157. Jahrgang Erstes Blatt G u. Land" und „Gerichts- Aller Voraussicht kommen. daran denken." % '(£. Hetz; für den iizefqenteil: H. Beck. die Post Mk.2.— viertel- jährk. ausfchl. Bestellg. ZeilenpretS: lokal 15Pf* auSwartS 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: Idee jetzt lebensfähig ist. — Auf der zurzeit in Berlin stattfindenden Aus- ste llung für räumlich kleine Erfindungen erregt eine Erfindung Aufsehen, um Schwerhörige besserhörenzumachen. Der Elektrizität scheint der Fortschritt Vorbehalten zu sein, auch die Schwerhörigkeit zu beheben. Der Apparat besteht aus einem sehr empfindlichen Mikrophon von Handtellergröße, das der Gebraucher an einen Knopf seines Rockes hängt oder sonst wo an-, gemessen an sich befestigt, in einem ebenso großen Telephon, das durch Doppeldraht in üblicher Weise mit deml Mikrophon verbunden ist und vom Gebraucher entweder ans Ohr gehalten oder durch einen Bügel in eine feste Lage zum Ohr gebracht wird und endlich in einer kleinen Trockenbatterie, welche in die Leitung Mikrophon-Telephon in Gestalt einer Zweigleitung eingeschaltet ist und die man bequem in der Tasche trägt. Die Funktion des Apparates ist klar: die vom Mikrophon, das erheblich größer als die Ohrmuschel ist, zum Telephon weiter gegebenen Schallwellen erfahren durch den von der Trockenbatterie gebrachten Succurs bei Erregung der Telephonmagneten eine Verstärkung und treffen demnach sowohl in konzentrierter als in verstärkter Form an das Trommelfell des Hörenden. Die Erfindung, welche von einigen Berliner Spez.ialürzten werten: Alan verabrede: privatim mit jedem, den inan ür verständig genug hält, den militärischen Gruß. Natürlich besteht hierbei die Verpflichtung, uneingeweihte Begleiter auszuklären. „Man wird", so meint der Darm- tädter Herr, „überrascht sein, welche große Erleichterung man bald empfindet und auch vorderhand ohne Abzeichen die betreffenden Personen in um so angenehmerem Gedächtnis behalten. Man wird erstaunt sein, wieviel ern- ichtige Persönlichkeiten mau findet ai/h- unter solchen, wie Damen und Militärs, die selbst keine Vorteile davon haben. Natürlich wird cs vorkommen, besonders im Anfänge, daß jemand aus Vergeßlichkeit wieder den Hut zieht., Tann verfalle man ja nicht in denselben Fehler, man salutiere nur um so freundlicher und erinnere ihn an das Ab- Voraussicht nach wird er das zweitemal Nun g'uch sehen wir zu, wie weit diese General-Anzeiger für Oberhessen Hototioiuörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 5i-indruckerrt. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - §chuiftr«h« T. W, Abdul Asis in Rabat zahlbar. Auch der Gegensultan Muley Hafrd braucht Geld und da er nun seines Geldmangels wegen befürchtet, in gewissen Gebieten schlecht ausgenommen zu werden, hat er den Plan, ebenfalls nach Rabat zu gehen, ausgc geben. Tie „Köln. Ztg." meldet aus Tanger unter dem heutigen Datum: Der französische Konsularagent in Marakesch brachte für die französische und spcmijche Regierung Briefe Muley tzafidö hierher, die von den betreffenden Legationen angenommen wurden. Muley Hafrd schreibt, darin die Vorgänge in Casablanca einer Verkettung ungünstiger Umstände zu und spricht die Hoffnung aus, daß es ihm gelingen werde, selbst die Ordnung wiederherzustellen, so daß kein Grund zur Unzu- riedenheit mehr vorhanden sein werde. . lieber einen recht bedauerlichen Vorfall wird aus Paris nemefoet. Hiernach ergriff in Casablanca der Kaufmann Zerrten, ein Franzosc^a uffri s ch e r Tat 2 spanische Bildhauer. Hoffentlich kommt diese Idee in den Jubiläumstagen zur Verwirklichung. Vom Grüßen. Wir lesen in anderen Blättern: Die Sille des H n t a b n e h m e n § auf der Straße, gegen die schon" ost hygienische Bedenken vorgebracht wurden, soll nach der Idee des Grasen Harrach, des bctannten Besitzers der weltberühmten Gemäldegalerie in Wien, durch Einführung des militärischen Grußes ersetzt werden. Die Mitglieder des Vereins, dessen Vorsitzender Gras Harrach ist, sollen als Abzeichen eine rotweiße Kokarde, die links am Hute befestigt wird, erhalten und verpflichten sich, auch Damen und Vorgesetzte lediglich durch Salutieren m artigen. Nur sür Mitglieder des Kaiserhauses foll das Hutabnehmen als Antziiahmegruß bestehen bleiben. Gräfin Harrach geb. Prinzessin von Thnrn und Taxis, Oberhofmeisterin des Kagers von Oesterreich unterstützt ihren G a t l e ii b e i d e r D u r ch f ü h r u n g feiner Reform." ... r. Auch in Darmstadt macht sich, wie wir im „Darms!. Tagebl." lesen, eine starke Strömung zugunsten dieser Reform geltend. Wir bezweifeln aber stark, daß diese so alte — als vernünftige Idee jetzt endlich allgemein ziir Geltung sich wird bringen lassen. Wie oft schon ist dieser Vorschlag in der Presse aufgetaucht, ohne daß er je von weiteren Erfolgen begleitet war! Unlängst blätterten wir in einem alten Bande des Gieß. Anz." an§ den 40er Jahren des vor. Jahr- hitnderts, unb sanden da, daß auch hier in Gießen eine Anzahl angesehener Männer, namentlich Professoren, eine Art Verein damals gegründet hatten, der die alte Grußform des Hutabnehmens durch die militärische Grußform ersetzen wollte. Wie aber die Bemühungen dieses Vereins keinen dauernden Erfolg anfzuweisen hatten, so wird wohl auch des Wiener Grasen Harrach neuer Verein u. E. nur ein kurzes Dasein fristen. Denn eine jo uralte Sitte, wie die des Hutabnehmens, so ivenig sie auch für sich hat, läßt sich nun einmal, alter Erfahrung zufolge, nicht ausrotten. Immerhin könnte man ja wieder einmal den Versuch bei uns in Gießen machen. Im „Darmstädter Tageblatt" wird von einem Darmstädter Herrn empfohlen, bis zur endgültigen Konstituierung eines solchen auch in Darmstadt zu begründenden Vereins, (die natürlich allenthalben mit Aussicht auf Erfolg nur unter dem Vorsitz von be- onders einflußreichen Persönlichkeiten vor sich gehen konnte) einstweilen die Idee in folgender Weise praktisch zu ver-- Nr. 214 Erscheint täglich anbei Sonntags. Dem G'eßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener §amltten- blülter viermal in der Woche beigelegt und «weimal wöchentlich daö Krcisblatt für den Kreis Stehen. Fernsprech-An- fcblub s. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen, Anzeige» Gießen. Annahme wn Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Nach dieser Richtung hin treiben unzweifelhaft die Tinge und es steht außer Frage, daß man in der Donaumonarchie keinen sehr freundlichen Zeiten entgegengeht und die innere Situation birgt manche schweren Gefahren für den Bestand der Monarchie in sich/ Donnerstag 12. September: 1907 Bezvgäpret-, monatlich 75 Pf«, vierteljährlich M. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch Are Aonaumonarchre.. In Wien ist jetzt das ungarische Kabinett eingetroffen, um mit den österreichischen Kollegen endlich zu einer Erni- aung in der Ausgleichsfrage zu kommen; ob dies aber wirtlich gelingen wird, ist nach dem jetzigen Stande der Tinge mehr als zweifelhaft. Seit langem bemüht man sich, wieder geordnete Verhältnisse in den beiderseitigen Beziehungen eintreten zu lassen, aber immer vergeblich uno mehr als einmal mußten die eingeleiteten Verhandlungen vollständig resultaUos abgebrochen werden. Nun hoffte man endlich nach den bisherigen vergeblichen Versuchen jetzt eine Einigung zu erzielen; hüben wie drüben war man sehr optimistisch gestimmt und erwartete mit Sicherheit das Zustandclommen des Ausgleichs. Es hieß ja baß in den Hauptfragen eine Einigung erzielt worden [ei und nur noch einige nebensächliche Punkte zu erledigen wären, nun aber stellt sich heraus, daß diese „nebensächlichen" Punkte gerade die Hauptsache sind, nämlich die Verlängerung des Ende 1910 ablaufenden Privilegiums der österreichisch-ungarischen Bank bis Ende 1917, dem Ablausstermin der Zoilgcmeinschaft und die Erhöhung der ungarischen Veitragsquote sür die gemeinsamen Ausgaben, was beides von Oesterreich geordert wird. Wenn man die obwaltenden Lisferenzpunkte geflissentlich als weniger bedeutend hinstellte, so geschah dies wohl in dem Glauben, daß es doch gelingen werde, durch gegenseitige Nachgiebigkeit eine Verständigung herbeizusuhren. Ta platzte wie eine Bombe ein in der „Neuen Freien Presse" enthaltenes Interview mit einem ungarischen Staatsmanne dazwischen, worin dieser erklärte, daß die ungarische Re- aierung weder in der Bank- noch in der Quotenfrage Vereinbarungen treffen wolle, weil die Bankfrage augenblicklich nicht afut wäre und die Quotenfrage vor das Parlament gehöre. Diese Nachricht rief erklärlicherweise in der österreichischen Neichshälfte lebhafte Erregung iyerbor und das offiziöse „Wiener Fremdenblatt" antwortete mit einer geharnischten Erklärung, wonach es keinen Ausgleich gebe, ohne gleichzeitige Erledigung der beiden Fragen. Mr ob wieder großer Sturm im ungarischen Blätterwald, wo man sich sogar zu den schärfsten Drohungen verstieg; ein führendes Organ erklärte sogar, daß Ungarn leicht in die Lage kommen könnte, die Gemeinsamkeit auszugeben, und daß Ungarn dann auch ohne Oesterreich leben könne, ja sogar auch gegen Oesterreich, wenn es Ale ^rge in Marokko, Tie „Nordd. Ällg. Ztg." bestätigt jetzt die Nachricht, daß der Reichskanzler den in Casablanea geschädigten Deutschen einen Vorschuß von 250 000 Mk. aus der Reichskasse gewährt habe unter beut Vorbehalte späterer Erstattung durch die dazu Verpflichteten und der nachträglichen Genehmigung. durch den Reichstag. Bekanntlich steht Frankreich aus dem Standpunkte, daß Marokko die Entschädigung aufzubrinaen habe. Bis dahin kann freilich noch geraume Zeit vergehen und die geschädigten Deutschen bedürfen schneller Hilfe. Unter diesen Umständen ist das schnelle Eingreifen des Reichskanzlers aufs freudigste zu begrüßen. Tie Lage in Casablanca hat sich inzlvischen nicht geändert. Ten Franzosen ist es aber mittels eines Fesselballons gelungen, die Stellung der Marokkaner auszu- kundschasten. Es ist festgestellt, daß die Marokkaner Verstärkungen erhalten haben. Verflossene Nacht sanden in der Nähe des spanischen Lagers Angrifse statt. Tas ganze spanische Lager wurde alarmiert und Mi- trailleusenschüsse gegen die Marokkaner angewandt.. Wie aus dem marokkanischen Lager berichtet wird, sind diejenigen Stämme, welche an den mörderischen Kämpfen bereits teilgenommen haben, sehr entmutigt, und wollen von neuen Angriffen nichts wissen. Die Stämme, welche in letzter Zeit eingetrofsen sind, sind von großem Eifer erfüllt und erwarten neue Ueberfälle der Franzosen. Ministerpräsident Clemenceau hat gestern erklärt, daß ihm weder vom Admiral Philibert, noch von General Drude eine Mitteilung von einem Fieberansall des Letzteren zugegangen sei. General Drude sei vielmehr vollkommen gesund. Es hat sich also wieder einmal um leere Gerüchte gehandelt, als es hieß, daß Drude infolge einer Erkrankung seine Operationen gegen die Marokkaner habe einstellen müssen. * Die längst angekündigte Reise des Sultans Abdul Asis nach Rabat ist nach den letzten Meldungen aus Tanger nun endlich zur Tatsache geworden. Bemerkenswert ist es ferner, daß die marokkanische Staatsbank dem Sultan Abdul Asis eine Million Fragen vorstreckt. Tie Hälfte der Summe war in Fez, der meft ist bei der Ankunft von Rleines Feuilleton. — Zur 3. Säkularfeier des Gießener Gymnasiums, Unserer in Nr. 131 der ;,Fam.-Bl." ausgesprochenen Bitte an alle ehemalige Gießener Gymnasiasten, aus ihren Schulerinnerungen Frohes und Trubes von allgemeinerem Interesse, sowie Charakteristisches von bedeutenden Lehrern und ^Nitschülern zur Veröffentlichmrg uns mitzuteilen, ist bisher nur von wenigen entsprochen worden. Ein paar Herren haben uns Mitteilungen, namentlich Anekdoten, in Aussicht gestellt. Ein Herr sind. arch. Im. Ludw. Barthels in Aschaffenburg, der von 1896—99 unter der Direktion Schiller oas Gymnasium besuchte, aber gibt in einem längeren Schreiben, in dem er aus seiner Schulzeit wertere Kreise Interessierendes leider nicht mitteilt, eine recht beachtenswerte Anregung. Er schreibt: Mein Vorschlag dürfte sicherlich manchem, wenn nicht allen ehemaligen Gießener Gymnasiasten aus der Seele gesprochen fein'; es ist der, zur Feier des bevorstehenden Jubelfestes' einen Bund bezw. Verein ehemaliger Schüler des Gießener Gymnasiums zu gründen, wie er an vielen andern Schulen schon besteht, zur Freude der Mitglieder, zunt Rußen der Anstalt. Dadurch ioürde das Gefühl der Zu sammenge h ö r i g k e i t auch im ferneren Leben a u f r e ch t c r b a 11 e n, die Erinnerung an gemeinsam verbrachte Jugendzeit aufgcfrischt und vielleicht könnte manches Gute für die Schule und einacuie Schüler in Zukunft daraus entstehen. Ich denke dabei, daß sich der Verein eine Kasse anlegt, in die die Mitglieder einen kleinen Jahresbeitrag einzahlten, und die dann jedesmal nach einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren dem Gymnasium zur Verfügung gestellt würde, entweder zur Bereicherung seiner Sammlungen, Lehrmittel und Bibliothek oder aber zur Unterstützung eines befähigten., armen Schülers! Würdiger könnten wir kaum ünserm Dank amaßllch der dritten Säknlarseier Ausdruck verleihen! Erforderlich wäre es, daß möglichst einige vrtsangescssene frühere Schüler des Gym- nasiums sich für den Plan erwärmten und dessen Ausführung in die Hände nähmen; — er wird um so leichter gelingen, da die meisten,Sck)ülcr Hessen sind und damit, wie man sagt, die Kirche 1111 ^W?r halten diesen Gedanken sür nicht übel. Tas Ber- mögen eines solchen Vereins konnte in der Tat sehr nntzbrm- gend verwendet werden, sowohl in der angedeuteten Weise, als auch z. & zur künstlerischen Ausstattung der Schulz immer, zur Beschaffung guter Reproduktioneü von den besten Werken unserer yeroorragendsten Maler und L. Anderson; f. Feuille- wn und .Vermischtes" P. Wittko; für »Stadt sein mässe. , , So stehen jetzt die Tinge und es ist nicht abzuseyen, wie die beiden Kabinette, die sich jetzt zum letzten entscheidenden Wafsengang angeschickt haben, zu einer friedlichen Lösung gelangen können. Eine schwere Krisis ist un- ausbleiblich und man wird möglicherweise mit dem Ruck- tritt eines der beiden Kabinette, vielleicht beider Ministerien zu rechnen haben. Verschärft wird aber die Situation dadurch, daß auch ein neues ungarisches Kabinett kaum auf die österreichischen Forderungen eingehen würde, weil es befürchten müßte, beim Parlament auf Widerstand zu stoßen. Eine Auflösung des Parlaments würde wahrscheinlich auch nicht viel nützen, da sicherlich die Unav- hängigleitspartei in der Mehrheit bleiben wurde, denn dank einer unablässigen unö skrupellosen Agitation der Kossuthianer herrscht im Lande die tiefste Abneigung gegen Oesterreich und man sähe lieber heute als morgen nicht bloß die wirtschaftliche sondern auch die politische Trennung. ____________ DentZches Reich. Berlin, 11. Sept. Die Tab aksteuer ist in letzter Zeit sehr häufig Gegenstand der Erörterung in der Presse gewesen. Wie heute einem Mitarbeiter des „B. T." int Reichsschatzamt erklärt wurde, stehen zurzeit mehrere Steuerprojekte zur Erörterung. Tatsache ist, daß man im Reichsschatzamt an der Ueberzeugung festhält, daß gerade der Tabak durch eine andere Ausgestaltung der Steuer einen wesentlich höheren Ertrag abwerfen könnte. — Die Enquete über die sexuelle Aufklärung der Juaend wird im Kultusministerium eifrig weiterbetrieben. Ein Beschluß kann erst nach Abschluß der Um- srage gefaßt werden. Solingen, 11. Sept. In der Spionage- afsäre sind insgesamt 14 Verhaftungen erfolgt. Zwei verhaftete Zivilpersonen sind inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das gegen Schiwara eingeleitete Hoch- verratsversahren ist auf vier Mitschuldige, die nicht dem Soldatenstande angehören, ausgedehnt worden. Kaisermanöver. Höxter, 11. Sept. Die blaue Partei wurde gestern auf der ganzen Linie zurückgedrangt. Sie hatre, nachdem noch nachmittags kleinere Gefechte startgefmiden hatten, abends Stellung nördlich Warburg mit Der Front gegen Norden eingenommen. Die rote Partei war nachged: ang. . und stand, mit der Front gegen Süden dem Gegner ziemlich dicht gegenüber mit dem Zentrum bei Packelsheim. Es gelang der roten Partei, auch heute, die blaue Partei überall auf Warburg zurückzuwerfen. Der Kampf begann, zeitig, doch waren beide Parteien lange Zeit durch dichten Nebel behindert Später war das Wetter sehr schön. Der Kaiser traf im Automobil von Wilhelmshöhe im Gelände ein, während die Manövergäste mit Sonderzug anlangten. Gegen 10 Uhr wurde das Manöver für beendet erklärt. Der Kaiser hielt Kritik ab und kehrte sodann nach Wilhelmshöhe zurück. Der Kaiser hat zahlreiche Orden unb Auszeichnungen verliehen. Der Abtransport der beiden Armeekorps erfolgt innerhalb zweier Tage, doch ist derjenige der Truppen des zehnten Korps um 24 Stunden verschoben worden. Der Personenverkehr wird fahrplanmäßig aufrechterhalten, der Güterverkehr am ersten : Tage eingeschränkt. ii ii■—iiir in 11 jawrorTii—i tNnnrr ote Soldaten, die seinen am Südende der Stadt belegenen de? Donau- Laden zu p l ü n d e r n begannen. Mit Hilfe des Bankbeam- oer » ten MaMn gelang es, die Soldaten einer , panischen Patrouille zu überlieserin Ter Führer der Patrouille, ein Leutnant, hat die Soldaten entkommen lassen. Das französische Konsulat untersucht die Angelegenheit. Ter Kabinettschef Clümenceau erklärte der Presse,^ datz er aus Casablanca nur insormiert worden sei über die Verhaftung zweier Spanier unter der Anschuldigung der Plünderung. Weiter erklärte er, oap von der Nachricht, wonach der französische und deutsche Vertr-ter in Langer zurüüberufen werden sollen, der Negierung nichts bekannt sei. Regnault erfülle sein Amt zur größten Befriedigung und Deutschland könne seine Zuruct- ,erusung nicht verlangen. _____ Morenga unterwirft sich. Berlin, 11. Sept. (W. B.) Nach telegraphischer Meldung des Gouverneurs von Südwestafrika befindet sich Moreuga mit 12 Kaffern und acht Gewehren in der Gccmsib-Bucht. Er hat um Aufnahme in das Bon- delzwart-Abkommen gebeten. Der Gouverneur ließ Moreuga daraufhin mitteilen, daß er bereit sei, die Unterwerfung anzunehmen, falls Morenga die Waffen ab- liefere und friedlich im Lande zu leben verspreche. Tue er das, so werde er wegen seiner Straftaten nicht zur Verantwortung gezogen werden und die Möglichkeit zum Leben durch Viehhaltung haben. — Die Umgen sind noch nicht zum Abschlüsse gelangt. renden Generale des 10. und 7. Armeekorps v. Stünzner unt) Freiherr L. Vissing den Schwarzen Adlerordcn. Dem Chef des Generalstabes, v. M o ltke wurde das Gcoß- kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und der lönia- lichcn Krone verliehen. E h r i st i a ni a, 11. Sept. Der frühere Vertcidiaungs- minrster Oberst Georg S t a n g ist g e st o r b e n. o §.e M i n q fo r § , 11. Sept. (Svenska Telegr.-Byran.) ^zm finnischen Landtag sprachen sich bei der heutigen Te- batte über die Bewilligung von 20 Millionen Mart für die Militarausgaben des Kaiserreiches die Sozialdemo-! kraten und Agrarier dagegen aus, während die Schweden und Altsinnen für die Bewilligung eintraten. — Am Schlüsse der Verhandlungen des finnischen ?aU'£rta«0eg die Bewilligung von 20 Mill, finnische Mark für die M i l i t ä r b e d ü r s n i s s e d e s r u s s Reiches wurde der Vorschlag des Präsidiums auf Ver- werfung des Gesetzentwurfes an die Frnanzkomrnisfion an-I genommen. Aus StnSt uns Lund. Gießen, 12. September 1907. 'Hülfe f ü r H e r b st e l n. Zu den bis gestern quittierten 4984,58 Mk. gingen bei unserer Geschäftsstelle weiter ein - Von der Gemeinde Grüningen durch Pfarrer Beckel 55 Mk * H- Weber in Odenhausen 2,15 Mk.; zusammen bis jetzt 5 0 4 1,7 3 Mk. — Unsere Geschäftsstelle nimmt gerne weitere Gaben entgegen. — Der Internationale Friedenskongreß beschloß nach längerer Beratung, an die Haager Konferenz ein Schreiben zu richten, worin die Befriedigung über die bisher erreichten Resultate ausgesprochen, aber anderseits betont wird, daß das Endziel der Konferenz nicht die Reglementierung des Krieges, sondern seine Ersetzung durch eine vollständige Organisation des Völkerrechts durch einen allgemeinen Vertrag über ein dauerndes obligatorisches Schiedsgericht sein müsse. Das Schreiben drückt den Wunsch aus, daß ein permanentes allgemeines Komitee aller Mächte im Haag eingesetzt werde zur Vorbereitung einer weiteren Friedenskonferenz, welche das begonnene Friedenswerk weiter fördern soll. Der Kongreß nahm ferner eine Resolution an, in der ausgesprochen wird, eine Natron ehre sich selbst, wenn sie nicht zum Kriege, sondern M einem Ehrengericht Zuflucht nehme, um ihre Ehre zu wahren. Dagegen wurde nach längerer Diskussion der erste Teil dieser Resolution zurückgezogen, der besagt hatte, der Kongreß ist der Ansicht, daß eine Nation, sowohl, w(^ ihre Ehre, als was alle anderen Fragen betrifft, sich mchi^i^^iuzig maßgebenden Richter betrachten darf. _ . Ordensverleihung. Die gestern erwähnte Ordensverleihung erfolgte an den Bahnhofsvorsteher Rudolf i Ploch,. früher in Stockheim und jetzt hier und nicht an dessen Sohn, den Gütervorsteher. Herr Ploch sen. erhielt die Auszeichnung aus Anlaß seiner zum 1. Okt. erfolgten Versetzung in den Ruhestand. ! ** V o m Taufstein-Turmbau. Gegenüber den übertriebenen Nachrichten von einein schweren „Unfall" — so sogt ein Berichterstatter sehr schön - beim Bau des Bismarckturms können wir als zuverlässig mitteilen, daß die ,, eiten am Vismarckturm in vollem Betriebe weiter vor- warts schreiten. An dem bis dahin aufgeführten Basaltmauerwerk hat sich durch das immerwährende Regenwetter uud den oben herrschenden Nebel ein Teil Mauerwerk los- gelost. Eme dieserhalb an Ort und Stelle tagende Kom- Mislwn kam demgemäß zu der Ansicht, den weiteren Auf- Verwendung von Ziegelsteinen zur Ausführung zu bringen. I besorgt war, bet denen er mit echt sozialpolitischem Sinn und Wirken das schönste Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen verstand. Ein sehr ehren-- I ?otler Glückwunsch ging dem Jubilar auch zu von dem i lächeren Besitzer des Bergwerkes, Herrn Fernie in London ! dessen Hauptbevollmüchtigter Herr Pascoe heute noch ist' u . der die Umsicht, Zuverlässigkeit und Treue seines Vcitheljcrs stets zu schätzen wußte. Auch frühere, nunmehr gleichfalls in Ruhestand befindliche Beamte des Direktors kamen und sprachen ihrem früheren Vorgesetzten herzlichen Dank und aufrichtige Glückwünsche aus; und am Abend brachten Arbeiter und Beamte des Braunstein, bergwerkes dem verehrten Jubilare eine herzliche wohltuende Huldigung dar. Außerdem brachte eine Musikkapelle ein Ständchen. Aber auch über das Bergwerk hinaus mit allem, was dazu gehört, hat man gestern des fünzig- jahrigen Ehrentages des Herrn Direktors Pascoe oedacht Hat er doch, früher int Dienste und auch heute noch im Ruhestande, Jahr aus Jahr ein reichliche Unterstützungen für Arme und Kranke, für Wohltätigkeits-Vereine und Anstalten, insbesondere für Kleinkinderschulen, hier und in den umliegenden Orten, aus der Hand des Herrn Fernie vermittelt. Seiner Fürsprache waren diese Gaben in erster Linie zu danken, und freundlich nahm er alle Bitten auf. Als Zeichen der Dankbarkeit und Hochachtung sind darum dem Jubilar gestern auch Glückwünsche dargebracht worden von feiten solcher Vereine und Anstalten, hauptsächlich auch von Pfarrern, die seinen wohlwollenden Sinn reichlich erfahren durften. Auch manche einzelne Bedürftige, denen der Jubilar Wohltat erwiesen hatte haben ihren dankbaren Glückwunsch ausgesprochen und haben abermals reich beschenkt das festliche Haus vcr. lassen. Das Schönste und Erhebendste für Herz und Gemüt des geehrten Herrn Jubilars, und zugleich seiner Frau Gemahlin, war es aber doch, daß der gestrige Tag dem Ehepaare die Kinder und Kindeskinder in großer Schar aus der Nähe und Ferne in das Haus führte, daß dadurch den Elteruherzen die höchste Freude und Erquickung bereitet wurde. Wie vor 10 Jahren -das vierzigjährige Drenstjubiläum des Herrn Direktors Pascoe mit einem glanzenden Bergmanns- und Knappschaftsfeste öffentlich ge- feiert worden war, so wurde der gestrige Ehrentag für das Haus Pascoe doch hauptsächlich ein liebliches Familienfest. Möge nun unter Gottes Segen dein vielgefchätz- ten Jubilare noch manches, manches Jahr eines schönen Lebensabendes im Kreise seiner Familie und Freunde beschert werden! ** Bei dem Schiedsgericht für Arbeitete er- srcherung tn oer Provinz Ob er Hessen zu Gießen 5etr“-8 ,ble btt im Jahre 19 06 anhängigen Renten- 4^0'ai kl-errD°n ^fallen auf: die Landes-Versichc- rungs-Anstalt Grogh He,sen zu Darmstadt 113, die land- “nb pptw. Berufs-Genossenschaft für das Großh. Hessen zu £te Landes-Versicherungs-Anstalt „Hanno- ®er, ,V, ßfrofef)- Provinztaldiretlion Starkenburg 1, 19 ae= toer'? trC§e -ubcl öas ganze Reich sich erstreckende Berufsac- nosfenschasten 13t Streitsachen. Erlevigt wurden 424 Streit- u”b Zwar: in Jnvaliden-Versicherungssachcn: zu Gunpen der Landesverjichernngs-Anstalt 54.46 Proz zu Insten der Versicherten 44.55, auf andere Weise 0 99- in land- und forstwirtschaftlichen Unfallsachen: zu Gunsten'der Berufsgenossenschaft 49.5( zu Gunsten der Versicherten 45 auf andere Weise, 5.5; tn gewerblichen Unsallsachen: zu Gmisten der Beru,sgeno,senschasten 52.46, zu Gunsten der Versicherten.41.80, auf andere Weise 5.74 Proz. Oefsentliche gehalten" ba5 Schiedsgericht int Jahre 1906 31 ab- - "tttwsetts bewahrt wurde, hat der Jüngling und der Mann zu ;eder Zeit und bei allen Anforderungen seines oft schweren Amtes gerechtfertigt. Dies trat auch an dem gestrigeu Tage in ehrender Weise für den Jubilar hervor tmrCW1TT- 11 r Bedeutung des Tages für Herrn Pascoe nur Wenigen bekannt geworden. Allein der Jubilar wurde dennoch viel geehrt und erfreut, vor allem durch Glück- wunschschretbcn der Großh. Hess. Oberen Bergbehörde in S Bergmeisterei Darmstadt und der Knapp,chaftsberufsgenvssenschaft in Saarbrücken. Mit Tüwtwkl!i? SS£rtrm 1)06611 oicfe Behörden seine allseitige j Züchtigkeit und hervorragenden Leistungen hervor sowohl für das Bergwerk selbst, das er durch neue Einrichtungen nrT6 B^bsweise zu mächtigem Aufschwung ten^ ru h feme Bergleute, Knappen und Beam- ' ö" deren Bestem er in humanem Wohlwollen stets | ^eer und Flotte. * Berlin, 11. Sept. Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht in einer Sonderausgabe eine große Reihe von Veränderungen namentlich in höheren Stellen. Gencral- svberst v. L i n d e q u i st wurde von der Stellung als Gencral- ilnspekteur der 3. Armeeinspektion enthoben und zur Disposition gestellt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige kommandierende General des 14. Armeekorps v. Bock und Pol ach ernannt, während dieses Korps Frhr. von Hviningen, Gen.-Lt. und Komm, der 30. Div. unter Beförderung zum Gen. d. Inf. erhielt. Zum General- inspekteur der ueugebildeten 4. Armeeinspektion wurde Ler komm. General des 1. Armeekorps Frhr. v. d. Goltz ernannt. An seine Stelle tritt der bisherige komm Ge- £eraIo?^ 5; Armeekorps Kluck, zu dessen Nachfolger Gen.-Lt. Graf v. Kirchbach, Komm, der 17. Division unter Beförderung zum Gen. d. Inf. ernannt wurde. - Ter „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine große An- W von Auszeichnuitgen aus Anlaß des üiesjähriqen Karser-Manövers. Es erhielten u. a.: die kom nandie- .. "r Lang-Göns, 11. Sept. Die hiesigen Fünfziger hielten ihre Jahresfeier ab. Alle hier 1857 Geborenen hatten Einladung erhalten und waren erschienen. Auch ein Amerikaner, Joh. Becker halte der Einladung Folge geleistet. Am Abend brachte der Gesangverein „Germania" ein Ständchen. Gerichtsvollzieher Wagner von Homberg ! bankte in vortrefflichen Worten dem Verein für seine schönen Leistungen. Die Feier nahm einen schönen Verlauf. r . $z. IT ^pt. Amt 10. d. Mts. fanb, wie schon kurz b^^chtet, bic ErganzungSwahl der GemLinderats' hier statt. Wieder-, abgeschiedenen Mitglieder: August >zhnug und. Ludwig Scherfs. Erfreulicherweise Leigten untere Vrnger uuch wieder an dieser Wahl reges Interesse, stimmen mehr als bei der letzten GemeiuderalS-- wahl i setzen. Aus bei» Zarenreiche. Kisch ine w, 11. Sept. Auswärts verbreitete Gerüchte von emem Progrom, das hier stattgesunden haben Ruhe tnb unbegründet. Hier herrscht völlige und Elektrotechnikern gemeinsam gemacht wurde, wird als für Schwerhörige hochbedeuteud bezeichnet. — Eine interessante Schule zum Studium der L^deseutwicke/ung ist die von Professor Alfred Binot gegründete, ^oie dient in erster Reihe der ivisfenschaft- Unter«uchung. e-ie ist mit zahlreichen ^lpparateu ausge-- ^^sung von Kops, Händen, Muskelstärke, Auam- licht, Gehör, 5'arbern- und ^on)iim, Empfindlichkeit und Körper- ^aft Lungenrapaziwt rc. , dienen. Jedes Kind, ba# in bfef« zugelapen wrro, ersähet genaueste Untersuchung nach allen jtrcf)tungeii. Vor allein werden jene Erscheinungen, die man bi^ zmf Defekte ansah, in erster Reihe öf«,.unb man ist bemüht, fiel viy ec oor 1 ®101 r Wiebes verdienen volle Luerkenmnig^. ' ^aö eV/ ^m5pcl — Wie dem B. T. gemeldet wird,'bat hm i n em neues Bühnenwerk vollendet. (5s trägt Dummkopf" und wird am Wiener Burgtheate^^zur "Eick- aussuhrung gelangen. J °ur iß et er § bürg, 12. Sept. General Nowicki erteilte m Odessa der Poltzci den Befehl, die erste und wichtigste Aufgabe der Polizeisei die Beruhigung der durch ore svrtgefetzken Unruhen erregten Bevölkerung. Er werde Umstünden weitere Ausschreitungen dulden Rvwtckr hat die Revieraufseher verpflichtet, zweimal täglich Häuf er ihres Reviers zu inspizieren und sich von dem Wohlbefinden der Bewohner zu überzeugen. Die Verfügung des Generals hat einen günstigen Eindruck gemacht. I r k u t s k 11. Sept. Vier R e v o l v e r s ch ü s se sind gestern gegen den Leiter der Geheimpolizei avae- feuert worden, als dieser im Wagen durch die Straßen der Stadt fuhr. Er: wurde tödlich verletzt. I — Aus Zemliamsk wird gemeldet, daß eine große o o u e r s v r u n ft 84 Bauernioohnungen zerstörte und ebenso große Vorräte an G?r,te vernichtet hat. Ter Schaden wird auf über 200 000 Rubel veranschlagt. Eine Havarie des Zarenschiffes^ ' Hangos (Finnland), 11. Sept. (Petersb. Tel.-Aa.) -vre K a i s e r l i ch e ^5 a ch t „S t a n d a r d" stieß heute nachmittag um 41/2 Uhr bei Horsoe uiiweit Hangoe auf einen unter der Wasseroberfläche befindlichen Felsen. Ein Rettungsdampser ist aus Reval an der Stelle der Havarie eingetro,fern Ferner befinden sich dort sieben Torpedoboote die dre ^acht „Standard" begleiten. Kaiser Nikolaus und die KaiserliaieFamilie sind anBord der„Stan- dard" gebliebeii. ,z H § 63 des Handelsgesetzbuch. Berlin, 11. Sept. Wie der „Lokal-AnzR mitteilt, hnrb dem Reichstage im bevorstehenden Sessionsabschnitt ein Gesetzentwurf betreffend den § 63 des Handelsgesetzbuches zugehen. Wie verlautet, wird beabsichtigt, der Bestinimuiig des §63, wonach der Handlungsgehilfe im Falle einer unverschuldeten'Erkrankung Anspruch auf ein Gehalt von sechs Wochen haben soll, den Charakter zwingenden Rechts beilegen, so daß in Zukunft der Abschluß von Verträgen unstatthaft sein würde, durch die der Handlungsgehilfe verpflichtet werden könnte, für den Fall der Erkrankung auf sein Gehalt ganz ober teilweise zu verzichten. Dagegen soll mit Rücksicht auf die rwißliche Lage vieler kleiner Kaufleute, denen durch die Einstellung von Hilfskräften überdies noch besondere Kosten erwachsen, die dem Erkrankten zustehenden Beträge aus der Kranken- und Unfallversicherung für abzugsfähig erklärt werden.__ Friedenskongreß in München. München, 11. Sept. Beim Festbankett des Internationalen Friedenskongresses wurde bekanntgegeben, daß auf das Huldigungstelegramm an den Kaiser folgende Antwort eingetrosfen sei: Der Kaiser haben mich beauftragt, dem Internationalen Friedenskongreß für die telegraphische Huldigung bestens zu danken, (gez.) v. ^schirschky. Im Lause des Festbanketts, welchem etwa 300 Teilnehmer beiwohnten, wurde eine große Reihe herzlicher Trinksprüche gewechselt. 3 Dant im 55. Lebensjahr. [5757 Lollar, den 11. September 1907. Giessen, Essen-Ruhr, Darmstadt, am 11. September 1907. 2 Enkelkinder. und vormittags 11 Uhr von der abzusehen. Es wird gebeten, von Kondolenzbesuchen diz/9 9 LiseitoTrauben 8 Kürzeres Studium. [ Hochbau. Tiefbau .Tisch ler. j arllo Gros. B«/8 Bahnhofstrasse Bahnhofstrasse Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Taubert, Lollar. Familie Schupp» Bremen. Familie Kümmel, Gorxheim. Lia Jüngst, geb. Prinz Elisabeth Bittei, geb. Prinz Dr. Ernst Jüngst Dr. Franz Bitte! M Die Beerdigung findet Freitag, den 13. September, Kapelle des alten Friedhofes aus statt. blau und weiss hervorragend in Qualität, per Pfund 32 Pfg., in 5 u. 8 Pfund Kisten, Zwiebelkuehen M 0 ntags, Mnttw 0 ch s. Freit aas W frisch [464/ Hoiväüer Rott. xecfjt verkaufen. Dieses begeht bei solchen Leuten Mturqemäsz in Nichts xVit der Regel fallen diese AgitationAinanieren durch glück- jicht'ii Z ifall mit Geburtstagen von Gelegeicheitsinteressenten zu- sanrmcn. Nur ist es zu verwundern, daß diese Interessenten gerade in den Wahlzeiten so freigebig sind, während ihre Frei- giebigÜit sonst so wenig zum Vorschein komnrt. Auch vor der letzten hl wurden wieder Geburtstage in der geschilderten^ Weise in vrrsdiiedcnen Wirtschaften gefeiert. Es wäre zu wünschen, dast diesem Unfug endlich einmal gesteuert würde. Die sogenannte Arbeiterpartei, die bei Reichs- mtb Landtagslwahlen stets geschlossen marschiert, hat es bis jetzt noch nicht fertig gebracht, gei Kommunalwahlcn sich über geeignete KanDidaten zu einigen, notzdem sie eine Versammlung vor der Gemeinderatswahl eiuberief, m der ein auswärtiger Redner sprach. ** Schlitz, 11. Sept. Der Bräutigam der jüngsten Tochter des Grafen Schütz, gen. v. Görtz, Magnus Otto Bridges u. Lcvetz 0 w entstammt einem dänischen Uradels- geschiecht, und zwar dem 1. Ast der 2. Joachiin-Dietrich'schen Linie des Hauses Levetzow (früher Levetzau). Er ist ain 8. Ian. 1871 51t Flensburg geboren, wurde am 17. Mai 1892 Leutnant zur See und am 9. März d. I. Korvetten- kapltän. Sein Vater, Kay Dietrich Wilhelm Franz v. Levetzow, war dänischer Kammerjunker und preußischer Hardesvogt in Gravenstein, seine Mutter Marie Wilhelmine eine geborene v. Hedemann. Darmstadt, 11. Sept. Die Königin» von Rumänien ist gestern abend hier eingetroffen und beim Grafen Ernst zu Solms-Laubach abgestiegen. Heute mittag hat sich die Königin nad) König im Odenwald zum Besuch des Erbprinzen zu Erbach-Schönberg begehen und wird morgen wieder von hier abreisen. (Franks. Ztg.) z. Dutenhofen, 11. Sept. Heute morgen wurde der seit Montag vermißte verheiratete Karl Loh oberhalb der neuen Brücke aus der Lahn gezogen. Eine große Zahl Neugieriger, zumal die Leute gerabc bei dieser Stelle bei der Grummeternte waren, .hatte sich bald eingestellt. Gedrückte Gemütssttrn- mung soll die Ursache der Tat gewesen sein. X Crumbach, 11. Sept. Die Unsitte so vieler Radfahrer, bei Nacht plyte Laterne zu fahren, hat hier den Tod eines jungen Mannes zur Folge gehabt. Auf der Höhe vor Crumbach stießen am Sonntag abend zwei Radsahrer in der Dunkelheit aufeinander. Der zu Berg fahrende junge Mann saß nicht auf seinem Rade; er drückte sein Rad die ziemlich steile Anhöhe hinauf, von der zwei Radfahrer heruntergesaust kanren. In der Dunkelheit traf der Fahrer Kutscher so heftig mit dem zuvor erwähnten zu- sarmnen, daß er außer einem Beinbruch solch schwere Verletzungen am Kopfe davonttmg, an deren Folgert er heute nwrgen in der Klinik zu Gießm geltpvben ist. Der Fstll ist um so betrübender, zumal der Verstorbene eine Frau mit kleinen Kindern hinterläßt. ** Kirchhain 10. Scpt. Die Mäuseplage hat im hiesigen Kreise einen erschreckenden Umfang genommen. Auf manchen Feldern ist die Ernte total vernichtet. Da die Mäuse jetzt, nachdem die Halmfrucht beseitigt wird, an die Kartoffeln gehen, sind die Leute genötigt, auch diese bereits einzuernten. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Bell m u t h soll an dem Bachufer der Kreisstraßen-Durchfahrt ein Schutzgeländer angebracht werden. — In der Nacht auf Montag brannte die Scheuer des G. Beck ab. Nur der tatkräftigen Hille der einquartierten Soldaten ^war es bet dem herrschenden Wassermangel zu verdanken, daß das Feuer nicht weiter um sich griff. — Bei Kolbe hat sich ein etwa 70jähriger unbekannter Al a n n erhängt. — Für den Stadt° und Landkreis Frankfurt würde schon wieder eine dreimonatliche Hundesperre verhängt. Seit dem 17. Januar 1906 ist dies Die vierte Hundesperre, die für Frankfurt anqeordnet wird. , * '■ y I "t* Z S* ’’ ‘ /tww’Ä'er. 1 ’ jpTk*; Ä' 1 * st ? 4 per Pfund 28 Pfg. empfehlen Gebrüder Berduz Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unser lieben, unvergeßlichen Nlutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Dorothea Schupp, geb. Lenz insbesondere Herrn Pfarrer Gußmann für seine trostreiche Grabrede, sowie der Krankenschwester Emilie für ihre liebevolle, zuverlässige Unterstützung, sagen herzmnrgen Grignrnl-Drahtrneldungen. Leipzig, 11. Sept. Ein Redakteur per Leipz. Abendztg. sprach gestern mit dem Prinzen Maxvon Sachsen über die Posener Erzbischofsfrage. Prinz Max erklärte: „Mir ist nichts davon bekannt, daß man sich in Dresden für meine Berufung auf den Posener Erzbischofsstuhl interessiert. Meinen Angehörigen liegen derartige Absichten durchaus fern. Auch von dem angeblick>en Besuch des Kaisers im Schloß Pillnitz ist mir nichts bekannt. Was meine nächste Reise nach Tiflls arrbelangt, so unternehme ich diese lediglich Studien halber. Irgendwelche andere Pläne sind damit nicht verbunden." । Mailand, 12. Sept. Eine Dynamitbombe wurde gegen die Villa des Abg. Magni in Gordo geschlendert. Magni soll seit einigen Tagen Drohbriefe erhalten haben, worin er aufgefordert wurde, den Direktor der Grube, deren Verwaltungs-Präsident er ist, zu verabschieden. Die Bombe verursachte erheblichen Materialschaden. Antwerpen, 12. Sept. Im Hafenarbeiter- Streik ist keine Aenderung der Lage zu verzeichnen, außer, daß die Kohlenträger, deren Arbeitgeber jedoch der Federation maritime nicht angehören, die geforderte Lohnerhöhung von einem Fwancs zugebilligt erhalten und darauf die Arbeit wieder ausgenommen haben. — Der Erzbischof von Mecheln übersandte den katholischen Ausständigen 1000 Francs. — Die Antwerpener Kleinbürger-Liga, die alle Detailhändler umfaßt, wurden neuerdings beim Bürgermeister vorstellig, weil der Ausstand sie mit Ruin bedroht. London, 12. Sept. „Daily News" meldet aus O tt a w a, daß man an zuständiger Stelle eine baldige friedliche Lösung des Konfliktes mit Japan erwartet. Augenblicklich werden zwischen Japan und der kanadischen Negierung Unterhandlungen gepflogen, die wahrscheinlich zu einer Verständigung auf folgender Grundlage führen werden: Kanada zahlt Japan eine Entschädigung, während Japan sich verpflichtet, Die Zahl der Auswanderer nach Amerika zu beschränken. Ottawa, 12. Sept. Die Untersuchung über die Z w 1 - schenfälle in Vancouver hat ergeben, daß die Unruhen von einer Bande Amerikaner organisiert waren, die aus Bellinaham im Staate Washington zugewandert waren zu dem Zweck, gegen die gelben Arbeiter eine Kundgebung zu veranstalten. Unter diesen befand sich auch der Vorsitzende des Arbeilsverbandes, Gottevill aus Vancouver. Tie Polizei verhaftete eine große Anzahl Chinesen,' die sich im Besitz von Revolvern befanden mrd beschlagnahmte eine an einen chinesischen Kausmann adressierte Kiste, in der sich 30 Gewehre und 5000 Patronen befanden. Angesichts der bevorstehenden Ankunft neuer gelber Einwanderer befürchtet man abermalige Ausschreitungen. Kandel. — Zur kommunalen Finanzpolitik. Endlich beschäftigt sich ein Erlaß des preußischen Finanzministeriums nut der zunehmenden Verschuldung der Kvmmunalverbande durch Anleihen. Es wird darin der Beftirchtnng Ausvrnck verliehen, daß diese zunehmende Verschuldung eine zu starte. Belastung der Zukunft im Verhältnisse zur Gegenwart im Gefolge hat und betont, daß in richtiger Erkenntnis der ftch hieraus für eine gesunde Entwickelung ergebenden Gefahr ^in letzter Zell bereits viele Kvmmunalverbände, insbesondere Städte, der Tilgung ihrer Anleihen höhere Lütze zugrunde gelegt haben, als sie in den maßgebenden Bestimmungen vorgesehen worden sind. Entsprechend dieser Entwicklung wird bestimmt, daß für alle hinfort aufzunehmenden Kommunalänleihen als niedrigste zulässige Tilgungsqnote nicht mehr der Satz von 1 sondern von IV2 Proz. unter Zuwachs der ersparten Zinsen zu gelten hat, und daß die Tilgungssätze für solche Anleihen, die ihrer Zweckbestimmung nach schon nach der bisherigen Vorschrift mit mehr als 1 Proz. zu tilgen waren, fortan in der entsprechenden Masse gleichfalls hoher zu oemessen sind. Donnerstag den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr, wird auf hicsigem OrtSgericht die vor dem Wmnen des Joh. Gg. Spaar und Ebefrau geb. Pfeiffer stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 16/50 -- 842 qm Grabgarten am Nahrungsberg öffentlich meistbietend freiwillig erbteilungshalber versteigert. Der Zuschlag wird unbedingt erteilt. Gießen, den 19. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Vergebung don Dramagearbeiten. Zur Herstellung von Drainagen für die Feldbereinigung Lollar sollen nachstehende Arbeiten auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 1. Anfahren von Röhren, veranschlagt zu ^660 Mark 2. Drainagearbeiten „ „ 7618 , 3. Maurerarbeiten „ » * Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bet Großh. Bürgermeisterei Lollar einzureichen, woselbst deren Eröffutrng Freitag den 20. d. Mts., vormittags 9 Uhr, in Gegenwart erschrenener Bieter staltsindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. September 1907. Großh. Knlturirrspektion Gießen <8crichtsis,r i —r—---——-----—-TT---- mit Goldrand von Bahnhofstraste Suche em braves, fieigiges, viS zu d. neuen Kliniken verloren, saub. Mädchen u. Saarbrücken, Gegen Belohnung abzugeben im w. kochen k. u. HauSarb. m. übern. Gasthaus zum SchiPkapast. geg. g. 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