Smndtna 12. Jnnnnr 1907 157.^nT)rnanfl Zweites Blatt Nr. 10 Eilcheint tLgllch mit Ausnahme des Sonntags. UW 1er- runq. der wünschte Abschluß rcchtzeltig erreicht werden, so würde belassende Gesetzentwurf unverzüglich dem Reichstag zu imtcibreiten fein, damit das Provljonum glattweg durch den hat Wilde sicher nicht ini Stücke angeordnet. O. R. L e r i t a s. I. Happ sind einfach entzückend. Gießener Gerade gegenüber ihren Gcgen- d u n g und — enttäuschte. & genommen. Tue Regierung das Abkommen ein halbes Jahr nicht erfolgt, so Kn» t-^lorbu , b°irr. Tie Hinweis in den don Blume sind recht gut gelungene sprechende Älttagsbilder. > spielern (mit Ausnahme bc3 Derrn Tatos) fern sie kaum zur Lon den bunten Aepselrr iat grasgrünen Gras möchte rcy lieuei (beliiing, uno Frau v. Iageinann gefiel mir bedeutend besser, sa^en: hängt sie nicht an die Wand, sie verderben den guten Ge-s Freilich möchte ich doch noch lein sicheres Urteil fällen. Dian Tle Sachlage ist also alles in allem folgende: Die 'Neuregelung der Handelsbeziehungen zu Amerika wird eine außer- ordentliche Sommertagung deS ReichSparlamentS zur Slot* wendigkeit machen, sofern nicht eliva biS Pfingsten schon cm vertragliches Abkommen vereinbart ist. Mit den entsprechenden Verhältnissen gegenüber Spanien wird sich der Reichstag in außerordentlicher Sitzung nur dann zu befassen haben, wenn erst nach Beginn der parlamentarischen Sommerpause Verständigung über einen Tarifvertrag sich erzielen lassen sollte. Roerea und die Antiduelliga. Ein Hochschullehrer schreibt der „Köln. Ztg.*: Dor einiger Zeit erhielt ich, und mit nur wohl alle Kollegen, eine Aullorderung zum Beilrill zur Auiiduelliga. Gewiß werden vielen wie mir die Bestrebungen dieser Liga durchaus sympaihisch lein. Indessen empfehle ich folgendes zur Beachtung. Es ist an nch Pflicht jedes anständigen Menschen, die Ehre je.uer Mitmenschen hoch zu achten, und sich im privaten wie im öffentlichen Leben jeglicher Ehienkränkuug zu enthalten. Im besonderen Maße aber sollten überzeugte Tuellgegner sich dieser Pflicht erinnern, und, wenn sie ihrer Ueberzeugung durch Grl'nidung eines Vereins öjfcnthd) Nachdruck geben wollen, m ihrem Verhalten vorbildlich zu wirken jederzeit bemüht sein. Mit bielen Pflichten stehen die beleibiflcnben Augriise des OberlandeSgerichtSratS R o e r e ii gegen den Kolonialbirektor Dernburg, und mit ihm gegen den deutschen Kauimantioslanb nicht un (Sin- Hang. Hal er doch gegen einen Toten in daS Grab die Wort« nachgeriilen : den Hal mott gerichtet! Roe reu aber ist Dor- sitzender der LrlSgruppe der Anliduelliga für die Rheinprovinz! Ich mache die Herren Kollegen, insbesondere di« der Liga angehörigen, auf d eien Umstand nachdrücklich aufmerksam. Ich glaube nicht, daß die Liga Erfolge erzielen ivird, wenn sie sich nicht entschließt, ihren Mitgliedern die peinlichüe Vorsicht m Ehrenangelegenhellen zu empfehlen, und die Konsequenzen ans Herrn Roerens Verhallen zu ziehen. Ich selbsl habe in der Erwartung, daß dies geschehen würde, bisher mit dem Beilrut ge- zögeri, und ich kenne Kollegen, die enlschlossen sind, anszulrelcn, wenn der Vorstand der Liga sich nicht ohne besondere Aufforderung zu dem unserer Ansicht nach selbstversländltchen Schrille entschließl, 'Diuqlicbcr, die sich gegen den Geisl ihrer Satzungen in solcher 'H/eile per'ehlen, wie verr Roeren, und dadurch ihre Bestrebungen dlstredillereii, ans dem Verbände au-zuschlletzen. Streit im antisemitischen Lager. Merkwürdige Tinge, so wird der Nat. Ztg. aus Kassel geschrieben, scheinen hinter den ftultffen der Deutschen Reformer (Antisemiten) vorziigehen; es hat den Anschein, als ob sich abermals eine Spaltung der einen Anti - semiten-Gruppe bezw. die Geburt einer neuen oor- bereiten wollte, denn anders ist es kaum zu verstehen, wenn Rotationsdruck unb Verlag ber Brühl'schen UnioersilälS - Buch- und Steinbruderei. R. Lange, Gießen. Die „Gießener LamlilendlLtter" werden dem ,4lnzelger' viermal wöchentlich beigelegt, das ’ Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zwo nal wöchentlich. Ter „tzefstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gatten" von Oskar Wilde hatte uns schon ber Theateroerein gebracht. Gestern gastierte in ber damals von Frau Bohrhammer meisterlich gegebenen Rolle der Mrs. Eheveley Frl. Käte E a r - J.e otuiiche UotUs/chule im Zuyre 1906. Lllan schreibt uns: Das verstossene Jahr war für die deuischc Volksschule kein Jahr des Fortschritts und der Erfolge. Ter preußischen Volksschule wurde ein SchulunterhaltungSgeictz beschert, daS leider nicht ist, waS fein Rame besagt. Tie Schulunterhallimgsfrage wird darin nicht gelöst. Turch das (Beicg werden für die Schule neue Mittel n.cht flüssig ge- macht — im Gegenteil, die Staatskasse wird mit 5 Millionen betauet ,zurn Zwecke der Ausgleichung i .billiger Verschiebungen in der Aufbringung der VollSschullastcn^, d. h. zur weiteren Entlastung der bisher zu Unrecht be- lofietcn .Gutsherren'. Im übrigen bietet das Gesetz keinen Schutz gegen Ucberlaftung der Gemeinden unb Steuerzahler mit Schulleistungen. Was die Lehrerschaft von dem Gesetz erivarieie, hat sich nicht erfüllt, unb wenn daS Gesetz selbst noch nicht alle Hoffnungen vernichtet hatte, so geschah dies durch einen politisch kaum definierbaren Erlaß des Kultus,tiinislers pom 4. 2)lai v. Js., den .BrcmSerlaß*, der darauf berechnet zu sein scheint, die aus eigenen Wiittcln die VollLschule unter- haltenden unb in der materiellen Fürsorge vorattschrettenden Gemeinden an dieser nationalen Kulutrarbett zu hindern. So bedeutungslos das Gesetz auf materiellem Gebiete ist, so lies greift cd in die Organisation unb das innere Leben der Volksschule cm. Tie preußische Volksschule wird dadurch kirchlich aufgeteilt. Obgleich vom Staate unb den poltttjchcu (ßtuiemben unterhalten, erichemt sie m dem Gesetz als eine kirchliche Dependance. Tie kirchliche Gliederung ber Vc- völkerung benimmt die Gliederung ber Schule. In kon- fefsionell gemischten kleineren Gemeinden werden voll em» wickelte Schulkörper unmöglich gemacht. Lehrer verschiedenen BcteuntnisseS können nur noch auSnahniSweise an derselben Lehrstätte wirken. Die Schule büßt den Charakter einer allgemeinen, für alle bestimmten Staatsanitalt em unb wirb, ruic Windthorst efl verlangte, em kirchliche« Institut. Tie schulpolitischen Forberungen beS Zentrums find damit m den durch das Gesetz Überhaupt betroffenen Gegenstäuben erfüllt. DaS ,auSgr|chaltete Zentrum' unb nicht das im Kompromiß vereinigte ParteUrtumvirat hat dem Gesetz seinen wcjentltchen Inhalt gegeben. Heute würden wahrscheinlich weder die StaatSregierung noch die am Kompromiß beteiligten Parteien dem Zentrum eine so weitgehende Rittwirkung hirrter den Kulissen zugestehen. Die Partei hat durch die Auflösung des Retchstagrs unb die dieser Aktion oorausgegangenen Dinge einen starten Stoß erhalten. TaS i|t dec einzige lichte Punkt tn ber Chronik ber deutschen Volksschule im verstossenen Jahre. Durch biese Vorgänge ist bie Volksschullehrerschaft über die schwarz-weißen Grenzpsähle hinaus eiilmungt unb verbittert worden. Man sagt sich: was in Preußen 1906 geschehen ist, kann im übrigen Deutschland 19()7 und später emtrclcn. Reaktionäre Ideen machen an den Grenzen erncs einzelnen Staates nicht Halt. Tas bayerische Schul- bedarfSgesetz von 1902 atmet denselben Geist, in materieller Hinsicht ist eS allerdings bester als das preußische. Andere Mittelstaaten haben sich zum Glück vorläufig durch das preußische Beispiel nicht beirren lasten. Hessen und Baden halten lucht nur an der dort fest eingebürgerten (simultan» schule fest, sie gehen auch in ber materiellen Fürsorge für die Volksschule tn bemerkenswerter Weise voran. In Baden wurden die gesetzlichen 9)hnoe|"igel)älter, bie in Preußen bekanntlich 900 bis 1800 M. betragen, auf 1500 bis 2800 M. erhöht, unb bie hessische Regierung legte kurz vor Schluß beS JahreS einen Gesetzentwurf vor, der die 9)1 in beuge l)äl ter auf 1100 bis 8000 M. festsctzen will. Eine Reihe von Kleinstaaten, u. a. Braunschweig unb Anhalt, haben dieselbe Lehrerbesoldung schon vor einigen Jahren erreicht. Im ,,Lanbe ber Schulen" bagegen, b. h. in drei Fünfteln des Deutschen Reiches, wirb gebremst. Diese Abkehr von bringenben Kulturaufgaben raubt dem preußischen Staats» Kunstausstellung. Gießen, 12. Januar 1907. Ich möchte meine Ansichten über die Bilder aussprechen, die ich bei einem Gange durch die Kunstausstellung in mich aufnahm. Aber nicht über alle Bilder möchte ich reden, nur über einige, die meine besondere Beachtung sanden. Gleich beim Eintritt in die Kunstausstellung stößt man links auf zwei neue Bilder von W. Barthel. Die Motive sind der »insachsten Natur entnommen. Es liegt ein gutes Können in der Ausführung, aber eine eigenartige Stimmung sprickst daraus, die man nicht gleich verstehen kann; man weiß nicht recht wohin damit. Ich glaube, man müßte erst noch andere machen von dem Künstler sehen, um diese Eigenart verstehen zu lernen. — An bie Kollektion „H e i n" wage ich mich nicht heran, an die „Vision des Mönches" schon gar nicht. Die ivn Lobedan (man sieht schon seit langer Zeit selten schöne gute Blumenstudien), freute ich mich beim ersten Anblick, konnte aber leibet bei eingehenderer Besichtigung dem Bilde meine 83c* H) unberung nickst zollen, weil die im Vordergrund stehenden Blumen eure zu unvollkommene Ausführung haben. Ein Bild Darj doch nicht hauptsächlich aus packendem Licht unb Schattenreflexen bestehen. — Rechts der blonde Struwweltopf von Sturmhoesel ist zu mächtig.. Radfahrende Nixchen mögen neu, modern, apart sein, aber es ist zu viel Tunst da — zarter Duft wäre mir lieber und wohl auch angebrachter gewesen. Die Stimmung im „fflbenb" ist schön, man kann sich die ganze Szene leibhaftig vor Augen führen. — Die „Dorfarmen" und die „Freibeuter" Vertrag abgelöft werben kann. Befindet sich nun der Reichs» lag zur Zett des Vertragsabschlusses bereits m den Sommer» jenen, bann müßte er also zu einer außerordentlichen Sitzung cinbcrufen werden. Anders liegt die Sache, wenn es bis zum 30. Juni nicht gelingt, die Verlragsverhandlungen zum Abschluß zu bringen. Aus einen Zollkrieg, wenigstens Amcrila gegenüber, dürfte es die Regierung kaum anfonimen lassen, wett sie die jflauere Verantwortung für bie unausbleibliche Schädigung der gesamten Rattonalwirtschaft nicht wirb allem tragen wollen. Es bliebe also nur übrig, öaS Provisorium nut Amerika nochmals auf einige Monate zu verlängern und hierzu die Genehmigung deS Reichstages einzuholen. Was Spanien anlangt, so ist das Einverständnis des Parlaments zu der Verlängerung des gegenwärtigen Abkommens bis zum Dernburg unb die fortschrittlichen Frauen. In einer Versammlung deS Vereins Fraiienwohl in Berlin klagte die Vorsitzende Frau Minna Gauner lebhaft über die Vorkommnlsie bet ber Versammlung deS kolonialen Aktionskomitees, in ber Dernburg feine bekannte Kolonialrede hielt und bei ber die Partei ber Denker unb Dichter die Frauen ausgeschlossen hätte. Trotzdem man einer Anzahl Frauen, bie darum nachgesucht hatten, Einladungen übersandte, fei ihnen ber Eintritt in bie Versammlung verwehrt worben mit ber Begrünbung, daß fein Platz vorhanden sei, trotzdem Scharen von Männern jeden Alters und Standes, ginn Teil ganz jugendliche Personen, ungehindert Eintritt sanden. Auch sei der Ausschluß der Fraiien in sehr wenig höflicher Form erfolgt. Ta nun der Kolonialbirektor Dernburg erst jüngst das Interesse der Frauen gerade für die Kolonien aufgerufen hat, so beschloß die Versammlung, ihn zu bitten, nun einmal direkt vor den Frauen zu reden unb barzulegen, wie sie in den Kolonien Helsen könnten. TaS Ansinnen aber, baß Dernburg seine Rede vor einem weiblichen Forum wiederholen soll, geht doch etwas weit. Der Kolonialdirektor verfügt schiocrlich über unbeschränkte freie Zeit, unb seine Ausführungen liegen in soviel Blättern nn Wortlaut vor, baß bie Damen sie ohne Mühe Nachlesen können. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: Tell-AdruAnzeigerGießen. 30. Ium d. Js. nicht nachgesiicht worden, dürfte auch davon Abstand nehmen, weil sie gelündigt und lediglich den Ablanftermin um hmausgeschoben hat. Ware die Kündigung rztlich empfohlen. Meyn djrdPlsktla trirohM müßte die Dame erst einmal in einer Jbsenrolle sehen, außer als Shakespeares Käthchcn. Vorläufig machte sich eine große Steifheit geltend, und ich glaube kaum, daß im 4. Akte, den ich nicht mehr sah, das anders geworden ist. Man muß ja auch in Betracht ziehen, dcvß für das neue Theater nur gute Kräfte engagiert werden sollten und daß es gut ist, für jedes Fach mehrere Darsteller in mehreren Rollen gastieren ou lassen, um eine sichere Auswahl zu treffen. Frl. Cardung müßte sich, auch noch einer viel schärferen Ehararierzeichnung befleißigen — darum Ibsen! — und auch auf das Aeußere noch mehr geben. Gerade bei einem solchen Gastspiel wird jede Kleinigre.. in Be- trackst gezogen. Es sollen troßoem auch Vorzüge anerkannt werden- wie die frische, gesa-ulte Stimme. — Zu erwähnen wäre sonst iwd) lobend Lier Goring des Derrn Goll, der wirklich — ich weiß nicht, ob absichtlich — echt englisch war. Gerügt werden muß, daß hinter der Szene so viel rumort wurde. DaA ssoLrtische Lages-c^a«. Arbeit für den neuen Reichstag. Reichs-Regierling will, wte em halbamtlicher besagt, den neuen Reichstag nicht zu lange Sommer hinein tagen lassen. Sie muß sich Den „idealen würde ber bestehende zollpolitische Zustand ohne weiteres als von Jahr zu Jahr verlängert gelten. Jetzt kann cs sich Spanien gegenüber nur darum handeln, ob nach dem 30. Juni ber Zollkrieg beginnen oder ein Tarifvertrag in Wirksamkeit treten soll. Rur im letzteren Falle wäre bie Genehmigung durch den Reichstag erforderlich. also in der Fertigstellung von weiterem parlamentarischem ArbeilSinaterial Beschränkung aufcrlcgen, da ber burch die Auflösung deS Reichstags hinfällig gewordene umfangreiche ArbeitSfloff zunächst m Angriff genommen werden muß und u. a. neue Sieuergesetzentwüife schon m Aussicht gestellt sind. Run liegt cs aber nahe, die Frage aufzuwerfen, wie es mit den handelspolitischen Vereinbarungen zwischen Deutschland und Spanien und Deutschland und den Vereinigten Staaten gehalten werden wird. Beiderseits beilegen bekanntlich provisorische Abmachungen, die, z. T. nach wiederholter Vertängerrmg, am 30. Ium d. I. ablaufen. Beiderseits sind bie Unterhandlungen über Tarifverträge, die zu diesem Termin in Kraft treten sollen, in der Schwebe. Die Washingtoner Regierung Hal sich schlüssig zu machen übet daS Maß zollpolttncher Zugeständnisse an Deutschland auf Grund der Ergebnisse der Beiprechnng ihrer Tclegierten mit Vertretern der 9L. ^Uoö‘ÄlAilailt|ie- ' MM sSSä«? 'Uüüroh W taufen klU6Cn- 03» Oft Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gverheffen tonten dcnnur, ■*??> cibmichlm gta Mmarltstrage lll 20000000» hon ICÜ 2 Tagco itzkDdlk iiiMl, lamTonnMbcn 13. dK von ;injl üti, motanbä« Stord'Anlage 1 oooooooOt Sdnnidl's Tanzscbnie. mtac d°» 13.5““““ «»SS der Abg. Zimmermann die Kandidatur Simons in Kasscl-Melsungen billigt und der Abg. W ern er-Kassel diese Kandidatur nicht billigt. Wohlgcmerkt, beide gehören dem Zentralvorstande in Berlin an. Ter Landesverband derselben Reformpacrei in Kuvhessen hat nämlich, wie mitgetcilt, den Brotfabrikanten Hauptmann a. D. Ernst Simons-Kassel als Kandidaten für die Wahlkreise Kassel-Melsungen und Hos- geiSmar-Wolfhagen-Rmteln aufgestellt. Diese Aiifstellung mar nur von dem Landtagsabg. Werner in einer öffentlichen Erklärung dementiert worden mit dem Hinzusügen, die Parteileitung wisse von einer derartigen Aufstellung nichts und werde einer solchen auch die Zustimmung versagen. Die Neforuipartei wolle keine Zersplitterung der antiseniitischen Stimmen rc. Demgegenüber erklärt nun aber der kaltgestellte antisemitische Reformkandidat Simons, das; die Behauptung des Abg. Werner nicht richtig fei, im Gegenteil; er sei im Besitze der offiziellen Zustimmung der Parteileitung, unterschrieben von dem Pacteivorsland Ziniinermann. Obendrein habe das offizielle Organ der deutschen Reformpartei am 6. Januar seine Kandidatur offiziell proklamierL Aus dem preukischcn Abgcorduetcnhause. R. Berlin, 11. Januar. Um den Fürsten Bülow reden zu hören, ivaren heute viele ins preuß. Abgeordnetenhaus gekommen. Denn, so meinte man, eine solche Gelegenheit, dem vielerörterten „Sitvetzerbrief" ein Postskriptum anzufügen, die Absichten und Ziele des Verfassers gegenüber der unwirschen Kritik aus den Parteilagern zu erläutern, nochmals zur Sammlung auf die Parole der Regierung aufzu- sordern, eine solche Gelegenheit werde sich Fürst Bülow wicht entgehen lassen. In der dritten Nachmittagsstunde ging ein Raunen durch die Tribüncnrcihen, soeben sei der Wagen des Reichskanzlers vorgesahren. Wie zur Bestätigung erschien auch der Chef der Reichskanzlei, Herr v. Loebell, auf der Regierungsestrade. Aber Fürst Bülow folgte n i ch t. Statt seiner Rede vernahmen die enttäuschten Besuä)er eine Rede des Kultusministers v. S t u d t. Mit Unwillen verwahrte sich der „Minister des Geistes" gegen den vom Dr. Friedberg (nl.) erhobenen Vorwurf, die orthodoxe Richtuilg in der Theologie besonders zu begünstigen und einen entsprechenden Einfluß auf die Koiisistorien c(uszuüben. Der neben Herrn v. St'udt sitzende Finanzminister Frhr. v. Nheinbaben studierte während der unbehülflichen Abwehr mit heißem Eifer und scheinbar ganz und gar in Anspruch genommen. Aktenstücke. ES entsteht immer am Ministertisch eine gewisse Verlegenheit, sobald Herr v. Studt sich zu einer Erklärung erhebt. Nicht einmal die Hvssnung ging in Erfüllung, etwas wie Wahlreden von den Abgeordneten zu hören. Der Wortführer der Konservativen Frhr. v. E r f f a tat gleich als erster Sprecher zum Etat zu wissen kund, daß im Seniorentvnvent beschlossen worden sei, sich an die preußiscl)e Politik zu halten. Infolgedessen räumte einer nach dem anderen unten im Parkett das Feld, und Herr v. Erffa sprach laut ‘isnb bieder, aber nicht eben sehr unterhaltsam vor etwa zwei Dutzend Frallionskvllegcn. Als mit kräftigen Lungen gesegnete Männer von der Scholle brachten sie aber auch in dieser Zahl etliche dröhnende Bravorufe auf, z. B. bei dem Dank, den Herr v. Erffa Herrn v. Podbielski für die vorzügliche Vertretung der Landwirtschaft zollte, oder bei der Forderung, daß für die deutsche Viehzucht gar nicht genug geschehen könne. Graf P r a s ch m a vorn Zentrum erwähnte nicht mit einem Wort den Konflikt zwischen Zentrum und Regierung. Nur meinte er im Eingang seiner Darlegung etwas sarkastisch, der angebliche Druck, der auf dem deutschen Volke gelastet, könne angesichts der glänzenden wirtschaftlichen Entwicklung kein so großer gewesen sein. Und am Schluß bemerkt Graf Praschina, zu neuen Steuern zu greifen, habe das Reich nicht nötig, da die Finanzlage der Bundesstaaten günstig genug erscheine, um durch die Bundesstaaten etwaige Fehlbeträge im Reich decken zu lassen. An der Rede des Frhrn. v. Zedlitz (frk.) war das Bemerkenswerte, daß sie völlig frei, ohne jedes Notizblatt, gehalten wurde; von dem Inhalt verstand man nur wenige Sätze. Wird Frhr. v. Zedlitz in den Reichstag gewählt — er kandidiert für den altershalber auf sein Mandat verzichtenden Abg. v. Kardorff — so wird die Neichspartei zu wichtigen Erklärungen einen besseren Sprecher entsenden müssen, als Herrn v. Zedlitz, der die Hälfte der Worte verschluckt. Der Einzige, der heute der Etatsdebatte Leben einzuflößen verstand, abgesehen von dem heftigen Polenredner Sthchel, war der nationalliberale Führer Dr. F r i e d b e r g. Er hielt sich zwar auch an die Abmachung „Keine Wahlreden", dennoch gruppierte er so geschickt und so frisch alle die „Fälle", die im Laufe des Jahres Aufsehen hervorgerufen,, bis zur Tragikomödie des Hauptmanns.von Köpenick, daß doch sckstießlich eine agitatorisch verwertbare Rede dabei herauskam. Dem vom Fürsten Bülow beliebten Tableau von den Sünden der Parteien stellte Abg. Dr. Friedberg unter Heiterkeit und Beifall die „Sünden der Negierung" gegenüber. Besonders eingehend beschäftigte sich Friedberg mit den zentrumsfreundlichen Neigungen des Kultusministers. So lohnte wenigstens diese Rede den Besuch des Abgeordnetenhauses. Morgen sprechen noch die Vertreter der Freisinnigen. Der Wahlkampagne wegen wird diesmal die Erats- Diskussion auf nur zwei Tage znsammengedrängt.____________ Aus Staöt und Land. Gießen, den 12. Januar 1907. " Hoftrauer. Auf Befehl Sr. Königs. Hoheit des Groß Herzogs wurde aus Anlaß des Ablebens der Kö nig i n Marte von Hannover eine Hoftrauer für die Zeit vom 9. bis 16. Januar angeordnet. * ' Der a. o. Theologie-Professor Dr. Henkel in Berlin hat gestern abend dem Dekan der hiesigen theol. Fakultät nutgeteilt, daß er den Ruf nach Gießen angenommen hat. * * Die 50jährige Doktor-Jubelfeier begeht am 15. Januar der ordentliche Professor der klassischen Philo- logie und Archäologie an der Universität Tübingen Dr. Ludwig von Schwabe. Der Semor der Tübinger philosophijchen Fakultät sieht im 72. Lebensjahre. Geboren am 24. Juni 1835 in Gießen, erhielt Schwabe seine Vorbildung am Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte hier und in Göttingen. Den Doktorgrad erlangte er a>n 15. Jan. 1857 an der hessischen Landes-Universität. Im Jahre 1859 habilitierte er sich hier in Gießen als Privatdozcnt und wurde vier Jahre später zuiii a. o. Professor ernannt. 1864 folgte er einer Berufung als ordentlicher Professor der klassischen Philologie und Archäologie nach Dorpat, von wo er 1872 in gleicher Eigenschaft nach Tübingen übersiedelte. "Der nächste Vortrag der Gesellschaft für Erd- und Volkerkiinde findet am 18. Januar statt. Hofrat Dr. Hagen, Direktor des Mllseunis für Völkerkunde in Frankfurt, wird über einige Ergebnisie seiner letzten Reise in Niederländisch-Indien reden. • • Ernannt wurde der Gefangenwärter an der Zellen- sirafanstalt Butzbach Joseph Münch ziim Gefangeuailfseher. ** Der Bezirkstag des Kriegerbezirks Gießen, dessen bisheriger 1. Vorsitzende, Bruchhäuser, sein Amt niederlegte, wählte den Kaufinann Fischbach-Gießen zum 1. Vorsitzenden. Das diesjährige Bezirksfest findet in Da »bringen statt; der dortige Kriegerverern feiert gleichzeitig sein 30jährigeS Bestehen. Wahrend seither alle zwei Jahre ein Bezirksfest stattfand, ist bestimmt worden, in Zukunft alljährlich ein Bezirksfest abzuhalten, da jetzt zahlreiche Vereine ihre Jubiläen feiern und ihnen Gelegenheit zum Bezirksfest gegeben werden soll. " Der Kriegeroerein Gießen feiert heute abend im Gießener Festsaal (Caiö Leib) sein 33 jähriges Stiftungsfest. Nach dem vorliegenden Programm verspricht das Fest ein sehr schönes zu werden. Die Theateraufführungen werden von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters vorgenommen. Außerdem tritt zur weiteren Unterhaltung ein guter Humorist von Frankfurt auf. "Der evangelische Arbeiterverein ist infolge tatkräftiger, finanzieller Beihülfe von geschätzter Seite sowie Entgegenkommens des unter der Leitung des Musiklehrers Bauer stehenden Gesangvereins Sängerkranz in der Lage, nach längerer Pailse wieder einmal ein Volks ko nzcrt zu veranstalten. Es findet Sonntag, den 20. Janiiar, nachmittags 5 Uhr, in der Turnhalle statt unb zwar wird der geuaiiuie Gefangverein unter Mitwirkung namhafter aus- wärtiger Solisten nnb der NegimentSkapelle sowie anderer einheimischer Künstler das Tonwerk „Das Lied von der Glocke" (Gedicht von Fr. Schiller, in Musik übersetzt von Max Arlich) ziir Aufführung bringen. Um ancl) solchen, die nicht Mitglieder des evangelischen Arbeitervereins sind, zii ermöglichen, sich an der Aufführung, die vor einigen Wochen einen bedeutsamen Erfolg erzielte, zu erfreuen, werden auch in der Challier'schen Musikalienhandlung Eintrittskarten zu I Mk. an Nichtnutglieder verkaiift. Doch ivird man gut tun, sich rasch eine solche Karte zu sicherii. Der Eintrittspreis für Mitglieder des evangelischen Arbeitervereins ist sehr niedrig gestellt (20 Pfg.). Es soll ein echtes imb rechtes Volkskonzert sein. Texte sinb am Eingang sowie in der Challierfchen Musikalienhandlung zu haben. (Pgl. Inserat.) * • Die Anlagemusik findet am morgigen Sonntag mit folgendem Programm statt: 1. Onoertnre zu „Indra" von Liucke, 2. Martm-Walzcr von Zeller, 3. Friedensfanfare vo>i Bohm, 4. Armee-Marsch Nr. 145. — Steinbach, 11. Jan. Unsere Gemeinde hat die Er- banung einer Wasserleitung beschlossen, die Arbeiten werden noch in bicfcm Monat vergeben und alsbald in Angriff genommen. Als Quelle dient der wasserreiche Teich nahe dem Rathaus, das Unterdorf erhält das Äasser direkt aus der Quelle, während für das Oberdorf an der Straße nach Gießen ein 130 Kubikmeter fassender Hochbehälter errichtet wird, in den das Wasser mittels Motor gepumpt wird. Die Kosten der Wasserleitung werden 50—60 000 Mk. betragen. Der in Aussicht genommene R eu - bau eines Sch ul Haus es wurde mit Rücksicht auf den Wasser- leitungsvau verschoben. 8 R ü d b i n g s h a u s e n , 10. Jan. Unser Gesangverein „Eoneordia" in Rüddinghausen beabsichtigt am 16. und 17. Juni d. I. ein Sängerfest nebst Fahnenweihe zu veranstalten-. Tie neue Fahne wird von der altbekannten Firma Mar Hisgen & H. Schmidt in Lich in kunstvoller Ausführung geliefert. Gleichzeitig soll an biefdin Tage auch unser drei-, k l a s s i g e s nach dem Entwurf des Baurats Diehm-Gießen erbautes Sch ul Haus eingeweiht werden. Möge der Himmel an diesen, beiden Tagen ein rech: freundliches Gesicht machen, damit unseren Besuchern ein recht schönes Zusammensein beschert werde. X Alsfeld, 11. Jan. Auf Wunsch der Stadt und infolge der Bemühungen des Abg. Reh wird mit Beginn des neuen Schuljahrs die hiesige Realschule zu einer Ober-Realschule ausgebaut. Die Stadtvertretung bewilligte vorbehaltlich des näheren Bescheids der Regierung 11 000 Mk. für Anschaffung von Lehrmitteln usw. für die neu zu errichtende Klasse. Die Realschule zählt gegenwärtig nahezu 200 Schüler und 10 Lehrer. — Der Stadtborstand beschäftigte sich dieser Tage mir der hier herrschenden Wohnungsnot und den dadurch bedingten hohen Mietpreisen und anderen Mißständen. Die Finanz- unb Baukommission wurde beauftragt, nach dieser Richtung hin Abhilfe zu schaffen. Es besteht die Absicht, weiteres Baugelände zu eröffnen und die alten Dolksschulgebäude zu Wohnungen umzubauen. Gießener Strafkammer. .)( Gießen, 11. Jan. Zechprellerei. Der Dienstknecht W. W. ans Lichenroth ließ sich in einer hiesigen Wirtschaft Speisen unb Getränke verabfolgen. Nachdem er diese verzehrt hatte, verschwand er in einem unbewachten Augenblick, ohne die Zeche, zu begleichen. Er wurde wegen Zechprellerei unter Anklage gestellt uub die Anklage verurteilte ihn wegen Betrugs im Rückfall zu der Mindeststrafe von 3 M o n a i e n Gefängnis. Vier Zahre Zuchthaus für Sittlichkeitsverbrechen. Gegen den Tagw.)ner A. K. von Lich i|t wegen Sittlichkeitsverbrechen Anklage erhoben. Als im vorigen Jahr sein unsittliches Treiben beobachtet und angezeigt wurde, stellte es sich heraus, daß er vor etwa acht Jahren sckwn sich an schnl- pslichtigen Mädchen in unzüchtiger Weife vergangen hat, nachdem er bereits im Jahre 1891 wegen Sittrichkeitsvero reche ns eine Strafe erlitten hat. Als eine Frau, die Uy.i bei seinem unsauberen Treiben ertappt hatte, die Sache weiter erzählte, besaß er die Kühnheit, diese wegen Beleidigung vor das Sühnegericht zu laden. Nach dem Ergebnis der Lerhaild.ung mußte angenommen werden, baß ihm weit mehr zur Last fällt, als die Anklage annimmt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre ab. Es nahm an, daß das Kind, an dem er sich in der letzten Zeit vergangen hat, moralisch tief steht und ihm wenig Widerstand entgegengebracht hat, daß aber dieser moralische Defekt auf das Verhallen des Angeklagten zurückzufuhren ist. Dick eminent ehrlose Gesinnung, die sich in seinem ganzen Gebahrew offenbart, rechtstrtigte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf längere Dauer. Mietschwindel und Tiebstahl. Der Schlosser A. D. aus Brooklyn kam im vorigen Jahr nach Gießen und mietete sich bei einem Schneider ein möbliertes Zimmer. Er gab an, er sei Elektrotechniker und wolle am nächstfolgenden Tag bei der Bahn in Stellung treten. Als er am andern Morgen, angeblich um seine Sachen zu holen, weggegangen mar? merkte sein Zimmerherr, daß ihm ein paar neue Stiesel fehlten. Da B. nicht mehr zurückkehrte, mürbe nach ihm geforscht und es ergab sich, daß er die Stiefel in Friedberg an einen Althändlest verkauft hatte. Von dort begab er sich nach Bad-Nauheim, wo er sich unter den nämlichen Umstünden bei einem Gärtner einlogierte. Auch von da verschwand er unter Mitnahme einer Uhr und Kleidungsstücken. Seine Strafliste ergab, daß er eine sehr getrübte Vergangenheit hat. Einen großen Teil seines Lebens hat ct im Zuchthaus zugebracht. Man neigte zu der Annahme, er habe die Mietschwindeleien verübt, um sich Gelegenheit zum Diebstahl zu verschossen. Das Gericht fetzte für den einen Diebstahl 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus an, für den zweiten 2 Jahre und für jeden Betrug 6 Monate Gefängnis, die es mit je 4 Monaten Zuchthaus in Ansatz brachte. Diese Strafen wurden auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus reduziert und dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abgcsprochen. Ter Begriff der „öffentlichen" Beleidigung. Der M)omacher H. G. zu Dangen hat gegen den Spengler- meister H. R. dorten Privatklage erhoben, weil er ihn einen „Tagdieb" genannt hatte. Das Schöffengericht DerurreUte ihn wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 10 Mk. Der Kläger verfolgte Berufung, um auch die Befugnis zur Urteils- publikation zu erlangen, da die Beleidigung öffentlich erfolgt ist. Nach den Entscheidungen höherer Gerichte ist der Begriff der Oessentlichkeit gegeben, wenn die Beleidigung an einer Stelle erfolgt, wo sie von einer unbestimmten Anzahl von Personen gehört werden kann, es ist nicht nötig, daß sie auch tatsächlich gehört wird. Im vorliegenden Fall ist die Beleidigung in einem größeren Hof, bet von sechs Häusern umgeben ist, gefallen und konnte somit von einer großen Anzahl gehört werden. Trotzdem war die Strafkammer der Ansicht, daß eine ö,fentllche Beleidigung nicht vorliegt, da der betreffende Hofraum nur von den Bewohnern der sechs Häuser, bezw. den Berechtigten betreten werden darf und der Hof nicht etwa ein Durchgang ist, der von jedem benutzt werden kann. Die Beleidigung war nur wahrnehmoar von den Leuten, die in dem Hofe wohnen ober zur Zeit dort waren. Sie verwarf demgemäß die Berufung des Klägers und legte ihm die Kosten der zweiten Instanz auf. Vom Sühnetermin. Ein früherer S t n d e n t h tte gegen einen hiesigen Beamten wegen Beleidigung Privatklage erheben lassen. Das Schöffengericht kam, ohne Quf den materiellen Inhalt der Klage einzugeyen, zur Einstellung des Verfahrens, indem es auSsühcte, daß nach § 420 der Strafprozeßyrdnung die Erhebung der Pnvat- l'lage erst bann zulässig, wenn ein vorausgegangener Sühne- venuch erfolglos verlauicn ist; der Kläger muß hierüber eine Bescheinigung mit der Klage einreichen. Der zweite Absatz die^.s Paragraphen bestimmt, daß diese Bestimmung nicht platzgreist, wenn die Parteien nicht in demselben Gemeindebezirk wohnen. Bezüglich der hier in Frage stehenden Klage wurde feftgeiutlt, daß der Kläger zur Zeit der Erhebung der Klage noch in Gießen war. Der Kläger hatte sich zwar schon tags zuvor polizeilich abgemeldet und zwar am 29. August vorigen Jahres für den 1. September; die Klage wurde am 30. August bei Gericht eingereicht. Gießen ist zweifellos bis 1. September als Millel- punll b.r ganzen wirtschastrichen Tätigkeit oes Klägers anzusehen, wenn er sich, loic, gellend gemacht wurde, zeitweise auf Reisen befunden hat. Der Kläger erhob Berufung und ließ durch feinen Vertreter den Antrag stellen, die Sache in die Vorinstanz zurück- zuverweisen. Das Berufungsgericht schloß sich den Ausstihrungcn des Schölfengerichts an; es führte weiter aus, daß der Kläger durch die polizeiliche Abmeldung zum 1. September, als b£ zu diesem Tag in Gießen wohnhaft angesehen werden wollte. Die Berufung wurde verworfen unb der Klager mit samt- lichen Kosten belastet. Gcröchtrsaat. [J Marburg, 11. Jan. Die Stra f kammer verurteilte heute die Ehefrau Auel aus Ziopperhaufen, die einem Kaufmann in Frielendorf 20 Mark schuldete und sich darüber eine Quittung ausgestellt hatte, wegen Urkundenfälschung zu 4MonatenGefängnis. Hamburg, 11. Jan. In dem Beleidigung s Prozeß des Kritikers Anton Lindner gegen den Dramatiker Otto Ernst wurde in der Berufungsinstanz vor dem Landgericht ein Vergleich erzielt, wonach Otto Emst seine beleidigenden Aeußerungen als in Form und Inhalt unberechtigt mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknimmt und die Prozeßkosten trägt. Polologlow-Cigaretten (D“/i sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige. e=*as=ne=3 Überall käuflich! ■■■■■■ Fabrik „Epirus“ Dresden. 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(Nachdruck verboten.) 227 7S 421 1« R05 1 001 64 184 427 619 710 46 2*44 284 C95 460 OB 416 [100] 14: 651 753 tOi 43 1100J S.3 Z.U4; 0)9 GUI 952 66 ZtiuM 260 92 6*8 24 607 801 76 248 807 467 807 62 72 863 041 181013 13 [i.UJ tOd 909 13 60 38033 [luO] 140 457 U 651 707 89 625 CM 761 953 SO 2041S6 95 379 91 [100J 614 74 613 73 aretten 200 348 532 633 881 9-7 199102 40 83 267 834 679 Ml 1K0J '.19 24.' r.001 0€0 04335 03 55ft>7 to 635 50027 7i 157 151 57 602 41 770 55 » [V°h resdcn. 215 417 67 85 533 C31 39 843 923 2 1 9073 81 413 586 22VXJ 643 L5 67 222 42 243 94 22*039 Sf 123 225153 231 593 810 £13 51 22C317 174 45 £5 755 HOC] £71 L27 175 U3 .1031 WO 657 U 711 40 937 22918) C3 73 2 73 428 65 641 960 228250 $54 §1003 897 818 424 M3 72 701 91 816 21 *13819 417 >48 933 87 81*09 97 441 604 7 M 3SO 604 rei- £73 999 246092 167 200 417 06 764 899 •23 71 247073 123 M5 11 S1 627 113 895 1002'5 325 83 43; 732 ÜU 896 43 811 41 482 627 773 450 431 665 186 821 44 HS P5I 5>62'=5 83 131 2691’1 211 n 4n «TS rra 63 761 873 7* 68 717 711 272cr 531 8M 7« 68 9K1 845 2 «751 607 5 91 [2«r] 4*5 0 r»7 132(49 1*5 315 I2W! 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Nur 3 Gramm oder 1 Messerspitze voll genügen auf 1 Lot Kaffee. Zuviel schadet dem Geschmack. Nocturne aus op. 29 . . . . Serenata H-dur ...... Im Volkston, op 32, No. 4 , . Marche grotesque, op. 32, No. 1 Nocturne, op. 43 No 1 in C-moll Ballade, op. 23 in G-moll . . Nocturne, op. 62 No. 1 in H-dur Scherzo, H-moll, op. -0 . . . 617 853 [100] 151088 846 404 793 152090 794 153568 508 61 «62 731 |400) 842 1 5 4003 80 136 68 6-v, 41 740 S.) U1CÖ 2C1 74 LLS 1100 ) 623 MS 10UH 83 V..j L10 EG 955 11G27 241 4ul 25 84 129 12.0 Ul 332 •1 । 1U7U3 :L1 j82 91 4.3 27 507 737 807 917 108u36 S23 Sä 413 44 £J 8IS 64 109127 43 9t 211 61 9u 874 (177 110517 «82 en 65 El Sl »6 9-0 111143 809 81 81 922 «1 1 12(07 83 571 99 t«0 63 955 27 113131 43 745 08 176160 ßJ6 . . 177040 68 458 [100] 87 68« 654 09 143 163 209 464 95 709 04 824 012 1 44065 144 [100] 8*0 1 4 5099 104 411 682 626 36 1 4 0 239 601 66 746 UW 14 7 286 731 148105 221 890 645 69 89 901 1491*0 202 607 641 [100] 15O076 l!'l a) Sonate op. 90, E-moll . 4 . . . b) Sonnte op. 109, E-dur . . , . . a> Rondo, A-moIl....... b) 2 Sonaten (Pastorale und Capriccv Variation« sSrlcu«, 8 op. 54 . . . Sonate No. 2, Ae-dur op. 39 . . . , zu brirkll gompletten iufDÜ®® b"/l 124 210 4-6 593 760 81 18'83 SM 612 88 740 19162 244 448 529 64« 112 64 869 (600) 933 64 61 2OW0 1*4 826 404 789 8*6 943 53 00 21011 [100] [400| 88 66 to« 003 64 65 22'30 104 68 892 461 89 B>7 M 11 27379 ;yi 94 Gi3 £14 C71 26*13 M7 76) ZU 126 51 2u5 M3 4*2 j2 622 U 5) .00 Uü iL5 dÜ333 47 51) 649 dl 843 310C1 112 314 29 u3 478 73 6-4 US 953 79 32111 « El 3 v 34 91 451 6U0 9U7 10 33130 448 7 43 8)6 8 7 34161 200 44 (lUO) «33 712 817 940 3&3S3 489 643 63 7(W 97 bdf.) 163 413 616 880 [100J 82 920 3 7-69 440 74 608 4 C23 bl 9.7 €0101 -4/ 4.7 6.5 .51 851 9aö il(X)J »7022 1. 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D’Albert Dieses altberühmte Bier, welches infolqe seines großen Malz- und Würze- Extraktes und geringen AlkoholeS besonders Bindern, Blutarmen, Wöchnerinnen, nährenden Müttern und Rekonvaleszenten jeder Art von hohen medizinischen Autontäten empfohlen wird, ist zu haben in tiis**en bei Fr. Kfihnhold, Bier-Depot, LudwigstraKe 55. Man verlange ansdrQcklich nnr da» echte ---... 46« 682 70» 33107 M 260 3&i 678 W1 802 84209 SO 421 26 539 6'9 110*1 828 97 Hl 30817 630 6&J 769 80018 19» *11 534 701 JinO) »3 37015 94 [1901 625 •27 45 718 3 8-132 *M TU> 3000* 10» 74 ’M 300 71« 950 921 40189 3«0 rp« lenü) S-r 41-33 e» 373 458 71 716 18 80 9«. 4% U [ 100] 56 588 eso 43112 229 87 532 60 41 973 44081 85 110 364 97 404 672 784 4 5:t9 818 37 66 dno] 318 «39 R3? 248070 1'2 85 SM 07 317 fin-j TOI) 56 249K1 49 151 f.90 961 250 «o M9 716 41 25105« 67 144 64 190 17» W 133*T» 14« 13591« ** h,.m fernen [oroie •nhe tJjJJ leicht >'bk<Älß Krall'g^ ll. cü flamm er omirtebi- rbauien, die einem Rauv e uii sich tedibet euv ^uudeniiillthung V- i Johns verbesserte / V* Volldampf-Waschmaschein liefert za billigsten Preisen ßisgusi Kröll, Seltersweg 12 21118-5 251 «53 4=0 'C? 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Septemoer, al» b. urgesehen werden luollte mö der Klager mit fänn« tie * las grosse I,elfahr n’nd bedeotendst« Ranges nua Ter|aüg« . koh.tl ‘,1*U 19 876 1200) 122287 803 86 ,2001 037 MO 663 938 (:no; 60 902 660 753 857 f?3 ?n 114572 e?5 733 llSoil 83 [1001 110 272 421 552 611 755 110 62 «20 5) £97 117'83 2H 34 $73 52. <1 £41 llä<13 413 71 91 C33 [100] 618 900 [100] 43 119C2) 72 129 64 3j3 5T7 78) 975 42 958 83 04 2 45 72 M9 752 841 910 M 6.3 600*0 M 2-0 57 8* »4 4« Ml M M 99 796 888 7« [800) 920 23 78 98 09'55 2'7 <9 70 676 M S79-1 Ml H 71 VI 671 *17 73 250^1 [2761 in 411 C’< 93 711 *tl [iMl 531’»' 44 n 172 M 29? 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Januar 1907, Programm a ÄM-L >q,. n «Bi f'lta Jte ergab, fcEu,CI - 11 fh ^'i -CLne' Man Ieines 1 verübt ? ;u her D°s Gericht 2^-- f °n°te 'ur eden Wo?!rUs thauz Äjufetf le 683 933 201)852 1»7 340 51 462 [8T0J 6) ?39 08 7 3 904 210x8) 356 4V8 5J5 915 (3000) 29 211015 48 86 371 401 795 9-7 2123.13 C3| 71 72 706 30 5C9 LIS, ' 4M 715 [200] 41 S6 214060 109 76 253 649 057 216450 605 92 [100| 750 339 47 215127 «3 M 1200) M 76 71 6U S3 96 955 217323 411 13 33 93 565 773 21HU19 60 Ml [10CJ CIO '.29 L2 EL3 933 23UC1) 127 43 £27 Ci 9C3 70 [103] 23110 57 232 SB C37 .22 13)0) CI 817 G50 [IX] 2314332 £03 S13 53 C12 SOI 50 [ICC] 233011 55 £0.’ 812 Ml 49 695 721 62 900 =9 87 11001 2341*0 V6 213 43 'M <3 731 83 [200) 51 86 2350*1 93 2C3 £53 79 4T) l3001 £21 457 46 8)1 7-J Oil 03 CJ 238-37 SD U «9 446 939 97 239171 35 223 45 63 490 1100] St 640 92 en ri* m 274V) 1? 1) Fix’ m >!’ 41? en 24 --- 4«, C’S 270K1 1*6 Ti? «6 5-83 27S1M 65 73 H !» M werden. 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