Samstag 11. Mai 1907 Viertes Matt Nr. 109 157. Jahrgang Erscheint täglich mit Aufnahme beS Sonntags. Ai Heinrich Hochstätten Schlossgaess Nr. 19 Telephon Nr. 305 Preiswertes Angebot W aschstone pfg 38 Mousseline in modernen Mustern per Meter Meter Pfg. 78 Seidenbatist. weise, Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. 3243 toeorg, 7u Jahre nlt, ging diese Woche ein etwas festerer Zug. Die Besorgnisse, dnisi in der Industrie ein rascher Rückschlag eintr^tcn könnte, treten mehr unb mehr zurück unn man gewinnt, wieder mehr Vertrauen zum Fortbestand der guten Geschäfte läge. Trotzdem toagt sich die Unternehmung iwch nicht recht berDor, einerseits w-ül die fortgesetzten Arbeiterbewegungen für die ganze Industrie ein Moment der Unsicherheit bilden, bauit aber auch weil verschiedentlich Melduiigen über unbefriebigenben Saatenstand einliefen, die gleichfalls dämpfend wirkten. Auch der Geldmarkt will sich immer noch nicht recht erleichtern, besonders in Deutschland halten sich die Sätze noch hoch, Privatdiskonto auf 41.1 YÄ^zent. Unter diesen Umständen ist noch nicht einmal sicher, vatz die Reichsbank ihre für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Rente von 5 Vs Prvz. nächste Woche wird ermäßigen Sännen. In London erwartet man für nächsten; Donnerstag eine Ermäßigung des Bankbiskontos auf 3 V» Prvz., vorausgesetzt, daß nicht Amerika größere Anforderungen stellt,! ivvrauf man immer gefaßt sein muß, beim diese Woche sind wieder verschiedene Emiisionen angctünbigl worden, womit man sich wohl nach Europa wenden wird. ES können also jederzeit neue Störungen auf dem Geldmarkt egetreten und diese Unsicherheit hält die Börse auch fortgesetzt im Schach. Diese Woche fand nur auf dem Markt für Montanpapier a etwas angeregteres Geschäft statt, wobei auch Deckungskäufe eine Rolle spielten. Die Kurse sind frier durchweg mehrere Prozent gestiegen, Deutsch-Luxemburg er sogar 14 Proz., was mit der an- geftrebten Bildung eines internationalen Trägerverbandes motiviert wurde, wovon das Unternehmen bei seiner großen Trägerproduktion erheblich profitieren würde. Auch Kaliaktien wurden auf die besseren Aussichten für die Verständigung des Kalii syndikats mit dem Outsidrewerk Sollstedt 5—6 Prvz. höher bezahlt. Andere Jndustrieaktien gleichfalls fester. Kunst», feite erhollen sich um 25 Proz., Steglitz Photographische stiegen 12 Prvz. Banken mäßig gebessert, Bahnen teilweise schwächer, ebenso Schiffahrtsaktien auf den Ausstand der Schauerleute in Newyork. Deutsche Fonds erholt, fremte preishaltend. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen gewandert wurde. Singend und frohgemut wurde der Weg bis zur Kapersburg zurückgelegt. Eine kurze Rast wurde sich hier nach dem tüchtigen Marsch gegönnt. Von der KaperS- durg auS ging eS nach der wunderbar gelegenen Lochmühle, woselbst sich die Gesellschaft zu einem gemeinsamen Mittagsmahls versammelte. Punkt 2 Uhr erfolgte der Aufstieg nach der Saalburg. Ueber das berühmte alte Römer-Castell mehr zu sagen, wurde zu weit führen, doch jeder, dem es noch nicht vergönnt war, dort zu weilen, hätte nicht versäumen sollen, eine so günstige Gelegenheit, wie sie der diesjährige Männer-Turnvereins-Ausflug bot, mitzumachen. Gegen 4 Uhr stieg man nach Bad Homburg ab; auch hier sah man sich die Hauptsehenswürdigkeiten an und nm 8.20 Uhr erfolgte per Bahn die Heimreise. Alle Teilnehmer werden noch lange an den wohlgelungenen Ausflug mit Freude zurück- deuken. Gut Heil! -j-Leihgestern, 10. Mai. Gestern wurde der Grund, stein zu unserer Kirche gelegt. Zu der Feier hatten sich viele Gäste aus der Umgebung eingefunden. Der Orts- Geistliche, Dekan Strack, hielt die Weiherede, nach dieser wurde die Urkunde eingelegt; ihr wurden eine Bibel, einige Bilder und Münzen und eine Zeitung beigelegt. Sodann wurde der Kasten verschlossen und emgemauert. Maurerpolier Schäfer übergab dem Pfarrer den Hammer, dieser führte iin Namen der Kirchengemeinde die drei ersten Hammer- schlage, sodann Bürgermeister Heß für die bürgerliche Gemeinde, ihm folgte Kirchenbaumeister Hof m ann aus Herborn als Baumeister und Baiiführer Tritsch für dre Bauftrma Abermann u. Kling.Gießen. Au-jvk -ms de» rlimillsaullsrrky^Ä der -lkdt GikijtL. Aufgebote. SRf’ L Dr. phil. Georg Koch, Hül'S-Bibliotfrekar dahier, mit Hilda Charlotte Marie Dorett Endres in Weilburg. 4. Carl Hirsch, Kauimann m Cöln, mit Lina Hanau dahier; Heinrich Loos, Schneider, mit Auguste Margarete Scheider, beide dahier. 10. Johannes Braun, Straßenkehrer, mit Luise Weigel, beide dahier; Wilhelm Reuschling, Taglöhner, mit Lina Jockel, beide dahier. Eheschließungen. Mai 4. August Hauck, Kau'niann, mit Elisabeth Scherff, beide dahier; Paul Jung, Hülfsbremser, mit Luise Stock, beide dahier; Georg Friedrich Gerhard, Straßenbahnschasiner in Biebrich, mit Elise Grad dahier. 8. Reinhard Petry, Straßenkehrer, mit Anna Schmidt, geb. Fuchs, beide dahier. Geborene. April, 29. Dem Metzgermeister und Wirt Ludwig Klein ein Sohn, Ernst Ludwig. Alai, 1. Dem Zigarrenfabrikanten Ernst Pietz eine Tochter, Elly; dem Lagerarbeiter Heinrich Lemberger eine Tollster. 2. Dem Schreiner Zadik RemirooSki ein Sohn, Heinrich; dem Dreher Franz Joseph Gauß eine Tochter; dem Hülssbremser Georg Möller em Sohn, Georg Heinrich Christian. 8. Dem Fuhrmann Johannes Koch eine Tochter, Margarete Katharine; dem Schutzmann Wilhelm Naumann ein Sohn, Wilhelm. 4. Dem Kauimann Jakob Hengst ein Sohn. 5. Dem Fuhrmann Michael Baunach eine Tochter, Wilhelmine Helene. 6. Dem Postboten Konrad Roth em Sohn; dem Agenten Heinrich Pfeiffer eine Tochter, Johanna Minna. 7. Dem Alaurer Heinrich Schmitt ein Sohn, Heinrich Karl. 8. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Schönfeld eine Tochter, Franziska Katharine. Gestorbene. Mai, 8. Katharine Zecher, 45 Jahre alt, Ederstraße 4. 4. Margarete Schmidt, 73 Jahre alt, Noonstraße 80. 5. Martin Fuhr, 72 Jahre alt, Schuhmachermeister, Hundsgasse 4; Ludwig Gingesatt-t. Auf einem Gange durch den Philosophenwald sehen wir hx die Erde eingegraben mehrere viereckige Wasserbehälter, die von einem Geländer umgeben sind. Wir treten näher und (ragen uns, welchen Zweck diese neue Einrichtung habe. Aha l Die edlen Freunde der Vogelwelt und des Tierschutzes bieten den Vögeln hier Wasser zum Trinken! Bei näherem Zusehen finden wir aber die Einrichtung, wenn sie diesem Zwecke dienen soll, sehr unpraktisch; denn die kleinen Vögel können unmöglich vom Rande des Behälters aus das Waffer erreichen, und im Wasser selbst ist keine Gelegenheit für den Vogel, festen Fuß zu fassen. Bei roeitever Ueberlegung1 sehen wir nun über die Oberfläche des Waffers eine gaiize Menge der gefürchteten Stechschnaken fliegen, die hier auf die Stroh- Hälmchen und Holzteil-ben im Waffer ihre Eier ablegen, also eine ausgezeichnete, künstliche Brutstätte für die Stechschnaken, die im Winter durch Ausbrennen unserer K-llergewölbe sollten oeriiichtet werden. In anderen Städten werten die stehe,»den Waffertümpel in der Nähe der menschlichen Wohiiimgen mit Petroleum über»! gossen, damit die Schnakenbrut vertilgt wird. Und hier? Oder, haben die Wasserbehälter einen anderen Zweck, den man nicht so». gleich erkennt. Ten Vögeln an diesen Stellen Trinkgelegenheit zu> geben, ist nicht nötig; denn nicht weit weg ist die Wteseck mit ihrem stiebenden Wasser, das die Vögel diesem stinkenden Waffer vorziehen. Also weg mit den stinkenden, künstlichen Schnakenbrutstälten, aus dem herrlichen Philosophenwald. G. verseh. Farben, per Meter Pfg. 48 Leinen, pr. 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