Nr. 136 Zweites Blatt Donnerstag 13. Juni 1907 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Oberheffen politische Lagerscha«. 157. Jahrgang Die „Sietzener KamNlenblStter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das ^reirblatt fflr den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hefflsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion. Exvedttton and Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag i "11 6L Redaktion:Tel.-Adr^ An-etgerGietzen. Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UnwersitätS - Buch- und Klein druck eret. R. Lange, Gteßeu. Minister v. Studts Nachfolger? Für die Nichtigkeit unserer gestrigen Meldung, als Nach, folger des preußischen Kultusministers o. Studt sei der Unter» staatssekretär im Reichspostamt Dr. Sydow in Aussicht genommen, spricht mindestens der Umstand, daß Dr. Sydow nicht Schulmann ,andern — Jurist ist! So tüchtige Persönlichkeiten auch der Lel/rerstand aufweist, in Preußen bleibt der Jurist der berufene Verwaltungsmann. Daß Fürst Bülow vor dieser lieber- lieferung nicht „kapitulieren" würde, konnte auch nur als schwache Hoffnung gelten. Uebet den preußischen Geheimrat hinaus bringt es weder der Schulmann, noch — im Eisenbahnministerium — der Ingenieur. Allenfalls in der landwirtschaftlichen Lenval- hing steht der Fachmann vor dem Juristen. Was nun die Wahrscheinlichkeit der Berufung des Unterstaatssekretärs Dr. Sydow -um Leiter des Kultusministeriums betrifft, so würde dieser Wechsel insofern eine Besserung be- bcuten, als Sydow nicht, wie Herr v. Studt, ein urkonseroatioes Preußentum repräsentiert. Ter Unterstaatssekretär im Reichs- Postamt hat eher etwas gemein mit dem früheren Generalpost, meister v. Stephan, was bei des ersteren Reichstagsrede zur Finan-reform — Ortsportofrage — wieder erkennbar war. Zu Frische und Gewandtheit der Rede kommt bei Sydow ein seh: konziliantes, herzlich joviales, schlicht freundliches Wesen, (iigem schäften, die Herr v. Studt vermissen läßt. Es wurde das alles freilich noch nicht die Erwartung recht- fertigen, daß unter Kultusminister Sydow ein völlig neuer Kurs in der preußischen Schulpolitik Geltung erlangt. Einmal müßte ein aus dem Reichsdienst übernommener Staatsmann der in Preußen allgemein herrschenden politischen Tendenz Rechnung tragen, und bann bleiben im Kultusministerium bie alten Abteilungschefs und Räte, deren Urteil umsomehr mafegebl - für den neuen Minister sein würde, als ihm das Schulwesen fürs erste ein fremdes Geoiet ist. Mit der Zeit und bei starkem Persönlichkeitsgefühl, bas man ihm wohl zutrauen tonnte, wäre immerhin von Dr. Sydow zu gewärtigen, daß er die preußische Schulpolitik den Erfordernissen der Neuzeit anpaßt, zumal ihm wiederholt Auslandsreisen — er ist übrigens ein bekannter Alpinist — den Blick erweiterten. Alles in allem könnte sonach die Wahl Dr. Sydows zum Kultusminister als ein relativ glücklicher Griff bezeichnet werden. Das „B. T." meint zwar, Sydow sei nicht der Mann, die liberale Aera in Preußen zu verwirklichen. Für den Liberalismus würde seine Berufung eine von den vielen Enttäuschungen dieses Jahres bedeuten. Das heißt u. E. denn doch die Erwartungen überspannen. Der Kultusminister, der imstande wäre, als Mitglied des Kabinetts Bülow und bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnisfen im preuß. Landtag eine entschieden liberale Aera zu begründen, wird wohl überhaupt nicht ausfindig zu machen fein. Im parlamentarischen Sinne bedarf es auch keineswegs eines derartigen Umschwungs bei der Schulpolitik. Die preuß. Lehrerschaft wäre zufrieden, wenn die Unterrichtsverwaltung wieder nach der einsichtsvollen, warml-erzigen Art des verstorbenen Ministers Bosse, der sich nicht zu den Liberalen zählte, gehandhabt würde. Und da bie Revision des Lehrerbesol- dungsgesehes in Aussicht stehl, die hoffentlich, wie das Schul- unterhaltungsgesetz, durch Zusammenwirken zwischen Konservativen und Nationalliberalen zum guten Ende geführt werden wird, so ist schwer einzusehen, warum nicht unter der Leitung eines „neutralen Verwaltungsbeamten" mit modernen Tendenzen wie des Dr. Sydow eine erfreulichere Zeit für das preußische Schulwesen anheben sollte. • Die Ortskrankenkaffe als Streikunterstiitzungskaffe. Tie Berliner Ortskrankenkasse des Maurergewerbes hat, der „Deutsch. Ztg." zufolge, an den Vorstand des Vereins der Kassenärzte folgende leltfame Mitteilung gelangen lassen: „Wir erlauben uns, Ihre Aufmerksamkeit darauf hmzuleuken, daß durch bie vom 18. Mai b. Js. erfolgte Aussperrung sämtlicher Bauarbeiter Berlins und der Vororte bie Mittel unserer Kranken kasse in einer ganz ungeahnte nWe ife in Anspruch genommen werden. In diesem Jahre — 1907 — sind bisher etwa 85 000 Mk. unserem Reservefonds zur Deckung der Bedürfnisse entnommen worden. Wir enuchen eiei daher ergebenst, die Herren Mitglieder Ihres Vereins daraus aufmerksam zu nyachen und sie zu ersuchen, die finanziellen Verhältnisse unserer Krankenkasse zu berücksichtigen, da sonst das Bestehen unserer Kasse ernstlich in Frage gestellt wird. gez. A. Taehne, Vorsitzender." Hierauf hat der Vorsitzende des Vereins der freigewählten Kassenärzte folgende Zuschrift an die Vereinsmitglieder gerichtet: „Die Ortskrankenkasse der Maurer teilt uns in dem bü- folgenb abgedruckten Schreiben mit, daß infolge der Aussperrung ber, Bauarbeiter die Arbeitslosigkeit bei den der Ortskrankenkasse angehörenden Mitgliedern allgemein geworden ist, und die Zahl der Krankmeldungen, die ohnehin schon erheblich höher als in den Vorjahren wär, eine bisher unerreichte Ausdehnung gewonnen hat. Lchon am ersten Tage haben sich 170 Mitglieder krank gemeldet, während in früheren Jahren die Krankmeldungen um diese Zeit noch nicht 40 "betragen haben. Es ist offensichtlich, daß durch die Arbeitslosigkeit bie Mittel dec Krankenkasse in einer ganz unverhältnismäßigen Weise in Anspruch genommen werden, und daß bei Fortdauer dieser Verhältnisse die Lebensstihigkeit der Kaste direkt in Frage gestellt ist. 'Wir ersuchen Sie daher auf das dringendste, bei der Erklärung der Erwerbsunfähigkeit mir der größten Vorsicht und Strenge zu verfahren und nur da „Erwerbsunfähigkeit" zu bescheinigen, wo es sich um wirklich erkrankte Personen handelt, diejenigen Mitglieder aber, bei welchen nur Arbeitslosigkeit vorliegt, auf das bestimmteste zurückzuweisen." Es berührt eigentümlich, so schreibt dazu das genannte Blatt, und mau wird ihm zustimmen müssen, daß eine Mahnung an die Kassenärzte, nur den „wirklich erkrankten Personen" die ^Erwerbsunfähigkeit" zu bescheinigen, überhaupt erst nötig ist. Man hätte doch annehmen sollen, daß auch ohne besondere Mahnung nicht anders verfahren werde. Wenn jetzt die ausgesperrten Maurer in Massen zu den Krankenkassen strömen, so dürfte dieser Handlungsweise eine bestimmte Parole behufs Entlastung der gewerkschaftlichen Streikkassen zugrunde liegen. Es wird deshalb gut fein, auch in anderen Krankenkassen auf bie deren Unterstützung in Anspruch nehmenden Streikenden ein Augenmerk zu richten. Durch die vorstehenden Schriftstücke erfährt das Kapitel üoirt Mißbrauch der Krankenkassen zu anderen, rem materiellen Zwecken eine neue und sehr interessante Bereicherung. Wie menschenfreundlich ist diese Haltung gegenüber den Krankenkassenmitgliedern, die wirklich krank sind! Sitzung -er Stadtverordneten. Gießen, 11. Juni. (Schluß.) Die Löhne der städtischen Arbeiter. Tie Versammlung hat im vorigen Jahr beschlossen, bie frühere dritte Lohnklasse fallen zu lassen. Der Arbeiterausfchuß ist aber hiermit nicht zufrieden gewesen, sondern hat in einer neuen Eingabe (im Oktober v. I.) gebeten, angesichts der anhaltenden Teuerung eine Teuerungszulage für sämtliche ständig in städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter in Höhe von mindestens 30 Pfg. zu bewilligen. In der letzten Zeit haben sich die Lohnverhältnisse der städtischen Arbeiter wie folgt geregelt: Seit Sommer 1899 erhalten sie im 1. bis 3. Jahr 2,30 Mk. und steigen dann auf 2,50 und 2,70 Mk. Seit Sommer 1905 beträgt der Lohn im 1. und 2. Jahr 2,60 Mk. und bann 2,80 und 3 Mk., seit 1. Oktober 1906 im 1.—4. Jahr 2,80 Mk. und dann 3 Mk. Ebenso ist die frühere Probezeit mit 25 Pfg. Stundenlohn in Wegfall gekommen. Der Vorsitzende i|'t in Uebercim'timniung mit dem Vorstand des Tiefbauamts zu der Ueberzeugung gekommen, daß das jetzige Lohnsystem nicht richtig ist und schlägt eine Aenderung vor, bie dahin gehen soll, daß ähnlich wie beim Gas- und Wasserwerk bie Löhne nach bet Leistungsfähigkeit bet einzelnen Arbeiter innerhalb gewisser Maximal- und Minimalgrenzen bemessen werden sollen. Tie Festsetzung sott durch bie bett. Betriebsleiter erfolgen. Ta es bis jetzt nicht möglich gewesen sei, eine beschlußfähige Sitzung der sozialpolitischen Kommission ziisainmenzubtingen, habe er bie Angelegenheit gestern in bet Baubeputation zur Sprache gebracht und diese habe sich mit der vorgeschlagenen Regelung einverstanden erklärt. Die näheren Festsetzungen sollen in Gemeinschaft mit der sozialpolitischen Kommission erfolgen. Heute handle cS sich darum, einen prinzipiellen Beschlich zu fasten, ob die Aenderung im Lohnsystem erfolgen solle. Stadlv. ft tu m m kann der vorgeschlagenen Neuregelung unter keinen Umständen zustimmen, da man damit die Arbeiter ganz der Willkür ihrer Vorgesetzten aussetze. Ties tue man doch bei den Beamten nicht. Taß bie zurzeit bezahlten Löhne nicht aiiSreichend feien, beweise ber ständige Wechsel ber Arbeiter. Zu beanstanden fei auch, daß man den neu- eingestellten fremden Arbeitern bedeutend höhere Löhne zahle als den feit längerer Zeit im Dienste der Stadt beschäftigten Arbeitern. Wenn bie Stabt entsprechende Löhne bezahle, werde sie auch hier die nötige Zahl tüchtiger Arbeiter sinden. Ter Vorsitzende ist durch die Ausführungen des Vorredners nicht m feiner Ueberzeugung erschüttert worden, daß die überall sonst übliche Entlohnung nach ber Leistungsfähigkeit auch füru die Stadt das einzig richtige fei. Wenn rnaich.allen Arbeitern den gleichen Lohn gebe, fehle jeder Ansporn, mehr zu leisten. Im Gas- und Wasserwerk seien über bie Art ber Lohnbemessung niemals Klagen laut geworden, auch nicht von den Slrbeitcrn. Man könne doch Leuten, die man nur deshalb beschäftige, damit sie nicht der Armenfürsorge ziir Last fielen, nicht bie gleichen Löhne geben, wie tüchtigen Leuten mit voller Arbeitskraft. Eine Reihe von Jorderilngen seien der Stadt gestellt worden von einer Lohnkomniifsion, die von 3 Leuten (einem hiesigen und 2 auswärtigen) vertreten werde, die nicht in städtischen Diensten seien. Dian müsse es ablehnen, mit diesen bezahlten Agitatoren zit verhandeln. Tie zuständige Stelle, durch bie die Arbeiter ihre Wünsche geltend machen könnten, sei der städtische Arbeiter-Ausschuß. Stadlv. Löb er weist daraus hin, daß die Sache feit Oktober schwebt. Es sei endlich an ber Zeit, etwas für bie Leute zu tun. Er könne auch nichts unrechtes darin finden, wenn sich die Arbeiter bei anderen Leuten Rat holten, da der ArbeiterauLfchuß nicht zu wagen scheine, etwas zu tun. Er meine, man solle bei Eingabe der Arbeiter entsprechen und ihnen eine Erhöhung bewilligen. Ebenso solle man der Eingabe der Laternenwärter entsprechend ihnen eine ihrer vermehrten Arbeit entsprechende Lohnerhöhung zuteil werden lasten, damit sie keine andere Arbeiten zu übernehmen brauchten. Der Vorsitzende erwidert, baß bie Eingabe ber Laternenwärter erst vor wenigen Wochen erfolgt fei und die Absicht bestehe, das System der Laternenbedienung vollständig zu ändern. Ueber die heutige Stellungnahme des Stadtv. Löber wundere er sich sehr, da sie mit seiner früheren Haltung in Widerspruch stehe. Er könne sich des Gedankens nicht erwehren, daß die heutige Haltung Löbers nicht mir auf fachlichen Gründen beruhe. Stadlv. Wallenfels steht vollständig auf dem Standpunkt des Vorsitzenden, daß man mit den fremden Agitatoren in dieser Sache nichts zu. tun habe. Tie Bezahlung nach der Leistungsfähigkeit sei allein richtig. Am besten sei es, wenn sich zunächst die sozialpolitische Komrnistion mit der Sache beschäftigte. Oberbürgermeister Mecum führt aus, es fei nicht richtig, daß die Vertreter der Arbeiterschaft nicht wagten, ihre Wünsche direkt vorzubringen. Der Vorsitzende des Arbeiter-Ausschusses habe schon öfters mit ihm verhandelt und werde bestätigen können, daß er stets bereitwilligst Gehör finde. Stadtv. Dr. Ebel beantragt, bie Sache zunächst in ber sozialpolitischen Kommission vorberaten zu lasten. Stadlv. JugHardt bemerkt gegenüber dem Stadtv. Löber, eS sei ihm bekannt, baß in mehreren Fällen Laternen- Wärter noch ein anderes Geschäft trieben. Stadtv. Löber wendet sich energisch gegen die Aeußer- ung des Vorsitzenden, daß ihn andere Motive als rein sachliche zu feiner Stellungnahme veranlaßt hätten. Er habe sich in der Versammlung der Arbeiter überzeugt, daß die Wünsche der Arbeiter berechtigt seien und trete deshalb dafür ein. UebrigenS sei er auch früher schon für Wünsche von städtischen Bediensteten eingetreten, wenn er sie für richtig gehalten habe. Der Vorsitzende erwidert, er habe sich über die Stellungnahme des Stadtv. Löber gewundert und deshalb nach einem Motiv dafür gesucht. Stadtv. Krumm ist davon überzeugt, baß sich Stadtv. Löber, der sich in der Verfammlung der Arbeiter selbst informiert habe, aus sachlichen Motiven zur Unterstützung der Arbeiterwünsche verpflichtet fühlte. UebrigenS geschehe dies nicht zum ersten Male. Der Redner tritt dann nochmals warm für die Wünsche der Arbeiter ein und meint, npchdern alles m die Höhe gegangen sei, solle man auch bie Löhne entsprechend erhöhen. Ter Vorsitzende- bemerkt, daß die Stadt noch nie Löhne wegen verminderter Leistungsfähigkeit herabgesetzt habe. 'Dian könne zum Leiter beS Tiefbauamtes bas Vertrauen haben, baß er die Löhne gerecht feslsetzen werbe. Auch die Arbeiter hätten zmn Teil den Wunsch, daß die Art der Entlohnung geändert werbe. UebrigenS seien bie Löhne stets den sonstigen Preissteigerungen gefolgt. Vor allem müsse man sich aber dagegen wenden, daß bezahlte Agitatoren die Arbeiter aufhetzien. Stadtv. EmmeliuS ist der Ansicht, daß man einen Versuch mit der Entlohnung nach ber Arbeitsleistung machen solle, nachdem man beim Gaswerk damit gute Erfahrungen gemacht habe. Stadlv. Krumm nimmt die Bezeichnung Hetzer nicht tragisch, so nenne man alle, die andere zur Verbesserung ihrer Lage anhiellen. Die schlimmste Hetzerei sei, daß man den Leuten keine Antwort gegeben habe. (Oberbürgermeister 'Diecum weist dies zurück. Der Vorsitzende des Arbeiter- aiiSschusseS sei von ihm verständigt worden.) Wenn immer von den leistungsimfähigen Leuten gesprochen werde, so bitte er zu beachten, baß für diese jetzt schon eine besonbere Lohn- klasse eingerichtet sei. Daß bie Leute sich nicht getrauten, selbst bie Forderungen ihrer Kollegen zu vertreten, stehe fest, deshalb sei die Zuziehung unabhängiger Leute nicht zu beanstanden. Der Vorsitzende glaubt die Verdächtigung zurück- weisen zu müssen, die darin liege, daß man den Betriebsleitern zutraue, sie würden es irgend einen Arbeiter entgelten lassen, wenn er Forderungen seiner Kollegen vertrete. Ferner teilt er mit, daß alle geeigneten hiesigen Arbeiter, bie sich für Kanalarbeiten gemeldet hätten, auch eingestellt worden seien. Der Durchschnittsverdienst der städtischen Arbeiter stelle sich (wie Redner im einzelnen ausführt) in den einzelnen Lohn- klassen und Dienststellen auf 1000, 900, 1060, 930, 1080 und 1200 Mk. Stadtv. Löber tritt nochmals für die Laternenwärter ein, deren Arbeit sich teilweise um 50 Prozent vermehrt habe, und die, wie in einem Falle ausgeführt wird, im Falle einer Verunglückung in Not gerieten. Beig. Curschmann bemerkt, daß in dem betreffenden Falle von der Stadt geholfen worden sei, und der Vorsitzende betont, daß in solchen Fällen den Leuten stets beigestanden werde. Stadtv. Wallenfels meint, die Herren, die die letzte Eingabe unterschrieben hätten, seien mit ihrem Rat bester zu Hause geblieben. Ueber solche Dokumente solle man zur Tagesordnung übergeben, ba es für die städtischen Arbeiter andere Wege gebe, ihre Wünsche vorzubringen. . Er habe für die städtischen Arbeiter gerade so viel Herz wie Stadtv. Krumm, halte aber den feingeschlagenen Weg nicht für richtig. Stadtv. Krumm meint, daß nun einmal bei den Arbeitern das Gefühl bestehe, sie schädigten sich, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber im Auftrag ihrer Mitarbeiter über Lohn- fragen verhandelten. Die vom Vorsitzenden vorgetragenen Durchschnittslöhne kämen nur dadurch heraus, daß man Ueberstunden und Sonntagsarbeit mit in Betracht ziehe. Bei 300 Arbeitstagen und 2.80 Mk. Lohn betrage der Jahresverdienst eines Arbeiters 840 Mk. Ferner sei zu erwägen, ob nicht Leuten mit besonders anstrengender oder unangenehmer Arbeit, wie z. B. den Friedhofsarbeitern, ein erhöhter Lohn zu gewähren sei. Er bitte dringend, es bei dem jetzigen Lohnsystem zu belassen und die Wünsche der Leute in der Weise zu erfüllen, daß man ihnen jeßt etwa 30 Pfg. und späterhin noch etwas zulege und einen kleinen Sommerurlaub bewillige. Der Vorsitzende verzichtet darauf, im einzelnen auf die Aeußerungen des Stadtv. Krumm einzugehen, da sonst ein Ende nicht abzusehen sei und weist noch auf den Widerspruch in den Ausführungen des Stadtv. Krumm bin, der die beabsichtigte Lohnzahlung nach der Leistnngsfäyig- keit zwar verwerfe und sie dann für eine Arbeiterklasse, wie die Friedhossarbeiter, selbst fordere. Es wird sodann einstimmig beschlossen, die Angelegenheit der sozialpolitischen Kommission zu überweisen. Ferner wird gegen 4 Stimmen beschlossen, den Unterzeichnern der letzten Eingabe mitzuteilen, daß die Stadt nicht mit ihnen verhandeln werde. Tie Kaualgebühren. Von Kalkbrennereibesitzer Haas ist den Stadtverordneten eine Eingabe ^gegangen, in der er sich über die Handlungsweise des Tiefbauamts bei einem von ihm gewünschten Hausanschluß beschwer: hat. Stadtbaumeister Braubach stellt die Sache wie folgt dar: Für die beiden Häuser des Herrn Haas in der Frankfurter Straße liegen genehmige Pläne für die Jnnen- Jnstallation vor. Am 10. April beantragte Herr Haas für das Haus Nr. 61 den Anschluß, der am 13. April bereits ausgeführt wurde, während er der Anmeldenummer nach erst jetzt zur Ausführung gelangen würde. Tas Tiefbauamt wollte auch das Haus Nr. 39 gleich anschließen, unterließ es aber auf Wunsch des Herrn Haas, der nicht beide Einfahrten gleichzeitig gesperrt haben wollte. Am 11. Mai kam bann eine Postkarte von H., daß der Anschluß jetzt gemacht werden könne und das Tiefbauamt ihn unbeoingt bis zum 25. Mai beginnen lassen möge. Das sei mit dem besten Willen nicht möglich gewesen. Am 25. UJtai sei eine zweite Zuschrift gekommen, daß der Anschluß sofort vorgenommen werden solle. Hierauf sei am 30. Ma: geantwortet worden, daß dies nicht angängig sei mit Rücksicht auf die sonst vorliegenden Anmeldungen und die getroffene Arbeitseinteilung. Taß die Jnnen-Einrichtung schon fertig- gestellt gewesen fest stehe — entgegen der (Stngabe Les H. an die Stadtverordneten — nicht in der Karte vom 25. Mai. bamü zugleich den Merdach anzulegen t etiDa 60—70 Otte zirka 25000 Seelen versehen zu können, .en noch das Projekt Provinz, QdnWen G, zv Wn genant die Dereimgnng von i von 57 Metern und jten ergibt, dir etwa itdj Tampsresem er- st wird sicherlich ter etterau sörderlich \a mc Triebkraft abgebtt man eine Aeguliem; jgung der sottgesediv Entsumpfung des g!' [ Nach alledem, was berg bekannt geworden für die imrtschaft ch ; und für die * ^eröschel. ____ ereilt Vertretern der Tabak- n Mannheim sklne chl-bmch« t'*‘ ■ ton »ectauftem ata ■s RäuferS lag«™6™ auf wert'*’ se( tmS«*" * baIi?brt iateüi iest'dav aba(uer? n fauii" und AL-- ■**»* > "S..» W.«S5 - Ä . UH0U Lob' »Sei* beweiskräftigem Material trat er den Behauptungen entgegen, daß vielleicht durch eine Steuer- und Zollerhöhung auch eine Erhöhung der Fabrikpreise ermöglicht werden könne. Eine solche Erhöhung könnte nur den Erfolg haben, daß ein starker Konsumrückgang mit sehr beträchtlichen Arbeiterentlassungen und großen Störungen der Industrie im Gefolge eintreten würde. Auf eine Diskussion des Vortrags wurde verzichtet. Geh. Kommerzienrat W. Landfried (Heidelberg) hielt sodann einen Vortrag über Tabakbau und die Versuche seiner Firma, durch geeignete Düngung und rationelle Be- Handlung der Tabakpflanzen vom Aussehen bis zur Ernte der Degeneration des deutschen Rohtabaks entgegenzuwirken. Syndikus Schloßmacher erstattete sodann Bericht über die Bestrebungen zur Einführung der völligen Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Er führte aus, daß die Einschränkungen der gewerblichen Tätigkeit an Sonn- und Feiertagen nicht weitergehen dürften, als auS religiösen Gründen und zur Bc- friedigung deS Ruhe- und Erholungsbedürfnisses der Angestellten erforderlich sei. In dieser Hinsicht sei die jetzige Regelung der Sonntagsruhe vollständig ausreichend, und weitergehende Bestrebungen mußten deshalb energisch zurück- gewiesen werden. 30. Deutscher Fleischertag. II. Nachdruck verboten. S. u. H. Hamburg, 11. Juni. Ter Fleischertog wurde heute eröffnet Der Bcrbondsvor- sitzende Marx (Frankfurt a. M.) wies aus die geschichtliche Entwicklung des Verbandes hin. Zweifellos herrsche zurzeit eine Erregung in Fleischerkreisen, da die Verhältnisse des Fleischergewerbes gerade nicht günstig seien. Zunächst behandelte man das Thema der V ie hwä h rs ch a ft. Dazu lag ein Antrag der Fleischerinnung zu Düsseldorf vor, worin gefordert wird, die Dauptmängelliste zu erweitern. Ter Verbandstag stellte fest, daß die wahlweise Freigabe einfinniger Rinder nicht geeignet ist, eine Besserung der Viehwährschaft für das Fleischergewerbe herbeizuführen. Ter Antrag gelangte einstimmig zur Annahme. Man beriet dann über die Versorgung Deutschlands mit Fletsch. Zu diesem Thema beantragt der Verein Unterelbe, den Bundesrat zu ersuchen, die Einfuhr von dänischem Schlachtvieh unter denselben Bedingungen zu gestatten, wie bei dem aus Oesterreich eingcführten, nämlich unter Wegfall der Quarantäne und der Tuberkulinimpsung bei sofortiger direkter lieber- Iteferung der Tiere nach öffentlichen Schlachthäusern mit Bahnanschluß und baldiger Abschlachtung. Bon den hessischen Vertretern wurde festgestellt, daß der Wertunterschied zwischen Fett und Fleisch bei Rindvieh und Schafen so bedeutend ist, daß als Schlachtgewicht dieser Tiere nur das reine Fleischgewicht gelten kann. Es müsse deshalb vor der Verwiegung mindestens das Nieren- und Schlußfett entfernt werden. Diese Verwiegungsweise werde eine Erhöhung des Einkaufspreises zur Folge haben. Tas Fleischergewerbe Ijabc aber allen Grund, dafür zu sorgen, daß die tatsächlichen Einkausspreise für Fleisch zum Ansatz kommen, da Einkaufs- und Verkaufspreise fortwährend durch die Bevölkerung kontrolliert werden. Tic Vertreter Bayerns drängten auf Erledigung der Frage des Lebendgewichthandels und des Schlußscheinzwanges. Zugleich sprächen sie die Hoffnung aus, daß den dauernden Neufordernngen der landwirtschaftlichen Vertreter, die ohne Rücksicht auf die allgemeinen Interessen nur einseitig auf ihr Wohl bedacht sind, auch endlich einmal Halt geboten werde. Ter neue Zolltarif habe den Landwirten bereits soviel Vorteil gebracht, daß man nun auch der anderen Stände gedenken müsse. Von schlesischen Vertretern wurde gefordert, daß Kälber unter 14 Tagen Lebensdauer von Tomänen und Landwirten nicht berfauft werden dürfen. Ferner verlangte man eine Herabsetzung des enormen Einfuhrzolls für Schweine aus Rußland und eine Verlängerung der Transportstunden für Vieh im schlesischen Grenzbezirk. Tie Frage der Fleischversorgung rief eine eingehende Debatte hervor. Von verschiedenen Seiten wurde der Anttag unterstützt: Die setzt geforderte Quarantäne und Tuberkulinimpfung sei gan- zwecklos. Die Zahl der Tiere, die auf Tuberknlinimpfung reagierten, sei sehr gering, weil in Dänemark eine Vorimpfung stattfindet und die Lymphe and Deutschland bezogen wird. Die Regierung müsse von diesen Tatsachen Kenntnis hohen, denn sie habe Sachverständige nach Dänemark zur Information gesandt. Auch die Quarantäne sei überflüssig und wegen des Gewichtsverlustes höchst schädlich. Das Leder verliere 10 Prozent an Gewicht und an den Tieren gingen 15 Pfund verloren. Das sei der Gvund der hohen Fleischpreise. Tie Fleischer hätten nur einen Gewinn von 1—6 %0. Den Vorteil habe die Regierung, weil sie 13 Prozent vom Pfund als Zoll nimmt. — Der Antrag betreffs Einfuhr von dänischem Schlachtvieh unter Fortfall der Quarantäne und der Tuberkulin- impfung gelangte dann einstimmig zur Annahme. Man ging bann zur Beratung der hessischen Anträge über, die als Schlachtgewicht beiRindvieh undS ch a f e n nur das reine Fleischgewicht gelten lassen wollen und die vor der Verwiegung mindestens die Beseitigung des Schluß- und Nierensettes verlangt. Tie Mehrheit stimmte schließlich dem Anträge z u. Auch die anderen Anträge bett. Lebendgewicht- Handlung und Schlußscheinzwang und diejenigen, die Petitionen zur Herabsetzung des Schweinezolls in Rußland verlangen, werden dem Vorstand als Material überwiesen. Eine längere Debatte entspann sich noch über die Verhältnisse der Angestellten im Fle i s ch e r g e w e r b e. Es wurde oorgeschlagen,.>iim ganzen Reiche eine durchgehende Verkaufszeit lan Sonn- und Festtagen zur Durchführung zu bringen. Bisher waren die Innungen stets bestrebt mit Rücksicht auf die Verlürzung der Arbeitszeit der Gesellen die den Schluß der Verkaufszeit an Sonn- und Festtagen zu früherer Stunde durchzu- sühren. Diesem Bestreben steht aber die Tatsache entgegen, daß tn den meisten Bundesstaaten das Offenhalten der Läden wegen des Hauptgottesdienstes unterbrochen werden muß. Auch über diesen Punkt sollen nähere Erhebungen angestellt werden. Schlachthaus- und Kommuualabgabcugesetz. Zu diesem Thema war von Hessen-Nassau, Thüringen, Hanrwver, Schlesien uno Württemberg der Antrag gestellt worden, geeignete Schritte zu tun, daß der § 11 des^Kommunalabgabengesetzes dahin abgeändert wird, daß die Schlachthöfe gesetzlich als dem allgemeinen sanitären Interesse und der Förderung der Volksgesundheit dienende Wohlfahrlseinrichtungen angeiehen werden, und demzufolge die Kosten ihrer Errichtung und ihrer Erhaltung den Kommunen zur Last fallen. Ferner wurde der Verbandsvorstand beauftragt, mit allen Mitteln den Bestrebungen der Stadtverwaltungen entgegenzutreten, daß der im Zolltarif auf das Jahr 1910 festgelegte Termin des Verbots der Erhebung von städtischen Abgaben auf Fleisch und Brot über diesen Zeitpunkt verlängert wird. — Die Frage rief eine lebhafte Diskussion hervor. Taraufhin gelangte der Anttag einllimmig zur Annahme. Es gelangte dann ein schlesischer Antrag zur Beratung, der über das Hausrecht der Schlachthoftierärzte und Direktoren eine generelle Bestimmung verlangt. Der Antrag wird dem Verbandsvorstande als Material überwiesen. Er soll die nötigen Schritte bei den Behörden in die Wege leiten. — Ein Antrag Sachsen-Anhalt fordert die Durchführung eines Prozesses auf Verbandskasten, um die Frage zu Hären, ob für die Revision von privaten Schlachthäusern von den Kreis- und Tepartementstierärzten Gebühren erhoben werden dürfen. — Der Antrag gelangt zur Einnahme. Es kommt dann die Frage der Vergebung von Militärfleischlieseruugen zur Behandlung. Dazu liegt ein gemeinsamer Anttag Köln, Sachfeii-Anhalt, Ostpreußen, Westfalen und Lippe vor, der fordert, der Verband möge auf eine strengere Innehaltung der Lie- serupgsbLdingungen tzvffichllich der Qualifikation her Bewerber und auf eine Anänderung der Bedingungen in dem Sinne bin- wirken, daß die Fleifckvergebung in größeren Garnisonen wieder bataillons- bezw abteilungsweise erfolgt, damit auch kleineren Geschäftsleuten Gelegenheit geboten wird, sich daran zu beteiligen. Ter Antrag sand nach längeren Auseinandersetzungen Annahme. Es wurde dabei betont, daß es nur der Billigkeit entspräche, wenn in größeren Garnisonen die Vergebung nicht an eine, einzelne, oder zwei drei Personen erfolgt, sondern an 20—30. Tas jetzige System der Vergebung der Lieferungen an einen einzigen Unternehmer werde nur aus Begucmlichteit für die Burcaukratie begünstigt, die bei mehreren Abschlüssen freilich ein größeres Ar- beiksauantum zu erledigen habe. Im Interesse der Militärverwaltung liege es aber, die Lieferungen zu monopolisieren, denn dadurch wurde die Güte unzweifelhaft beeinffußt. Es wäre viel vorteilhafter, mehreren lleinen Unternehmern den Verdienst zukommen zu lassen, als einem Grvßschlächter. Man schritt dann zur Abstimmung über eine Resolution zur Frage der Fleischversorgung. Tarin heißt es: der deutsche Fleischerverband stellt fest, daß die Lage des Marktes für große Kalber und Hammel noch Teilte wesentliche Aenderung erfahren hat. Tic Preise sind in der alten Höhe geblieben die Preise für Schweine sind zwar zurückgegangen und der Fleischertag erkennt an,, daß die Bestrebungen der Landwirtschaft, für Schweinefleisch zu sorgen, Erfolg gehabt haben. Die Landwirtschaft und die Fleischer, sowie die Bevölkerung haben das größte Interesse daran, daß die Erfolge nicht vorübergehend sind und bei allen Viehgattungen stabil werden. Zeitweise trugen die Landwirte sich mit dem Gedanken, die Schweineproduttion als unrentabel einzuschränken. Der Fleischerverband erwartet, daß sie sich wieder eingedenk bleiben, daß auch die Fleischer schwere Lasten zu tragen haben. Ter Fleischertag weist entschiden die Vorwürfe zurück, daß die Viehpreise mit den Einkaufspreisen nicht in Zusammenhang gestanden haben. Er wird sich stets bemühen, Vieh- und Fleischpreise in Einllang zu bringen, um für das Wohl der Bevölkerung in guter Weise zu sorgen. Tie Resolution gelangte unter lebhaftem Beifall zur Annahme. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen verhandelte man das Nahrungsmittel-undFleischbeschaitgesetz. Ein Anttag Sachsen-Anhalt will festgelegt wissen, daß die Beamten der Polizeibehörden nicht berechtigt sind, Hntersuchungsproben selbst zu entnehmen, sondern daß sie sich diese verabfolgen lassen müssen. Die Proben sollen nicht wie bisher in Pergamentpapier sondern in numerierten Büchsen untergebracht werden. Auch soll für sie der ortsübliche Preis gezahlt werden. Das Resultat der Untersuchung ist bem Besitzer innerhalb acht Tagen mitzuteilen. Nach längerer Aussprache werden die Anttäge als Material dem Vorstande überwiesen. Ein schlesisch-hessischer Antrag fordert den Vev- bandsvorstand auf, dahin zu wirken, daß die Kosten der Fleischbeschau als einer der Erhaltung der Volksgesundheit und damit dem öffentlichen allgemeinen Wohle dienenden, durch Reichsgesetz geschaffenen Einrichtung vom Reiche geteagen werden. Ter Anttag entfesselte eine lebhafte Aussprache. Durch das Fleischbeschaugesetz werde den Fleischern eine schwere Last auferlegt, und zwar eine Last von 30 Millionen jährlich. Dazu kämen noch 36 Millionen durch die Minderwertigkeitserklärnng, fodaß die Fleischer also jährlich im ganzen 66 Millionen Sondersteuern aufzubringen haben. Tas Jnlandsfleisch fei gegenüber dein Auslandsfleisch zu sehr belastet. Daher müsse die Negierung die Kvsten der Fleischbeschau tragen. Ter jetzt bestehenden Ungerechtigkeit, daß die Fleischer die Kvsten ttagen, müßte ein Ende gemacht werden. Von verschiedenen Setten wurden gegen die Durchführbarkeit dieses Antrages Bedenken erhoben. Man wurde nicht recht einig, ob man dem Staat oder der Kvmmune die Kosten der Fleischbeschau 'aufbürden solle. Schließlich "nahm man den Antrag an und gab deim Vorstands anheim, Erhebungen darüber anzustellen, ob der Staat oder die Stadtgemeinde die Kvsten ttagen solle. — Ein bayerischer Anttag, wonach an Grenzstädten nur da Fleisch eingeführt werden darf, wo ein wirkliches Bedürfnis vorhanden ist, wurde von der Beratung zurückgestellt, da er ft der Erfolg einer diesbezüglichen Eingabe abgewartet werden soll. Tar.auf wurden die Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Hamburg', 12. Juni. Ter erste internationale Fleischerkongreß faßte nach Längeren Ausführungen deutscher und ausländischer Delegierter über die das Fleischergewerbe angehenden Fragen den Beschluß, alljährlich in verschiedenen Ländern einen Internationa len Fleischer ko ngreß abzuhalten. Tie Leitung der Geschäfte bleibt in den Händen des deutschen Verbandes. Es- gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher der Kongreß u. a. sich aus- f strickt für die Einführung der allgemeinen Fleischbeschau in allen Ländern (da diese Maßnahme lediglich im Interesse der Konsumenten getroffen wurde, sollen die Kosten aus öffentlichen Mitteln bestritten werden-, für den Erlaß von Vieheinfuhrverboten lediglich bei vorliegenden triftigen veterinären Gründen, für strenge Bekämpfung der Viehseuchen, eventuell sogar Entschädigung, für internationale Regelung der Wanderbücher, sowie für Einsetzung eines internationalen Komitees zur Verfolgung der internationalen gewerblichen Angelegenheiten. Tas Komitee soll aus den jeweiligen Verbandspräsi- denten der einezlnen Länder oder deren Stellvertreter bestehen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 11. Juni. Tierquälerei. Dem Landwirt G. R. III. von Heldenbergen ging wegen Tierquälerei ein Strafbefehl über 60 Mk. zu, gegen den er Widerspruch erhob. Nach den Feststellungen des Schöffengerichts, das die Strafe auf 20 Mk. herabsetzte, hat der Ange- riagte den Hund seines Nachbars, mit dem er ans seindseligem Fuße lebt, mit einer Mistgabel geschlagen und ihn getreten, sodaß er mit gebrochenem Hinterbein, schreiend und hinkend, den Hof verließ. Der Angeklagte focht das Urteil an und bestritt, sich an dem Hund vergriffen zu haben: er sucht die Anzeige gegen ihn auf einen Racheakt des Nachbars zurückzuführen. Den Hund habe er zwar in seiner Hofreite gesehen, dieser habe aber eine Katze über einen Steinhaufen hin verfolgt und muß hierbei mit dem Bein unter einen Stein geraten fein und sich so die Verletzung zugezogen haben. Nach dem Gutachten des als Sachverständigen vernommenen Tierarztes, der den Hund als unheilbar bezeichnete, ist es nicht ausgeschlossen, daß das Tier sich die Verletzung auf solche Art zugezogen hat, wenn es auch unwahrscheinlich ist. Ta Augenzeugen nicht zugegen waren, hielt das Gericht den Beweis nicht für ausreichend, weshalb es zum Freit' p r u ch gelangte. Erpressung. In den Jahren 1898—1900 stand die jetzige Ehefrau des Fabrikarbeiters K. E. von Ober-Seibertenrod bei einem Landwirt zu Stumpertenrod im Dienst, den sie wegen der zu erwartenden Niederkunft aufgeben mußte. Ihren Zustand führte sie auf den Verkehr mit ihrem Dienstherrn zurück, der sich auch zur Zahlung einer Abfindungssumme verstand, ohne jedoch die Vaterschaft anzuerkennen. Die Sache war ihm, mit Rücksicht auf feine Familie, äußerst peinlich, weshalb er um Verschwiegenheit bat, und bei Auszahlung des Geldes 100 Mk. mehr als vereinbart war, zahlte. Bei Regelung der Angelegenheit zog er einen Handelsmann von Ulrichstein als Verttauensmann zu. Die günstige Vermögenslage des Landwirts und die Furcht vor der Bloßstellung und der Zerstörung des ehelichen Friedens durch das Bekanntwerden, wußte die nunmehrige Angeklagte auszunutzen. Sie schrieb schon im Jahre 1901 einen Brief an den Mann, in dem sie ihm mit Veröffentlichung drohte, wenn er ihr nicht alsbald 200 Mk. schicke. Dieser Brief ging mit einem Randvermerk, daß der Betrag ausbezahlt werden möge, an den Vertrauensmann, welcher sich eine Quittung mit der Versicherung, daß wettere Ansprüche nicht mehr gemacht werden, ausstellen ließ. Es dauerte jedoch nicht lange, so erhielt der Mann einen wetteren Bries, daß noch 1000 Mk. verlangt würden, wenn diese bezahlt wären, so würde kein Anspruch mehr geltend gemacht werden. Ter Bries ging ebenfalls mit dem Auftrag der ratenweifen Zahlung an den Vertrauensmann, der nun aber einen förmlichen Schwur, dgß weiter nichts mehr beMsprucht ttfrte« in die Qulttuna auf?. nahm. AlS später wieder ein Bries einlangte, nach welchen^ nimmermehr etwas verlangt werde, wenn noch 700 Mk. bezahlt würden, ging der Brief mit dem nämlicken Auftrag an den Vn> trauen-imann. Tiefer, beim Lesen des 139. Psalms gestört, nahm- nun die richterliche Eidesformel in die Quittung auf, daß dicS nunmehr der Rest sei, was beansprucht werde. Trotzdem die Angellagte auf die Strafbarkeit ihres Treibens aufmerksam ge*. mackt wurde, verlangte und erhielt sie von dem der Verzweiflung nahen Landwirt noch weitere Beträge bis zu Anfang dieses Jahres die sich auf 4500 Mk. beliefen. Durch die eidliche Vernehmung des Handelsmanns in einer andern Angelegenheit, kam daS Treiben der Angeklagten zur Kenntnis des Gerichts, das die Unter* suchung veranlaßte. Von dem Gelde hat sie nichts im Interesse des Kindes verwendet, sie mußte vielmehr von dem Vormundschaftsgericht wegen Pfticktwidrigkeiten als Vormünderin ent- lchsen werden. Nach ihren Angaben hat sic von einer Freundin/ die in den nämlichen Umständen war wie sie, gehört, daß sich die Alimente nach den Vermögensverhältnissen des KindesvaterS richten; diese habe von dem Vater ihr cd Kindes, der nicht sy viel Vermögen besitze, wie der ihres Kindes, 5000 Mk. erhalten. Sie habe deshalb angenommen, sie dürfet s oviel Geld verlangen. Es bestand jedoch kein Zweifel, daß sie sich der Rechtswidrigkeit ihres Tuns bewußt war. Das Gericht erkannte wegen Erpressung auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Sittlichkeitövcrgchen. Gegen den jugendlichen Svenglergssellen H. F. K. von Warendorf wurde unter Ausschluß der Oefienllichkeit wegen Sittlichkeilsverbrechen verhandelt. "Nach dem öffentlich verkündeten Urteil hat er zu Bad-Nauheim, wo er in Arbeit stand, sich an einem sechsjährigen Mädchen vergangen, wofür er IQ Monate Gefängnis erhielt. Teure „goldene" Ketten. In der Osterzeit hatten tinigv Nepper ihr Arbeitsfeld in bü hiesige Gegend verlegt. Sie nutzten die Leichtgläubigkeit und dis Unkenntnis einer Anzahl von Wirtshausbesuchern hier und irt Klein-Linden dadurch ans, daß der eine seine Uhrkette unter dem Vorwande, er fei in Geldverlegenheit, zum Verkauf anbot, indem er weiter angab, er müsse sich Geld zur Reise verschaffen, die Kette fei ein teures Andenken, von dem er sich ungern trenne, die Not treibe ihn aber dazu. Dabei wies cti. auf das Fabrikzeichen seiner Fünfzigpfennigkette und bezeichnete dieses, als den für die Echtheit bürgenden stempel. Während der eine der Begleiter sich darüber enttüstete, daß dieser die Kette für einige Mark länbiete, da sie doch einen sehr hohen Wert repräsentiere, stellte sich der dritte, als kenne er die beiden nicht, und machte die passenden Bemerkungen dazu. Aus diese Art und Weise vertrieben^ sie eine größere Anzahl der Ketten, für die sie vier Mark das Stück und noch mehr erhielten. Als aber der eine vor einer Wirtschaft seine Kelte verkauft hatte und dann ein« trat, um eine weitere zum Verkauf anzubieten, schöpfte man Verdacht und benachrichtigte die Polizei, welche zwei der Gauner, die sich unter falschen Namen in die Fremdenbüch.'r eingetragen hatten, festnahmen und die sich dann als die Händler L. H. au3 Speicher b. Trier und P. B. von Elberseld entpuppten, während es dem dritten gelang, zu entkommen. Beide sind wiederholt: vorbestraft, insbesondere ist B. wegen den nämlichen Handlungen mehrfach verurteilt worden. Das Gericht verurteilte fie zu je einem Jahr Gefängnis und fünfjährigem Ehrverlust. Die Hertomersahrt. VIL Frankfurt a. M., 12. Juni. . Tie offizielle ©iegerlifte der Herkoiner-Konkurrenz weift; folgende Namen auf: a) Herkomer-Fahrt: 1. Edgar Ladenburg- München auf Benz, 2. Hans Aschoff-Aachen (Metallurgigue), 3. Heinrich Opel- Rüsselsheim (Opel), 4. Hermann Weingand-Düsseldorf (Mercedes), 5. Karl Neumaier-Mannheim (Benz), 6. August Schmierer^ Feuerbach (Adler), 7. Richard Benz-Mannheim (Benz). b) Forstenrieder Park-Rennen: 1. Hermann Weingand- Düsseldorf (Mercedes), 2. Edgar Ladenburg-München (Benz),, 3. Heinrich Opel-Rüsselsheim (Opel). c) Kesselberg-Rennen: 1. Hans Ascho ff-Aachen (Metal-« hirgtque), 2. Richard Spitzner-Frankfurt a. M. (Benz), 3. Gustav Schürmann-Eisenach (Dixi). d) Schönheitskonkurrenz: 1. E. F. Gutschow - Dresden (Mercedes), 2. Eugen v. Baruch-Budapest (Gobron-Krillie), 3. Hermann Otto Mühlberg-Loschwitz (Benz), 4. Paul Lehmann-Zeuthen i. M. (Jtala). Die offizielle Preisverteilung findet am Donnerstag abcn$ beim Festdiner im Frankfurter Hof statt. * Kleine Tageschronik In Duisburg wurden zwei junge Mädchen, Töchter wohlhabender Eltern, als Kirchendiebinnen sestgenoinmen, die seit längerer Zeit in zahlreichen Kirchen der Umgegend die Opferstöcke erbrochen hatten. In ihrem Besitz wurden 28 Nachschlüssel gesunden. — Zwei Touristen wollten von Admond aus über die Kaiserane nach Johusbach wandern, verfehlten aber den Weg und kamen aus das gefährliche Terrain der Felsschroffen des 2247 Meter hohen Reichensteins, wo sie zuletzt weder vor- noch rückwärts konnten. Am ganzen Körper geschunden, verbrachten sie 48 Stunden ohne Nahrung und Wasser an dieser Stelle. Endlich schleppte sich der eine Tourist im Mute der 23er-. zweiflung nach Johusbach. Eine abgesandte Expedition brachte auch seine Gefährten in Sicherheit. Beide erlitten zahlreiche äußere Verletzungen. — Während eines heftigen, mit wolkenbruchartigem Regen verbundenen Gewitters schlug der Blitz zweimal im Stadtgebiet München ein. Ein Anwesen in dem Stadtteil Giesing brannte vollständig nieder. Bei einem anderen wurde der Dach- stuhl zerstört. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitg< und Industi Frankfurter Hör* 3M°/o Reichsanleihe . . 93.60 3% do. . . 83.70 3>£°/e Konsols .... 93.75 3% do. . « . . 83.60 Hessen . . . — — 3>j°/0 Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 98 50 4*/6 % Oesterr. bilberrente 98 90 4% Ungar. Goldrente . . 93.85 4Italien. Rente . . . 103.40 3% Portugiesen Serie I . 66 30 3% Portugiesen „ III 67.15 4% °/e russ.Staatsanl. 1905 90 30 4)j°,0 Japan. Staatsanleihe 92.25 4% Conv. Türken von 1903 93.70 Türkenlose ... . . 135.60 4% Griech. 3IonopoI-Aul. —.— 4% äussere Argentinier 83.70 3°/0 Mexikaner . . —•— 4>$°/0 Chinesen .... 96.40 Aktien: Bochum Guss..... 220.50 Buderus E. W ... —.— Tendenz: fest. Berliner Börse, I Canada E. B......167.30 Darmstädter Bank . . . 127.90 Deutsche Bank .... 220.25 Dortmunder-Union C. . . 72.20 Dresdner Bank ... 136.20 Tendenz: test Kursberichte teilt von der Bank für Hande) io, Glessen. e 13. Juni, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 115.40 Elektriz. ^chuckert . . . 103.00 Eschweiler Bergwerk . . 220.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 130.30 Harpener Bergwerk. . . 201.00 Laurauüttti...... 223.00 Mordd. Lloyd . ... 116.20 Obeischles. Eisen-Industrie 101.50 Berliner Handelsges . . 142.00 Darmstädter Bann. 127.50 Deutsche Bank . . . 220.30 Deutsch-Asiat Bank . . 150.00 Diskonto-Kominanait. . . 166.20 Dresdner Bank . . . 135.80 Kreditaktien..... 202.20 Baltimore- und Ohio- Eiseutaim . . . 92.90 Gotthard bahn . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 26.90 Uesterr. Staats bahn . . . 142.70 Pnnce-Heuri-Eiseuuahn . 128.50 ). Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 200.30 Laurahütte .... 222.20 Lombarden E. B. ... 27.00 Nordd. Lloyd.....—.—- l iirkenlose . ... 135.00 Nach Schluß der Redaktion eingetroffen. Offenbach, 13. Znni. Die Versammlung der streikenden Metallarbeiter erklärten den Streik, welcher bekanntlich m Aussperrung sämtlicher Arbeiter sühtte, für beendet. 8918 Anfang präcis 8 Uhr. Eintritt 75 Pfg. Heimat unter Leitung ihres Musikdirektors Herrn C. Krausse Kolosseum Giessen (früher Cat6 Leib, Walltorstraese). Feinstes Spezialitäten -Theater sa Täglich abends 8 Uhr grQsse Vorstellung m Heute Donnerstag,xtön 13. Juni Wiederholung des glänzendenProgramms Samstag, den 15. Juni, nachmittags von 4—‘/,6 Uhr Kindervorstellung Abends: Grosser Abschieds- und Ehrenabend für das gesamte Künstler-Personal. Sonntag, den 16. Juni vollständig neues Programm. Telephon 644. — Es ladet ergeb en st ein [04222 Direktion Albert Rappmann. la weiße Kernseife bei 5 Psd. 29 Pf., bei 10 Pfd. 28V, M- la gelbe Kernseife bei 5 Pfd. 28 Pf., bei 10 Pfd. 27 V, Pf. Jakob Maternus E^e Minik u. Frankfurter Str. Telephon 837. Düüü K 36/06 B «•/• Donnerstag, den 20. Juni 1907, nachmittags 8 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dein Namen des Julius Nuckstuhl und Ehefrau geb. .nlaas u. Abraham Fröhlich und Ehefrau geb Adler stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 8/13,5 = 247 qm Grasgarlen hinter dem Steeg, zwischen der Chaussee u. dem Mittelweg 8/13,2 = 9310 qm Acker daselbst 8/14,4 = 221 qm Hofreite daselbst 8/15,8 = 381 qm Grasgarten das. zwecks Auseinandersetzung des gemeinschaftlich. Eigentums öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimatbehörde Herr. ihrerZahlungssähig- keit auszuwcisen. Gießen, 15. Mai 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. fßr. * , bim W*11c, Mi viermal Ta, beigeleg K 31/07 B 18/} Tomicrstag, den 27. Juni 1907, nachmittags 3 Ubr werden auf hiesigem Orrsgericht die vor dem Adamen des Joh. Hch. Carls und Ehefrau Elise, geb. Hell, stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 5/201,1 ” 149 qm Hofraite im Günthersgraben 5/201« — 110 qm Grabgarten das. 5/201,7 — 136 qm Grabgarten das. 5/201« = 151 qm Hofreite daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimals- behördestiber ihre Zahlungsfähig» feit auszuweisen. Gießen, den 15. Mai 1907. Großherzogl. Ortögericht Gießen. Gros. Refarm-Schürzen vorzügliche Qualität [an/e Stück L25, L50, 2.00 Blusen Waschstoff gestreift 1.25 Mull mit Stickerei 2.00, 3.00 Seidenbattist m. Einsätzen 3.50 bis 6.00 A. Salomon! Cie. Neuer Saalbau früher Steins Garten. Donnerstag den 13. Juni 2 les Abonnements-Konzert ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Regts. 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Auswärtige Bieter haben chre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen. Gießen, den 5. Juni 1907. Großherzogliches Ortsgericht. I. B.: Keller. ' SS"/, 61 ».»* *sssjSB Vor der augenblicklich s list'scher und ul 6$ handelt M „.elklcnburgischei Tatsachen, die sind, geben ein Lieferanten >hc Echlechtesie gern sitzen, die schä Leffcntlichkeit ur Wir wollet wurst gehackt wi Anstalt geliefert: werten Irren ar haben da lieblick faiche widemart Lieferant strich a finde in den so foü man aber sagen, der beharr HoWchtermeis einen Grad schle Sachsenberg geli gewesen sein im 63 entsteht au Lualitüt der sii ein bedeutendes sirr ausgeschlossi für den Konsnn hat. Für unji stammenden Vc gut genug sein sollte erst recht körperlich und leicht kann aber demir führen, \ vvn Mrchrr ivorsen werden wie schnell hi nietet sein, i wachen verpfl Hoffnung ina Gewisse,stoffgü immer dahing Nheinlande ein lachen zutage f der Fabrikation und Schmutzes spöttele. Und i ähnliche Feststell beredjtigt erschein nasenren nicht c "llenthalben 0.. Man denke ^ceferungen. g batübcc «hoben S an die ft stloft eine Lien- ®Mifätbet)örten Sass Gießen, den 13. Juni 1907. 3933 Heuchelheim, den 13. Juni 1907. 3942 Die Beerdigung findet Freitag nachm. 6 Uhr statt. Todes-Anzeige. Schmerzerfüllt teilen wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit, daß es Gott gefallen hat, unser innigstgeliebteS Söhnchen, Brüderchen und Enkelchen Jakob Ludwig im zarten Alter von 5 Wochen, gestern abend 81/, Uhr, plötzlich zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Jakob Hengst jr. mrv Iran Emma geb. Noll Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mtteilung, daß unsere liebe Tochter, Schwester und Enkeln Ida Kreiling im Mter von 4 Monaten nach kurzem Leiden sanft eiti- schlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Kreiling und Niebch Braubach. nervöse Krankheiten. Somme r. die Besten! KÄÄwÄ"41110 bCiro-15 ** Georg Wallenfels, Marktplatz 21, Telephon 46 Arbeitsvergebung. Die bei dem Neubau der Konzerthalle für Pad-Nauheim vorkommenden Eisenkonstruktionen (Stützen und Dachkonstruktion) zusaminen 78000 kg werden hierdurch auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. D>e Verdmgungsunterlagen liegen bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. Die Angebote sind vcrschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermm, dem 2. Juli 1907, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Die Eröffnung erfolgt im Beisein etwa erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Bad-Nauhenn, den 12. Juni 1907. B18/e Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim. Jost- Vergebung. Für die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen soll die Lieferung von a. Heizmaterialien: 1. ca. 7000 Zentner Hüttenkoks 2. ca. 800 Zentner Nußkohlen b. Bett-, Leib- und Tischwäsche auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen von 4 bis 6 Uhr nachmittags auf dem Verwaltungsbureau zur Einsicht offen. Angebote sind verschlossen unb mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffniingstermin: Freitag, den 28. Juni a. c., vormittags 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag bezügl. der Heizmaterialien erfolgt alsbald nach den stattgehabten Proben, derjenige bezügl. der Wäschestücke bis zum 8. Juli 1907. Gießen, den 10. Juni 1907. Die Großhcrzogliche Direktion 'der Klinik für psychische und Vrrgekkg non KlmOßembeiteu. Die Kleinpflasterarbeiten für die Befestigung der Bruch- ftraße sollen Donnerstag, den 20. ds. Mts., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitöbeschreibungen u. Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt verschlossen und nut entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzuretchen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 12 Juni 1907. Städtisches Tiefbauamt. Bekanntmachung. Diejenigen Steigerer von Breun- und Nutzholz aus den Waldungen der Stadt Gießen, welche mit der Absuhr von Holz noch rückständig sind, werden hiertnit aufgeiordert, für die Abfuhr des Holzes spätestens bis Ende d. Mts. Sorge zu tragen, andernfalls gegen sie jorstgerichtliche Anzeige erfolgt. Gießen, den 10. Juni 1907. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. ES suchen Arbeit: B“/« 2 Friseure, 1 Kutscher, 1 Schlaffer, 1 Packer oder Ausläufer, drei Installateure, 1 Verkäufer, 3 Auölaufer, 8 Erdarbeiter, 1 Tapezier, 1 Dienstmädchen oder Kindermädchen, 5 Lauffrauen, drei Bureaugehilsen 2 Hausburschen, 2 Fabrburschen, 1 Fuhrknecht, 1 Wärter, 1 Anstreicher, 1 Kaufmann lleichte Beschäftigung). Lehrlinge: 1 Mechaniker, 1 Schreiber. SMWer MeitsmlhMis Gieße». Gartenftraste 2, Zimmer 2. Es kSnueu eiugeftellt werden: 8 Ziegelfahrer, 5 Ztegelarbciter, 1 Schnned, 3 Bauschloffer, zwei Kanalarbeiter, 2 Sattler lauswärts), 1 Glaser i auswärts), 1 Wagner l auswärts), 1 Tapezier, 1 Holzdreher s auswärts), 1 Schneider lauswärts), 10 Schreiner, 2 Flickfrauen, 2 Putzfrauen, 1 Buchbinder, 3 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Wärterin, 2 Wärter, 1 Faürbursche lfür einen Arzt), 1 Zeitungölrägerin, 2 jüngere Hausburschen, 6 Lausfrauen, 1 Kutscher, 5 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Jnilallateur, 1 Friseur, 1 Schreiber, 1 Glaser, 1 Mechaniker, 1 Schreiner. , .Die Weißbinder-, Dachdecker-, Sveugler- und Glaserarbetten für die Unterhaltung des Hauses Frmttsurter Straße 63 sollen Mittwoch, den 19. 3uni d. I., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeilsbeschreibung und Bedingungen liegen bei unS zur Einsicht der Jmeresfemen offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. ZuschlagSfrtst 14 Tage. B‘% Gießen, den 11. Juni 1907. Städtisches Ho^bauamt: Gießen, den 10. Juni 1907. Bezirkssparkaffe Gießen. Doering. 2 GW. Wir haben die Absicht, dem Beispiel anderer Sparkassen zu folgen und die s. g. „Heimsparbüchsen" oder „Haussparkaffen" wie sie auch genannt werden, bei unserer Kaffe einzuführeu und möchten zunächst feststellen, ob und auf welche Beteiligung gerechnet werden kann. Deshalb richten wir, unter Hinweis auf den in heutiger Nummer dieses Blattes enthaltenen aufklärcnden Artikel über diese Neuerung, an die Bewohner des Sparkassebczirks die Bitte, uns baldmöglichst mündlich oder schriftlich mitzuteilen, wer geneigt ist, eine Heimsparkasse in Gebrauch zu nehmen. — Wegen des Zeupunkts der Einführung derselben und aller weiteren Bcstilnniungen wird nach erfolgter Beschlußfassung der Organe iinserer Scaffe die nötige Bekanntmachung demnächst ergehen. Versicherung von Eisen-, Blech-, Emile- und Schmreu etc. Im Auftrage des Herrn Konkursverwalters Löbermann zu Gietzen werden Samstag, den 15. Juni 1997, vormittags 10 Ubr ansangend, die zur Kortturomasse des Karl Schäfer zu Lollar gehörigen Warenvorräte als: Eiscnwaren: Werkzeuge aller Arten, Sägen, Feilen, Hämmer, Hobeleisen, 1000 kg Drahtstifte, Zangen, Bohrer, Beile, Aexte, Lürbcscbläge, nämlich Fischbande,Langband,Einsteckschlösser,Kastenschlösser, Borhangschlösser, Drücker, Haus- und 5rüchengcrätschaften, Gustwareu: Tövse, Bräter, Pfannen, Kohlenkaslen, Riemeiischeiben, Schwungräder, Bau- und Handelsguß, Blech- und Emaillcwarcn, Spaten, Schippen, llcech n, Mobelverzierungen: Knöpfe, Aufsätze, Stollen, Füße und vieles andere, alles neu, versteigert: Bcrftttgerungslokal: Alte Post, Walltorjtraße 24. Herr Löbermann erteilt gerne vorher Auskunft. 3940 Die Versteigerung findet bestimmt statt. Geißler, Gerichtsvollzieher. I stens 3 : zuteilen. in der Zeit vom 25. Mai bis einschließlich 16. Juni 1907. Besuchszeit von 10 bis 5 Uhr. Werden besondere Führungen und Besuchszeiten gewünscht, dann wird empfohlen, dies minde- ' Tage vorher Großh. Kreisgesundhettsamt Gießen mit- x*r Eintritt frei: 3333 b,nnr^.T7r-7iTTw»MnuiM »mMBaacMm Tubes-teußose Aussteifung in der Turnhalle der Stadtknabenfchule (Nordanlage 8) zu Gießen Ich bringe hiermit zur gest. Kenntnis, daß ich meine Sirttttei im« angelegt habe und empfehle mich zur Anlegung von Grabstätten auf dem alten und neuen Friedhöfe bei guter Bedienung. 3829 Mäusburg 15. FHedricb Ussh £etep&on 3871 Marburger Strasse Bestellungen zeitig erbeten. Jlluminatlons-Lämpchen werden zum Universitätsfest geliefert, auch alte frisch gefüllt. Gebrüder Kaufmann, Seifenfabrik Emil Funcke, W Niedenau 25 ZimmertürenfabriK s Grosses Lager fertiger Türen, Futter, Bekleidungen, Kehlleisten etc. Gewerbebank zu Giessen e. G. m. u. H. In der ausserordentlichen Generalversammlung unserer Bank vom 14. Mai er. wurde der Beschluss gefasst, den Betrag des Geschäftsanteil® von Mk. 500.— auf Mk. 1000.— zu erhöhen. Wie bisher wird die entfallende Dividende auch auf die Geschäftsguthaben von mindestens Mk. 500.— in bar ausgezahlt und bleibt es dem freien Ermessen der Mitglieder überlassen, das Geschäftsguthaben über den Betrag von Mk. 500.— hinaus bis zum festgesetzten Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 1000.— zu ergänzen. Indem wir diesen Beschluss zur allgemeinen Kenntnis unserer Mitglieder bringen, bemerken wir noch, dass Vollcinzahlungen der Geschäftsanteile, die noch vor dem 1. Juli er. an unserer Kasse geleistet werden, ausnahmsweise schon an der diesjährigen Dividende und zwar vom 1. Juli er. ab teilnehmen« Giessen, 21. Mai 1907. Der Vorstand der Gewerbebank zu Giessen. Loos. Walther» Moeser, gibt u_.hält blendend, weisse Wäsche Henkels Bleich SM sein