Nr. 11 scheint IL-Nch mit Ausnahme des Sonntags. Die „»leheuer ZamiUeadlLltrr" werden dem ,s21nieifler' viermal wöchentlich beigelegt, das '.Krtublatl für den KrtU Lietzen" zivctnlal wöchentlich. Ter „hefstjcht Landwirt" erlernt monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Drühlfcherr UnwersuätS - Buch- und Kteinbrrickerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Scfiul- ftraue 7. Expedition und Verlag: bl. Redaktioni^sS 112. Tel.-2ldru AnzeigerGteßen. Zweites Blatt 157. Jahrgang Montag 14. Januar 1807 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhessen 5le veulige Dummer umfatzt 10 Setten. schrieben: Nachdem eS der freisinnigen Partei deS Wahl- 'kreises iZnedberg-Büduigen gelungert ist, in Herrn Oberlehrer - r. L. ' v. _ - - . . f. — X . fr fKl AtdV* hflrflH politische Lagesschar». LcrudurgS Reden. In erweiterter Form sind unter dem Titel: »Ziel« punkte deS deutschen Kolonialwesens" soeben die beiden Vorträge, die der stellvertretende Kolonialdircktor Wirkt. Geh. Rat Bernhard Dernburg am 8. und 11. Januar vor Gelehrten und Künstlern bezw. Kaufleuten und In. dustriellen gehalten hat, im Buchhandel (Verlag E. S. Mittler u. Sohn, Bcrlir SW 68) erschienen. Dec lebhafte Beifall, den die Reden in den Versammlungen gesunden haben und die außerordentliche Beachtung, die ihnen un Jn- und AuSlande zu teil geworden ist, lassen ihre Herausgabe in einer durch erläuternde Anlagen und Zusätze ergänzten Arr-land. London, 12. Jan. Ein htttte erlassener Armeebefehl sagt über dre Kriegsorganisation der Feldarmee für den Dienst im A u s l a n d e, daß dieselbe aus einer Kavalleriedivision xu vier Brigaden, sechs Divisionen, „Armee- truppen" und aus dem für die Verbindungslinie erforderlichen Truppen bestehen soll. Die entsprechende Organisation für die reguläre Feldarmee in FriedenSz.-iten soll aus vier Kavalleriebrigaden, sechs Divisionen und Armeetruppen bestehen. Ter Ausdruck Armeetruppen bebeutei nach oem Armeebefehl Truppen aus solchen Einheiten, die einen Teil einer Ezpevitionsi'olonne bitden, aber nicht in die Organisation einer Kavalleriedivision, einer Division oder der Bev- vindungslinientruppen einbegriffen sind. . Paris, 12. Jan. Mazor Drei) fus tvurde tn Saint Den^s, wo er in Garnison sich:, von einem Unbekannten auf der Straße üb erfüllen. Er wurde zu Boden geworfen und ch.n bas Kreuz der Ehrenlegion vom Waffenrock go — In der Ministerratsschung tft eme Einigung erzielt worden betr. die Abschaffuna der ständigen Kriegsgerichte in Friedenszeiten und über die Grundsätze für Oie Organisation des Strafverfahrens. Der Mmifterrat nahm den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung der Strafkompagnien an. Die Vorlage sieht die Einrichtung von Korrektionsabteilungen vor, in welche die Militärperfonen einzurechen sind, welche sich chwerer oder gewohnheitsmäßiger Vergehen gegen die Disziplin schuldig machen, nachdem alle Disziplinarstrafen gegen sie erschöpft sind. Aar Zöahtdtwcgung. ' Gießen, den 14. Januar 1907. Die vereinigten liberalen Parteien des Wahlkreises Gießen haben am Samstag und Sonntag , wtedecnm zahlreiche Versammlungen abgehalten, in denen außer dem Kandidaten Kommerzienrat Heiligen st aedt, ; Veh. Iustizrat Prof. Dr. Schmidt, die Stadto. Kirch, Loder, Eichenauer und Gabriel, LandgerichtSral Wiener, Rechtsanwalt Kaufmann u. a. Herren aus Dießen sprachen. Am Sonntag war namentlich die Gegend von Grunderg und Mücke mit mehreren Versammlungen bedacht, deren zahlreicher Besuch auf daS gegen frühere Wahlen bedeutend gesteigerte Jnleresie der Wählerschaft auch in dieser Gegend unseres weit ausgedehnten Wahlkreises schließen ließ. Während eS letzte Woche in den Orten bei Dießen namentlich galt, die planmäßig in die liberalen Versammlungen verlegte maßlose Agitation der Sozialdemokraten zu bekämpfen, erfolgten in den gestrigen Versammlungen mehrfach heftige Zusammenstöße mit chrtstlich-sozialen und anliiemitischen Agitatoren. Da die liberalen Redner die ausgegebene Parole, den Wahlkampf sachlich zu führen, trotz mancher persönlichen Angriffe ihrer Gegner durchweg befolgten, gelang eS ihnen, manches Mißverständnis aufzuklären und auch in jener Gegend, die früher fast ganz antisemitisch wählte, größeres Verständnis für bie liberalen Bestrebungen und EmoeritändniS mit der Kandidatur Heyligenstacdt zu finden. Mancher Wähler, der sich bis jetzt von den ein- seifigen Darstellungen der deutschsozcalen Agitatoren aus Hamburg beeinflußen ließ, wird jetzt eingesehen haben, daß bit Liberalen und die „Gießener SUique* nicht so schlimm sind, wie jene Herren sie von Hörensagen schilderten, daß sie Verständnis und guten Willen für die berechtigten Foroer- ungen der Landwirtschaft haben und jedenfalls unserer Landbevölkerung viel näher stehen, als die deutschsozialen Herren an her Nordsee. Einen besonder« glänzenden Verlaus nahm die Abend-Versammlung in Grünberg, daS ja von jeher treu und fest zur liberalen Sache gestanden hat. Am Samstag sprachen auch die Herren Mulch und Keck au« Llch in gut besuchten liberalen Wähleroersamm- bmgen in Münster und RöthgeS, ferner am Sonntag in Ohbornhofen. Rentner Peter Güngerich in Grünberg, dessen Kan- d.batur für unseren Wahlkreis vor kurzem gemeldet wurde, ifr davon zurückgetreten und hat erklärt, daß er für den liberalen Kandidaten, Herrn Heyligenstaedt, eintreten werde. Herr Oswald Riedel., der in einer Reihe von liberalen Wnh,Versammlungen zugunsten Heyligenstaedrs mit Erfolg ge- b^afrm hat, ist in Großen-Buseck von dem berufsmäßigen soztal- t-molratischen Agitator Beckmann öffentlich „Lüaner" geraunt worden. Herr R. hatte in Versammlungen rote auch in unserer Sii p von der eigentümlichen Art erzählt, wie die Versammlungs- freibeit von Sozialdemokraten gehandhabt wird. Ein Exempel hi ui konnte er aus eigener Erfahrung berichten. In Berlin halte er jüngst an einer Aroeiterversammlung teilgenommen, und als dort Stadthagen den Ausdruck „Freisinnige Hottentollen- bande" geschmaaoollerweise gebrauchte, da sei ihm die Bemerkung nuiähren: „Na da müßte man eigentlich mal ums Wort bitten.' Tc aber habe einer von rechts, einer von links und emer von frinteii getreten und geboxt, und so habe er schleunigst draußen 8 ^Daß diese nach der bekannten WahLtaktik Berliner Sozialdemokraten nicht anzuzioeifetnde Mitteilungen den Herren Soz'ak. diuolraten nicht angenehm sind, glauben wir gern. Herr Beckmann aber hat mit ber hinter dem Rücken des Herrn Riedel getanen Beschimpfung sich als ein würdiger Genoise ktadtHagens erwiesen. Er hat an jener Berliner Benammlung Linz gewiß nicht teilgcnoinmen, nimmt aber nicht den geringsten In stand daran, in» Blaue hinein vor einer auf Pikanterien lmcrnden Zuhörermenge mit den maßlosesten Krastausdrücken nach Siebtem Sozialistenrezept als starker Mann sich zu produzieren. Lian wird diesen Herrn hinfort natürlich nickst mehr ernst nehmen unb seine dem Me^ingschen Schimpfte^ ikon, alias „Lpz. Völlig.", nmommenen wirksamen rezitatorifchen Formeln eoenio delächem sie die plumpen Jongleurkunststücke üagabunbterenber Artisten. Aus Bad Stau hei m, 13. Januar, wird uns ge- Deutsche» Reich. Berlin, 12. Jan. Der Kaiser konferierte heute mit dem Reichskanzler und empfing den neuernannten italienischen Botschafter Pansa in Antrittsaudienz. Später wohnte er einem Vortrag von Professor Buchst ein über orientalische Elemente in der griechischen Architektur bei. Der Vortragende legte in längeren Ausführungen dar, daß in einer ionischen Säule ein vornehmes, in sich abgeschlossenes Gebilde von orientalischer Abstammung, aber griechischer Prägung vor- liege. Dem Vortrage wohnten unter anderem Kultusminister von Studt und Kolonialdireklor Dernburg bei. — Außer dem Exgouverneur v. Bennigsen hat nun auch der frühere Handelsminister v. Möller Strafantrag gegen den Abg. Erzberger gestellt. Erzberger hat in einer Broschüre behauptet, Möller habe Verbindungen mit den blutsaugerischen Landkonzessionsgesellschaften gehabt. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nachdem Preußen in feinem Etat-Entwurf die weitergebenden Einkommenverbesserungen nebst dem einmaligen Unter- stützungsfondtz für Unterbeamte hat einftdlen können, liegt jetf der Reichsverwaltung die ernste Pflicht der Prüfung ob, in welcher Weife sie den in Frage kommenden Reichsbeamten die gleichen Wohltaten schon für 1907 zuzuwenden vermöchte, und sie ist auch gewillt,' soviel an ihr liegt, bei dieser Prüfung ein für jenen Beamtengrad günstiges Ergebnis heroeizufuhren Was so. dann die Aendermig der P e n s io n s v o r f ch r i f t en der Zivilbeamten in Verbindung mit einer Verbesserung der Hinterbliebe nen-Bezüge anbetrint, so belinben sich derartige Gesetzentwürfe gleichfalls in der Ausarbeitung. Ebenso besteht endlich bei der Reichsverwaltung die Absicht, für du Klasje der mindestbesoldeten Beamten von 800 bezw. 900 Mk. bis 1200 Mk. für das Rechnungsjahr 1908 Einkommensverbesje- rungen vorzunehmen. — Die „Mrdd. Allg. Ztg." schreibt ferner: Die in Londoti erfolgte Veröffentlichung des Blaubuchs bett, die englisch-französische Kon v e n t i o n über die Neu- Öcbriben wird von einigen engiiichen und iranzoiischen Blattern mit Begier zum Anlaß genommen, abermals die Mär auszuttschen, daß deutsche Mach en sch asten bei dieser Frage mttgejpielt und zum schleunigen Abschluß der Konvention beigetragen batten, da zu befürchten gewesen sei, daß durch eine Verzögerung des Abschlusses Komplikationen hatten entstehen können, ^n Wirklich- kett hat Deutschland sich um die franzosisch-englijchen Verhand- Lungen gar ntai bekümmert, weil sie Eemtelci deuttcye Imereiien berührten. Welchen unmittelbaren Zwecken diese Hetzereien dienen sollten, wttd, wie schon früh«, io auch neuerdings suS ir. Strecker einen Kandidaten zu finden, Hal sich diejer bereu aflfirt, im Laufe dieser Woche in einer öfiemüchen Wahter-Ver- fcmmlung sein Programm zu entrollen. — Seilens dcS Vereins bürgerlicher Parteien wurde gestern abend bestimmt, am Äittivoch eme Mitglieder-Versammlung abzuhallen, in welcher man wiederum für die Kandidatur deS Grasen O r l o 1 a entleiben wird. In Butzbach sprach am 12. dS., abends, rote unS von ou y o a cy jpeaa) am u»., uvmv», —— ---- ort geschrieben wird, vor geringer Zuhörerzahl in der Oorr'se ?n Gastmirtschast der sozialistische Palteisührer^ Göller uS Frankfurt in zweistündiger Rede. Zu Diskussionsreden m derer Partcivertreter kam es nicht, da solche nicht anwesend i sein schienen. Zn Mainz hat eine Delegiertensitzung der demo kra - -tischen Partei beschlossen, der Generalversammlung am nächsten Dienstag den Vorschlag zu unterbreiten, im ersten Wahlgang für len sozialdemokratischen Kandidaten Dr. David einzutteten. Das Idaucrn wir um so übhatter, als der liberale Kandidat ii>r. itigcnftccher auf dem linken Flügel der Nationalliveralm sicht. •4ie Äiainzer Freisinnigen haben bekanntlich seine Kandchattr zu unterstützen sich bereit erklärt. Die Demottaten, die jonit fal ulierall mit den von ihnen politisch doch kaum, imterjchäedenen ßieijinnigen gemeinschaftlich Dorgeljen, haben sich in ichrojsen ,üeßenia6 gestellt zu ihren nächsten politischen Freunden. Die Verhandlungen der Herborner Freisinnigen rntt dem .Landesausschuß der Partei haben zu dem Resultat geführt, datz nun der freisinnigen Pattei für den 5. nassauischen Wahlkreis b^rborn-Dülenburg-Renuerod freie Hand getanen bat Die tyrei* irrigen haben daraus sehr vernünftiger Weise beschlossen, die Sonbibatur des nationalliberalen Dr. Lohmann nicht tue zu Unterstützen, sondern auch zu der ihrigen zu machen unö mit allem Eifer mrtzuhelfen, diesen Kandidaten in den iittchstag zu bringen. Bremen so»denen öie Fähier der K a t y o 111 e n : die katholischen Wähler auf, für den Kandidaten der : Liberalen Hamann zu stimmen. Ebenso beschlossen in Osnabrück der Bund der Landwirte und die Mittel. andSocreinigung, darunter viele Katholiken, den nationalliberalen Kandidaten LandgerichiSdirektor von , Campe zu unterstützen. Die .Köln. VolkSztg.^ nennt die Katholikenführer, die den Aufruf gegen daS Zentrum erlassen haben, .katholische Absolutisten*, die dem VcrfasiungSlebcn femd. elig oder fremd gegenübcrstehen. Ihr Auftreten fei irre, leitend und anmaßend. DaS Blatt erklärt, daß die Unter- zeichner des AufnlfeS gegen daS Zentrum zum Teil durch das Zentrum hohe Stellen erhalten haben und erwähnt als Beispiel den Oberpräsidenten v. Schorlemer. Ein bißchen katholischer Mauers raß, meint dieses ZenlrumSblatt, werde den Zen- r u m S t u r m nicht lockern. Mil besonderen Schwierigkeiten ist die Wahl für die reifen* den Kaufleute verbunden, die durch ihren Beruf zum größten Teile von ihrem Tomizil ferngeljalteit werden. Es ist nun ivüufchenHwert, daß die Prinzipale ihren Reifenden die Gelegenheit zur Wahl gewahren und ihnen, wenn irgend möglich, naljclegen, iür biefen Lag ihre Tour zu unterbrechen und nach Hanse zurück- zukehren. ,, Die „Rordd. Allg. Ztg.' schretbt: De,n Bericht der.Boss. Zlg.' über Stichwahlen und die Wahl, beweguug in Baden eulnehmen wir die folgende Stelle: .Für die Stichmaljlen am 5. Februar haben wir in Baden auf das Zusammengehen deS Zentrums mit der Sozlal- d e m o k r a l i e zu rechnen. Daran ist heule nicht mehr zi> iroeileln. Zu einem offenen Bündnis braucht es babei gar nicht au kommen. Taü Zentrum wird tu den Wahttrelfeu, m denen die Lozlaldemosralie und der Liberalismus sich cmanöcr gegenüber- flehen, die Wahlemhaltung proklamieren, wohrngegen bie -Lozial- demokralie das Benn um im Kample gegen den Liberalismus unter- fluyen wird.* Auch dieser '-Weihung gegenüber mochten roir be- zweileln, daß eme derartige Protlamanon, welche das Zennum ftum Lckilevventrager der Lozialdemokratre machen würde, bet der Wahlencha't des Zemruins dnrchweg Folge finden würde. Für bie bisherigen Älmdettjeusparteien liegt aber in diefer Anküiidigung die üJiahnung, fchon bei den Hauptwahlen die 'Wann an die Urne zu bringen, damit durch siegreiche Emfche,düngen im ersten Wahlgang die Möglichkeit gegenteiliger Wahthulie zwifchen dem Zennum und den Soziatdeinokraten bei den Aach- wählen am ein Munmuin heradgedruckt wird. Die ,9tordd. Allg. Ztg.* schreibt ferner unter der lieber- schrift „Sozialdemokratie und Religion*: Wir haben vom nationalen Standpunkt mit Bedauern die mehttachen Meldungen verzeichnet, nach denen daS Zentrum beabsichtigen soll, in einer Reihe von Wahlkreifen der v o z l a l - deuiokratie durch Proklamierung der Siimmenlhallung den Sieg z u z u f ch a n z e n. Auch vom reltgiöfen GeIichtSpu,ikt au8 würde das Zentrum durch eine solche Taktik eme schwere Zumulung an seine Wähler stellen. Es bedarf nach der gaiuen Vergangen- beit der fozlaidemokrallfchen Panei keiner weiteren Darlegung, datz ich hinler dem Satz, Religion ist eine Prwatsache, die enlschiedenue Religio iiSfeindfchalt verbirgt. TaS ist durch die Aus- fprüche der sühreuden Sozlaldemokralen leicht zu belegen. Eure Reihe solcher Aussprüche finden wir im Katechismus der sozialdemokratischen Religion und Revolution zusammengestellt, darunter die folgenden: T,e Neue Religion Iür die Massen ili die Sozial- demokrane. Liebknecht 25. Ian. 1890. Aul religiösem Gebiet cr- flrcbt die Soziatdemotraiie den A1 h e i S m u S. Bebet 81. Marz 1881. Tas Chiifkemum und der LozraliSinuS stehen sich Qegemibev wie Feuer und Wasser. Volksstaat vom 9. Marz 1874. Dte christ - liche Kirche i ft ein t o 11 p h a n k a st i f ch e s Re 1 rgions - j n fi c m. VottSstaat 7. September 1870. DaS Chrisieutum ,li freiheitS- und kulturfeindlich. Bebel. Christentum und Soz,aliöinus (Seite 18). Wenn wir einmal den foziallslifcheii Staat haben, fo werden wir sehr leicht mit der Religion fettig werden. Protokoll deS Parteitages Halle (Seite 194). Zur Zeit, wo bie Sozialdemokratie herrschen wird, wird die katholische Kirche ein Märchen der Bergaugeuheii jein. Liebknecht 11. Januar 1883. Betrachtungen englischer Blatter unzweutthajt klar- So tveists bie „Tribüne" auj die tiefe Unzufriedenheit bat, die in Austtalren wegen ber Konvention herrscht. Um nun bieie Verstimmuiig von England abzuwenben, wird sie auf Deutschland bmgelciitt Karlsruhe, 14. Ian. Beim 7b. Stiftungssest des Ge- werbe-DereinS hielt der Großherzog eine Rede, in der er zum Schluß sagte: „23 t r müssen national sein im höchste» Sinne des Wortes, müssen erhalten, was wir erschasjen haben. Tas können wir ober nur, wenn mir treu bleiben allem, waL Wohl, Ehre und Größe des Reiches heißt." Neues aus Nußlaud. In einem $)onbfa>reiben an den Ministerpräsidenten Stolypin gedenkt der Zar zunächst deS Zeitpunktes der Ernennung dcS Ministerpräsidenten, dem die sckpvere Ausgabe zugefallen sei, die durch die revolutionären Umtriebe gestörte osfentliche Ordnung wieder herzustcllen. Im Lause von öVa Monaten habe es daS Kabinett Stolypin verstanden, — fährt daS Handschreiben fort — durch energisches Auftreten eine deutliche Besserung bin* ichtlich der öffentlichen Ordnung herbeizusühren, trotz des tollkühnen Auslretens der Revolutionäre und wiederholter Ucbeltaten zu dem Zw-ck«', die regierenden Kreise in Verwirrung zu setzen. Der Kaiser erwähnt sodann die Gesetzentwürfe, die daS Ministerium für die Dumatagung vorbereitet und die Maßnahmen, die von ihm als unumgänglich nötig noch vor dem Zusammen- treten der Duma verwirklicht worden sind. Er spricht dem Ministerpräsidenten Stolypin und dem gesamten Ministerium seinen Tank aus und gibt der Zuversicht Ausdruck, daß nach dem bevorstehenden Ansange der Tagung der Duma und deS ReichsrateS daS von Stolypin geleitete Ministerium dieselben Dienste zur Äussührung der kaiserlichen Pläne leisten werde wie bisher. Denn nur im Zujammenwirken der gesetzgebeiiden Organe mit der vom Kaiser ernannten Regierung sehe er ein Pfand für die cnblidje Orbnung unb Stärkung ber Kräfte des Staates gemäß den Bedürfnissen des zu neuem Leben berufenen Rußlands. Unter dem Verdachte, an der Ermordung des Generalleutnants Pawlows beteiligt zu fein, wurden die Schreiber der Hauptinten- Daniur Kolotilow, Russanow unö Neumar verhaftet. Einem Petersburger Telegramm zufolge soll eine Verschwörung gegen Gra s Witte entdeckt sein. Der Graf soll von den Revolutionären zum Tode verurteilt worden sein, aber zwei ihrer Emissäre unter seinem Fenster an ihren Photographien als solche erkannt haben. In Petersburg übersielen Dewafsnete im Zentrum der Stadt ein Magazin und raubten bie Kassen aus. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. In Sewastopol wurde gegen den Polizeioffiziev Slawinski eine Bombe geworfen. Slawinski wurde vorübergehend betäubt, ist aber unverletzt geblieben. Seine Frau, ein Polizeisoldat unb ein 23ad/mann erlitten Verletzungen. Bei ber Versolgnng iker Urheber beß Anschlages warscn biese eine zweite Bombe; viele Revolverschüsse würben abgegeben. Infolge der Dunkelheit gelang es ben Verbrechern, zu entkommen. Der Polizei ist es gelungen, in Riga einen „General" ber lettischen Revolutionsarmee zu verhaften. Der „General", der sich in Riga auf Grund eines gefälschten Passes aufhielt, ist der B a u e r E h r i st i a n B o t s ch, der anderthalb Jahre in der Brest-Llwwskischen Festungsurtillerie gebient hat. Er hat in zahlrrid^ii Orten „Volksmilizen" organisiert, mit benen er bie Gutshüfe übersiel und ausvmnderte. Unter 1 einem Kommando standen zeitweilig mehrere hundert Reiter und über 600 Mann zu Fuß. Charakteristisch für den „General" ist, daß er sich von einem Zeitungsphotographen an der Spitze seiner Truppen hod) zu Roß, den Säbel in der Faust, photographieren ließ. Besonderen Zulauf versd-asfte feinen Scharen eine uniformierte Musikkapelle, b;e bei keiner „Wafsentat" der Volksmiliz schien durfte. Botsch dürfte zweifellos erfchosse». , werden. . . Fassung und ihre Verbreitung in Buchform sehr zweckent- sprechend erscheinen. Nicht nur im Hinblick auf die bevorstehenden ReichZtagS-Neuwahlen, sondern auch wegen der bleibenden Bedeutung, welche diese Klarlegung der gegenwärtig im Mittelpunkt des Tagesinteresses flehenden Kolomal- fragen von berufenster Stelle aus besitzt, ist es von Wert, daß die Grundzüge und Zielpunkte unserer Kolonialpolstik dem Verständnis weitester Kreise nahe gebracht werden. 2(ird?c rind Schule, — In Regensburg wurde ein Mehrer. Georg Held, zum Reserveleutnant ernannt. Es ist das der erste derartige Fall in der Oberpfalz. Barcelona, 12. Jan. Der Bischof hat bie Geistlichkeit seines Sprengels benachrichtigt, datz alle kirchlichen Zeremonien derjenigen Verstorbenen verweigert werden würden, deren Tod von den Änge- hörrgen liberaler Zeitungen mitgeteilt werde. (Auch ein Zeichen der wunderbaren Toleranz des Katholizismus! D. Red.) Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Januar 1907. ** Die Sitzung des Provinzial-Ausschus- ses, die für nächsten Mittwoch angesetzt war, findet nicht statt. ** Der Kriegerverein Gießen feierte am Samstag abend in dem bis auf den letzten Platz besetzten Festsaal (Eafs Leib) sein 33. Sti s tun g s s e st, das in allen Teilen einen schönen Verlauf nahm. Tas Programm des Abends bestand aus Konzert, Theaceraufführungen von Mitgliedern unseres Stadttheaters und Vorträgen eines Frankfurter Humoristen. Alle Beteiligten taten ihr Bestes, um den Zuhörern einige angenehme Stunden zu bereiten und nach dem reichen Beifall, der ihnen zuteil wurde, auch mit bestem Erfolg. Im Verlauf des Aoends begrüßte der Vereinsoorsitzende Hauptmann d. L. G a b r i e l die Erschienenen, insbesondere die Ehrengäste (Provinzialdirekwr Geheimerat Dr. Breidert, Regierungsrat Welcker, das Offizierkorps unserer Garnison, Hauptmann Roques vom Bezcrkstommando und die Vertreter der anderen hiesigen Kriegervereine und ermahnte alle Mitglieder, am 23. Januar zur Wahlurne zu gehen und bei ihrer Abstimmung daran zu denken, daß das Vaterland über der Partei stehe. In das von ihm auf Kaiser und Großherzog ausgebrachte Hoch stimmte bie Fest- versammlung begeistert ein, worauf die Nationalhymne gesungen wurde. Geheimerat Du Breidert dankte für die Einladung und verbreitete sich sodann in eindrucksvollen Worten über die hohe nationale Bedeutung der Kriegervereine. Unter stürmischer Zustimmung der Versammlung trank er auf das fernere Blühen und Gedeihen des Kriegervereins Gießen. Oberst v. Lindenau gedachte des Gedenktages, den in diesen Tagen unser Regiment zu begehen hat, des ruhmreichen Tages von Briare. Sein Trinkfpruch galt den anwesenden Kämpfern von Briare: Oberst a. D. Weimer, Medizinalrat Dr. Haberkorn, Schreinermeister Köhler, Weißbindernreister Petri, Weißbindermeister Schäfer und Stationsassistent Margolf. Oberst Weimer sprach mit bewegten Worten den Dank der Veteranen für diese Ehrung aus. Er erinnerte daran, daß damals alle Kämpfer in dem Bewußtsein, für Haus und Hof, Frau und Kind zu kämpfen, treu ihre Pflicht getan hätten und sprach seine feste Ueber- zeugung aus, daß dies vorkommenden Falles in gleicher Werse geschehen werde. Den deutschen Frauen und Jungfrauen, inöbes. denen des Kriegervereins Gießen, galt fern Hoch. Im weiteren Verlauf des Abends ergriff der Vorsitzende Stadtv. Gabriel, noch einmal das Wort, um den Vereinsmitgliedern Bommersheim, Ochs, Göbel, Kuhl und Ohly Ehrenurkunden für 23 jährige treue Mitgliedschaft '$u überreichen. Nach ein Uhr begann der Tanz, der die Fest- teilnehmer bis zum frühen Morgen zusammenhielt. **DerSchützenverein feierte am SamStag abend im neuen Saalbau sein Winterfest. Für die hiesige Regimentsmusik, die aus dienstlichen Gründen avsagen mußte, war die Kapelle des Infanterieregiments Nr. 88 aus Aiainz unter Leitung des Kgl. Musikdireitors R. Fehling engagiert. Es war in der Tat keine schlechte Wahl, die die Schützen hiermit gemacht hatten. Das mit gutem Geschmack ausgestellte Konzertprogramm enthielt u. a. mehrere Novitäten, die in Gießen noch nicht zu Gehör gebracht worden find. Besonders hervorzuheben ist außer dem vorzüglichen Vortrag des Schwanenüeds aus Lohengrin, der Lylophon- Vortrag des Herrn Leuther, der mit ftaunenerregender Virtuosität sein Instrument beherrschte. Man wird nicht oft Gelegenheit haben, dieses in Gießen so selten gehörte Instrument in solcher Vollendung zu hören. Ferner fand das Anona-Jntermezzo von Grey allgemeinen Beifall und versetzte die aufmerksam lauschenden Zuhörer mit seinen prickelnden Melodien in die richtige Feststimmung. Auch alle übrigen Stücke, die von Herrn Musikdirektor Fehling persönlich und mit bemerkenswerter Schneidigkeit dirigiert wurden, bewiesen, daß die Mainzer Kapelle unter tüchtiger Leitung stehl. Es herrschte denn auch eine Meinung, als man sich am frühen Morgen trennte, überaus genußreiche und vergnügte Stunden, wie bei den Schützen üblich, verlebt zu haben. Der Sonntag brachte die Teilnehmer auf dem Schützenhaus wiederum zusammen, um das fröhliche Treiben von neuem zu beginnen. ** Sein 25jahr. Dienst subiläum an dem Melde- Bureau des Großh. Polizeiamts feiert morgen der Melde- bureau-Vorsteher Ludwig Sier. Hoffentlich ist es ihm noch lange Jahre vergönnt, seine Kräfte in den Dienst der Stadt [teilen zu können. xWieieck, 13. Jan. Am vergangenen Freitag, 11. Januar, feierte der Rentner Jakob Oswald und jdne Eye- frau, geb. Reuter, die goldene Hochzeit. Pfr. Hellwig nahm am Mittag im Hause die Einsegnung des Jubelpaares vor, wobei alle Kinder und Enkel versammelt waren. Die Herren Sanitätsrat Dr. Haupt, Friedrich Krog- mann und ^-ritz Schlörb aus Gießen überreichten dem Ehepaar wertvolle Geschenke. Viele Gratulationen waren eingelaufen und am Abend brachte die Kapelle Heinrich Becker ein Ständchen. Tie Festteunchmer hielten bis am Georgen zu > am men und auch das alte Brautpaar hat noch einmal das Tanzbein geschwungen. Pfeddersheim, 11. Jan. Vor einigen Wochen wurde Dr. Karl Schlick, prakt. Arzt in Dalsheim, wegen des Verdachtes, in einer Schöffengerichtssitzung vor dem Amts- gerlcht Pfeddersheim einen Memeid geleistet zu haben, verhaftet. Inzwischen hat sich durch die emgeleUete Vor» Untersuchung die Haltlosigkeit des Verdachtes geieiqt und darauchm wurde das gegen Dr. Schlick emgclenete Strafverfahren durch Beschluß der Strafkammer des Groyh. Landgerichts Mainz mangels genügenden Beweises eingestellt. Dr. Schlick war, n. d. „Worms. Ztg" schon vorher aus dec Untersuchungshaft enllasfen worden. Gerichtssaal. Hungen, 13. Jan. Dieser Tage kam vor dem hiesigen Schöffengericht der Fall Appollonr zur Verhandlung, der feinen Zusammenhang hat mit der am 24. November v. J. hier stattgehabten Jtalienerasfäre. Der Angeklagte war Unter» akkordant bei der Firma Koch u. Cie., welche eine Strecke der staatlichen Wasserleitung nach Bad-Nauheim aussuhrt. 2ln dem Samstag, da der Austritt stattsand, ließ die,Firma dem Üpollom nicht das von ihm zur Auszahlung benötigte Geld zutommen unter der Behauptung, daß er schon mehr ausbezahlt bekommen hatte, als Arbeit geleistet sei. Appollont war so nicht zur Auszahlung imstande und verwies die italienischen Arbeiter zur Erlangung ihres Lohnes an die Beamten der tficma, denen gegenüber die Leute sich schließlich drohend Sagten und sich er]t nach ihrer Entlohnung wieder beruhigten. Die, Firma Koch u. Cie. beichuldigte nun Appolloni der Erprobung, des Hausfriedensbruchs und d:r Freiheitsentziehung, worauf die Staatsbehörde den zu einem Besuch feiner Angehörigen nach Wiesbaden Gegangenen verfolgte und bei seiner Wledertehr in liniersuchungshait nahm, in der er sich vom 29. Vlovember bis 9. Januar betont). Das Gericht fand bie Anschuldigungen mast lür erwiesen, und so erfolgte Freit pruch. Eine Enttchädigung wegen unschuldig erlittener tlnteriuchungshaft kann Appoiwni nächt erhalten, da mit seinem Heimatslande keine diesbezüglichen Bestimmungen getrosten find, er will aber n. d. „Landp." gegen die Firma Koch u. Eie. auf Entfchädigung klagbar werden. sd. Der Familien st reit im Gratenhaufe Erbach-Erbach, der durch die im Jahre 1905 in. London nick Dora Fischer gegen den Willen teines Barer- abgeschlosiene uneben» hurtige Ufte des lb84 geborenen Erografen Erasmus entttanben ist, kommt immer noch nicht zur Ruhe. Bor kurzem hat eine Ent- icyeidung des Oberlandesgerichtes Tarmstabt zugunsten der Agnaten (Verwandten des Mannesstammes) entschieden, daß zur Schlichtung der bestehenden Streitig teilen ein Schiedsgericht zu ernennen sei, das aus drei Schiedst intern bestehen soll. Der Sachverhalt liegt in folgender Weife: Die durch den Justizrat Hallwachs vertretenen Agnaten behaupten, daß die Ehe des Grafen Erasmus nicht ebenbürtig fei, sodaß der Art. 19 des Hausgesetzes in Kraft zu treten habe, der den Grasen Erasmus von dem Erbfolgerecht ausschließe und ihm weiter den Genuß an dem Haus- und Stammvermögen verbietet, während sein Neffe Arthur in das Erbjolgerecht einzusetzen fei. .Da der regierende Graf Albrecht sich weigert, die>e Bestimmungen eintreten zu lassen, weil der Hauptstreüpuntt, ob die Ehe seines Sohnes rechtsgültig ist, nicht entschieden und weil fein Sohn vom Amtsgericht Homburg für unzurechnungsfähig erklärt worden sei, müsse § 40 des Hausgesetzes zur Ausführung kommen, der bestimmt, daß zur Schlichtung von Familienstreitig leiten ein Schiedsgericht gebildet werde. Der Graf wollte keinen Schiedsrichter ernennen, da er das Vorhandensein von Familienstreitig leiten, sowie besonders den Vorwurf bestritt, daß er die Bestimmungen des Hausgesetzes nicht ausgeführt habe. Der Gerichtshof erkannte dagegen das Vorhandensein von ^amilienzwisttgketten an und bestellte zu dem von den Agnaten bestellten Schiedsrichter Hermann von Schönberg-Waldenburg, Legatwnsrat in Hamburg, als zweiten Richter Graf Wilhelm zu Solms-Laubach. Dieses Urteil ist rechtskräftig. Marburg, 12. Jan. Das Schöffengericht verhandelte gegen vier Erdarbeiter, die als Streikposten einen Arbeitswilligen beleidigt haben sollten. .Drei Angeklagte wurden zu je 14 Tagen und der vierte zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. : Berlin, 12. Jan. Das Schwurgericht beS Landgerichts 1 verurteilte den Tischlergesellen Gärtner aus Sachsen, der am 6. November mittelst einer von ihm selbst aufgegebenen Postanweisung den Geldbriefträger Hammer nach einem Neubau in dc Pfülstraße gelockt, mit einem Ziegelstein niedergeschlagen und seiner Geldtasche mit 1200 M k. beraubt hatte und dann auf der Flucht ergriffen worden war, zu 7 Jahren 1 Monat Zuchthaus, ö Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Berlin, 12. Jan. Der Inhaber eines Jnkasso- Bureaus, Wilhelm Peter, hatte sich vor der 4. Strafkammer des Landgerichts 1 wegen Erpressung gegen den eigenen Bruder zu verantworten. Wegen der schamlos niedrigen Gesinnung, die er bekundet hatte, lautete das Urteil auf zwei Jahre Ge sän gnis, 3 Jahre Ehrverlust und sofortige Verhaftung. Altona, 12. Jan. Der Gärtnergehülfe B ü ck e r, her am 10. dtovember v. I. den Zahnarzt Claußen aus Altona im Coups eines nach Blankenese fahrenden Vorortzuges ermordete und beraubte, wurde heute zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. £> a m 6 u r g, 12. Jan. Die dlorddeutsche Feuerversicherungs- gesellfchaft wurde gestern vom Hamburger Landgericht im Prinzip zur Zahlungspflicht für Feuer,chaden infolge der Erd- bebenkatastrophe in San Franzisko verurteilt. Karlsruhe, 12. Jan. .Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den Stud. in g. Peter Ko stoss aus Plewna wegen versuchten Totschlages an einem im Krankenhaus befindlichen Patienten Namens Rüffle aus Pforzheim. Kostoff hatte mit ihm ein Zimmer im Krankenhaus inne. Das Schwurgericht konnte sich von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn frei. Heidelberg, 11. Jan. Vor der hiesigen Strafkammer wurden heute der Hosiheaierinieudant Georg Hans Edler zu Putlitz - Stuttgart und de^ Chefredakteur von Dlieber Land und Meer* Dr. Earl Pieper- Stuttgart wegen eines am 23. Oktober vorigen Jahres beim „Speyerer Hof" m Heidelberg ausgetragenen Duells nut zweimaligem Kugelwechfel zu je v i e r Al o n a t e n Festung und den Kosten verurteüt. Ein verunglücktes Wasserrad auf der Spree. Ein Unglück, welches durch das Umschlägen eines als Fähre benutzten Wasserrades des auf einer Insel in der Spree gelegenen Etablissements „Abtei" bei Treptow verursacht worden ist, führte den Pächter des Etablissements Gustav Busekow und besten Sohn, ben Elektrotechniker Paul Busekow, unter ber Anklage der fahrlässigen Tötung vor bie 2. Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin. Am 1. Sept, ereignete sich auf einem Wastersahrrad, welches der HauMener Formell zum Ileberfetzen von Personen benutzte, bas Unglück. Als er zehn Personen nach der Abtei übersetzen wollte, packte er sie sämtlich auf ein Wasserfahrrad, welches eine Tragfähigkeit für nur sechs Personen batte und, wie sich später herausstellte, auch etwas befett war. Als bie zehn Personen au,geladen waren, fatte. Formell den Leichtsinn, das Wasserrad fräjtig vom Lande abzuftotzen und dann noci) selbst hinauszuspringen. Hierdurch kippte daS Fahrrad zur Seile, die undiästen „Schwimmet" des Fahrrades lullten sich mit Wasser und alle Passagiere, darunter auch der Redakteur Wittko aus Gießen, fielen in das Wasser. Hülferufe erfüllten sofort die Lust. Einige Leute eilten zu Hülfe unD neun Personen tarnen mit dem Leben davon. Der kleinste der Passagiere aber, das jüngste, vierjährige Söhnchen des PolizeileutnantsSchirmer, wurde erft nach Verlauf einer halben Stunde gesunden, und es waren alle Wiederbelebungs- versuche ohne Erfolg. Der Unglücksfall hatte Veranlassung gegeben, den Formell vom Fleck weg zu verhaften, weil eine hoh^ Strafe feiner ijame. Formell ist dann wieder entianeii worden unb hat es vorgezogen, Die Fiucyt zu ergreifen. Tie Anklage konnte deshalb nur gegen Bu,eiow, Vater und Sohn, erhoben werben ^ie betben Angeilagten bestritten, daß ihnen eine Verantwortung jur den Ungluddiail aufgeburdet werden könne. Ter Gerichtshof nahm das Vorttegen einer Schuld ber beiden Angeklagten an DaS Urren lautete auf je eine Woche Gefäng nis. Vermischte». Lübeck, 12. Jun. Ter <0jährige Hauptlehrer Hinzpeter im Vororte Ätoisling wurde wegen zahl- reicher i tt lich rei tsverbrechen, die er an Sckiul- Undern begangen hatte, verhaftet. * Kleine Tageschronit. In Gnefeu überfiele zwei Dragoner nachts mit ihren Sabeln die Lehrer Herold unb Wensierski. Letzterer wurde lebenSgefäbrhd) verletzt. — Bel Groß. Kransdorf unweit Hamburg schlepplen zwei Manner em sechzehnjähriges Mädchen in einen Park, banden rhm die pande mit ihren Strnmpfbäiidern aus ben Rücken und schlugen solange mit Knüppeln auf ihr Lpser em, bis es bewußtlos znsamnien- brach. Tann verübten sie em schweres Srttlichkeitsver- brechen. Als das Alädchen wieder zur Besiunung kam, wiederholten Die Unholle ihre Mißhandlungen, raubten ihm das Portemonnaie mit 2 Mark 20 Psg. Inhalt und banden schließlich das Mädchen mit seinen langen Haaren an einen Baum. Emer Der beiDcn UnholDe, Der 55 Jahre alle Taglöhner Hackenberg, rouvDe ermiiltelt unb verhaftet. — In Nürnberg ivuvbe wegen bung- enDen Verdachts, einen hochwertigen eingeschriebenen Geldbrief unterschlagen zu hoben, Der P o st a d j u n k t Höfler verhaftet. — In Elberfeld wurde der Techncker Koehnen, der mit «einem Automobil eilten 62jährigen Alaun tödlichoer letzte, zu sechs Alonalen Gesängnis verurterlt. - In W urz b u rg luuiöe gegen Den Rechtsanwalt Heppt, der Uuiverfltäts- Kollegien-Nachschriften vervielsaltigte und ge- werblich ausnutzte , das Unterfuchungs - Versah reu eingeleitet. Ter Staatsanwalt beschlagnahmte Die vorhandeneil Ädjchristen. — Tte K l r ch e in V e g g i a Abbate bei Palermo ist ivährend des GottesDieilstes eingestürzt. 40 Andächtige wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden 2 Tote und 13 Schwerverwundete aus den Trümmern hervor- gezogen. gpulploK der «rrrntgtea Frankfurter tztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 15. Januar'): ,Fra Diavolo*. Hierauf: „Die Altweiberniühle." Rllttwoch den 16. Jan., nachmittags halb 4 Uhr: „Sneewittchen." Abends halb 8 Uhr: „Die luftige Witwe.' Donnerstag den 17. Januar: .Ainesia oder Der Alaskenball.' Freitag den 18. Januar geschlossen. (Samstag Den 19. Januar, nachmtttags halb 4 Uhr: „Sneeroütdfen." Abends 7 Uhr: „'Margarethe." Sonntag Den 20. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Sneewittchen." Abends 7 Uhr: „Der Baiazzo." Hierauf „CavaUeria rusticana.“ Montag den 21. Januar, abends halb 8 Uhr: „Tie lustige Wuive." Schauspielhaus. Dienstag den 15. Januar'-: „Husarensieber." Mittivoch den 16. Jmiuar': Neu emsludierl: „Tie Hermaimsschlacht." Loimers- tag den 17. Januar, abends halb 8 Uhr: „Husarensieber.' Freitag: Den 18. Januar: „Die Hermannsschlacht." Samstag den 19. Jan., „Liebelei." Hieraus: „Abschieds-Souper." Sonntag den 20. Jan., anchmlttags halb 4 Uhr: „Dos Blumenbool." Abends 7 Uhr „Husarensieber." Alontag den 21. Januar: .Johannisseuer." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Märkte. fc. Frankfurt a. 2)1., 14. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Anttl. 9lotierungen ber heutigen Viehmarktpreise. Zui.t Verkaufe ftanben: 437 Ochsen, 00 aus Oesirerch, 78 Bullen, 00 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 913 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 324 Kälber, 303 Schafe wid Haniniel, 00 Schose oiis Oesterreich, 0 Ziegen, 1551 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochfeii l. Qualität 80—82 Mk., 2. Qual 72—74 'Mk., 3. Qual. 62—65'1)11.; Bullen 1. Qual. 73 bi« 75 Mk., 2. Qual. 70—72 Alk.; Kühe 1. Qual. 74—76 Mk., 2. Qual. 70—72 Mk., 3. Qual. 60-62 Mk, 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 9)11. Kälber: I.Qual. 102—104 Pfg., Lebendgewicht 61—62 Pf., 2. Qual. 85—94 Psg., Lebendgewicht 50—55 Pfg., 3. Qual. 68-70 Psg., Schlachtgewicht 00-00Psg., Schafe: I.Qual. 78-80, 2. Qual. 00-00 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 68—69 Pfg., Lebdgew. 54.00-00.00 Psg., 2. Qu.57-00Psg., Lebend- gew. 53.00—00 Pfg., 3. Qual. 58—60 Pfg. Lebendgelv. 00 Psg. Markt bet Hornvieh langsam, Ueberstand nnbedeutend; bei Kleinvieh flott, fein Ueberstand. fc. Frankfurt a. M., 14. Jan. (Orig.-Telegr. des „Gießen^ Anz.") Amtliche9lotierrmgen der heutigen Fruchtmarktpreij« Wetzen Alk. 18.75-00.00, Kurhesstfcher Alk. 18.75—00.00, La Plata Alk. 19.50—20.00, Kansas Alk. 16.50—16.75, Roggen (hiesiger) Alf. 16.50—16.75, Gerste (Wetterauer) Alf. 17.00—17.75, Frauken- selber Alk. 18.50—19.25, Hafer 17.00—18.00, Mars Alk. 13.50—13.75 Weizenmehl 27.00—28.25, Al. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.00 bis Alk. 26.25, 3. Qualität Mk. 23.25—23.75, Roggenmehl ö Alk. 25.00—25.50,1. Qualität Alk. 24.00—24.50, Weizenklete Alk. 10.00 bis Alk. 10.50, Roggenkleie Alk. 11.00—11.25, Matskeime Alk. 11.00 bis Alk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 18.00-18.50. Alles per 100 Kg. ab hier. Sport. ^Dem Ehrenausschusse de», i. ^lucrnationaleit Motorboot« Ausstellung, welche vorn 15. bis 30. Juni stattfindct, sind beigetreten ber Großherzog von Hessen, der Großherzog von Oldenburg, der Reichskanzler von Bülow, Admiral v. Tirpitz und andere. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) „Ein Freisinniger auf Dem Land e". Wir haben Ihren Brief dem liberalen Wahlausschuß gesandt. Zum Abdruck ift er durchaus ungeeignet, wird aber hoffentlich an zustänDiger Stelle seinen Eindrrtcf nicht verfehlen. 1 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 14. Januar, 1.15 Uhr. 3^7, Reichsanleihe . . 97.901 Elektriz. Lahmeyer . . . 3% do. . . 86.90 Elektriz. Schlickert . . . 3He/o Konsols .... 98.15 ä% do 86 95 3M°/j0/, russ. Staatsanl. 19Uo 91.50 4>j°,0 japau. Staatsanleihe 94.30 4% Conv. Türken von 1UÜ3 94.90 Türkenlose 147.60 Esohweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketl. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ..... 5ordd. Lloyd Obeischles. Eisen-Industrie Rerliuer Haudeleges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskuutu-Komiuandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien 143.50 125.00 252.00 2ä0.50 156.00 219.40 246.80 133.00 127.75 175.10 140.90 243.50 173.70 187.25 160.20 217.20 4% Griech. Monopol-Anl. 51.80 4-6 äussere Argentinier . 89.25 3°/0 Mexikaner . . . 66.80 4>iu/0 Chinesen .... 97.55 Aktien: Bochum Guss .... 252.70 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 121.25 Gottnardbahu.....-y»™" Lomoard. Eisenbahn . . 35.40 Uesterr. StaalsDaiux . . . 148-20 Pruice-Heuri-Eiseuüahn . 150.00 Buflerus E. W Tendenz: fest. . 129.00 Berliner Börse, 14. Canada E. B 194.00 Darmstadter Bank . . 4 140.60 Deutsche Bank . Dortmunder-Limon C. . . 89.2u Dresdner Bank . . . — leudeu-i: ruhig. Januar, Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 219L5 L,anrahütte . » . . 246.20 umoardeu E. B. ... 35.20 -\ordd. Lloyd 132.10 lilrsenluse 147.40 Universitäts-Nachrichten. , Petersburg, 11. Jan. In der heutigen feierliches Sitzung der taiserttchen AldDemie der Wifi en schäften, die unter Dem Bor,ltz des Grotzfurfieii Konstantin iiüttfuno, wuroen Prosepor Witt)elin o. Bezold von der Bernner ttniverfität unb PrpfLffoc Theodor vvcri, Reiror Der uniücriunt Wurzburg, äu torrenx)nDiercnüeu M itgliedern der pdyfilaliich-mat-ex matifcheri Seltion gewähit. itei M. * Lästig Mainz, hv10/,,«* Dücherr^viso. u. kausm.« Lachverstäud. Tet.2V28.W 6,9 8,9 3,6 Welter 2" 756,6 4- 6,5'6. 13. Januar 07 am 07. 13. 1 (1) U02 Dcnnictcn. Näheres fixeben nachstehende Arbeiten und Lieferungen für die Hof- ist wegzugsh. d. c-tgent. btürmt >.iher hpm hpiiph Qrllenflünpl be§ Landes»ucktkausp?, 3U verk. Cvf. ccr 1&—- l'iiile. Seltersmeq 19, im Laden. | Möbl. Zimmer j Hcinr. Mencr IV. Haag. Ntreustroh gfSgJ“ >rcnnbl. möbl. Rimmer zu per- O mieten. Ludwtni'tr. 36 II. [0218 Lichcr Strafte *■>. 8711 4 Zimmer <■*? Zimmer g Cuchc ™SC Müdchcn Likoriabrir. ES starben an: rubertulose der 1 (1) 1 ID 13. 13. 14. Sonnenschein KiarerHimmel Bed. Himmel 1(1) 2 Hnnswäsche reinigt sauber b. größter Schonung 0123s Aran Otto, Liebigstr. 63. der Todeställe in der derressenden Krankheit aus von auswärts nach Kietzen gebrachte Kranke foiumen. Januar 1 1907 65 NW 84 ! NW ! 87 WNW 1 757,8 I 757,4 i mit Maschlnenbclricb der Nan- ruugä' u. Geuutzrnittelorauchv Hocksie. Temperatur Einfach uibbL Zimmer zu uerut 0301 Lutdenvlav 12 ll Montag, den 14. Januar, abdS. bet Kamerad Kremer „Stadt llllarburg" v“/il Tao Kommando. . i.sos.od.svät.Fr.Herr,Sonnenstr.6. * mehrere IL'iäbdjCU, sSUCjC foroie eine ttieitocUin uttij eine Nesraurationököchin. 0313] Frau Herr, Sonttenstr. 6. oplage bei dem neuen Zellenflügel des Landeszuchlhaufes ^atienschloß zur Vergebung öffentlict) ausgeschrieben. I. Pflasterarbeiten: 66u qm Dhnnenpflauer herzustellen. 11. Ltci«' und Sandliescrung: 120 cbm Slicksteine, Krig.-Bericht der,Dietz, ehmarkipreise. äwj s bestreich, 78 Pullen. Kütje, tzeisen, Liiere uiC M Schafe unb HLinmel. 1551 Lchweine. SJejai; jenl. Qualität 80-82 i’it .; Bullen LQuaL 13 bil .uaL 74—76 ü)lt^ 2. Quai, :al. 00—00 'JJIL, 6. Qual Lebendgewicht 81-821 50—55 Psg., 3. £M Schase: l.üual 78-??, ßfg.; Schweine 1. Cui »Üu.ö7-0OBig., Lebvo- }. Lebeiidgeiv. 00 H inbebeutenb; bt'\ flltii» Die Zusammenkunft ist in Fünfhausen. Beuern, den 12. Januar 1907. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. (Hrdarbeiter ^Baustelle Friedrichstraße 100 cum Bajaltkleinschlag, luu cbm Basaltgrutz oder Kies, 20 cbm Sand, 125 cbm Schlacken frei Baustelle anzuliefern. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen liegen fei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 2 und auf dem Ljaildureau in Rockenberg-Marienschlost zur Einsicht offen und werben die AngebotSunterlagen zum Selbstkostenpreis übge- gtben. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift bis Donnerstag, den 24. Januar 1007 vormittags IO1/, Uhr bei uns (Friedberg Hochbau» mut) einzureichen, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung im Ansein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Friedberg, den 11. Januar 1907. Großh. Hochbauamt. Montag den 14. Januar, alrerido y/i Ubr, NmtMMMlllNg bei Kamerad Berg. BWi Um vollzählige Beteiligung wird ersucht. Tao Kommando. dd o Eine Partie Wciirbindcr- liandwerközeug als Rüststangen, Dielen usw. preiswert zu verk. Schriftliche Anfragen unter 3jü an d. Giehener Anzeiger erbeten. 4 X5-Zimmcr-Haue- schöne Lage und gut rentierend, günstig zu verkaufen. Schriftl. Anfragen unter 0210 an d. Gtetzener Anzeiger erbeten. Meteorologische Beobachtungen der Station (Uieffen. fETuy nach 6tefcr ÄiKüng bin nicht gefaßt worden, weil man DergeltungS-Maßregeln der Arbeitgeber nicht herauLsordern will. Vosen, 14. Jan. Die in der Provinz ctngeleitctcn Straf« Prozesse, die mit dem Schulstreik zu'ammenhängen, mehren sich täglich. Seim Landgericht Posen allein schweben jetzt fast 200 Prozesse gegen Redakteure volniscttcr Blatter^ Aus Anordnung der Regierung wurde auch wieder einet Anzahl schul' gemeinden die staatliche Beihülfe entzogen und die Hausväter müssen deshalb in einigen Gemeinden bi5 zu 300 Prozent der Staatssteuer an Schulsteuern aufbringen. London, 14. Jan. Eine 20jährige Telephonistin wurde xn der Vorstadt Brilon von ihrem Geliebten aus Eifersucht ge- tötet. , _ . . Mailand, 14. Jan. TaS N a t io n a l - Ko m t t e e bet sozialistischen Jugend hat beschlossen, eine aktive Pwpa« ganda zu betreiben und die Rekruten des Jahrganges 18b7 zu veranlaffen, sich zum Zeichen des Protestes gegen den Militarismus nich t z u stellen. ___ Maschimnschlosscr solche aus d. Vtähe bevorzugt, könn. ioi. eimreten bei Gg Schieterstem, llllaschinemabrik, Ltch.__________12_L’ W^kMtk llkberßldt der torsfäüt in der Z1M Ließen 1. Woche. Vom 1. bis 5. Januar 1907. 5 nwokmerzahl: angenommen zu 29 500 linkt. 1600 Mann Militär) 1 Sterblichkeitszifser: 23,2°/.°, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 13,4 Voo. Kinder Gicstencr Wetterdienst., Voraussichtliche Mittcrnug für Hesicn am Dienstag, b.n 15. Januar: äJIcift trüb, geringer Regen, mild. Schwache westliche ilßinhe. GrigLnat-DrahtinelH ungen. Berlin, 1±. ^an. Tas .x u l)c n i ai i eit oct Arbeit am Wahltage ist von vielen Gewerkschaften proklamiert worden. Bestimmt feiern am 25. Januar die meisten Bauarbeiter von Groß-Dcrlin. In den Versammlungen ist ein formeller De- MIhM-Kapital an erster Stelle auf städtische und ländliche Objekte im Grotzlierzogium »cfictt aus- Auleiuen. Zinsfuß 4 Bankprovision wird nicht berechnet. früheres durch Sensal Georg Meins, b°/i Frankfurt a. 9)1., Bockenheimer Anlage 49. Lungen Lungenentzündung Influenza lsehirn- enlzündung Krebs leberschwund Eingeklemmter Bruch LebenSjchwäche________ , , ____ Summe 11(4) 9 (3j 2 (1) — A nm.: Die m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ■t_Y gesucht z. Austragen pflillll'.H u. 'jjroipcttcn bet gut. Verbiienst. Drcld.Dienstag7—LUHr abeuchs^Soncnstratzc l> LI 0305 "’^iir ein hiesiges Manufattur- wauen-Geschaft wird per bald eine tüchtige ISuchMerin gesucht. Gebildete i. chr. Damen mit guter Handschrift, die an rastäes und sicheres Arbeiten ge- wdljiit sind, wollen Angebote unter Ammbe ihrer Ansprüche und ihrer ieitjcrtGCii Tätigkeit unter 395 an den Gießener Anzeiger abgeben. Orpheum Schanzenstrasss 18 Schanzenstrasse 18 Täglich grosse Vnriet6-Vorstellung mit ftetS wechselndem Programm. Sonntags 2 Yorstellüngen, nachmittags 4 Uhr, un.i abends 87, Uhr. Gintritt ä Person I. Platz UV Psg-, IL Platz 40 Psg, ES ladet ergebenst ein w w w L». XI agner. Kränchen AUbewührt bef Katarrhen. 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