politische 2Ved?en$d?aai. Nach den deutschen Flottenmanövern, die auf der Reede \ von Swinemünde in Gegenwart de8 deutschen Kaisers und des Zaren stattsanden, soll der Selbstherrscher aller Reußen gesagt haben: „Mit einer solchen Flotte kann man die ganze Welt gewinnen." Man konnte sich beim Lesen dieser Worte sehr leicht in die Stimmung des Kaisers Nikolaus II. hinein- i versetzen, der mit vier armseligen Kriegsschiffen, dem traurigen ' Ueberreste der ehemals so stolzen russischen Flotte, nach Swine- ; münde gekommen war und dort nun die tadellos ausgeführten Hebungen der zahlreichen, schmucken deutschen , Kriegsschiffe gesehen hatte. Mußte sich dem Zaren nicht beim Anblick der gut disziplinierten, intelligenten deutschen Blauracken unwillkürlich der traurige Vergleich mit den meuternden Matrosen der eigenen russischen Flotte aufdrängen? i Solche Betrachtungen mögen dem vielgeprüften russischen Zaren wohl einen Seufzer entlockt haben unb es ist nicht unmöglich, daß Kaiser Nikolaus sich so oder ähnlich geäußert i hat, wie gemeldet wurde. Unsere Offiziösen haben nun | freilich sofort die Meldung von dem angeführten Ausspruche ! deS Zaren dementiert, wahrscheinlich ciu§ Furcht vor falschen ; Auslegungen der Worte des Zaren. Bei einigem bösen ! Willen konnte man diesen Worten in der Tat eine aggressive j- Bedeutung unterlegen, man hätte sie in den Versammlungen ; der Sozialdemokraten und sonstigen Flottenfeiiide im deutschen Reiche auch so hübsch zu AgitationSzivecken benutzen können. Run ist es damit nichts. Der hübsche Aussprilch des Zaren . ist nicht beglaubigt und unsere Flottenfreunde können mit | Nutzen auf die riesige Flottenschau Hinweisen, die gleich- zeitig mit der Swinemünder Flottenparade, vor König : Eduard stattgefunden hat. Unsere junge deutsche Flotte mag vor Swinemünde ihre Sache noch so gut gemacht haben, aber i gegen eine Flotte, wie die englische, kann man mit ihr ^vahrlich feine Welt gewinnen. Die große Anerkennimg, i die der Zar unserer Flotte gezollt hat, ändert hieran nicht das mindeste. Man fragt sich vielfach, welchen Zweck die ganze Swine- ; münder Flottenparade wohl gehabt haben mag und ob es nicht am Ende gar ein wenig taktlos gewesen ist, dem Zaren, der zur Zeit keine Flotte hat, die ganze deutsche Seeuiachl i vorzuführen. Das sind müßige Fragen. Militärische Besich- I tigungen sind nun einmal von Monarchenbesuchen nicht zu kennen; daß man diesmal Schiffe besichtigt hat anstatt der Regimenter, macht im Grunde genommen keinen Unterschied mi5. Im übrigen schließt die große Herzlichkeit, die bei der Begegnung der beiden Monarchen zutage getreten ist, von vorn Herrin den Gedanken daß irgend etwas, was einer Demonstration ähnlich wäre, beabsichtigt oder empfunden I worden wäre. Die Swinemünder Kaiserbegegnung hat viel- i mehr gezeigt, daß die Beziehungen zwischen Berlin und I Petersburg noch nie besser und herzlicher gewesen sind, als gerade jetzt. 5km ist freilich die Meinung anfgefommen, daß die jetzige russische Freundlichkeit nur den Wunsch nach einer neuen Anleihe verberge. Es werden sogar Summen ’ genannt und es heißt, Rußland wolle diese in Deutschland i aufzunehmende Anleihe in vollem Umfange auf neue Schiffsbauten verwenden und mit den Bauten selbst lediglich deutsche ! Werften betrauen. Die Vorführung der deutschen Kriegsschiffe in Swinemünde hätte demnach also feinen anderen Zweck gehabt, als dem Zaren die große Leistungsfähigkeit der deutschen Schiffsbaukunst zu zeigen. Eine wirksamere * R.klame für unsere Werften ließe sich nun allerdings zu | einer Zeit nicht denken, in der das Vertrauen aus die voll- . enbetere Schiffsbaukunst des Auslandes einigermaßen ins Wanken geraten ist. Mit den in Deutschland gebauten | Schiffen hat Rußland im Kriege gegen Japan wahrlich keine s Rechten Erfahrungen gemacht und Unfälle, wie sie die französische, englische und amerikanische Marine gerade in letzter Zeit besonders häufig zu verzeichnen gehabt haben, sind unserer jungen Marine bisher glücklicherweise erspart ge- | b'teben. So erfreulich es nun selbstverständlich wäre, wenn i die russischen Millionenbestellilngen der deutschen Industrie > zugute kommen sollten, ebenso sehr werden wir uns aber dafür bedanken müssen, solche Bestellungen nur um den Preis einw neuen russischen Anleihe in Deutschland zu erhalten. Ti Erfahrungen, die unsere deutschen Sparer mit der letzten ras i'djen Anleihe gemacht haben, sind keineswegs dazu an* gei in, uns zur Hergabe neuer Millionen an Rußland zu enjuntern. Wir haben es nicht nötig, unsere Spargroschen nach Rußland zu schicken, so lange an sicheren deutschen Unternehmungen kein Mangel ist. Die politische Klugheit I füllte es uns aber auch von vornherein verbieten, in politisch f so ernsten Zeiten, wie der jetzigen, Gelder ohne zwingende Notwendigkeit außer Landes gehen zu lassen. Die Gefahr ■ her Einkreisung und der Isolierung Deutschlands scheint ja s vorläufig wenigstens beseitigt zu sein und selbst England und > Frankreich bemühen sich zu versichern, daß sie nicht die Ab- ficht hätten, uns Schwierigkeiten zu bereiten. In den nächsten Sagen findet zudem die vielerörterte Begegnung zwischen .. iinsvrem Kaiser und dem vielgewandten Könige der Briten statt; cs wäre also rein äußerlich betrachtet, gegenwärtig alles i eitet Friede und Freundschaft um un§ her. Aur eines stört den vollen Genuß dieser Sommerstille: pie! afrikanische Sphinx, Marokko. Unsere Vermutung, daß Die Ermordung einiger Europäer in Casablanca nur das Vorspi.l zu weit schlimmeren Ereignissen sein werde, scheint «fr. 1S7 Erscheint täglich außer Sonntags. Tein Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Yessischen Landwirt )ie Stehener Hamilien- -lütter viermal in der ^oche beigelcgt und Eimal wöchentlich das Krclsblati für den Kreis Sietzen. Fernsprech-An- scklußs. d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr Anzeiger (Stetzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesmunmer bis vormittag^ 10 Uhr. Erstes Bla« 157. Jahrgang Montag 12. August 1907 Be-ugSpret-r monatlich 75Ps-,viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 8.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenpreiS: lokal 16Pf* auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den polnischen Teil; E Anderson; f. Feuille- GieW MM Gemral-Mzeiger für Oberhessen mä» ® « u.Land- und ^Gerichts- Rotationsdruck und Verlag der Srühl'jchen Univ.-Such- und Steindruüerei. B. Lange. Redcütion, Expedition und Druckerei; Schuiftratze r. die Europäer auf. Tie Meloun rokkanischen Ortschaften lauren Wer wird die Franzosen dann zwingen, sie später wieder herunter zu holen'? Wiro Frankreich dann nicht mit einem gewissen Recht den Anspruch erheben, diese Orte dauernd zu besetzen? Und Deutschland? Werden wir ruhig zusehen müssen, wie Marot-'o, für das wir uns nun einmal so sehr ins Zeug gelegt haben, baueuno unferer handelspolitischen Interessensphäre entzogen wird? Wird unser Ansehen in der Welt dann nicht einen gewaltigen Stoß erleiden? Diese und noch zahlreiche andere schwerwiegende Fragen legt uns die afriianische Sphinx in diesen stillen Sommertagen vor und es wirb uns nicht leicht, die richtigen Antlvorten zu finden. Mag der politische Himmel auch heute noch manchem bei uns ungetrübt erscheinen, hinter den Bergen hockt doch schon die schwere Gewitterwolke, und wer weitz. wie bald sie sich entlaoen mag. Auch in der inneren Politik fehlt es leider nicht an drohenden Wetrerzeichen, und es hat beinahe den Anschein, als sollte unsere Freude an der Blockpolitik nicht mehr lange dauern. Es scheint, als fange man an zu vergessen, was die Blockparteien geeint hat und als wenn man jetzt mehr das Trennende als das Einigende in den Vordergrmid stellen wolle. In völliger Verkennung der gegebenen Verhältnisse und des Möglichen und Erreichbaren werden von den Extremen Forderungen ausgestellt, die an sich wohl gut gemeint sind, aber für die bürgerlich-liberalen Mittelparteien sicherlich große Gefahren bedeuten. Der deutsche Liberalismus grübe sich geradezu selber das Grab, wenn er jetzt beispielsweise der Führung Aaumanns folgen wollte. Dieser politische Idealist und Weltenstürmer meint, daß es möglich sei, das preußische Landtagswahlrecht, über dessen große Rejormbedürstigkeit kein gerechtdenkender Mensch im Zweifel ist, durch das Reichstagswahlrecht zu ersetzen. Naumann gibt dem Fürsten Bülow sogar deutlich zu verstehen, daß die heurigen Blockparteien nicht länger zusammenhalten wurden, wenn diese Fordermtg nicht erfüllt wurde. Es soll hier nicht untersucht werden, ob unser Reichstagswahlrecht in jeoer Beziehung das Ideal eines Wahlrechts ist, es sei Heer nur darauf hingewiesen, daß es ja gar nicht in der Macht Bulows liegt, ein solches Wahlrecht für die Eiuzelstaaten, vornehmlich für Preußen, zu ftipulieren. Aber selbst wenn es dem Einflüsse des Fürsten Bülow gelange, den Widerstand der Konservativen und des Herrenhauses zu besiegen und das Reichstagswahlrecht an die Stelle oeo jetzigen Landtagswahlrechts zu setzen, dann wären es sicherlich in erster Linie die Freisinnigen, die die Kosten hierfür zu tragen hätten. In einem sehr interessanten Artikel der „Köln. Ztg." wurde dieser Tage wohl nicht ganz mit Unrecht gesagt: „Tas Reichstagswahlrecht für die Einzelstaaten ist ein Programmpunkt des Freisinns, es ist ein zugkräftiges Wort in den Vereinen und Versammlungen, es wird sich aber Herausstellen, daß es schließlich weniger gefährlich ist, mit dieser Illusion aufzuräumen und auf billigem Beifall zu verzichten, als eine Politik zu treiben, die den Untergang der freisinnigen Patteien besiegeln würde." Unmögliaje Forderungen, wie die Naumanns, haben, wie das genannte Blatt weiter mit Recht hervorhebt, noch das Bedenkliche, daß sie die dringend notwendigen und möglichen Reformen erschweren oder gar gänzlich unmöglich machen. Es sollte die bürgerlichen Parteien doch stutzig machen, daß die Sozialdemokratie jetzt mit so nnveryohlener Freude die Reformgedanken Naumanns ausgenommen hat. Ist es denn wirklia) Aufgabe des Liberalismus, der Sozialdemokratie neue Wege zu bahnen? Diese Partei besorgt ihre Geschäfte doch schon ganz allein. p0litifd>e Lagesichnri. Erwiderung gegen eine deutjch-foziale Verdächtigung. Aus nationalliberalen Kreisen geht uns folgende Zuschrift zu: Wohl um den Eindruck abzuschwächen, den die kürzlich im „Gießener Anzeiger" mitgeteilten programmatischen Kundgebungen des nationalliberalen Reichs- und Landtagsabgeordneten Dr. Friedberg auf die gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreise genracht haben, beschäftigt sich ein hiesiges Wochenblättchen in seiner letzten Nummer mit derartigen Fragen. Soweit sie das sachlich tut, freuen wir uns darüber und hoffen aus Mitarbeiterschaft in diesen Fragen. Anders verhält es sich mit einem Artikel: „Nationalliberale Handwerkerfreundlichkeit." Er zitiert zuerst einige Sätze, die dem Mannheimer Generalanzeiger entnommen sind — freilich kontrolliert habe ich die Sache nolch Nicht —, bezeichnet dieses Blatt als das Organ des nationalliberalen Parteiführers Basserrnann. Dann heißt es: „Das ist die Hilfe, die die Nationalliberalen für die Kleinhandwerker haben" — und schließt: „In den Wahlversammlungen und Flugblättern behaupten die NationalEberalen in „heuchlerischer Weise," sie seien Freunde des Handwerks." Ich protestiere vor allen Dingen gegen den Ausdruck „in heuchlerischer Weise". Der undeutsch denkende Artikelschreiber soll doch einmal die Mittelstandspolitil der nationalliberalen Partei in den letzten 30 Jahren studieren, ehe er eine solche Verleumdung als Wahrheit austischt. Ich verweise ihn und die Leserschaft des „Gieß. Anz." auf meinen Artikel in Nr. 28 (2. Februar, 2. Blatt). Er trägt die Ueber- schrist „Mittelstand und nationalliberale Partei". Ich könnte dem Hervn die schweren VorwÜrse, die sein Erwählter zum Reichstag den hiesigen Handwerkern an den Kopf geworfen hat, an,ühren, will es aber unterlassen, da ich die Partei nicht für die Taten eines Einzigen verantwortlich machen will, wenn er auch ihr Führer ist. Ferner bezweifele ich, ob Herr Bafsermann für den besagten Artikel verantwortlich ist. Tas Ergebnis meiner Erkundig: ngen wer e ich späler mittellen. Aber wenn Herr B. auch irgendwie mit dem Artikel in Verbindung stünde, fo würde das noch lange nicht als Maßstab für die narional- iibcrale Partei angesehen werden tonnen, sondern die Leistungen dieser Partei auf dem beregten Gebiete, und in dieser Beziehung kann sich die Partei, die das erwähnte Blättchen vertritt, nicht mit unserer Partei messen. L sich leider bewahrheiten zu wollen. Casablanca liegt nun freilich in Trümmern und die französischen Granaten haben ihr blutiges Nichteramt rasch vollendet, denn mehr als 3000 Marokkaner sind in Casablanca gefallen. Aber von den rauchenden Ruinen dieser Stadt geht'jetzt eine mächtige Bewegung aus und ruft die kampfgewohnten Bewohner des Landes zu einer allgemeinen Erhebung gegen die Europäer auf. Tie Meldungen aus den einzelnen marokkanischen Ortschaften faureit nenerdings sehr ernst, so daß die bisherigen Sireitrräste der Franzosen und Spanier gar nicht mehr ausreichen, um den Marokkanern wirksam entgegenzutreten. Man kann es den Franzosen als den am meisten Beteiligten natürlich nicht verdenken, daß sie Sühne für den Frevel von Casablanca geforoert haben, man wird es ihnen auch nicht verwehren tonnen, ivenn sie noch mehr Kriegsschiffe und Truppen nach Marokko schicken. Es wird ihnen sicherlich gelingen, die Trikolore in Casablanca nno anderswo aufzupflanzen; aber was dann? Vorsitzender und Staatsanwalt. Im Verlaufe oes Prozesses Hau ist von beteiligter Oeüe die Ansicht geäußert worben, ixr Staatsanwalt unterstehe nicht den sitzungspolizeilichen Befugnissen des. Vorsitzenden. Tast diese Auffassung nicht ganz richtig ist, setzt Professor Heil fron in öoergelö Zeitschrift „Tas Recht" auseinander. Nach den §§ 177 bis 184 des Gerichtsver- fasfungsgesetzes müsse die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Sitzung von der Ungebührstrafe unterschieden werden. Die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Sitzung liege dem Vorsitzenben allein ob. Und zwar gegenüber jeder im Sitzungsraum befindlichen Person, auch gegenüber dem Staatsanwalt, den Mitgliedern oes Gerichts und dem Gerichtsschreiber. Einer Ungebührstrafe aber — die nicht durch den Vorsitzenden, sondern durch das Gericht zu verhängen ist — unterliege zwar der bei der Verhandlung als Verteidiger beteiligte Rechts anwalt, jedoch nicht der Staatsanwalt. Tas Gericht sei somit nicht in der Lage, dem Staatsanwalt eine Ungebührstrafe aufzuerlegen; indessen stünden dem Vorsitzenden, soweit es sich um die 'Aufrechterhaltung der Ordnung handle, gegenüber dem Staatsanwalt die gleichen Machu.nittel zu Geboro wie gegenüber dem Verteidiger. Ter Vorsitzende sei also befugt, eine vom Staatsanwalt begangene Ungebühr, mindestens soweit sie sich gegen einen anderen Prozeßbeleiligten richte und mit Rücklicht auf die zu ertvartenden gereizten Erörterungen die Ordnung in der Sitzung bedrohe, zu rügen und den Staatsanwalt zurechtzuweisen. Als äußerstes Mittel stehe dem Vorsitzenden die Aufhebung der Sitzung und die Verweisung des Staatsanwaltes aus dem Schungssaale zu Gebot. Tazu werde es ein Staatsanwalt, der sich wirklich einer Ungebühr schuldig gemacht habe, wegen der ihm drohenden disziplinären Folgen kaum jemals lommen lassen. Im Hinblick auf diesen Sachoerhalt bezeichnet Heilsron die an den Karlsruher Vorfall angehiüpiten Forderungen, die fraglichen Vorschriften des Gerichtsverfassungsgesetzes zu ändern, als über das Ziel hinausschießend. 1 i jmi... f n _1JLJ___iw 23. Deutscher Landwirtschaftlicher Geuofsenfchaftstag. verboten.) UL S. u. H. Münster i. W., 9. Aug.' (2. Verhandlungstag.) In der heutigen Versanimlung stand an erster Stelle das Thema: Tie Mitwirkung der genossenschaftlichen Kreditorganifa- tion bei der Entschuldung der Landwirtschaft. Ter erste Referent Generalsekretär Steiger»Hannover wies zunächst auf die ungewöhnliche Zunahme der Verschuldung der Landwirtschaft hin und teilte mit, daß bei dm ländlichen Hypotheken im Königreich Preußen der Ueberschuß der eingetragenen Hypocheken über die gelöschten im Jahre 1886 133 Millionen, im Jahre 1895 264 Millionen und im Jahre 1903 sogar 445 Millionen Mark betragen habe. Er bewrach den Rückgang der Rentabilität des landivirtschafUichen Betriebes, welchen er als allgemeine Ursache der allgemeinen Zunahme der Verschuldung bezeichnete. Zum Belege stellte er den Preis der hauptsächlichen landwirtschaftlichen Erzeugnisse in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts miteinander in Vergleich und führte die Ergebnisse der Einkommensteuerveranlagung in Preußen an. Die Zensiten für Handel, Gewerbe und Bergbau über 3000 Mark Einkommen seien zu einem Einkommen von 13.51 Proz. des gesamten Kapitals veranlagt, während die Zensiten aus Grundvermögen nur ein solches von 3.48 Proz. des gesamten Kapitals aufweisen komlten. Tas Einkommen der Landwirtschaft reiche also nicht hin zu der landesüblichen Verzinsung. Ter Referent verlangte daher, daß der Staat für eine entsprechende Preisbildung der landw. Erzeugnisse beitrage und verbreitete sich dann über die Ergebnisse der Erhebung über die Verschuldung in Preußen, führte die einzelnen Vorschläge zur Entschuldnng der Landwirtschaft an und wandte entgehender dem Gesetz vom 20. August 1906 zu betr. die Zulassung einer Verschuldungsgrenze für land- und forstwirtschaftlich benutzte Grundsckicke. Der Referent stellte dann fest, daß das anzuwendende S8er< fahren der Entschuldung sich in den verschiedenen LandeS- teilen verschieden gestalten müsse. Eine Mitwirkung der genofseu" fchaftlichen Kreditorganisation bei der Entschuldung wurde von dem Referenten befürwortet, weil die Nachhypotheken sowohl dem Wesen wie ihrer Entstehung nach als Personalkredit zu betrachlen seien. Er sprach sich aber nicht etwa generell für diese Mitwirkung aus, sondern nannte eine Reihe von Einschränkungen. Generalsekretär Steiger unterbreitete dem Genossenschaftstage schließlich folgenden Antrag: „Der 23. deutsche landwirtschaftliche Genosfenschaststag erklärt: 1. Tie Entwicklung des Grundbesitzer, welche iin Interesse einer gedeihlichen Entwickelung der Landwirtschaft als dringend notwendig bezeichnet werden muß, hat fiel) in dem anzuwendenden Verfahren je nach der Größe der Verfchuldung, der wirlfchafllichen Leistungsfähigkeit der Besitzer, der Verteilung des Grundbesitzes und der Kredit- organifationsverschiedenheit zu gestalten. 2. Eine MiUvirtung der Spar- und Tarlehnskassen bei der Entschuldung im weiteren. Kindermehi Z vom 81.90 189.20 115.20 Obeischles. Eisen-Industrie 98.50 90.60 .Börse, 12. Äug. Anfangskurse. 18 J'j -Krankenkost des die 93.90 142.20 202.70 111.70 81.25 62.00 94.80 29.20 139.00 126.,HO Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tilrkenlose . , Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . . 91 50 103.20 66.40 67.30 91.20 do. Konsols do. Hessen Oberhessen . 92.65 82.05 91.70 91.00 97.25 Berliner Handelsges. . . 149.40 Darmstädter Bank . . . 125.90 . 221.25 . 142.50 . 166.50 . 135.60 . 200.25 Tausendfach bewäb z Nahrung oti: Brechdurchf Z, Diarrhoe, Darmkatarrh, vrc. Bochum Guss .... Buderus E. W. . . . Tendenz: schwach. Berliner Can ad a E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: matt. Are IuöcLKommersrede des Kenera.'s v. Eichhorn. Die schwungvolle und gedankenreiche Ansprache des kommandierenden Generals, Exzellenz v. Eichhorn bei dem Festkommers zur Jubelfeier der Universität Gießen konnte angesichts großen Lärms, der von der jubelnden Menge von außen in die Festhalle drang, nicht voll verstanden werden und ist daher im „Tageblatt der Ludoviciana" nicht ganz richtig wiedergegeben worden. Nach einem uns jetzt vorliegenden Stenogramm hatte die Rede folgenden Wortlaut: Königliche Hoheit! Durchlauchtigste Festversamuilung! Tas ehrwürdige Alter der Ludoviciana ist es, das uns an diesem Tage festlich vereint hat, und doch dünkt es mich, meine Herren, i|t es nicht ein Fest des Alters, das wir feiern, sondern ein Fest der Jugend, denn immer wieder verjüngt sich ja Die | Universität, in deren Tore in jedem Semester von neuem wissens-! durstige Jünglinge einziehen. So steht die Universität in ewiger Jugend da, neben aller Weisheit neuer ErkennUiis Früchte spendend. Und so ist der heiltige Tag recht ein Fest der Jugend deutschen Stildeutentums. Hohe Aufgaben tu arten ihrer. Sie ist berufen, dereinst fast auf allen Gebieten die Führerrolle im deutschen Bolt zu übernehmen. Dieser hohen Aiifgabe entsprechen besondere Verpflichtungen. Ein heiliges Feuer muß die Jugend durchglühen, das ihr die geistigen Waffen schmiedet nnb ihre Herzen stählt. Denn jede Generation muß sich von neuem das Rüstzeug für das Lebeii chaffeii. Nur das besitzt man, was inan sich erringt und was man sich erarbeitet hat. Hier in diesem akademischen Kreise darf ich an das bekannte Wort des römischen Dichters erinnern: 4% Öesterr. Goldrente 41/s% Oesterr. Silberrente 3^% 3% 3^7o 3% 3^% 3^7o Denkmal wird nicht nur ein Zeichen hoher Verehrung der Leistungen unserer tapferen Krieger, sondern auch eine Zierde unserer Stadt werden. [] Marburg, 11. Aug. In Gemünden an der Wohra brannten heute mehrere Gehöfte nieder. . 162.40 . 125.90 . 221.50 . 65.20 135.70 Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenlahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staats bahn . . . Prinee-Heuri-Eisenbahn . Geschehen am 9. August des Jahres 1907 als Ernst Ludwig Großherzog von Lessen und Wilhelm II. deutscher Kaiser war. Nach dem Beschluß der Bürgerversammlung unserer. Stadt 21. März 1903 haben wir dieses Denkmal gebaut : Als ein Erinnerungszeichen an die große Zeit von 1870,71. Als ein Dankeszcichen gegen die großen Männer jener Zeit, Als ein Nlahnzeichen zur Hessentreue, zur deutschen Einigkeit, zur Kraitentsaltung in Waffen und in Tugenden, zum deutschen Selbstbewußtsein. Handel. ** Konkurse i n Hessen, lieber den Nachlaß der H e i n r ich 93 e cf 11. Witwe, Anna Amalia, geb. Pichl, zuHeuse n st a in m, wurde am 31. Juli, nachm. 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet Gerichlstaxator Johannes Niederhof zu Offenbach a. M. wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis znm 20. Aug. bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. — Heber bat Vermögen des Bauunternehmers Philipp Häfner und dessen Ehefrau Franziska Häfner geb. Redlich, beide zu Alzey, wurde am 3. Aug., vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Nechtsanwalt Tr. Wolf in Alzey wurde zum Konkurs- vermalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 24. Aug. bei dem Amtsgericht Alzey anzumelden. — lieber das Vermögen des Tünchermeisters I o h. A d a m W ei in e r in Mainz wurde am 3. Aug., nachm. 4% Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Geschäfts, mann Wendelin Nehm in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. Sept, bet dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — Heber das Vermögen des Karl P u l l m a n n II. von Groß-Zimmern, Inhabers der Firma E. Pull- mann Sohn, Geslügelmästeret und Versandtgeschäft daselbst, wurde am 5. Aug., nachm. 3J/4 Hhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Link in Dieburg wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 30. Aug. bei dem Amts» gericht Dieburg anzumelden. gange und läßt es sich nicht nehmen, heute noch mit Nadel und Zwirn tätig zu sein. A Kaulstos, 10. Aug. Bei der heute vorgenommenen Ersatzwahl zum Gemeinderat wurden neugewählt: Heinrich Lampmann mit 40, Heinrich Friedrich Kirchner mit 32 und Heinrich llsinger X. mit 31 Stimmen. Die Wahl verlies ziemlich lebhaft. X Lauterbach, 10. Aug Heute zwischen 5 und 6 Hhr vollzog der Denkmalsausschuß die G r u n d st c i n l e g u n g zum Kriegerdenkmal. Nach einer Ansprache des Ober-- Pfarrers Müller wurde die Urkunde, nach vorheriger Bekanntgabe, nebst einigen Münzen, verschiedenen Ansichtspostkarten der Stadt und einem Exemplar des Lauterbacher Anzeigers in einem Glaszylinder durch Schulrat Andres in den Sockel des Denkmals versenkt. Versiegelt war der Zylinder mit einem Siegel der Stadt aus dem 12. Jahrhundert. Die Urkunde trug folgenden Wortlaut: Telef omscEw Km’sberachte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fftr Handel und Industrie, Giessen. Steglitz, 12. Ang. Auf der Radrennbahn gewann gestern den G e r m a n i a p r e i s R o b l gegen Schopke und Bruni. Bürger unserer Stadt und auswärtige Freunde gaben die Mittel. Der Bildhauer Professor Habich in Stuttgart hat es auS- geführt. Am Ehrentag der hessischen Truppen, dem 18. August des Jahres 1907, soll es, so Gott will, eiugeweiht werden. Bis die gegenwärtige Urkunde, die wir in den Sockel des Denkmals einmauern, wieder an das Licht der Sonne gelangt, möge Gott unsere Stadt und unser Vaterland vor allen Feinden in Gnaden behüten. Ihr aber, die Ihr diese Urkunde nach Vernichtung des Denkmals finden werdet, seid gegrüßt von uns, den Zeugen der Einigung Deutschlands und der Wiedererrichtung des Kaiserreichs! Gebe Gott, daß unser Leben und unsere Arbeit Euch zum Segen diene. Seid gegrüßt! Lauterbach, im August 1907. Der von der Bürgerschaft erwählte Ausschuß. Folgen llnterschriften. Die ersten Hammerschläge wurden durch den Vorsitzenden Fortes creautur fortibus et bonis, Est in juvencis, est in equis patrum Virtus, nec imbellem feroces Progenerant aquilae columbam : Doctrina sed vim promovet insitam Bectique cultus pectora roborant. Hier, meine jungen Herren, wird Ihnen die doktrina geboten und hier sollen recti cultus in gemeinsamem Leben und Wirken, in gemeinsamen Arbeiten und in gemeinsamen Freunden Sie zu deutschen Männern erziehen. Drei Leitsterne mögen Sie auf Ihrem Lebenswege geleiten. Wahrheit, die die Wissenschaft sucht und die fich in ihrer ganzen Persönlichkeit verkörpern soll. Wahrheit in der Erkenntnis und Wahrheit im Handeln. Die Ehre, die den eigenen Schild blank hält und alles Hulautere von sich weist, die Ehre, die in dem eigenen Bewußtsein gegründet ist und nicht nach äußerem Schein verlangt. Endlich, Ihrem Leben Zweck und Inhalt gebend, die h e i ß e L i e b e zum V a t e r l a n d e , von dem der alte griechische Dichter sagt: „Des Menschen Liebstes ist ja ivohl sein Vaterland, und feine Zunge spricht es aus, wie lieb es ist." Wir Alten treten bald von der Bühne ab und Sie treten in bie Arena. Ihnen gehört die Zukunft. Die Zuklinft, in der Sie zu wirken berufen sind, wird keine leichte sein. Vielleicht schwerer als die Zeit, die die jetzige Generation durchlebt hat; denn es güt, unsere Stellung in die Welt zu behaupten und die inneren Gegensätze zu überwinden, welche unsere Volkseinheit erschüttern und am letzten Ende zur Auflösung, zum Chaos führen müssen. Diese Ausgaben sind eng miteinander verknüpft. Die letztere ist schwerer als die erste. Es ist leichter, gegen äußere Gewalt zu kämpfen, als gegen Unverstand und Lüge. Vor allem, meine jungen Herren, wahren Sie sich den Idealismus der Jugend, der zu höheren Dingen befähigt als der nüchterne Verstand. Aber nicht einen Idealismus, der sich schönen Träumereien hingibt und in Rührseligkeit verfällt; sondern einen Idealismus, der sich hohe Ziele steckt, einen mannhaften Idealismus, der, getreu dem Wahlspruch ber Hniversität armis et litteris ad utrumque parati auch den Kampf nicht scheut.und in bitterster Stunde das tapfere Horazische Wort spricht: Si fractus illabatur orbis, Impavidum ferient ruinae. Wir Alten sehen getrosten Mutes in die Zukunft, die in Ihren Händen liegt. Mit sieghaftem Optimismus mögen auch Sie dereinst in das Leben hinaustreten, damit des Dichters Wort in Erfüllung gehe: »Und es mag am deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen." In diesem Wunsche, in dieser Hoffnung' ergreife ich den Becher und rufe: „Die studentische Jugend aller Hochschulen, die hier vertreten sind und die der Ludoviciana insbe andere, sie leben hoch I" Aus Staöt und Laus. Gießen, 12. August. •• Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Poildirektiou in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung über 42 Mk. 95 Pfg. vom 7. 7. 05 aus Bad-Nauheim an Moores Fountain Penshof in London. Postanw. über 4 Mk. 24 Pfg. vom 26. 6. 05 aus Bad- Nauheim an Chicago-Ameriean in Chicago. Die zur Emp- fcmgnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirel'tion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-llnterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden. ** Lebensretter. Der Zimmermann Wilh. S ch n e id er in Raunheim hat am 13. Mai d. I. einen 12jährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von S. K. H. dem Großherzog eine Geldprämie verliehen worden. ** Arbeitsjubiläum. Am Samstag feierte der Lithogr. Maschinenmeister Adolf Brandenburger den Tag seiner 25jührigen ununterbrochenen Tätigkeit in der Lith. Anstalt von 3. Barn aß, Gießen. Durch Ueberreichung eines Ehrendiploms von seilen des „Verb. Deutscher Papier- Industrieller" und durch ein wertvolles Geschenk in Gestalt cmec goldenen Uhr durch Herrn Barnaß wurde die Feier am Nachmittag eingeleitet und fand dann am Abend in Klein- Linden, im Saale der deutschen Eiche eine glänzende Fortsetzung. (Soll bis Sonntag früh gedauert haben). Der Jubilar wurde in verschiedenen Reden der Herren I. Barnaß, Lehrer Karcher und seines alten Vaters, besonders gefeiert und das Fest durch Musik- und Gesangsvorträge verschönert. D V ad-Nauhei m, 11. August. Die Rechnung der Stadt weist für das abgelausene Rechnungsjahr eine Gesamteinnahme von 1110 624 Mk., eine Ausgabe von 1 030 553 Mk. auf; ba§ Gaswerk erzielte eine Einna )me von 136 510 Mk., Ausgabe 135 220 Mk., Lasserwerk <99 082 Mk., bezw. 98 280 Mk., höhere Bürgerschule 21 6?4 Mk., bezw. 21 656 Mk., Krankenhaus 14 355 Mk., bezw. 14 324 Mk. - Die Stadt hat dem Turnverein aus Anlaß des verregnet'- Gauturnfestes des Gaues Hessen die Kosten für Ka^. nschluß, elektrischen Strom und den Festplatz in Höhe r 240 Mk erlassen. 13» ^"g. Neunzig Jah^'-*'alt wird heute die Witwe Marie E. Bernstein. Sie ist die älteste Person unserer Stadt und wurde im Jahre 1819 zu Eiterfeld (Kr. Hünfeld) geboren. Sie erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer guten Gesundheit, besorgt noch allein Aus- Carl Ludwig Leib Kirchstrasse 2 Te'cphcn :: :: Kunsthandlung u Vergcldcrei • Bildereinrahmungsgescl'Sftl t u Umfangreiches Lager io Bilder i rr $ Ausschusses Schulrat Andres vollzogen. Alsdann folgten des Rittmeisters Hans Niedesel Freiherr zu Eisenbach, Krcisrats non Bechtold, Bürgermeisters Stöpler, Oberpfarrers Müller, Rendanten Frieß und Rechtsanwalt Scheer. Das und zweitens die bestehende Verschuldung zu vermindern. Znm ersten Punkte bemerkt der Vortragende, daß vier Ursachen für die Genossenschaften in Betracht kämen: 1. Verschuldung durch Unverstand: 2. Verschuldung durch Schicksalsschlage; 3. Verschuldung im Ergange; 4. Nestkaufgelder. In allen vier Punkten können die Genossenschaften schon jetzt bedmtendes leisten. Einmal könnten sie verhindern. da-ß die Landwirte leichtsinnig Schulden machen, daß sie nicht Warenschulden in Hypotheken- schulden umwandeln.^ Gegen Schicksalsschläge können sie sich durch .Hagel-, Feuer- und Vicasicrbensversicherung einigermaßen, schützen. Bei der Verschuldung im E-gang wies der Vortragende besonders auf die Lebensversicherung hin, und bei den Restraufgeldern wünschte er, daß sich die Genossenschaften des Güterhandels in der Dorfgemeinde annchmen möchten, denn es sei für die Dorfgemeinde der Käufer weit wichtiger, als der Verkäufer. Für Genossenschaften mit großen Reserven empfiehlt es sich vielleicht, einen Teil ihrer Sparbeträge in Land anzulegen, um es den strebsamen Landwirten zu verpachten, damit diese sich nicht durch Zukauf wieder leicht in Schulden stürzen. Alsdann wandte sich der Vortragende der Frage der bestehenden Verschuldung zu. . Er emvfahl, daß die genossenschaftlichen Zerttral- kassen ein eigenes Institut gründen möchten, das die Entschuldungsfrage . in die Wege leitete, da die einzelnen Genossenschaften zu wenig Erfahrung mit dem Grundbuchamt usw. hätten. Zum Schluß empfahl der Redner, eine Höchsthypothe? für die Genossenschaft eintragen zu lassen, die dazu dienen solle, dem Personalkredit Sicherheit zu verschaffen und auch der Kasse einen Vorzug vor anderen Gläubigern zu geben. Dadurch würden gewisse skrupellose Leute, die ihre eigenen Interessen rücksichtslos verfolgen, nicht mehr in die Versuchung kommen, dem 23auer Kredit aufzudrängen. Auf diese Weise würde man in der Zeit eine bewegliche, sehr anpaßbare Verschuldungsgrenze erzielen. Nach längerer Besprechung wurde folgende Resolution angenommen: „Ter Genossenschaftstag halt die Entschuldung des l ändlichen Grund besitzesnurun ter Mitwirkung der Kreditgenossenschaften für möglich. Es gehört zu deren Aufgaben, die Ilmwandelung der Nachhypothek in Personalschulden herbeizuführen. Inwieweit die Genossenschaften bei dieser Aufgabe mit den öffentlichen Realkreditin- Mtuten in Verbindung zu treten haben, wird von den örtlichen lVerhältnisien abhängen. Zur Aufrechterhaltung der Liauidität der Kreditgenossenschaften ist es geboten, daß die erforder- Iiüje Rückdeckung durch die mit großen Mitteln aus- geft arteten staatlichen Kreditinstitute gewahrt wird. Tie Umwandlung der .Hypotheken in unkündbare amortisierbare Darlehen ist mit allen Mitteln anzustreben." Gießener Straskarrrmer. ™ )( Gießen, 9. August. Wege» Mangels an Beweisen. , r^ov. dem hiesigen Schöffengericht hatte sich die Haus. Halterin M. K. aus Prökuls, Kreis Memel, wegen Unter. verantworten. Sie war von ihrer Herrschaft verameiat Wirychacksgclder in Höhe von 200 M. unterschlagen zu haben. 9' feie bekam täglich eine bestimmte Geldsumme, mit der sie all, Lieferungen sofort zu begleichen hatte. Nach ihrem Zugestä'ndnie hat sie aber die Flekschlteferungen nicht sofort bezahlt, vielmehr bu Preise hierfür m das ^dirtschaflSbuch ihrer Herrschaft eingetragen, ohne • Olsten. schuldig gebliebenen Beträge trug sie in em Buch em, von dem ihre Herrschaft nichts wußte, um die Schulden m größeren 3eilräumen zu tilgen. Diese Zahlungen wurden ihr daim von dem Metzgerbnrschen, der das Geld in Empfang nahm ,bc§ gliche fbud) quittiert. Nach Ansicht des Schöffengerichts hatte dle.Angetlagte bet ihrem Austritt aus eignem Antrieb samt, liebe ickeischlteferungeit bezahlt, abgesehen von einem kleinen Betrag der uuolge eines Irrtums rückständig tvar. Es stellte weiter fest daß es der Angeklagten gar nicht möglich war, die Fleischlieferungen loiort ztt beglelchen, da ihr häufig die Preise nicht angegeben wurden außerdem nicht selten das Fleisch in ihrer Abwesenheit abgegeben 'vnrde. Wenn sie auch nicht korrekt gehandelt hat, so hat sie doch stets dav -Idirlschaftsgeld von ihrem eigenen getrennt gehalten, sodaß eine Aneignung ausgeschlossen ist. Es fam deshalb zum Frei- spruch. -tie Staatsanwaltschaft focht das Urteil an und vesiucbte durch den Atetzger bursch en nachzuweisen, daß ein größerer Betrag oktz. Angeklagte bezahlt haben will, nicht beglichen worden ist. tiefer Uenmtumg stand wieder die Aussage eines DienstmädchenL gegenüber, die gesehen haben will, daß das Geld bezahlt worden yt. Da Aussage gegen Aussage stand und das Gericht nicht in ber -age war zu entscheiden, tvelche die glatibwürdigste ist, ließ es m a n g e l s a u s r e i ch e n d e r B e w e i s e F r e i s p r u ch eintreten leboch mit der Maßgabe, daß die Kosten ber Verteidigung der An^ geklagten zur Last fallen. Bom Biehfeucheugcsetz. Gegen die Metzger V., K. und W. Hin ter lang und die Landwirte Ludwig Faber und Subiuig Jung von Klem-Linden war Anklage wegen Vergehens gegen bas Viehseuchengesetz bezw. An- stlttungbazti erhoben. Sie hatten eilten Transport Schweine in Tutenhofeit gefault nnb in Klein-Linden eingeführt, ohne sie bie vorgeschriebene Zeit gesondert ztt ballen und ohne dem Kreis- veterinäramt und der Ortspolizeibehörde davott Aitzeige ztt machen tote dies nach einer Bekanntmachung des Kreisamts atts dein vortgen Jahr, die zur Verhütung des Einführens und der Ver- breitung von Viehseuchen erlassen worben ist, erforderlich tft. ^amtliche Angeklagten bestritten, von dem Bestehen ber fraglichen Verordnung Kenntnis gehabt zu haben. Tatsächlich fand nur eine einmalige Veröffentlichung im Amtsblatt statt, eine Bekatmtmachunq m Klem-Lmden durch die Ortsschelle, wie dies sonst üblich ist, war nicht er'olgt. Das Schöffengericht hielt deshalb den Betveis nicht mr erbracht, daß die Angeklagten von dem Inhalt der fraglichen Bekanntmachung Kenntnis hatten und ließ Freisprechung emtretcu. Es hielt auch eine Fahrlässigkeit nicht als vorliegend, da die ^Angeklagten keine eigentlichen Schweinehändler sind, die verpflichtet gewesen wären, sich vorerst über die gesetzlichen Bestimmungen zu orientieren. Da? von ber Staatsanwaltschaft angefochtene Urteil fand feine Bestätigung. 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3-6 Portugiesen „ III 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4 % % japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4% tiriech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4Jti°/o Chinesen . . . . Aktien: FrnnkÄiirter Mörse, 12. Aug.. 1.15 Uhr. Beichsanleihe . . 92.401 Elektriz. Lahmerer . » Sinne, ber Hingabe vor Hypothekendarlehen nur gegen Tilgung, ist ohne jeden Einfluß auf bie Sicherheit und das finanzielle Gebahren der Kassen und hat daher allgemeine Anwendung zu finden. 3. Tie Entschuldung im engeren Sinne, die Ablösung der Nachhypothcken, ist für dasjenige Kreditinstitut, das sich in dessen Dienst stellt, zwar von erheblicher Tragweite, die genossenschaftliche Kreditorganisation ist aber je nach Lage der Verhältnisse bereit, auch, zu ihrem Teile an dieser Aufgabe mitzuwirken. 4. Diese Mitwirkung hat jedoch zur Voraussetzung, daß jede Zentralisation der Risiken vermieden und für die Liquidität der Genossenschaften nach wie vor Sorge getragen wird. 5. Unmirtelbare Träger der Maßnahmen sind daher die Sparund Tarlehnskassen, in deren Ermessen es aber gestellt sein muß, ob und in welcher Weise sie sich an der Entschuldung beteiligen wollen. 6. Die Zentralkassen können die Maßnahmen der Spar- und Darlehnskassen durch Bereitstellung von Mitteln unterstützen, wobei sie indessen ihre Grundsätze über die Gewährung von Kredit, welche sie sonst in Anwendung bringen, nicht ändern sollen. 7. Es muß als geboten bezeichnet werden, daß den genossenschaftlichen Kreditinstituten, welche sich in den Dienst der Entschuldung stellen und in der Folge Mittel dauernd festlegen, durch öffentliche Mittel eine Sicherung, bei unvorhergesehener Rückforderung der Einlagen gegeben wird. Außerdem haben Staat oder Provinz nach dem Grundsätze, der „Gleichen Leistung" Mittel für das im volkswirtschaftlichen Interesse erfolgende Entschuldungsverfahren bereft zu stellen. 8. Wo es der genossenschaftlichen Kreditorganisation die Verhältnisse nicht gestatten eigene Mittel für die Entschuldung des Grundbesitzes vcrft'tgbar zu machen, die Kreditorganisation jedoch bereit ist. eine Mitwirkung bei ber Entschuldung • zu übernehmen, da muß es dem Staat, der Provinz oder den Oftmnd- krcditinstituten überlassen bleiben, die Maßnahmen durch Bereitstellung von Mitteln zu fördern." Korreferent Verbandsdirektor Dr. Wegener- Posen: Zweierlei sei zu beachten: erstens die Verschuldung zu verhüten . 113.0'3 . 14W -----, -L-J. .T-Ug., 1.K.-I UUl. 92.40 Elektriz. Lahmeyer . . . 115.40 Elektriz. Schlickert . . . 100.20 Esch weil er Bergwerk . . 200.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.20 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.70 Statt jeder» besonderen fcseäge 5162 Die Beisetzung hat in aller Stille stattgefunden Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Pietro Faarrer. Frau Katharina Furrer-Kraemer geb. Kirch ano, Giessen, 12. August 1907 Am 7. d. Mts. entchlief nach kurzem, schweren Leiden in Marienbad) meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Schwiegertochter, Schwägerin und Tante W ; j M t M M Statt besonderer Anzeige Familie Prof. Dr. Georg Zimmermann. Giessen, Frankfurter Strasse 5157 im Die trauernden Hinterbliebenen 5159 Giessen, Rüddingshausen den 12. August 1907. um stille Teilnahme tief betrübt Die trauernden Hinterbliebenen Katharina Keuter Familie J. Kunz Heinrich Theis IST. 'Heinrich Theis IV. Jakob Theis Heinrich Pfeif 47. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte Samstag, den 10. August, nachm. 4 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Sohn, unser treuer Bruder Herr Friedlich Zimmermann Apothekenbesitzer in St. Ävoid i. Lothr. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Schwester Frau Dorothea Erb geh Keller sagen innigsten Dank Wieseck, den 12. August 1907 Samstag nachmittag Uhr verschied nach kurzem Leiden mein inmgstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Schwiegersohn und Schwager Herr Asstosa fiteaater Die Beerdigung findet Dienstag, nachm. 3x/2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. “ 05765 M M' M W M kW M V' K Gewinn-Auszug der 217. Königlich Preuss. Klassenlotterie. t. Klasse 1. Ziehungstag. 10. August 1907. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) In der Vormittag »-Ziehung wurden Gewinne über SS Mark gezogen. 1 Gewinn ä 100 000 M. 109 304. 1 Gewinn ü 15 000 M. 8132 1 Gewinn ä 5000 M. 135 343 1 Gewinn ä 3000 M, 38 620 3 Gewinne ä 1UO0 M. 71 532 107 129 152 644 5 Gewinne ä 500 M. 8126 59342 1217(X) 145009 50 ^Gewinne ä 400 M. 47564 167955 184907 269619 279 594 30 Gewinne * 300 M. 17169 32928 47876 69179 74263 78620 82572 94764 98328 98591 107952 114235 117529 132621 135322 144542 157705 160139 163580 182312 182330 202194 2)2711 218589 224177 234182 234841 253896 258667 279350 71 Gewinne ä 200 M. 7616 14412 14650 21698 22939 24820 24935 27947 32510 33114 36912 48141 55723 67156 70230 70622 72352 72476 799.53 81086 82811 84354 85048 £8170 99305 104258 105875 109598 115278 120096 131855 132630 135172 137509 140588 146119 146694 148447 153317 164265 166273 169251 180053 182413 183430 1854SO 191608 195024 196634 196821 J98329 290632 202907 206288 217222 218327 220815 221691 223399 2:34848 235795 237039 242954 252107 258393 259297 265661 267977 269697 275197 282448 In der Nachmittags-Ziehung wurden 90 Mark gezogen. 1 Gewinn k 5000 M. 34266 Gewinne Uber 2 Gewinne ä 1000 M. 102233 206558 3 Gewinne ä 509 M. 98736 252934 268488 13 Gewinne ä 400 M. 33013 43156 56537 57029 81291 94237 105235 133841 173667 208515 213545 238940 263595 17 Gewinne A 300 M. 14733 21079 45831 114189 133613 138619 1389-44 145939 170002 185724 216247 223602 249159 249528 255410 260220 281160 77 Gewinne ä 200 M. 1598 2239 4168 8653 16869 21359 24979 31889 34185 36753 38455 42276 44295 47660 47867 48526 49298 58984 59688 61098 63446 81510 8S686 91251 97988 99220 105577 106264 108705 109869 113045 113131 11.5609 116382 117025 1)8762 120362 121354 121399 121672 125645 126G06 129225 131835 133798 144711 145461 151329 152053 153874 156229 160997 171002 172446 174278 190164 201249 203423 214641 219693 226055 230118 230646 238086 254944 258440 264520 264.599 265323 265562 205885 267711 271416 272860 275447 281832 234346 «Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Wirts Heyno BrreS zu Gießen wirb heule am 10. August 1907, norm. 12 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Dr. Spohr in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 28. August 1907 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag, den 9. Septbr. 1907, vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 9ir. 18, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in An- spruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. Septbr. 1907 Anzeige zu machen. Großherzogliches Amtsgericht __________zu Gießen. b13/8 Donnerstag, den 15. August 1907, nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vordem Xiamen des Joh. Gg. Spaar und Ehefrau geb. Pfeiffer stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 16/56 = 842 qm Grabgarten am Nahrungsberg öffentlich meistbietend erbteilungö- halber freiwillig versteigert. Gießen, den 7. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen _________Gros.______[B% Versteigerung. Dienstag, den 13. dss. Mts., nachmittags 2 111)v, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar- zahlung: 2 Drehbänke, 2 Waschmaschinen, Mähmaschinen,ISteppmafchine, 3 Fahrräder, 1 Kassenschrank, 21 eichene Bohlen, mehrere Betten, 1 Divan, Spiegepchrant, Buffet und andere Möbel. 15158 Born, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Freitag den lo. August l. F., nachm. 4 Uhr, sollen im Pfand- lokal, Selterswcg 11, dahier eine Anzahl Mobiliargegenstände, wie Schränke, Kommoden, Sofas, Tische, Stühle, Waschtische, Spiegel, 1 großer Musttautomat, zwei Dtzd. Paar Schaftenftiefel, 10 Sack Mehl, 4 Kannen Lack, 2 Kassen- schränke, 1 Partie eichene Bohlen, 2 Pferde und 2 Wagen versteigert werden. 5161 Gemmecker, Pfandmeister. KartoffeiR per Ztr. 3.50 u. 4.00 Mk. empfiehlt 15096 I. Weise!, Telefon 235. Kartoffeln per Zentner Mk. 3.r45 bis Mk. 4.50 empfiehlt |5003 3. H«»r«>, Sä* Bekanntmachung. ,, Es ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß fo» wohl Eigentümer als auch Mieter Schmuhwasser in die Straßen- nnniteine oder auf die Bürgersteige gießen, damit eß in die Kanäle ablauft., Wir machen darauf aufmerksam, das; nach § 3 der Polizei- Verordnung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die stadtttche L^analnation in der Provinzial-Hauptstadt Gießen betr. vom 1. August IM, das Ausgicsten von Hans-, Wirtschafts-, ^tall- und wnstrgcn Abwässern in die Strastenrinnsteine verboten und unter Straie gestellt ist. Zuioiderhandlungen werden zur Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 6. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gietzen. ____________________I- V.: Curfchmann. B7/a Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Krankenkleibern, Stoff zu Stores, Krankenteppiche, Noßhaarmatratzen und Aufarbeiten von solchen für die neuen Kliniken soll auf dem öffentlichen Subnussionswege für das Rechnungsjahr 1907 vergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und ist derselbe nebst Lieferungsbedingungen und Mustern auf dem Verwaltungsbureau nachmittags von 3 bis 5 Uhr einzusehen. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen sind bis zum Eröffnungstermin Dienstag, den 27. August 1907, nachmittags 4 Uhv, unter Beifügung von Mustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zujchlagsfrist 21 Tage. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Gießen, den 10. August 1907. Großh. Verwaltungsdirektion der neuen Kliniken Pfannen stiel. Ble/8 De*. Aeyeriwfl verreist. Vertreter: Herr Dr, Geyer, Seltersweg 64, „ Dr. Ploch, Asterweg 34, „ Dr. Stuhl, Seltersweg 79a. [5163 SI. SoiHlerfahirt nach London über Vlissingcn vom 25. Aug. bis 3. Sevt. er. Gcsamtpreis pro Person von Mainz bis Mainz Mk. 195.— „ „ „ „ Wesel „ Wesel Mk. 167.50 einschließlich Hotels, voller Verpflegung. Täglicher Wagen- auSslüge, usw. Bahn 2., Schiff 1. Klasse. — Ausführliches Programm versendet u.weitereAuskunft erteilt dasReisebureau L. Lyssenhop & Co., G. m. b. H., Mainz, Kaijerstr. 7 Telegr.-Adr. „Nordlloyd". hv10/8 Tel.-Nr. 532 u. 1461 Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgebung zur Kenntnis, daß ich einen Posten Zchche jät Hm» eil Stinte erworben habe, und sollte jedermann, bevor er seinen Bedarf deckt, mein Lager ohne Kaufzwang besichtigen. — Daselbst findet man fortwährend Gelegenheitskäufe in goldenen und fi übern en Herren- und Damenuhren, sowie Regulateuren, Nähmaschinen, Fahrrädern, neuen Anzügen. 5049 Job. Horneck, Löwengasse 20. 2 für Oelschmierung. CVs Erstklassiges Fabrikat. Kataloge gratis und franko. ?h. Bayfarth & Co. Frankfurt a. M. Tüchtige Vertreter gesucht, wo noch nicht vertreten sind. “ r Schäl- und Saatpflüge 2- u. 3-scharig mit staubdichten Radnaben Fair* die Hesse = empsiehlt in großer Auswahl: hl rtm 11t Schivammbeutel u. Netze, Badehauben, WUjWlUlliiil Schilfschuhe ■■■ . ■ . Atfritt Seifendosen u. 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