gehabt Hal, und wenn nun die Festhalle auch doch nach dem Entwürfe von Thiersch in Angriff genommen wird, so darf man doch mit Sicherheit annehmen, daß seine aufklärende Tätigkeit in der Bürgerschaft Erfolg haben wird, und daß vor allem, wenn wieder solche Attentate gegen das künstlerische Bild der Altstadt geplant werden sollten, wie es vor einigen Jahren durch das leider zur Ausführung gelangte Projekt des Altstadtdurchbruchs und der Bebauung der neuen Braubachstraße im historischen Stile ge- scheben ist, daß — sagen totr — dann Die Bürgerschaft den Städtebausragen mehr Interesse als damals und daher auch mehr Verständnis entgegenbringen wird. Die Pläne zur Erbauung eines dritten Theaters in Frankfurt, die schon so oft aufgetaucht sind und auch schon ein paarmal sich zu praktischen Versuchen verdichtet haben, sind jetzt um einen neuen vermehrt worden, der Aussicht auf Verwirklichung zu haben scheint. Seit Samstag ist in einer Kunsthandlung ein Bild dieses neuen Theaters ausgestellt, das den Bau zeigt, wie ihn die Phantasie der Architekten sich vorstellt. Gedacht ist das neue Haus auf dem noch immer brach liegenden Gelände des abgebrochenen alten Theaters am Theatervlatz. Du aber dieses Gelände sehr teuer ist, so sind die Väter des (anscheinend durchaus nicht aussichtslosen) Projekts auf die Idee gekommen, durch Einbeziehung von Läden und einem Eafä das Haus lukrativ zu machen, und der ausgestellte Entwurf zeigt also im Erdgeschoß große Schaufenster. Der Gedanke ist gar nicht übel, denn schließlich ist doch gerade im Interesse Der Kunst die Hauptsache, daß das Unternehmen prosperiert, und so mögen sich immerhin die Musen mit Merkur, dem Gotte des Erwerbs, verbinden. Dagegen weckt die Architektur des Gebäudes, das abgedroschene Feld-, Wald- und Wiesen-Barock, der übliche Zuckerguß- Stil, Widerspruch. Die Notwendigkeit eines dritten Theaters, schon um dem Schauspielhaus Konkurrenz zu bieten, dann aber auch, um dessen vielfach beschränkten Spielplan zu ergänzen, tann nicht mehr ernstlich bestritten werden. Es ist zu begrüßen, daß die Frage nunmehr ernstlich in Bearbeitung genommen zu w.erden scheint. " Lr. & & — Von württemvergismer Kun st. Die Zeitschrift! „Deutsche Kunst und Dekoration' (Verlagsanstalt Alexander Kochi in Darmstadt) bringt ihr Juni-Heft als Spezialnummer für bass Württembergs che Kunstleben heraus, das in einem eingehend instruierenden Feuilleton von Professor Tr. Max Ticz, Stuttgartbetitelt „Neuzeitliche Kunstbeftrebungen in Württemberg", beleuchtet wird. In diesem Aussatz gibt der Verfasser zunächst einen Ueber-t blick über die Genesis der Stuttgarter Künstlergruppe, die roml Stuttgarter Künstlerbund und den Anregungen Grethes herrührL und mit der Gründung der Lehr- und Versuchswerkstätlen und des Vereins Württembergischer Kunstfreunde festere Gestalt ge^ Wonnen hat. Ter Entwickelung dieser Werkstätten und diesesj Vereins wie ihren hervorragenden Lehrern und Leitern Pankow v. Heider, Rochga und Haustein und dem bisherigen Leiter bei} Mitteilungen des Württeml. Kunstgewerbevereins, Tr. Frank, Oberaspach, ist eine eingehende Darstellung gewidmet, die bis vielbesprochenen Verhältnisse durchaus sachlich unb klar behandelt. Ter Aufsatz geht dann des näheren auf die einzelnen Erscheinungen innerhalb des Verbandes der Werkstätten ein und schildert die einzelnen Künstler und ihre Werke in ihrer Bedeutung für die Gesamtheit; er kommt schließlich zu dem Resumä: Es gehe auch in Stuttgart vorwärts uno manche hoffnungsreiche Keime eines neuen Aufschwungs erfreuten den Kunstfreund. Indes bleibe noch vieles zu tun. Und der Verfasser gibt dann der Hoffnungt Ausdruck, daß das einmütige Zusammenwirken des Herrschers, der Regierung und der Künstlcrschast das Land zu energischen} Anstrengungen fortreißen werde, sich ebenbürtig neben den anderen Stämmen "Deutschlands zu behaupten. Dem eingehenden und. klaren Artikel ist eine Reihe trefflich gelungener Reproduktionen von Gemälden und kunstgewerblichen arbeiten der württembergischenr Künstler beigegeben, die einen vortrefflichen Einblick in deren Ge-, samtkunstschafsen übermitteln. Tas Heft enthält auch Abbildungen: der besten Rhein-Plakat-Entwürfe, die auf das Preisausschreiben der am Rheinwege beteiligten preußischen und süddeutschen Eisenbahngesellschaften eingegangen waren. Auch diese Veröffentlichung verdient allgemeine Beachtung. — ZweiDichterföhne alsSchriftsteller. Nahezu gleichzeitig treten zwei Schriftsteller an die Lefsentlichkeit, deren Väter in der literarischen Welt einen sicheren und bedeuteriden Platz besitzen. Der Sohn Karl des unvergeßlichen österreichischen Drama-, tikers Ludwig Anzengruber hat sich mit einer Gesangsposse, die den Titel „Fesche Wiener" trägt, auf der Bühne eingeführt; von Hans Ludwig, beim Sohn Peter Roseggers, wird dem-, nächst ein Einakter „Chrysanthemen" im Wiener Bürgerthecueq gespielt werden. Beide SchriMMw fmbi fiudfc auf novelliMcherrl Mehrfach bervor^etreteq lauter Philosophie, vor staatsmännischer, juristischer unb schriftstellerischer Tätigkeit nie dazu gekommen ist, selbst seinen Kohl zu bauen. Cicero schrieb, als Cäsar ihn politisch kaltgestellt hatte, sich zum Trost, den heutigen Primanern vielfach zum Aerger, eine Reihe seichter philosophischer Schriften, deren letzte, die von den Pflichten, er erst nach Cä^rS Tod, Ende 44 v. Chr., fertigstellte. Er spricht darin (De ofticiis I, 126 ff.) auch von der äußern Würde und erklärt (150), daß nach römischen Herkommen von den Erwerbszweigen (quaestue) einige für einen Gebildeten anständig (liberales), andere unanständig (sordidi) wären. Unanständig sind ihm die Gewerbe der Zöllner, die ja auch in der Bibel unmittelbar neben die Sünder gestellt werden, der Tagelöhner, wozu auch die Kriegsknechte gehören, weil sie ihre Haut im Tage- lohn für einen andern zu Markte tragen, der Handwerker, Kleinkrämer, Poffenreißer (Schauspieler, Musiker), Bäcker, Metzger, kilrz aller, die für unsere leiblichen und geistigen Genüsse sorgen und sich dafür schnöde bezahlen lassen. Tie mehr wissenschaftlichen Bernie der Aerzte, Baumeister und Hähern Lehrern sind in ihren Gesellschaftskreisen anständig, d. h. bei Angehörigen des Bürger- standeS, nicht aber bei Rittern oder gar bei Senatoren. Die Großkausmannschast kommt bester weg, sintemal ja Ritter und Senatoren das ihnen eigentlich oerbotene, aber doch so einträgliche Handwerk trieben. Nach all diesen Ausführungen heißt es: Omnium andern rerum, ex quibas aliquid adquiritur, nihil est agri cultura melius, nihil uberius, nihil dulcins, nihil homine, nihil libero dignns. Bon allen Erwerbszweigen ist keiner besser, einträglicher (durch Sklavenarbeit), angenehmer und dem Menschen, auch dem freigeborenen (und gebildeten) angemessener als die Landwirtschaft. Zur Begründung seines Satzes verweist Cicero auf seine Schrift über den oben genannten älteren Cato. Eine rohe Tat vor dem Schwurgericht, th. Gießen, 10. Juni. Heute vormittag eröffnete Lanbgerichtsrat Wiener die diesmalige Tagung des Schwurgerichts mit der Verhandlung gegen den Former Ludwig Zecher, 21 Jahre alt, wegen Körperverletzung mit einer Geldstrafe von 10 Mk. vorbestraft, gegen den Maurer Friedrich Grölz, 21 Jahre alt, unb gegen den Schuhmachergesellen Ludwig Stephan, 21 Jahre alt, sämtlich von Staufenberg, wegen gemeinschaftlich unb mit gefährlichem Werkzeug begangener Körperverletzung, infolge deren der Tod des Verletzten erfolgt ist. Zecher wurde von Rechtsanwalt Klarenaar, Grölz von Justizrat Katz und Stephan von Rechtsanwalt Leun vertreten. Als Vertreter der Anklage fungierte Staatsanwalt Reuß. Außer 25 Zeugen waren als Sachverständige der prakt. Arzt Dr. Wiegand-Fronhausen und Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn-Gießen zu hören. Es war eine beispiellos rohe Gewalttätigkeit, die die Angeklagten nach ihrem teilweisen Geständnis und nach der Beweisaufnahme am Abend des 7. April d. I.« in Staufenberg auf der Straße an dem 24 Jahre alten Landwirt Louis Klinkel von Ruttershausen aus- geübt haben, an deren Folgen der letztere leider verstorben ist. L. Klinkel hatte i$n Februar gelegentlich einer Kindtaule die 18 Jahre alte K. V. von (Staufenberg kennen gelernt und war darauf regelmäßig Sonntags von Ruttershausen nach Staufenberg gekommen, um mit dem Mädchen zusammenzutreffen. Am Abend des 7. April, gleich nach 9 Uhr, kam Klinkel wieder nach Staufenberg und traf dort in einer Wirtschaft mit der V. zusammen; man setzte sich mit noch anderen Bekannten an einem Tisch und unterhielt sich durchaus anständig und friedfertig. In der Wirtschaft waren auch die drei Angeklagten anwesend. Sie waren alle drei dem Klinkel vollständig fremd und standen auch in gar keiner Beziehung zu der V. Trotzdem ärgerte besonders Zecher und Grölz das Kommen des Klinkel und sie beschlossen, was sie — wie sie selber zugestehen — früher schon geplant hatten: den jungen Ruttershäuser gehörig zu verhauen, um ihm seine Besuche in Staufenberg zu verleiben. Gegen 11 Uhr verließ Klinkel die Wirtschaft und begleitete das Mädchen bis in die elterliche Hofreite. Tie Angeklagten hatten kurz vorher ebenfalls das Lokal verlassen, sich mit kräftigen Prügeln, Grölz sogar mit einem Scheit Buchenholz bewaffnet und einzeln in der Nähe des V.'scheu Hauses Posto gefaßt. Klinkel, der weder mit einem Wort noch mit einem Blick den Angeklagten zu nahe getreten war, betrat ahnungslos die Straße, als erst einer der drei, bann die anderen auf ihn, der vollständig wehrlos war, einschlugen. Er suchte durch Bitten die rohen Gesellen zu bewegen, ihn doch seines Weges gehen zu laßen, aber dies war vergeblich, bis an das Ende Staufenbergs verfolgt, suchte der schwer getroffene Klinkel zu entkommen. Die Angeklagten gestehen zu, an der Affäre beteiligt gewesen zu sein, die Hauptschuld schiebt einer auf den andern. Nur Stephan erklärt, er habe Zecher und Grölz anfänglich zugeredet, doch Klinkel zufrieden zu lassen, er will zwar mit einem Knüppel ausgerüstet in der Nähe gestanden haben, als die beiden andern Genossen den Ruttershäuser Burschen „lausen lic Ben", iui£ man diese Art der gastfreundlichen Behandlung Fremder in Staufenberg nennt, bestreitet jedoch ganz entschieden, dem Klinkel auch nur einen Schlag versetzt zu haben. Die Angeklagten find nicht in der Lage, einen Grund anzugeben, weshalb sie den Menschen in später Stunde überfallen haben; sie gestehen aber zu, baß Zecher ihnen die Absicht, den Klinkel zu verhauen, schon vor Ostern mit- gcteilt hat und baß am 7. April der Plan in der Wirtschaft zwischen ihnen verabredet worden ist. Klinkel schleppte sich trotz seiner Schmerzen bis nach Ruttershausen. Der Arzt Dr. Wiegand veranlaßte, nachdem er beit Schwerverletzten einige Tage behandelt hatte, wegen Vornahme einer Operation dessen Aufnahme in die Klinik zu Gießen. In der Nacht Dom 12. bis 13. April verstarb Klinkel daselbst. Tie Beweisaufnahme ergab, daß es 3 Personen gewesen sind, die am 7. April auf Klinkel eingeschlagen haben. Der als Zeuge vernommene Landwirt Heibertshausen von Staufenberg, der einige Meter entfernt war, als die Angeklagten an ihrem Opfer waren, hat deutlich wahrgenommen, daß drei Personen darauf los schlugen, erst eine, bann bie anbem beibeit Leute. Der junge Klinkel hat dies auch seinen Eltern gegenüber mehrfach ausgesagt unb schließlich auch noch in einem gerichtlich aufgenommenen Protokoll auf bas allcrbeftimmteftc bestätigt. Es wird festgestellt, baß Klinkel ein überaus friedliebender, anständiger junger Mann war, der nie Konflikte gehabt hat; er war Soldat und hat sich als solcher gut geführt. Er war bie Stütze seines alten Vaters in dessen landwirtschaftlichem Beruf, da ein anderer Sohn kränklich ist. Die Ehefrau Klinkel ist durch den plötzlichen Tod ihres ältesten Sohnes gemütskrank geworden. Durch eine Reihe von Zeugen wird bekundet, daß der Angeklagte Stephan ein ordentlicher Mensch ist, der nicht trinkt, sparsam lebt und nicht etwa streitsüchtig iift. Ebenso kann man dem Grölz nicht nachsägen, daß er Streit sucht oder ein Trinker sei. Allerdings verkehre er viel mit Zecher, dessen Leumund nicht der beste ist. Tic medizinischen Sachoerständigen erklären, daß der Tod des Klinkel infolge eines RisseS in der Blase eingetreten sei, die wohl durch einen wuchtigen Schlag über den Bauch sehr ver-i letzt wurde. Den Geschworenen wird die Frage wegen Kvrperveri letzung mit tödlichem Erfolg vorgelegt und daran anschließend für jeden der Angeklagten die Frage nach mildernden Umständen. Staatsanwalt Reuß erklärt, cs handele sich hn vorliegenden Fall um eine äußerst brutale Tat, wie sie beklagenswerter und' trauriger wohl selten zur Aburteilung komme. Ein junger Mann von 24 Jahren, ein Mensch von seltener Friedfertigkeit habe jäh fein Leben verloren, durch die Schuld der Angeklagten, durch ein von diesen begangene» Verbrechen, das durch nichts! entschuldigt werden könne, durch eine beispiellos rohe vewalb- täligfeit haben die Angeklagten alten Eltern die Stütze ihres! Erwerbes geraubt. Tie drei Angeklagten haben einen Menschen, der sich nicht einmal zur Wehr setzte, trotzdem er sie bat, ihn doch gehen zu lassen, in der Dunkelheit aufgelauert und überi fallen, dabei waren die drei 'rauflustigen Angreifer nicht etwa angetrunken, sondern nachdem sie gemeinschaftlich den Plan verabredet, sind sie über den Klinkel her gefallen, und haben mit schweren Knüppeln blind losgeschlagen. Nicht etwa Eifersucht; kann das Motiv zur Tat gewesen sein, denn dazu lag feine Veranlassung vor. Der Staatsanwalt kommt bann auf die vorgeführten Beweise zu sprechen. Es sei bargetan, daß eine gc=t meinschaftliche Verabredung der drei Angeklagten zu der Tat geführt Hal. Ebenso sei erwiesen, paß alle drei darauf los gw Magen. Wer den schweren Streich, der zum Tode Künkels geführt hat, ausgeteilt habe, bleibe gleichgültig, jedenfalls habe Grölz mit dem Scheit-Buchenholz, dem geeignetsten Werkzeug dazu, den Schlag auf den Unterleib versetzt, ebenso wie es wohl, feststehe, daß Zecher der eigentliche Urheber des Ueberfalles sei. Der Antrag des Staatsanwalts geht dahin, gegen alle Angeklagte ein Schuldig im Sinne der Anklage zu sprechen, dem Zecher unbi Grölz aber feine mildernden Umjtänbe zuzuerlennen. Es sei irt der Verhandlung hierfür auch nicht ein einziges Moment her-, vorgetreten. Ter Angeklagte Stephan sei der Verführte gewesen, deshalb sollten ihm bie Geschworenen mildernbe Umftänbe zuerkennen. i Tie Verteidiger des Zecher und Grölz, Rechtsanwalt: Klarenaar unb Justizrat K a tz, erkennen an, daß ihre Klienten schuldig sind, plaidieren aber bei der Jugend derselben und nach Abwägung aller Momente der Tat selbit für mildernde Umstände. Rechtsanwalt Leun ist der Ansicht, es sei ein zweifelsfreier» Beweis, daß der Angeklagte Stephan mitgeschlagen habe, nicht erbracht, dieser befreite dies und der eine Zeuge,- der es bekundet habe. Müsse sich ivohl geirrt haben. Tic Angaben des? Verletzten selbst aber seien erst recht nicht zur Belastung feinest Klienten zu verwerten. Er bittet die Geschworenen, die Schuldfragei genau zu prüfen, dann würde man zu einem Frei sprach roegenj udei» Wascht D.&Ob-Ai'" 1 Karl löfl- eingeladen. ichmidt NUni hr an 6t* *ng ’@eg.0-®e*0^ BZW«"-» man in garantiert , 3019 lagazln 1SS8 IQ liesset 1836). n-Theater instlernl, langes Juni 1. Programms Martha nden nwart,-- ?r etc. etc. OÜ76 -t Rappmaan. und Karton-H| studentischen H sigen Preisen gg s-DruM ermann, MMN -SKZ ■bhinglemc. ert 157. Jahrgang Nr. 134 Zweites Blatt Dienstag 11. Juni 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener ZamUienblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Der.Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Rotationsdruck und Verlag der vrüHUschen Untoerfitfitfl - Brich- und Steindruck er ei. 9L Lauge, Ließen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag l e<9 6L Redaktion: 112. TeU-Adru An-etgerGießen. politische Lagesscha«. Nicht im öffentlichen Jttteresse. Jetzt beginnt sich ein Teil der Presse mit der juristischen Seite der Angriffe auf den Grasen Kuno v. Moltke und den Fürsten Philipp Eulenburg zu beschäftigen. Fürst Eulenburg hat bekanntlich wegen der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen ein staatsanwaltliches ErmittelungSoerfahren gegen sich selbst beantragt. Wie aber wird dem Grafen Kuno v. Moltke die rasche Möglichkeit gewährt, sich von den- selben Beschuldigungen frei zu machen. Graf Moltke ist bis an den preußischen Justizminister gegangen, um die Staats- onwaltschast zur Erhebung der Anklage gegen den Heraus- geber der .Zukunft" zu veranlaffen. Vergeblich. Tie An» klage, lautet der übereinstimmende Bescheid, liege .nicht im öffentlichen Interesse". Die .Voss. Ztg." begründet dem- gegenüber die Auffassung, daß eine gegen einen hochgestellten Offizier gerichtete Bezichtigung doch wohl da8 öffentliche Interesse beansprucht. Wenn Graf Moltke, so bemerkt die .Voss. Ztg.", selbst den Beweis anbiete, daß die Beschuldigungen unbegründet sind, so sollte eS billig erscheinen, diesen Beweis „im öffentlichen Interesse' zuzulassen, wie ja auch bei einer gleichen Beschuldigung, die gegen einen hohen Hosbeamten erging, die Staatsanwaltschaft die öffentliche Klage erhoben hat. e Für die Einführung einer „gerechten Wehrsteuer" hat sich soeben der 37. pfälzische Kriegertag einstimmig ausgesprochen. Der Kundgebung dürften andere gleichen JnhaÜS folgen. Dadurch wird die Aufgabe der Reichs- regierung erleichtert, denn die Wehrsteuer wird man tatsächlich zu den kommenden Steuerprojekten rechnen können, mit denen daö Reichsschatzamt im Sommer bei den Bundesregierungen, im Herbst vor dem Reichstage auf dem Plane erscheint. Die Steuer muß, um gerecht zu wirken, sehr sorgfältig abgestuft sein. Einkommens- und VermögenSoerhältnisse sind zu berück- stchtigen. Eine gleichmäßige Kopfsteuer würde dem Grundsatz der Gerechtigkeit nicht entsprechen. ES ist mit anderem Maße zu messen, ob ber Sohn eines vermögenden Mannes oder eines wenig Besitzenden den körperlichen Anforderungen für den Dienst bei der Fahne nicht entspricht. Erträge, die zu Buch schlagen, wird die Wehrsteuer nur bei einer Abstufung erzielen, die mit sehr geringen Sätzen beginnen, aber mit ziemlich hohen Sätzen auslaufen kann._______________________ „Nichts Besseres als die Landwirtschaft". Bei der Eröffnung der Düsseldorfer Landwirtschaftlichen Ausstellung erinnerte Prinz August Wilhelm als Vertreter seines kaiserlichen Vaters, des Protektors ber Deutschen LandwirtschaftSgesellschaft, an den Spruch auf dem Häuschen der Plönsee-Jnfel, wo der Kaiser seinen Söhnen einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb eingerichtet hat: Nihil melius, nihil homine libero dignins quam agricultura. Nichts Besseres gibt es, nichts, was des freien Mannes würdiger wäre als die Landmirtfchaft. Mit demselben Spruch hat der Reichskanzler am 14. März im Deutschen Landwirtschastsrat .Stürmisches Bravo* erzielt. Ob aber, so sagt die .Köln. Ztg/, alle die Landwirte, die den Satz durch ihre Zustimmung für richtig erklärt haben, wissen, von wem und auS welchem Zusammenhang er herrührt? Daß er altromisch ist, ist zu vermuten. Bei den Römern galt ja, wie bei den Griechen, alle Handarbeit für banausisch, d. h. eines Gebildeten unwürdig. Nur der Ackerbau machte eine Ausnahme. Cincinnatus wurde 468 v. Chr. vom Pfluge geholt, um als Diktator seine Vaterstadt von den Aequcrn zu befreien. Nach getaner Diktatorarbeit kehrte er 16 Tage später zu seinem Pfluge zurück. Der Erfinder des Ceterum censeo, der ältere Cato, ber in Wort und Tat für alte Römertugend eiferte und daher auch als Zensor so scharf durchgriff, daß er davon Censorius genannt wurde, Cato suchte seine durch das überwuchernde Griechentum verderbten Zeitgenossen zum altrömischen Ackerbau mit seiner Sitteneinfalt zuruckzufuhren. Er schrieb daher eine Schrift über die Landwirtschaft, die beweist, daß er sie auch selbst ausznüben verstand. Der Plöner Spruch rührt aber nicht von ihm her, sondern von einem Nachfahren, ber vor kleines Feuilleton. — Aus Frankfurt wird untS geschrieben: Unter den Kunstauktionen der letzten Zeit nimmt die in diesen Tagen erfolgte Versteigerung des künstlerischen Nachlasses von Meister Anton Burger die erste Stelle ein. Der Künstler, der in Frankfurt so beliebt war, )aß ihm seine zahlreichen Freunde jedes seiner Bilder ofortfür einen Spottpreis abnahmen, hat natürlich rotz seines immensen Fleißes keine Schätze hinterlassen. Das ist der Laus der West. Aber der Lauf der Welt ist es auch glücklicherweise, daß — wenn auch spät — ein solches Unrecht wieder gut zu machen gesucht wird, und daß wenigstens die Erben die Früchte jener Saat ernten, die der Säe- mann selbst leider nicht mehr hat sehen dürfen: Frankfurt drängte sich förmlich zu dieser Versteigerung, und dre Gebote standen jetzt oft ebensoweit über dem Werte der Kunstwerke, wie sie zu Lebzeiten des Meisters darunter ge- standen hatten (das gilt freilich nur von den Preisen, die dem Künstler bei direkten Verkäufen gezahlt wurden, der Kunsthandel hat den Namen Burger schon seit etwa einem Dutzend Jahren fruktifiziert). Ohne auf Einzelheiten einzugehen, wollen wir zum Beweise nur das Gesamtergebnis mitteilen, das die Summe von 46 000 Mk. erreichte, — eine Summe, deren Höhe man würdigen wird, wenn man in Betracht zieht, daß unter den rund 300 dkummern an Oelbildern viele aus höchst unvollkommenen Studien aus der frühesten Zeit und an Arbeiten von Bedeutung nur Zeichnungen vorhanden waren. Besonderes Interesse erregten natürlich die zahlreichen Porträtstudien nach bekannten Frankfurter Persönlichkeiten. Am Freitag ward die sehr erfolgreiche erste Frankfurter Architektur- und Bau-Ausstellung mit einem ungemein angeregten Fest in allen Räumen des Bundespalais geschlossen. Die Teilnahme war sehr stark, ein Beweis, daß die Bestrebungen dieses auf den Fortschritt gerichteten Vereins starken Rückhalt in der Bevölkerung haben. Wenn auch die von dem Verein eingeleitete große Aktion gegen die überstürzte Beschlußfassung in SMeü Lex FrMkfurter FestMle keifren tzosiMezr Erfolg lbes ''Stephan kommen müssen, wenigstens "aber ihm mildernde Umstände nicht versagen. । Ter Wahrspruch der Geschworenen, der von deren Obmann, Rentier Hch. Sehrt von Grünberg, nach Vr stündiger Beratung verkündet wird, lautet den Anträgen des Staatsanwalts entsprechend. Der Gerichtshof erkennt gegen Zecher und Grölz auf je vier Jahre, gegen Stephan auf zwei Jahre Gefängnis. Ter Staatsanwalt hatte fünf und 2 Vs Jahre Gefängnis beantragt. Die Zählpapiere, die bei der Berufs- und Betriebszählung am 12. Juni d. I. zur Anwendung kommen, sind folgende: 1. Die Haushaltungsliste, 2. die Land- und Forstwirtschaftskarte, 3. das Gewerbeformular und 4. der Gewerbebogen. Aufgabe der ehrenamtlich tätigen Zähler ist es, die genannten Formulare an diejenigen Personen abzugeben, welche sie auszufüllen haben. Sollte jedoch eine Person, welche Angaben zu machen hat, aus Versehen keine Zählpapiere erhalten haben, so sind solche von dem Zähler oder von der Gemeinde- bezw. Polizeibehörde nachzuverlangen. Die Frage ist nun: Wer hat die einzelnen Zählpapiere zur Ausfüllung zu erhalten? Die Haushaltungsliste, die Unterlage der ganzen Zählung, hat der Zähler in jeden Haushalt zu geben, und zwar vom in eigener Wohnung, mit eigener Hauswirtschaft lebenden vereinsamten Witwer oder Junggesellen an bis zum Vorsteher einer- kleinen oder großen Anstalt hinauf, letzterem sowohl für die .Anstalt^ als für seinen eigenen Privathaushalt. Wer ohne „Ar und Halm' ist, wer kein Gewerbe im weitesten Sinne selbständig betreibt, hat mit Ausfüllung seiner Haushaltungsliste seine Pflicht getan, und an ihm hat der Zähler die größte Freude, weil er solche Haushaltungen rasch abmachen Sobald jedoch in irgend einem Haushalt ein Mitglied Land- wirtschasl oder Forstwirtschast betreibt, d. h. seine eigene oder gepachtete Bodenfläche, wenn auch vom kleinsten Umfange, landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich bewirtschaftet, so muß eine Land- und Forstwirtschaftskarte jaont Zähler ausgehändigt und vom Bewirtschafter ausgefüllt werden. Es ist wohl zu beachten, daß es sich hier nicht etwa bloß um wirkliche Landwirte handelt. soll vielmehr jede Person, die irgend eine eigene oder gepachtete Bodenfläche mit Nutzpflanzen bewirtschaftet, eine Landwirtschaftskarte erhalten und aussüllen. Für Städte z. B. ist dies nicht unweseiitlich, weil dort das Gartenland auch erscheinen muß, sofern Nutzpflanzen gezogen werden; bloße Ziergärten, welche meist zimi Haus gehören, bleiben außer Betracht. Land- und Forstwirtschaftskarten sind auch in Bezug auf die Waldungen von den staatlichen, standesherrlichen und privaten Oberförstern bezw. Forstbeamten auszufüllen. Jni Unterschied zur Landwirtschaft soll das Gewerbe im weitesten Sinne des Wortes durch die Geiverbesormulare und Gewerbebogen erhoben werden. Diese Papiere sind auszufüllen von jeder Person, welche selbständig ein Gewerbe, wenn auch nur im kleinsten Umfang (un Nebenberuf) oder auch nur zeitweise, betreibt. Als „Geiverbetreibender" gilt für die Statistik jede Person, die einen als „Gewerbe" zu betrachtenden Berus ausübt. Unter- Gewerbe sind zu verstehen: Handwerk, Industrie, Hallsgewerbe, Heimarbeit, Baugewerbe, Handelsgewerbe, Bergbaubetrieb, Salinen und Hütten, Gast- und Schankwirtschasteir, Verkehrs- und Trans- portgerverbe, Versicherungsgewerbe, künstlerische Gewerbe, Theater-, Musik- und Schaustellungsgewerbe, Fischerei, gewerbliche (d. h.. nicht ackerbaumäßige) Gärtnerei re. Bei manchen Berufen kann es zweifelhaft erscheinen, ob sie als „gewerbliche" anzuschen sind. Es sollen deshalb hier noch einige Gewerbetreibende im Sinne der Gewerbestatistik angeführt werden, welche Gewerbesormulare oder Gewerbebogen auszlisüllen haben, immer vorausgesetzt, daß sie selbständig sind, also nicht in Lohn oder Gehalt bei einem anderen stehen: Apotheker, Architekten, Bildhauer, Bücherrevisoren, Büglerinnen, Cheiniker, Detektivs, Dienstmänner, Droschkenkutscher, Feldmesser, Garderobiers, Geometer, Gesanglehrer, Ingenieure, Kalligraphen, Köche, Konzertunternehmer, Leichenbesorger, Lithographen, Lohnfuhrwerke, Maler, Modelleure, Musiklehrer, Plakatanschläger, Näherinnen, Putzmacherinnen, Steinschneider, Taxatoren. Techniker, Versender, Verstelgerer, Wäscherinnen, Xylographen, Zeichner (Muster', Bau- und Kartenzeichner), Ziseleure usw. Dagegen solleii die Aerzte, Rechtsanwälte und Privatlehrer nicht als Gewerbetreibende angesehen werden. Ausdrücklich ist zu bemerken, daß die Gesichtspunkte, von denen die Gewerbestatistik ausgeht, rein wirtschaftliche und nicht etwa rechtliche sind. Auch mit Steueroerhältnissen hat die Betriebszählung gar nichts zu tun. Der Kreis derjenigen Personen, welche die Gewerbeformulare oder Gewerbebogen auszufüllen haben, ist viel größer, als der Kreis der steuerpflichtigen Gewerbetreibenden überhaupt. Sollten über die Verteilung und Ausfüllung der Zählpapiere noch Zweifel bestehen, so sind die Zähler bereit, die nötige Auskunft zu erteilen. Gegebenenfalls wende man sich an die Großh. Zentralstelle für die Landesstattslik in Darmstadt. Aus Srudt und Lund. Abdruck «ufcrer durch Korrcfpoudeuzzeicheu kenntlich gemachten Originalartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Anz.) gestattet. Gießen, 11. Juni. *’ In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. Major v. Lindequift vom Stabe des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 und Diplonf-Jngenieur Müller von Gießen. ** Ordensverleihung. Se. Konigl. Hoh. der Großherzog hat dem Obersten v. Conta, Kommandeur des Füsilier-Reg. v. Gersdorff (Kurhessischcs) Nr. 80, seither beim Stabe des Jnfanterie-Neglments Kaiser Wilhelm Nr. 116, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Ernannt wurden der Wachtmeister im Feld-Artillerie- Regiment Nr. 25 Karl Herrnbrodt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Laubach und Hrch. Schüßler aus Büdingen zum Schreibgehülfen bei dem Steuerkommissarlat Offenbach. ** Zur Einleitung und Einführung in d i e Jubiläums f e st l i ch ke i t e n am Anfang August hält Professor Köhler eine öffentliche (gratis) Vorlesung jeden Freilag von 7 bis 8 Uhr in der Universität. Dieses Kolleg über Geschichte der Universität und des hiesigen Studententums — für Damen und Herren — ist außerordentlich fesselnd; es ist reich an kulturhistorischen Bildern und Charakteristiken, für jeden Gießener von hohem Interesse. X " ollar, 10. Juni. Durch eigene Unvorsichtigkeit geriet heute nachmittag auf dem hiesigen Eisenwerke ein Kroate unter die Räder der Rangiermaschine, wodurch ihm der linke Fuß oberhalb des Knöchels abgequetscht wurde. Der Verunglückte ist 17 Jahre alt und erst zwei Monate in Deutschland. Den Lokomotivführer trifft keine Schuld. — F ri e d ber g, 0. Juni. Ta die Räumlichkeiten der Volks- ichule nicht mehr ausreichen, so hat die Stadt beschlossen, auf dem neuen Schulhaus einen dritten Stock zu errichten. — An dem Uebergang über die Homburger Bahn an der Frant- iurter Straße will die Eisenbahnbehörde letzt ein B a h n w ä r t e r - yaus errichten, nachdem die Stadt und Private bereits seit Er- öjjnung der Bahn an der Stelle wegen Verstellung eines Bahn- ivärlerhauies vorftellig geworden sind. Das gänzliche Fehlen jeden Abschlusses an der verkehrsreichen Straße hat hier bereits zu mehreren Unfällen geführt. — Im nahm Eschbach snarb der Weichensteller Wolf, der auf der Homburger Bahn tödliche Verletzungen erlitt. X Alsfeld, 7. Juni. Für die Kreise Alsfeld und Lauterbach plant mpn die Errichtung einer St^r« für einen Obstbau- iechnrker mit dem Wohnsitz in Alsfeld. Die Verhandlungen mit dem oberhessischen Obstbauvereine sind beendet, man wartet noch auf die Unterstützung der Landwirtschaftskanrrner. — Tie Kreisumlagen der Gemeinden betragen 122400 Mk. Für den Bau von Kreisstraßen. genehmigte der Kreistag 140 000 Mk., für die Erbauung des -nahe vollendeten Köeiskcankenhauses 62000 Mk., für Fürsorge für arme Kranke 12 500 Mk. Breungeshain, 9. Juni. Vom schönsten Sommerwetter begünstigt, fand heute das Bezirksrest des Bezirks- kriegerverband es „Vogels berg" statt. Gleichzeittg wurde die Fahnenweihe des hiesigen Vereins damit uer- bunden. Eine Reihe von Ansprachen, barunter solche des Geh. Regierungsrat Schönfeld aus Schotten, sowie des Bezirkspräsibenten Bürgermeister Viehl aus Rainrod, wurden gehalten. — Weißbindermeister Maser aus Busenborn st ü r z t e bei Ausbesserungsarbeiten am hiesigen Pfarrhause vorn Gerüste und zog sich eine schwere Schädelverletzung zu. ? Eichelsachsen, 9. Juni. Vor einigen Tagen weilte ein Untersuchungsrichter aus Gießen hier und vernahm eine Anzahl Zeugen. Wie bestimmt verlautet, handelt es sich um drei Sittlichke. ttsoerbrechen. Ein Ibjähriger Bursche, der sich an einem 9jährigen Schulmädchen sittlich verging, wurde verhaftet. w. Wetzlar, 9. Juni. Der Kreis Wetzlar darf sich rühmen, eine vortteffliche Mineralquelle zu besitzen, die innerhalb weniger Jahre einen Welttuf bekommen hat. Es ist dies der „Kärlssprudel", ettpa 1 Kilometer unterhalb von Biskirchen a. d. L. Erbohrt wurde die Quelle im Jahre 1896; sie entspringt direkt in Felsen, die an dieser Stelle gegen das Lahnbett vorspringen! und den Fluß gezwungen haben, sich nach Süden zu wenden. Eine Untersuchung des Wassers durch das Großh. Hess. Untersuchungsamt zu Gießen ergab, daß her „Kärlssprudel" einen hervorragenden Gehalt an Erdsalzen, an freier und gebundener Kohlensäure, namentlich aber an doppeltkohlensaurem Lithion enthält. Langsam aber sicher fand der „Kärlssprudel" Eingang bei Aerzten und Leidenden, reger und reger wurde die Nachfrage und gerade die beiden letzten Jahre brachten erfreuliche Erfolge und eine Zunahme des Versandes, daß die Verwaltung mit Genugtuung auf die Geschäftslage zurückblicken kann. Die Herkomersahrt. V. München, 10. Juni. Bei der Schnelligkcttsprüfung über den Kessetberg erzielten die besten Resultate: Wagen 169 (Aschoff-Aachen, Fabrique Metallurgiyue), vorgeschriebene Zeit 8 Min. 18V6 Sek., gefahrene Zett 6 Min. 47V6 Sek. — 91 gute Sekunden; Rittmeister a. D. Spitzner- Frankfurt a. M. (Fabrik Benz-Mannheim), vorgeschriebene Zeit 7 Min. 244/5 Sek., gefahrene Zeit 6 Min. 14 Sek. = 70 gute Sekunden; Wagen Nr. 19 (Ladenburg-Mannheim, Fabrik Benz), vorgeschriebene Zeit 6 Min. 292/s Sek., gefahrene Zeit 5 Min. 26 Sek. = 632/5 gute Sekunden. Nach dem bisherigen Verlauf der Herkomer-Konkurrenz dürfte Ladenburg die er sie Anwartschaft auf den Sieg haben; für den zweiten Preis dürfte Heinrich Opel-Rüsselsheim^ in Betracht kommen. Kochel, 10. Juni. Gegen vier Uhr verließ der letzte Wagen den Start. Bei der Schnelligkeitsprüfung der Motorradfahrer siegte noch in Klasse 3 Gassert- Buchhorn (Neckarsulm) mit 6 Minuten 74/5 Sekunden, in Klasse 4 (Hemrnaschinen) Noll-Düsseldorf (Puch) mit fünf Minuten■ 544/s Sekunden. Letzterer gewann damit den goldenen Pokal von Deutschland im Werte von 1000 Mark. Kochel, 10. Juni. Nach späteren Feststellungen schloß bei der i^hnelligkettsprüfung aus der Bergfahrt vom Kessell- berg am besten ab der Sieger der vorjährigen Herkomer- konkurrenz Stöß-Zwickau mit Wagen 188. Er hatte 1044/5 gute Sekunden. Doch macht er bekanntlich die Fahrt außer Konkurrenz mit. Bon den in der Konkurrenz mitfahrenden Wagen erhielten, soweit sich nach privaten Meldungen überblicken läßt, Wagen 169 Aschoff-Aachen 91 gute Sekunden, Wagen 164 Picter-Gens 754/5 gute Sekunden, Wagen 121 Spitzner-Frankfurt a. M. 7O/5 gute Sekunden, Wagen 152 Schnierech-Feuerbach 663/5, Wagen 154 Heine-Hannover 593/6, Wagen 106 Mandl-Wien 574/ö, Wagen 26 Mathis-Straßburg i. E. 54, Wagen 109 Benz-Mannheim 473/5, Wagen Lindpaiutner-Müncyen 46, Wagen 92 Neumeyer-Mannheim 54V5/ Wag. 57 Cifka-Prag 45y5, Wag. 61 Opel-Rüsselsheim 432/5, Wag. 49 Hieronymus-Gaggenau 40 gute Sek. Während im übrigen die Wagen in kurzen Zwischenräumen von 1—3 Minuten regelmäßig hintereinander abgelassen werden konnten, trat gegen 2i/2 Uhr wiederum eine längere Stockung ein. Wagen Nr. 158 fuhr auf einen Steinpfosten des den Weg einfassenden Eisengeländers an und erlitt dadurch einen Radbruch. Das Geländer wurde auf eine Strecke von 20 bis 30 Meter weggerissen. Verunglückt ist niemand. Infolgedessen verlängert sich die Zeit des S-tartes für die letzten Wagen. Augsburg, 10. Juni. Im Laufe des Nachmittags trafen die Wagen der Herkomertonkurrenz hier ein. Als e r st e r kam Wagen Nr. 9 (L a d e n b u r g) um 2 Uhr 39 Minuten an. Die letzten Wagen trafen gegen i/26 Uhr ein. Die Fahrt vom Kesselberg bis hierher verlief, soweit bisher bekannt geworden ist, ohne Unfall. Nur ein Wagen erlitt einen Defekt in der Nähe von Augsburg. Die neuesten Automobilunsälle. Bei Witten a. R. wurde ocr 1< jährige Sohn des Kaufmanns Hümmerich von einem Automobil überfahren und getötet. — In Mannheim überfuhr der Mechaniker Maurer aus Belgien mit seinem Motorzweirade den Arbeiter Geis. Der 57 Jahre alte Mann war sofort tot. Der 26 Jahre alte verheiratete Tagelöhner Adam Groß von Oberlaudenbach bei Bensheim wurde von einem Motorradler überfahren und durch den Sturz fo schwer verletzt, daß er am Abend verschied. Ein Baumeister aus Ludwigshafen a. Rh., der mit feinen Kindern eine Automobil-Spazierfahrt unternahm, rannte gegen das Geleise der Hasenbahn. Die Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert, erlitten aber nur geringe Verletzungen. Dagegen wurde der Lenker des Fahrzeuges, der Techniker Kindscherf, so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Student Clemens Th en ist in der Mhe von Egern (Oberbayern) mit seinem Motor-Zweirad mit einem Omnibus zusammengestoßen. Er erlitt schwere Verletzungen, an denen er bereits ge- st o r b e n ist. Vermischte». * Di e Neunhundertjahrfeier, einer deutschen Stadt. Sie haben wohl Grund, die Z e r b'ste r, dies Jahr 1907 durch eine Reihe glänzender Tage festlich zu begehen: neunhundert Jahre sind es her, seit Zerbst zum erstenmal ojftziell als Stadt erwähnt wird. Von Geschlecht zu Geschlecht mußte das Städtlein sich hindurchbeißen. Tie Ahnen und Urahnen, die auf dem stillen und verschütteten Friedhof in ihren Gräbern ruhen, haben den Forderungen ihrer Zeit genügt. Dessen gedenken nun wieder einmal die Lebenden; und wenn die F-ahnen wehen und die Lieder tönen, bann werden andächtige Seelen Zwiesprache halten mit den Geistern der Väter, die über der Stadt schweben Man Hai Zerbst das „Nürnberg des Nordens" genannt, und man hat recht daran getan. Hier wie dort ist ein Stuck Mittelalter lebenbig geblieben. Ja in Zerbst glaubt man sich noch eher in frühere Jahrhunderte zurückversetzt; denn, währeno JHirnberg sich zu einer bedeutsamen Industriestadt entwickelt hät, blieb Zerbst nicht nur durch den Gesamteindruck seiner Architektur, sondern auch in seiner Eigenschaft als Mfarktplatz der umliegenden Törfer die weit mc!hr mittelalterliche Stadt. Und so scheinen salle guten Geister des Mittelalters lebendig, während wir durch dieses städtlein schreiten, eines der schönsten Denkmale mittelalterlicher Baukunst. In seinem Hest Nr. 37 bringt „Welt unb Haus" eine lebenbige Schilderung von Zerbst, seiner Geschichte und seiner Architektur, mit reichem Bilderschmuck nach 'Originalaufnahmen. * Kleine Tageschronik Der vor Pfingsten verhaftete unb roiebev entlassene Direktor unb Besitzer bes Pädagogiums zu L ä h n, WoU, hat sich auf ber Reise nach Hirschberg zur Vernehmung durch den Untersuchungsrichter, erschossen. — Der ParaUel-Stotten zum S i m p l o n t u n n e l ist infolge des enormen Bergbrnckes bem Einstürze nahe. Er ist nur zum Teil ausgemauert unb bie technische Frage, ob er überall, wo es nötig ist, ausgemauert ober gleich zu einem zweiten Tunnel ausgebaut werben oll, ist noch unentschieden. — Einbrecher brangen in ber letzten Nacht in bas Geschällslokal ber deutschen Uhreninbustrie in S8 erlitt ein unb raubten über tausenb Uhren unb etwa 200 Golbketten. Der Gesamtschaben, ben bie Firma erleibet, beträgt ungefähr 35 000 Mk., von bem nur ein geringer Teil burch Versicherung g£" beckt ist. — In ber Nähe von Flöha (Kgr. Sachsen) würben bie Leichen des österreichischen Reserveoffiziers von Wolfersdorf und dessen Schwester erschossen ausgesunden. Ter Beweggrund ist unbekannt. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich bet dem in Schweidnitz abgehaltenen schlesischen Frühjahrsgautage des deutschen R a b f a h r e r v e r b a n b es. Als ber Kaufmann Jenbel aus Breslau am Hause des Kaufmanns Gruudmami vorüberfuhr, siel eine Fahnenstange herunter unb traf ben 21jährigen Jenbel so unglücklich am Kops, baß er toi vom Rabe fiel. — Am Sonntag kam bei Nästveb im Süden von ber bän. Insel Seeland ein Ruderboot des dortigen Ruderklubs infolge starken Windes zum Sinken. Fünf Personen ertranken, ein Ruberer würbe gerettet. — Ter wegen Entwenbung eines wertvollen Manuskriptes in Ubine (Italien) verhaftete Wiener Gelehrte Dr. E s l e r wirb vom Lanbes- gericht zu Trient als unzurechnungssähig erklärt, da er an Malaria leibet. Sport. Spandau, 10. Juni. Der am Sonntag aus ber Rad- rennbahn hier gestürzte Schrittmacher Peguy bes franzäs. Rennfahrers Gmgnarb, ist am 10. Juni nachmittags im Krankenhause gestorben, ohne bas Bewußtsein roiebererlangt zu haben. Peking, 10. Juni. Fünf Automobile, brei sran- zösische, ein hollänbisches unb em italienisches, bie sich an ber Wettfahrt nach Pans beteiligen, sinb heule abgefahren. Bei ber Abfahrt waren ber französische, ber amerikanische unb ber österreich-ungar. Gejanbte, sowie fast alle auslänbijchen Geschäftsträger anroejenb. Hpilüpiarö drr «reinigten Frankfurter tztadttheater. Opernhaus. Mittwoch ben 12. Juni'): „Mignon." Donnerstag ben 13. Juni: „Künstterblut." Freitag den 14. Juni: „Undine." SamS- tqg ben 15. Jnni: Letzte Vorstellung vor ben Serien: „Amelia" ober „Der Maskenball." Bon Sonntag ben 16. Juni bis inkl. Samstag ben 13. Juli bleibt bas Opernhaus geschlossen. Schauspielhaus. Mittwoch ben 12. Juni*): „Die große Gemeinbe." Donnerstag ben 13. Juni: Zum Besten ber Pensionsansialt ber Genossenschaft beulscher Bühnen-Angehörigen. Zum ersten SDlale: „Das Blitzmädel." Freitag ben 14. Juni: „Die Stützen ber Gesellschaft." Samstag ben 15. Juni: „Mamsell Nitouche." Sonntag beti 16. Ium: „Alt-Heibelberg." •) Anfang, wenn nicht anders bemerft, abends um 7 Uhr. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller -..„c ö..... Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem uu.itum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist in letzter Zeit mehrmals an dieser Stelle und auch in den Stadtrcrtssitzungen angeregt worden, wo möglich, die Kanalauschlüsse straßenweise vorzunehmen. Jndess-ui setzt sich aber das Tiesbauamt manchmal in direkten Widerspruch zu dieser Maß-i nähme. In der oberen Frankfurter Straße wurden in den letzten Wochen mehrere Anschlüsse gemacht. 'Nun ersuchte em Hausbesitzer in nächster Nähe mehrmals dringend, seinen. Hau6an,chluß anzulegen, indem er darsauf hinwics, daß sein Haus schoii installiert und ohne Abortanlage sei. Trotzdem^ fuhr das Tiefbauamt das Rüstzeug aus der oberen Frankfurter Straße nach anderen Plätzen in der Stadt, wo es iveder aUjgefordert war, die Anschlüße her- zustellen, noch den Hausbesitzerii Nachricht gegeben hat, daß sie die Anschlußarbeiten vornehmen sollten. Abgesehen von bem Geld-^ und Zeitverlust, der der Stadt durch das vin- und Hcrfahrew des Rüstzeugs entsteht, ist es namentlich in gesundheitlicher Hinsicht sehr bedenklich, ein Haus längere Zeit ohne Abortanlage zu lassen. Einen großartigen Eindruck für die Besucher des Wohl- täligkeitsfestes machte es außerdem ledensalls, baß_ein emzigers Anschluß in der Kaiserallee durch Scymüclung des Schutthaufens zur Verschönerung des Festes beitrug. Hoffentlich wird sich die nächste Stadtvevordnetenversammlung mit diesem UebelstandL bei schäsligen. Briefkasten oer Redaktion. (Anouhme Anfrageu bleiben uuberüllfichtigt.l H. D. Die Rennstrecke des Kaiserpreisrennens am 14. Juni ist: Stan (von morgens 6 Uhr ab alle 2 Minuten ein Wagen) am Kloster Thron bei Homburg v. d. H., Fahrt bergauf, bergab über die Saalburg nach Homburg v. b. H., Oberursel, Schloß Jrieb- richshof, Königstem, Glashütten, Esch, Reichenbach, Rmbelbach, Allweilnau, Jteumeilnau, Rob a. 0. W., Emmershausen, Langenbach, Weilmünster, Lützenborf, Ernsthausell, Essershausen, Ebelsberg, Weilburg, Alleiikirchen, Grävenwiesbach, Ufingen, Wehrheim, Kloster Thron. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Hörne 11. Juni. 1.15 Uhr. 3^°/0 Reichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.80 3M°/o Konsols .... 93.90 3% do.....83.70 3^°/0 Hessen . . . 93.00 3J4°/o Oberhessen . . . 94.00 4?o Uesterr. Goldrente. . 98.80 4l/6 % Oesterr. Silberreute 99 10 4% Ungar. Goldrente . . —— 4 $6 Italien. Rente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I . —•— 3% Portugiesen „ III 67.30 4%°(0 russ.Staatsaul. 1905 90.80 4>5 °/0 japau. Staatsanleihe 92.90 4-v Uouv. Türken von lUUö 93.70 Türkenlose ... . • 135.30 4% Griech. Monopol-Aul. —.— 4% äussere Argentinier 83.60 3°/0 Mexikaner . . . —-— 4>4% Chinesen .... 96.40 Aktien: Bochum Guss.....221.50 Buderus E. W, • . 112.— Tendenz: träge. EJektriz. Lahmeyer . . . 118.10 Elektriz. Schuckert . . . 105.00 Eschweiler Bergwerk . . 219,00 Gelsenkirchen Bergwerk . 189.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 130.50 Harpener Bergwerk. . . 201.75 Laurahütte...... 222.00 Nordd. Lloyd . ... 116.30 Obeischles. Eiseu-Industrie 103.50 Berliner Handelsges . . 148.70 Darmstädter Bank 128.90 Deutsche Bank . . . 222.60 Deutsch-Asiat. Bank . . 152.00 Diskouto-Kommaudit. . . 167.60 Dresdner Bank . , . 137.00 Kreditaktien.....103.70 Baltimore- und Ohio- Eiseutahu . . . 93.80 Gotthard bah n . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 27.40 Uesterr. Staatsbahn . . . 142.20 Pnnce-Henri-Eiseubahn . 130.50 Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: träge. Börse, 11. Juni. Anfangskurse. . 166.00 . 128.80 . 222.60 . 71.70 . 136.70 Harpener Bergwerk. Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . l'ürkenlose . , . . 202.20 . 222.00 . 27.70 . 116.50, . 135.50 Sch -RoMim bv dors a.lr.L.n gungsarbeitm v Landwirtschaft, ich hiermit säir iM&fceit des Ai Freitag t im Saale des E Die Versam 1. darüber z, gebracht w gchalt ode gesehen vo bezeichneten grundslüctei erhoben, ot bracht werd 2. die zur Vo und deren . Michis un . elutzcrdem kör dorgebrach! und . xW dieser Ve ergmumer eine ät. Tie Beschlü v°n Zweidritteile Jtßung auch Beteiligter K^öes Hl, wer Fereiiligungsbezj £in. liernad) bet nicht y unbekannt Em'.wenn Löec Qi ^entsprechende |4f*rn: ^Lendung, 8 1 Gi besLkl-de iu - -- k K" !'°^igten ^'? eil e’ IeldbÄ.^1 E5 htr bc Z X -'S- S 'S- ci c? *= E fei L 2^ LZ "»WM LE « '« "ex «5« d g g g e cfi-E 2 O e ä*« w ct£> S«^.55=(4) 5? L. ZkLL4 C-35S ®8«S ©ja »—- -> LS £ - SS? Aadtthrkta. ■E «'S 5 S <9 c»s> »'S« 2 O' abends um ? W. Amtticher Teil. B^, Doepfer. Bu/e Sreiling. Du/e tzZL 9- .» >r, von den borgen. Zu- Semeinbe.' Sorask sanftalt der (Seo- i ersten 3)la(e: ,!as ützen der GejeW.- Lidje/ Somttz dvi ■e & 5© I» LZ - Q 2« ZZ §-s -’S <3 sH 'LdZZL-ß 3E . .§£■ X CO E - SS 2 2"» r •Xq» «£> S £ K w i-»« ns» <» ; C en „es - 2-5- mC7 5 »2$ <1 22 U9 •x e Si'S' jj g -: £> w ■>—> — 7v vaXX ,J ü o X ~ w g -.üe E« '■ Donnerstag btn ni: „Undine." eantf- vor den Ferier. -amstag den 13. Z. -- L 2N = E S.S.S’oi.j» x n - E &C£ X „ «L =H 1*81*1 Z- 2 Bis S 2 P - tJ =cr> o Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Süd- Anlage zwischen Bleich- und Gartenstraße vom 10. l. Mts. an bis auf weiteres für den FuhrverVehr gesperrt. Gießen, den 8. Juni 1907. Großherzogliches Pclizeiamt Gießen. Herberg. in Mühfiachsen. . ^.. . Montag den 24. Juni, vornnttags präzis 9 Uhr, von der Fürsts lichen Mönch- und Llrauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönch- wiefe. Lich, den 10. Juni 1907. Fürstlich Solmnickc Rentei. e_C .g §11- S8L =x£ £5,= Z «2 COe i*2 - ocr. 2^ a & tJ-gE PK Sv® L-*bZ II5® ZZHZ ;A P = Ää^ Je ?5 'S t(g °"I der Rab. P-guy des iranzo,. m*,tQ95 nn Kranken. ^ °ngl zu haben, mobile, drei Ira«, v, die |icf) an der ^gefahren, y» du eufantjdje und du ländlichen Gefchästs. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Eder- straße zwischen ^Lord-Anlage und Steinstraße von heute an bis auf weitere» für den Fuhr verkehr gesperrt. Z-Z^ 'S <5 g.*s GpZE iie! 5§2b„ 31 »'=■ bril [tdjenben Artikel gegenüber feinerlti Stelle und auch in bglich, die Ä!anal- DeÜäi fetzi sich aber rtud) iu dieser Matz- ouiben in den letzten ersuchte ein XW , seinen Lausanichlug Laus schon instaUiett das Liesbauaml das ■ nach anderen LläM ir, dre AnMlieP- gegeben har, daß |;c »gesehen m demÄM a Lm- urb verfahren n gejundMr M t ohne M>mlU >ie L--M ■S*ÄK o A «*2 e*!3 " P beginnt. Gießen, den 8. Juni 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Curschmann. -- 2E2. — cn'zl g v Bekanntmachung. Am 12. lausenden Monats findet im Deutschen Reiche eine Berufs- und Betriebszählung statt. Diese Zählung hat den Zweck der Verwaltung und der Wissenschaft neue und zuverlässige Nachrichten einerseits über die Zusammensetzung der Bevölkerung des Reiches nach Berufen und andererseits über die Zahl und die Größe der gewerblichen und land- und sorslwirtschaftlichen Betriebe zu verschaffen. Es kommen hiernach folgende Formulare zur Verteilung: 1. Haushaltungslilten, 2. Gewerbebogen, 3. Gewerveformulare, 4. Land- und Forstwirtschaftskarten. In der Hanshaltungöliste sind alle zur Haushaltung gehörigen Personen, seinschliehlich der Zimmerabmieler, Schlasgänaer usw. nachzuweisen, die in der Nacht vom 11. bis 12. laufenden Monats in dem betreffenden Haushalt übernachtet haben, gleichviel ob ne ständig ober vorübergehend anwesend, Inländer ober Ausländer, Zivil- oder Akililarversonen sind, und einerlei, ob sie einen Beruf ausllben oder nicht. Vorübergehend abwesende Haushaltungs- Mitglieder sind in der HauShaltungsliste unter B einzutragen. Gcwerbcformulare oder Gewerbcbogen sind auszufüllen für Handwerk, Industrie, Hausgewerbe, Heimarbeit, Baugewerbe. Handelsgewerbe, Bergbau, Sahnen, Hütten, Gast und Schankwirt- schäft, Versicherungsgelyerbe, Verkehrsgewerbe, künstlerische Gewerbe, Theater, Dtuslk- und Schaustellungögewerbe, Fischerei, ge werbliche ld. h. nicht ackermäßige) Gärtnerei. Gewerbeformulare haben auszufüllen die Inhaber von Gewerben, in denen 1, 2 ober 3 Personen einschließlich des Inhabers beschäftigt sind, vorausgesetzt, daß in dem Gewerbe keine Umtriebs- ober Kraftmaschinen «Motoren) verwendet, keine Motorwagen, Dampfkessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Dampsfässer benutzt werden, und daß außerhalb der Betriebsstätte keine Personen (z. B- Heimarbeiter) beschäftigt werden. Gewerbebogen (keine Gewerbe so r mu lar e) haben ans- zufüllen: 1. Die Personen, welche ein ober mehrere Gewerbe, wenn auch nur zeitweise, mit 4 ober mehr Personen einschließ« lich des Inhabers betreiben, ferner 2. die Personen, welche in ihrem Gewerbe Umtriebs- oder Kraftmaschinen (Motoren), bewegt durch Wind, Waffer, Dampf, Gas, Elektrizität usw. oder Motorwagen, Dumps« kessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Dampfsäffer benutzen, auch dann, wenn weniger als 4 Personen be- schäftlgt sind, 3. die Gewerbetreibenden, welche außerhalb ihrer Betriebsstätte eine ober mehrere Personen (z. B. Heimarbeiterl beschäftigen. Betreibt eine Person mehrere Gewerbe, so ist für jedes einzelne Gewerbe ein Gewerbebogen auszufüllen. 4, Land- und Foritwirtschaftskarten müssen von allen Personen ausgesullt werden, die eine land- und forstwirtschaftlich benutzte Fläche, sei es auch nur im kleinsten Umfange, bewirtschaften. Die Formulare sind bis Mittwoch Mittag auszusülleu, da die Eimammluug bereits am Mittwoch Nachmittag wieder "3 5 ES ’ P V M U Endige ,lchoiiprt6Ut ytt- ,|lf°(gc bes',7 n'8um i Ä* - wo ^96- elül,§9eou?SA ngen ?n Torben "biistrie in 5 le§l(n ■ befrnnf c"*n. BW MLZ ,^'vtrb vomLanber. '"'da er an Malaria Z^<5l E ’Z = 5 U P Cä = - CD c “ ~r- Ä (9 2 LL'AZ* a— a je-o Bekannritt^chung. Tas elfte Ziel Gemeindesteuer für 1907 fit bei Vermeidung der Beitreibung bis 20. b. Mts. zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen. Zahltage: Täglich, vormittgs von 8—12 Uhr. Gießen, den 10. Juni 1907. Der Stadtrechner: Bekanntmachung. D c l. r.: Feldbereinigung in der Gemarkung Allendorf a. d. L 'Nachdem die Feldbereinigung in der Gemarkung Allen- d o r f a L. endgültig beschlossen und der Beginn der Feldbereinigungsarbeiten von Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe angeordnet worden ist, lade ich hiermit sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der \n Gemäßheit des Art. 16 des Feldbereinigungsgesetzes Freitag den 28. Juni 1907, vormittags 10\ Uhr, int Saale des Gastwirts Bauer stattfindenden Versammlung em. Die Versammlung hat: 1 darüber zu beschließen, wie die ^eldberemigutigskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag aus den Flächen- gchalt oder den Abschätzungswert der Grundstücke oder abgesehen von dem in Art. 20 des Feldbereinigungsgeietzes bezeichneten Fall, durch Bildung und Verkauf von Ma,se- grundstücten, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedurmrs erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen; ' 2 die zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverltandigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglred des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter (Art. 35 Ges.) zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge fettens der Beteiligten Vorgebracht und beraten werden. r t k .<• L «. < In dieser Versammlung hat jeher anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme, auch wenn er mehrfach bevollmächtigt ist. Tie Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von Zweidritteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. Beteiligter Grundeigentümer im Sinne des Feldberemiguttgs- gcsetzes ist, wer im Grundbuch oder int Mutationsverzeichnis des Bereinigungsbezirks eingetragen ist. Ter Inhaber einer erblichen Leihe wird dem Eigentümer der Grundstücke gleichgestellt. Wenn ein hiernach beteiligter Grundeigentümer oder bekannte Erben derselben nicht vorhanden sind, der Aufenthalt der Beteiligten unbekannt ist oder diese sich außerhalb des Deutschen Reichs aufhalten, wenn) die EigentumsverhälMtfte ungewiste sind, ,o ist der Besitzer als Beteiligter zu erachten, insofern er sich durch eine entsprechende Bescheinigung des Ortsgcrichts als solcher aus- ^^ft unbekannt oder ungewiß, wer beteiligt ist, so findet die Vorschrift des § 1913 des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechende Gehört ein Grundstück zum Gesamtgut, so bedarf, der Mann nicht der Zustimmung der Frau. Gehört em Grundstuck zum em- gebrachten Gute der Frau, so bedarf diese nicht der Einwilligung des Mannes. _ , . ,_ , r . Vertreter von beteiligten Grundeigentümern haben gehörige Vollmachten vorzulegen. . Kommen gültige Beschlüsse nicht zustande, so hat : zu 1. Die Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen und . _ , .... . zu 2. Die Lanoeskommission ine Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Zugleich fordere ich die außerhalb Allendorf a d. L. wohnenden beteiligten Grundeigentümer (Ausmärker) auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in Allendorf a d. L. wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Feldbereinigungsverfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 8. Juni 1907. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Zkreisamtmann. Heugras-Bersteigerungen der Fürstlich Tolmfischeu Rentei Lich. Das Heugras von den Fürstlichen Wiesen :c. wird versteigert: Donnerstag den 20. Juni, vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadl, zusammen ea. 75 Morgen, wobei ausdrücklich bemerkt wird, baß die Abteilungen 1—6 und die Abteilungen 11—17 — 26 Morgen der sogenannten Wörthwiese nicht versteigert werden. Zusammenkunft an der Saubrücke. An demselben Tage, nachmittags präzis 1 Uh Wiesen unterhalb der Ltadt Lich, zusammen 6 Mi „ fammenkunft in dem Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke. Freitag den 21. Juni, vormittags vrazis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nleder-Besslngen, im Ganzen 1B Morgen. Zusammenkunft j-ZEZ K •— es « -j .62 p - p 2. (9 = © p p^ 5 °.^§E CT- s ,ek övr<. . iotle ti y. • •' stZ rdev . • 'M- Lloyd - ' . . ' Jose- - daktion. mbcrüditdjttgU Sffi’JSÄ’ **m' i - • Q o £.5*? -sö c ~ -i *Ä5— sen. , . lDi. 1-1° Ub1, . 118.10 . Lahweyer. • • Sclmckert - • ' 219,00 ier Bergwerk . • „Aoenk- FaK jOl.^ 1 Bergwerk. ' 222,0) ‘.UjJ stri*** S Handebges ■ ' ^,9) iter BanK , Bank ■ , M Ksiat bank • M \ouiuiaud‘t< ‘ , 1B r Bank 1 ' , 10^ »i * , e» SS- - £ •£ - v> — S "r- H H p ’S W«.E 3Seö Iaumder Lbstmarkt Zygelhem a. Rh. Begim des FrühkirscheWlil'ktes 13.Illlli Fed. Werktag Markt von 7—9 Uhr vorm. bs“/< Beste Kaufgelegenheil für Händler. — r.;, — •^Q E> = v p ,-sF JLes-c L g-p'2'G L V ■g _ c c s u-t: p — « CP Bekanntmachung. In der Zeit vom 1. bis 8. Juni 1907 wurden in hiesiger Stadt g efunden : 1 Brosche und 1 Hut; verloren: 1 Portemonn fte mit 20 Mk. Inhalt, 1 Portemonnaie mit 5 Mk. Inhalt, 1 rotes Portemonnaie mit 44 Mk. Inhalt, 1 schwarzseidener Beutel mit 10 Mk. Inhalt, 1 Uhrkette mit schwarz-weiß-grüncm Bierzipfel und 1 silberne Herrenuhr- Zugeflogeii: 1 Kanarienvogel. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen«. Gießen, den 8. Juni 1907. Großherzogtiches Polizeiamt Gießen. __________________Herberg.___________________ Leicheuländung. Am 15. ds. Mts. wurde hier die Leiche eines unbekannten Mannes aus dem Main geländet, dessen Personalien noch nicht bekannt geworden sind. Es ivird um gefällige Bekanntgabe in dortigem Kreise und im Ermittelungsfalle um Mitteilung hierher ersucht. Beschreibung: 25—30 Jahre alt, 1,65—1,70 Meter groß, kursgeschorenes, dunkles Haar, Anflug von Schnurrbart, mittlere Gestalt, hat eine starke Narbe auf der rechten Stirnseite. Kleidung : Blauweiß gestreiftes Alousenhemd mit weißen Porzellanknöpfen, druntaer ein gröber gestreiftes blaurotes Unterhemd, kleintärrierte dunkle Hose, Leibriemen, Schnürstiefel mit vorgesteppten Kappen. In den Taschen wurden vorgesuitden: 1 Portemonnaie mit 5.56 Mk., 1 Taschenmesser und 1 Gepäckschein Nr. 44, ausgestellt am 11. 5. 07. von der Firma „B. Schwappenbergec Söhne in Höchst a. M." In dem Gepäck in Höchst a. M. befindet sich ein blau-weiß- und graugestreiftes Biberhemd, 1 alter, grünlicher, weicher Filzhut, mehrere kleine Lappen in gelber, brauner und weißer Farbe, die anscheinend von Filtern aus einer chemischen Fabrik herrühren. Frankfurt a. M., 31. Mai 1907. König!. Polizei-Präsidium. III L. K. 359. D E-f Ä ==sISS| Eä -- -r »P? o G<3 C£»*g •= i? L 2 2 E8 6-? E OJ ,P p L) rO A s E ,p c tz-7^- p'2iö P — Ä c R öS & « c ? 2 L © §■ er S E S & #o ^3 O Ä 2 3 re u Ig Z §3 5 ^8* Z ->2. n *-» » Ä 3 S SZ! •8*3 5-i 3» k I- s< s> I ÖU •?« R* ps äe 7?3 3 —. S'3 11 rt> ■» ZD fOrd.-Nr. 3 5 3 3 » o <£> es © *3 -er o n s » o CD s 05 O CD CD O< tO CO O G> ® 3 3' or <- 3 r 3 ? 3 C* ZL' O " 2 ®» H R 3 3 = s 3 ro • CT re 3 tö I Aufgebot. Das Aufgebotsverfahren zum Zwecke der Todeserklärung P bezügl. der nachstehend angeblich verschollenen Personen beantürgt: 1. Elisabeths Heller, geboren zu Langgöns am 13. Febr. 1840, Tochter der Anton Heller Eheleute daselbst. Dieselbe jist am 20. März 1857 von Langgöns aus nach Brasilien auSgewandert und soll sich dort mit einem Charles Cortes verheiratet haben. Antragsteller ist der Pfleger Johann Georg Pfannenschmidt von Langgöns. 2. Johannes Ebel IV. geboren zu Langgöns am 16. Okt. 1834 als Sohn des Johann Ebel II. von da. Er ist am 13. Mai 1857 von Langgöns aus nach Australien ausgewandert und seit Mitte der 60er Jahre verschollen. Antragsteller ist Landwirt Konrad Ebel I. von Langgöns. 3. Anton Plitsch, geb. zu Langgöns am 30. Juli 1834, Sohn von Anton Plitsch daselbst. Er ist vor langen Jahren von Langgöns nach Amerika ausgewandert und seit 50 Jahren verschollen. Antragsteller ist der Pfleger Heinrich Kiefer von Langgöns. 4. a) Moritz Müller, geboren am 10. Jan. 1835 zu Wieseck, b) Konrad Müller, geboren zu Langgöns am 15. März 1845, c) Johannes Karl Müller, geboren daselbst am 15. Oktober 1851, d) Anton Müller, geboren zuLanggöns am3.Febr.1837, e) Elisabeths Müller, geboren zu Langgöns am 30. Mai 1840. Kinder der Anton Müller IX. Eheleute von Langgöns; tne unter a—c Genannten sind Mitte der 60cr Jahre von ^Langgöns aus nach Amerika, die unter d und e genannten jra Jahre 1875 von Langgöns nach England auSgewandert ;und seit diesen Zeiten verschollen. Antragstellerin ist Johs. Weil VIII Ehefrau von Langgöns. 5. Georg Jakob Burk, geboren am 25. April 1837 zu Watzenborn. Der für tot zu erklärende war geistesschwach -und ist seit 1896 verschwunden; man nimmt an, daß er verunglückt ist. Antragsteller ist der Verwalter des Vermögens der Land- iwirt Johann Eberhard Leicht in Watzenborn. 6. Louise Schmitz, geboren 1836 oder 1837 in Gießen, Tochter des Obersteuerboten und Pfandmeisters Franz Schmitz nnd seiner Ehefrau Anna Margarethe geb. Neeb. Dieselbe ist vor 1853 nach Amerika ausgewandert und soll mit einem Farrner m Texas verheiratet sein. Sie hat schon seit vielen Jahren nichts mehr von sich hören lassen. Antragsteller ist Julius Hoos in Gießen. 7. Susanne Pfeiffer, geb. am 28. Aug. 1810 zu Großen- buseck, verehelicht mit Daniel Belloff und deren voreheliche Kinder Anna Elisabethe, geb. 7. Nov. 1832 und Katharine Margarethe, geb. 4. Sept. 1835; dieselben sind vor langen Jahren uach Amerika ausgewandert und verschollen Antragsteller ist Adam Jost in Offenbach a. M. 6. a) Wilhelm Wißner von Beuern, geb. 1838 oder 1839, b) Elisabethe Wißner von Beuern, geb. 1827 oder 1828^ Kinder der verstorbenen Jakob Wißner Eheleute von Beuern. Beide sind in den 50er bezw. 40er Jahren nach Amerika bezw. England ausgewandert. Seit dieser Zeit, jedenfalls aber seit 10 Jahren, sind keinerlei Nachrichten von den Verschollenen eingetroffen. Antragsteller ist der Pfleger der Verschollenen Heinrich Wißner von Bellnhausen, Kreis Marburg. Es werden aufgefordert: 1. die oben bezeichneten Verschollenen, sich spätestens im Aufgebotstermin zu melden, andernfalls die Todeserklärung erfolgen wird; 2. alle, welche Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen geben können, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen; 3. alle, welche Erbansprüche an den etwaigen Nachlaß obiger Personen bilden zu können glauben, solche bis zum Aufgebotstermin anz)imelden und zu begründen, widrigenfalls sie, soweit gesetzlich zulässig, bei der Erbverteilung unberücksichtigt bleiben und den bekannten Erben auf Antrag Erbschein erteilt wird. Aufgebotstermin wird anberaumt auf Mittwoch, deu 19. Februar 1908, vormittags 9 Uhr im Gebäude des unterzeichneten Gerichts. Gießen, den 10. Mai 1907. Großherzogliches Amtsgericht. bu/6 Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gichen wird, beginnend mit Mittwoch, den 12. Juni im Jrnpflokale — Schulgebäude, Neustadt 61 — für die nächsten 5 bis 6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 bis 6 Ubr, ab- gehalten werden. Jmpfpflichtig im laufenden Kalenderjahr find die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, dah alle in demselben oorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, mug die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse auf feine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls rhm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Anher den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im lausenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränk- lichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpsarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur au eurem Arme nut Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gretzen, den 10. Juni 1907. Bw/8 _______________ Curschmann._________________ __ Wegen vorgerückter Saison gebe aus 3639 Sonnenschirme T—10 «/, Rabatt ——— Ein Posten in schwarz und farbig zu jedem annehmbaren Preise. Heinrich Sack, Marktstrabe 19. Verkauf eines Buileu Angebote pro Zentner Lebendgewicht für einen abgängigen 31/, Jahre alten Bullen, Vogelsberger Rasse, werden bis Freitag, den 14 dS. Mts., vormittags 11 Uhr, hier entgegengenommem 3849 Großen-Linden, den 8. Juni 1907. Großh. Bürgermeisterei. Leun. 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