ie Besitzergreifung deS und dessen Wiederge- noi der Entwurf unver - an die Adresse des in lichen Führers Gamp. Lldgeordnerer gehalten die Sozialpolitik in der Generaldebatte nommenen zweiten Lesung wird ändert angenommen. ansässigen Gewerbetreibenden Ut ber , . . nach Möglich leit eingeschränkt oder gar beseitigt werden, schlimmer sind die Detail-reisenden; da wird man obendrein «irrte »r Eeceidjen: Ho(ot!ons6nl(I Md Verlag der vrühl'Ichen Univ.-Luch- -ud StcinbtuiereL K fange. Beöaftion. trreöition unö Drudcrel: rchnlstrotze 7 Anzeiger Gießen. ------- Die letzte Rede, die er als bürgerlicher hatte, war zufällig eine Polemik gegen des Grafen PosatwwSky, über die heute 5um Etat des Reichsamts des Innern Abhole- u. 3metflftelleR monatlich 60 durch die Post Alt. 3.— viertel- fährt, auslchl. Beltellg. Annahme oob Lnzeh-cs für dl« iafle^nuinnKt bis oornnllaaS 10 Uhr, ßetlenpnifi; lokal auswärts 30 Pterr-n-, Berantkvortttct» *£$ den polil and altgern. Teil. P. Wittko- rü« „Stadl and Vanir and -(ßendjtßlaal*. Ernst yeß, tut den An- jeiqentetl. öan« iJect Donnerstag 11» April 1907 VezugSpreiS: nun atllch7öPf^ viertel- jährlich ML L20. durch Liötitg Eduard in Spanien. Als Abschluß der Festlichkeiten aus Anlaß der Zusammenkunft zwijchen König Alfons von Spanien und König Eduard von England in Cartagena fand am 9. d. M. an Bord der englischen Konigsjacht ein Bankett statt. Die span. Königin- Mutter Christine trug eine hellblaue Robe mit Brillanifchmuck, Königin Alexandra von England eine dunkelgraue Robe mit Perlen. König Alfons hatte englische Admiralsuniform, König Eduard spanische Fechmarschallsuniform angelegt. Die Trink- sprühe waren ungemein herzlich. König Eduard gab die Absicht tuno, bald einmal Madrid zu besuchen. Beim Abschied küßten iich beide Monarchen und die Königinnen und trennten sich mir den Worten: „Auf Wiedersehen.'" Am 10. d. M. erfolgre die Abfahrt der englischen Flotte aus Cartagena. Einer der Flügelmänner der sozialdemokratischen Fraktion, der alte Ignaz Auer ist dem Prinzen Arenberg in den Lod gefolgt. Tas Parlament erwies den Verstorbenen in der üblichen Form die letzte Ehre. Es war gut besetzt und in der richtigen Arbetts- stimmung. Aus der Rechten gab es ein lebhaftes Glückwünschen ' "" " ' ‘ ' den Freiherrnstand verletzten reichspartei- eute bemerkensiverte Erörterung sich entspann. Es muß vorausgeschickt werden, daß man in parlamentarischen Kreisen mit der Möglichkeit eines Wechsels in der Leitung des Reichsamts des Innern während des Sommers rechnet. In der Wandelhalle sprach man davon, daß Graf Posadowsky die jetzige Debatte benutzen wolle, um das systematische Treiben gewisser Kreise gegen ihn scharf zu kennzeichnen. Er gebe sich keiner Täuschung hin, daß diese Minierarbeck sehr ernst genommen werden müsse. Run, was der Reichstag tun kann, um dem Staatssekretär den Rücken zu decken, daran wird's gewiß nicht fehlen. Abg. Trimborn (Ztr.) machte damit den Anfang. Er stellte fest, daß es mit der S o z i a l r e f o r m rückwärts gehe, denn der Stillstand des Jahres 1906 sei Rückschritt. Daran trage aber die Schuld ebensowenig Graf Posadowsky wie das Zentrum, sondern allein der Bundesrat und im besonderen der leitende Staatsmann im Reich, Fürst Bülow. Trimborn formte natürlich nicht umhin, die „ehrliche sozialpolitische Arbeit" des Zentrums ins Licht zu setzen gegenüber der „Tat in Worten", wie der Liberalismus sie aufzuweisen habe. Als ob die bürgerliche Suite nicht ebenso bereitwillig am Ausbau der sozialpolit. Gesetzgebung mttgewirtt hätte, wie das Zentrum. Ter Vertreter der Ralionalliberalen, Abg. Bassermann, meinte bei.aller Anerkennung der Tätigkeit des Reichsantts des Innern, es könnte auch dort mehr frische Initiative anstelle der endlosen Ermittelungen entfaltet werden. Zu dem Zweck er ließ den Vorrang dem Äbg. Werner Mittclstandsrede, und dem Abg. Lehemair aus Lberbayern, der 18 Jahre hindurch rm Reichstag unverbrüchlich geschwiegen hat und heute zum Ergötzen der Versannn- lung seine erste wohlvorbcretttte Rede vom Stapel ließ, in der er gegen den Hausierhandel wetterte. Sollte Graf Posadowsky die Kritik seitens des Abg. Naumann abwarlen wollen, von dem es heißt, daß er sich mit einer großzügigen sozialen Darlegung im Parlament einführcn will? --- Es folgt die 2. Beratung des Etats des Reichs- am 18 des Innern. Sie beginnt beim Titel G e h'a l t d eS Staatssekretärs. Hierzu liegt eine große Anzahl von Resolutionen vor. Zunächst findet eine allgemeine Debatte statt. Abg. Trimborn (Zentr.): Seit Jahren herrscht auf sozialpolitischem Gebiets ein Stillstand. Den Reichstag trifft aber keine Schuld, er hat oft genug in Resolutionen seine Forderungen dargclegt. Mit Herrn Mugdan muß ich noch ein Hühnchen rupfen (Heiterkeit), denn in einer Polemik gegen uns sagte er, daß seine Partei sich mit einer papierenen Sozialpolitik nicht zufrAoen geben wurde. Wie will Herr Mugdan es denn anders mack als wir? Seine Reden sind doch auch keine Taten! Gegen die meisten sozialpolitischen Gesetze haben gerade die Freisinnigen gestimmt. Deshalb rufe ich Herrn Mugdan zu: Nur nicht übermütig werden und sich jetzt schon aufs hohe Pferd setzen I (Heiterkeit.) Die Regierung har uns eine ganze Menge versprochen. Aber es wird schon viel zu lange darüber hin- und hergeredet. Wir wollen endlich einmal Vorlagen sehen. Unsere Wünsche haben wir in unseren Anträgen niedcrgelegt, die unser sozialpoliiisches Parteiprogramm darstellen. Die aktuellsten Punkte des Programms (Äereinsgesetz, Berufsvercine, Arbeits- lammern, Zehnstundentag für Frauen, kleiner Befähigungsnach- tveis) haben wir bereits neulich bei einer Interpellation behandelr. Auf dem Gebiet der Versicherung stehen uns zwei große Aktionen bevor: die Zusammenlegung der drei Versicherungen und die Witwen- und Wcnsenversicherung. Wie steht cs mit den Vorarbeiten zur Zusammenlegung? Kann man schon ettvas davon er. < fahren? Und weiter: Wird die Ausdehnung der Krankenverinhe- rung auf die Landwirtschaft erst bei dieser Zusammenlegur^ oder ; schon vorher erfolgen? Die gleiche yrage hatte ich für die Wiwen- . und Waisenversicherung. Für das Geld, das sie erfordert, HÄie wir gesorgt: ist das, Herr Dr. Mugdan, auch papierene Sozialpolitik? (Sehr gut! im Zentrum.) Redner bringt sodann einen sehr umfangreichen sozialpoliti- schen Wunschzettel vor. Er verlangt Ausdehnung der. ^nnwgs- ruhe, sanitären Maximalarbettstag, verstartten Acketterschutzm der Glas- und Hüttenindustrie, ferner im Baugewerbe, eine Regelung der Frauen- und Kinderaroeit in gL-/.wlrati!chen Arbeiterorganisationen ;u starten und der Sozialdemokratie Abbruch zu tun. Möge die Regierung unser Beitreben in dieser Hinsicht unterstützen. (Beifall bei den Ratl.) m .A. Abg. Werner (vtefp.): Die Forderung nach einem Rcichs- arbeitsamt unterstützen wir aus das entschiedenste. Dann aber verlangen wir st'ine kräftige MittelpandSpolttik. Die Backer- innungen besonders leiden unter dem Konsumverein. Dem mutz entgegengetreten werden. Andererseits ist das Konzeiftonswesen für die Gastwirte revisionsbedürstig. Die Massenkonzessionen müssen beseitigt werden. Alle Steuern werden auf die Gastwirte gewalzt. Ein kräftiger Mittelstandsschutz ist dringend ersorderlich. Abg Lehemair (Ztr.) meint, der Krebsschaden für die unfähigen Gewerbetreibenden ist der Hausierhandel. Die,er muß nnrfi Möalickkeit eingeschränkt oder gar beseitigt werden. Noch Verkappte Besitzergreifungen. AuS unserem Leserkreise nnib uns heute geschrieben: Ter interessante Artikel des Gieß. Anz. Nr. 79: „Die Erbfeinde in Marokko" enthält in seinem zweiten Abschnitt einige Satze über die „provisorische" Besetzung von Udscha fettens Frankreichs, die mich an ähnliche Ereignisse früherer Zett erinnert, Ereignisse, bei denen unser krankes Vatcriand die Rolle von Marokko spielte. „, , Tie Geschichte der Wegnahme L-traßburgS mitten un • Frieden ist ja allgemein bekannt; wohl wenige aber tonnen dis Annexion von Kolm ar und Mülhausen im Elsaß. Ter Darstetlung eines Franzosen, der die Besitzergreifung des Elsaß durch Ludwig XIV. zu rechtfertigen und bei |en Wiedergewinnung durch unser Vaterland als ein Unrecht, eine tätigfeit darzustellen sucht, folgend sei nachstellendes erzählt: Plötzlich im August 1673 kündigt Ludwig XIV. seine .Absicht an, Kalmar zu besuchen. Unter dem Vorwande Über die Sicherheit des Königs zu wachen, führt der Marquis de Louvois — der auch 1681 nach Straßburg dem König vorausgeeilt war — Schweizer Garden dort ein. Andere Soldaten folgen ihnen. Die Stadt ist mttitärisch besetzt. Louvois verlangt die Schlüssel der Jtotc und die des Arsenals. Er entfernt die Kanonen von den Wällen und läßt sie nach Breisach bringen. Er befiehlt den Bürgern unter Androhung einer ungeheuren Geldstrafe alle ihre Waffen aus- zuliefern und man sah denn die unwahrscheinlichsten Feuerwaffen m den „Wagkeller" bringen. Aber nun kommen neue Soldaten, die Hacke auf der Schütter mit Bergleuten von Sainte-Niarie und Bauern aus dem Sandgau. Sie machen die Wälle dem Erdboden gleich. Ludwig XIV. hat sich inzwischen der Stadt genähett, betritt sie aber nicht. «««.*.„ Den Arbeitern ruft er ermunternde Worte zu. „Mut Kinder , und er bleibt unempfindlich, als die Stadtoehörde ihn aus den Knien und mit gefalteten Händen ansleht, das Zerstörungsiverl zu hemmen. — Ein gleiches Schicksal hatte Schlettstadt. In die Wälle der übrigen 8 ehemaligen freien deutschen Reichsstädte wurden große Breschen gelegt. Bemertt sei, daß der Westfälische Friede, dessen 'Bestimmungen Frankreich auf diese Weise auszuführen vorgab, in feierlichen Worten die Reichsuumittelbarkeit dieser 10 Städte erklärt. Eine dieser 10 Städte hatte es verstanden, sich bis gegen das Ende des 18. Jalwhunderts von Frankreich unabhängig zu erhalten. Dies war die bedeutsame Industriestadt Mülhausen. Um nicht in Frankreichs Hände zu satten, hatte sie, die von dem morschen deutschen Reicqe keinen Schutz erbeuten tonnte, sich an bi» Schweiz angeschlossen. Da kam die französische Revolution. Die französischen felbftgefälligen Weltverbesserer und Freihettsbringer führten Eroberungskriege — trotz der proklamierten „Menschen- rechte". Unser Klopstock, der anfänglich die französische Revolution als die Bringerin der Freiheit warm begrüßt hatte, sang nun 1793 zornig: Freiheit, Mutter des Heils, nannten sie dich Nicht selbst da noch, als nun Eroberungskrieg Mit dem Bruche des gegebnen Edern Wortes begann? In „die Denkzetten" sagt derselbe Dichter von den Revolutions- männern: „Handlung und Worte sind getrennt, als trennten sie Berge." So war es. Die Herren verstanden sich auf den Länderrauü nicht schlechter als Ludwig XIV. und seine Leute. Das beweist folgende Tatsache. Mülhausen lag noch als Enklave, d. i. ein Ort, der mitten in einen anderen eingeschlossen ist, wie z. B. unser Wimpfen im französischen Elsaß. Tiefe Stadt mtt ihrer alten blühenden Industrie hatte sich, wie schon erwähnt, an die Schweiz angeschlossen. Die Revolution schloß sie nun vollständig in einen Kreis von Zollschranken ein und schnitt ihr so die Verbindung mit ber Außenwelt ab. Der Stadt fehlte es nun an Absatzgebieten für ihre Webstoffe. Sie hatte nur ein Mittel, ihre Reichtümer zu retten, nämlich sich Frankreich hinzu- g eben. „Entschlossen opferte die Stadt ihre Selbstständigkeit", sagt mein französischer Gewährsmann in naiver Weise. Dies« geschah im Jahre 1798. Im Gefühle tiefer Befriedigung fährt der Herr dann fort: „ES blieb jetzt im ganzen Elfag kein^Stückchen fremden Gebietes mehr. Vom dtorden bis zum Süden, vom Osten bis zum Westen gehörte das Land zu Frankreich und bei ber Vereinigung mtt ber Leere Frankreichs erzitterte die Seele der Bewohner des Elsaß." Wird wohl auci) die Seele der Marokkaner demnächst erzittern ? Fran Gallia kann auch sehr unliebenswürdig und listig sein. empfehle sich eine andere Organisation dieses überlauten Reports. Bassermann sieht auch keine dtotwendiakett für einen Lckstutz ber gegenwärtigen Session. Es könne ebensogut vertagt, und dadurch wertvolle sozialpolttische Vorarbett ber KommMwuen. Ur den Herbst geleistet werden, Graf PosabowSth wäre für Person damit wahrscheinlich einverstanden, aber der Kanzler muiz wohl seine besonderen Gründe haben, den Reichstag rruh nach Hause zu schicken. Tie sozialpolitischen Wünsche der Natwnal- liberalen sind an Zahl und Bedeutung nicht geringer, als btc d-s Zentrums, doch der Staatssekretär nahm auch nicht nach der Rede LassermannS das Wort, was man erwartet hatte, sondem ... . « n------ (Refpt.) nut einen (Ztr.), einem Herrn angeschmiert. r Hieraus wirb die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt. Abg. Werner (Antis.) fordert dann eine Beschränkung der Auswüchse der Konsumvereine und eine Regelung deS Konzessionsw ienS: Massen- konzessionen ä la Afchinger dürften überhaupt nicht mehr erteilt werden. Abg. Lchcmeir (Zentr) klagt darüber, daß Mädchen, die heirateten, oder Versicherung-- pflichtige Arbeiter, die sich selbständig machten, häufig auS der Versicherung austräten. Hierdurch gingen Millionen der Versicherten verloren. Hierauf vertagt das HauS die weitere Beratung auf Donnerstag 1 Uhr. Schluß 5i Uhr. ______________________ Aus dem Reichstag. R. B er!in, 10. April. Nr. syl/H- Erstes Blatt 157. Jahrgang SGletzener Anzeiger MW General-Anzeiger für Oderhessen Deutscher Reichstag. 25. Sitzung dom 10 April. 2 Uhr. Am DundeSratStisch: Graf PosadowSkh m tu Das Andenken der verstorbenen Abgg. Prinz Arenberg (Ztr.) und Auer (Soz.) wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung deS GebübrentarifS für den Kaiser 23 rlhelm - N a n a u (Die bisherige Tarifhoheit des Kaisers in Verbindung mtt dem DundeSrate soll bis zum SO. September 1912 weiter bestehen. Abg. Dr. Görck (notL): Bei dem großen Wechsel der finanziellen Anforderungen, die wir an daS Ikanalunternehmen stellen, dürfte es für absehbare Zett nicht möglich sein, gesetzlich feste Tarife aufzustellen. Es könnte sich höchstens um die Festlegung neuer Maximaltartse handeln. Wir werden daher gut tun, bei dem bisherigen bewährten Verfahren zu bleiben. Meine Freunde stimmen also der Vorlage zu. Ich möchte mit einigen Worten auf daS eingehen, waS in der Begründung über die finanzielle Gestaltung des Unternehmens gesagt ist. Sehr erfreulich ist die Wahrnehmung, daß Ueberschüffe erzielt worden sind, die anscheinend noch ver- größert werden können, doch nicht durch Tariferhöhung,^ sondern dadurch, daß gewiffe Lerkehrserschwerungen und -Beschränkungen hinweggeräumt werden, so z. B. die Beschräntung der Schlepp, geschwindigleit der Dampfer auf 10 Kilometer. Ueberhaupt klagt man, daß die Verwaltung zu sehr von einem etwas einseitigen juristischen und fiskalischen Standpunkt geführt wird. Meines Erachtens hat sie zu wenig Fühlung mit den wirtschaftlichen Körperschaften, mit den Handels» und Landwirtschastskammern. Auf der anderen Seite werden sich in der Verwaltung manche Er- sparnisie machen lassen, z. B. bei der eigenen Werft oder an Reise- tosten, wenn das Stanalamt von Kiel fort und an Ort und Stelle verlegt würbe (sehr richtig!), vielleicht nach Brunsbüttel. Abg. Dr. Leonharl (freis. Vpt.) erklärt, daß feine Freunde zwar jetzt der Vorlage zustimmten, aber für die Zukunft verlangen müßten, daß der Reichstag auch bei der Normierung der Gebühren eine beschließende Stimme hätte. Staatssekretär Graf PosadowSky führt aus, daß eine Bestimmung des Kanalreglements bestände, daß die Hafttarleit bei Schäden seitens der Kanalverwaltung ausgeschlossen sei. Er habe jedoch schon mit der Kanalverwaltung sich in Verbindung gesetzt, itm diese Bestimmung aufzuheben. Bei dem Fährenbetrieb setze das Reich schon 300 000 Mk. zu. Es sei ferner angeregt worden, den Kanal in die Marineoerwaltung übergehen zu lassen. Er (Gras Posadowsky) hätte nichts dagegen, er würde ocr Mar i nevc r Wal tu ng den Kanal von Herzen gönnen; sein Ressort sei groß genug. Aber ob die Handclskreise damtt zufrieden sein würden, den Kanal in militärischer Verwalftrng zu sehen, sei ihm sehr zweifelhaft, da deren Interessen dort nicht so gewahrt werden könnten. UcbrigenS wünsche die Marineverwaltung diese Zuweisung gar nichst. Abg. Kirsch (Zentrum)' fragt an, wie groß die Kosten der geplanten Erweiterung bei Kanals wären. Abg. Dr. Hahn (Hosp, der Kons.)' meint, daß auch seine Freunde unter voller Wahrung der Rechte des Reichstags dem Kaiser und dem Bundesrat die Festsetzung der Gebühren überlassen würden. Sw würden daher dem Entwurf, ber für weiter« 6 Jahre dem Kaiser und dem Bundesrar dies v.edjt zubilligen wollte, zustimmen. Redner wünscht bann noch, daß die Tarife im Interesse ber kleinen Schiffer geändert würden. Staatssekretär Graf Posadowsky: Die letzten Anregungen des Vorredners werden wir bei einer neuen Festsetzung der Tarife berücksichtigen. — Uns hat man gefragt, wie hoch sich die Kosten für die Erweiterung des Kanals stellen würden. Der Nachtragsetat für 1907, welcher die erste Baurate hierfür enthält, liegt dem BundeSrat bereits vor. Ich glaube, es wäre verfrüht und auch nicht in Ihrem Interesse, wenn ich jetzt schon auf Einzelheiten eingehen wollte. Will man sich darüber orientieren, so braucht man auch ein besonderes Karten- material. Sehr viele Beschwerden über die Verwaltung des Kanals wurzeln zum Teil in den Verhältnissen desselben, die zum Teil technisch vollkommen unabänderlich sind. Wird der Kanal erweitert, so werden auch die Fähren und die Pontonbrücken in feste Hochbrücken umgelrarubelt, und damit fallen sehr viele Beschwerden von selbst weg. Der Entwurf berücksichtigt auch die Wünsche der Anliegenden mehr, hauptsächlich bez. der Entwäsie- rung. Jedenfalls mochte ich aber bitten, es bei ber Fristsetzung von 6 Jahren zu belassen. Tenn wenn das Erweiterungsprojekt auch programmmäßig durchgeführt wird, so werden dazu doch immer 8 Jahre erforderlich sein. Hiermit schließt die erste Lesung. In ber sofort borge. Der Pariser offiziösen „Agence Havas" wird von gut nMerrichteter Seite mitgeteilt, daß der Gedankenaustausch, dm bte spanischen Minister sowie die Botschafter de Bunsen und Vrllade Urrutia in Cartagena miteinander gehabt haben, deutlich bte vollkommene Herzlichkeit und I d e e n g e m e t n s a m- keit gezeigt habe, die zwischen Span en und England obwalten, besonders in den Angelegenheiten, wo die beiden Länder gemeinsame Interessen oder Bestrebungen haben. Wenn indes, en auch die Harmonie der Ansichten zwischen den beiden Herrschern und Nationen festgestellt sei, so könne man doch erklären, bati kein Vertrag, keine Konvention zwischen Selben Länberu über irgenbwelche Frage abgeschlossen worden, und daß die gegenteiligen Behauptungen somit erfunden seien. Der Pariser „Patrie" betätigt in einem Telegramm aus Madrid das Gerücht, wonach ein anarchistisches Komplott gegen König Alfons und König Eduard geplant war. Infolge dieser Entdeckung habe auch die Zusammenkunft beider Monarchen auf offener See stattgefunden, und aus demselben Grunde sei die Abreise des Königs Alfons nach Cartagena um 24 Stunden später gelegt worden. Das Blatt „Malta Ehronicle" versichert aus amtlicher Quelle, daß das englische Königspaar am Samstag in Malta zum Besuch eintrcfsen wird. Einer Meldung aus Rom zufolge soll der König Eduard eine Einladung des Herzogs von Ao>la erhalten haben, Neapel zu besuchen. . Man schreibt un§ aus Berlin: Während Eduard VII. in Kartagena Alfons von Kastilien die Hände schüttelt, läßt Viktor Emanuel m 'Athen Hellas' strahlende Sonne auf sich herrtiedec scheinen und wechselt freundliche Trinksprüche mit König Georg, Eduards getreuem Schwager . . . Auch hier ist man fleißig am Werke, um die Reise deS italienischen Dceibundfürslen als haruilose Vergnügungsfahrt hinznstellen und bildet sich ein, bte Völker glaubten solcher Kmdecmär, atich wenn den König von Italien nicht mehrere seiner Minister und Kriegsschiffe begleitet hätten. Gewiß, es war der Gegenbesuch, den König Viktor Emanuel dem Gnechenkönig für dessen vorjährige Rommhrt schuldig war, aber inan wird doch wohl nicht im Ernst glauben, daß Monarchen ihre gekrönten Vettern nur besuchen, um mit ihnen EcarlL zu spielen und einander Jagdgeschichten ;u erzählen. Em Berliner durchaus ernstes Wochenblatt er- zählte, daß die jetzige ,rein private* Reise des Jtaliener- königs nach Athen ebenso wie vor einem Jahre der Besuch des Königs Georg von Griechenland in Rom von niemand anders angeregt wurde, als von Alexandra, der englischen Königin, die für uns Deutsche ebensowenig übrig hat, wie ihre Schweller, die Zarenwitwe Dagmar. Gewohnt, in der hohen Politik die Fäden ihres Gatten mit schürzen zu helfen, hatte sie mit Schtnerz die Verstimmung zwischen den Höfen von Rom und Athen wahrgenommen und begab sich deshalb vor nunmehr zwei Jahren nach Athen und von da nach Rom und hatte die Genugtuung, ihre Mahnung: .Kinder, vertragt Euch doch wieder", befolgt zu sehen. Zwar hatte sie auf ihrer Friedensfahrt das Malheur, den Kurs des Schiffes zu kreuzen, auf dem ihr Reffe, Deutschlands Kaiser, von Tanger zurückkam — aber die Tante wich der deutschen Kaiserstandarte im weiten Bogen aus und kam so außer Schuß- und Grüßweite .... Trotz der Ministerzusammenkunft in Rapallo hört das offiziöse Blatt des römischen Ministeriums, die ,2ribima*, nicht auf, sich für den englischen Abrüstungsantrag ins Zeug zu legen und damit Englands Geschäfte zu besorgen, dem allein mit der Annahme seines Antrages gedient wäre. Ja, das Blatt bekam es sogar fertig, sich den verspäteten Aprilscherz zu leisten und die Frage zu erörtern, ob man nicht, wenn sich die Abrüstung auch nicht einmal teilweise verwirklichen lassen sollte, doch wenigstens die Schrecken des Krieges vermindern und zunächst das rauchlose Pulver ab sch aff en könnte, damit man den Feind in Zukunft wieder besser zu erkennen und — sich vor ihm zu hüten vermöge! Man sieht, bis zu welchen Torheiten sich das Bestreben verirrt, England unter allen Umständen dienstbar zu sein. Aber es ist bezeichnend für die Verhältniffe und Ansichten der maßgebenden Kreise eines Landes, dessen Treue und Dreibundfestigkeit der Reichskanzler noch eben mit begeisterten Worten pries. Darmn mutet uns auch die Reise des italienischen Königs durchs Mittelmeer im jetzigen Augenblick besonders merkwürdig an. Sollte Viktor Emanuel wirklich den Intentionen Eduards folgen und dem Griechenkönig den Plan des englischen Herrschers von der beabsichtigten Isolierung Deutschlands auseinandersetzen? .... » Aus Konstantinopel meldet das Wien. Korc.-Bur.: Der Besuch des italieuischen Königs in Athen hat in türkischen Kreisen Beunruhigung hervorgerusen, da den König der Minister des Aenßeren und der Marmeminister begleiten und man Diskussionen bezüglich Kretas und Albaniens befürchtet. Um zu vermeiden, daß die Mohaniedauer von diesem Besuche Kenntnis erhallen, und um sozusagen die Fiktion zu erhallen, daß die Pforte noch über alle Balkanslaaten dominiere, wurde den türkischen Blättern die Veröffentlichung vonDepeschen übeiden Besuch in Athen verboten. Seit gestern scheint übrigens der Plldiz beruhigter zu sein. Hierzu soll der Umstand beigetragen haben, daß der König von Italien bet dem Empfange des türkischen Gesandten tu Athen dem Sultan sreundschastliche Versicherungen und herzliche Gruße übersandte. Ein Zeichen der Beruhigung schemt auch der Umstand zu sein, daß der griechische Gesandte zur Audienz am Freitag geladen wurde. politische Lagesseha«. Deutsch-französische Verständigung. Der neue französische Botschafter ist vom Kaiser mit höchster Auszeichnung empfangen worden, über dessen Liebenswürdigkeit Cambo n selbst sich mit lebhafter Befriedigung äußert. Die Ansprache des Kaisers war auf einen ungewöhnlich herzlichen Ton gestimmt. Das offiziöse Pariser „Journal des Debats" erkennt das an und sagt dazu:. Es ist 'nicht zweifelhaft, daß Kaiser Wilhelm geflissentlich die liebenswürdige Note angeschlagen hat. Unter den gegenwärtigen Verhättnissen muß diese Absicht gewürdigt werden, da sie sich zu Beginn der Mission eines Botschafters kundgibt, welcher fähig ist, die Elemente guten Willens, die sich in den französisch-deutschen Beziehungen vorfinden, zur möglichsten Geltung zu bringen. Die Worte des deutschen Kaisers haben zum mindesten das Verdienst, daß sie eine freundliche Atmosphäre schaffen, welche die moralische Vorbedingung für jede Besprechung und Verhandlung hüben, wenn man eine so weitgehende Hoffnung hegen darf. Auch einige andere Blätter Frankreichs erblicken in den aus- Hetauschten Ansprachen ein Anzeichen für den beiderseits bestehenden Wunsch nach guten Beziehungen. 'Man zeigt sich angenehm banibrt und erwartet von der bevorstehenden ersten Aussprache Bülows mit dem Botschafter interessante Anregungen. Im gegenseitigen Zollverkehr würden gewisse Erleichterun- ge n vom Handel und der Industrie hüben und drüben wiederholt lebhaft gewünscht, auch erscheint den französischen Kolonialkreisen ans erinnere Verständigung Lwischen den Verwaltungen von Französisch-Ko ngv und Kamerun über europ. Jnteressen- fragen jetzt als durchaus erreichbar. _ _ . . , In einem mitunter vom Auswärtigen Amt inspirierten Blatt wird neuerdings mit Eifer an der deutsch-französischen „Verständigung" gearbeitet Dem Zweck zuliebe entdeckt jeneä Blatt täglich kleine, aber bemerkenswerte Fortschritte einer friedlichen Annäherung. Heute lesen wir: ,^Fn Paris hält man Umschau nach einzelnen konkreten Fragen, um diese versöhnlichen Tendenzen an einem bestimmten Ausgangspunkt auknüpfen zu können." Das ist schon richtig, daß man in Päris, „Umschau halt"; man hat immer Umschau gehalten, ob von Deutschland irgend welche Gefälligkeiten, über die noch rascher Gewährung mit kühler Höflichkeit quittiert wurde, zu erlangen wären. Man hat soeben wieder „Umschau gehalten" und durch einen kleinen Taschenspielertrick die Marokko -Interessen gegen die Bagdad- b a hn-Interessen auszutauschen versucht. Doch wann und wo is»i ui französischer Seite die Absicht wirklicher Versöhnlichkeit, die Absicht, die entschlossen den Schlußstrich zieht unter Vergangenes, wahrnehmbar gewesen? Der Revanchegedanke lebt fort; wenn er auf Augenblicke im Volk zu ruhen scheint,sorgen Staatsmänner wie Clemenceau dafür, daß er aufgestört wird. Die Möglichkeit einer Verständigung in der entscheidenden Frage ist seit der englisch-französ. Freundschaft ferner als jemals. Aas wankende Außland. Man möchte es fast für einen Aprilscherz halten, was heute aus Petersburg gemeldet wird. Zum zweitenmal soll am Mittwoch das russische Parlament in der Gefahr geschwebt haben, erschlagen zu werden, wenn auch nur von der Decke seines Palastes. Die heute vorliegende lakonische Privatmeldung lautet: Am Mittwoch stürzte der rechte Teckenteil des Katharinen-Saales im Taurischen Palais ein, in dem gerade d i e D u in a tagte. Ter Einsturz wurde durch das nach dem ersten Sturz erbaute Schutzgerüst auigehalien, sodaß bte Tuma- sie ung iorigeseyt werden konnte. Alan befürchtet einen vollständigen Zusammenbruch des Taurischeu Palais. Gibt es denn in ganz Petersburg keine hellsichtigen Architekten, die zu gründlicher Prüfung der Bausicherhell dieses unheimlichen Palastes berufen werden können? Kann man angesichts der Wiederholung dieses kaum glaublichen Vorkommnisses noch daran festhalten, daß keine böse Absicht hmter diesen von tiefer Erschütterung immer neu sich biegenden Balken verhängnisvoll lauert? Währenddessen verschlimmert sich bte Situation in der großen polnischen Fabrikstadt Lodz von Tage zu Tage. Rach vtermonatlicher Dauer der bort von ben Fabrikanten verhängten Aussperrung haben die Arbeiter sich entschlossen, die von den Fabriken gestellten Bedingungen anzunehmen. Infolgedessen gab die Poznanskische Baumwollfabrtk durch Anschlag bekannt, daß die Arbeitswilligen sich melden sollten. 4UOO Arbeiter kamen dieser Aufforderung nach. Die streitlustige Mehrheit dagegen beginnt mit Mord und Totschlag gegen die Arbeiswilligen vorzugehen. Seit mehreren Tagen durchziehen bewaffnete Banden das Arbeiterviertel der Stadt, dringen in Wohnungen und Läden ein und terrorisieren die Einwohner. Am 10. d. Mts. wurden durch sie 3 3 Personen getötet und 10 schwer verletzt. Die Bedrohten schließen sich gleichfalls zu bewaffneter Abwehr zusammen. Jetzt befinden sich fünf Kampforganisationen verschiedener Parteirichtungen im Kampf mit ihnen. Mllltär und Polizei verhält sich passiv. Die Behörden beschlossen, alle Spiritus- läden zu schließen. Die Lokalbehörden dulden absichtlich diese anarchistischen Zu stände, um den Kriegszustand über Polen weiter aufrecht zu erhalten. In den letzten zwei Tagen richtete sich der Kampf besonders gegen die jüdischen Arbeiter. In der jüdischen Bevölkerung ist infolgedeffen die Panik allgemein. Man befürchtet, daß diese Streikexzesse in Pogrome auSarten. In der Vorstadt Haluty wurden zwei Bomben geworfen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Ferner rourben drei Juden ermordet und drei verwundet. In Warschau kam es zwischen Militärpatrouillen, die eine Volksversammlung zerstreuen wollten, und Paffanten zu einem Zusammenstoß, bei dem mehr als fünf Personen getötet wurden. Während des lleberfalles wurde auf einen Monopolladen und auf zwei Soldaten geschossen. In Riga wurden am 10. April drei Revolutionäre standgerichtlich erschossen. Der Minister rat billigte den Entmurf des Ackerbauministers über die Einrichtung einer Konferenz bezüglich der Entwicklung.der Kolonisation im fernen Osten. Man beabsichtigt, die Auswanderung, besonders von Ackerbauern nach dem fernen Osten zu begünstigen und gleichzeitig fiskalischen Grundbesitz zu verkaufen. In Petersburg wurde eine Versammlung der „Reuen Organisation" abgehalten, welche den Zweck hat, den in Petersburg ansässigen Adel durch einen Verband zu- sammenzuschließen. Die Versammlung beschloß, von der Regierung zu verlangen, daß den adligen Gutsbesitzern Schadenersatz geleistet werde für die ihnen durch aufständische Bauern verursachten Verluste; daß die Polizei verstärkt und die Bestrafung der Agraroerbrechen verschärft werde, da nach Ansicht der Versammlung die Gerichte durch ihre gegenwärtige allzu große Nachsicht der revolutionären Bewegung Vorschub leisteten. Der Adel vereinige sich zum Kampfe gegen die Revolution, die nach der Meinung des Adels in der Duma Unterstützung finde. Deutsches Reich. Berlin, 10. April. Der Besuch des Oberbürgermeisters Adickes aus Frankfurt a. SDL in Berlin, hat, wie ,bie Post" zuverlässig erfährt, tatsächlich Verhanblungen wegen Uebernahme eines Ministerpostens gegolten. Es hanbelte sich barum, festzustellen, ob und unter welchen Bedingungen Adickes geneigt wäre, das Portefeuille des Kultusministeriums zu übernehmen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis und Oberbürgermeister Adickes verzichtete endgültig auf die Uebernahme des Portefeuilles. — Die Berl. Korresp. meldet, daß in einer, unter Leitung des Reichseisenbahnamtes eine Konferenz von Vertretern der meiftbeteiligten Bundesregierungen und zuständigen Reichsressorts der vom Amte ausgestellte Entwurf einer neuen Verkehrsordnung im Wesentlichen angenommen wurde. Naumburg, 10. April. An Stelle des verstorbenen Staatsministers von Bötticher wurde Graf Ernst zu Solms Lsubach zum Domherren des Naumburger Domkapitels ernannt Er wurde in Anwesenheit der beiden andern Domherren, des Grafen PosadowSky und des Generals Edler von der Planitz in fein Amt eingeführt. Straßburg, 10. April. Ein sozialdemokratisches Schiedsgericht unter Vorsitz deS Badischen Abg. Eichhorn verkündigte einstimmig den Ausschluß des früheren Straßburger Parteisekretärs Ludwig Strauß aus der Partei. Strauß sei in der Neichstagswahlbewegung entgegen der Parteiparole für den Demokraten Blumental ein. getreten. Die Gerüchte, wonach Baden die ablehnende Hal. hing gegen die Einführung der Rhein-Schiffahrtsab- gaben aufgegeben habe, entbehren nach einer Meldung der Köln. Z. jeder Begründung. — Tie sozialdemokratischeReichstagsfraktior beschloß, folgende Resolutionen zur Beratung des MilitäretatZ im Reichstage einzubringen: Ter Reichstag wolle beschließen, in ben Etat für 1908 eine Erhöhung b er Löhne b er Mannschaften und Unteroffiziere ber Armee einzu- stellen und bie bisher den Mannschaften auferlegten Ausgaben auf ben Etat zu Übernehmern — Im preuß. A.bgeoronetenhaus haben bie National- liberalen und bie Freisinnigen einen Antrag auf Gleichstellung der Oberlehrer der höheren Lehranstalten mit den V c r m a 11 it n g g b e a m t en eingebracht. Ausland. Kopenhagen, 10. April. Der gemeinsame Aus- schuß beider Häuser des Reichstages zur Beratung deS Re- gierungsentwurfs betreffend die Einführung des allgemeinen kommunalen Wahlrechts für Männer und Frauen unter Anwendung desProportionalwahlver- fahrenS schloß heute nachmittag die Verhandlungen ergebnislos. Die Linke, die Reformpartei und die Frei- konservativen zogen ihre während der Beratung gestellten Abänderungsanträge zurück. Bei der Wortführerwahl stimmten die Freikons ervativen für bie Kanbibaten der Rechten, während sie bisher b ei dergleichen Wahlen mit der Regierungspartei zusammengearbeitet hatten. Paris, 10. April. Dem „Petit Parisien" zufolge wurden in Udschda brei Eingeborene, welche zur französischen Okkupationstruppe gehörten, ernt erbet. Einzelheiten darüber fehlen. Bukarest, 10. April. Der Bauern-Aufstand darf als beigelegt gelten. Die Bauern sind zu den Feldarbeiten zurückgekehrt. Heute ist bereits zu übersehen, daß der Schaden keineswegs so groß ist, wie angenommen wurde. Eine wirtschaftliche Krisis ist nicht zu befürchten. Eine Rund- frage bei mehreren größeren Banken ergab, daß keine bedeutenden Insolvenzen beovrstehen und daß man enlschloffen sei, den Gutspächtern und Kaufleuten weitgehendes Entgegenkommen zu beweisen. Aus S.aSt und Land. Sprechstunden ber Redaktion: 1/2 12—1 Uhr Dorrn., V2 7—1/2 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme Don Samstag und Sonntag). Gießen, 11. April. ** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den 3. Professor am evangelischen Prebigersennnar zu Friedberg D. Karl Eger zum Direktor und 1. Professor des Predigerseminars ernannt. — Übertragen wurden den Schul- Verwalterinnen an der höheren Bürger-(Mädchen)Schule zu Alzey Julie Metzler und Luise Pöpperling Lehrerinnenstellen an dieser Anstalt. • • Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende L e h r e r ft e 11 e an der Gemeindeschule zu Eh r i n g s- hausen, Kreis Alsfeld; mit der Stelle ist Organlstendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Angenrod. • • Vom Kreisausschuß. Justizrat Dr. Gutfleisch, der seit 28 Jahren dem Kreisausschuß angehörte, hat aus dem vor einigen Tagen abgehaltenen Kreistag wegen ander- weiter Ueberlastung eine Wiederwahl nicht angenommen. An seiner Stelle wurde Landgerichtsrat Neuenhagen gewählt. Dem Kreistag, dem Provinzialtag und dem ProvinzialauS- schuß gehört Justizrat Dr. Gutfleisch auch fernerhin an. • • Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 10. April mit der Regierungsvorlage, betr. den Ban von drei Nebenbahnen, und erklärte sich im allgemeinen mit ber Vorlage einverstanden. Tie endgültige Beschlußfassung darüber soll jedoch erst am nächsten Dienstag nach einer gemeinsamen Beratung mit der Regierung erfolgen. Weiter genehmigte der Ausschuß die Vorlage, betr. den Parzellentausch in Klem- Auheim. Abgelehnt wurden die Vorstellung der Bürgermeisterei Langen wegen des Bahnbaues Dreierchenhain—< Langen, ebenso die Vorstellung des sozialdemokratischen Vereins zu Kostheim in betreff der Aufhebung des Brückengeldes. Die Regierungsvorlage, betr. die Veräußerung der Mark- wiese bei Dorheim, fand die Zustimmung des Ausschusses. Auf eine Vorstellung der Großh. Oberförster und mehrerer Petionen von Eisenbahnbeamten hatte bie Regierung eine ablehnende Antwort erteilt, weil die betreffenden Petenten nicht den instanzenmäßigen Weg eingehalten hätten. Der Ausschuß ist jedoch der Ansicht, daß der Art. 81 der früheren Verfassung, auf ben die Regierung ihre Antwort stützt, längst nicht mehr in Gültigkeit sei. Der Ausschuß will auch den Beamten das Petitwnsrecht nicht geschmälert wissen und denkt deshalb in der nächsten Sitzung mit ber Regierung über' diese Angelegenheit in nähere Verhandlung einzutreten. • * Für die Hinterbliebenen der beim Eisenbahnunglück auf dem Bahnhofe Groß-Karben verunglückten Bahnbeamten wurde hier ein Betrag von 12 000 Mk. gesammelt. * * Besitzwechse!. Das Hotel „zum Einhorn" ist 5um Preise von 85 000 Mk. in den Besitz des Gastwirts Max Jaskowsky übergegangen. Das Haus wird einer gründliche« Renovierung unterzogen und nach Plänen der Architekten Seuling und Nikolaus in ein zeitgemäßes modernes Restaurant umge« wandelt werden. Der neue Besitzer, dem als Wirt ein guter Ruf voransgeht, wird das Haus voraussichtlich Mitte Mai eröffnen. Bis dahin bleibt das Etablissement geschlossen. m. Grün berg, 10. April. Die Nachricht, daß ber; Finanzausschuß der Zweiten Kammer sich einstimmig heute' mit der Regierungsvorlage über den Bau der Nebenbahn Grünberg-Lich einverstanden erklärt hat, bie telegraphisch hierher übermittelt mürbe, hat bei ber Bevölkerung allgemeine Befriedigung hervorgerufen. $c. Butzbach, 10. April. Der vor einigen Tagen zwischen Danksagung em Dank. teinbach, den 11. April 1907. Die tieft! tuternbe Gattin Marie Launspach. Die trauernden Eltern: Eduard Otto und Frau Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unterem schweren Verluste sagen wir Allen unseren innigsten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hmscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Grogvaters, Bruders und Schwagers Philipp Haas HL, Oclmiillcr sagen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familien Haas und Balser. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die vielen Blumenspenden sage ich meinen innigsten uern,Aufstand - sind zu den Feld» ru übersehen, daß angenommen wurde, rchlen. Eine Rund- ib, daß keine be. aß man entschlosst!, weitgehendes Enl, Md. .on: ^m., (mit 3u3nni:t ng). Bin, 11. April. brr ©ro&fretjo^ fribigerfeminac ju ) 1. Profchor ourben btn Schul« Dläbä)en)^d)ule zu :lrnz Lehrerinnen, r. nÄ'i». ,?01k fe,u d°r 8öÄ>. .der 3rm " .bet ** fc®* 9«meinfame ättatUng gj '^Handlungen ec. i und die Frei. Beratung gefteaten U^rwahl stimmten 1 schien, während r Regierungspartei Pansien' zusolg. rcne, welche zur Störten, ernt or. n evang. ÄHrer zu chule zuEhringö. ist Organtßwdimft Lehrer zu besrM i Angenrod, at Lr. Guts letsch, angehorte, hat au ceistag wegen ander- cht angenommen. An uenhagen gewählt. , dem Provinzialaus» I(h fernerhin an. Zweiten Kammer i 10. April mit bei reiAebenbahnew . der Vorlage ein* Fassung darüber soll ch einer gememsamtw Weiter genehmigt« rrellentausch in Kiew- Sun9 d.. W iüBerung bex Aus- tilebie*™"9 819 s.„hen W*1 9‘Si68 1 An- v ^ngst ! » bW ti6**»W* A des ^Ali-ha L 0 * der ®^8 % !traut ™ 'h-bewgU'^ 1 \ Inende tz., ^lifQbctSa ‘ >ner Mell,, ", (elbung de; Rrberterbeivegnng. I vcrcins nicht rückhaltlos zustinnnen zu können nnd daher Gegen- 'vorschläge in achte n. Zur Weiterführunq der Verhandlung ist eine Kommission von 3-4 Mitgliedern bestimmt. Frankfurter Börse Öesterr. Gold reute. . Italien. Bente . 396 Portugiesen Serie I III Portugiesen 3% . 101.50 Pnnce-Henri-Eiseubalm . 136.30 222.00 Berliner Börse, 11 la. Siib-rkies ®r'±“. Reühuhnsarbige [2572 für Gärten -c. liefert Wies eck, den 11. April 1907. 2558 lEmil Horst, Kiegelpfad. D=/< 26 75 143.00 132 60 230.80 75.50 145.90 vorgesehen. Die näheren hiesigen Bürgermeisterei- 68.00 91.50 93.90 94 30 14b .80 50.00 86.10 66.00 97.90 . 209.00 . 222.90 . 26.70 . 126.90 4% 4% . April Anfan gskurse. Harpener Bergwerk. Lanrahütte . • Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- EiseuLauu . . Gotthard ba hn . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 3^7O 3% 3^7« 3% 3y?i0 3^°/0 Can ad a E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. 96.60 85.40 96.55 85.30 94.95 95 10 99.05 100.00 94.85 130.00 114.00 233.40 199.90 138.00 209.00 225.00 127.30 111.00 u. 2 Puthcnneu 5. Brüten ä 8 Mk. 01453 Boeruer, Frants. Str. 52,1 Speise Kartoffel l (Magnuin bonum) au verlausen. 1206J L. svrüller, Credos-cstr. 36. Wochenmarkt abgehalten wird, das Bankett der Lumdastraße ümmungen hierüber sind am iude öffentlich angeschlagen. Lollar, am 10. April 1907. . 11. April. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte...... Nordd. Lloyd..... Obei schles. Eisen-Industrie 4J4°/O russ.Staatsanl. 1903 4y° n japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose ... . . 4% Griech. Monopol-Anl. 4 % äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . 4>j0/0 Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . Tendenz: fest. Hamburg, 10. April. Aus einer Versammlung der au5- gesperrten Schau erleute gelaunte eine Resolution aut Annahme, welche bedauert, den Vorschlägen des Haienbetriebs. Handel. Reichsbank und Börse. Die K. Z. ist gleich uns der Meinung, daß der jüngste Ausweis der Reichsbank im ganzen als durchaus befriedigend bezeichnet werden darf und daß die Börse ihn auch so hinnahm. Es waren noch kurz vorher, namentlich von einer Berliner Seite, die j)c5 Eintreten der Ereignisse nie obro arten fann, ungünstige Gerüchte über den <5tanb der Reichs bank verbreitet worden. Bei dem Resultat über die erste Aprüwochc ist in Betracht zu ziehen, daß der erste Tag des April ein Feiertag war. Der zweite Tag brachte die immer am Anfang des Monats zu Auszahlungszwecken erfolgenden Entnahmen. Somit blieben für den eigentlichen Rückfluß nur die vier Tage vom 3. bis 6. April. Da der Geldstand an Flüssigkeit eher zunahm, sodaß täglich kündbares Geld zu 4 bis 3Vs Proz. Eingesanor. (Für flfbrm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Auf das an erster Stelle stehende Eingesandt int Gießener Anzeiger vorn 9. April 1907 möchte ich nur kurz folgendes erwidern: . , . , Denn die erwähnten „einzelnen" Bauunternehmer durch die gevlante einmalige von den Hausbesitzern allein zu erhebende Kanalsteucr um ihre Existenz gekommen wären, so wäre das für viele Bürger der Stadt Gießen doch immer noch bedeutend schmerz- lieber gewesen, als wenn sonst irgend ein Mensch die Stadt Gießen auf Nimmerwiedersehen verließe. Denn die Bauunternehmer sind es, die durch ihren eisernen Fleiß und ihre Unternehmungslust nickt nur einer großen Anzahl von Arbeiterfamilien ihre Existenz verschaffen, sondern die auch dem in Gießen so stark vertretenen Mieterstand ein beferes Auskommen ermöglichen, indem letztere durch die neuen und gesunden Wohnungen in die Lage versetzt sind, sich Astermieter zu halten. Bon ebenso großer Wichtigkeit ist, daß die Bauunternehmer durch Errichtung der Wohnhäuser der Stadt Gießen ein neues Steuerkapital zusührcn. die nicht nur an sich, sondern auch durch die einzelnen Mieter, welche die Häuser beziehen, an der ungeheuren städtischen Schuldenlast von 12 Millionen tilgen helfen. Zum Schlüsse möchte ich dem Herrn Einsender anempsehlen, sich einmal zu überleaen, ob der Ruin „einzelner" Bauunternehmer oder ob der Wegzug irgend eines beliebigen Einwohners der Stadt Gießen mehr Schaden bringt. Reichsauleihe do. Konsols do. . . Hessen Oberhessen Jtal. ä 15 Pfg. Broneevuten ä 50 Pfg. nähere Auskunft über d.e Hölzer. Marburg, den 9. Avril 1907. Königliche Universitäts-Kasse. Danksagung. Für die von Nah und Fern fo herzlich bewiesene Teilnahme an unserem schweren Verluste, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig und für den ergreifenden Gesang des Gesangvereins Concordia, sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Seibert. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Genehmigung Großh. Kreisamts Gießen vom 13. April . . 159.00 133.20 . . 230.40 . . 170.50 . . 173.00 . . 146.20 . . 208.90 jeden Samstag von vormittags 8 bis nachmittags 2 Uhr Als Marktplatz ist vor- 41[6% Oesterr. Silberreute Ungar. Goldrente . . Verkauf von Bau-, Nutz- und Brennholz aus dem Universiiätswalde bei Caldern. DieuStag, den IG. April 1907 von morgens 10V2 Uhr an sollen in der Siegfried scheu Wirtschaft zu Caldern und zwar auS ben Forftorten 1, 4a, 6, 7a, 8b, 8a, 10, 11,12, Läufeküvvel, Knochendelle, Grube, Lteinmetz-Eiche, Hungert, Steterain, Feifetberg, Mittelberg öffentlich meiitbicienb verlaust werden: Eichen: 28 Stämme 1. bis ä. Klasse, 3 bis 12 m lang 17 bis 71 cm Durchmesser, mit 14,95 Im, 19 Rm. Nutzscheit, 87 Rm. Nutzknüppel, 11 Rm. Scheit, 61 Rm Stammknüppel, 8 Rm Astknüppel, 630 Rm Reis. Buchen: 133 Stämme 4. und 5. Klasse mit 44,05 Fm, 2 Rm Nuhscheit, 74 Rm Stammtnüppel, 23 Rm. Astknüppel, 2345 Rm Reiser 3. Klane. Aspen: 17 Rm. Stammknüppel. Fichten: 29 Stämme 4. Klane mit 5,92 Fm, 1139 Derbholz- stangcn 1. bis 3. Klasse mit 40,98 Fm, 1440 Reiserstangen 4. btS 7. Klasse mit 21,14 Fm.. 1 Rm. Stammknüppel, 2 Rm Stöcke. Der Herr Förster Keller in Ealdern erteilt auf Ansuchen M-db--, mb <8ru6en6rMcn auä d-m Wcnbm ®jenbaWuge tfMnmaene Sträfling Jochem ans Wettzktrchen t. T. ist inWehrheim , wo er int Armcnhause Unterkunft suchte, f e st - genommen worden. „ __ 9 .m- Friedberg, 10. April. Bet der gestern von den Fritz Reitz Erben veranstalteten Altertums-Versteigerung wurde für einen antiken Kleiderschrank 470 Mk. sowie für eine alte Steiner Geige 350 Mk. erzieh». Bet den Ausschachtungen für die staatliche Wasserleitung wurden in der Lndwigstr. vor dem Hause des Herrn E. W. Müller mehrere gut erhaltene Römerfunde gemacht. U. a. wurde eine riesige Urne gefunden, die auf eine römische Begräbnisstätte schließen läßt. — Martin Klös von Vilbel verkaufte eine hier- gelcgene O b st b a n m - A n l a g e an den Kaufmann Karl Rupp, hier für 5000 Mk., der Abschluß geschah durch den Agenten Herrn Blum. ---- AuS der Wetterau, 9. April. Infolge des günstigen Wetters haben sich die Feldmäuse derart entwickelt, daß die Mäuseplage die Landwirte mit großem Schaden bedroht. Namentlich hausen sie in den Wiesen, Klee- nnd Roggenfeldern, zerwühlen den Boden und zernagen die Wurzeln und Stengel. Die ältesten Leute können sich eines derartig starken Auftretens der Schädlinge im Frühfahr nicht erinnern, hatte man doch auf den strengen Winter die Hoffnung gesetzt, er werde die Feldmäuse dezimieren. Zahlreichen Orten der Wetterau ist bereits die Genehmigung erteilt worden, zu haben war und große .Tauflnst für Wechsel sich zeigte, ist Zn erwarten, daß in der zweiten Aprilwoche die Rückflüße zur -oanl in verstärktem Maße sich sortsctzcn werden. sc. Frankfurt n. M., 11. April, (belegt. Cug.-3ertd)t des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh in a rkt- preife. Zum Berkaufe ftnnben: 14 Lebien, 00 aus Oesterreich 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 52 .Rühe, Ferien, Stiere und Rinder 0 aus Rumänien, 802 Nalder, 146 Schafe und Hammel, 11 Ziegen, 135 Ziegenlämmer, 56 Scha'lämmer. Bezahlt _ wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ockien 1. Oualität 82—85 Mk., 2. Qualität 71—76 Mk., 3. Qualität 68—70 Mk.: Bullen 1. Qual. 73—75, 2. Qual. 70—72; Rühe 1. Qualität 73—75 Mk^ o Qual. 70—72 Mk., 3. Qual. 60—62 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber l.Qual. 100—104 Pfg., Lebendgewicht 60—62 Pfg., 2. Qualität 94-99 Psg., Lebendgewicht 55 - 58 Psg., Schlachtgew. 72-76Psg.: Schafe: 1. Qual. 80—00 Pfg., 2. Qual. 76—78 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh Markt mittelmäßig, lieber« stand unbedeutend. Bei Kleinvieh gut, fe;n Ueberstand. die Mäuse durch Giftlegen zu vertilgen, so 5. B. Södel, Griedel, Kirch-Gäns, Steinfurth, Ossenheim, Pohl-Göns. Darmstadt, 11. April. Im Alter von 86 Jahren starb hier einer der ältesten Feldzugskameraden der Armee, General'- major z. D. Ernst Winter. Ein Darmstädter Ktnd, geboren am 16. April 1821, dürste er unter den alten hessischen Osftzteren einer der ältesten, wo nicht der älteste, gewesen sein. Der Verstorbene hat den Feldzug von 1866 im 4. Großh. Ins. Regt, mitgemacht. Im Krieg gegen Frankreich 1870/71 führte er das 2. hessische Jägerbataillon als Major in das Feld und wurde bald nach der Schlacht von Gravelotte, unter Beförderung zum LberstleutnaM, mit der Führung des 3. hessischen Jnf.-Regts. Betraut. Bald nach Beendigung des Feldzuges nahm er leinen Abschied und hat die ganzen Jahrzehnte her hier gewohnt. (D. T.) M a i n z , 10. Aprll. In der heutigen Sitzung der S t a d t- oerordnetenversammlnng wurde einstimmig eine Erhöhung der Gemeindeumlagen von 91,8 auf 100,2 Prozent beschlossen. Zur BeschassunL von Mobilien und Lehrmitteln für den Neubau der höheren Mädchenschule wurden 83 000 Mark bewilligt. — Die Vertreter der Nahrungsmittelbranche haben beschlossen, das Streidamt zu ersuchen, eine Verfügung zu erlassen, daß sämtliche Geschäfte der Nahrungsmittelbranche an den Wochentagen spätestens abends V2Ö llhr geschlossen sein müssen. Aus einen Acht-Uhr-Ladenschluß konnte man sich nicht einigen. (Frst. Ztg.) Wetzlar, 10. April. Dem Vorntzenden der Handelskammer ist n. d. „Wetzl. Anz." die Mitteilung zugeganaen, daß die Aufnahme des Projekts der Solmsbachtalbahn in die diesjährige Nebenbahnvorlage von den beteiligten Ministerien eridgültig beschlossen ist. Der vom Kreis Wetzlar zu zahlende Beitrag zu den Grunderwerbskosten ist erheblich herabgesetzt worden. w Wormb, 10. April. Der Ehrenbürger der Stadt Worms, Frhr. Heyl zu Herrnsheim, stiftete anläßlich der Hochzeit s c i n e s ä l 1 e ft e n S 0 b n e s mit der Prinzessin von Psenburg-Büdingen der Stadt WormS ein nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Professor Fiicher zu errichtendes städtisches GesellschastshauS und stellte für diesen Zweck Mittel im Höchstbetrage von 300,000 Mk. zur Verfügung. Tas Gebäude soll mit einem größeren Fest- 'a al und Nebenräumen, sowie mit Volksbädern im Erdgeschoß und einem besonderen Vorbau für Ziviltrauungen im Anschluß an den Erweiterungsbau deS Rathauses errichtet werden. TaS Haus soll hauptsächlich zur Abhaltung von Kongreffen, Ausstellungen und für von der Stadt zu gebende Festlichkeiten dienen. Insbesondere wird die Stadt verpflichtet, wenigstens dreimal im Jahre Volksvorlesungen in demselben zu veranstalten. Marburg, 10. April. In der heute abend hier abgehaltenen gemeinsamen Sitzung der städtischen Körperschaften wurde zum Oberbürgermeister der Stadt Marburg der seitherige Bürgermeister von Iserlohn, Erwin Hölzer- köpf (ein Marburger), mit 20 Stimmen gewählt. Von den weiter inbetracht kommenden Kandidaten erhielten Beigeordneter Dr. Röttgen-Barmen 11 und Oberbürgermeister Dr. Bielefeld- Arnstadt drei Stimmen. Hölzerkopf steht im 34. Lebens- |al)re. — Nach einem Telegramm, das uns heute vormittag aus Marburg zuging, hat Bürgermeister Hölzerkopf die Wahl a b gelehnt. Frühkartoffeln zu oerr. Karl Euler, Harnmstr. 5. GriarrrcU-DraktrncL-nngen. Berlin, 11. April. Zwischen der Eisenerz-Gesellschaft Frankfurt a. M., der MetaUgesellscbaft Frankfurt, sowie der Firma Rawack & Gvünfeld in Beruhen und der Gewerkschaft Fernie in Gießen ist heute eine Interessengemeinschaft zustande gekommen. Die Gewerkschaft überläßt ihre gesamte Prodrlktion auf 10 Jahre der Gemeinschaft und ist am Gewinn beteiligt. Drirch die Jntereffengemein- chast wird der seit 1905 bestehende Vertrag zu Gunsten der Gewerkschaft nrodisiziert. Berlin, 11. April. Die Beschwerde des Abg. Erz- berg er beim Kammergericht, in der er das Recht der Reichstags- abgevrdneten zur Z e u-g n i s v e r w e i g e r u n g begründete, soll vom Kammergericht verworfen worden sein. Lelle, 11. April. Ans 9knlaß des Str ei kS der Zimmer- leutc, Erdarbeiter nnd Steinmetzen des Norddepartements kam es gestern in einem Srcinbruck tu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmen und Streilend'n. Ein Gendarmeriewacht- meister wurde durch einen Steinwurs schwer verletzt, und es wurde« mehrere Verhaftmigen vorgenommen. Petersburg, 11. April. Das Blatt „Rjetsch" verzmchnet daS Gerücht, daß die reaktionären Kreise alle Hebel in Bewegung setzen, daß, falls Stolypin zurücktritt, der Direktor der Bauernbank, Kriwotschan, zu seinem Nachsolgerer- nannt wird._____________________ Gießener Wetterdienst. «oranSsichtliche Witterung für Heften nm Freitag, den 12. April: Bleist trüb. Geringer Regen. Kühl. Veränderliche Winde. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Glessen. In der am 10. April in Steins Garten abgehaltenen Ver° iammlimg des Mietervereins wurde in einer Rede des Herrn Wohlnufth die Aeußerunq laut, daß keine der vielen hiesigen Korporationen, die sich mit städtischen Interessen befassen, den Mut gehabt hätte, Front gegen den prinzipiellen Beschluß des Stadtverordneten Kollegiums zu machen. Der Vorstand des Burger-- Vereins hat indessen im vorigen Jahre im Leib'schen Saale und Löwen zwei Vo-träge mit anschließender freier Diskussion über Kanalisation und Kanalgebühren abgehalten, und hätte Herr Wohlmuth sich schon früher für das in Frage stehende Thema intereffiert, so hätte er aus dem von dem Vorstand und dessen Referenten zufammengetrageuen wolhgesichteten Material aus vtelen Orten Deutschlands sich sehr- gut informieren können. Ter Vorstand des Bürgervereins wird wohl wie seither auch in Zukunft es als seine voriiehmste Pflicht ausehen, im besten Einvernehmen nüt_ anderen Korporationen an der gedeihlichen Entwickelung unserer Stadt mitu'arbeil-n. » Kleine Tagesckronil Ter Münchner Zirkus- bireEtor NiederHofer, der des Mordes an dem Kattf- mann Hendschel beschuldigt wird, hatte einen Artisten des Mordes bezichtigt, mit dem Hendschel nach England gereist und der auch mit ihm im Zirkusgebäude gewesen fein soll. Nach laugen be- mühungen ist es der Polizei gelungen, den Artisten in England aufzufinden und nach München zu zitieren. Gestern ivurde Niederhofer gegenübergestellt und sagte ihm auf den Kopf zu, daß er, Ntederhoier, allein mit Hendschel in den Zirkus gegangen sei. Seitdem sei Hendschel unsichtbar gewesen. Ntederhofer war nach der Konfrontation gatiz gebrochen. — Ter Leibarzt des Herzogs von Parma, Dr. Grissing, ist nachts bei der Station Pfeffstädt (Ceftr.) von einem Personenzuge abgestürzt und unter die Räder geraten. Sein Leichnam wurde zermalmt vorgeftmd-n. Nach einer anderen wenig glaubtvürdigen Version soll Dr. Greisstug ermordet unb die Leiche bann auf bie Schienen gelegt worden fein, um einen Selbstmord glaubhaft zu machen. Untersuchung wurde eingeleitet. — Ter unlängst in Goldberg verstorbene, angesehene Bankier Edgar Gr 0 ehe, der auf großem Fuße lebte, hat zahlreiche kleine Leute durch Veruntreuung ihres ihm anvertrauten Vermögens infolge unglücklicher Spekulationen schwer geichädigt. Ter Nachlaß reicht nicht einmal zur Einleitung des Konkurses aus. Tte Veruntreuimgen betragen über eine Viertel- million Mark. — In Metz wurde in dem Geräteschuppen der Wasserbaiiverwalung der Zimmermann Czarniltzki ermordet aiugesunden. Ter Schuppen war verschlossen. Ter Schlüssel steckte in der Tasche des Toten. Ta em erheblicher Geldbetrag bei dem Ermordeten gefunden wurde, wird ein Racheakt angenommen. Ter Zustand der Leiche schließt einen Selbstmord aus. — In Lissa - hon brach in einem von 18 Parteien bewohnten Hause in der letzten Nacht Großfetier ans. 15 Personen sind um gekommen. Tte meisten sind verkohlt. Zuletzt wurde eine Atutter geborgen, die ihre beiden Kinder umschlungen hielt. Mehrere Feuerwehrleute haben Verletzungen erlitten. Die Polizei nahm 3 Verhaftmigen vor. Ein Tlietcr des ersten Stockwerkes, der seine Möbel über den Wert versichert hatte, ist der böswilligen Brandstiftung verdächtig. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. Schmidt. 2570 II. Fritz Nassauer, Neuenweg 15. Cnk VXlXXttWT. jj & IS* Be-Jeni cmpkMen ae$ £? Zimmer Verkäuferin | Verschiedene j 024361 Allendorf (Lahn. Eberstratze », p 240ö| Wllrthtinnfl mit Gart, zu verm. ^vvyrruue; 24101 Schützenstr.13. noch eintrelen bet [2222 MauSdurg 7. 02475 Schön möbliertes [2308 Dienftmädchen^ukhÄ aus 1. Mai cd. früher gesucht. 24181 22etz!arer Weg 37, N. TüDiger Pftröekueßt und ein Arbeiter rönnen eintret. 2-1381 Fcrd. Burk, ttunstmühle. Mngks Hausbürschche« für sofort gesucht. [2512 CafS Nmend. Anst. Arbeiter können Logis erhalten. Gr. Attthlgasse 38, Mans. 02476 Ein älteres MädchenZ wünscht Stelle als Hausmädchen b. einz. Dame od.alt. Ehepaar. Näh. Wetzlar, Kl. Pariser Gasse 5, p. l. Wohn u. 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