WM u.Herrm (SttaW Ö f TenMM I Ächklduxu ÄM Zss _____- -—TT^t-hW jgfiem von ocr t bis rurStMaA ÄBlS' TZTyare.n jer’insesteW® richtskursen S*X . des ^«"LttSoc* ilUfegkS » M-HkN WK'N Mtopianagafieä. -rbeMlün^M ielncrSameiünqeiti E> gut enmfohto «11. Ätai geiuchl. ttwungen unter W ner wiger erbei. tig.d.SMlard.M- \ •jjcbtetitiilUtihf .ngebote m. Pre^ en Geß-Anz. ercr, „ emer hoherW l-uvLeauinchm» beiten ein-Lori-M ilbctontt^kL^ | ASSm Sä’»"«' ln der BÄ für ^tifimäbditn iS*Ä M T^LLonnennrA W iH undenimLag gesucht. Zungen muer 024% Ss^- Kerls ms Mädlhli^ I lle als HlmSMiä lob.ält.filjepaßrfiüü. Pariser GasseS.nt Donnerstag 11* April 1907 K 37. Jahrgang Zweites Blatt Nr. S4 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchm Rotatwnsdruck und Verlag der Brühl'icheu UnwersitätS »Buch» und EkemdruckereU R. Lange. Greßea. Redaklton, Expedition und Druckerei: Tckul- straße 7. Expedition und Verlag; 61» Redaktion: 113. Lel.-Adr>AnzeigerGreben. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag?. Die „Eietzener LamMenblättcr" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das '.Krctsfclatt für den Kreis Sieden" zweimal wöchentlich. Der„ffesfifche Landwirt" erscheint monatlich einmal. in» Stodvo. Löber bemerkt, er habe gegen bie einmalige^ (£r- hebrmg von 2 und 1 Million gestimmt, weil er sich geiagt habe. fügung. Dieser Mann bewies in seiner Person, daß starke tellektuelle Kräfte die unbemittelten Volksklaffen besitzen. änden bei uns in höherem Maße statt als in dec Schweiz. Der Minister erklärt sich weiter mit dem Vorredner darin Ignaz Auer t Der sozialdemokratische ReichStagsabg. Ignaz Auer, der den 17. sächsischen Wahlkreis (Glauchau-Meerane) vertrat, ist am Mittwoch in seiner Wohnung im Berliner Vorort Zehlendorf den Folgen des Schlaganfalls, der, wie gestern gemeldet wurde, ihn am Dienstag abend betroffen hatte, erlegen. Mit Auer ist eine der interessantesten und charakteristischsten Gestalten der Sozialdemokratie dahingegangen. Er wäre am 19. ds. Mts. 61 Jahre alt geworden. Ec war 1846, und zwar in Dommelstadt bei Passau, geboren, besuchte eine Volksschule, lernte ba§ Sattlerhandwerk und starb als einer der kenntnisreichsten Führer der Sozialdemokratie und zugleich als einer ihrer klügsten Köpfe und besten Redner. Schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte er sich in München der Sozialdemokratie angeschlossen. Zum erstenmal gehörte er dem Reichstage 1877 und 1878 au; bann wieder von 1880 bis 1887 und zuletzt seit 1890. Auer hat in manchen großen Reichstagsdebatten die Anschauungen seiner Partei in wirkungsvollen, an tatsächlichem Material reichen Reden verfochten. Auch aus bem Parteitage hat er als langjähriges, einflußreiches Mitglied deS Partei» Vorstandes m allen kritischen Momenten nachdrücklich den Standpunkt der Einheitlichkeit der Partei vertreten. Seine Beredsamkeit hatte einen Stich ins Biedere und eine starke Gabe kräftigen bajuvarischen Humors stand ihm zur Ver- sozialdemokratische Agitation habe sich so feindlich benommen, daß es seine Pflicht scr, die Truppen von den Lokalen, wo parlamcntarifctycs* Berlin, 10. April. Tie Budgetkom Mission des Reichstages setzte die Beratung des Heer-Etats fort und bewilligte baS Kapitel ber .Gelbverpflegung ber Truppen'. Im Lause ber Beratung erklärte u. a. Staatssekretär Fchr. o. Stengel, baß er bie Resolutionen im Reichstag betreffend die Bewilligung von Teuerungszulagen für Reichs- bea mtc auch bezüglich ber Beamten der Heeresverwaltung als bindend angesehen habe. Bezüglich ber Unteroffiziere hätten sich bie Regierungen noch nicht mit der Frage beschäftigt, er erkenne aber bie Notlage ber verheirate» ten Unteroffiziere an. Der Kriegsininistec erklärte, bie Frage der Erhöhung ber Löhne der Unteroffiziere und Mannschaften unterliege der Prüfung durch die Ber- auf unseren Universitäten. Es spielten hier aber auch internationale Rücksichten mit. Zurückweisungen von Ausländern politische Tagesschau. Landwirtschaft und Industrie. . Der sächsische konservative Landtagsabg. Bankbirekto r Ulrich veröffentlicht unter der Ueberschrift »Ohne Scheuklappen^ einen Artikel im .Tage", in dem er sich mit den letzten Reichstagswahlen beschäftigt und zu folgendem Er- aeöniffe kommt: QJlit der Ausbreitung der Industrie geht das Wachstum der Sozialdemokratie Hand in Hand, und je mehr die Landwirtschaft zurückgeht und je mehr Arbeuskräfle sie an die Industrie abgibl, um so mehr steigt auch die Wählerzahl der Sozialdemokratie bei entsprechender Abnahme der national gefilmten Wählerschaft. Es gewinnt den Anschein, als ob sich die ländliche Bevölkerung ihre gesunden nationalen Empfindungen in der Regel nur so lange bewahre, als sie in der Landwirlschast tätig bleibt. Sobald der Landarbeiter zum Jnduslriearbeuer wird, geschieht es meist auf Kosten ferner an sich nationalen Gesinnung, und er verfällt in den Fabriken ber industriellen Wahlkreise der internahonalen Sozialdemokratie. Solange man zu keiner neuen Wahlkreiseinteilung schreitet und der in ber Landwirtschall tätigen Bevölkerung den wesentlich größeren Einfluß erhält, den die obwaltende Entwicklung der Ver- hältnisje zwischen Stadt und Land gleich einem selbsttätigen Regulator glücklicherweise zur Folge hat, wird man vielleicht auch vom nationalen Standpunkte aus mit dem bestehenden Reichs- tagswahlrechl auskominen. Da,in soll man aber auch offen bekennen, daß wir in Wirklichkeit ein gleiches Wahlrecht nicht be= scheu, und daß die beit Baterlandsireund noch einigermaßen bc- sriedigende Zusammensetzung des Reichstags an wesemlichen dadurch herbeigeiührt worden ist, daß das Wahlrecht ber ländlichen Wähler in demselben Maße an Einfluß gewonnen hat, wie das Wahlrecht ber industriellen Wähler au Bedeutung und Gewicht nach und nach herabgedrückt worden ist und bei Andauer ber bestehenden Verhältnisse noch mehr vermindert werden wird. Es wird zugegeben werden müssen, daß die Schlüsse, welche sich vom monarchischen und vaterländischen Standpunkte aus vor- stehendkn Zahlen und Ausführungen ergeben, sehr günstig für die Landwirtschaft und sehr ungünstig für die Industrie find. Bei rinern mit allen Konsequenzen durchgesührten allgemeinen, direkten und wirklich gleichen Wahlrecht würde die Industrie als Sturmbock gegen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung, die Landwirtschaft aber als einziges Bollwerk dagegen erscheinen. _ t . Gleichwohl ist Ulrich ber Meinung, baß bie Jnbustrtc zum Wohlstände des Volkes wesentlich beigetragen habe und beSwegen gefördert werden müsse. Er schließt ferne Darlegungen mit folgenden Sätzen: Je bedauerlicher und unabänderlicher aber diese Erscheinungen sind, die offenbar auch durch unsere Sozialpolitik nicht genügend gebannt werden können, um so weniger darf man sich der Einlicht verschließen, daß eme hochentwickelte und weitverbreitete Industrie ihre notwendige und natürltcheErgänzung finden muß, in einer auf gesunder Grundlage beruhenden Landwirtschaft. Wer unter dem Eindrücke unierer industriellen (Si> iolgc bie Bedeutung der Landwirtschaft für tue nationale Wohlfahrt des deutschen Voltes verkennt und ihr den erforderlichen staatlichen Schutz und die nötige Forderung ihrer Lebensbedingungen versagt, der versimdigt sich an dem Gesamtwohl unseres Voltes und laßt den Gesundbrunnen versiegen, aus dem ihm die nötige Kraft und Frische zuflleßt, um eine so viel Lebensenergie verbrauchende Industrie auf die Dauer ertragen zu können." der 'Jluftrieb wieder mehr als 30 000 Stück, darunter über 12 000 Schafe und fast 12 000 Schweine. Die Schweine kosteten 47 bis 63 M. für 100 Pfund mit 20 Prozent Tara-Abzug. ihnen sogar beim Examen angerechnet. Abg. Dr. Wagner (frf.) bittet um Errichtung von Lehrstühlen für Kolonialrecht. Abg. Dr. Rügenberg (Z.) verlangt eine ProfessurI für soziale Medizin. Geheimrat Elster hebt hervor, bic medizinischen Fakul- täten hielten eine besondere Professur für soziale Medizin für nicht nötig. Trotzdem hätten in Bonn und Berlin Pro- fefforen Lehrauftrag nach dieser Richtung bekommen. Abg. Schiffer (ntl.) verlangt für das Vers ich erung s- wesen einen besonderen Lehrstuhl. Geheimrat Elster sagt wohlwollende Prüfung des Wunsches zu. Abg. Zi esche(Z.) bittet um Besserstellung der Kanzlisten und Kanzlcisekreläre bei den Universitäten. Die laufenden Ausgaben werden bewilligt. Bei den einmaligen und außerordentlichen Ausgaben liegt eine Petition um baldige Errichtung eines Neubaues für das zahnärztliche Institut in Berlin vor. Em Reglerungs» kommissar hofft, daß ein solcher in den nächsten Jahren werde ausgeführt werden können. Es mürben sodann die Ausgaben für die Universitäten Breslau und Halle bewilligt. _______ Neber die Preise der wichtigsten Lebensbedürfnisse liegt preuß. Blattern zufolge eine neue amtliche Nachweisung vor. Die Preise für die Rohmaterialien der Industrie und die Getreidepreise sind weiter gestiegen, die Fleischpreise dagegen gefallen. Im Durchschnitt, also unter Berücksichtigung der Schwankungen an den einzelnen Marktorten gerechnet, waren die Erhöhungen am beträchtlichsten bei Roggen und Hafer, die Ermäßigungen bei Rindern, Schweinen und Kälbern. Der allg. Durchschnittspreis sämtlicher Waren ist in den letzten 10 Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Auch nach dem Bericht für den Berliner städtische^ Viehhof sind die Viehpreise im ersten Vierteljahr 1907 durchweg gesunken. Schweine waren mit 10 6,33 M. für 100 Klg. Schlachtgewicht so billig wie seit einem Jahre nicht. Damals war der Preis 121. Ter Auftrieb von Schlachtvieh auf den Berliner Zentralviehhof hat in den letzten Wochen ganz gewaltig zugenommen. Während früher selten mehr als 12 000 bis 15 000 Stück Vieh an einem Tage zum Auftrieb kamen, sind jetzt mehrfach doppelt soviel zum Verkauf gestellt worden. Am letzten Sonnabend betrug hätte für viele zu Jnfvrmatwns- zwecken "gebient. Mit Herrn Wohlmuth sei er und wohl alle von der Notwendigkeit der Kanalisation überzeugt. Vielen Hausbesitzern, auch solchen, die vielleicht aus geschäftlichen Gründen ein Haus besitzen müßten, ginge es nicht so gut, wie viele glaubten, denn die Mieten seien hier durchaus nicht hoch, und reden- falls niedriger, als in den anderen hessischen Städten. Es gebe auch zahlreiche Mieter, die mit der jetzigen Lösung recht zufrieden feien, denn im andern Falle wurden sie jedenfalls mehr gesteigert, als die Kanalgebühr ausmache. An die Richtigkeit der furisllschen Ausführungen, daß die Abgabe dem Mieter nicht direkt auferlegt werden könne, habe Herr Wohlmuth nicht recht geglaubt, auch er glaube nicht daran, zumal in anderen Städten bereits bie Gebühren direkt von den Mietern erhoben würden. Daß die Mieten hier nicht hoher seien sei den Bauunternehmern zu verdanken. Ein gewisser Widerspruch liege in der Behauptung des Herrn Wohlmuth, die Gebühren hatten die Hausbesitzer zu tragen, mit der anderen, der Ausschlag aus die Kom- munalfteuem sei wegen der Höhe der letzteren Nicht möglich. Der Kanal sei als ein Geschäft zu betrachten, nach biclem Gruud- satz solle man auch die Gebühr bemessen. Die Erregung über den in der letzten Sitzung gefaßten Beschluß rühre hauptsächlich daher, daß der Betrag der Gebühr auf 5-4 Proz. angegeben worden ]et. Das sei bloß schätzungsweise geschehen, es sei in jener Sitzung nur ein prinzipieller Beschluß gefaßt worden, nach welcher Art die Gebühren zu bemessen seien. In der Kommisswn sei nunmehr ein Vorschlag angenommen worden, der morgen tzur Verhandlung flehe. Er wolle nicht im einzelnen den Beschluß hier tlarlegen, tonöem nur mitteilen, daß damit ein Weg gefunden fei, der die Erregung bedeutend mildern werde und der namentlich auch die [Leinen Leute, die Geschäftsleute usw. entsprechend berücksichtige. Zweite uügim. gUietiiveifuinmlum. Gießen, 11. April. Die 2. allgemeine Mieterversammlung, die gestern abend im Neuen Saalbau [Lltfanb, war ebenfalls reckt gut besucht. Der Vorsitzende, Herr Bräutigam, begrüßte die Anwesenden, insbesondere auch die erschienenen Stadtverordneten (von denen die Herren Haubach, Kirch, Krumm, 235er und Örbig anwesend waren) und sprach die Hoffnuna au§, bafjjidj in letzter Stunde noch ein Weg finben werde, ber beide Teile befriedigen könne. Herr Wohlmuth teilte iobann mit, daß St.dto. Dr. Schäfer ihn zu ber Erklärung autorisiert, habe, er hätte in der Icßten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung gegen jede direkte Belastung der Mieter gestimmt, wenn er nicht dicn.-.lich an d.r Teilnahme bar an verhindert gewesen sei. Ferner tci.te er mit, daß sich die Stadtvv. Petri, Leib, Loos uni) Eichenauer entschuldigt hätten. In einer Zuschrift teilte Herr W. Hornberger, der in der ersten Micterversamnilung nicht anwesend war, mit, daß er wegen Zeitmangels verhindert sei, an den Vorbereitungen zur Begründung des Mieterocrcins leilzu- nehmen und er deshalb nicht in d.s vorbereitende Komitee ein- treten tönnc. Im übrigen halte er den Mieteroerein für genau so berechtigt, wie den Hausbcsitzervcrein. Ferner teilte Herr Wohlmuth mit, daß er das Material, das er in der ersten Ver- malh.no. Auf «nf--»-n bezüglich des V-.bol- »ew.fi-- Sot.k I ÜÄÄ für Militär erklärt der Kciegsmimller, die polnische wie bic unb 8)DQr nQ£fj ber vorwöchigen Sitzung, erhallen habe. Sodann ging er zu seinem Referat über die Kaualge- bührenfrage über, das naturgemäß sich im wesentlichen mit dem am Montag erftatlcten deckte. U. a. führte er darin aus, daß in ber St. dtverordneten-Versaminluna zwar viel von der Lage und der Not der Hausbesitzer die Rede gewesen fei, aber nicht von der der Mieter. Das sei nicht richtig gewesen, denn bic Stubtucrorbneten hätten die Interessen ber Allgemeinheit zu vertreten, das sei aber in biefer Frage nicht geschehen. Auch er wolle wünschen, daß es zu einer Verstänbigung kommen werde und nach dem, was aus den inzwischen abgeoaitenen Kvmmissionssitzungen durchgesickert sei, sei das wohl möglich. Von Juristen sei ihm! inzwischen gesagt worden, die Erhebung der Kanalabgaben von den Mietern sei möglicherweise juristisch anfechtbar, beim es handle sich dabei um eine Gebühr für eine Leistung, die nicht dem Mieter, sondern dem Hausbesitzer zukomme. Wenn, gesagt werde, die Mieten feien j)\cr zu niedrig und nach ben hiesigen Verhältnissen feien Mieisteigerungen meist nicht durch- sührvar, so könne er nach seinen Erfahrungen und Umfragen nur sagen, daß im letzten Jahre vielfach Steigerungen erjolgt seien, i in einem Maße, die die für den inneren Hausanschluß erforderlichen Aufwendungen mehr als ausreichend verzinsten. Bis jetzt habe sich in Gießen der Wohnungspreis zumeist nach Angebot und Nachfrage gerichtet, das könne aber jetzt, wo man einen Hausbesitzerverein Habe, leicht anders werden, ähnlich wie in Wiesbaden, wo man trotz vieler leer stehender Wohnungen stets dieselben hohen Mieten habe. Sehr teuer seien hier vor allem die kleinen Wohnungen. Die Ableitung des Regenwajsers, die vielfach recht kostspielig sei, sei unbedingt Sache des Hausbesitzers. Die Kanalsteuer sei ungerecht, gerade so ungerecht,' wie die Verbrauchsabgaben auf Lebensmittel. Die Steuer sei auch volkswirtschaftlich falsch, weil sie den einzelnen Steuerzahler nicht nach seiner Leistungsfähigkeit belaste, weil sie den Geschäftsmann, den Kaufmann und Gewerbetreibenden stärker belaste, als den reichen Mann, ber bloß eine Wohnung brauche. Wie bic Steuer gestaltet werbe, gehe bie heutige Versammlung nichts an. Em I Ausschlag nach Maßgabe ber birekten Steuern habe in vieler Beziehung etwas Bestechendes, aber sie sei bedenklich für die fernere Entwicklung der Stadt. Die Abgaben hätten die Hausbesitzer zu tragen, denn seither hätten die Kosten der Fäkalien-, absuhr und Entwässerung ihnen obgelegen und wenn man nur einen Teil davon den Mietern auf erlege, mache man damit den Hausbesitzern ein Geschenk. Die Anlage, die der HanÄbesitzer im Haus gemacht habe^ei eine Wertsteigerung für das Haus, die --- - - auch in der erziellen Mehrmiete zum Ausdruck komme. Auf die einverstanden, daß bie Provinzialunwerfitaten unter keinen Interessen der Bauspekulanten, der Häusersabrikanteu, solle man Iml'iänöcn zurücklreten sollen. eine derartige Abgabe nicht aufbauen. Die Stadwervrdneten sollten Aba. Dr. Beiimer (n(.) erklärt, seine Freunde hätten einen Weg finden,. der die Mieter von den ihnen angesonnenen den Wunsch, M das Utrecht gegen d.e Ausländer aus «£ unseren Universitäten nicht ausgeübt werde aus Köllen der Hausbesitzern zu tragen. Er fei ein großer Freund der Selbst- deutschen Studenten. Redner tritt dann für Ausbildung der Verwaltung, aber wenn eine Vorlage angenommen werde, bic Studenten in der Kunst der freien Rede ein, sowie für harte Ungerechtigkeiten enthalte, nxrbe man eine neue Versamm- SLUOe < IT p h 11 n A 0 n nnf hon llninpr. lung emberufen, um über emen Protest an das Ministerium oU Pflege der körperlichen Uebungeu auf den Umver &eIüten, ^nb er habe zum hessischen,Ministerium das Vertrauen, sitäten. daß es einem ungerechten Beschluß seine Zustimmung versagen Geheimrat Elster erwidert, für die Immatrikulation werde. Man werde weller arbeiten und auch Stellung zu den der Ausländer seien besondere Vorschriften erlaffen, einige Stabtoerorbnetemvahlen nehmen, nicht so, daß man die alten Er-°.cht-!ung-n m der V°rb.ldung feien zt.g.la,s-n 3üj b.e “äÄ Ausbildung in der freien Rede und im Sport geschehe schon aussprechen, daß der heutige Abend Früchte zeitigen möge, bic viel. der Stadt Gießen zum Segen gereichen würden. (Lebhafter Abo Dr Müller-Berlin (frs. Vp.'i wünscht, daß dem Beifall.) , „ , , . . ..b' ' . ninf fsffhullehret nicht so viel 3n ber Diskussion sprach zunächst Stadtv. Haubach fernen Umver,itatsstudium der Vollsschulleyrer nicht Jo D,el Sanf ba|är aus, baß Herr Wohlmuth gejagt hat, er habe zu Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden sollten. Zn ber ben Stadtverordneten bas Vertrauen, sie hätten bei ihrer Ent- Bebanbluna der Ausländer solle man vorsichtig, aber nicht scheidung sich nicht von ihren Interessen als Hausbesitzer leitm pnÄpr,in tpin lassen wollen. Die Vorbesprechung im Kaisersaal sei kern Unrecht engherzig sein. nur die Volksickmllehrer gewesen, sie sei nicht anders aufzufasien als die r5raktwnsbe- Geheimrat Elfter erklärt, meyl nur die ck5oirs,cyuueyrer, ^chungen im Reichstag und halle für viele zu Jnforrnatwns- fonbern auch alle Staats- und Gememdebeamten feien oon1* - - — • — — " " - —k bet Immatrikulation ausgeschloffen. Die Lehrer können als Gaste den Vorlesungen beiwohnen, diese Semester werden solche Agitationen getrieben wurden, sernzuhalien. Tie Kom- miision bewilligte dann noch bas Kapitel ber Raiuial- Verpflegung und das Kapitel Betteibung und Ausrüstung der Truppen. _ Dem Abgeordnetenhause ging der Entwurf eines Richter -B es old iingSgeseizes zu, nach wetchem bie Richlergehälter, soweit sie nicht Emzelgehätter sind, nach Dienstatlerssiusen geregelt werben sollen. Das Gesetz soll am 1. April 1908 in Kraft treten. Die Universitäten vor dem preuß. Adgeorduetenhaufe. Berlin, 10. April. Auf der Tag^Sorbnung steht die Fortsetzung der Beratung des Kutiusetats beim Kapitel „Universitäten'. Äbg. Trirn born (Ztr.) möchte die schon in der Bud-! getkommiffion angeregte Vermehrung von Professuren nod)1 erweitert wissen. Em besonderer Lehrstuhl für soziales Recht sei wünschenswert, namentlich dec Arbeiteroer- sicherung wegen. Geheimrat Elster sagt Erwägung zu. Abg. von Arnim (kons.) bemerkt, die Zahl der Ausländer an den deutschen Universitäten wachse fortwährend. Dieser Umstand gebe zu Bedenken Anlaß. Die hohen Rtehr- sorderungen namentlich für bie Berliner Universität müßten sorgfältig geprüft werden. Die Stärkung der Berliner Universität un Gegensatz zu anderen Universitäten müsse ver- mieden werden. Kultusminister v. von Studt ist mit dem Vorredner einverstanden in der Beurteilung der Frage der Ausländer es werde zu hart für viele Hausbesitzer fein, die Zahlung auf einmal zu leisten. Er habe aber beantragt, eine halbe Million zu bezahlen, das sei aber von den Mitgliedern der Stadtverordneten- Versammlung, die für die 2 und 1 Million gestimmt hatten, abgelehnt worden. Der Redner gibt dann Beispiele aus der Praxis über die Mietsteigerungen anläßlich der Einführung der Kanalisation unb teilt mit, daß der Antrag der Kommission die kleinen Mieter berücksichtige. Stadtv. Krumm führt aus, er habe mit anderen gegen die Erhebung der 1/2 Million gestimmt, weil damit eine doppelte Belastung der Mieter herbeigeführt worden sei. Die Sache möge morgen ausgehen wie sie wolle, gegen einen Protest beim Ministerium sei er unter allen Umständen, denn wer die Selbstverwaltung wolle, müsse auch Beschlüsse in den Kauf nehmen, die ihm nicht paßten. Eine gänzliche Befreiung der Mieter von den Kanalkosten wolle er nicht. An der Besprechung im Kaiserhof, bei der er nicht gewesen sei, sei nichts bedenkliches zu finden. Die kleinen Wohnungen seien hier entschieden zu teuer, wenn er auch zugebe, daß manche Läufer in Gießen nicht rentierten. Die Wertfteigerung durch die Kanalisation sei unzweifelhaft, wenn sie sich auch nicht direkt nachweisen lasse. Deshalb habe man mit Recht die Haus- besitzer mit einem bestimmten Beitrag zu den Kanalkosten heranziehen wollen. Heber die Löhe dieses Beitrags habe man im Zweifel sein können, aber mit dem Vermittelungsantrag von 1 Million hätte jedermann einverstanden sein können. Das hätte für das Laus durchschnittlich etwa 500 Mk. auSgemacht, für kleine Läufer vielleicht 150—200 Mk. Das würde jeder haben bezahlen können, zumal man in weitgehender Weise bezüglich der Zahlung entgegengekommen wäre. Der morgen zur Beratung kommende Antrag, der vom Stadtv. Dr. Gutfleisch formuliert worden sei, bedeute unzweifelhaft eine Veroesserung, aber auch er belaste die unteren Klassen mehr als die oberen. Er werde dazu den Antrag stellen, daß bei Leuten mit Einkommen bis zu 1500 Mk., bei denen die Kanalgebühr mehr als 50 Proz. der Kommunalsteuer betrage, die Kanal steuer nicht zur Erhebung gelange. (Lebh. Beifall.) Herr Wohlmuth tritt der Behauptung entgegen, daß er sich widersprochen habe. Er sei der Ansicht, daß die Gebühr von den Hausbesitzern zu tragen fei und habe nur euren eo. Ausschlag auf die Kornmunalsteuer für besser erklärt als den jetzt vorgesehene Modus. Er hoffe, daß die Differenz, die über die L>ache bestehe, dazu beitragen werde, eine gesunde Kommunalpolitik zu treiben, nicht innerhalb des Sladtoorstandes, sondern innerhalb der Bürger schalt. In diesem Sinne glaube er, daß die Tätigkeit des Mieter- Vereins, jo wie sie gedacht sei, auch noch die Anerkennung des Stadtoorstandes finden werde. Stadtv. Kirch begrüßt die Begründung des Mieteroereins Wenn aber von Herrn Wohlmuth gejagt worden sei, daß der neue Kommissionsbeschluß em Erfolg des Mieteroereins gewesen sei, so sei dies nicht richtig, beim die Beschlüsse seien bereits am Samstag gefaßt worden, während der Mleleroerem sich erst am Moulag gebildet habe. Er nehme für sich und feine Kollegen in Anspruch, daß sie nicht einseitig die Interessen der Hausbesitzer gewahrt hätteii. Die Vorbesprechung von Stadtverordneten sei nur erfolgt, weil die Borlage erst wenige Tage vor der Sitzung an sie gelangt und eine Aussprache nötig geroeien sei. Daß dabei bte Stadtverordneten steif gemacht worden seien m ihrer Eigenschaft als Hausbesitzer sei unrichtig. Daß die Hausbesitzer Mietilelgemngen unter Hinweis aus die Kanalijaüon vorgenommen hätten, noch bevor man etwas über die Gestaltung der Kanalgebühren gewußt halte, sei ungerecht. Die Interessen von Mietern und Vermietern seien vielfach dieselben, aber durch eine zu schroffe Erörterung derartiger Fragen bringe man sie auseinander. Daß die kleinen Wohnungen zu teuer seien, gebe er zu, und es sei eine schöne Ausgabe von Stadtv. Krumin und seinen Freunden, durch Begründung von Genossenschaften hier helfend euizugreijen, die Stadt werde dies jederzeit zu fördern bereit fein. Er habe mit anderen Stadtoerordneten gegen den hohen einmaligen Beitrag gestimmt, weil er nicht haben wolle, daß eine Anlage, die aus lange Zeit hinaus der Allgemeinheit dienen falle, von einer Generation bezahlt werden sollte. Ter morgen zur Be- ratung kommende Kommiisionsoorschlag verteile die Mafien gerecht nach beiden Setten und ziehe namentlich die leistungssähigen Schullern schärser heran, weil die Gärten bei der Berechnung der Gebühr mit m Betracht gezogen werde. (Zustimmung.) Rechtsanwalt Dr. Spohr ist durch die Ausführungen der Stabtvo. Laubach und Kirch nicht davon Überzeugt worben, baß es richtig ist, die Kanalgebühren auf die Mieter und Nutznießer auszuschlagen. Schon aus dem praktikablen Grunde nicht, daß üun Mietsteigerungen doch nicht entgehe. Das redliche Be- imuhen, die Lasten gerecht zu verteilen, könne nicht hindern, daß man nicht vorher ermessen könne, wie derartige Beschlüsse wirken werden. Jede Generation werbe ihre neuen Lasten bekommen, deshalb solle man dafür Sorge tragen, daß jede Generation ihre Aufwendungen nach Äiöglichkeit selbst bezahle. (Beifall.) Stadtv. Krumm meint, daß die Gründung von Baugenofien- schaften nicht viel zur Erlangung kleiner billiger Wohnungen beitragen könne, wenn nicht Leute aus anderen Kreisen sich finanziell beteiligten. Im übrigen sprach er nochmals im Sinne seiner früheren Ausführungen. Den Ausführungen Dr. Spohrs bezüglich der Belastung der zukünftigen Generation stimme er zu. Herr Keßler teilte mit, daß viele kleine Mieter gesteigert worden seien, und wenn bann noch eine direkte Steuerbelastung Somme, müßten diese zu viel bezahlen. Wenn ex und seine Freunde Genossenschaften gründeten, würden diese als sozialdemokratische Gründungen bekämpft; diese Erfahrung habe er als Leiter einer Genossenschaft gemacht. Hebrigens habe ihm das Referat des Herrn Wohlmuth am 9JZontag bedeutend besser gefallen als das heutige. (Heiterkeit und Zustimmung.) Generalagent Schmidt fragt an, wessen Schuld es sei, daß das Material über diese wichtige Vorlage so spät an die Stadtverordneten gelangt sei. Wenn die Vorlage eher bekannt gewesen sei, wäre die ganze Angelegenheit nicht so leidenschaftlich behandelt worden. Das müsse man in Zukunft vermeiden. Weiler frage er, wie es denn mit den Gebühren für die schon vor dem 1. April erfolgten Anschlüsse gehalten werden solle. Stadtv. Löber weist darauf hin, daß von ihm und anderen Stadtverorüneten wiederholt in der Stadtverordneten-Versamm- lung über die Einführung der Kanalgebühren interpelliert worden sei, leider habe dies nichts geholfen. Stadtv. Haubach führt aus, daß vielfach über hie Sache interpelliert worden sei, er selbst habe schon vor 2 Jahren gebeten, daß der Oberbürgermeister einen prinzipiellen Beschluß über die Lanalgebühren herbeiführen solle. Die nachträgliche Erhebung der Gebühr sei nach Ansicht von Juristen kaum durchführbar, das Geld sei wahrscheinlich für die Stadt verloren. Stadtv. Krumm teilt mit, daß zum Tell die Verzögerung daher rühre, daß früher in der Kommission beschlossen worden sei, die Gärten frei zu lassen von der Gebühr. Das habe um- fmigreiche Erhebungen notwendig gemacht. Auf die Nachgebühr solle man so kurzerhand nicht verzichten, das Einziehen werde allerdmgs nicht überall leicht sein. Wenn die Gebühr von den Hausbesitzern erhoben worden sei, sei dies jedenfalls besser gegangen. Ein Tell der Vorlagen müsse stets geheim bepanbelt iverden, gerade im Interesse der Allgemeinheit, z. B. bei Grund- Mcksankäufen. Stadtv. Kirch teilt noch mit, daß die Erhebung der Gebühren rur bereits angeschlossene Häuser vom 1. Juli v. I. erfolgen solle. Stadtv. Dau b a ch ist ebenfalls nicht dagegen, die Gebühr «^zuerheben, glaubt aber, daß es vielfach nicht möglich sein eimm kurzen Schlußwort des Herrn Wohlmuth schließt Le« Braut i g a m die Versammlung mit der Mitteilung, «V die Zahl der Vereinsmitglieder inzwischen auf 240 bl stiegen s«. b 21ms Stadt und Land. Gießen, den 11. April. - Irrenanstalt bei Gießen. Infolge der günstigen Witterung schreiten die Arbeiten für die zu erbauende Jrren- anftalt rüstig vorwärts. Außer dem PjörtnerhcmS, das von der Baubehörde bereits im vorigen Jahre zu Bureauzwecken benutzt wurde, sind inzwischen weitere 10 Gebäude un Rohbau nahezu vollendet worden, wovon die eine Hälfte für männliche und die andere für weibliche Kranke beftimml ist und zwar zwei für Unruhige, zwei für Wachbedürftiqe, zwei für Pflegebedürftige, sowie vier Landhäuser 3. Klaffe. Bei dem ebenfalls im vorigen Jahre begonnenen Verwaltungsgebäude sind die Zimmerleute zurzeit mit dem Aufschlagen des Dachwerks beschäftigt. Außer der Fertigstellung der vorgenannten Gebäude soll in diesem Jahre mit der Erbauung der Direktor-, sowie der Oberarztwohnung begonnen werden, auch ist die Errichtung des Kesselhauses mit Waschküche, der Kochküche, sowie des Leichenhauscs geplant. Im nächsten Jahre wird dann nut den letzten der vorgesehenen Gebäude begonnen werden, doch ist ein Termin, wann die Anstalt ihrer Bestimmung übergeben werden soll, noch nicht festgelegt — Gelegentlich der in diesem Monat in Gießen abzuhalteuden Jahres sitz un g des deutschen Vereins für P 1 p eh 1 a - lrie findet am 28. April eine Besichtigung der im Bau begriffenen Irrenanstalt statt. Als Vertreter der Negierung werden die Gcheirnen Lbcrmedizinaliäte Tr. Neidhait und Dr. Hauser, sowie der Geh. Oberbaurat Klmgelhöffer in Darmstadt der Besichtigung beiivohnen. ** Erweiterung des Offizierkasinos. Da sich die jetzigen Näumlichkeiten des OfflzierkannoS unseres Kaiser Wilhelin Negunents alS unzureichend erwiesen haben, wird eine Erweiterung der Lokalitäten vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke soll das bisherige Bibllothek- zimmer zuin Vortragsraum umgewaudelt werden, während der seither von der NegiuientSmustk zu Uebungszwecken benutzte Saal als Vorraisraum benutzt werden soll. Tas Bibliothekzimmcr soll un oberen Stockwerk eingerichtet werden, während das Billardzimmer nach erfolgter Umänderung als Raum für den NechnungSführer rc. dienen soll. Außerdem soll eine, besonders bei Festlichkeiten deS Offizierkorps sehr vermißte Damentoilette errichtet werden. Friedberg, 9. April. Zwei wichtige städtische Projekte sind ihrer baldigen Verwirklichung näher gerückt: das Volks- und Schwimmbad und der Wasserkur in auf der Warte an der Frankfurter Straße. Zum Volksbad ist jetzt die Restsumme von ca. 80 000 M. durch die Ortsbürger gezeichnet, sodaß in Kürze die Vorarbeiten beginnen können. Zur PreiSdewerbung um das Wasierturmpiojekt sind die Pläue emgclaufen, es sind 3 Preise von 500, 300 und 200 M. ausgesetzt. Die Rohrlegung durch die Stadt im Anschluß ans staatliche Wasserwerk Lauter hat begonnen. Die Stadt hat sich zur täglichen Abnahme von 1000 Kubikmeter verpflichtet. . § Schotten, 9. April. Vom 1. Mai ds. J§. ab sind im Kreise Schotten die Pflugschleifen kreisamtlich verboten. □ Herborn, 9. April. Durch den gesteigerten Verkehr, vor allem durch die Eröffnung der Westerwaldbahn wurde seit Jahren an der Erweiterung des hiesigen Bahnhofes gearbeitet. Hierbei galt es große Schwierigkeiten zu überwinden, von denen wir nur die Beseitigung deS mächtigen Felsgesteins am nahen Homberg für die lieber- und Unterführungen erwähnen wollen. Nachdem nun am 15. März daZ neue Stationsgebäude in Beirieb genommen, konnte mit dem Abbruch des alten begonnen werden. Die Stätte des alten Bahnhofsgebäudes kennzeichnet für die Folge die von der Firma ,©rmert Betzdorf" geschaffene eiserne Uebersührung nach dem jenseits des Bahnhofs gelegenen Güterschuppen und dem Fußweg nach Herbornseelbach. Die neue Bahnhofsstraße ist noch im Ausbau begriffen. GingejanSt. (Für Form und Inhalt aiiec um er bte 1 er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Kanalsteuerfrage. In mehreren Eingesandts luanöte man sich gegen den Modus, daß fragliche Steuer von dem Mieler getragen meide. Schreiber dieses ljt aber der Menmng, daß der Mieter dabei nicht schlecht iährl, wenn nur der Ausschlag gerecht ist. Zunächst prinzipiell: jo gut man für Gas und Elektrizität an die Stadt bezahl!, ebensogui auch für den Kanal. Ein gewisser Unterschied ist ja dabei, indem erstere Dinge nur dem Benutzer zu gute kommen, letzteres aber durch seuie Art auch der Gesamtheit, indem dadurch die öffentliche Gesundheit gepflegt wird. Ferner aber: In den Fällen, wo der Vermieter sich das Wassergeld vom ÜJlieter ersetzen läßt, pflegt daS nicht ohne Aujjchlag zu geschehen. Hätte ich was zu jagen, jo wurde ich befnmmeu, daß auch jeder Mieter einen Wassermesser bekommt, was ja technisch ebenso leicht auszuführen wäre, wie die Anbringung des Gasmessers, sodaß jede Partei bezahlt, was sie wirklich verbraucht, gerade wie bet Gas und Elektrizität. Damit würde mancherlei Aergernis beseitigt. Wenn ferner gesagt worden ist, mau könne sich ja wegen des Bezahlens der Kaualsleuer mit seinem Hausbesitzer einigen, jo erlaube ich mit, dahinter ein grcßes Fragezeichen zu setzen. Der Vermielcr wird jagen, ich verlange jo und |o viel und wenn dem 9)lietcv die Wohnung sonst recht ist, wird er auf das Verlangen eingeheu, roemi er auch vielleicht Grund hat zu glauben, daß er eigentlich weniger zahlen müßte. Hoffentlich bleiben die Stadtverordneten prinzipiell bei ihrem Beschluß; die Ausführung wird ja wohl eine gerechte sein. Weshalb aber wat es nötig, nachdem doch hier ein Bürger- verein besteht, der sich mit der Sache doch schon beschäftigt hatte, nicht diesen wieder tn Bewegung zu setzeu, sondern die Zahl der Veteiue um zwei neue zu bereichern? Gerade für solche Fragen ist doch der Butgetoetein dal Einer, der schon seit 22 Jahren in Gießen zur Miete wohnt. ♦ Antwort ans das Eingesandt des BcrkchrsvereinS. Jeder, der seit langer Zett in Gießen wohnt, wird wohl feine Freude über die Einführung des Kanals und damit über die evenl. Beseitigung des Schmutzes, welcher, wie von feinem Menschen, der Gießen kennt, geleugnet werden kann, hier jahraus jahrein zu finden ist und scfwn vor Beginn des Kanalbaues zu finden war, gehabt haben. Daß Gießen nach Vollendung des Kanals zu den sauberen Städten, wie Darmstadt usw., gehören wird, wollen wir hoffen, Der Verkehrsvereiu hat ja, wenn ich recht unterrichtet bin, schon so ost über den Schmutz und Sumpf in Gießen Klage geführt. Weshalb ereifert er sich da, wenn seine Klagen von anderer Sette wiederholl werden? Darüber, daß ein Kanalbau ohne Schmutz nicht herzustellen ist, bedarf es keiner Aufklärung. Schmutz und Schlamm könnten aber — darüber sind sich wohl alle einig — rm Interesse der Stadt Gießen rascher und besser beseitigt werden. Dafür einzutreten wäre P f licht des Gießener Lerkehrsvereins. Nun, vielleicht hat mein Eingesandt etwas öa&u geholfen. Was das Bauen in Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms anlangt, so muß ich wiederholt sagen und zwar auf Grund genauer Informationen uui> mündlicher Mitteilungen von Bauleuten, daß daZselbe in diesen Städten teurer ist als in Gießen, ganz abgesehen von den Bauplätzen. Das ist eine Tatsache und keine „bedauerliche Hebertrek- bung". Die „Erfahrungen" — m. E. paßt der Ausdruck gar nicht — des Verkehrsvereins in dieser Hinsicht sind doch nicht eingehend genug. Ich könnte dem Vorstand des Verkehrsvereins sogar genau sagen, was der Kubikmeter Mauerwerk in Gießen und was derselbe in den anderen genannten Städten kostet. Der Verkehrsverein kann versichert sein, daß ich die Berhälttiisse von so manchen Städten des In- und Auslandes kenne. Daß viele Lebens...ttic., na .entlieh auch Gemüse, Eier und bergt, — ich habe nicht gesagt: alle Lebensmittel, was der verehrte Vorstand des Gießener Verkehrsvereius gelesen zu haben scheint — in Darmstadt, Mainz re. niedriger sind als in Gießen, wird doch wohl ernstlich vom Gießener Verkehrsvereiu nicht bestritten werden wollen. Wenn dem Verkehrsvereiu au dem Aufblühen von Gießen so sehr gelegen ist, so muß er unbedingt mit allen Kräften dafür eintreten, daß der für die Mieter so ungünstige Beschluß der Stadtverordneten nicht ausgeführt wird. Er muß dafür sorgen, daß die Mieter in Gießen so behandelt werden, daß Beschwerden, wie die hier in Rede stehenden, überhaupt nicht aufiDmmen können. Dann macht er sich auch in dieser Hinsicht um Gießen's Aufblühen verdient, dann wird Jedermann, und ich nicht in letzter Linie, bestrebt sein, für Gießen, wo es nur sein möge, einzutreten, dann wird es auch reiche Leute geben, die in Gießen ihren Wohnsitz nehmen und sich niajt von Gießen abwenden. Wollte doch sogar ein Gießener reicher Herr, der vielleicht Mitglied des Verkehrsvereius ist, soweit mir bekannt geworden, vor noch nicht langer Zett Gießen Den Rücken lehren und nach Wiesbaden ziehen. Warum? Noch eins muß ich dem Verkehrsverein sagen, Miet-Woh- nungen, die so komfortabel eingerichtet sind, wie in Darmstadt, Mainz rc. sind in Gießen z. Z. noch nicht zu finden. An Komfort fehlt es hier fogar selbst in den allerbeste« Miethäusern. Damit ist für mich die 51/4 prozentige Kanalsteuer-Geschichte endgültig erledigt. Mögen meine Worte dazu beigetragen haben, daß der Beschluß der Stadtverordneten nicht ausgesührt und daß das gute Einvernehmen zwischen Hausbesitzer und Mieter wieder hergestellt wird. Möge die Hoffnung des Verkehrsvereius in Erfüllung gehen. B. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 9. April. Entziehung von der Militärpflicht. Die mit her Kontrolle der Wehrpflichtigen betrauten Behörden der Provinz Oberhessen haben angezeigt, daß 11 Wehrpflichtige sich zu den angeorbneten Revisionen nicht gestellt haben. Die Ermittelungen ergaben, daß sie sich in der Absicht ins Ausland begeben haben, um sich dem Eintritt in den Dienst des Heeres bezw. der Flotte zu entziehen. Nachdem die öffentliche Ladung in den Zettungen und durch Anschlag an die Gerichtstafel cryoigt war, verurteilte sie die Strafkammer zu je 300 Mk. Geiditr afe und verfügte die Beschlagnahme ihres im Jnlande befindlichen Vermögens, soweit es zur Deckung der Strafen und Kosten ersorderlich ist. Eine schlagfertige Haustochter. Der Metzgermeifter K. U. .hat zu Bad-Nauheim von ber Witwe I. einen Laden gemietet Die Tochter der Besitzerin, die sich inzwischen an einen Schutzmann verheiratet bat, sah nicht gern, baß die Metzgerburschen mit blutigen Sachen den Hausflur passierten, weshalb sie diese zur Rebe stellte. Der Meister, der ben Streit schlichten wollte, erhielt von Frl. I. ohne wetteres einen herben Schlag mit einer Flasch» auf ben Kopf, was er mit einer kräftigen Ohrfeige erwiderte. FÄ. I. und ihr Bruder, dcr sich ebenfalls an der Schlägerei beteiligte, wurden vom Schöffengericht wegen Körperverletzung zu 50 Mk. bezw. 40 Mk. Geldstrafe und zu einer an den Verletzten zu zahlenden Geldbuße von je 10 Mk. verurteilt, während ü. mit einer Geldstrafe von 3 Mk. belegt wurde. Dieser erhob Berufung mit dem Antrag auf Freisprechung, da er in Notwehr gehandelt habe. Da das Verhallen der Gegnerin des Angeklagten derart kriegerisch war, baß er annehmen mußte, es werbe auf ben ersten Angriff noch ein weiterer folgen, war er nach Ansicht des Gerichts berechtigt, sie durch Verabfolgen einer Ohrfeige von sich zu halten. Es wurde deshalb seiner Berufung ftattgegeben, was Frei- sprechung zur Folge hatte. Körperverletzung und Bedrohung. Ein Frankfurter Händler jud)te seinen in Stammheint wohnenden Kollegen CH. S. aus Oswiecim in Oesterreich auf, um ihm Vorhalt über sein Verhalten beziehungsweise seiner Frau Mitteilung über sein Verhalten zu macheii. Ta dem S. her Besuch nicht angenehm war, wies er ihn aus dem Haus ; er entriß ihm feinen Stock, den er ihm auf dem Rücken entzwei schlug, und griff mit den Worten: „Ich schieße den Hund nieder" nach der Lasche, wo er seinen Revolver zu tragen pflegt. Das Schöffengericht Altenstadt verurteilte ihn, wegen Körperverletzung und Bedrohung zu je 6 Mk. Geldstrafe. Er erhob Berufung mit der Behauptung, er habe nur von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, eine strafbare Handlung falle ihm nicht zur Last. Die Beweisaufnahme bestätigte die Feststellungen der ersten Instanz, worauf die Strafkammer auf Grund der Berufung der Staatsanwaltschaft, die Strafe wegen Körperverletzung auf 25 uiid die wegen Bedrohung auf 15 M. erhöhte. Eine Brautgeschichtc. Kurz entschlossen in der Wahl feiner Braut war ein hiesiger städtischer Arbeiter, der mit der Vertilgung der Schnaken fit dem Hause eines Postbeamten beauftragt war. Als ihm das Dienstmädchen die Räume, in denen er seine Arbeiten zu verrichten hatte, aufschloß, verliebte er sich so plötzlich in das Mädchen, baß er ihm sofort einen Heiratsantrag machte. Sehen, Verlieben und Verloben war das Werk eines Augenblicks. Noch am nämlichen Tag verließ die Braut heimlich den Dienst, wo sie sich unter falschem Namen eiugemietet hatte und zog zu dem Bräutigam, dem sie den Haushalt zur größten Zufriedenheit führte. Ihrem Bräutigam, der auf Verehelichung drang, wollte sie wegen ihrer vielen Vorstrafen ihren wahren Namen nicht offenbaren, und auf ihren falschen Namen war es ihr unmöglich, ihre Heiratspapiere zu erlangen. Sie wußte den Bräutigam durch allerlei falsche Angaben hiiizuhallen; Briefe, die er an ihre angeblichen Angehörigen richtete, hielt sie heimlich zurück, während sie andere fälschlich^ verfertigte und diese ihm zuschickte. Er überlieft ihr, in der Hoffnung auf demnächftige Verheiratung, eine Reihe von Kleidungsstücken und Schmuckgegenständen seiner ersten Frau, auch übergab er ihr einen Geldbetrag zum Einzahlen auf der Post, von dem es sich spater herausstellte, haft sie ihn unterschlug. Da die Heiratspapiere nicht zur Stelle zu bringen waren, machte der Brün- tigam den Vorschlag, in ihre angebliche Heimat nach Höchst im Odenwald zu fahren, bem sie schließlich auch zusttmmte. Auf dem Bahnhof in Darmstadt angenommen, entfernte sie sich unter dem Vorwande, sie wolle für die Hausleute eine Ansichtspostkarte holen, während der Bräutigani die Fahrkarteii zur Wetterfahrt löste. Erst als er von seinem bei ihm befindlichen Kinde erfuhr, baft bic neue Mama so schnell wie sie nur laufen konnte, den Bahnhof verlassen hat, sah er ein, daß er einer Schwindlerin in bic Hände gefallen ist. Nach einer Aeußeruns des Vertreters der Staastaicwaltschaft hat sie sich noch am nämlichen Tage nach Eberstadt begeben, wo sie bei einem Landwirt eine ähnliche Schwindelei verübte. Die Ermittelungen ergäben, daß es sich um die vielfach und zuletzt von her hiesigen Strafkammer mit vier Jahren Gefängnis bestrafte 31jährige Dienstmagd M. Sch. aus Balsbach i. O. handelt, die auch kurz darauf zu Höchst i. O. verhaftet wurde. Sie will die redliche Absicht sich zu verheiraten gehabt haben, nur durch den Umstand, daft sie ihre Papiere nicht habe erlangen können, will sie zur Tat getrieben worden fein. Das Gericht gelangte l'cdoch, in Anbetracht ihres Vorlebens, zu der Ueberzeugung, daß es sich um eine durch und durch unehrliche und unwahr- haftige Person handett, die eigentlich Zuchthaus verwirtt hätte. Lei einzige strafmildernde Hmstand war die übergroße Leicht- »ft utfenHUe *&»£?&& ÜJÄK von Rom ftattfinben soll. D’/x» wlrö Del als Kräftigungsmittel tausendfach ärztlich empfohlen. Nur echt m blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. Sö 2. W ES ? 2 C ft -S <5 Ö o- 2h?3 §3 81 8T re r> co Cf w* GIS P” CD -'S Cc x S ft ® 2 ro « ® 1 gtSE^x a» « MO -#3 S « ä. Co c/ B” -•« ° <= I O* p. 2.Ä ft «- äs 52 Si« Braut-Seide V. Mk. 1.35 ab — Zollfrei! — Muster an jedermann! — SeidenfabrikL Henneberg, Zfirich. s o o (ei' egenKörpervet. shung auf la vermischte». " Mutter und Tochter. Jn Rew-Pork erregte die Verhaftung der Frau L ottie Wo llau großes Aussehen die unter dem Verdacht, ihre kranke Mutter, Frau da' Dinge, mit Quccksilbersublimot vergiftet zu haben, sestaenommen wurde. Frau Wallau wurde vor em Geschworenengericht gestellt, und dieses Hot jetzt nach eingehendster Untersuchung beschlossen, die Anklage des Giftmordes fallen zu lassen. • Großmutter, Mutter und Tochter als Braut. Der seltene Fall, daß Großmutter, Mutter und Tochter zu gleicher Zeit ihren Hochzeitstag feiern können, traf bei einer Familie in Pforzheim ein. Der 7Sjahrige Privatmann Gottlieb Pfrommer erneuerte mit seiner Frau, einer 74jährigen Grcinn, dos Ehebündniß, doS sie vor 50 Jahren geschlossen hatten. T.e Tochier feierte ihre silberne Hochzeit und eine junge Enkelin ging am gleichen Tage mit einem dortigen Aausmann traut mr einfW -s-rrr fU««1* aß, i1 Sräuli' d B®lF:SLßett sühcK- oflerf» r «UM»ander- ^E'LnFlau> hlen aE^ bt£ entsMtt ■ute eine m && *.6Ä I* nxe 1^6 et et 2li.lL, röW O. piß ßj , hura L^v>L eßen, 9. AprL flicht. igen betrauten Be, 9t/ baj 11 IZehr- lsivnen nicht gt> sie sich in dem (rmtritt in da .ehen. s)tachdcm die rch Mischlag an die Strailammer zu je Veichlugnohme ihres eS zur Tulung ter. d-Nauheim toi echter der Besitzair. vcrheiratä bat, to ■lutigen Sacha br Rede stellte. Je erhielt von Frl. itr Flasche auf k erwiderte, FL. Schlägerei beteil?, rletzimg zu 50 M. den Berletzla M It, ro'Mnb L irit Lsrr erN Äniimg a ’M gehai^eU . L-MgKn beton tum ani den ersta Wcht des Gerichts von sich zu hckL den, was Frei« üch alS tuiDerbenerliche Sünder. Tie übrigen Fälle darren noch der Ertediaung, da der cnbqültiqe Straferlaß naturhef) erir nacbm ebr- jähriger guter Führung eintritt. Ter bedrngN; «rtaf- auffchub ist im letzten Jahre, wie schon erörtert, 313 Mal anaewendct worden. Bon je 100 Personen gehörten 80 den männlichen und 20 dein weiblichen Geschlechte an; 6S davon waren noch nicht 18 Jahre alt, während 31 bereits über 18 Jahre waren. Noch nickt vorbestraft waren von je 100 V7 Personen, drei batten schon vorher mit dem Strafgesetz einen Konflikt gehabt..44 Personen ivar durch die Aussetzung der PoÜstrcckung die Möglichkeit gegeben, einer Haitstrafe zu entgehen und 296 Personen um baS Gefängnis herum zu kommen und -war zum j.eu tue recht beträchtliche Zeit. Einer Begnadigung wurden nn Jahre 1906 36 Verurteilte teilhaftig und zwar waren es biS auf 3 solche, die bei der Verurteilung noch nicht 18 Jahre alt waren. Emer von ihnen kam dadurch um eine Ha'tstrafe, die anderen 3d um Gefängnis st rasen herum. Tie Straf vol l ft r ed u ng trat m 28 Fallen in Kraft. Diese Zahlen beweisen das Legensreiche der Einrichtung, denn es ist bekannt, baß berjemge, welcher cmmal im Gefängnis gewesen ist, nicht als g e des s e r t heraus- fommt sondern als ein durch den Verkehr mit den .Berufsarbeitern Elnge weiht er. SW SteS ^sniuie «■ Jsmittei m 3- .? gelesen h A7ZL dann wird % i ’ln,b- Wie in ?'• no^ uicht J 1 in den 011^ °n°lßeuer-Geschichj r, ei9etrü0en K Msgejührt und sicher und Miet^ De5 VttkehrsvnL ______ B. Arbeiterbewegung« •* Die Aussperrung t m Schnerderg e w erbe ist auf gehoben. Tie Arbeit wurde hier m Gießen und in allen anderen Orlen wieder anfg eno m men. > , M ünchen, 10. April. Tos Einigungsamt des Gewerbe ccridits beschäftigte sich heute mit einer Silage des 2"'""'^^' hanbes des S chn e i d e r g e w e rb e s, m welcher der 1in u n g s Vorsitzende des TarrfbrueheS beschuldigt wurde. Benn Eintritt in die Verhandlung bemerkte der Jimungsvorsitzenbe, das Eimgungsamt wolle konstatieren, daß der Arbeitgeberverband die Aussperrung unter Nichtachtung des Tarnvertrages in Szene gesetzt und dadurch Tarisbruch begangen habe, ^as 0migung6aint lallie ben Schiedsspruch, die Silage des Arbeitgeberverbandes abznweisen und erkannte an, daß der Verband der Sckneidergehulien den Tarifvertrag nicht verletzt hat. Dieser Schiedsspruch spricht also aus, daß während der Taner eines Tarifvertrages Aussperrungen unb$®:?ie V ^,'l "»f&Um.M, d°s Belchlnl», 6ctnB.nl» «Hilft iinO WiffcnfcbafL — DerM 0 nch von S e n d 0 m i r." Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, fand die Cyer .Ter Viönch von Sendomir^ von HoikaoeUmeister Alfred Lorentz bei ihrer Uraufführung mr dortigen yostheater eine sehr warme Aufnahme. Ter Stoff behandelt m der Bearbeitung von Franz Slatbel Grillparzers E t g a -^ragod e, die bekanntlich auch Gerh Hauptmann »um etofie eines ydiau- jpiels sich wählte. Die Oper ist m «citmotiotorin aufgebaut, en - hält aber auch reich melodisch Qusgearbeitete Latze und musik- dramatische Schönheueii. gffnSflmt» Varis, 10. April. In der gestrigen Sitzung der Akademie teilten die Professoren V a i 11 a r d und T 0 p t e r mit, daß es Urnen gelungen fei, em Serum zur wirksamen Bekämpfung der Dysenterie herzustellen; von 243 gatten, welche wnt ihrem Serum behandelt worden seien, hatten nur 10 einen tödlichen Aiis- < 1 nng gehabt. . ■■ die Aussperrung sämtlicher Dachdeckergesellen Groß-Berlins wurden heute abend über 1000 Gesellen tn 220 Betrieben entlassen. „ ,, ., . Halle a Saale, 10. April. Zahlreiche Gruberrverwal- tungen in Zeitz, Weißenfels und Naumburg erhöhten die Löhne ihrer Bergarbeiter um täglich 20 Pfennige, nachdem sie mü den Konsumenten höhere Preise vereinbart hatten. Marseille, 10. April. Ter gestern proklamierte Streit der Bäcker Hal bisher zu Zwischen»ällcn nicht geführt. 300 Soldaten und Slrbeiter wurden den Bäckermeistern zur Denugiing gestellt, damit in der Herstellung von Brot keme Unterbrechung eintritt. Die Bäckereien werderr von Polizei und Gendarmerie bCFDOd)t« ■ .e .. rv * r r r m ,, Lille 10. April. Hrer streiken die Tischler, Arret)- b r u"d e r 1111 b Erdarbeiter. Man befürchtet, daß ber etreit auch auf die Angestellten der Lebensmittelbranchen über greift. _ D1 e Streikbewegung in Italien breitet sich ralch ans A11 Term ist der Ökncralftreit ausgebrochen, 5000 Seg t “la t bei .erstreiken m der $rooinS Gomo. Ein Ausstand ländlicher Arbeiter verbreitet sich über die Provinz Brescia. Ebenso wird in der Provinz Ferrara em Agrarstreik von beiden Seiten nut großer Erbitterung ge'uhrt 400 Grundbesitzer beschlos en dort den Berkanf des Viehes und Aufgabe der diesjährigen Ernte. Universitäts-Nachrichten- — Dr oec publ. Max Laus Hof er, Professor der National- ökonomie an der Technischen Hochschule zu München, ist am 10. d. Alts, ui Gries bei Bozen g e ft 0 r b e n. H. war em gebar. 'JJlü 11 diener. Er wäre am 20. d. Alts. 67 Jahre alt geivordcn. Viel Verbreitung fanden seine weitere Kreise arenren wert- vollen Schriften „Ter Heine etaatäburger und „Lebe v.funit unb "ebensiragen-. Auch als Lyriker und Verfasser von «chritten über Tirol, 'München und das bayerische Hochland hat er sich wetten Ruf verschafft. ----- Die bedingte Begnadigung im Großherzogtum Hessen. Ausaehend von dem Gesichtspunkte, daß es unter Umftänben insbesondere gegenüber einem noch nicht uorbcftraUen Verurteilten, dem Zwecke der Strafe besser entspricht, wenn otsi den-vtra,Vollzug rnuer der Bedingung verzichtet wird, daß sich der Verurteil e während einer ihm bewilltgten Probezeit gut fuhrt, haben alle Rutschen Bundesstaaten (nut Ausnahme bet beiden reuß. dien Fürstentümer und Mecklendurg-Strelttz den bedingten ^uaiaid- khub emgefübrt. Im Großherzogtum Hellen besieht diese Emrich- ung feit bem 29. g.mi 1895 und bat ihre fegeneeetchen Folg n gehabt *, beim seit dem Tage der Emsithrung bis outn 81.3ta. l9ü6 ift in 1167 Fällen der Stra'anischub bewilligt worden. Wahrend den e r st e n I a h r e ii durchschnittlich 2? Verurteilte dieser Ver- aünstigung zuteil wurden, ist imolge der guten Erfahrungen, dw mail bamit gemacht hat, ihre Zahl in den folgenden^ Jahren ständig gewachsen und betrug in den Jahren 190o imb 1906 949 benu9 313. An 152 Verurteilten brauchte infolge guter Fuhnmg die Strafe nicht v 0 11 st r e ck t zu werden, und nur 120 ze^gien _ ^»1W ........ -“TZ G Co <0 nndern ins G-sicht schlug. Ti- bcleibigte und tötltch angegriffene Dame forderte die andere durch zwei weibliche 2clunbauten zum Duell auf. Die Täterm ernannte ihrerieus zwei weibliche Sekundanten, unb bie vier Damen vereinbarten ein Pistolenbueil. Der Ehegatte der einen Streiterin versuchte das Duell zu verhindern; aber die weiblichen Sekun- danlen, welche ihre Pflichten nut großem Eifer erledigen, arrangierten das Duell, welches in Acquacetosa m der 3iahe Kird)!id>c Nachrichten. Jsraclitische NeligionSgcmctnde. LoitkSdient in der Sy-agag, (5-ödansage). Samstag, den 11. A p r i l 1907; Vorabend 7.00 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. SchrifterNarung. Sabbatausgang 8 Uhr. . Israelitische Rcligiousgesellfchaft. Sabbatfeier am 13. April 1907: Freitag abend 6.45 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4.00 Mr- &XX&U "0^ « »» Ute nbenb^.oo yanvet und Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. ? ® ebern, 9. April. Ter heutige Schwein cmarkt war gut beiahren und entwickelte sich alsbald em ziemlich (ebgaftec öanbel. Sechs Wochen alte Schweine kosteten im Durchschnitt 34 Mk., 10 Wochen alte 40-45 Mk., Einlegschweine 75-90 Mk. baä Paar. Fette Schweine waren nicht aufgetrieben. 5 — tz o o' 5^ __ w, S. 'S x - - 2 “ c S □ G) 5~ 5 s .0 •8-5 s ~ s s® Ausverkauf wu Frisrhe LMhbstter ff 15 April 1967. 2319 Lina Peta*S9 geprüfte Lehreml. 3'id^l ff empfiehlt [1565 < Herren-, Knaben-, Mädchen- und Kinder-Strohhüte. V. \ Bekannt solide Fabrikate! Grosse Auswahl! Alle Preislagen? 1731 Drahtgeflechte, Stachelzaundraht 2217 MLZWLZAL Seltersweg 12 Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. [finit LünrrkM Tricotagen. 2482 J, jg.; Kreuzplatz. ff ff E3 Pfg. 45, 50, 90, 100 ff 40, 75, 100 !> beachten Sie unser diesbezügliches Schaufenster. Bitte Alex. 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