim, den 12. Ang in i 1907. Grotzhersogliche Bürgermeisterei BenShemr. l Or. Frengy. ’ ' [D^ej Ortslmusatzrmg. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 2, 10 und 20 des Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend und in 8 5 und 7 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird nach Vernehmung, der Stadlverordneten-Versammlung unter Zustimmung des Kretsausichusseö und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom . . zu vkr. Ai. d. I. . . . im '1 231 / 465'1 65 4 8'00 6322 10419 11513 11590 13447 13996 1,730 18293 18859 20611 20627 24989 26263 26731 28853 298 6 30568 30543 43976 56526 58495 68955 69051 69068 7)225 76294 7/>92 78309 79708 79963 85021 89549 00061 91731 93693 1034'9 111680 117518 117968 124730 128411 129046 ’ Kartoffeln per Zentner Mk. 3.85 bis Mk. 4.50 empfiehlt 15003 CK Ä,-. «fef ^^euen Baue 7, H'-l-rrrL-t, Telefon 612. 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Königlich Preuss. Klassenlotterle« 2. Klnsee 2. Zlebungeiag. 12. Angvst 1B07. I