Freitag 13» September 1907 Erstes Blatt Gießener 157. Jahrgang Bezugspreis! monatlich 75Pk„ viert el- . jährlich Mk. 2.20; durch f Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel- jährl. ausjchl. Bestellg« ZeilenpretS: Lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich iür den politischen Teil: E. Anderfon; f. Feuilleton und .VeruüfchteS^ P. Witiko; für »Stadt u.ßanb* und »Gerichts- Nr. 215 Erscheint täglich außer SonntagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit den, hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelcgt und iiveimnl vvÜchcntlich das Kreisblall für den Kreis Sietzcn. Fernspcech-An- fchlußf.d.Rednktion1I2 w w e Ä «s. . General-Anzelger für Oberhe ey Annahme wn Anzeigen ** ” ’ • ' ' . . ... - bi«vEMag^wUt^ «otationrdruck und Verlag dervrShl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruüerei. R. eange. Redaktion, Expedition und Druckerei: SfiulMe 7. 'Auzei'gentell7'H BeÄ Kranken ist vorerst das Kreiskrankenhaus tu Seligeustadt a.'DL, für die weiblichen das Hospital in B i e r n h e i m ansersehen. Die Belegung des erstere»! ist vor einigen Tagen bereits ersolgt und dieienige des Viernheimer Krankenhauses soll im Lause des nächsten Monats geschehen, sobald einige nötig geivesene ba»»liche Ler- ändernngen beendet sind. Damit hat das Großberzogtunc Hessen aus einein neuen Gebiete den ersten bedeutungsvolleir Schritt getan. r geborenen Salven nach. Das Lager war bereits bei den ersten Schüssen in Brand geraten und wurde von den Franzose^ völlig zerstört. Um 3 Uhr nachmittags waren die Truppen wieder in das Lager von Casablaneq zurückgekehrt. Die Franzosen hatten einen Toten und zehn Verwundete. Sie erbeuteten Munition und Pferde. Die Kabylen ließen bei ihrer Flucht die Gefallenen zurück. Kemkrudc-Apotyckeu. Eine mit Rücksicht auf das in Aussicht stehende Reichsapothekengesetz auch für weitere Kreise interessante Ueber- sicht über das Apothekenwesen in Hessen geben die Ausschuhberichte der 1. und 2. hessischen Kammer über einen sozialdemokratischen Antrag auf Verstaatlichung des gesamten Apothekenwesens in Hessen. Nach der zu diesem Antrag abgegebenen Regierungsäußerung gibt es zurzeit im Ganzen 124 Apotheken, davon sind 4 Gerechtsame, die aber sämtlich aus der Zeit vor dem 1. Dezember 1827 stammen, da nach diesem Zeitpunkt Realprivilegien nicht mehr verliehen wurden; 97 Apotheken beruhen auf verkäuflichen und vererblichen Konzessionen, wobei sich der Staat aber doch gewisse Rechte für den Fall des Besitzwechsels Vorbehalten hat; für 10 Apotheken ist die Konzession nur persönlich verliehen und deshalb unveräußerlich, sie kann indes, wenn der Konzessionsinhaber einen volljährigen Sohn hat, mit Zustimmung der Regierung auf diesen vererbt werden. Die neueste Schöpfung endlich sind die Gemeindeapotheken, von denen zurzeit im Ganzen 13 bestehen und bei denen die Konzession den Gemeinden verliehen wird, die dann wiederum den Betrieb der Apotheke an geeignete Apotheker verpachten. Seit dem Jahre 1881 werden alle Konzessionen für neu zu errichtende Apotheken, sowie alle etwa heimfallende Konzessionen grundsätzlich nur noch den Gemeinden verliehen. Auf diese Weise gehen somit wenigstens alle neuen und auch einzelne alte Konzessionen in den Besitz der Allgemeinheit über und sind so der unsinnigen Preistreiberei, die sich vielfach gerade bei Veräußerung von Apotheken so unliebsam bemerkbar macht, aus die Dauer entzogen; die Gemeinde hat es dann in der Hand, den ihr daraus und aus der Verpachtung erwachsenden Vorteil entweder ihrer gesamten Einwohnerschaft durch Verwendung der Pacht zu allgemeinen Gemeindeausgaben oder den Kranken durch billige Arzneimittel zu gut kommen zu lassen. Bis auf diesem Wege aber alle Apotheker „vergemein- heitlicht" sein werden, wird wohl bei der großen Zahl der vererblichen und veräußerlichen Konzessionen recht, recht lange dauern. Der Eingangs erwähnte Antrag schlügt deshalb allmählichen Ankauf aller Apotheken durch den Staat vor, wozu sich aber die hessische Regierung aus finanziellen Gründen und wohl auch mit Rücksicht auf das kommende Reichsapothekengesetz völlig ablehnend verhält. Wie hohe Werte übrigens in den Apotheken stecken, ergibt sich aus dem Umstand, daß die hessische Regierung den zuin Erwerb aller Apotheken notwendigen Aufwand auf rund 20 Millionen Mark schätzt; bedenkt man, daß d abei kaum mehr als 100 Apotheken in Betracht kommen, so berechnet sich für jede von diesen ein Durchschnittswert von 200 000 Mark, eine Summe, von welcher sicherlich nicht der kleinere Teil auf den Wert der Konzession füllt, die der Käufer von Arzneimitteln in der Form höherer Arzneipreise verzinsen muß. Tie fortgesetzte Steigerung der Apothekenpreise wird ja nun zweifellos demnächst auch von der in Hessen einzusührenden Wertzuwachssteuer erfaßt und damit wenigstens teilweise der Gemeinde zugeführt werden. Auf dem deutschen Medizinalbeamtentag, der in diesen Tagen in Bremen abgehalten wurde, sprachen sich beide Referenten über den Entwurf eines Reichsapothekengesetzes über die in Hessen mit den Gemeindeapotheken gemachten Erfahrungen sehr günstig aus. Sie empfahlen ihre Einführung in größerem Maßstabe auch in den anderen Bundesstaaten und betonten dabei, daß die Fassung des vorliegenden Entwurfs eines Reichsapothekengesetzes die Einführung von Gemeindeapotheken nicht hindere. Nur müßte ein entsprechender Zusatz gemacht werden. Danach wurde eine Resolution angenommen, nach welcher der Entwurf der Neichsregierung eine Ergänzung in der Richtung bedürfe, daß die Verleihung von Apothekenkonzessionen auch an Gemeinden, Kveise oder kommunale Zweck- Verbünde zulässig sei. Immerhin ist die Erteilung der Konzession an die Gemeinden ein viel radikaleres Mittel gegen solche Preissteigerungen, von denen man nur wünschen kann, daß die Regierung recht oft in die Lage kommt, es anzuwenden. __________________________ Politische Tagesschau. Ter Kampf (.egen die Tuberkulose in Hessen. Während die bisherigen Bestrebungen end dem Gebiete der Tuberkulose-Betälnpsuug in Hessen dahin gingen, dieses volksverheerende liebel durch die im Anfang der Krankheit einsetzenden Ruten in den beiden Heilstätten des Landes, in der Ernst Ludwig- and der Elenoren-Heilstätto, au der Wurzel zu fassen, war für die schon länger au dieser Krankheit leidenden, wegen vorgeschrittenen Leidens aber nicht oder nicht nochmals zur Heilstättenbehandlung geeigneten Versicherten der Landesversicherungsanstalt bisher nichts geschehen. Dem soll nun anders werden, indem die genannte Versicherungsanstalt Vorkehrungen getroffen hat, um auch diesen Erkrankten, foiveil sie es wünschen, gegen Abtretung ihrer Invalidenrente auf Kosten der Anstalt Ausnahme in em Sanatorium zu verschaffen. Auf eine von dem Vorstand der Anstalt veranstaltete Rundfrage erklären sich von 500 tuberkulösen Rentenempfängern 16, darunter 5 weibliche, ohne weiteres zur Aiünahme in ein Sanatorium bereit, und so wird denn jetzt mit diesen einmal ein Allfang gemacht iverben. Für die Unterbringung der männlicheii Der letzte Gast in Norderney. Als letzter Parlamentarier ist nunmehr auch der Führer der Wirtschaftlichen Vereinigung, Abg. Liebermann von Sonnenberg, zur Rücksprache mit dem Fürsten Bülow in Norderney eingetroffen. Die „Fraktion der Fraktionslosen" zählt immerhin 19 Mitglieder, ist also für den Bestand der Blockmehrheit von nicht unerheblicher Bedeutung. Obendrein hat Herr v. Liebermann erst kürzlich auf dem Parteitag seinen Deutsch-Sozialen eröffnet, daß ihm in der Gesellschaft der Linken nicht sonderlich wohl sei, und daß er dem Block beim Zerfall keine Träne nachweinen würde. Da kann Fürst Bülow schon nicht umhin, den „rauhbeinigen" Politiker, dem die Börsengesetzreform ganz besonders unbequem sein durste, unter vier Augen milderen Sinnes zu machen. Bei der kleinsten Blockfraktion, den Reforrnparteilern, würde wohl auch ein solches Unternehmen erfolglos sein, denn sie stehen beinahe so kritisch zur Reg'erungspolitik, wie die Sozialdemokratie. Deshalb ist nicht anzunehmen, daß ein Mitglied dieser Gruppe vom Reichskanzler zuguterletzt in Norderney empfangen wer- den wird._____________________________________ Der Unfall der russischen Kaiseryacht. H e l s i n g s o r s, 12. Sept. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Eine heute aus Hangoe eingegangene Meldung gibt folgende ausführlichere Schilderung des U n falls der K a i s e r y a ch t „Standard": Tie Jucht, die Lotsen an Bord hatte unb,mit einer Schnelligkeit von 14 Knoten in der Stunde lief, ist bei Ganggrund auf eine inmitten des Fahrwassers, 18 Fuß unter deut Spiegel liegende Bank, die aus der Seekarte nicht verzeichnet war, während zu beiden Seiten der schmalen Bank das Wasser 30 Fuß tief ist, aufgelaufen. Tie Jacht hat zwei Lecke unter Wasser, ein unbedeutendes im Vorderteil und das zweite bedeutendere gegenüber dem zweiten Schlot erhalten. Mit Hilfe des Dampfers „Freya" wurde im Laufe der Nacht das Wasser ausgepumpt. Das Welter ist günstig. Am rOte der Havarie trafen von Reval drei Rettungsdampfer ein. Die Majestäten begaben sich zuerst an Bord der Jacht „Ellekeen" und sodann auf den Aviso „Asia". Die Havarie wird teilweise dadurch erklärt, daß das Fahrwasser der nach Hangoe einführenden Schären als das schwierigste und als das weniger erforschte bezeichnet wird, besonders für so tiefgehende Schiffe wie der „Standard", der 21 Fuß Tiefgang hat. London, 12. Sept. Hier wird die wenig glaubwürdig klingende Version verbreitet, daß die russische Kaiser- Jacht „Standard" nicht auf einen Felsen, sondern auf eine schwimmende Höllenmaschine geraten sei. Kronstadt, 12. Sept. Tie Jacht „Newa" i|t mit dem Marineminister an Bord heute nach Hangoe ausgelaufen. Riga, 12. Sept. Zur Teilnahme an den Net- tungsarbeiten in Hangoe sind die Rigaer Rettungsdampfer „Solid" und „Tuena" ausgelaufen. Petersburg, 13. Sept. Heber den Unfall der Kaiser-Jacht „Standard" wird gemeldet: Obwohl der an Bord befindliche Lotse äußerst vorsichtig das Schiss führte, soll die Felsenspitze nicht bemerkt worden sein. Im Moment saß der „Standard" fest. Unter der kaiserlichen Familie entstand eine große Verwirrung, da im ersten Schreck die Ursache des Stoßes tticht erkannt wurde. Der Zar beruhigte jedoch sofort feine Gemahlin und die Kinder. Von den Begleitschiffen war im Augenblick des Aufsloßens der Jacht keins in der Nähe, weshalb der am nächsten gelegene finnländische Dampfer „Elakoon" die Zarenfamilie aufnahm. Bald erschien auch der Kreuzer „Asia", den nunmehr der Zar und seine Familie bestiegen. Ter „Standard" ragt 10 Fuß hoch aus dem Wasser empor, während er um 25 Grad nach Steuerbord geneigt ist. Ter Zar beobachtete von der „Asia" mit großem Interesse die Versuche, die Jacht wieder flott zu machen. Unglücks fülle sind nicht vorgekommen. Die hiesigen Residenzblätter dürfen über den Vorfall absolut nichts melden, bevor nicht der Regierungs-Anzeiger darüber berichtet hat. Tie Folge ist, daß bisher nur ganz phantastische Gerüchte über das Unglück im Umlauf sind. Die Lage in Marokko. General Drude hat am 11. September das marokkanische Lager bei Taddert mit großem Erfolg angegriffen. Ueber den Angriff hatte man strengstes Stillschweigen bewahrt. General Drude teilte erst einige Stunden vor Abmarsch den höheren Offizieren mit, daß er persönlich einen Rekognoszierungsritt leiten wolle. Er gab genaue Instruktionen und auch der K'reuzer „Gloire" hatte genaue Anweisung erhalten, um die Operationen durch seine Geschütze zu unterstützen. Die französische Kolonne war 14 000 Mann stark, auch Artillerie und Kavallerie war beteiligt. Der Vormarsch erfolgte bei dichtem Nebel, die Vorposten konnten unschädlich gemacht werden, bevor sie das Lager alarmierten. General Drude lieh die Truppen einen Halbkreis bilden und gab Befehl, das feindliche Lager mit Granaten zu beschießen. Die Stellung der Marokkaner war von dem Ballon aus genau bezeichnet worden. Die Marokkaner versuchten anfangs zur Offensive überzugehen, was aber mißlang. Die Franzosen gingen staffelweise vor, besetzten die Höhen und sandten den flüchtenden Ein- Deutsches Neich. Berlin, 12. Sept. Die Erklärung, welche die Regierung im vergangenen Frühjahr im Landtage über den Plan zur Reform der M ä d ch e n b i l d u n g gegeben hat, war allerseits mit großem Beifall begleitet worden. Tie höhere Mädchenschule sollte sich gleichwertig neben die höhere Knabenschule stellen.^ Neuerdins scheint man im Ministerium die Meinung geändert zu haben. Wie die National-Ztg. hört, hat das-Reform- Nealgymnasium der Charlottenburger Augusta Viktoria-Schule nicht die Anerkennung als höhere Schule und damit nicht das Recht erhalten, selbst die Abiturienten-Prüfung vorzunehmen. Diel Abiturientinnen werden vor einer Kommission ihre Prüfung ablegen müssen. — Auf dem Begrüßungsabend des Parteitages der freisinnigen Volkspartei teilte der Abgeordnete Müller-Sagan, der die Delegierten im Namen der Parteileitung begrüßte, mit, daß heute einstimmig beschlossen »uorbeii sei, Eugen Richter ein Denkmal aus Stein und Erz sowohl in Berlin als auch in Hagen in Westfalen zu errichten. München, 12. Sept. Ter Internationale Friedenskongreß nahm eine Reihe von Resolutionen an, unter ihnen auch eine, die sich mit der Marokkofrage beschäftigt. Tiefe Resolution spricht den Wunsch aus, daß sich die Unternehmungen Frankreichs und Spaniens in Marotto ausschließlich auf die Wiederherstellung der Ordnung und auf den Schutz der Fremden beschränken möchten, und daß die Einrichtung der Polizei in Marokko, selbst »Denn sie einer begrenzten Anzahl von Mächten übertragen bleibt, stets einen au30efprod)enin«s ternationalen Charakter beibehalte. Rustand. Budapest, 12. Sept. Wie verlautet, werden Kaiser Wilhelm und der König vor: Spanien an den Herbstjagden auf der erzherzoglich Friedrichschen Besitzung Szanto teil- nehmen. London, 12. Sept. Hiesige Blätter melden folgenden sehr unwahrscheinlich klingenden Vorfall: Zwei Polizisten in Prieska in der Kapkolcmie wurden verhaftet unter der Beschuldigung, Schwarze der de-utschen Schutztruppe in Südwestafrika widerrechtlich ausgeliefert zu haben. Angeblich haben sie zwei Hottentotten aus Teutsch-Südwestafrika, die sich in der Kapkolonie aufhielten, den Teutschen gegenBezahlung übergeben. Die Deutschen hätten erst für die beiden Hottentotten ein größeres Lösegeld bezahlt und sie dann ohne Prozeß erschießen lassen. Sofia, 13. Sept. Tie Enthüllung des Denkmals des Zaren Alexander II. verlief bei strengsten Absperrungsmaßregeln ohne Zwischenfall. Anwesend waren zahlreiche Mitglieder großfürstlicher und fürstlicher Familien, 60 russische Generale und Offiziere aus dem Befreiungskriege, alle gewesenen und jetzigen Minister und das diplomatische Korps mit Ausnahme der türkischen Vertreter. Nach der Rede des Fürsten Ferdinand, der das Denkmal enthüllte, sprach der Großfürst Wladimir. Er sprach den Wunsch aus, Bulgariens und Rußlands Volk und Heer möchten in Zukunft zum Wohle beider Völker innig verbunden bleiben. Ter „Bert. Lok.-Anz." meldet aus Moskau : Die Partei der friedlichen Erneuerung hat sich aus Mangel an, Mitgliedern aufgelöst. ——. — ,, , ...... ■■■»— ■ Aus SraöL uus Lcrud. Gießen, 13. September 1907. "Hülfe für Herbstein. Bis henke vormittag gingen weiter ein: Justizrat Aug. Metz 5 Mk., Zahnarzt Ernst Rietz 5 Mk., Ungenannt 5 Mk. Der Gesamtbetrag »mserer Sammlung steigt damit auf 5 056,7 3 Mk. •— Weitere Spenden nimmt unsere Geschäftsstelle gerne entgegen. * ** Empfangen wurden am Mittwoch auf Schloß Friedberg von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog der Major und Bezirkskommandeur Schweizer, soivie die Oberlehrer Alles und Schwarz von Friedberg. ** Schulperfonalien. Se. Konigl. Hoh. der Großherzog habe»: ben Oberlehrer an der Augustinerschule zu Friedberg Prof. Theodor Wiesehahn auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt. — In ben Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Hahn Adam Kreisel aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste, und Verleihung der Krone zum Silbernen ftreuj des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; der Lehrer an der Gemeindeschule zu Langstadt Adam Heußel auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienst, und Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone. — lieb ertragen wurde den Schulamtsaspiranten Hch. Görz aus Lonsheim und Friedr. Ost aus Wimpfen je eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen. — Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bodenrod. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eine besondere Ortszulage bewilligt werben. ** Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Eol- las, Lt. im Großh. Art.-Korps, 1. Grohh. Hess. Feldart.- Regt. Nr. 25, in das 1. Knrhess. Feldart.-Rgt. Nr. 11 versetzt. — Schneider, Lt. der Res. des Magoeburg. Train- Bats. Nr. 4, kommandiert zur Dienstleistung beim Großh. Hess. Train-Bat. dir. 18, cus Lt. im letztgenannten Regt, an gestellt. — v. Mosch, Obersc'tt. z. T. °^cud Kommandeur des Landw.-Bezirks Gießen, mit Erlaubnis zum' Tragen der der Hitze ermüdeten Truppen große Biwaks zwischen Rorbach Köpfe zählenden Schar fertigen in einem Tage 16 Stühle' und Äulendiebach (41. Brigade), und bei Calbach und Borbach Außer dem Preis wird den Blitz-SLuhlfabrikanLen die Kost (42. Brigade). Cm munteres Treiben herrichte bis ui die Nacht neftellt. 1 in den Biwaks. Um 2 Uhr wurde die Division alarmiert. Die J ttriphhprn 19 , ^1. < Blaue Partei griff m> unb auf den Höhen zwischen Glaubern t, „L1 1 J3 ^^ Bürgerschaft brachte heute Rorbach und Stockheim entwickelte sich wieder ein Gefecht. Not tra! / °unb Mner ^-enade hnr ^E^ung :n Gestalt den weiteren Rückzug bis Setters an, stets verwlac vom Ä-etitb. . ^.Elzugo und emer Serenade dar. Rach 9 Uhr beivegte Kandel. Len weiteren Rückzug bis Setters an, stets verfolgt vom Feind. Gegen Mittag trafen die Truppen in ihren Quartieren ein, nachdem sie noch große Märsche zurückgelegt hatten. Am Donnerstag hatte die 21. Division Ruhetag. Uniform des Jnf.-Ncgts. von Horn (3. Rhein.) Nr. 29 der Abschied mit Pension bewilligt. — Werner, '^berstlt. und ^Kommandeur des Landw.-Bezirks Lennep, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Lcibgarde-Jnf.-Rcgts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115. — Tr. Dönges, Ass ist.-Arzt beim 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, zum Oberarzt, Tr. Schmitt (I Darmstadt), Unterarzt, der Nes., Tr. Las- peyrcs (Gießen), Unterarzt der Landw. 1. Aufgebots, zu Assist.-Aerzten befördert. — Tr. Heil (I Darmstaot), Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots, der Abschied bewilligt. — Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, Major und Bataillons-Kommandeur des ersten Hannoverschen Jnf.- Negts. 'Nr. 74, wurde zum Kommandeur des Kurhessischen Jägerbataillons Nr. 11 ernannt. — Aus H a m bürg imib gejcteiebcn: In das diesjährige Verzeichnis unseres osfenllichen Vorlesungswejens sind zum ersten Awie auch die Vorlesungen ausgenommen worden, die die hambm- gische ivlssenschastliche Stislung vcraiistallet. Der Vertreter der neueren Geschichte mt der Ultiversität Heidelberg, Geheiinerat Tr. Marcks liest über das Zeitalter der französischen Revolution, Proh Dr. Rahtgen, dem die slandige Professur für Nationalökonomie des hanibilrgiichen Borlesungstvesens übertragen ist, wird über Slaats- imd Wirtschaftsleben in Oslasien lesen. Tie Gesanitzahl der Dozen- ten des Winterhalbjahres 1907/08 beträgt mehl weniger als 148 (gegen 126 im Vorjahre) und die Gesamtzahl der angekündrg- ten Voilesungskuise 176. Unter den auswärtigen Tozciiteri befinden sich Vertreter der Universitäten Berlin, Heidelberg, Jena, Leipzig, Zürich und Gelehrte aus Greiioble imu Btrniingham. Im vorigen Wiiilerhalbjahr beirlig die Zahl der Hörer 13 202. ** 2 5. Division. „So e Doag, der kann das Werk krieje", sagte ein biederer Wetterauer Reservist zum Schreiber dieses, als er sich über die Märsche des Tages erkundigte. Und wahrlich, es war keine Kleinigkeit, was die Truppeti tagsüber geleistet hatten. Zum Teil brachen sie schon um 3 Uhr oder 4 Uhr auf, hatten einen mehrstündigen Marsch bis ins Gefecht, das bis fast 2 Uhr dauerte und dann ging es ins Büvak, :;o die Regimenter nm 4 Uhr ankameu. Ten weitesten Weg hatten Teile der 168 er, die denn auch vielfach schlapp wurden. Das Gefecht begann auf den Höhen um Heldenbergen, die 50. Brigade sammelte sich bei Rosdorf, bei Kaichen die 49. Brigade. Im Laufe des Kampfes gelang es der 50. Brigade, über Eichen bei Erb- stadt dem Feind in die Flanke zu fallen, der am Bahnkörper zwischen Naumburg, Kaichen und Erbstadt in Stellung war. Die 115 er, 116 er und 168 er mußten ihre Stellung nach der Erstürmung der Höhen durch die 118 er räumen und sich bis Kaichen zurückziehen. Nun entspann sich ein lebhaftes Rückzugsgefecht, die 49. Brigade mußte eiligst den Uebergang über die Nidda vollziehen. Bei Nieter-Wöllstadt am Galgenfelo stellte sich nochmals die 49. Brigade dem Feind entgegen. Gegen V2I2 Uhr entstand südlich Friedberg ein heftiges Artilleriegefecht untermischt nut Gewehrsalven, und schließlich ging die 50. Brigade zum Sturm vor, der Feind mußte das Galgeuseld räumen und marschierte nach Friedberg; das Gefecht war beendet. Hunderte von Schlachtenbummlern folgten den Soldaten, die Schulen der Umgegend hatten „Manöverfrei" gemacht. Von 2 Uhr bis 3 Uhr marschierte fast die, ganze hessische Trvision durch Friedberg, deren Einwohner für reichliche Erquickung gesorgt hatten. Tie 49. Brigade bezog Biwak östlich von Nieder-Mörten bis an die Straße Bad-Nauheim-Steinfurth, die 117 er Borpostenbiwar nördlich und die 118 er südlich von Friedberg. Zahlreiche Zivilisten kamen an, von denen fast jeder für die braven Lanser etwas hatte. Bei Konzert der Regimentskapelle entfaltete sich ein fröhliches Treiben bis zum Zapfenstreich. Tie Ruhe aber wird nicht laj^e dauern, denn gegen 2 Uhr erwartet man Alarm. Tas Gefecht wird sich nach dem Bahnhof Hungen hinziehen. Freitag abend beziehen sämtliche Infanterie-Regimenter auf dem Gefechtsgelände Biwak, wahrscheinlich in der Gegend von Echzell, der Tivisionsstab kommt nach Hungen, der Brigadestab nach Wölsers- ,heim. S. K. H. der G r 0 ß h e r z 0 g wohnte dem Gefecht bei Kaichen und auf der Wöllstüdter Höhe bei und besuchte abends die Biwaks. Ein Manöver-Idyll. Vor einem Torfe der nördlichen Wetterau hatte ein Brigadegeneral mit mehreren Offizieren Stellung neben einem Zwetschenbaurn genommen. Er fragte einen dabeistehenden Torfbewohner, ob der Baurn ihm gehöre, und bat sich, als dies bejaht wurde, einige Früchte aus. „Täi kenne se hu, Herr Generoal," erwiderte freudig der Baumbesitzer, „mei Kwedsche sein gout." Ein kräftiges Schütteln und die „Kwedsche" lagen auf dem Acker. „Woarte se e wink, aich muß se irscht abwische", sagte der Bauer, nahm fein buntes, anscheinend ausgiebig gebrauchtes Taschentuch und „p 0 tz t e" damit jede Zwetsche sorgfältig ab. „Sn, do hunnse se se, lasse se sich se gout schmecke, Herr Gmeroal." Ter Herr , „Generoal" nahm die „Kwedsche" lachend entgegen und — steckte sie in die Rocktasche. Ob sie ihm „gout geschmeckt hawe", konnte ' der Beobachter leider nicht feststellen. ** Ordensverleihung. Se. Königs. Hoh. der 1 Großherzog haben dein Ober- und Geheimen Postrctt 5 Sautterm Köln das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Brotkontrolle. In einer im August ds. Js. in Eberstadt bei Darmstadt abgehalteneii Versanunlung der hessischen Bäcker würbe eine Resolution beschlossen, in der die Handwerkskammer ersucht rvurde, dahin gn wirken, daß die lästige Bestimmiing über die Brotkontrolle abgeschasft werde. Der Vertreter der Staatsbehörde hat niinmehr dem Vorstand der Handwerkskanuner die Erklürurig abgegeben, daß an eine Aufhebung der Brotkontrolle unter den jetzigen Verhältnissen nicht 311 denken fei, dagegen werde man einem Vorschläge der Bäcker auf Einführung einer den örtlichen Verhältnissen entsprechenden Mindest geivichtta belle gerne nähertreten. Der Wind Hof wurde von seinem Erbaiier Herrn Christian Duil wieder übernommen. Hoffentlich gelingt es ihm, dem beliebten Ausflugsort den früheren guten Ruf auch für die Zukunft zu sichern. § Großen-Buseck, 12. Sept. Morgen findet hier Gemeinderats-Wahl statt. Außer der regelmäßigen Ergänzungswahl für 3 Gemeinderäte muß eine Ersatzwahl für ein gestorbenes Mitglied stattsindeu. Tie Beteiligung an der Wahl scheint recht lebhaft zu werden. Ruttershauf en, 12. Äpt. Tem hiesigen Land- wert Ludivig schreiner scheuten heute mittag beim Grummetholen die K ü h e und spränget: an einer tiefen Stelle in die Lahn. Tie Frau des Schreiner und ein aus dem beladenen Wage:: jid) besinoender Knabe tonnten sich retten. Schreiner selbst, der schon dem (St tr in Len nahe war wurde voir herbeigeeitteu Leuten herausgezogen, während die beiden Kühe verendeten. O Raubach, 12. Sept. Ter Winterfahrplan bringt für hier die Veränderung der Abgangszeit des zwei- i>er sich aufrichtig in das schöne MLochen verliebt harre, heiratete lie wenige Wochen nach der Flucht. Aber diese Heirat sollte jähes uno tragisches Ende nehmen, denn eines Abends umarmte die Gräfin in Gegenwart ihres Mannes einen schönen polnischen Edelmann, der ihr den Hof gemacht hatte. Sofort zog der Gras seinen Revolver und ,choß den Geiievlen feiner Frau vor deren Angen nieder. Die Mutter der Gräfin starb aus Schmach über das Vergehen ihrer Tochter. Da die Gräfin während des Scheidungsprozesses sich keinerlei „GLne" auserlegte, wurde der von dem Gatten angestrengte Scheidungsprozeß zu feinen Gunsten beeiltet und die Kinder ihm zngesprochen. Seitdem sank sie so tief,, daß sie niemand mehr m der Gesellschaft in Kijew einpoligen wollte, und schließlich wurde sie die Maitresse eines Bankiers. Dann machte sie eine Spielhöhle auf, in ter sehr hoch gespielt wurde. ^0 ist es zu erklären, daß sie einen ihrer zahl reichen und ihr blind ergebenen Lievhaber dazu aufzuhetzen vermochte, den Grafen Kamarowsti, ter sich in ihrem Interest e für 40jOu'J Mt. veriichert hatte, niederzuschreßen. Wahrscheinlich war sie am Ende ihrer Mittel angelangt. Schweinemarkt, der mit 300 Schweinen befahren war. Ferkel kosteten das Paar 18—22 Mark. 1 -p Edingen a. d. Till, 13. Sept. Endlich ist man hier Qn bic Errichtung einer E i f e 11 b a h u h a l t e st e l l e herangetretcn die in neid)Iler Rahe der Dillbrücke zu liegen kommt. Unsere Eist meinte leifiet dazu 12 500 Mt. Sehr zu statten kommt die neue Bahnitation vor allem auch den zahlreichen Touristen, die de>, G re neuste in besuchen. Vom 1. Dezember ab werden einzelne 3ünp halten. w J ten Morgen-ugeS, der 12 Minuten früher, nämlich 9.46 Uhr abfährt. Dieser Zug, der 9.10 in Hungen ab'fährt, hat an allen Zwischen st a t io n en kürzeren Aufenthalt, so daß er 20 Minuten früher in Mücke an kommt als Vorher. Ter Abendzug nach dort komnien- ganz in Wegfall. Der am 1. Mai auf Ersuchen der Seentalbewohner eingefügte Zug nach Mücke hatte so geringe Benutzung erfahren, daß das Zugpersonah gewöhnlich die Zahl der Fahrgäste übertraf und für ersteres die jetzt wegfallende unbequeme Ueber- nachtung in Mücke brachte. — Leider ist der bessere Anschluß nach Alsfeld iiicht erreicht worden. Nach wie vor bleibt in Mücke die Wartezeit von zwei Stunden. Und doch wäre das bei dem Zuge 1065, der 15 Minuten später ein- trisft, als der Zug nach Fulda Nr. 521 in Mücke abfährt, so leicht zu ändern gewesen! X Groß-Eichen, 12. Sept. 1 aibs tf-Mfprr Pö-Apn I Komarowski zu gelangen, hat die Rolle ter über ihre Ver- iWÜMItimg entarten Weltdame und der verzweifel!.-» Vi-ut vor Ot.n, d^eckotenuchen Schnch-^em Wiener Unter,na-nngsrichter nur wenige Stunden spielen 2' Ihr volles Gesckmduis war eins ter psychologisch in- , ...... --- In UN- tercssautesten Momente in diesem aufregenten Kriminalroman irrem Orte serttgten die Leute etwa 200 Stühle an, ein Früher hatte sie erklär^, sie hätte gar kein Jnieresse an der Beweis, wie die Arbeit gefällt. Bier Arbeiter der fieben ^rnwrteing Komarowskis haben lönnen, da sie ja seine legitime - - ~ , Fran werden sollte. Nun gab sie ihr Mitwissen um ten Atten- f tatsplan zu; aber dieselbe Frau, bic noch vor kurzem an den ntssischeil Rechtsanwalt Prilukow telegraphiert hatte: „Kann ohne Dich iiidjt leben!", versuchte jetzt, ihn als den Urheber des ' B5rbrechens hii-zliZellen, ebenso, wie er sie belastete. Prilukow soll sie bcivogen haben, ven Mo rage danken Naumow, einen dritten »Ä paL dcr echt russischen Leultz-V MänL bot ta VÄ& mVÄaÄK Hrf m RuA-nd gcyvrtc u»i> t°i,uchlich ürfel9e der ihm mehrfach seilen» Umrissc dL Schloss unb°biE ÄÄ taÄtt /abe5“Ä'ÄSÄÄÄtK ^aanerä "Em-na nns ? Richard gramme zusch.ckte, die schwere Beleidigungen für Naumow ent- Seminaristen d-/CH°r , %nU-mmle Naumvw auf und beschloß Kvmarvwski toe86Krnb^”®Sr^h^ tÄ« der BürgerschaftMch. ° Die Gräfin Tarnowska stan.mi aus einer vornchnien Familie scr9(y. r o G ß sm I nuä Pult.iwa. Erzogen wurde sie im adligen Fräuleinstift in Nach cincnstvciiercn Mchiw^^s^e^i^LLe^L L wegüng feto 3Ä Äe&Wfl* T°r'!°wsch, mit dem sie toz darauf e-Mloh Der Gras, sd. Darmstadt, 11. Sept. Zu Tode verunglückt ist heute üormittag der ca. 40 Jahre alte Tagarbeiter Georg Klier aus Bessungen. Er begleitete eine Dreschmaschine von teer nach Weiterstadt und geriet in der Pallaswiesenstraße unter den Anhängewagen, kam unter die Räder, die ihm über Brust und Hals fuhren, so daß er schwer verletzt wurde und der ^ob alsbald emtrat. Darmstadt, 12. Sept. Eine schöne Feier wurde heute rm O,fizier-Kasino des Hess. Leib-Gnrte-Jnft.-Regls. Nr. 115 begangen. Es hatten sich nahezu 100 hessische Offiziere am Todestage des ruhmreichen Führers der hessischen Division, des Großherzogs Ludwigs IV., etngefunten, von den 60 am Feldzug 1870/71 teilgenommen haben. Im ganzen leben noch 90 Offiziere, die am Feldzug teilgcnommen haben, doch waren die übrigen 30, die teilweise krank sind, am Erscheinen verhindert. Am Vorabend war schon cm großer Teil der Herren, die zum Teil in ganz Deutschland zerstreut wohnen, eingetroffen, um ten Ausführungen des Obersten a. D. Becker-Darmstadt über die Tätigkeit der 25. Division am 18. August 1870 beizuwohnen, wobei die Stellung der einzelnen Truppenteile an Lichtbildern anschaulich erörtert wurde, jxute mittag wurden Kränze am Landeskriegertenkiiial, sowie an tem RMertenkmal des Großherzogs Ludwigs IV. nicter-- gciegt. Ein gemeinsames Festmahl vereinigte die Herren dann m den Kasinvräumen, wobei manches Wort im Hinblick aus vergangene und jetzige Zeiten gesprochen wurde. Eine an den Landesherrn nach Friedberg gesandte Ergebenheitstepesche fand sehr bald huldvolle Erwiderung. Die Regimentskapclle war unter idichrniig ihres Kapellmeisters Hanske ans den Manöverii beurlaubt, um das fröhliche Mal durch ihre Weisen zu würzen. r , 9t.Jb. Darmstadt, 12. Aug. Auf eine eigentümliche Weise 'Uchte der hiesige verheiratete Jnstallateurgehilse Benfe zu einem t rcb e£ ab en t e u er zu gelangen. Ihm war von Freunden zuge- fiustert worden, daß ein hierbei einer Herrschaft dienendes Mädchen nicht allznspröte sei. Ter Don Inan beschloß, sofort fein Glück äu dersuchen. Er sandte dem Mädchen ein Schreiben in Form Vorladung und teilte ihr mit, daß er sie wegen eines Ltttlichkeitsvergehens als Kriminalschutzmann einer Vernehmung Börse.. fest. steht nm. fest bah bas „ene Börsen- Tie Vorladung war auch mit dem Namen eines ^kriniinalfchutz- •''rtscic .Hnsc^ ^ei*lCL Vioffiumg zugeh en wird, 'mamis unterzeichnet. Ter Pseudobeam e war abe! rüt e n^ Tie Gesetzesoorlage wird aiicl) ben bisher verbotenen Ter.nuihantet „Vorladuna" an die Unrechte nefnmmPH sL ‘SxKI1 1,1 Vergwerkv- und ^nduslnepapleren lüicbeu als statlhau erklären, das von dem im angedichteten Vergehen (das m dem Briefe aenau ?Aleicheii die Aufhebung des Börseuterminregilters Vorschlägen, beschrieben war) feine Adnnnn hotte f.h^nnh bnu flcl)Jn lcbcc Beziehung als verfehlt crime eit hat. Es ist mit ihrer ^irteft Mp Ja s Schriftstück einiger Sicherheit anzunehmen, daß die Regiernngsantrage bic Zu- Tre Strafkammer verurteilte ten Ä s-?1^“s bcölr cn' über es herrscht w agrarischen drei en gegen befugter Ansübuna eine?, timt Ja’ Pim ble ^icbeicuifiiteung des ZeUge chasls m Getreide eine olche Ab- oejugter ^ububung einea Amtes zu eenem Monat Gesang- „cigung, bah em Antrag ber Aeg.ernng leine Aussicht ans Erfolg h r n 11 f 1t a , r s m a r p n (1 a n 91 f t n n ft a (Sa m o v f; o ÄS?X s» i e § ß n n e u v? h ' nr . r , kommen. Ter Konkurs ist eine Folge von Umbauten des Geschäfts. r. . . . 0 b u, 1_. i^^p^ Lui dreister ^rebstahl Hal lokals und Ankäufen von Grundstücken, heule nacht m ver städtischen Urnenyalle auf dem Fried Hose Märkte tattgefunben. Tie Diebe müssen die Friedhofsmauer und fc. Frankfurt a. M., 13. Sept. Heu- und Stroh- dann mit einer Leiter das 3 Meter hohe Tor der Urnenhalle markt. (Org.-Tel. d. Gieß. Anz.) Angesahreii waren 12 Wagen überstiegen haben. Sie raubten zwei etwa einen halben Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt lunrte für Heil Alk. 3.00 bis Zentner schwere Urnen mit Afchenrestew Tie Urnen 3-40' Stroh Mk. 2.50 bis Alk. 2.70. Tendenz: fest, bestehen aus schwarzem Marmor. L, Jranlfnrt a. M., 13.Scpt. (Telegr. Orig.-Bericht des »Gieß. + Waldgirmes, 11. Sept. Hier wurden in 2V-» Wochen 7?^- Notierungen der heutigen Viehinarktpreise. Zilin von den Kindern nicht weniger als 5 1632 Mäuse gesammelt ^rkame standen: 2^ Ochsen, 00 ans Oeiierreid), 7 Bullen, Obgleich pro Stück nur 1 Psg. vergütet wurde war das Gefchäft I V"? Ccfteri-eute O aus Dänemark, 96 Kühe, Fersen, Stiere unb ehr lohnend, indem manche Kinder 20 bis 30 Mk. verdient haben, nn11®1? ? mi5a ^'sOmark, 1016 Kalber, 101 ed)afe und Hänunel, Von dem massenhaften Auftreten der Mäuse und deren großen 0 " Cinn^'-S’Yi11 . Z^aell, 416 Schiveme. Bezahlt Verheerungen in ten Getreide-, Kartoffel- unb Gemüseftldern U'^^Umd Qualität 84-86 Mk., hat man eben keinen Beariff I ^11111 /6 Ju., 3. ^ual. 60 lOlhf., Bullen 1. Qual. 70 bis z Marbura 12 Sept Heute wurde stier 72 Mk., 2. Qnal. 67-69 Mk.; Kühe 1. Qual. 70-76 Mk., 2. Qual. S3 P r h ft n f p r h P rt/r A . r r bcr 71—74 ‘’Uif., 3. Qual. 63-65 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual, hn ßtmrn fso siJkrhp11. ^gvhalten. Ausgetriebeii waren 00-00Alk. Kälber: 1. Qiial.92-95 Psg., Lebelidgeivichtb4-57 Pst ( ?■ J IM P,erde, darüber 4o Fohwll. Bei der Ver- 2. Qual. 82-88 Psg., Lebendgetvicht 47-5/ Psg., Cchlachu tosung fielen die Hauptgewinne aus folgende Nuiumeru: gewicht 60-65 Psg. Schafe: 1. Qual. 84-00, 2. Qual. 78—80 Pfg. ^736, 10 153, 13827, 8195, 6852, 10675, 2549, 13 269, w Qilal. 00—00 Pfg.; Schlveiue 1. Qual. 70-00 Psg., Lebdgew'. 14 469, 14 899, 4031, 9507, 8165, 7337, 14 455 55.00—00,00 Psg., A Qu. 68- 69 Pfg., tebendgew. 54.50—00 Pfg., Z Kirchhain, 12. Sestt ^er Anftriest 'aus hrm 3* auaL Lebendgew. 00 Psg. Geschäft bei Horn- = Werd 0 rf, 12. Sept. Unter großer Beteiliguna wurde heute nachmittag unser im 76. Lebensjahre verschiß dener Hauptlehrer H a h u zur letzten Ruhe gebettet. 36 lange Jahre hat er hier in seinem Geburtsorte die Halste unserer Ciiiwohnerschast unterrichtet. Pfarrer A u t h 0 u i würdigte den Heimgegangenen als treusorgenden Vater und tüchtigen v, zU v n- 4 rU v. ~ ~ , Schuttnaun. Tie Gesamtleyrtätigkeit hat der Verstorbene iw fiarhmprt/Jufpk nrhpiMt eigenartiger Kreis Wetzlar ausgeübt und zwar in Treisbach, Groß-Altem ^euwarrig hier und m den um- städten und zuletzt hier. 1895 wurde er zum Hauptlehrer Heni s ch e Stuhlma che r 'aus Ver W VnJ Tto/t' | ix'njKugeftanb_ 1 Brennholz, Die Ermordung des Grasen Komarowski in Venedig. w , f - Den Ruhm dcs intcrejfantcn Prozeßhelten hat Rechtsanwalt Ten gepreßten Holzsitz Dan an bic irisch-russische Abenteuerin Maria Nikolajewna Tarin der Bearbeitnng 'wwska ablretcn urüf;cn. Diese Frau, welche auf die Idee vec- ... . - - . . ------- -------, 4 xvj^v vuvuuviuui uuu iuyvufvubn,u die stel, mittels eines abgekürzten Verfahrens in ben Besitz des ihr griff um 11 Uhr das Gros und die, Artillerie ins Gefecht ein. Cile bei der Arbeit erregten die Bewunderuna aller Zu- die Che zngcsicherten Vermögens ihres Bräutigams Grafen Mehrere Stunden dauerte der Kampf, Rot ging wiederholt bor, 61, imn.'r o r- , , ( t , ... J ___I npfaimpn hat ;>;p W n 1 (p r über als plötzlich eine blaue Abteilung Infanterie vordrang. Rot XPrn > h t mußte zurück und trat den Rückzug über Calbach, Orleshausen, Bohrern uno leiu)i v ;-r- Büches bis Aulendiebach an. Auf dem Rückzug benutzte Rot oantcijen. Für einen Stuhl, der dauerhaft und von guter I können, die von ben Pionieren erbauten zwei Brücken über ben Seemenbach Form, wiro 1.50 Mk. iniL des Sitzes bezahlt, zwischen Linbheim unb Bübingen. Damit war bas Gefecht ab- c"": *'* L' z> gebrochen. Am Nachniittag bezogen die von großen Märschen unb ter Hitze ermüdeten Truppen große Biwaks zwischen Rorbach ** V 0 m Manöver. Außerorbentlich interessant gestaltete sich das Manöver, das die 41. unb 42. Infanterie-Brigade um Büdingen und Stockheim ausführte; viele Zuschauer ivohnten den Hebungen bei, sogar bic Schulen ber umliegenden Ortschaften veranstalteten Manöverausfmge, Fabriken wurden geschlossen usiv. Durch Büdingen marschierten die Regimenter ber 41. ißrigabc । a, - x ’ ' rr , Nr. 87 und 88 unb bie Artillerie „Franlftirt". Letztere rückte I Inncj gespaltenem buchenen oder eichenen i - -u, nach Hcrrnhag unb ber Ronneburg über Borbach und Diebach. I chw es aus den Hosreiteu unserer Landleute lagert, fer- Tie 42. Jnfkanterie-Brigade (80 er, 81 er, 166 er) mar en naciJ tigen diese Handwerker Stühle. T Süden herangerückt unb so entwickelte sich um bie Ronneburg stellen sie selbst. Ihre Sicherheit in i-m Gefecht. Nachdem einige Zeit die Vorposten gekämpft hatten, des Holzes, tl;rc Gewandtheit uno insbesondere die hastftp Vermischte». * 3 ii den H c i r a t s p l ä n e n bet Gräfin Montig- noso wird von mtncbticl) ..durchaus unterrichteter Seite" geschrieben: ,.Die Gräfin befindet sich zurzeit in der Näbe von London Es steht ganz zweifelsfrei fest, das; ihre Anwesenheit in Englund keinen anderen Gründ chut als den, ihre Vermählung mit dem Italiener Tosclci zu betreiben, wie sie ja auch schon die ersten Schritte hierzu getan bat. Wenn sich nunmehr das Bestreben geltend macht, diese Tatsache abzuleugnen, so ist demgegenüber sestzustellcn, das; es ganz wohl begreiflich ist, wenn jener kleine Kreis von Freunden und Fr.mndinncn dw ehemaligen Kronprinzessin alles versucht, um sie von diesem Schritte abzu- halteu. Vielleicht wäre es aber doch das beste, wenn der Fall „Montignoso" auf diese Weise mit eincmmale aus der Welt geschafft würde." * Neue r Ozeanriese. Aus London berichtet ein Telegramm: Tie White Star Line hat bei der Werft von Harland Wolff einen neuen Tnnipfcr bestellt, dessen Größen- oerhältnisse itotf) über die der „Lusitania" hinausgehen. Ter Dampfer soll 840 Fuß lang und mit Turbinen besonderer Konstruktion, die eine Ersparnis an .Heizmaterial von 12 Prozent ermöglichen, versehen werden. * Zwei Wahrheitsliebende. Ter sechsjährige Fritz, der jüngste Sproß unter sechs Geschwistern, wird von der Tante gefragt: „Nun sag mir mal, mein lieber Fritz, wer gehorcht denn von euch allen am besten der Mama?" Ohne Zögern erfolgt die Antwort des kleinen Fritz: „Ter Papa!" — Der Papa erzählt diesen Streich im Freundeskreise und versichert, als alles in Lachen ausbricht, voll Entrüstung: Tas ist aber wirklich wahr! — „Daran habe ich nie gezweifelt," bestätigt ein Freund des Hauses. Kleine Tageschronik. In Sierslebeu (Prov. Sachsen) haben junge Bergleute eine Flasche mit angcfeuchtetem Earbid in eine Schar spielender Kinder geworfen. Es erfolgte eine Explosion, durch die zehn Kinder verle tzt wurden. Wegen des Strausberger Bahnsrevels befinden sich zur Zeit zwei Personen im Gewahrsam der Berliner Polizei: außer dem 26 jährigen Arbeiter Otto Gabler aus Eharlottenburg der 32 Jahre alte Schuhmacher Otto Leistner aus Strausberg. Beide erscheinen sehr verdächtig. Gesucht wird noch ein dritter, von dem vermutet wird, daß er den Schlüssel bestellt hat und in Genieinschaft mit ben beiden Genannten den Schnellzug zur Entgleisung brachte, um ihn zu berauben. Ein folgenschweres Brandunglück hat sich in Kunzendvrf im Kreise Großwartenberg (Schlesien) ereignet. Eltern hatten ihren zweijährigen Sohn in der Wohnung eingeschlossen und sich entfernt. Aus noch unerklärlicher Ursache brach Feuer in dem Hause aus und der Knabe verbrannte. Der zurückkchrende Vater eilte in das brennende Gebäude, um "sein Söhnchen zu retten und erlitt dabei erhebliche Vrundwunden. Die Ehefrau des Hausbesitzers wollte noch etwas von ihrer Habe retten, sie wurde aber von den Flammen erfaßt und getötet. Auf der Jagd ist in dem brand. Gutsbezirk Dobrilugk der Berliner Fabrikbesitzer Ludwig Polborn schwer verunglückt. Da die Vermutung besteht, daß der Tod durch Verschulden eines^Jagdfreundes verursacht worden ist, wurde die Leiche von der Staatsanwaltschaft in Kvttbus vorläufig beschlagnahmt. Bei Helmstedt ist ein 23jähriger Wilderer aus Walbeck von dem Förster Völsche erschossen worden. Beim Manöver in Bayern wurde eilt Kanonier von seinem Vordersitz herabgeschlcudert und kam unter das Geschütz. Beide Beine sind ihm abgedrückt worden. Ein zweiter Unfall ereignete sich bei Bad Tölz. Dort wurde einem schweren Reiter durch eine Platzpatrone ein Arm zerschossen. In Homberg bei Düsseldorf trank ein Kind in einem unbewachten Augenblicke aus einer Flasche mit Essigessenz, so daß es bald darauf v e r st a r b. Der Kassenbote Bartsch von einer Depositenkasse der Kommerz- und Diskontobank in B e r l i n wußte sich durch Qnittuugs'fälschung 60 000 Mk. zu verschaffen und wurde mit seiner Braut, der Köchin Lehmann, flüchtig. Ihre Spur weist nach der Schweiz. Der Kammerherr und Rittergutsbesitzer Dietrich v. Carlo- witz wurde in seinem Parke in Kleiw-Dehsa bei Löbau (Kgr. Sachsen) t o t ausgesunden. Man schließt auf einen Unglücksfall, weil neben der Leiche ein erschossenes Eichhörnchen lag. In der K o b l e n z.e r Landesverratsaffäre sind im ganzen 14 Verhaftungen Erfolgt, von denen 12 aufrecht erhalten wurden. Unter den wegen Hochverrats Angeklagten befinden sich 4 Zivilisten. Die en gl. Militär-Luftschiffer-Abteilung hat einen von Mr. Dann entworfenen Aeroplan ohne G a s b a l l o n gebaut, der nach dem Prinzip der Schwebe-Experimente von Jose Weiß konstruiert ist. Er hat vier Flügel, zwei übereinander auf jeder Seite; sie sind 40 Fuß lang. Die Maschinen sind trotz zweimonatiger Experimente noch sehr unzureichend. Der Aervplcm Amtlicher ‘geil. Bekanntmachung. Betr.: Vorträge über Obstbau. Sonntag den 15. September in Mainzlar. Kesselbach. Allertshausen Bersrod. Saasen. Beuern. Neinhardshain. Stangenrod. Ettingshausen. Montag Dienstag Mittwoch Donnerslag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. Der Ooslbaulechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr H. Wiesner aus Friedberg beabsichtigt, in den nachbenannten Orten des Kreises Gießen Vorträge über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Die Vorträge beginnen Abend 8. Uhr, die praktischen Unterweisungen am anderen Tage, nachVereinbarung mit den Interessenten. * s. 1K Wies eck. Mittwoch „ 25. ,', Münster. Den Herren Bürgermeister und Obmännern gehen noch besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist erivünscht. Gießen, den 9. September lv07. Der Vorsitzelide des Vereinsbezirks Gießen des Lberhessischen Obstbaiivereius. L a ii g e v nt a n n , Gr. Krei^amtmann. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Die Firma Gebrüder Homberger u. Söhne zu Gießen, sowie die der Karl Homberger Ehefrau, Rosa geb. Backhalls erteilte Prokura sind erloschen. Das Geschäft ist ohne Passiva auf den Kaufmann Wilhelm Homberger zu Gießen übergegangen und wird von demselben unter dec Firma Wilhelm Homberger weitergeführt. Gießen, den 10. September 1907. B18/» Großherzogliches Amtsgericht. Sandgrubenverpachtnng. Samstag den 14. September, uachm. 5 Ubr, soll auf hiesigem Rathause eine Sandgrube, der Gemeinde Wieseck gehörig, verpachtet werden. Dieselbe liegt am Waldesrand der Heide, ungefähr 80 m von der Straße Gießen—Lollar, bietet dadurch eine gute Ausfahrt, und ist das Gelände von Sand sehr ergiebig. Bedingniffe, liegen bis zum Samstag den 14. September, nachmittags 5 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei den Interessenten offen. Wieseck, den 13. September 1907. B13/0 Großherzvgliche Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. wurde in einzelnen Teilen nach einem entfernten Teile Englands gebracht, nm mit aller Heimlichkeit Flugexperimente auszuführen. Der zwischen Billefrancke und Bourg (Frkr.) verkehrende Postwagen ist am Ufer des Tetflusses um gestürzt. 15 Personen wurden schwer verletzt. In Brüssel wurden aus der Wohnung des> Grafen von Aßke mehrere wertvolle Bich der von Van Dyck gestohlen. Von dem Täter fehlt jede Spur. Ein großes, durch Brandstiftung entstandenes Feuer äscherte das dem verstorbenen Großfürsten Sergei gehörige Gut Jljinskije bei Moskau ein, das vollständig mit Ausnahme des Schlosses niederbrannte. Ferner brannte die früher Paßburgsche, Okulowsche Papierfabrik, die jetzt Eigentum des Moskauer Bankiers Rimbuschiuskv ist, nieder. DerSchaden beträgt 1 200 QOO Rubel. Unweit Paris ist 'bei einem Automobilunfall der Unterpräfckt Labat, gegen den zurzeit ein Verfahren wegen Alkohol-Schmuggels schwebt, verletzt worden. Aus Luckuow in Indien wird gemeldet, daß Pafandin, ein Vrigantenhäuptling, der viele Jahre große Gebiete terrorisiert hat, endlich verhaftet worden. Er selbst und fünf seiner Anhänger wurden zum Tode, zwanzig andere Mitglieder der Bande zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Die Briganten hatten im Laufe der Jahre zalstlose Verbrechen verübt Ulrchltche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 15. S ep t b r., 16. Sonntag nach Trinitatis : Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormitlags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanucskirchc. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Eule r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgeineinde. Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer A u s f e l d. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung. Katholische Gemeinde. Samstag den 14. September 1 9 0 7: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 15. September 1907, 17. Sonntag n a ch Pfingsten: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. u um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9% Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Sonntag den 29. September wird das hl. Sakrament der Firmung gespendet werden. Anmeldungen zur Firmung müssen Sonntag den 15. September noch dem Hochamt oder nach der Nachmittagsandacht gemacht werden. F i rm u n g s u n t e rr i ch t wird erteilt für die auswärtigen Firmlinge Sonntag den 22. September, nachmittags 3 Uhr: für die in Gießen wohnenden Firmlinge am 25., 26. uno 27. September, und zwar für die weiblichen Firmlinge des Nachmittags um 6 Uhr, für die männlichen Firmlinge des Abends um 8 Uhr in der Kapelle. Israelitische Neligionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbatfeier am 14. September 1907: Freitag abend 6.15 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.30 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 5.15 Uhr, abends 6.00 Uhr. Gießener Wetterdienst. Vorartssichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 14. September: Heiter und trocken. Temperatur wie heute. Leichte östliche Winde. Griginal-Drahtimel-ungen. ds. Wor in s, 13. Sept. Tie Kr a n z b ü h 1 e r s ch e Buchdruckerei ist nebst dem Vertag der „Wormser Zeitung" für 456 000 Mk. an den seitherigen Geschäftsführer der Ge- fchäftsbücherfabrik Bayer u. Schneider in Heilbronn Cny- rim verkauft worden. Tie Uebergabe erfolgt am 1. Okt. Lünen, 13. Sept. In Nordlünen wurde das sieben-, jährige Kind einer Witwe von zwei hintereinander fahrenden Autowagen überfahren und getötet. Die Teilnahme an dem Unglücksfall ist um so größer, als ein älterer Bruder vor zwei und der Vater vor drei Jahreip ebenfalls auf gewaltsame Weise ums Leben kamen. Dresden, 13. Sept. Die gestrigen Wahlmänner- wählen nieder 2. Klasse ergaben hier eine völlige Niederlage der Reform-Konservativen und der Antisemiten. Es wurden nur nationalliberale Wahlmänner gewählt. In Leipzig wurden rm Wahlkreis 2 sämtliche 44 und im Wahlkreis 7 sämtliche 71 nationalliberalen Wahlmänner gewählt. In Chemnitz 2, bisher konservativ, wurden 71 nationalliberale Wahlmänner gewählt. Karlsbad, 13. Sept. In der Nähe von Einsiedel verunglückten der Bankier Karl Silberstein aus Stockholm und ein Herr Popowitsch aus Bukarest mit ihrem A u t o mo b i l. Beide Herren wurden schwer verletzt. Budapest, 13. Sept. Der 73 jährige Bankier Ho - vary stürzte sich wegen eines unheilbaren Leidens aus einem Fenster des vierten Stockes seiner Wohnung und war sofort tot. Budapest, 13. Sept. Im Postamt 5 im Börsengebäude versuchte ein P o st k u t s ch e r mit seinem Wagen, in dem sich 50 000 Kronen befanden, durchzugehen. Der Polizei gelang es jedoch, den Flüchtling wieder einzufangen. Nom, 13. Sept. Unterrichteterseits wird mitgeteilt, daß sowohl der Nechtsbeistand der Gräfin Montignoso als auch der des Pianisten T o s e l l i beauftragt worden sind, der Quelle der Lügennachrichten nach- zusorschen, damit festgestellt wird, von welcher Seite aus diese Nachrichten verbreitet werden. Kiew, 13. September. Eine bewaffnete Bande überfiel das Städtchen Berlitz, in i ß h a ii d e l t e die Juden und inarr mehrere jüdische Kinder in einen Brunnen. Auch iji anderen Ortschaften Befarabiens sind gleichfalls Judenverfolgungen vorgekommen. Viktoria (Kanada), 13. Sevteviber. Der japanische A u s w a n d e r e r - K o m m i s s a r Baron Jschi erklärte, von der Regierung Telegranime erhalten zil haben, wonach Japan au§ den Ereignissen von Vancouver keinen diplomatischen Zwischenfall machen werd?. Die Beziehungen zwischen beiden Regierungen seien vorzüglich, und Japan werde sich darauf beschränken, eine Entschädigung zu verlangen. Tie Situation gebe zu keinerlei Bcdenlcn Anlaß. TeSefomscfoe BCursberscfote des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Fr»nldurter Bür 3 *^°/0 Beichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.50 3%°/0 Konsols . . , . 93.90 3% do 83.35 3 °/0 Hessen ...» 92 20 3)40/o Oberliessen . . . 92.50 4 % Oesterr. Goldrente . 98.25 4l/r, % Oesterr. Silberrente 98 60 4% Ungar. Goldrente . . 92 60 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I 66.00 3% Portugiesen „ III 66.75 4russ.Staatsanl. 1905 91.40 4%°/n japan. Staatsanleihe 91.00 \ % Conv. Türken von 1903 —.— Türkenlose 142.00 4% Griech. Monopol-Anl. . — 4% äussere Argentinier . 84 70 3°/0 Mexikaner . < . 62.00 4^% Chinesen .... 95.20 Aktien: Bochum Guss 211.00 Buderus E. W. . ... 115.50 Tendenz: fest. Berliner Börse, Canada E. B 164.90 Darmstädter Bank . . . —.— । Deutsche Bank .... 226.30 I Dortmunder-Union C. . . 66.801 Dresdner Bank .... 139.25 | Tendenz: fest. teilt von der Bank für Handel ie, (liessen. *e, 13. Sept., 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 118.00 Elektriz. Schnckert . . 103.90 Esch weil er Bergwerk . . 214.45 Gelsenkirchen Bergwerk . 198.90 Hamburg-Amerik. Paket?. 129.30 Harpcner Bergwerk. . . 197.75 Laurnhntte 222.70 Nordd. Lloyd . ... 113.10 Obeischles. Eisen-Industrie 101.90 Berliner Handelsges. . 153.75 Darmstädter Bank . . . 127.30 Deutsche Bank .... 226.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 140.00 Diskonto-Kominandit. . . 170.40 Dresdner Bank . . . 139.30 Kreüitaktien 201.00 Baltimore- und Ohio- Eisentahn 92.30 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 30.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.60 Prince-Henri-Eisenbahn . 127.00 3. Sept. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. < . 197.30 Laurahütte .... 222.70 Lombarden E. B. ... 31.00 Nordd. Lloyd 112.90 Türkenlose 141.60 4 nachmittags 3^ Uhr zu Nidda vom Bahnhof aus. 5787 Danksagung Gießen, den 13. September 1907. 06714 5778 Das Abfahren des m dem Lichec Gemeindewald noch - erstenmale findet der Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner unvergeßlichen Gattin, unserer heißgeliebten Mutter, sagen wir Allen, inbesondere den Schwestern des evang. Schwesternhauses für die liebevolle Pflege und tröstenden Beistand innigsten Dank. Billigen Mi t t a g s ti f ch für 45 Pfg., sowie Kost und Logis erhält man bei [06634 Gastwirt Abel, Asterweg. 7. K 55/07 B15/8 Donnerstag, den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht das vor dem 9tamen des Johs. Buscher stehende Grundstück der Gemarkung Gießen 1/123613/1OO = 446 qm Ho freite im Gartfeld öffentlich ineiskbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimatsbehörde über ihre Zahlungsfähigkeit genügend auszuweisen. Gießen, den 14. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. G r 0 s. Statt besonderer Anzeige. Todes-Anzeige. Heute früh 5 Uhr entschlief sanft im 65. Lebensjahre mein lieber Gatte, unser guter Vater, Grossvater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Grossherzoglicher Bahnhofsvorsteher. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 13. September 1907. Die Beerdigung erfolgt am Sonntag, den 15. September Bekanntmachung Bei dem am 26. September l. Js. zmn dahier stattfindenden Bieh- uad Krämermarkt Auftrieb von Vieh morgens von 8 Uhr an statt. Grünberg, am 13. September 1907. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Z i m m e r. Kartoffeln prima Speifckartoffeln, weiß- u. gelbfleischig empfiehlt billigst I. Wttsel, Koiliieiiflr. 6. Telephon 235. 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