157. Jahrgang, ylr. 214 Zweites Blatt o Vrfchetnt tSgNch mit Ausnahme des SonntügS. stundenlang auf der Kaiserstraße gewartet Hutten bie Suppe kalt werden ließen, und die liebe & und lieber Westpreußen völlig eingedeutscht werden. Sollte dem Polen- tum die Sprengung des festen Gefüges des preußischen Staates gelingen, so wird das Deutschtum nicht mehr um die Weichsellinie, sondern um die Oderlinie zu kämpfen haben. Die „Siebener Famillenblatter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „tLrelrblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. AoUtrsche LcTgesßcyan. Und die technischen Angestellten? Der frühere Staatssekretär Gras v. Posadowsky hatte sich in einer Rede, die er am 9. März ds. Js. gelegentlich dec Beratung seines Etats im Reichstage gehalten hat, über die in Aussicht stehende Novelle zur Gewerbeordnung ge- Ülchert und dabei besonders erwähnt, daß den technischen Privatangestellten bei dieser Gelegenheit die lang ersehnte Verbesserung ihrer Rechtslage zuteil werden sollte. Im wesentlichen handelt es sich dabei um eine Gleichstellung mit den Handlungsgehülsen, für die bereits bei der letzten Redaktion des Handelsgesetzbuches eine wesentlich günstigere Rechtslage geschaffen worden ist. Die angekündigte Novelle ist nunmehr seitens des neuen Staatssekretärs dem Bundesrat unterbreitet worden. Sie enthält Bestimmungen über die allgemeine Einführung des zehnstündigen Arbeitstages, des Verbotes der Nachtarbeit für Frauen und über Arbeiterschutz- Vorschriften in der Heinmrbeit. — Der andere vom Grafen v. Posadowski; bereits angckündigte Teil ist von seinem Amtsnachfolger, v. Bethmann-Hollweg, herausgestrichen worden. Die Techniker sollen also wieder einmal leer ausgehen! Es ist begreiflich, daß die technisch-industriellen Beamten ob dieser Kunde recht skeptisch der zukünftigen Tätigkeit des neuen Staatssekretärs des Innern entgegensetzen, und es kann nicht laut genug betont werden, daß es durchaus nicht im allgemeinen StaatSintereffe liegt, wenn in den Kreisen dieser zahlreichen und so lange vernachlässigten Volksschicht durch die Ablehnung selbstverständlicher Forderungen neue Unzufriedenheit bervorgerusen wird. Vom Kampf um die Ostmark. Im schweren Kampf ringt in unserer Ostmark Deutschtum und Slaventum. Dieses gewaltige Ringen des Deutschtums in unserer Ostmark auf nationalem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete schildert in eingehender Weise ein soeben im Verlage von I. F. Lehmann in München erschienenes Buch, dessen Titel lautet: Preußen und Polen. Der Verlaus und Ausgang eines zweitausendjährigen Völkergrenzstreites und deutsch-slavischer Wechselbeziehungen von Alexander Wäber. (Preis Mk. 6.—.) Das Buch wird allen ein zuverlässiger Führer sein, die sich mit dem Stande des in unserer Ostmark entbrannten Nationalitätenkampfes vertraut machen wollen. Es legt auch die Gründe des Wachstums und der Erstarkung des Polentums klar und erfaßt den jetzt in unserer Ostmark geführten Kampf nur als die zeitlich letzte Phase, als den Ausgang deutsch-slavischer Wechselbeziehungen. Indem es zugleich eine Uebersicht über den Verlauf derselben gibt, geht es bis aus die ältesten Zeiten zuruck und weist nach, daß es sich in dem jetzt in unserer Ostmark geführten Kampfe im Grunde genommen nur um die Wiedergewinnung deutscher Erde, uralten deutschen Besitzstandes handelt. Denn zum Beginn unserer Zeitrechnung, ja sogar noch vor zweitausend Jahren — führt der Verfasser aus — habe das deutsche Stammland nach Osten hin sich bis zur Weichsel und sogar darüber hinaus erstreckt. Ueberall, an der Elbe, Oder und Weichsel, in den Donau- und Alpenländern, sind die Deutschen früher als Slaven gewesen. Der letzteren Stammland war aber um die Wende unserer Zeitrechnung im Flußgebiet des oberen und mittleren Dnieprs, der oberen Düna und des oberen Dons zu suchen. Bon dort haben sich die Slaven nach Westen ausgebreitet. Von diesen geschichtlichen Tatsachen ausgehend, wird die Legende der Slavisten von einer slavischen Urheimat, die angeblich von der Ostsee bis zur Adria hinabgereicht haben solle, zerstört. Nicht die Deutschen, sondern die Slaven sind Eindringlinge. Ehe slavische Laute in der Ostmark erklangen, sind die Länder längst Teile des deutschen Vaterlandes gewesen. Jetzt liegt es am deutschen Volke, sein Werk weiter auszubauen und Sorge dafür zu tragen, daß Posen und Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen» Donnerstag 12. September 1907 > aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität^ - Buch- und Steindruckerei. | H i H R. Lange, Gießen. Aus Stadt und Land. Gießen, 12. Sept. 1907. ** Ordensangelegenheit. Se. Königl. Hotz, der Großherzog haben dem Ritter und Edlen v. Oetinger, Kammerjunker zu Darmstadt, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Fürsten von Bulgarien verliehenen OsfizierkceuzeS 4. Klasse des St. Alexander-Ordens erteilt. ** Warnung. Ein angeblicher Pcoseffor G. Keith , Harvey in England hat in letzter Zeit in verschiedenen Zeitungen unter der Ueberschrift „Schwerhörigkeit" Anzeigen erscheinen lassen, in welchen er zur angeblichen Heilung dec Schwerhörigkeit auf ein von ihm verfaßtes „Buch" hinweist, das kostenlos bei ihm zu haben sei. Dieses Buch dient lediglich dem Zweck, für eine „elektrische Gehörbatterie" des an- geblichen Professors Reklame zu wachen. Eine solche,Gehör- batterie" kostet 3 0 Mark und >st nach dem Urteil von Sachverständigen rr? Gehürleid^ völlig wirkungslos.: Vor dem Bezug derselben ist sch"n wiederholt von den Behörden und in der Fachpresse gewarnt worden. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Heuer,' Oberstlt. beim Stabe des Jnf.-RegLs. Prinz Kurl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, unter Beförderung zum Obersten zum Kvm-: mandeur des 2. Oberrhein. Jnf.-Regts. Nr. 99 ernannt; Krause, Oberstlt. im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, unter Enthebung von der Stellung als Bats.-Kom- mandeur zum Stabe des Regts. übergctreten. v. Eckartsberg, Oberstlt. beim Stabe des Leibgarde-Jnf.-Rcgts. (1. Gr. Hess.) Nr. 115, unter Versetzung zu den Offizieren ä 1. s. der Armee mit Beibehalt seiner bisherigen Uniform zum Adjutanten des Präsidenten des ReichsmiliLärgerichts' und gleichzeitig auch zum außeretatsmäßigen militärischen Mitgliede des Reichsmilitärgerichts ernannt, v. Henk, Oberstlt. beim Stabe des Gren.-Regts. König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 11, in gleicher Eigenschaft zum Leibgarde- Jns.-Regt. (1. Gr. Hess.) 9fr. 115 versetzt. Sieb er g^ Major, aggreg. dem Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, zum Bats.-Kommandeur im Regiment ernannt. v. Schaumann, Hauptm. im Generalstabe der Großh. l Rohrbruch eingetreten war; wir können uns ja hier Helsen, da wir das städtische Pumpwerk sofort in Betrieb setzen können; aber ob alle angeschlossenen Gemeinden imstande: sind, sich in solchem Falle auf anderem Wege Wasser zu besorgen? Tas gäbe im Falle eines Brau des 5fe Aus si.chten. Die neue Wasserleitung hat Friedberg zwar viel Dreck' und Löcher in den Fahrdamm gebracht, aber ihr verdankt die Stadt auch einen hübschen Schmuck, den neuen Wasserturm, der im Süden an der Ober-Wöllstädter Straße errichtet werden soll; wenn er nur erst fertig wäre und wenn nur be^i dieser Gelegenheit der alte auf der Burg hätte verschwinden können. Ein solches Ungeheuer, das das ganze Bild der Burg verunstaltet, verdiente wahrhaftig, eines gewaltsamen Todes zu sterben; namentlich jetzt, wo die Ehrenstraße von Masten und Tannengrünbogen von der Kaiserstraße bis ins Schloß führt, sticht der fade und nüchterne Bau um so greller von seiner teils modern freundlichen, teils mittelalterlich ernsten Umgebung ab. Aber es ist keine Aussicht, daß er fällt, zumal da die ebenso nüchterne B u r g k i r ch e neben ihm steht und ihm mit ihrem abbröckelnden Verputz und einer gewissen äußeren Baufälligkeit die Wage hält. Ter neue Wasserturm und das n e u e S ch w i m m b a d, das sind die beiden Bauten, die uns die Stadt zuerst bescheren wird, dann wird wohl die Kanalisation folgen, die viel, viel Geld kosten wird. Ein Glück nur, daß wir unser Oberhaupt wieder haben; eine Zeitlang war eS übel um uns bestellt, da nicht nur der Bürgermeister, sondern auch beide Beigeordneten sich in der Ferne erholten und wir als'herrenlose Leute hernm- liefen; es ging übrigens auch so ganz gut, die.herrenlose, die schreckliche Zeit war gar nicht so übel. abspeisten, als daß sie auf die Freude verzichtet hätten, zum ersten Male die Großherzogin in Friedberg zu begrüßen. So gab's eine gewisse Enttäuschung, die aber durch die Ankunft unseres kleinen Erbgroßherzogs bald wieder ausgeglichen wurde; es war wirklich ein Vergnügen, zu sehen, mit welch glänzenden Aeuglein er um sich schaute, als er gegen Abend auf dem Schoße seiner ^flegenn durch die Straßen fuhr und mit ihrer freundlichen Nachhilfe den jubelnden Kindern mit dem Händchen zu winkte. Möchte auch ihm Friedberg so lieb werden, wie es dem leider al'zn früh und fern der Heimat verstorbenen Prinzeßchen ans Herz gewachsen war; jeder entsinnt sich noch gern der Tage, als es zum letzten Male unter uns weilte und zwanglos in die Läden ging, um sich Friedberger Andenken zu kaufen. Jetzt wird es — abgesehen von der Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten — wohl wieder etwas stiller werden, nachdem uns die Einquartierung verlassen hat; Herrgott war das ein Leben! Tas wimmelte nur so von „Lanzen" aller Art, und wenn man's nicht von anderswoher schon wüßte, so könnte man immer wieder darüber in Staunen geraten, wo sie so schnell einen oder mehrere Schätze her hatten. Aber Spaß beiseite, die Stadt hat in diesem Manöver mal wieder fanrrner entscheiden und nicht dec Vorsitzende der Prüfüungs'-' kommission. Eine längere Erörterung entspann sich über die Frage der Einführung der obligatorischen Gesellenprüfung. Die Versammlung sprach sich für die Einführung^ der obligatorischen Gesellenprüfung aus. Ferner wurde als notwendig erklärt, daß für die Ablegung der Gesellenprüfung der Prüfungsausschuß zuständig sein soll, in dessen Bezirk der Geselle seinen ständigen Aufenthalt hat. Es wurde ferner die Forderung ausgesprochen, daß die Uebergangsfrist von der Gesellenprüfung zur Meisterprüfung von 5 Jahren auf 3 Jahre herabgesetzt werden soll. Die Frage der Vergebung öffentlicher Lie-, fernngen und Arbeiten an Handwerker-Vereinigungen rief eine angeregte Diskussion hervor. Ter Handwerkskammertag nahm zu dieser Frage folgende^ Resolution an: „1. Die Armee-, Marine- und Kllcmialver- waltungen mögen, nachdem sie einen Teil ihrer Alleren selbst^ anfertigen und auch der Industrie einen weiteren Teil derselben überweisen, dem Handwerk in gleicher Weise entgegenkommen;! 2. die staatlichen Behörden, wie z. B. die Post und Eisenbahnver-' waltung sollen dazu übergehen, ebenfalls ihre Arbeiten dem Handwerk, soweit angängig, zur Ausführung zu überweisen; 3. die Kommunalverwalttmgen sind anzuhalten, dem ministeriellen Erlaß vom 23. Dezember 1905 Folge zu geben und die kommunalen Arbeiten durch die einheimischen Handwerker und Ge-, werbetreibenden aussühren zu lassen. Dadurch würde man bcnj, Handwerkern ein besseres Verdienst zuführen, man würde ihre wirtschaftliche Stellung verbessern und ihre Steuerkraft erhalten." j Neu auf die Tagesordnung gesetzt Gourde die Frage der L e hr-< lingshaltung du rchNicht Handwerker bezw. durch un-: selbständige Handwerker. Der Handwerkskammertag hält im Hin-' blick auf den Erlaß vom 15. September 1906 betr. die Haltung von Lehrlingen eine Aenderung der Gewerbeordnung für dahin notwendig, daß nur selbständige Gewerbetreibende zur Haltung von Lehrlingen und zuM Abschluß von Lehrverträgen berechtigt sein sollen. Der Handwerkskammertag beauftragt den Geschäftsführer in diesem Sinne bei den gesetzgebenden Körperschaften vorstellig zu werden. Ferner gelangte ein Antrag zur Annahme, der die reichS-^ gesetzliche Regelung des Hufbeschlag wesens' fordert. — i Darauf wurden die Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Deutsch-sozialer Parteitag. S. u. H. Elberfeld, 9. Sept. Der aus ganz Deutschland stark besuchte Parteitag wurde durch den Abg. Burckhardt eröffnet. Sodann gelangte der Geschäftsbericht des Parteisekretärs Rüffer, zur Besprechung. Nach oem Bericht ist die Zahl der OrtsgrccppeN in den letzten 10 Monaten um 60, die Zahl der eingeschriebenen zahlenden Mitglieder sehr stark gestiegen. Es folgte sodann die Beratung der vorliegenden 13. Anträge. Der erste betraf die Stellung zur bevorstehenden Aenderung des Landtagswahlrechts. Hierauf wurde folgende Resolution angenominen: „Der christlich-soziale Parteitag erklärt das bestehende preußische Landtagsivahlrecht für r e fo r wb e dür f t i g , weil es inr Widerspruch zu dem Kulturzustand des preußischen Volkes flieht; weil es diele Volkskreise an der Vertretung im Landtage ausschließt. Indem wir u:is die Stellungnahme zu Reforn:- vorschlägen Vorbehalten, halten wir jetzt schon das geheime Wahlrecht für Urivahlen und WahlTnänner, sowie die Beseitigung des plutokratischen Charakters deS jetzigen Wahlrechts für eine unerläßliche Voraussetzung jeder komncenden WaWechtsreform." Landrat Schmidt begründet dann den Antrag des Kreises Wetzlar zur Abänderung der reichsgesetzlichen Bestimmungen über ländliche Unfallver- sicherungskosten, welche unerschwinglich genwrden seien. Der Antrag wurde den christlich-sozialen Reichstagsabgeordneten zur Erledigung iibergeben. Der Delegierte Postunterbeamte Schulz- Hagen bat um Unterstiitzung der Wünsche der Unterbeamten!, und führte dies ausführlich näher au§. Reichstagsabg. Behrens sprach nachmittags über „Englische Vorbilder zum sozialen Frieden" und schlug folgende Resolution vor: Der Parteitag ftirdert, daß durch Reichs'gesetz 1. eine vom Reichsamt der Innern ressortierende ständige Zentralstelle zur Pflege deS Friedens im Arbeitsoerhältnis geschaffen wird. Dieser Zentralstelle soll obliegen a) die kollektiven Arbeitsverträge (Tarifverträge, Tarifgenreinschaften usw.) zu sammeln, ein Register der Schiedsgerichte, SchiedsL)mmissionen, Einigungsämter usw. zu führen, b) wo Arbeitsstreitigkeitcn bestehen oder auszubrechen drohen, Ursachen der Differenzen zu untersuchen und Schritte zu tun, die die Zentralstelle behufs friedlicher Beilegung der Streitigkeiten für erforderlich hält, c) auf Ersuchen der beteiligten Unteimehmer oder Arbeiter eine oder mehrere Personen zu ernennen, die als Mittler oder Einigungsamt fungieren sollen, auf Ansuchen beider Parteien einen Schiedsrichter zu bestellen, d) Förderung aller Bestrebungen, die geeignet erscheinen, auf dem Gebiete des strllektiven Arbeitsvertrages! und des Einigungswesens, den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu sichern und die Arbeitsstreitigkeiten beizulegen. Insbesondere soll die Zentrale mit Materialien und Rat solche Bestrebungen unterstützen. Auch soll es ihr freistehen, Anregungen zu solchen Bestrebungen zu geben. 2. dieser Zentralstelle zur Pflege des Friedens int Arbeits- verhältnis ein aus 14 'Personen bestehender ständiger Beirat, von denen 7 der Bundesrat und 7 der Reichstag wählt, angegliedert wüd, der die Zentralstelle in ihren Aufgaben unterstützt. Die Resolution wurde einstimmig angenommen mit der Aenderung, daß in Abschnitt c) anstatt Unternehmer oder „Arbeiter" — Unternehmer oder „Arbeitnehmer" gesetzt wird. 8. Deutscher Handwerks- und Gewerbekammertag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Straßburg, 10. Sept. Nach einer Vorversammlung am gestrigen Mend, in der geschäftliche Fragen erledigt wurden, wurde der 8. Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag im Festsaale des Sängerhauses eröffnet. IM Verlauf der Verhandlungen wurde über den Gesetzentwurf betr. Abänderung der Gewerbeordnung (sogenannten kleiner Befähigungsnachweis), gesprochen. Nach mehr als zweistündiger Debatte wurde eine Resolution der Wiesbadener Handwerkskammer mit vielerlei Zusätzen angenommen, tvvnach der deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag den Gesetzentwurf zwar dankbar begrüßt und ihm allgemein zustimmt, wonach aber zugleich auch einige Abänderungen des Gesetzentwurfes gewünscht werden. Di; Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen soll nicht, wie der Entwurf es vorschreibt, nach Anhörung der Handtverkskanrmern erteilt werden, sondern nur nach Zustimmung der Handwerkskammer. Vor Erlaß der Bestimmungen, die auf Grund des § 129 erlassen werden, sollen stets die Handwerkskammern gehört werden. Beschwerden gegen die Nichtzulassung zur Meisterprüfung sollen nur an den Vorstand der Handwerkskammern gerichtet werden können. Ueber die Zulassung zur Mmsterprüfun oll der Vorsitzende der Handwerks^ Kleines Feuilleton. — Aus Friedberg, 10. Sept., wird uns geschrieben: „Tie Fahnen flattern hoch im Wind", das gilt eben so recht von Friedberg, dessen Manern unfern Landesfürsten umschließen. Freilich war die Zeit, die zur Schmückung der Stadt zur Verfügung stand, nicht gerade lang, und so sah sich die Stadtverwaltung gez-wungen, alles zum Straßenschmuck Benötigte telegraphisch auswärts zu b estellen, anstatt den hiesigen Kaufleuten den Verdienst znkommen zu lassen. So hat es zwar an Verstimmung nicht ganz gefehlt, aber einerseits hat die Bürgerschaft gezeigt, daß sie sich durch solche Kleinigkeiten ihre Freude an der Anwesenheit ihres Landesherrn nicht verkümmern läßt. Ter Schmuck der 5)äuser ist in allen Straßen, auch den vom großen Verkehr abliegenden, allgemein durchgesührt. Allerdings kann man die Frage, ob es nötig war, der im übrigen recht geschmackvoll ausgestatteten Ehrenpforte aus der Kaiserstraße das schöne Wort „Salve" aufzuhängen, wohl kaum bejahen; es gibt wenigstens genug Leute hier, die ihrem Großherzog lieber ein gutes deutsches „Willkommen" zugerusen hätten. Tas Zurufen war freilich sehr schwer, denn die Automobile, in denerr die Allerhöchsten Herrschaften am Montag um die Mittagszeit hier eintrasen, fuhren in einem Zeitmaß, daß einem das Wort im Munde stecken bleiben tonnte; viele haben überhaupt erst hinterdrein erfahren, daß sie Ihre Königlichen Hoheiten gesehen hatten, denn die Dichtigkeit der Schutzbrillen, Schleier uflv. der Allerhöchsten Herrschaften stand im gleichen Verhältnis zur Geschwindigkeit der Fahrt. Tas war natürlich besonders für die Damen schmerzhaft, die zeigen müssen und hat eö gezeigt, daß sie inbezug auf Einquartierung viel leisten kann. Und man tat um so lieber alles für seine Soldaten, als sie ein paar recht üble Regentage durchmachen mußten und — wie z. B. das Reservistenbataillon der 168er — ziemlich matt hier eintrasen; jedenfalls gab es nicht gerade wenig Fuß kranke unter ihnen; hoffe'ntlich sind sie jetzt besser ans Marschieren gewöhnt als vor acht Tage;:. Ein Glück übrigens ist es, daß heute kein Militär mehr iu der Stadt ist; denil die u e u e S t a a t s w a s s e r l e i t u n g st r e i k t e heule morgen die liebe Familie kalt «ganz entschieden, weil, wie mau sagt, bei Nauheim ein (5mc Jmkerfahrt. 11 Alters auf eine Zimmer XVII. Heller ndler Gg. Leidner II. mit Gestern vor- i GrvgHerzogspaar und worden ihnen 2 6u besorgen; er habe dies Uni innen eine am geiagt, sie mochten nach Nieder-Aula nut Schweine bekommen: um bcn Trans Haus Port lummer ihn n AUjutui; eptnn dem Paare als ßlüd- und j Ua drücken. das; । I hdjtk nn Hippodrom eine Hvch'cit inner dem Wasser bca sicl-ligt werde, baten 27 junge Brautpaare um die Co im Jng fuhren hr fuhr uor, wo er Lander nicht. -eanstragt Uae in die mit 65 und Landwiri und 52 Stimmen. >ir bie Freu zu lönnen. VI uto mobil ftcn kamen am und bcfldjliglen der Herren der >ie neuen Badc- die 87 er in Rieder-Seemen, Steinberg, Merkcnftitz. Tic 42. Inf.» Brigade liegt bei Büdingen, Stockheim und Düdelsheim. Gcitern begann cm G^fedjt innerhalb der 21. Division aus den Hohen um Nidda i:nb Secmenbach bei Düdelsheim, die Regimenter 80 und 81 «.Frankfurt) bezogen Biwak bei Orleshausen und Calbach. Bei der Hitze gab es viele „Schlappe" besonders bei den Reservisten. — Bon der hessischen Division ist zu bc richten, das; die Regimenter am Dienstag einen heißen Tag hatten. Sie hatten große Märsche -urückzulegen, bis sie an den Feind kamen. Tie Regimenter 117, 118 und 1. und 3. Bat. 168 lagen in und um Offenbach und Hanau, die 115 er in Fried berg, 116 er Niederwöllstadt, Ilbenstadt und Ossenheim, die 168 er 2. Bat. Rodheim, alle harten Märsche von ca. 5 Stunden jurüd zulegen. Sie rückten um 61,» Uhr früh auS den Quartieren und trafen gegen Mittag in der Gcfechlslinie bei Windecken rin. Hier entwickelte sich dann bald die „Schlacht bei W i n b - ecken". Auch das Großherzogspaar war von Friedberg im Automobil angckommcn, cs ftand auf den Hohen bei Ros darf und beobachtete das C^efecht. Tie 49. Brigade besegle die Höhen 178 südlich Dindecken (116), die Höhe 187 bei Kilian stüdten (115 , das Zentrum bildet das 2. Bat. 168 am Geile Berg, hier stand auch die 25 er Artillerie, bie alsbald ins Gefecht am griff. Tie feindlichen Parteien standen auf den Höhen um Rosdorf u nd am AuUerstüdter Hof. Ihre Artillerie, Regö Dient 61, hatte eine vorzügliche Stellung und ihrem wirlsameu Feuer unterlag der Angriff der 115 er, das Regiment mußte kehrt machen. Auf den feindlichen Seiten bildeten die 168 er 1. und 2. Bat. den linken Flügel, 117 er den rechten, 118 er das Zentrum. Gegen V«4 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen und die Truppen rückten nach mehrstündigem Weg in die Guap iierc. Tie -Strapazen waren groß und manchem Reservcmann versagten bie „Untertanen". Am Mittwoch ist Ruhetag und heute beginnt der Kampf aufs neue. Gr wird sich nordwärts erstrecken bis über Bad Nauheim. Fast sämtliche Fußtruppen beziehen 'jüvaf, die 115 er, 116 er, 2. Bat. 168 er bei Bürbach, Nieder-Weisel und Ober-Mörlen, die 117 er, 118 er bei Friedberg mib Wölfersheim. t'ie Stimmen der 110 Wähler, ^brauch madilcn, verteilten fidj wurden Lanowirt Clio Z i m - aber mit Rücklicht auf die gesetzlichen Bestimmungen in Hessen ab- aelebnt und den Menten geiagt, sie möchten nach Nieder-Aula der eingleisigen Sttccke Distchau-Bromberg entgleiste ein Güterzug. Auch hier war der Materialschaden bedeutend, ohne daß Menschen zu Schaden gekommen sind. * Epidemien. Wie aS K ö n i g s h ü t t e gemeldet wird, ist dort der Gisenbahnarbeiter Kciuk unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. — In Wien wurde ein neuer Blattern fall festgeftellt. — Die bayeriscl)eii Berkehrsbe- amten müssen sich jetzt in Lindau mit Rücksicht auf die zahlreichen Pocken- Erkrankungen einer sofortigen Zivangsimpsung unterziehen. Diese Anordnung betrifft daS gesamte Personal des Verkehrsdienstes, sowie die Eisenbahn-, Dampfschifsahrts- und Post-Angestellten. * Zur Wiederverheiratung der Gräfin M o n - t i g n o | o. Einer der Freunde des Pianisten Toselli, der Künstler Cassini, äußerte m Pans, man erwarte täglich die Nachricht von der in London heimlich vollzogenen Vermählung der Gräfin Montignoso. Nach der Meinung Cassinis werden Heiraten dieser Art in DeiUschland nicht anerkannt, können also für die Gräfin keine Rechtsfolgen haben, also auch den Verlust der Appanage nicht nach sich pljcii. Gräfin Montignoso bezweckt mit der Heirat lediglich, daß sie 'pich in intimen Kreisen Frau Toselli nennen kann. Ter sächsische Hof dürste nur bann einschreitcn, wenn etwa eine Konzert-Tourno der Signora Toselli an« gekündigt würde. . Hierfür fehlt vorläufig jeder AnhaUspunkt. Gräfin Montignoso ist tatsächlich in London eingetroffen, um ihre Vermählung mit Toselli zu betreiben. Ihre Tochter Monica Pia befindet sich in Stresa am Lago Maggiore unter der Aufsicht einer Dame. * Tic Hochzeit unter Wasser. Aus New - York wird gemeldet: Eine Hodizeit unter Wajser — bad ift der neueste Triumph, den amerikanische Originalitätssucht feiert. Zn den nüdjftcn Tagen wird die Vermählung von Okorg Fairntan und Alberta Mid)el auf dem Grunde des 14 Fuß liefen Wasscrdasfins im Newyorker Hippodrom stattsinden. Das Brautpaar, bie Hochzcit-gaste und der Geistliche werben in Babekostümen erscheinen und die Braut- junQjcin werden als Meern ixen der jungen Braut das Geleit geben. Nach der Irauerfcicrlidjfeit wird Baler enjpendendcS Symbol ls cs bekannt wurde, — Lich, 12. Sept. Ein bemerkenswerter und trau riger Gedenktag ift heute für unsere Stadt. Bor 50 Jahren brach in der Nacht vom 12. zum 13. Sept, ein furchtbarer Brand aus, der zahlreiche Gebäude einäscherte und einen großen Teil der Stadt schwer bedrohte. Tie^ hiesigen Einwohner, die Feuerioehrnkann- schäften der Stadt und bet Nachbargemeinden boten alles auf, um das Feuer zu bewältigen, allein trotz aller Anstrengungen wollte die vorhandene Hilfe nicht ausreichen, bis noch zu rechter Zeit, morgens gegen 3 Uhr, die städtische und die Gailfche Feuerwehr von Gießen, etwa 60 Mann stark, zu Hilfe kam. Beide arbeiteten, wie es in einer von Bürgermeister Heller unterzeichneten Danksagung heißt, 'mit großer Anstrengung und Aufopferung, selbst eigene Lebensgefahr verachtend, und es gelang ihnen bald, dem Brande Grenzen zu setzen und zahlreiche bedrohte Gebäude zu retten. Vom Bichscucheugcsctz. Gegen bcn Schweinehändler K. W. III. zu Schlitz war Anzeige wegen Vergeheno gegen das Viehseuchengesetz ! erhoben, unter der Anschuldigung, baß er durch feinen Fuhrmann H. B von Queck, Schweine aus dem Preußischen in hessische Ortschaften habe verbringen lassen, ohne sie bei vor- geidmcbcncn Beobachtung zu unterwerfen. Tie Staatsanwaltichast dehnte die Anklage auch auf den Fuhrmann aus und daS Schöffengericht hielt aus Grund der Beivelsanfnahme für erwiesen, aß» B, im Auftrag einiger Landwirte, die Schweine in Niedcr- Vlula^euifdufte und bicie bann bcn Landwirten zuführte, ohne vor Ortspol,zelbehoibe und dem Kreisveterinäramt Anzeige zu machen, weshalb es ihn wegen fahrlässiger Uebertrctung des Geictzcs zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilte. W., der behauptete, als Vertreter eines Großhändlers aus Hannover, die ^ächweine in Nieder-Aula an B. verkauft ^u haben, ohne sich an dem Transport zu beteiligen, wurde frelgcsprochen. DaS Urteil wurde von der Staatsanwalt,'chast sowohl, als auch von dem Verurteilten angefochten. W. gab an, er sei bei seiner Aiiwesenl)eit in Sckilitz uno den umliegenden Ortschaften von fianbiuirten angegangen Gießen, 10. Sept. Cin echter Flugtag, wie es in b:r Jmkersprache heißt, führte Mitglieder der Zweigvereine Gießen, Friedberg, Lich- Hungcn und Butzbach des O b e r he f f i sd) e n Bienenzucht e r v e r e i n s am vergangenen Sonntag in Friedberg zusammen. Es galt der Großh. Acker- und Obstban- sd)ule einen schon längst zu gedachten Besud) abzustatten. Tie Herren Tirettor Dr. v. Peter, Dr. Hoffmann und Ringshausen empfingen die Interessenten. In einem Mafsensaal de: Anstalt vereinigte man sich, und nach recht herzlichen Begrüßungsworten lud Direktor Dr. v. Peter zur Besichtigung der Anstalt ein. Zuvor nahm der Vorsitzende des Gießener Ziveigvereins, Lehrer Bug-Leihgestern, das Wort, um den Herren für ihren freundlichen Empfang und dem Tirektor für seine freundlichen Worte, sowie für ihre Bemühungen um die Imker im Namen aller zu danken. Besonders Dahlie er für Die Entsendung des Herrn Tr. Hoffmann nad) Frankfurt a. M. zur Mitwirkung an der Anstellung des Oberheffischen Bienenzüchtervcreins, dessen Arrangement von den ersten Imkern Deutschlands und Oesterreichs ais die beste Leistung, die je eine Wanderver- ammlung zierte, anerkannt wurde. Nicht zum letzten sei dieser Erfolg Tr. Hoffmann zu danken, der mit bewunderungswürdigem sidnjtftnn und Verständnis seine Bienen- weide, die Sd)ädlinge der Bienen aus der Tierwelt, sowie sonstige Anschauungsmittel dem Ganzen einzuverleiben wußte. Unter Führung obengenannter Herren wurden nun die AnstaltSrLume durchwandert, deren nähere B-eschreibung hier zu weit führen würpe. Besondere Äufmeckfamkeit wurde den reichen Sammlungen und Präparaten, dem Laboratorium uno, von unseren Tarnen, besonders der Wche gewidmet. Hier sah man alles mögliche Obst und Gemüse in frischem und getrocknetem Zustande. Obstsäfte, Gelees u. dgl., die in bcn jüngst verflossenen Obstoerwcr- tungökursen hergestellr wurden und bemnädift bie Mann- hcimcr Ausstellnna zieren werden, in Gläsern, Flaschen, .'trügen und ^nd)|en, deren bloßer Anblick einem schon bcn Mund wässerten. Und erst der Garten, mit seinen Jorm- obftbäumen voll der schönsten Früchte, erregte bie Hewun- dEvung aller. Unser H. »senland besitzt hier eine Anstalt, bie sich den besten biefer Art würdig zur Seite stellen darf, was ja auck)^durdi Anerkennungen jeg.id/er Art bokumentiert ist. Zum schlufse gings zu bcn Bienen, bie unter her Lbhnt bes Obergärtuers John stehen und l-eutc, zu Ehren der Besucher, (id) in besonders lufliaem Spiel zu bewegen schienen. Sie sind m einem neuen Bienenhaus, von Jlran* nid) in Mellenbad) geliefert, in allen möglichen Bauten untergebracht und erfreuen den Fachmann und Laien. Hiermit war unsere Wanderung beendet und es wurde der 4.amen halber, denen sich aud) Frau Dr. Hoffmann ange- fchlossen l)aIle, cm Täßchen üaffee in bcn „Trei Schwertern" eingenommen. Herr Buß sand hier Gelegenheit, Herrn unb grau Tr. Hoffmann für ihre Betätigung gelegentlich der Frankfurter Tage, wie für ihr liebenswürdiges Geleite, zu danken, worauf Tr. Hoffmann in längerer Rede aussührte. Wie eng Landwirtschaft, Obstbanmzucht unb Bienenzucht miteinander' verbunden seien, und infolgedessen aud) fest zusammenstehen sollten, ihre Interessen zu vertreten. Als besonders hierzu beruhn bezeichnete er die Lehrer und d)loß mit dem Wunsche, daß mit beute dieser Bund besiegelt ein möge. Ein Okuig burd) die Burg, an deren Ausschmückung zu Ehren unseres Landesl/errn uod) bie letzte Hand angelegt wurde, und cin kurzer Rückblick auf all das Ge- chaute bei einem Glase Bier, beschloß diesen schönen Tag. Mit dem Wunsche auf Wiedersehen verabschiedete man fick), uno bald trug das Tampsroß die Teilnehmer nad) allen Richtungen ihrer Heimat zu. Ortschaften cinraHicrtc. Weiter wurde festgeftellt, daß zum Teil die Verkäufe erst in den Ortschaften abgeschlossen worden sind, unb bcibc Angeklagte den Transport genieiujchaftlich ausgcführt haben Das Gericht hielt ihnen zugute, daß sic der Ansicht gciuefcit sein können dieier Weg sei gesetzlich zulässig, iveshalb es nur wegen fahrlastigcr Uebertretung des Gesetzes Bestrasung ciutrctcn lies. Das frei,brechende Erkenntnis bezüglich des W. wurde ausg,. hoben und auf eine Geldstrafe von 50 Mk. erkannt, U'ährenb uie iiiiüig nciiuoticii pjurde. komnicn, dort tönntcn sie d-Nauheim, 12. Sept. ( 4- Villingen, 1. Sept. Heute sand hier Ge- v» e i n d e r a t s w a h l statt. Cs wurden bei ziemlich reger neinderäte gewählt, ba die drei ** In Amerika verstorbene Hessen. Pastor ÄiuiS Krebs, wohl der älteste deutsche Geistlick)e Amerikas, starb im Alter von 87 Jahren zu Aoungstown, O. Krebs stammte aus Tarmstadt, studierte (in Gießen ?) Theologie und war seit 1853 in Amerika tätig. Der Ber- ftorbene war vor zwei Jahren erblindet. Er hat zahlreiche theologische und andere Werke in deutscher und englischer Sprache geschrieben. — Frau Joh. Marie Prätorius Dietz auS Emmershausen (Kr. Ufingen), 65 Jahre alt, zu Love- lanb, Col. — Frau Magdalene Berg, geb. Freitag, aus Deinroda (Kr. Frankenberg), 75 Jahre alt, zu Oklahoma Erty, Cfl. — Frau Maria Marg. Hirsche l, geb. Will- xnann, aus Schaafheim, 89 Jahre alt, zu Wilson Creek, Wash. — Frau Eva Kath. Steiger, geb. Schantz, aus Etzen- Lesäß, zu Dayton, O. — John Seibel, aus Hamm, 80 Jahre alt, zu Cleveland, O. . O.Wieseck, 12. Sept. Samstag, 14. b. Mts., findet ^ter bie Wahl von vier neuen Gemeinderats- Mitgliedern statt und zwar an Stelle des verstorbenen Schrernermeisrers Karl Kümmel und drei infolge Ablaufs der neunjährrgen Dienstzeit der Herren: Landwirt Taniel Terwr, Landwirt Tantel Crb 2. und 5d)micbemei)tcr Jost fRam. — Ter sozialdemokratifche Wahlverein befchasttgie sich in einer Versammlung am letzten Samstag mit der bevorstehenden Wahl. Inwieweit sck)on auf bürgerlicher Seite Vorbereitungen getroffen würden, entzieht sich der Lenntnis der Lessentlichkeit. Vermifc^tt»e * AuS Ven Manövern. Ein Unfall ereignete sich bei bcn baverischen Korpsmanöver ii an der österreichischen Grenze bei Selb in Oberfranken. Eine Gruppe Zuschauer aus Böhmen wurde von attackierender Kavallerie über ritten, wobei m ehr ere Personen sdpoer verletzt wurden. Ein Knabe erlitt tätliche Verletzungen. — Im Manövergelände bei Wolfratshausen (Bayern) stürzte der GeneralstabSoffizicr Major Frei- Herr von Godin vom Pserde und erlitt einen Beinbruch. * Eisen bahn un fäll e. Ter Lokomotivführer eines dichte besetzten Zuges auf der Strecke Euskirchen — Düren bemerkte plötzlich ein starkes Schwanken seiner Maschine und braäste den Zug noch rechtzeitig zum Stehen. Eine sofort eingelritete Unter* suchm'.g ergab, daß em beträchtliches Stück Schiene fehlte. Ob cm verbrecherischer Anschlag vorliegt, ist bisher noch nicht ermittelt. — Am Bahnhofe von Morlanwelz (Belg.) ließ ein Passagierzug mit einer Lokomotive zusammen. Mehrer« Wagen Knirbcn aus dem Gleise geworfen unb teilweise stark beschädigt. 19 Personen wurden verwundet, darunter fünf schwer. — Auf dem Bahnhöfe O st r o w o stießen zwei Rangierzüge zusammen. Ter Materialschaden ist bedeutend, Menschen mürben nicht verletzt. — Bei der Station W a r l u b i c n Hess. (25.) Division, zum Major befördert. Tiehscu, Hauptm. im 5. Gr. Hess. Inf.-Regt. Nr. 168, zum überzähl. Major befördert und dem Regiment aggregiert. Wilken, Hauptm. unb Komp -Führer an der Unterofsizicrschule in Biebrich, als Kornp.-Chef in das 5. Gr. Hess. Ins.-Regt. Nr. 168 versetzt. Herr m a n n , S ch ö n , Oberlts. im Ins - Regt. Prinz Karl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, zu überzähligen Hauptleuten befördert. Qu i n ck a r d t, Oberlt. im Jnf.- Leib-Regt. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117, in das 3. Ober-Elsäss. Inf.-Regt. Nr. 172 versetzt. ** V o m M an öt> e r. Die Divis io ns Manöver Ijabcn am Dienstag ihren Anfang genommen. Tie 21. Division übt zwischen Ranstandt, Gedern, Stockheim, Büdingen int oberen Nidder- und Seemental. Gedern, Büdingen, Stockheim und Um* gegend gleichen einem Kriegslager, die Orte haben fast so viel Uinauartierung als Einrvohner. Der Stab bt't 41. Inf.-Brigade liegt üt Gedern, ferner sind dort der Stab des Artillerie- Regiments „Frankfurt", der Stab der 21. Feldartillerie-Brigade, der Stab de»' 88 er, 2 Bataillone 88 er und eine Abteilung des Regiments „Frankfurt" 63. Samstag bezieht General von Cich- hont Quartier im Gederner Schloß. Teile des Regiments „Frankfurt^ liegen noch in Ober-Seemen, Burkl-ards und Ober-Lais, zurück. Die sonstigen Teilnehmer cur der Tafel begaben lick) zur Terrasse, wo Toppelkonzert stattsand. ltz Klein-Karben, 11. Sept. Heute nachmittag 2 Uhr sand hier im Schulhäuse eine Unters u ch un g über bie M e u t e r e r - A f f ä r e im 115. Regiment, die sich vor kurzem in Ober Mörlen adspielte. Cs waren hierzu erschienen der OberkriegsgcrichtSrat lObenaner-Darmstadt und sechs verhaftete Gardisten, letztere unter militärischer Eskorte. Zahlreiche Unteroffiziere wurden verhört. Das Ergebnis war, daß zwei Gardisten ans der Haft entlassen wurden, llevcrhailpt scheint bie Sache viel harmloser zu sein, wie cs zuerst hieß, unb es ist anzuneh'men, daß die Anklage wegen Meuterei fallen gelassen wird. Es scheint fiel) vielmehr um eine zufällig entstandene Schlägerei zu handeln. X Hörnsheim, 11. Sept. Tas Mutterfchwcin des Landwirts A. Weber II. warf nicht weniger als 22 Junge; wenn sie am Leben zu erhalten wären, könnte man eine große Rentabilität btefer Massen gebürt berechnen, denn es gehört nid)t zu den Seltenheiten, daß man bei guter Entwicklung unb selbstverständlich entsprechender Fütterung ein derartiges Tier auf 300 Pfund bringt; wenn uian nun mit bcn hc'.tigcn Jleischprcisen, bei denen der Mindestpreis nicht unter 70 Psg. das Pfund beträgt, rechnet, so luürbe die fragliche Massengcburt daS nette Sümmchen von 4620 Mart abwerfen. Beteiligung drei neue üfen o Ausscheidenden sämtlich wegen ihres ho Aiederwahl verzichteten. x die von lhcc.n Wahlrecht aus 34 Namen. Gewählt mer III. mit 110, Weocvai rte bie Gchwcine ui Nieder-Aula verlaust, wo nut seine u Uiibc gewesen sei. Temgcgenllbcr ergab die Beweis- baß er oas Geld für die -iictc in bcn betreffenden Hierauf hatten die Landwirte für sie Schweine zu kaufen, 'n. Ur habe dann auch als mittag hatl hier begru Vormittag unter Füur Kerichtskaal. ' W. Marburg, 10. Sept. Heute ftand wieder der vonr ^chuwrgericht wegen Unterschlagung im 2lmt zu 2 Jahren Ge- lungniS verurteilte srül-ere Stadtschreiber Kern aus Wetter wegen begangener Unterschlagungen von Geloern in bcn Jahren 1902—190/ vor dem Landgericht. Er wurde nach Ver- liehmuug einer großen Anzal)l Zeugen wegen weiterer drei Ve- trugssalle zu einer Zusatzftrast von 9 Monaten Gesä n onia verurteilt. Berli n, 11. Sept. Wie die neue politische Korresponbem erfahrt, ist gegen bas ireisprechende Urteil un Prozeß Gübke burd) bie Siaaisainvolifchast B e ruiun g eingelegi. Aeichsgerichtsbriofc. (Nachbruck verboten.) m I. S. Leipzig, 10. Sept. Das Recht an einem B a ch und seinem Wasser kann nicht ohne weiteres auf alle seine Quellen ausgedehnt werden. Im Jahre 1721 mürbe bern M ühlcnbesitzer Wich, m ail n zu Holzminden bie Erlaubnis erteilt, an beni Holz- niinbebad) eme Sägcmühle anzulegen unb das Wasser bes Holz- min^ebachs, der pon mehreren Quellen gespeist wirb, gegen einen lährlichen Zins von 12 Talern zu benutzen. Im Lause der Jahre trat emc Vergrößerung d:s Ortes Holzminden cin unb die Herzogliche Kammer zu Braunschweig verpachtete ber Stadtgemeinde Holzminben zwei Quellen, bie den oberen Holznnnbebach speisen. Dadurch suhlte sich ber jetzige Inhaber der Mühle, ber Kläger A. dieses Rcchtsstrctts, beschwert und verlangte Freigabe der Quellen, da biqeiben seinen Rechtsvor- gang.ni mit dem Wasser des Bachs stillschweigend vcrlicl>eitz worden seien. DaS Landgericht Braunschweig verurteilte die Herzogliche Kammer zu Braun,chweig, sowie die Stadtgemeinbe Holz- nimieii zu der Verpflichtung, dem Holzminbebach bie beiden L-ucilcii oberhalb der klägerischen Mühle wieder zuzuführen und der Firma A. allen d-urch die Wasscrentziehung entftanbenen e cf) ab en zu ersetzen. Auf bie Berufung der Beklagten erkannte das Oberlanbesgericht Braunschweig jedoch auf Abweisung d e r K läge. In seiner Begründung legt das Oberlanbesgericht erst zu Gunsten des Klägers dar, baß ber Holzmindebach cm önentlicher Fli'.g gewesen sei und daß es sich bei bet Ber- leiOung bed Staates um ein volles Recht unb keine Konzession gebanbe t habe. Zu Ungunsten bes Klägers heißt es bann aber weiter, daß baS Recht an bcn Quellen demjenigen zustehe^ auf besten Grunb unb Boben sich bie Quellen befinben. ^as Recht an der Mühle und an dem Wasser des Baches erstrecke sich des!)alb nicht gleichzeitig mit auf alle Quellen, vielmehr bestände für beide ein gesonderter Rechtsgrund. Die Bebauptung des Klägers, daß die Urkunde von 1721 ihm bas Recht zuspreche, das Wasser des Holzmindedachs ausschließlich zu verwcckcn, sei nicht richtig. Wohl habe der Kläger ein Recht an b:ni Wasser des Bac1>cs, jeboch sei nicht zu ersehen, baß man damals aus die in Rede stehende verhältnismäßig kleine Quelle bciondcrs geachtet habe. Diese Quellen, die letzt V10 ber Wassermenge des Holzmindebachs ausmachten, hätten damals, wo der Holzmindebach noch viel wasserreicher war, in noch viel nebensächlicherem Verhältnis gestanden und sei es aus- gcmüoncii, daß bie Besitzer der llrfunbc an diese Quellen über» hav7t gedacht haben. ES könnte somit von einer stillschweigenden Einräumung der besonderen Quellenrechte feine Rede sein, und ausdrücklich enthielten die Urkunden darüber nichts. — Äe gegen bicfcv Urteil von dem Klager eingelegte Revision wurde vom ö. Zivilsenat dcS Reichsgerichts zurückgewiesen. Buß, Leihgestern. 0):ci;ciicv Sliaflaniiucr. Gießen, 10. Cept. laubnis, unter dem Schutze König Neptuns ebenfalls aus diese Weise den Bund fürs Leben zu schließen. * Der Proviant d.es größten Schiffes der Welt Die „Lusitania", die sich auf dem Wege nadi Newyork befindet und von der die Engländer erwarten, daß sie den transatlantischen Rekord brechen wird, hat über 3000 Menschen an Bord und einen dementsprechend großen Proviant. Eine Aufzählung einzelner Posten wird die Größe der mitgenommenen Vorräte illustrieren: Zucker fünf Tonnen, Tee y2 Tonne, Kaffee V/g Tonne, Salz 41/.? Tonne, frisches Rindfleisch 12 Tonnen, Hammelfleisch drei Tonnen, Lamm- und Schweinefleisch IV2 Tonne, Käse i/z Tonne, 21/2 Tonne Marmelade, 300 Pfund Pfeffer, 1000 Pfund englische Weintrauben, 121 Faß ausländische Weintrauben, 50 Faß Aepfel, 250 Faß Mehl, 30 000 Eier, 5000 Pfund Fische, 4000 Stück Geflügel, 18 000 Flaschen, Bier und Porter, 15 000 Flaschen Spirituosen, 6000 Flaschen Wein. • Ein Boxer-Duell zwischen Jockeys. Aus Budapest wird gemeldet: Am Montag wurde in Budapest ein interessantes Boxer-Duell zwischen zwei Jockeys, Janek und Carslake, ausgetragen. Der Vertreter des Drehcr'schen Stalles, der aus Australien stammt, äußerte sich wegwerfend über die Fähigkeiten des ungarischen Jockeys, worauf dieser ihm mitteilen ließ, daß er geneigt sei, sich nicht nur im Reiten, sondern auch im Boxen mit ihm zu messen. Carslake nahm diese Herausforderung an, stellte jedoch die Bedingung, daß derjenige, der im Duell unterliegt, dem anderen 1200 K. bezahlen muß. Das Boxer-Duell wurde in Anwesenheit zahlreicher Jockeys mi3 Trainer ausgetragen. Das Duell nahm unter großem Interesse seinen Anfang und dauerte 7 Minuten. Schließlich gab Carslake den weiteren Kampf auf und Janek hatte die Wette gewonnen. * Hütet euch, holde Mädchen! Der Münchener ,,All- gtnt. Ztg." wird geschrieben: Eine polizeiliche Bekanntmachung ans dem Amtsanzeiger des Veziickes Frutigen. (Kanton Bern) warnt die Mädchen vor dem Verkehr mit italienischen Arbeitern. Einen ähnlichen Fall von Fürsorge für die weibliche Jugend habe ich in der Oberpfalz erlebt- Ich machte damals eine Rescrveübung bei den Achtzehnern in Zweibrücken und rückte auch mit in das Manöver in der Oberpfalz aus- Unser erstes Quartier war» Deining. Die Verpflegung war gut, aber es fehlte doch etwas, was wir Jünger der AceS ungern vermißten- Im ganzen Dorf war kein einziges Mädchen zu sehen; wie wir auch spürten, nichts war von dieser Art zu entdecken. Und als nnr uns bei den Bauern befragten, da erfuhren wir denn, oaß, einer Anweisung von hochmögender Seite entsprechend, in der Nacht vor unserer Ankunft , die sämtlichen Jungfrauen Deinings auf Leiterwagen in militärsicherc Nachbardörfer spediert tvorden waren, wo sie wohl ebenso grimmig über ihre Entfernung nachdachtcn wie wir Kriegskncchte- • D i e bessere Halste. Daß die vielgebrauchte Bezeichnung der Frau als „die bessere Halste", die wohl Scherz oder Galanterie erfunden hat, mit Flug und Recht auch im Erust und zwar nicht nur in Bezug aus das Doppelwescn „Ehe", sondern auch aus die gesamte menschliche Gesellschaft angewendet werden darf, zeigt uns ein Blick in die Kriminalstatistik. Nach der Kriminalstatistik des deutschen Reichs für das Jahr 1905 sind in diesem Jahre 520 356 Personen wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgefetze verurteilt worden. Hierunter befanden sich' nur 80 955 oder 15,5 v. H. weibliche Personen, während die übrigen 84,5 v. H. dem Niännergeschlecht an- gehörten. Hieraus folgt zahlenmäßig, daß die weibliche Hälfte der menschlichen Gesellschaft mehr als 5 mal besser ist als die männliche. Bei Verletzungen der Eidespflicht, Beleidigung, Diebstahl und Hehlerei ist die Beteiligung der Frau etwas stärker, sie beträgt hier rund 25 v. H., bleibt aber immerhin noch erheblich um % hinter der gleichen Betätigung der Männer zurück. Also die Frauen sind in allem eben doch die bessere Hälfte! Unwerkitäts-Nachrichtem. — Auf dem Hochschullehrertag in Salzburg gelangten folgende Resolutionen zur Annahme: Eine der wichtigsten Grundlagen W das Gedeihen der Hochschule istdie Sicherung eines tüchtigen und bernsssrcudigen Nachwuchses für das akademische Lehramt. Zu diesem Zwecke hält die erste Tagung der Hochschullehrer folgendes für erforderlich: 1. Tw Zulassung zum akademischen Lehrberufe muß der Autonomie (die Frkf. Ztg. sagt „Anatomie"!) der Hochschulen erhalten bleiben: 2. Die Professoreukollcgien sollen bei Zulassung zur Privatdozentur die höchsten Anforderungen an die wissenschaftlichen Leistungen der Bewerber stellen, aber jeder wissenschaftlichen Richtung gleichmäßig den Zugang an den Hochschulen offen lassen. Auszuschließcn sind Personen, die nach ihrer Lebensführung oder Lebensstellung nngeignct für den Lehrberuf und die unabhängige Forschung erscheinen: 3. den außerordentlichen Professoren und Privatdozenten ist die ihnen als Mitgliedern von Hochschulen gebührende Stellung ohne Engherzigkeit und soweit als möglich zu sichern. Insbesondere ist überall eine Einrichtung dahin zu treffen, daß sie bei den allgemeinen Angelegenheiten des Lehrberufs in den Körperschaften der Hochschule auf geordnetem Wege zu Gehör kommen. 4. Es ist darauf Bedacht hu nehmen, daß Privatdozenten und unbesoldete Extraordinarien, deren Tätigkeit bewährt ist, be- soldete Extraordinariate erhalten. 1 f Geborene: Herrn Hermann Steinhäuser und Frau in Butzbach eine Tochter. — Herrn Ewald Morhenn und Frau in Wetzlar ein Sohn. 'Gestorbene: Herr Fritz Tichm in Wetzlar. — Herr Heinrich Hahn in Werdorf. — Frau Dorothea Köhler Witwe in Biedenkopf. Frau Katharina Keitel Witwe in Marburg. — Frau Janfcnius in Türen. — Frau Luise Krausgritl in Rieder-Weisel. Verlobte: Frl. Emma Wehn mit Herrn Karl Lüdke in Fried berg. Kandel. — Fusion von SpriNabriken. Die Breslauer Spritfabrik beruft eine außerordentliche Generalversammlung mit den 28. September ein behufs Beschlußfassung einer Fusion mit der Nordhäuser Aktien-Spriliabrik und über die darauf bezügliche Abänderung der Statuten. Die Breslauer Spritiabrik, deren Aktienkapital 4 200 000 Mark beträgt, ist an mehreren Unternehmungen beteiligt und gehört zu den bestrentierenden Spritfabriken Deutschlands. Die Nordhäuser Aktien-Spritfabrik besitzt nur 307 000 Mk. Aktienkapital, worauf sie in den letzten drei Jahren je 16 Prozenr Dividende verteilen konnte. S t a d t a n l e i h e n. Die für Montag an der Berliner Börse geplante Kursäeststellung für die 3l/20/0 Erfurter und für die Apoldaer Stadtanleihe ist nicht zustande gekommen, da die in Aussicht gestellten erheblichen Preisreduktionen gegenüber den lange zurückliegenden letzten Notierungen keine Verkäufer anlocken konnten. Dagegen wurden 4°/0 Altenburger Stadtanleihe mit 99% notiert. Die letzte Notiz hatte 103,80°/o betragen. Die Ausfuhr von amerikanischem B ü ch s e n f l e is ch hat infolge der bekannten Schlachthaus-Enthüllungen einen ganz bedeutenden Rückgang erfahren. Es beziffert sich laut amtlichen Mitteilungen in dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Fiskaljahr der Wert der Anfuhr dieses Artikels auf nur 2 648 515 Doll, gegen 9 238 800 Dollar in gleicher Zeit des Vorjahres. — Tie jüngste Besserung Deutscher Staatsfonds. Wir haben schon auf die Besserung hingewiefen, die sich seit ungefähr 20. August vollzogen hat. Es ist auch in der letzten Zeit stetig Nachfrage an der Börse sür diese Werte vorhanden gewesen. Und daß die Ankäufe zu Anlagezwecken erfolgten, geht daraus hervor, daß ein Rückschlag, der sonst bei jeder noch so kleinen Aufwärtsbewegung sich sehr bald zeigte, nicht wieder ein- getreten ist, trotzdem in betreff der weiteren Entwicklung des Geldes die Börse wieder mehr in Sorge ist. Daß aber die Staats- pnds immer noch recht steigerungsfähig sind, geht daraus hervor, wß sie gegen die im vorigen September durchaus nicht hohen Kurse noch sehr zurückstehen. So notierte am 22. August d. Js. die 3^2 Proz. Reichsanleihe 92, am 7. September 93, und am 6. September des Vorjahres 98.90. Bei den 3 Proz. Reichsanleihen stellt sich dies Verhältnis wie folgt: 82.10, 82.70 und 86.95. Die 3^2 Proz. Preußischen Konsols zeigen in gleicher Reihe die folgenden Ziffern: 92.20, 93.40 und 99.05; die 3 Proz. Konsols 81.30, 82.60 und 86.95. Ganz ähnlich ist die Entwicklung bei den Anleihen der übrigen Bundesstaaten. Nur, daß diese in den letztvergaugenen Baissetagen noch mehr int Kurs gewichen sind, wie die Anleihen des Reichs und Preußens. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise 0111 11. September 1907. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 84—86 Mk. 1 /, Kg.Schlachtgew. 92—95 Pf. 1 /, „ „ 70—00 „ '/, Kg. 82-88 Pfg. 7, tf 84-90 , V, „ 76-90 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 58 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. Telefonisch© des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Frankfurter Bör 3^°/0 Reichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.30 3Vi °/0 Konsols .... 93.80 3% do. .... 83.30 3 % °/0 Hessen .... 91 90 3%°/0 Oberhessen . . . 90.40 4 % Oesterr. Goldrente 98 25 4‘/s % Oesterr. Silberrente 98 00 4 % Ungar. Goldrente . . 92 60 4% Italien. Rente . . . 102.95 3?o Portugiesen Serie I 66.00 3% Portugiesen „ III 66 50 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 91 10 4>$% japan. Staatsanleihe 90.60 4% Conv. Türken von 1903 93.40 Türkenlose 140.20 4% Griech. Honopol-Aul. . — 4% äussere Argentinier . 84 50 3°/0 Mexikaner < . 61.50 4>i% Chinesen .... 95.30 Aktien: Bochum Guss 208.70 Buderus E. W 115.20 Tendenz: fest. Berliner Börse, Canada E. B 165.10 Darmstädter Bank . . . 125.90 Deutsche Bank .... 224.70 Dortmunder-Union C. . . 66.80 Dresdner Bank .... 137.30 Tendenz: fest. ECuD*sbec*HC^te teilt von der Bank für Bande) ie, Giessen. «e, 12. Sept., 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 114.30 Elektriz. Schlickert . . . 100.50 Eschweiler Bergwerk . . 214.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 196.40 Hamburg - Amerik. PaketL 129.00 llarpener Bergwerk. . . 196.80 Laurahütte 221.70 Nordd. Lloyd . ... 112.60 Oberschles. Eisen-Industrie 100.56 Berliner Handelsges. . . 152.56 Darmstädter Bank . . . 126.00 Deutsche Bank .... 225.20 Deutsch-Asiat Bank . , 140.00 Diskonto-Kommandit. . . 169.60 Dresdner Bank . . . 138.25 Kreditaktien 201.00 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 92.60 Gotthardbahn . . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 31.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.10 Prince-Henri-Eisenbahu . 126,80 2. Sept. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. « . 196.50 Laurahütte .... 221.00 Lombarden E. B. ... 31.10 Nordd. Lloyd .... —.— Türkenlose ..... 139.99