chertum mrb 'den Wunderns Arztes zu ermöglichen, unzähligen Fällen ihre intff innen, barmherzigen ntteltere Ge- 23. Deutscher Landwirtschaftlicher Genossenschaftstag. (UnLereu r , i cvuoten.) DerrtZchss Reich. Berlin, 12. Aug. Die Frage, was mit Morenga geschehen wird, ist, wie der Lokal-Anzeiger hört, entschieden. Die Kap-Regierung will Morenga an einem ber deutschen Grenze fern gelegenen Ort an siedeln. Während seines Aufenthaltes in Upington wird er polizeilich überwacht. Ties dürste um so notwendiger sein, als er bereits über 100 Anhänger um sich versammelt hat. — In der Generalversammlung des Zentral-Ver- bandes der sozialdemokratischen Vereine von Groß-Berlin erklärte Singer, daß oie sozialdemokratische Parteileitung alle vorbereitenden Schritte zur Einleitung einer großen Wa h lr e ch ts b e we g un g in Preußen getan habe. Er sügte dieser Mitteilung hinzu, daß die Sozialdemotraten keinen Anlaß hätten, einer etwa von sreisinniger Sette veranstalteten Wahlrechtsbewegung irgendwelche Hindernisse in den Weg zu legen. Zahl der selbständigen Handwerker fei die im günstigsten Falle erreichbare Altersrente von 230 Mk. bezw. Invalidenrente von 450 Mk. pro Jahr kein genügender Ansporn zur Weiterzahlung der Versicherungsprämien. Sie würden jedoch gern höhere Beiträge bezahlen, wenn sie dementsprechend hohe Renten erzielen könnten. Tie Eingabe schließt mit der Bemerkung, daß die Erfüllung der darin niedergelegten Forderungen em kleines Entgelt) für die großen Lasten wäre, die durch die soziale Gesetzgebung den Arbeitgebern, namentlich den selbständigen Handwerkern aufgebürdet sei und die in diesen Meisen oft lauten Unmut Hervorrufe. i - itne Einrichtung zum Ansammeln lolcgcr Geld- rparzwecke, die für oie sofortige Einzahlung bei selbst zu klein seien oder für deren Einzahlung tm Augenblick Zeit und Gelegenheit fehle. Die Einleger erhielten zu diesem Zweck Don der Sparkasse leihweise und kostenfrei eine verschlossene Sparkasse mit Einwurfsvorrichtung zur Aufnahme des Geldes. Tie Büchse könne nur geöffnet werden, wenn der Inhaber sie zur Sparkasse zurückbringe. Der Inhalt werde alsdann in seiner Gegenwart der Büchse entnommen und als verzinsliche Spareinlage eingetragen. Tie Einführung der Heim-« politische Tagesschau. Der Deutsche Handwerks- und Gewerbelammertag tt an den Reichstag und an den Bundesrat eine Eingabe geästet, in der um die Einführung weiterer Lohnklassen in das iwalweuversicherungsgesetz ersucht wird, und zwar sollen unter eschränkung der bisherigen Klasse 5 auf die Lohnhöhe von 150—2000 Mk., eine Klasse 6 für die Höhe eines Lohnes von 000—3000 Mk. und eine Klasse 7 für eine Lohnhöhe von mehr .s 3000 Mk. hinzugefügt werden. In der Begründung wird -^geführt, daß der Ternsche Handwerks- und Gewerbekammer- -g, da feine Bestrebungen, di, selbständigen Handwerker in :e Zwangümnung einzubeziehen, bei der Reichsregierung auf uosätzliche Bedenken gestoßen seien, und da auch ein Teil c selbständigen Handwerker selbst sich dagegen ausgesprochen we, sich nunmehr auf die Verbesserung der freiwilligen Ver- cherutia beschränk. Vvn dec freiwilligen Versicherung komme e v^elbstversicherung für das Handwerk im allgemeinen nicht ehr erheblich in Betracht, da von der heutigen Generation, so-, eit sie nach dem Jahre 1864 geboren fei, nur wenige Prozent id)t dem iVersicherungszwang als Arbeitnehmer unterlegen itten. Fmr diese fei somit die Weiterversicherung von größter ebeutung. Wenn aber die selbständigen Handwercker trotz der lenfiüen Belehrung durch die Landesversicherungsanstalten und e Landwerts- und Gewerbekammern so Wenig von diesem Rechte *r Wiiterversicherung Gebrauch machten, so lei der Hauptgrund e geringe Höhe der erreichbaren Renten. Für eine große Die Gesundheitspflege werde durch belehrende Vorträge in den Generalversammlungen gefördert. Tas Dorfbad auch in kleinen Dörfern leicht herzustellen sei ein gutes Mittel zur Erziehung, zur Sauberkeit und Gesundung. Für ordentliche Hebammen, Mr Einführung des Wöchnerinnenkorbes, für Verteilung des Merkblattes des vaterländischen Frauenvereins über Ratschläge zur Ernährung und Pflege der Kinder in den ersten Lebenswochen, für die Verbreitung der wertvollen Schriften des Deutschen Vereins für Volkshygiene, hätten Genossenschaften wirkungsvoll ihre Kräfte zurl Verfügung ge/hellt. In her ft ran ke n- pflege gilt es entgegen dem Kurpfusck Mitteln die Bestellung eines ordentlichem Gerne spendeli Genossenschaften in i _ Mittel zur Stationierung von Tiakonissinnen, barmherzigen Schwestern, Krankenpflegern, Gemeindeschwestern, bemitteltere Genossenschaften hätten kleine Krankenhäuser, oder doch wenigstens einige Krankenzimmer im Gemeindehause geschaffen. In keiner ländlichen Genoffen-fchaft sollte ein Krankenpflegeschrank, Mar- aarethenspende, Sanitätskasten, Krankensahrstuhl, Krankenbahre, Verbandstasche für die Wald- und Steinbrucharbeiter fehlen. Für Bildungszwecke treten die Genosfenschaften ein in Errichtung der Fortoikdungsschulen, Haushaltungsschulen, Kochschulen, Handfertigteitsschnlen, in Ermöglichung von Haus- haltungskursen, Wanderkursen für Belehrung in Obst- und Gemüsebau, Milchwirtschaft unb Krankenpflege. Besondere Förderung erfuhren die VolkLbibliothelen und ländlichen Genossenschaft^ büchereien, welche durch die dem Leserkreise angepaßten Stosse nicht nur die schlechte £eteure verdrängen, sondern auch einer volkstümlichen lerlügen Belehrung Platz machen. Zu erwähnen seien ferner die Pflege edler Geselligkeit durch die prachtvollen Deutschland und England. Morgen trifft König Eduard, wie bereits gemeldet, in Mlhelmshöhe ein, um auf der Durchreise nach Wien seinem äiserlichen Reffen einen kurzen Besuch abzustatten. Handelt 's sich hierbei auch nur um eine private Visite, so liegt ;s auf oer Hand, daß beide Monarchen nicht verfehlen werben, sich gegenseitig über die internationale Lage auszu- prechen und überdies befindet sich im Gefolge des Königs )er Unterstaatssekretär des Aeußern, der sich während seines Aufenthaltes in Wilhelmshöhe mit dem anwesenden Ver- reter des Auswärtigen Amtes schwerlich bloß über das Petter unterhalten wird. Ganz abgesehen hiervon aber -ildet der Besuch Eduards VII. ein Symptom für den Um» chwung der Stimmung an der Themse gegenüber Deutsch- and, nach einer Aera, in der man unmittelbar vor dem Ausbruch eines folgenschweren Krieges zwischen beiden Ra- ionen zu stehen schien. War doch die Haupttendenz der inglischen Auslandspolitik lvährend der ganzen letzten Jahre iue ausgesprochen deutschfeindliche und die Anknüpfung ünes engeren Verhältnisses zu den verschiedenen Mächten oar eingestandenermaßen lediglich zu dem Zwecke erfolgt, Deutschland einzukreisen und zu isolieren. Hierin schien tbnig Eduard seine Lebensaufgabe zu erblicken, wenngleich lußer Frage steht, daß hierbei persönliche Mißstimmungen ine nicht unbeträchtliche Rolle gespielt haben. Es ist viel- ach erklärc worden, daß man den Reisen des Königs keine o hohe Bedeutung beizumessen brauche, da er auf Grund »er Verfassung mit der Politik nichts zu tun habe und die Rinister die Macht in den Händen hätten. So steht es vohl auf dem Papier, und auch zu Zeiten bgr Königin Viktoria war es so, aber König Eduard hat es unter pein- ichster Beobachtung der weitgehenden Rechte seiner Md- lifter gleichwohl vortrefflich verstanden, einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Gestaltung der englischen Politik ich zu verschaffen und in erster Linie ihm find die verschiedenen Abkommen zu danken, die England, nachdem es ich früher seiner glänzenden Isolierung rühmte, einen -arten Rückhalt gewähren und es in die Lage gebracht ;abeu, der deutschen Politik hemmend gegenüber zu treten. Iber es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den )immel wachsen, und so gab es denn auch in England elbst objektiv denkende H^rs örtlich ketten, die mit Besorgnis ahen, wohin die Dinge treiben und die Ansicht vertraten, aß ein Konflikt mit Deutschland für England, selbst wenn v erfolgreich sein sollte, schweren Schaden nach sich ziehen rürde. Richt von deutscher, sondern gerade von englischer 5eite ist die Anregung zu Dem gegenseitigen Besuch ge- eben worden, und wenn man vielfach auch skeptisch über iese Visiten gelächelt hat unb gemeint, daß den schönen, nter der Wirkung der guten Tafel gehaltenen Trink- prüchen keine Bedeutung beizumessen sei. Indessen ist man erade dadurch, daß man sich auf solche Weise kennen ernte und einander näher trat, ein über Erwarten gutes üück vorwärts gekommen unb es ist unleugbar, baß ein riimmungswechsel bei unseren Vettern jenseits des Kanals atsächlich eingetreten ist, der auch einige Dauer verspricht. Han hat nach und nach auch in der Bevölkerung einge- ehen, daß die deutsche Politik eine durchaus friedliche fei nd daß dieser gegenüber Mißtrauen kaum am Platze wäre; agen doch überdies auch den Reibungen nicht in letzter inie wirtschaftliche Motive zugrunde, indem man befürch- ete, von dem deutschen Rivalen mehr und mehr überflügelt u werden; aber „Raum für alle hat die Erde" und es ist ei gutem Willen sehr wohl möglich, daß beide Rationen eieblich nebeneinander auf wirtschaftlichem Gebiete vorwärts kommen. Diese Einsicht durchdringt mehr und mehr weite Schichten der Bevölkerung, so daß unter diesen Um* änben die Preßverhetzung an Einfluß verliert. Man hat arum auch die bisherige Taktik gegenüber Deuts ch- inb geändert, wie man beispielsweise auch Deutsch- inb bei den Verhandlungen zwischen England und Ruß- mb über eine Verstänbigung in Asien ständig auf dem rufenden gehalten hat. Wir unsererseits haben feinen wund, diesen Stimmungswechsel zu ignorieren, denn, wenn nr auch England nicht nachlaufen wollen, so kann ein Utes Verhältnis mit Großbritannien für uns nur von orteil sein: man denke nur an Afrika, wo eine Verständi- iuig über den beiderseitigen Besitz und gegenseitigen etwa forderlichen Schutz großen Nutzen in sich bergen würde, ad) alledem kann man König Eduard auf deutschem Boden ur mit aufrichtigem Herzen begrüßen. Berlin einverstanden. t m t . Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde in den Verhandlungen fortgefahren. Heber die Förderung der Spartätigkeit auf dem Lande durch Einführung sogenannter Heim- und Haus- sp ar lassen sprach Verbandsgeschästsführer Sparr-Stettin. Er gab zunächst einen Ueberblick über die bisher vom Reichsverband getroffenen bezw. empfohlenen Einrichtungen zur Förderung und Belebung der Spartätigkeit auf dem Lande. Von att den verschiedenen Einrichtungen, die bisher getroffen Wurden, um den Sinn für Sparsamkeit in den breiten Schichten Der Bevölkerung zu Wecken und zu fördern, habe keine so allgemeine Verbreitung gefunden. Wie die Heim- oder Haussparkasse. Mau verstehe darunter eine Einrichtung zum Ansammein solcher Geldbeträge für S' * CJl" f-c— der Sparkasse IV. Zum folgenden Punkt der Tagesordnung: Warum und in Welcher Weise können und sollen die Genossenschaften ländliche Wohlfahrtspflege treiben ? legte der Berichterstatter Pfarrer .Lcll-Stepfershausen folgenden Anttag vor: „Ter Genossenschaftstag erklärt: 1. Unter Wohlfahrtspflege genossenschaftlicher Art ist die freiwillige, aus eigener Kraft herausßebvvene Tätigkeit der Genosfenschaften zu verstehen. Welche die Schäden auf dem Lande in wittschastlicher, sozialer, geistiger und sittlicher Art zu mildern und zu heben anstrebt, sofern hierzu das Eintreten des Staates, der Gemeinden und der Kirche versagt. 2. Zur Wohlfahrtspflege sind die ländlichen Genossenschaften deshalb besonders verpflichtet und geeignet, weil in ihnen die geistigen, sozialen und materiellen Kräfte der ländlichen Bevölkerung in hervorragendem Maße zur Beifügung stehen und die Genossenschaften neben wirtschaftlichen auch sittliche und soziale Ausgaben zu lösen berufen sind. 3. Zunächst empfiehlt es sich, daß die ländlichen Geiwssenschafden sich in der Wohlfahrtspflege auf dem Gebiete der Gesundheits- und Krankenpflege, der Erziehungs- unb Bildmigszwecke, der edlen Geselligkeit, ferner der Fürsorge zur Errichtung von Kinderbewahran- stalten und Sterbekassen tätig erweisen. 4. Wenn auch für Wohlfahrtspflegezwecke schon große Summen seitens der ländlichen Genossenschaften aufgewandt wurden, so ist doch eine ge- steigette Tätigkeit auf diesem Gebiete durchaus erstrebenswert. Freilich darf dieselbe erst dann erfolgen, wenn die Genossenschaften wirtschaftlich genügend erstarkt sind." Tie auf der Setbsthülfe beruhende Wohlfahttspflege, so führte der Redner aus, habe die soziale Aufgabe, die verschiedenen Bevölkerungsklassen des Landes auf dem Boden gemeinsamer und gemeinnütziger Arbeit einander näher zu bringen, die schroffen Klassengegensätze zu mildern und zwischen Herrschaft und Arbeitern auf ein gegenseitiger Unterstützung gegründetes harmonisches Verhältnis herbeizuführen sucht. Die Wohlfahrtspflege habe eS nicht nur mit materiellen, sondern auch ideellen, mit seelischen Ursachen und Mitteln zu tun. Wie das wirtschaftliche, so wolle sie auch das geistige und gesellschaftliche Leben auf dem Lande pflegen und bereichern. Die ländlichen Genossenschaften seien besonders verpflichtet und geeignet, Wohlfahrtspflege zu üben, weil ihnen vorzüglich geistige, soziale und materielle Kräfte zur Verfügung ständen. Erst dann dürften aber die Genossenschaften an die Begründung von Wohlfahrtseinrichtung en herantteten, wenn sie die nötige Kopitalveserve erlangt hätten und ihr Wirkungskreis gesichert sei. Der Redner beantwortete dann die Lange „Aus Welche Gebiete hat sich die Wohlfahrtspflege der Genossenschaften zunächst 'm erstrecken?" Je nach Lage und Verhältnissen müsse jede Genossenschaft selbst'wissen, welche Wohll^ fahrtspflege sie zu treiben habe. Dem Reichsverband liege es fern, irgend welche Vorschriften zu machen. Rur nach drei Seiten hin möchte er den angeschlossenen Genossenschaften in der Wohlfahrtspflege Handreichungen gewähren. Nämlich bei der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Jugend- und Bildungszwecken und bei Sterbefällen. sparkasse bei den genossenschaftlichen Sparkassen sei dringend zu empfehlen. Mit der Heimsparkasse lasse sich daS Abholungssystem, das Ideal aller Sparkassen, am bequemsten verbinden. Ter Redner stellte schließttch folgenden Antrag: „Der 23. deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag erklärt: Die Lichtbildervorträge, die gemütlichen Genossenschaftsabende mit Vortrag, Sang und Spiel, die erhebenden volkstümlichen Theatervorstellungen heimatlicher oder einfacher klassischer Bühnenstücke. Zum Schluß empfiehlt Redner noch zwei Gebiete der Wohlfahrtspflege, welche von Genossenschaften unterstützt werden können: Tie Kleinkmderbewahranstalten, Kostwatteschulen, Kinderheime während der Sommerzeit, und die Sterbekassen, Begräbnisunterstützungskassen, Wenn der Ernährer und Versorger heimge- rufen^wttd. Tiefe letztgenannte Wohlfahttseinrichtung habe nach der Statistik die weitestverbreitetste Einführung gefunden. Tie Resolution des Berichterstatters wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Hierauf deschäsligle sich der Genosseilschaststag mit der Frage: f,3ft im Allgemeinen sowie im Interesse der ländlichen Genossenschaften die Einbürgerung und Ausbreitung des Scheckverkehrs erwünscht und aus welchen Gründen? Ter Berichterstatter Bankdirektor Ihrig (Darmstadt) stellte wlgenden Antrag: w$)er Genossenschaststag erklärt 1) Durch Einbürgerung und Ausbreitung des Scheckverkehrs in immer weiterem Streife der Bevölkerung, unterstützt durch eine geeignete einheitliche Regelung des Ueberweisungs- und Abrechnungsverkehrs wirb das geldverteuernde Brachliegen, wie Hin- und Her- schieben so vieler barer Geldmittel zum Vorteil des gesantten Wirtschaftslebens vermieden oder doch aut ein natürliches Maß beschrankt. 2) Tie Lücken, Mängel und Widersprüche des heutigen Rechtszustaudes hiusichtlich des Scheckverkehrs im allgemeinen, das Fehlen einer gesicherteii Rechtsgriindlage für den Scheck selbst, stehen jedoch der Entwickelung, dem weiteren Ausbau des Scheckverkehrs hiudernd im Wege. Der in seinen verschiedenen Arten und Formen rechtlose Scheck nimmt daher heute nicht den ihm gebührenden Platz als geeignetes ZahluiigSmittel in modernen Zahluiigsverkehr ein. 8) Zur Beseitigung dieser Hindernisse ist m erster Linie der Erlaß eines guten, den Bedürfnissen des modernen Zahlungsverkehrs entsprechenden Scheckgejetzes geboten. Dieses Gesetz darf keine lästigen, den Verkehr henimenden Strafbedingungen enthalten; eS müsse vor allem bestimmen: a) daß der Schek weder mit dein Reichsstempel noch mit Landesstempel belegt werden darf; b) daß der Scheck nicht nur’ aut Banken und Bankiers, soiidern auch auf eingetragenen Kreditgenossenschaften gezogen werden darf; c) daß der Scheck auf ein Guthaben des Ausstellers bei dem Bezogenen, das ebenfowohl ein Bargeldguthaben, wie em Kreditguthaben sein kann, ausgeschrieben werden muß; d) daß der Scheck binnen 15 Tagen zur Zahlung vorzulegen ist und falls der Bezogene Mitglied einer Abrechnungsstelle ist, daß die Einlieferung des Schecks bei dieser oder einer zugehörigen Einlösungsstelle als Vorzeigung bei dem Bezogenen gilt, e) daß ein Scheck, der von dem Aussteiler oder einein Inhaber mit den quer über die Vorderseite geschriebene>i oder gedruckten Zusatz „Nur zur Verrechnuug" versehen ist, als „Verrechnungsscheck" von dein Bezogenen nicht bar, sondern nur durch Verrechnung mit dem Inhaber, einem Kontoinhaber des Bezogenen oder einer Abrechnungsstelle eingelöst werben bad, und daß die Verrechiiung als Zahlung im gesetzlichen Sinne zu gelten habe; f) daß Abrechnungsstellen, die seitens einer Vereinigung von Scheckbezogenen eingesetzt sind, als Abrechnungsstellen im Sinne des Gesetzes zu gelten haben; g) daß im Falle der Nichteinlösung jedem Scheckinhaber Regreß gegen Aussteller lind Indossanten zusteht. Zur Aiisubimg dieses Regresses sollte der Scheckprotest liach den Vorschriften der Wechselordnung im Gefetz keine Aufnahme finden; h) daß der Widerruf eines Schecks iiicht vor Ablaiif der Vorlegungszeit zulässig ist. 4.) Damit der Scheck auch tatsächlich zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs und Ersparung von Geldumlaufmitteln in allen den Kreisen der Bevölkerung sich einbürgert, bedarf eS weiterhin zentraler Abrech- mmgsstelleii mit einem Netz gut und rasch funktionierender Em- lösuiigsslellen. ö. Der Generalanwalt wird daher ersucht a) darauf hiuzulvlrkeu, daß bald ein gutes, die Verhältnisse und Bedürwisse der Allgeiiieniheit, wie der ländlichen Bevölkerung und ihrer Kredilorgaiiisationen gehörig berücksichtigendes Scheckgesetz geschaffen ivird; b) die Einrichtungen für einen zweckmäßigen Scheckeinlösilngsdienst, wie sie in der Scheckvereinigung des rtteichs- Verbandes bereits getroffen sind, für das ganze ReichsverbandS- gebiet weiter anszubauen; c) da§ Wesen, die Vorteile und die Anwendung des Schecks als nioöemeS Zahlungsmittel in belehrenden Schriften zur allgemeinen Keiinlnis zil briitgen. Ter zweite Referent Verbandsdirektor Regierungsrat K r eth- Berlin behandelte speziell die Einführung des Postscheck- Verkehrs und der Postsparkasse unb die Folgen einer solchen Einführung auf den Geschäftsbetrieb der ländlichen Dar- lehnskafsen. Er unterbreitete der Versammlung folgenden Antrag: 1. Ter Postscheckverkehr führt, namentlich wenn die Einlagen verzinst werden, zur Postsparkasse. 2. Die Postsparkasse in Verbindung mit dem Postscheckverkehr würde das Genossensä)asts- wefen, insbesondere die ländlichen Spar- und Tarlehnskasseir schädigen: a) durch Entziehung von Spareinlagen und durch eine dem platten Lande, Wie überhaupt dem Mittelstände, nachteilige Konzentration des Tepositemvesens; b) durch Vernichtung der vielversprechenden Anfänge des genossenschaftlichen Scheckverkehrs, dessen Ausbau ein dringendes Erfordernis ist. , Ter Genossenschaftstag erklärt daher: Tie Einführung des Postscheck- Verkehrs und der Postsparkasse ist als eine das Genossenschaftswesen schädigende Maßregel zu verwerfen. Tie Versammlung erklätte sich zu den Vorschlägen der beiden Referenten Jhrig-Tarmstadt unb Regierungsrat Kreth- 2S.Ä,. Blatt 157. Jahrgang Dienstag 13. August 1907 außer Sonntag». VezrrgSPret-r Dem Gießener Anzeiger jT J . MI ▼ * monatlich75Pf^viertel- werden im Wechsel mit ÄAA A ▲ A 4k Jk 4k ▲ A jährlich Mk. 2.20; durch e'ää Int AtrAlj AI* litt A AM sä ^»avHvnvIlvl ZtlMvlUvLs~ Kr«lsblatl für 6en Krtis W U ■ W W W' W W W M. A Zeilenprtts: lokal WPf, Gichen. Fernfprech-An- M V ™ ™ auswärts 20 Pfennig. schlußf.d.RedaktionI12 tV^ WM Verantwortlich General-Anzeiger für Oberhessen UM bi» »ormu?agT“ou^ KotaflowsörMtf und Verlag der Vriihl'schen Univ.-Vllch- und Steindruckerei. R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schulstratz« 7. *“55 Heimsparkasse Hal einen hohen Volks- und privatwirtschaftlichen .Der 23. deutsche bezieht/ Sitzung ver Stadtverordneten Baugesuche. Darauf schloß der Generalanwalt die Tagung mit dankenden Worten. Betriebsmittel der Spar- und Tnrlehnskassen zu erhöhen. Den genossenschaftlichen Spar- und Tarlehnskassen des Reichs Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften ist daher dringend zu empfehlen, neben dem bisherigen Kleinsparvcrkehr auch die Heimsparkasfen zur Einführung zu bringen." Tie Versammlung stimmte dem Anträge zu. „Das Verhältnis der landwirtschaftlichen Genossenschaften, insbesondere der Molkereigenossenschaften zur Ärbeiterun- fa l l ve r s i ch er u n g" behandelte der Geschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Molkerei-, Brennerei- und Stärke-Industrie Dr. Lange- Berlin unter Vorlegung folgenden Antrages, der von der Versammlung angenommen wurde: landwirtschaftliche Genossenschaftstag erklärt: Gießen, 12. Ang. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum: Beigeordneter Cursch- Mann, Georgi. Stadtv.: Dr. Ebel, Eichenauer, Euler, Faber, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Dr. Haberkorn, Haubach, Helfrich, Huhn, Iann, JugHardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Wallenfels. Mitteilungen. Der Vorsitzende teilt mit, daß Stadtbaumeister Braubach für den ihm genehmigten Urlaub von 1/2 Jahr der Versammlung dankt. Tie Fünfziger von 1856—1906 haben der Stadt für den Fonds zur Darreichung eines warmen Frühstücks an Schulkinder die Summe von 150 Mk. gestiftet, wofür ihnen gedankt wird. Rechtsanwalt Leun ersucht im Auftrag der Frau Rübsamen um Anschluß, von deren Hoftaite in der Lahnftraße an die Wasserleitung. Das Gesuch geht an die Gas- und Wasserwerksdeputation. Die Einrichtung der Äbortanlage in der Bezirksschulc an der West-Anlage wird nn die bet der beschränkten Submission I wenigstnehmende Firma Schafsslädt übertragen. Tie Bezirksscyule soll demnächst in Benutzung genommen werden, die Verteilung der Kinder itach deit Wohniingeii soll im Interesse des Unterrichts erst im nächsten Frühiahr erfolgen. Für die Abortanlage des Schulhauses an der Schillerstraße werden 123,25 Alk. Mehrkosten bewilligt. Berfchiedencs. Die freihändige Abgabe von Deckreisern usw. aus dem städtischen Walde im Jahre 1906, die 723 Mk. erbrachte, ivird genehtnigt. Eine Anzahl abgeschlossener Kaufverträge, bei denen es sich hauptsächlich um den Tausch von kleinen Geländestücken mit den Eheleiiteu Renmeyer, Leichtweiß und I. G. Pfasf handelt, findet Genehmigung. Der von der Bahnverwaltung beabsichtigten Anlage einer ' Telephonleitimg am Wißmarer-Weg ivird ziigestimmt. Für die Heizung der Friedhosskapelle nm Nahrungsberg bezahlt die errang. Gesamtgemeinde einen Jahresbeitrag von 20 Atk. Da die Heizung der Kapelle nur einmal im Jahr im Interesse der cvang. Kirche erfolgt, ersucht,der Kircheiivorstand um Ermäßigung dieses Betrages. Im Interesse einer reiiilicheu Scheidung zivijchen bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde soll, wie die Versammlung beschließt, der Beitrag der evaiig. Gemeinde künftig ganz fortiallen. Für Wasser- und Lagerarbeiten konnte seither den städtischen Arbeiterti der Stitndenlohn um 5 Pfg. erhöht ivexben. Mit der Neuregelung der Löhne empfiehlt es sich, statt befielt bei diesen Arbeiten den möglichen Höchstlohn höher festzusetzen. Die Deputation beantragt 40 Pfg., auf Antrag des Stadtv. Krumni wird 41 Pfg. beschlossen, dan.nl das Verhältnis dasselbe bleibt wie seither. Der im Frühjahr beschlossene U m s atzstempel bei Jm- mobiliarverkäilfen hat inzwischen die ministerielle Genehmigung erhallen mit der Maßgabe, daß seine Erhebung mit dem Tage der Veröffentlichung erfolgen soll. Die Versamnilung ist mit dieser Abänderung einverstanden. Stadtv. Haubach fragt dabei an, ob etivaS über das Schicksal der K a n a l g e b ü h r e n 0 r d n u n g bekannt sei. Ter Vorsitzende erividert, er habe kürzlich dieserhalb bei dem Minislerial- Stadtv. Löber bittet, falls dem Gesuch Folge gegeben wird, auch das daneben liegende Haus mit Wasserleitung zu bedenken. Es wird ausgesprochen, daß int Falle der Befolgung des Gesuchs alle Häuser der Lahnstraße angeschlossen werden sollen. Ter Konzertverein bittet schriftlich unter eingehender Begründung um Gewährung eiu.es Zuschusses, da er bei den fortwährend steigenden Ansprüchen des Publikums, den steigenden Kosten für Solisten und Orchester usw., stets mit einer Minber- einnahme zu rechnen habe. Das Gesuch zieht die Zukünftig in Frage kommende Gründung eines städtischen oder ^tädtebund- orchesters in den Kreis seiner Erörterungen und enthält ferner Vorschläge bezüglich der Abhaltung von Volkskonzerten. Zunächst wird sich die Finanzdeputation mit der Sache beschäftigen. Stadtv. Petri hat auf Anfrage schriftlich mitgeteilt, daß er sein früheres Angebot, die Decke im Sitzungssaal der Stadtverordneten umsonst herzustellen auftecht erhalte. Die Herstellung werde geschehen, wenn einige sonstige ihm übertragene dringende Arbeiten fertig seien. Ter vom Vorsitzenden gemachte Vorschlag, für das hierdurch gesparte elektrisches Licht einzuführen, fand in der Versammlung keine Gegenliebe. ^5. V?rtilgung der Feldmäuse im Neustadter Feld nachträglich angeforderten Mittel werden bewilligt Dre sehr notige Wiederherstellung der Fahrstraße hinter dem Dorhaus chen am Selterstor erfordert 2700 Mk Die Summe wird bewilligt, da eine Reparatur nicht viel billiaer tarne. ö Stadtv. Löber regt an, ob man nicht vorher wichtigere Straßen herstellen solle, z. B. die Walltorstraße. Ter Vorsitzende erwidert, die beantragte Herstellung sei dringend nötig und auch wegen der Walltorstraße werde demnächst Vorlage erfolgen. ,,angeforderten Mittel sür die Befestigung von einer Anzahl Bürgersteige werden, bewilligt. M ÜaiMt sich hauptfäch- Arrs Stadt und Land. Gießen, 13. August. ** Von der Säkularfeier der Landesuni- Sgrfitä t. In. mehreren Zeitungen spukt ehre Geschichte dezernenten nngesragt und erfahren, daß die Sache mit möglichster Beschleunigung erledigt werde. In welcher Weise könne er aller- Zunächst wird ein grundsätzlicher Beschluß gefaßt, daß bei I diugs nicht sagen. Uebrigens sei ihm mitgeteilt worden, daß aus Anbringung von Erkern und Balkon en, die in städtischesI diesem Anlaß heraus daran gedacht worden fei, die Bestimmung Gelände hineinragen, von jetzt ab eine einmalige Anerkennungs-! der Städteordnung wegeii der Zujammenfetzung der Stadlverord- gebühr an die Stadtkasse zu bezahlen ist. Sie soll für jeden neten-Versammlungen hinsichtlich der Höchstbesieuerten aufzuheben. Quadratmeter bebaute Fläche und jedes Stockwerk betragen bei den Eine Anzahl Rechnungen, Kreditüberschreitungen usw. Erkern,10 Mk. und bei Balkonen 5 Mk. wird genehmigt. Beig. E u r s ch m an n teilt dabei mit, daß bei Berg. Georgi wünscht, daß die Gebühr einheitlich fest- den Ausschmückungsarbeiten zum Universitätsfest gegen den Vor- öesetzt werde. anschlag 1000 Mk. gespart worden seien. Berg. C ursch mann betont, der Vorschlag, bei Erkern das Stadtv. Haubach will bei derartigen freihändigen Verdoppelte zu nehmen wie bei Balkoneu, sei deshalb von der Bau- gedungen einen gewissen Turnus unter den betr. Geschäftsleuten deputatron gefaßt worden, weil die Erker bedeutend ineljr Licht eingehalten haben, was zugesagt wird und im allgemeinen hrnwegnehmen als Balkone. Auch Stadtv. Dr. Haberkorn tritt seither schon geschah. für den Vorschlag der Baudeputation ein, da durch Anbringung Stadtv. Krumm freut sich über die Ersparnis und bringt ü.onmrJ*rn Wohnungen tatsächlich erweitert würden, während die Beschwerden der Anwohner der Bahnhofstraße wegen des em Balkon nur einen sehr beschränkten Nutzungswert habe. Uebergehens dieser Straße bei der Schmückung zur Sprache. o^.^nde B a il g e su che werden genehmigt bezw. die erforder- Durch die Art der Schmückung seien die Fremden geradezu Dispense befürwortet: „ von der Bahnhofstraße abgelenkt und die dortigen Geschäftsleute ~eL" önrma Ade r m annu. K l i n g für die Plockftraße wegen I empfindlich geschädigt worden. Beig. C u r s ch m a n n erwidert, ^noringung eines Erkers. nach dem gerade von Stadtv. Krumm für die Schmückung emp- Dvilh. ^eip HI. für die Rooustraße wegen Anbringung eines fohlenen Prinzip der Sparsamkeit habe man sich darauf beschränkt, _ den Huuptzugang zur Hauptstraße der Stadt zu schmücken. Die Johann Gg. Pfaff für die Goethestraße wegen Anbringung Stadtvv. Huhn und Löber schließen sich den Beschwerden über von Mlkonen , die Zurücksetzung der Bahnhofstraße an, letzterer hätte gewünscht, Johann Gg. Pfasf für den Schiffenberger Weg wegen eines daß man den ganzen Straßenzug bis zum Walltor mit Schmuck Stallanbaues „ bedacht hätte. Johann Gg. Pfaff für ein Backsteinmacherhäuschen am Wis- Ter Anstellung eines Bureaug ehülfen beim Elek- marer Weg außerhalb des Bebauungsplans unter der Bedingung, Itrizitätswerk, die durch die wachsende Geschäftslast er- daß ^es 10 Meter von der Straße ab zu stehen kommt. I forderlich ist, wird zugestimmt. Die iH-rma B ü r u. We11erhahn sür die Bahnhofstraße I Tie Rechnung des Realgy m n a s i u m s und der O Herwegen emes Erkers nnt 90 Zentimeter Ausladung. (Wie ursprüng-1 r e a l s chu le für 1906 ergab eine Mehreinnahme an Schulgeld lich vorgesehen, man hatte früher nur 40 Zentimeter Ausladung I von 20 000 Mk., weshalb sich der Zuschuß der Stadtkasse gegen genehmiat) I den Voranschlag um 8430 Mk. verringert. H. W. Rinn für einen Ringofen außerhalb des Bebau-1 Der Kn ab en hort hat seit seinem Bestehen recht segens- u^^-^Plans an der Wismarer Kreisstraße. __ I reich gewirkt. Er wird zurzeit von 76 Insassen besucht und 28 Gartner Gerhardt für eine Halle usw. am Schiffenberger I mußten wegen Ueberfüllung zurückgewiesen werden. Es wird c- . deshalb eine Teilung ab 1. Oktober d. Js. beantragt. Der An- xxa)t befürwortet werden: Ein Gesuch von K. Huhn wegen »trag findet Genehmigung und ebenso werden die erforderlichen Belasiung eines Fensters an einem Stallbau in der Rittergasse; 11530 Mk. bewilligt. Der Vorsitzende teilt dabei mit, daß' Rektor ein Gesuch von K. Rübsamen für einen Ziegenstall am Hahn leider mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand um Witzmarer Weg; ein Gesuch von Wittm ann für die Mar- seine Pensionierung nachgesucht habe. durger Straße außerhalb des Bebauungsplans, da eine Verein- Tie (seinerzeit abgedruÄe) Eingabe des Bürgerver- varung wegen einer den zukünftigen Bebauungsplan berücksichtigen- eins wegen des Standes verschiedener städtischer Angelegenheiten den Tage des Gebäudes nicht zustande kam. und die darauf gegebene (inhaltlich im „Gieß. Anz." mitgeteilte) , »11 ^lveiterungsbau des Allgem. Vereins für Armen- Antwort werden vom Vorsitzenden verlesen. oq o Vt ^er Johannesstraße wurde versehentlich Stadtv. Eichenauer macht dabei Mitteilung über die kürzer) Bentimeter über die Grenze des städtischen nach der Sparkasse lich abgehaltene Sitzung des Eisenbahnkomitees Gießen-Laubach. zu liegenden Geländes, hinausgebaut. Dem Bau wurde, als es Er habe im Einverständnis mit den übrigen Vertretern der "blnerit l^rbe, sofort Einhalt geboten. Der Verein sucht nunmehr Stadt, Beig. Curschmann und Stadtv. Gabriel, dabei die lieber» um käufliche Abtretung des betr. Geländes nach. Mit Rücksicht nähme der Kosten einiger kleiner Vorarbeiren versprochen, weil i t 1 fpäte^c durchzuführende Straße wird dies sie der Ansicht gewesen seien, die Stadt Gießen sei hierzu als die avgelehnt, sodaß der Verein eventl. das Gebäude ändern muß, kräftigste der beteiligten Gemeinden am besten in der Lage. Die wenn es ihm nicht gelingt, mit der Sparkasse wegen der Ab- Versammlung ist damit einverstanden. tretung eines entsprechenden Geländestreifens, das zum Straßen- Stadtv. Haubach fragt an, was das Kleebachtal- gelanoe genommen werden könnte, eine Einigung zu erzielen. Bahn Projekt mache. Städtische Arbeiten und Lieferungen. ^r Vorsitzende erwidert, über dieses Projekt sei jedes 'gesprochene und geschriebene Wort verloren, da Preußen keine Genehmigung zur Vornahme der Vorarbeiten gebe. Einige Wirtschaftskonzessionsgesuche > bei denen es sich um den Uebergang bestehender Wirtschaften handelt, finden Befürwortung. Es handelt sich um die Gesuche von Joh. Vogel für Bahnhofstraße 48, K. Hartmann für Li'.dwigstraße 6, Joh. Steinmann für Ludwigstraße 55 und G. Wissig fiir die Bahnhof- straße (Großherzog von Hessen). lich 'um den SeltersweSs, Kreuzplatz, Marktplatz, Mäusburä. Walltorstraße, Wetzlarer Weg usw. Stadtv. Krumm regt dabei die gleichartige Herstellung in den einzelnen Straßen an. Der Vorsitzende sagt das zu, soweit nicht aus Zweckmäßigkeitsgründen anders verfahren werden muß. Für die Anlage von drei Hydranten in der Moltke- st'r a ß e werden die geforderten 1185 Mk. bewilligt. Swdtv. Haubach bringt dabei ein Eingesandt im Gieß. Anz. zur Sprache, das die unpraktische Aufstellung der Hydranten kritisiert, und b enter ft, daß die darin gemachten Angaben richtig feiern Er habe sich durch den Augenschein davon überzeugt, daß die Hydranten fast in der Mitte des Bürgersteiges ständen, und ein Verkehrshindernis seien. Der Vorsitzende bält ebenfalls die ^Bemängelung für nicht ganz unberechtigt. Man befinde sich aber in einer gewissen _.. _ . _________ Zwangslage, da die Wasserleitung nahe am Bürgersteig liege , . . _ .... 1. Die Unfallver- und die Anschlußröhren nicht kürzer zu haben seien. Man Sicherung ist auch auf die kleineren gewerblichen Betriebe aus- werde dem Mißstand dadurch begegnen, daß man den Bürgerzudehnen. Wie schon jetzt alle land- und forstwirtschaftlichen Be- Üeig nach der Eisbahn zu verbreitere. Stadtv. Haubach rügt triebe ausnahmslos versichert sind, so sollen auch alle gewerb- ferner das unschöne Aussehen der Hydranten und regt an, sie liehen Betriebe der Versicherung unterworfen werden. 2. Es in der Nähe von Laternen anzubringen. sind bestimmte klare Regeln darüber aufzustellen, wann ein Das Gelände an der Kläranlage soll an die Masser- Gespannhalter, der mit seinen eigenen Zugtieren Fuhrleistungen leitung angeschlossen werden. Ter hierfür geforderte Kredit für eine Genossenschaft übernimmt, als Arbeiter der Genossen- von 850 Mk. wird bewilligt. schäft, wann als selbständiger Unternehmer zu gelten hat. Nuri Auch die Kabellegung in der Wetzsteingasse und in der dadurch kann die zurzeit bestehende Rechtsunsicherheit beseitigt Bleichstraße zivischen Löber- und Ludwigsstraße wird genehmigt, und eine gerechte Heranziehung der einzelnen Betriebe zu den Tie Anlageloiten — 2100 und 1200 Mk. — werden von Ab- Beitragslasten ermöglicht werden. 3. Ten Genossenschaften wird nehmem auf 10 Jahre mit 10 Prozent garantiert. empfohlen, die Vertrüge mit ihren Angestellten so zu gestalten, Eine Anzahl Reparaturen usw. am Eleltrizitäts- daß möglichst klar zu ersehen ist, was jeder einzelne Beamte und! werk werden genehmigt und den Vorschlägen wegen freihändiger Arbeiter an Gehalt oder Lohn in barem Gelde und an Naturalien I Vergebung der Arbeiten oder beschränkter Ausschreibungen wird 'zugestimmt. Bewilligt werden u. a. für Ausbesserung an Ätauern 1000 Mk., sür die wasserdichte Herstellung des Fußbodens 1111 Generatorenraum 1500—2000 Mk., für Erneuerung von Apparaten an der Schalttafel 3000 Mk. und für Alltage eines neuen Zufuhrweges nach dem Kohlenschuppen 1200 Mk. Wert, indem sie ganz besonders geeignet ist, den Sinn für SpaHamkeit in allen Schichten der Bevölkerung zu wecken, die Spartätigkeit zu ertoeitern und zu vereinfachen und die mit der Ueberschriff: „Heiteres aus den Gießene, Jubiläumstagen", die angeblich den „Vorzug bei Wahrheit" haben soll. Die Wahrheit ist „leider" folgende An dem Abend des Festkommerses wurde erstens kein Sekt sondern ganz gewöhnliches Bier getrunken. Zweitens heiß der gewesene Vorsitzende des Gießener Studentenausschuss£ mit seinem Vornamen nicht Georg, sondern Gustav. Dritten' ist der gewesene Vorsitzende des Ausschusses, cand. nied Jmmel, zu Anfang des Kommerses mit sämtlichen anwesen den Chargierten auf deren allgemeinen Wunsch zu S. K. H dem Grotzherzog hingegangen und hat „S. K. Hoheit ge beten, huldvollst gestatten zu wollen, daß die Chargierter der Gießener Verbindungen aus das Wohl ihres erlauchter Rektors magnificentissimus einen Ganzen tränken." Daraus hin hat S. K. Hoheit freundlichst mir jedem der Chargierter angestoßen. Das war während der ganzen Festtage ba- einzige Mal, daß der Vorsitzende des Ausschusses, cand. med Jmmel, sich erlaubt hat, S. K. H. dem Großherzog etwa' zuzutrinken. ** L 0 h n e n d e r Nebenerwerb! Wichtig für Beamte! Unter dieser Anpreisung las ein Beamter ein. Anzeige einer größeren Berliner Zeitung, daß durch schriftlich Arbeiten ein hoher monatlicher Verdienst zu erlangen sei Auf Anfrage des Beamten erhielt er einen Brief (gedruckte; Zirkular), in dem unter nochmaligem Hinweis auf hohen leicht zu erlangenden Stebenverdienst das Ansinnen gestell wurde, 2,80 nebst Mk. 20 Pfg. für Porto an das Bureau emzu, senden. Die Llnssicht, einen Teil feiner freien Zeit nutz, dringend in Geld iimznsetzen, veranlaßte hierauf den Beamter die Summe von 3 Mk. portofrei an die betreffende Adress einzusenden. 2!ach einigen Tagen erhielt der Vertrauens, selige wiederum ein gedrucktes Zirkular, in dem zu lesen stand, daß der Nalerteilende mit größeren Zeitungen in 93er. bmdiingen stehe. Es fei ihm ein Leichtes, belletristische! Rlaterial, Neiseschilderimgen, Anekdoten, Witze 2c. unterzu. bringen. Das war die erste Enttäuschung! Trotzdem sandh der Beamte eine herrliche Schilderung einer Reise, die er mu Freunden an den Rhein unternommen hatte, an eine in dem Zirkular angezeigte Zeitung. Es kam weder eine Anwon noch die erbetene Rücksendung des Manuskriptes, trotzdem Rückporto beigelegt war. Das ivar die zweite Enttäuschung! Im ganzen hat der Beamte, der auf die Annonce herein, gefallen war, für Porto, Mahnungen re. 4 Üllark aus- gewendet, — auf Nimmerwiedersehen l Wenn man bedenkt, daß viele gerne einen Nebenverdienst einfteefcn möchten, sc wächst die Einnahme des die verheißungsvolle Annonce Aus- schreibenden gang gewaltig, und die Zahl der Gerupften wird heraussinden können, daß diese Leimrute eines „Lohnenden dlebenerwerb§" zu dem Haupterwerb eines „Geriebenen' geworden ist. ,A* 5)ic Mäuseplage macht sich in der Gegend von Großen-Linden, Lützellinden, Hochelheim, Klem-Linden, Duten. Hosen so stark bemerkbar, daß von Gemeinde wegen auf bu Vertilgung der lästigen 9tager hingewiesen wird. In manchei Gemeinden wird vergifteter Weizen an die Landwirte abgegeben. Um Unglück zu verhüten, wird das Abholen bcs Giftes durch Kinder verboten. ** Himbeeren! Immer noch werden unsere benachbarten Wälder von fleißigen Himbeersammlern bevölkere und immer noch sieht man sie mit gefüllten Töpfen heimwäcll ziehen. Durch das anhaltende gute Wetter konnten die köstliche! Beeren vollends ausreifen. Deshalb ist auch der Geschmac und das Aroma dieser Früchte bedeutend besser, als die zuers gepflückten, die in dem rauhen Vorsommer gereift waren. — Die Brombeeren haben ausgeblüyt und in prächtiger Fülb Früchte angesetzt, so daß im Herbst ebenfalls reiche Ernte 51 erwarten ist. ** Di e Bürgergefellschaft hatte sich am Sonntag mittag im bei den Gießenern so beliebt gewordenen Hardt, wäldchen eingefundeii. Bei den Klängen der von bei Negimcntsmusik gestellten Kapelle, bei Gesang und Tanz verlief die ganze Veranstaltung äußerst anregend. Die Gesangs. Nummern enthielten Damen-, Männer- und gemischte Chön iind verdienen vor allem von den Tamenchören die beibei Parlow'schen Lieder „Elfenlocken im Walde" und „Wald, vögelem" erwähnt zu werden, als zwei immer wieder gen gehörte Gaben des Franksiirter Komponisien. Selbstverstänb- lich mürben auch die übrigen Chöre sehr beifällig aus. genommen. Beim Tanz ließ man sichs nicht nehmen, and eine nach allen Regeln der Kunst ausgefuhrte Polonäse zi gehen. Als sich abends Herz und Gemüt an Gesang, Musi und Waldesgrün, der Klagen aber am Büfett der Fcai Schadeck genügend gelabt hatten, gings unter heitern Klüngel im Lampionszug liach der Stadt zurück, wo ebenfalls aller- orten gleich Leuchtkäfern Lampions in Gärten und Fensten durch die Sommernacht blinkten und muntere Weisen kund- gaben, daß überall fröhliche Menschen bemüht ivaren, da, herrliche Geschenk dieses Sommerabends nach Kräften zr nutzen. 4~ Nidda, 11. Aug. Heute saiid hier die feierlich Einweihung unserer neu erbauten Kleinkinder schule statt. Im Vormittagsgottesdienst predigte Pfarre Herrmann über die Kinderpflege als ein Segenswcrt Nachmittags 3 Uhr bewegte sich der Jestzng zu dem nebei der Kirche gelegenen Kindergarten, einer Stiftung eines i: Wien verstorbenen Niddaers, namens Schwab. Voran di mit Vergißmeinnichtkränzchen geschmückten Mädchen und mi desgleichen Sträußchen geschmücklen Knaben, dann die Sonn tagsschüler, eine große Anzahl Schwestern, die Vorstände dc Gemeinde, Kirche und Schule und die Bauhandwerker neb! dem Bauleiter, Hauptlehrer der hiesigen Gewerbeschule, Höhn Zunächst lvechselten Gesang der Kinder, der Schwestern un Sonntagsschüler mit Vorträgen der Kinder ab. Danach et griff Pfarrer Werner das Wort und feierte die Schule al Pflanzstätte der Frömmigkeit, als fröhlicher Tummelplatz de Jugend und als Segensstätte für die Familie. Herr Pfarre Ziegler vom Mutterhaus aris Nonnenweier sprach, an knüpfend an die Friedenstinde, unter deren Schatten die Feie stattfand, von dem Frieden, den zu wirken die Schule be stimmt sei. Hierauf bewegte sich der Zug nach der neue Schule, woselbst die Schlüssetübergabe vom Bauleiter an Herr Bürgermeister Roth und von ihm an den Pfarrer Wernc erfolgte, welcher als Vorsitzender des Vorstandes der Schul das Haus mit dem Wort: „Unfern Eingang segne Gott^ et öffnete. Nach einem Gesang der Sonntagsschüler und einet Schlußwort des Vorsitzenden wurden die Kinder in bei Kindergarten mit Milch und Bretzeln bewirtet. Die zah> reiche Versammlung besichtigte währenddessen die Schule. S 1 E 1 zur des 3 H 6/0 Eeichsanleihe 92.25 I Elektriz. Lahmeyer 91 65 89.30 3' 70 Mexikaner . I 66.40 67.00 9100 87.70 94.00 141.40 48.00 83.00 Elektriz. Schuckert . Eschweiler Bergwerk (Spanien) trümmer verletzt. russ.Staatsanl. 1903 ,upau. Staatsanleihe 114.50 100.25 201.00 4^ I ! 81.80 92.40 82.00 91.50 91.00 96.80 Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 161.40 125.40 221.25 65.00 136,40 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kominandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- EisenLahn . . . . Gottnardbahu . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahu . 202.50 . 111.00 do. Konsols do. Hessen Oberhessen . 61.60 . 94.40 . 29.10 . 138.00 . 126.50 4>$°/o Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. mit einem Güterzuge zusammen. Die Wagengerieten in Brand. Einige Beamte wurden Vermischte«. * Zur Affäre des Stuttgarter Musik-Direktors Steindel, der, wie berichtet, unter dem Verdacht, seine drei kunstgeübten, mit ihm zum Steindel-Quar- tett vereinten Söhne schwer mißhandelt zu haben, verhaftet worden ist, werden der Neckar-Zeitung von unterrichteter Seite Einzelheiten gemeldet, denen wir folgendes entnehmen. Steindel, der Leiter des nach ihm benannten Quartetts, stammt aus Zwickau, wo sein Vater Dirigent der 3% 3M°/t 3% 3y % . 149.50 . 125.10 221.25 . 142.00 . 166.60 . 136.10 . 200.10 < . 188.20 . . 215.00 . . 28.80 . . 114.30 . . 141.70 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 13. Ang., 1.15 Uhr. Mrchttche Nachricht«*, Katholische Gemeinde. Mittwoch den 14. A u g u st 1907: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil, Beichte. Donnerstag den 15. August. Mariä Himmelfahrt. Ans dem Jahresbericht der Handelskammer Friedberg. II. Zu unserer Freude können wir konstatieren, daß die Verlegung des schon lauge Jahre ungenügenden Bahnhofs Friedberg ernstlich ins Auge gefaßt ist, und bereits dem Herrn Minister ein ausgedehntes Projekt vorliegt, welches auf eine Reihe von Jahren dem wachsenden Verkehr genügen wird. Eine Erweiterung des jetzigen Bahnhofs ist infolge Raummangels ausgeschlossen. Wir wollen hoffen, daß die durch die geplante Verlegung möglicherweise eintretende Schädigung mancher Interessenten nur genug sein wird. Auch für B a d ° N a u h e i m hat die König!. Eisenbahndirektion die Erfüllung zahlreicher Wünsche bei dem demnächstigen Umbau des Bahnhofs ins Auge gefaßt, und wird sicherlich die Ausführung des Projektes den berechtigten Ansprüchen eines modernen Wellbades gerecht werden. Der Bahnhof Ranstadt ist im Umbau fertig, während das Projekt der dringend nötigen Erweiterung des Bahnhofes Nidda noch schwebt. Auch der Kaiserlichen Oberpostdirektion und den im Bezirk tlegenden Aemtern sind wir für die Einführung zahlreicher Fernsprechverbindungen dankbar. Die seit August 1906 als erste im Reichspostdienst verkehrenden A u t o in o b i l w a g e n auf der Strecke Friedberg—Ranstadt haben sich sehr gut bewährt und dem Bedürfnis noch nicht genügt, so daß die Postverwaltung vom Frühjahr 1907 an größere lösitzige Wagen verkehren lassen wird. Dem Vernehmen nach ist die Einführung weiterer Automobilverbindungen unter anderem nach Ockstadt geplant. Wir verfehlen nicht, an dieser Stelle unseren früheren Wider- fpruch gegen die Einführung von Schiffahrtsabgaben aus den natürlichen Wasserstraßen z,r wiederholen. Die Einführung solcher verkehrserschwerenden Lasten kann u. E. nur durch eine Aenderung der Reichsverfassung und nur unter Zustimmung der vertragsschließenden auswärtigen Staaten erfolgen. Die Köderung der Emzelstaaten zur Dnrchiührung dieser rein agrarischen Maß- nahme muß aufs schärfste verurteilt werden, und wir hoffen zuversichtlich, daß sich unsere hessische Staatsregierung nach wie vor strikte ablehnend verhalten wird. lieber den Geschäftsgang im Kamnlerbezirk sagt der Bericht: Durchgängig beschweren sich unsere sämtlichen Interessenten über anhaltend enorme Verteuerung der Kohlen, der meisten Rohprodukte und vor allem über die Steigerung der Löhne und Gehälter. Ter seit Jahren wiederkehrende und gerügte Wagenmaiigel hat sich im Herbst und noch mehr un lau enden Frühjahr gesteigert und wird besonders auf den Nebenbahnstrecken doppelt empfunden. Erfreulicherweise hat auch unser Bezirk allgemein an der Steigerung in Handel und Ve rkehr teilgenomnien, wenn auch die vielfach durch Zölle, Lohnerhöhungen usw. gesteigerten Geschäftsspesen in den Verkaufspreisen nicht zum Ausdruck kommen. Viele Betriebe sind geradezu gezwungen durch Vergrößerungen und Ueberproduktion einer Schmälerung des minimalen Gewinns zu begegnen. Einzelnen Firmen unseres Bezirks erwachsen Schwierigkeiien für ihren künftigen Export durch die erhöhten Schutzzölle des Auslandes und werden demnächst leider genötigt sein, Filialen im Ausland zu gründen, wie dies bereits von einer hiesigen Firma vor Eintritt des neuen Zolltarifs geschehen ist. Die Frequenz von Bad-Nauheim ist ersreulicherweise weiter gelegen. Unsere Negierung ist fortgesetzt bemüht, durch Neubauten von modernen und zeitgemäßen Badehäusern, Errichtung eines Konzertsaales,eines großen Elektrizitätswerkes das Bad zu heben. In B a d - S a l z h a u \ e n finden Neubohrungen von Solquellen statt, ferner wurde daselbst ein neues BadehauS für den wachsenden Verkehr errichtet. Auch im L-prndelbad Viktoria-Melitta Sprudel in Vilbel hat sich die Zahl der Besucher vermehrt. Als einen großen Fortschritt können wir hier die Durchführung der Qnellwasser- l e i t u n g von Lauter n a ch Bad-Nauheim, Friedberg und zahlreichen Orten der Wetterau konstatieren, die für die beiden Städte Friedberg und BadManheim geradezu eine Lebensfrage ist. Canada E. B...... Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . . Tendenz; behauptet Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. u um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. MililärgotteSdienst mit Predigt „ um 9V3 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen. Der Auftrieb 'pro 1907, wie weiter oben angegeben, bezieht )icn nur auf oen Montag, der Rindviehauftrieb am Tienstagi n uer ^chweineauftrieb wird noch nachgetragen. Wenn aus vorstehenden Zah.cn em stetes Zurückgehen Schottener Sommer- rnarltes bezeig., des Rindviehs' konstatiert werden muß, so ist' darunter aber nicht em Nachlassen der Viehzucht im Vogelsberg! zu verstehen., ^ie weiter abliegenden Ortschaften verkaufen mehr und mel;r traft vom Soft an beit Händler und nur noch tue Ochien werden von weither gesandt. Aber auch andere am1 Markte zehrende Ursachen können nicht außer Acht bleiben; größere auswärtige Händler ans dem Rhciulaiide 2c., die vor Jolwen hierher kamen, bleiben fern, man hat wahrgenommen, d?ß stck). dieselben über die Bah-nverhältnisse beschwerten, da diew bei den großen Austrieben früherer Jahre völlig unzu- reichend waren. Sci)tteßtta) beschwert sich auch mancher heute noch über Mangel, die an größeren Plätzen nicht so hervor^ treten. Zudem mußte außer hessisches Vieh während der letzten Jahre emer zehntägigen Quarantäne unterworfen werden was abschreckend wirkt, aber wegen der Seuchengesahr nicht zu umgehen ist. Und die Tatsache, daß alle Märkte der kleinen Städte von Jahr zu Jahr zurückgehen, ist allgemein bekannt Die Abwicklung des Verkehrs im allgemeinen vollzog sich glatt, Behörden und Poliz-eiorgane waren in jeder Weise bemüht dem Publikum entgegen zu kommen; aber trotz Verbot und scharfer Aufsicht kann es die Handelswelt nicht unterlassen, bereits vor dem Markte namhafte Handel abzuschließen, was im Interesse des Marktes unangebracht ist. städtischen Musikkapelle war. In Stuttgart heiratete er die Tochter eises Lederhändlers. Aus der Ehe, die sich später sehr unglücklich gestaltete, entstammten drei Söhne, Bruno, Max und Albin, die jetzt im Alter von 14 bis 18 Jahren stehen. Sie begleiteten ihren Vater auf seinen KNnstreisen und waren geübte Geiger und Cellospieler. Aber eine harte, unsäglich traurige Jugend haben die armen Kinder hinter sich. Durch Intervention eines Stadtmissionars aus Stuttgart, dem der jüngste Sohn Albin sein Leid klagte, wurden Grausamkeiten bekannt, die an den bekannten Fall des Haus- lehrers Tippold erinnern. Das gegen den Vater Steindel eingeleitete staatsanwaltchaftsliche Verfahren führte zunächst zur Entziehung der Söhne aus dem väterlichen Hause und dann zur Sistierung des grausamen Mannes. Furchtbar sind die Schilderungen, die die armen KUaben über die Mißhandlungen des entmenschten Vaters zu Protokoll gaben. Wenn bei den Proben das Zusammenspiel nicht beim ersten Male tadellos klappte, kam es zu fürchterlichen Szenen. Nach jedem Tonsatze hagelte es Hiebe. Mit Klavierzangen zwickte der alte Steindel seine Kinder in Arme und Beine. Tas Stärkste leistete sich Steindel, als er den entkleideten jüngsten Sohn auf einen glühenden Ofen setzte. Ta ihm bei einer Wiederholung dieser abscheulichen Prozedur der Ofen nicht mehr heiß genug erschien, so schlug er den armen Jungen mit einem Besen derart, daß das Blut herabrann. Tie eingehenden ärztlichen Untersuchungen konstatierten bei den drei Söhnen schwere körperliche Mißhandlungen und völlig ungenügende Ernährung. Tie Hauptverhandlung wird in Kürze vor dem Stuttgarter Landgericht stattfinden. Neue Opfer der Berge. Am Freitag nachmittag verließ der Kaufmann Ganz aus Berlin in Begleitung eines anderen Touristen Grindelwald, um führerlos auf das Schreckhorn zu steigen. Beim sogenannten Roßkopp tat Ganz einen Fehltritt und stürzte ab. Er wurde erst in der Nacht vom Sonntag als schrecklich verstümmelte Leiche geborgen. — Die Touristen Gautier und Francke unternahmen von einem Führer begleitet die Best-eigung des Mont-Blanc. Grautier trat fehl, siel auf einen Felsen herunter und ft a r b. * Die neuesten Eisenbahnunfälle. Einer der zwischen Boulogne und Paris verkehrenden Badezüge stieß mit einem anderen Zuge zusammen. Von den Passagieren wurden einige verletzt. — Ein nach Madrid gehender Expreßzug stieß in vergangener Nacht im Tunnel Alsasua Kandel. ** $on furf e in Hesse n. Ueber das Vermögen des Fuhrunternehmers H e i n r i ch W a l t e r in Worms wurde am 23. Juli nachm. 5 Va Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. Strauß in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordernngen sind bis zum 5. September bei dem Amtsgericht Worms wizumelden. — lieber das Vermögen des' Geo r g Friedrich Keller, Privatmann in Osthofen, wurde am 24. Juli vorm. 11’% Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Schott in Osthofen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungeu sind bis zum 23. Aug. bei dem Amtsgericht Osthofen anzumelden. — lieber das Vermögen der Firmia „Wormser Transportgeschäft Philippu. P e t e r H o l z - Häuser" in Worms und deren Inhaber: 1. Philipp Holzhäuser und 2. Peter Holzhäuser, beide Fuhrunternehmer in Worms, wurde am 26. Juli nachm. 4 Vs Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Kleefeld in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. September bei dem Amtsgericht Worms anzumelden. — lieber den Nachlaß des Johann Peter Nagel, Weißbinder in Offenbach a. M., Franksurterstr. 68, wurde am 27. Juli nachm. 12 % Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Gerichtstaxatvr Johannes Nieder Hof zu Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordernngen sind bis zum 14. August bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. Märkte. Gießen, 13. Ang. Marktb ericht. Aus heutigem Wocbenmcnkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—00 Pfg., Enteneier 8 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 18-24Pfg, Linsen p. Psd.25-40 Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—1,00Mk., Hühner pr.St« 1,00—1,60 Wik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Wik., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochfenfleisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Psuno 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 64—84 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 8—9 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Pfg., per Ztr. 9-15 Mk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—1 Uhr. Gelsenkirchen Bergwerk . 187.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 128.25 Harpener Bergwerk. . . 188.50 Laurahütte ...... 215.00 Nordd. Lloyd ..... 114.50 Obei schles. Eisen-Industrie 98.30 * Dynamitexplosionen in Amerika. Im Güterschuppen der Colorado und Southern Railway zu Boulder (Colorado) brach Feuer aus, das auf die Pulverniederlage, . in der 1000 Pfund Dynamit lagerten, übersprang. Das Dynamit explodierte mit furchtbarer Gewalt, lieber 100 Personen wurden verletzt, davon zwei tödlich. In Boulder wurden alle Fensterscheiben zerschmettert. — Während des Transportes über den Detroitfluß bei Essex (Ontario) explodierte eine Wagenladung Dynamit. Die neue Passagierstation der Michigan-Zentraleisenbahn wurde zerstört; der Vorsteher der Station und mehrere andere Personen wurden getötet und viele andere verwundet. In Essex sprangen alle Fensterscheiben. Die Explosion wurde fünfzehn Meilen weit gehört. Vom Schottener Sommermarkt. r. S ch o 11 e n, 12. August. !Vom schönsten Wetter begleitet fand heute der Hauptmarkttag statt. Ter Auftrieb des Viehes, der an zwei Stellen erfolgte,, begann um 41/2 Uhr und war bereits um 5 V4 Uhr in deck Hauptsache beendigt. Ta alles auhutreibende Rindvieh der! amtlichen Kiontrvtte unterlag, hatte sich das Kreisveterinäramt seine Arbeit dadurch erleichtert, indem es einen Teil des Viehes, das in den Ställen eingestellt war, tags vorher besichtigte, sodaß dieses Vieh ohne Aufenthalt zugelassen werden konnte. Nach Feststellung der Marktpolizei waren heute aufgetrieben: 172^Pferde und Fohlen, wobei noch ca. 30 Stück ohne Kontrolle in Stätteri urttergebracht waren, 1555 Stück Rindvieh, hierzu kämen noch ca. 200 Stück, die in der Stadt oder aus dem Herweg verhandelt wurden und demnach nicht zum Marktplatz kamen. Der Handel in Fohlen ging äußerst flott, zwei Händler vom Rhein suchten soviel als möglich an sich zu bringen, sie hatten auch bereits tags vorher alles aufgekauft was in der Stadt erreichbar war. Gegen 6 Uhr zogen diese beiden Händler ab und da auch andere Händler zum Rindviehmarkt gingen, wurde sum Schluß schleppend in Fohlen so ziemlich geräumt. Pferdehändel wurden auf dem Markt und in den Ställen in nicht erheblicher Anzahl betätigt. Oberstallmeister v. Wittich war am Markte anwesend, um sich über die Pferdezucht unserer Gegend zu informieren. Fahrochsen, wovon etwa 300 Stück hauptsächlich aus der Lauterbacher um> Schützer Gegend zum Verkauf 'standen, kosteten je nach Alter und Konstitution Mk. 600, 720, 740—780 per Paar, es waren aber auch einzelne Tiere schon zum Preise von Mk. 270 und höher zu haben. Diensttaugliche Vogelsberger Bullen waren ca. 15 Stück zum Markt gebracht, ein bemerkenswerter Handel fand hierin nicht statt, da zu diesem Zwecke meistens die speziellen Zuchtviehmärkte aufgesucht werden. Kleinere Vogelsberger Bullen waren etwa 60 Stück am Markt. Ferner war eine Anzahl von ca. 80 Stück trächtigen Zuchtrindern angetrieben, von denen erstllassige Tiere! zum Preise von Mk. 370, 390—400 an den Käufer übergingen. Tie Vogelsberger Rasse war zwar vertreten, stach aber nicht besonders hervor. Ter Handel in Fahrkühen blieb in mittleren Grenzen, die Preise hierfür waren je nach Körperbau und Leistung verschieden und erreichten Höhen von 240—340 Mk. Dagegen war in Rindern jeden Alters ein bedeutender Umsatz zu konstatieren bei nicht allzu hohen Preisen. Hauptsächlich waren es Händler, die hierin die Käufe abschlossen, um die Tiere, gesunde Ware von den Vogelsberger Weiden, weiter zu verwerten. Auch eine Anzahl Jungvieh der holländischen Niederungen war zugeführt, ich tonte indessen eine Liebhaberei hierfür nicht konstatieren. Tie Beschwerde der Bauern, daß sie auf ihrem Hofe für ihr Stück Vieh 10—15 Mk. mehr hätten erlösen können, ist eine alljährliche Erscheinung, aber der Vogelsberger will gern sein Vieh zum Sommermarkt bringen, einmal um es zeigen zu können, aber auch um evtl, noch mehr zu erhalten. Ta aber der Sommermarkt die „letzte Station" ist und pie Händler wohl wissen, daß der Vogelsberg an diesem Tage absetzt, drücken sich die Preise. Ter Bahnverkehr wickelte sich glatt ab, trotz der Schwierigkeiten, die der Schottener Bahnhof für solche Tage bereitet. Auf allen verfügbaren Gleisen der Zwischenftationen landen Viehwagen bereit, sodaß es nicht fehlte. Vom Bahnhof Schotten wurden sieben Viehzüge abgelassen, mit zusammen 77 Waggons. Angetommen sind 34 Waggons. Vergleichsweise folgt hier eine Zusammenstellung über den Viehauftrieb am Schottener Sommermarkt in den letzten 10 Jahren: Arielplarr drr vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 13. August*): „Figaros Hochzeit." Mittwoch den 14. August: „Die lustigen Weiber von Windsor." Donnerstag den 15. August: „Pelleas und Melisande." Freitag den 16. August, abends halb 8 Uhr: „Die lustige Witwe." Samstag den 17. Aug.: „Mignon." Sonntag den 18. August: „Manon." Montag Sen 19. August, abends halb 8 Uhr: „Der Bettelstudent." Dienstag den 20. August: Zum ersten Male: „Der D ä m 0 n." Schauspielhaus. Dienstag den 13. August*): „Die Rabensteinerin." Mittwoch den 14. August: Z u m erste n Al a l e: „Herthas Hochzeit." Donnerstag den 15. August, abends halb 8 Uhr: „Die Staben* fteinerin." Freitag den 16. August: „Hamlet." Samstag den 17. August: „Herthas Hochzeit." Sonntag den 18. August, nachmittags halb 4 Uhr: „Ein Blitzmädel." Abends 7 Uhr: „Herthas Hochzeit." Montag den 19. August: „Medea." Dienstag den 20. August: „Herthas Hochzeit." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . |ft nach dem Plan unb unter der Leitung des Herrn Höhn erbaut und ist in allen Teilen praktisch eingerichtet. Es is ein Bau, der der Gemeinde und dem Erbauer alle Ehre macht. § Mücke, 12. Aug. Wie unvorsichtig unb: gefahrverachtend kleine Kinder oft gegenüber dahinfahrenden Automobilen sind, zeigt folgender Vorfall: Auf der Straße von Grünberg kommt kürzlich ein Automobil gefahren; mitten auf dem Wege bei Mücke stehen drei Kinder. Tas Auto verlangsamt seine Fahrt, tutet, bremst, der Führer ruft, alles umsonst;, die Kinder bleiben ruhig stehen. Da spring : der seitwärts sitzende Mechaniker ab und zeigt den Kleinen den Platz, wo sie hätten stehen sotten. Dann fährt das Automobil weiter. ? Aus dem Kreis Alsfeld, 12. Aug. Auf seiner jüngsten Automobilfahrt nach Romrod begegnete S. K. H. der Großherzog in dem Orte R. dem Schweinehirten mit seiner Herde. Tas Automobil weicht aus und bremst, als zwei Jungschweine hart vor dem Wagen den Weg kreuzen. Der Schweinehirt, der keine Ahnung von den Insassen des Autos hatte, ballt seine Faust und ruft dem dahinsausenden nach: „Toas woar d'r Zeit! Soft häste d' bezoohle müsse!" Der Großherzog soll herzlich gelacht haben. = Ro dheim a. 0. B., 12. Aug. Auf Einladung des Pfarrers Vömel hatten sich am Samstag nachmittag sämtliche Veteranen des Kirchspiels, das die Dörfer Rodheim, Fellingshausen, Vetzberg und Bieber umfaßt, im Pfarrhause hier eingesunden. Es waren auch einige, die ihren Wohnsitz nach auswärts (nach Gießen und Wieseck) verlegt haben, der an sie ergangenen Einladung gefolgt. Ein Kamerad von Bieber, dem es wegen eines körperlichen Leidens nicht möglich war, den Weg hierher zu Fuß zurückzulegen, wurde durch Fuhrwerk abgeholt. Auch hatte sich Major Freiherr v. Fritsch, der gegenwärtig bei seinem Schwiegervater Freiherr v. d. Hoop auf der Schmitte zu Besuch weilte,, eingefunden, und unterhielt sich lebhaft tangere geit mit den alten Kriegern. Neben einer ergreifenden Ansprache. des Pfarrers Vömel an die alten Krieger hatte er für reichliche Bewirtung in Kaffee und Kuchen sowie einige Flaschen Wern Sorge getragen. Bei der nachfolgenden Unterhaltung im Garten wurde die Teilnahme eines jeden Kriegers an den Schlachten und Gefechten festgestellt und ausgezeichnet. Um 7 Uhr abends wurde die Versammlung abgebrochen, nachdem durch einen Kameraden Pfarrer Vömel für die freundliche Einladung und reichliche Bewirtung in kurzen Worten Dank ausgesprochen worden war. Frankfurt a. M., 12. Aug. Auf Veranlassung' des wissenschaftlichen Ausschusses der Heimarbeit-Aus- stellung ist am 8. ds. Mts. zwecks genauerer Untersuchung der sanitären Verhältnisse der Heimarbeit ein besonderer hygienischer Ausschuß gebildet worden, dessen Vorsitz Professor Dr. med, Reißer übernommen hat. Tendenz : behauptet. Berliner Börse, 12. Aug. Anfangskurse. 4% Oesterr Goldrente 4r/6 % Oesterr. SiJberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 3% Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III Pferde Rindvieh Zu- Schweine 1897 Montag Montag Dienstag sammen Dienstag 237 2038 829 2867 1238 1898 225 1831 621 2452 1000 1899 167 1808 562 2370 1029 1900 221 1950 512 2462 1331 1901 271 1934 363 2297 1175 1902 197 1553 182 1735 1115 1903 257 1492 259 1751 1293 1904 195 1629 188 1817 1404 1905 248 1846 206 2052 1064 1906 187 1629 59 1688 1392 Pianola zu Alk. 1250, Phonola zu Mk. 950 Stets vorrätig: b18/T [5109; lleikiiufc ihiuf-05776 Hübsch möbl. Z. für 17 Nt. mon. zu v. Stephanstratze 13,111. I-"» Gut nwbl. Zim. an bess. Herrn zu verm. Bleichstratze 8, II. [""» Schön möbl. Zimmer zu verm. 05679] Bahnhosstr. 64, II. L&den etc. ßriäMjgtt, ijrlrr aöru in sehr guter Geschäftslage, mit Lagerräumen, sofort oder per 1. Oktober zu vermieten. Schriftl. Nteldungen unter 5181 an d. Gtetzener Anzeiger erbeten. Helle grobe Werkftcitte, 3^4 Zimmer-Wohnung, sow.Mansarde von 3 Zimmern an ruhige Leute zu vermieten. Näh. 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