lberger. Samstag 11. Mai 1907 Ire heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. tischem Interesse dem Die 10. Mai Preußisches Herrenhaus. Berlin, 10. Mai. Die Beratung des Etats wird fortgesetzt beim Etat des Kultus Ministeriums. Die Einnahmen werden bewilligt. Bei den Aus gaben, Titel „Ministergehalt" findet eine Generaldebatte statt. Prof. Tr. Reinke-Kiel Wender sich mit scharfen Worrcu gegen den „Monistenbund", der analog dem Vorgehen der Sozialdemokratie auf wirtschaftlichem Gebiete auch aus geizigem Gebiete alles Umstürzen wolle, insbefondere die greuliche Religion, und die chril^tche Weltanschauung. Redner pole# Hin spanischer Thronerbe. junge Königin von Spanien wurde am von einem Prinzen entbunden! Erregung und erwartungsvolle Spannung, mit Ereignis entgegen. Pope, Juanllo, der die Spanier dem freudigen Ereignis in ihrem Herrscherhause entgegenblickten, hatte bereits seit Wochen einen Grad erreicht, dec keine Steigerung mehr zuließ. In allen monarchischen Ländern pflegt baß Volk ja die Geburt des Thronfolgers mit lebhaftem Interesse zu begleiten, man betrachtet cB als ein nationales Familienereignis, verfolgt mit Spannung alle Details, die mit dem Ereignis in Beziehung stehen; aber tn Spanien geht die Anteilnahme an der Freude des Königshauses weit über das gewöhnliche Maß hinaus. Ganz Spanien beschäftigte sich seit Monaten mit dem jugendlichen KönigSpaare; überall diskutierte man alle Möglichkeiten, alle Einzelheiten; die Hofberichte wurden mit fieberndem Eifer studiert, kommentiert und gedeutet und alles gipfelte in der Frage: wird Asturien einen Prinzen bekommen, oder eine Prinzessin? Denn Asturien ist gewissermaßen das spanische Wales; der Erstgeborene deS Königshauses nimmt den Namen der bevorzugten Provinz an und trägt ihn, bis die Krönung ihn zum König macht. Besonders waren eS natürlich die Frauen, die sich in Vermutungen und Flüstern nicht genug tun konnten. Hunderte von jungen Frauen zitterten in dem Wunsche, daß ihre Kinder in derselben Stunde das Licht der Welt erblicken möchten, wie das KönigSkind, hunderte von jungen Ehepaaren berieten nicht mehr, ob ihr Nachkomme Josb oder DoloreS heißen soll; sie warteten mit Spannung, ob daS Königskind Alfonso getauft werden wird, oder Fernando, ob Isabella oder Christina, um ihrem Kinde den gleichen Namen zu geben. Dabei hatte die Erwartung noch ihre geheimen Hoffnungen. Werden die zwei- oder dreihundert Menschenkindlein, die am gleichen Tag mit der kleinen Hoheit zuerst atmen werden, vielleicht unter die besondere Protektion dcS königlichen Kindes gestellt? Als AlfonS XIII. zum erstenmal Schuhe auf die kleinen Babyfüßchen gezogen wurden, es wahren entzückende Schuhe aus weißem Satin mit kostbarer Goldstickerei — da verteilte Donna Christina 6 00 Kinderschühchen an die 300 spanischen Kinder, die mit ihm zusammen geboren worden waren. Freilich, diese 600 Schühchen waren nicht so kostbar wie die des kleinen Alfons, der sich auch wacker sträubte, als sie ihm wieder ausgezogen werden sollten; aber dafür sind sie auch praktischer und dauerhafter und es geschieht auch nicht alle Tage, daß der König einem das Schuhwerk stiftet. Nun ist das Ereignis eingetreten, die Spannung vorüber und die Freude groß. Nicht nur in weiten Kreisen der monarchisch Gesinnten. Blickten doch andere aus sehr prak- Pancho und wie sie alle heißen, die da im Gefängnis schmachten, weil sie mit altspanischem Temperament ihre ungetreue »Cigarera" schlimm für ihre Koketterie bestraften oder die in einem Ehrenhandel ihr Mester zu hastig führten, harrten voll Erwartung der Geburt des Königskindes. Denn jedenfalls wird König Alfons dem Beispiel seiner Mutter folgen und ihnen Gnade schenken. In den aristokratischen Familien waren die Erwägungen anderer Art. Da ward die Frage untersucht, welche Chancen die Kleinen der Familie haben, dereinst als Spielgenosse des Jnfanten ins Schloß befohlen zu werden. In den Kasernen aber träumten die Marsjünger v.on dienstfreien Tagen, von doppelten Rationen und festlichen Genüssen, während in allen Gemeinden des Königreiches die Geistlichen und die Kirchendiener auf die Botschaft des Alcalden warteten, um die Glocken zum Te Deum zu läuten. Die Kaufleute erinnerten sich, daß bei der Geburt Alfons XIII. 30000 Hoflieferantendiplome datiert wurden und hosten nun auf neuen Auszeichnungssegen. Er beginnt auch bereits seine ersten Strahlen zu werfen. Wenigstens hat der König vor- erst den Granden und dem Kommandanten der Palaflwache Auszeichnungen verliehen. Das Künigslmd hat sofort die Mühseligkeiten seines Berufes, die lästige spanische Hofetikette, durchzukosten. Kaum dem Mutterleib entsprungen, muß es gleich an einer feierlichen Zeremonie teilnehmen und sich einer erlauchten Versammlung vorstellen. Sobald als sich nämlich die eilten Anzeichen der bevorstehenden Entbindung bemerkbar machten, wurden Eilboten ausgeschickt, die daS diplomatische Korps, die Minister, eine Reihe anderer hoher Würdenträger, den Bürgermeister mit einer Anzahl Stadtverordneter und eine Abordnung des Adels ins Palais entboten, wo diese Herrschaften sich in den unmittelbaren Vorzimmern des königlichen Schlasgemaches versammelten. Um 12’/« Uhr öffnete Ministerpräsident Maura die Tür, die zu den Gemächern der Königin führt, und rief mit lauter Stimme: »Meine Herren, es ist ein Prinz!" Die Versammelten riefen: »Es lebe König, es lebe die Königin!" Um l1/* Uhr zeigte der König den Anwesenden den neugeborenen ^Prinzen von Asturien" auf einer silbernen Schüssel. Um 1 Uhr war au den vier Ecken des Schlosses die Nationalfahne gehißt, worauf die Bevölkerung in begeisterte Hochrufe ausbrach. Daun wurde im KönigSschloffe ein Tedenm abgehalten. Der Neugeborene ist blondhaarig, sowie von kräftiger Konstitution. Die Reichstags-Kommission zur Vorberatung des H a n de l s - abkommens zwischen dem deutschen Reiche und den Bereinigten Staaten pon Amerika nahm nach eingehender Erörterung der von verschiedenen Seiten erhobenen Zweifel und Bedenken das Abkommen an. Die Budget-Kommission des Reichstags unternahm Freitag vormittag die schon seit langem geplante Fahrt nach dem Truppen-Uebungsplatz Jüterbog. Die sozial- demokratischen Abgg. Bebel, Singer, Dr. Südekum und Noske waren auch anwesend. Seitens der Regierung beteiligte sich Kriegsminister von Einem und mehrere höhere Offiziere an dem Ausflug. Zur Vorführung gelangten die neuen Maschinengewehre, die auf 2500 Meter-Ziel feuerten und 7o Prozent Treffer erzielten. Es wurden sodann die Rohrrücklauf-Geschütze vorgeführt, die alsbald ein indirektes Feuer auf Schützenlinien eröffneten. Der dr itte Schuß faß. Eine Kavallerie-Attacke auf die Artillerie wurde glänzend abgeschlagen. Ein Imbiß im Militär-Kw'ino der Feld- artitlerie-Schießschule schloß sich der Exkursion an. Deutscher Reichstag. 50. Sitzung vom 10. Mai. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Ergänzungs-Etats betreffend Farmer-Entschädigung für Süd west a fr ika. Die Kommiffion beantragt statt 71/2 Millionen nur 5 Millionen Mark zu bewllligen. ^rlonialdirektor Dernburg bemerkt, es sei klargestellt, daß ein Rechtsanspruch des Empfängers auf Unterstützung nicht bestehl, ebenso, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß Darlehne gewährt und zurückgegeben werven. Wenn die Regierung trotzdem auf der Vorlage bestehe, so geschehe dies, weil sie die höhere Summe für erforderlich halte. Wenn man wirklich den Leuten etwas Gutes tun wolle, dann bitte er, die 7y2 Millionen zu bewllligen. Natürlich sei er mit der von der Kommission beschlossenen Voraussetzung, daß die Betreffenden nicht anderweit iwch Rechtsansprüche geltend zu machen suchen, einverstanden. Abg. Gröber (Ztr.) bemängelt, baß die Unterstützung en ent. auch soll gewährt werden können ohne Nachweis des wirklichen Bedürfnisses. Die Verteilung sei doch tatsächlich gedacht nach der Größe des Schadens. Die ganze Feststellung des Schadens beruhe übrigens in Sübwestafrika auf höchst unsicherer Grundlage. In einzelnen Fällen seien ganz kolostale Uebersorderungen auch in der Kommission feilgestellt worden. Abg. Dr. Paasche (natl.) hat von den Ausführungen des Vorredners den Eindruck, als ob das Zentrum überhaupt nichts auch nicht einmal als Darlehen bewilligen wolle. Redner plädiert für Bewilligung der vollen in der Vorlage geforderten 7i/o Mill. Mark. Inzwischen ist ein Antrag Arendt (Rp.) eingegangen, für den Fall der Ablehnung der 71/2 Millionen den Betrag von u12 Mill, (also eine halbe Million mehr als die Kommission vorscblägi zu bewllligen, zu dem Zweck, daß alle Schäden bis zu 10 000 Ml. voll und die darüber hinausgehenden Schäden zu zwei 2>ritiuii entschädigt werden können. Abg. v. Richthofen (kons.) empfiehlt in erster Linie Bewilligung der vollen 7i/s Millionen; eventuell bittet er, den Antrag Arendt anzunehmen. Sollte auch dieser abgelehnt werden, würden seine Freunde dem Kommissionsbeschlusse zustimmen. Abg. Tr. Arendt (Rp.) tritt für seinen Antrag ein. Wer dort hinausgehe nach Südwestafrika, der habe besondere Ansprüche auf die Machtmittel des Reiches. Gouverneur v. Linde- quin hebt hervor, daß es sich bei den 71/» Millionen nicht um eine volle Entscl-ädigung handle. Nicht berücksichtigt sei der indirekte Schaden. Redner wendet sich dann gegen einzelne Grübe rsche Ausführungen. . . Abg. Dr. 23 i c in e r (frs. Vp.) erklärt, er sei bereit, dem Anträge der .Kommission zuzustimmen, aber nicht bereit, über den darin vorgeschlagenen Betrag hinauszugehen. Abg. Lattmann (w. 23g.) spricht im Sinne der anderen Bloäredner. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung der Regierungsforderung gegen Rechte, Nationalliberale und wirtschaftliche Vereinigung, des Antrages Arendt gegen Rechte und wirtschaftliche Vereinigung. Ter Kommissions-Beschluß wird durch die Blockmehrheit b e ft ä t i g t. — Der Ergänzungs- Etat, der die Folgerung aus der Beendigung des Kriegszustandes in Südwestafrika )ieht (Erhöhung des Reichszuschufses unter Verminderung der Anleihe) wird in zweiter Lefung genehmigt, ebenso die Teuerungs-Zulage, worüber Dr. Wiemer (fts. Vp.) berichtet. Es folgt der Etat des Reichstages. Dizepräfident Dr. Paasche begründet einen von ihm nach Vereinbarung mit dem Senwren-Kvnpent gestellten Antrag, wonach die aus den Eintrittsgeldern aufkommenden Summen zur Unterstützung für die unteren und Hilfsbeamten des Hauses verwendet werden sollen. Abg. Singer (Soz.) trägt dem Präsidenten eine Reche von Wünschen für die Aufbesserung der Lage dieser Beamten vor. Vizepräsident Paasche erklärt das vollste Wohlwollen des Präsidenten. Abg. Tr. A r e n d t (Rp.) gibt die Anregung, in den nächsten Etat LOO 000 Mk. einzustellen für parlamentarische Studienzwecke. । Abg. Liebermann Son Sonnenberg (w. 23g.) spricht der Verwaltung des Reichstages feine Anerkennung aus. Abg. Werner (Rfp.) und Abg. Kr e t h (kons.) äußern gleichfalls das Wohlwollen für die Beamten des Hauses. Der Etat desReichstags wird mit dem Anträge des SeniorenkINvents genehmigt. Im Etat der Reichsbanl hat die Kommission die Einnahmen des Reiches aus der Reichs^ Lank um 51/s Million erhöht. Tie Abgg. Faßbender (Zentrum), Kreth (kons.) und Dr. Sieber (natl.) beantragen eine Resolution, in der um baldige Vorlegung eines Scheckgesetzes ersucht wird. 2Lbg. Tr. Neumann-Hofer (frs. 23g.) lenkt die Aufmerksamkeit des Reichsbanl-Präsidenten auf die Wünsche der Kassendiener bei der Reichsbayk. Abg. Freihr. von G a m p (Rp.) äußert seine Genugtuung über die Zusage einer Enquete als Grundlage für die Erneuerung des Lankgesetzes. Ter Etat der Reichsbank wird nach'dem Kommissions- Ansatz angenommen,ebenso die Scheck-Resolution. — Zm Etat stehen 10000 M k. Repräsentativ nsgeldert für den Reichsdankpräsidenten. In der Kommission hat die Regierung erklärt, daß man eventuell auch für andere höhere Reichsbeamte spater Repräsentationsgelder emführen werde. Tie Kommission beantragt die Bewilligung für den Reichsbank-Präfidenten mit der ausdrücklichen Erklärung, daß daraus keinerlei Folgerungen für andere Beamte gezogen werden dürfen. Das Haus stimmt dem zu. Bei den Matrikular- beiträgen erklärt Abg. Neumann-Hofer (frs. 23g.) daß die Verteilung dieser Beiträge auf die einzelnen Bundesstaaten aller Gerechtigkeit Hohn sprächen. Ter Etat wird mit dem Etatgesetz in zweiter Lesung erledigt. Tas Haus erledigt dann noch 20 Petitionen und zwar fast durchgehend dcbattelos gemäß den Anträgen der Kommilsion. Morgen Rechnungssachen, Weltpostvertrag, P^tograpbie-Ur- heberschutz-Vertrag mit Frankreich, Interpellation über Gruben- Katastrophen. Nr. 109 Erstes Blatt 157. Jahrgang die Siebener Lmnilien- «L U BI M Ml 9T W S H # Mil Bf ■ lÄ H 8k H Annahme von »izel-ci, blätter Dlermal tu der ■ ■ W Hfl BL W BL W H, «US - für Die -£age5numnwc ä-ssäxzsSsFSä rlreirdlatt sür den «rett __ -r ZRa T < verantwortlich er ESS General-Anzeiger für Oberhessen MZZZ Botatfonsörui mtb Derlag Der vrMschii, Unw.-Vuch. und Stcinörutferef. R. tauge. Reöatttoe, «Petition uni» vniSerei- kchulstraße 7. “"i Das Befinden der Königin Viktoria ist den Umständen an- gemessen durchaus befriedigend. Ter Ministerrat beschloß, daß SamStag, Sonntag und Montag in ganz Spanien Feiertcige sein sollen. In den Straßen der Hauptstadt herrscht tin überaus regeö Leben. Alle öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privatgebäude sind in spanischen und englischen Flaggen beflaggt. Der Ministerpräsident unterbreitete dem Könige ein Dekret zur Unterzeichnung, kraft besten der Thronfolgertitel von dem Jnsanlen Don Carlos aus den neugeborenen Prinzen übergeht. Der Liebreiz der jungen Mutter, der Königin Viktoria Eugenia, hat ohne Frage dazu beigetragen, das utonarchische Empfinden, die Anhänglichkeit au die Dynastie in dem Lande ihres Gemahls ganz erheblich zu stärken. Auch politische Motive sind dabei im Spiele gewesen, — die Heirat des Königs brachte Spanien den Schutz und die Freundschaft Englands. Wir sind fern heute von den Tagen, da tm briliichen Jnselreiche der Untergang der spanischen Armada mit Jubel gefeiert wurde. Der Papst hat, wie aus Madrid berichtet wird, für den Erben der spanischen Krone ein ekostbare Ausstattung arbeiten lassen, die sein Patengeschenk sein soll und die bereits dem König Alfons übergeben worden ist. Alle die Stücke sind in kostbaren Sw ff en mit den herrlichsten Spitzen nach Entwürfen im Stil Louis XVI. von etwa 100 französischen Nonnen in Rom gearbeitet. Ein Wunderwerk ist vor allem das Taufkleid des königlichen Babys, ganz aus Alem;on und Brüsseler Spitze, mit den Wappen der spanischen Königsfamilie und der Battenberger; darunter ein doppeltes Unterkleid, das erste aus byzantinischem Itlas mit breitem Seidentüllvolant, das zweite aus Louisine-Seide, mit einem Volant aus Seidentüll und mit Valeneiennesspitzen. DaS Kissen für die Taufe ist gleichfalls aus Louisine mit einem Volant aus demselben Stoff und zwei aus Seidentüll, die mit herrlicher Stickerei auf handgefponuenem Leinen bedeckt sind;,die Stickerei stellt in den vier Ecken des Kissens die Eucharistischen Embleme und die der Passion dar, während in der Mitte das span. Wappen und darüber ein Kreuz angebracht sind. Tazu Eommt eine ganze Reihe kostbarer Kleidchen, unter denen eines aus handgesponnenem Seinen mit einem ganz gestickten Vorderteil, daS ganz übersät mit Rosen und mit Svitzen und Schleifen garniert i)t, besondere Bewunderung erregt. Auch ein Mäntelchen mit Pelle- rine gehört zu dieser töniglichen Babyausstattung, das gleichfalls mit wundervollen Spitzen garniert ist. Zwei Spitzenhäubchen, Leibchen und auch Urllerkleidchen fehlen nicht, auch eine Decke für die Wiege aus weißem Atlas, mit Rosengirlanden bestickt und mit Goldschnüren besetzt, ist vorgesehen. Selbst für die Wäsche hat der Papst gesorgt; die Ausstattung enthält Bettücher aus Batist mit Stickerei und Wappen, Bezüge für die Kisten in reichster Ausführung, Battifthemdchen und Jäckchen mit reicher Stickerei, Tücher aus feinstem Sinnen, Windeln usw. Die ganze Aussteuer befand sich in einem prächtigen kleinen Koffer, der gleichfalls im Stile Souis XVI. in der kostbarsten Weise dekoriert ist und auf der Vorderseite wie auf der Rück «eite je drei künstlerische Miniaturen zeigt, in denen berühmte Bilder von ital. Meistern wiedergegeben sind. Auch sonst sind bereits viele Geschenke für das königliche Baby eingetrofien. Noch eins davon verdient, seiner Criginalität roegen, erwähnt zu werden. Es ist ein richtiges Automobil in Miniaturformat, genau so konstruiert wie ein großes und funktioniert tadellos. Trotzdem dürften sich seiner Benutzung wohl einige Schwierigkeiten entgegenstellen. Denn es dürfte einigermaßen schwer । ein, das königl. Baby in der Kunst zu unterweisen, ein noch so kleines Töss-Töss zu steuern. Und woher einen Chauffeur nehmen, der Platz hätte aus dem Duodez-Auw? Da müßte man schon Umschau halten unter den Zwergen im Lande. Als Kurwsum mag noch angeführt werden, daß die span. N a t i o n a l h y rn n e a ngeblich von Friedrichdem Großen stammt. Zurzeit des großen Preußenkönigs ging man, so erzählt ein spanischer Korrespondent, in Spanien an eine Arrnee- reform. Man sandte einen Offizier nach Berlin, um die preuß. taktischen Grundsätze zu studieren. Der Gesandte war sehr verblüfft, als Friedrich ihm bei einer Audienz mitteilte, daß er feine Taktik aus den Schriften eines spanischen Vicomte erlernt habe. Während der Unterredung hielt Friedrich der Große eine Notenrolle in der Hand, die ihm zu Ehren komponiert war. Um dem Gesandten über die Verlegenhell hinwegzuhelfen, überreichte er ihm die Noten als ein Geschenk für seinen töniglichen Vetter in Spanien. Und aus diesen Noten wurde dann die spanische Na- tionalhyrnne. Die Geburt des Prinzen ist sehr leicht und glücklich verlaufen. Eine Intervention des Arztes war kaum nötig. Der Prinz ähnelt den Battenbergs. Wahrscheinlich wird er Alfonso getauft werden. Die Königin will ihr Kind felbst nähren. Daß das Kind ein Prinz ist, erregt allgemeine Befriedigung, namentlich auch in den Provinzen. Sogar in Barcelona wurd egerlaggt Der König schenkte eine bedeutende Geldsumme an die Armen. Die Taufe findet am nächsten Dienstag statt. Der König wohnte gestern dem Taubenschießen bei. Er wird mit Gemahlin anläßlich der Regatten nach Cowes reisen und dort mit dem englischen Königspaar zusammenttefsen. Von dort wird sich das spanische Königspaar nach dem Haag zum Besuch der Königin Wilhelmine begeben. MS; Mädchen an. fuctrt Stellung aü Mod. Portier. 8- tm cB. erbtociteru vmeSIw 7 (S Jlnbthtn ijWeu. w*7ul aller A-tzengnZuchlSlell. vchmchhSieuenBcmez. seluA^s 5*3^7^987 lln-Unterricht j Wilhelm echiittln I tt von Prof, üoao ■ ml PloAr. i UL I WM i Grandstüik, HW oder .Utöcitu taufte ober will, Teilhaber ob. Ä, hier ober au£' ch oerttauenbooli anal-Verkauis-tvörie edS,Trmüiurta.M^ ije 3. lange kostenlos« Be- ^BertteterS. sPk a 5 C” M liohiolttaBC oL__—Irr- misMÄLk LMs । vervachten. li»3* es Kettchen m. Anhang, eriorttt. gegen Be: 'ckdSunt-rneh^ ^tet5 W* <*8 ,,elis°/o Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W Tendenz: fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: schwach Mustert sodann gegen Häckels Weltanschauung und besonders gegen seine „W e l t r ä t s e l". Der beste Weg, dem »Monistenbundc entgegenzutreten, wäre wohl der, den natur» wissenschaftlichen U n ter r i d) t zu beben und zu vertiefen, damit die jungen Leute nicht hilflos den Einflüssen des .'Atheismus preisgegeben seien. Kultsminister Dr. v. Studt erklärt die Anregung des Vorredners bezüglich Aufnahme des biologischen Unterrichts itn den Lehrplan der G P m n a s i c n für beachtenswert. Wie die Frage gelöst werden könne, werde zurzeit erwogen. Auch darin sei er mit dem Vorredner einverstanden, daß dem Wirken des Mo- nistenbundes entgegcngclretcn werden müsse. Fürst D o h n a = Schlobittcn betont die Notwendigkeit einer Hakdigen Regelung der Lehrergehälter. Nach längerer Ostmarkendcbatte wendet sich Frhr. v. Du - irant gegen die kritisch gerichteten Professoren und 'Geistlichen, die zerstörend auf den Glauben wirkten. Der Abfall der Massen -vom Christentum werde dadurch erklärlich. Prof. L o e n i n g - Halle nimmt die kritische Richtung in der Theologie in Schutz, deren Vertreter ebenso gute Christen seien wie Frhr. v. Durant. Herr v. WedelPiesdorf bezeichnet es als vornehmste Aufgabe der theologischen Fakultäten, Geistliche für die Landeskirche heranzubilden. 3^°/0 3^°/e 99.10 99.80 94.30 Aus Siaot uns x.unOe Gießen, 11. Mai 1907. *' Empfangen wurde von S. K. H. dem Groß- herzog am Mittwoch Afsistentveterinärarzt Dr. Schweigert von Gießen. •* Akademische Vorträge. Der fünfte und letzte der akademischen Vorträge fürs Winterhalbjahr 1906/07 wird am Freitag abend in der großen Aula des sioUcgten* gebäudes stattsinden. Univ.--Musikdirektor Prof. Trautmann Gießener Strafkammer. ) ( Gießen, 10. Mai. Untreue aus Not. Ein zurzeit in Lollar wohnhafter Pensionär K. I. war zum! Vormund der Kinder seiner Tochter bestellt.. In dieser Eigenschaft hat er einen ihm gerichtsseitig angewiesenen Geldbetrag von 130 Mk., der zur Deckung der Kosten eines Alimentationsprozesses bestimmt war. für sich verwendet. Er entschuldigte seine Handlungsweise durch seine übergroße Notlage, da er mit seinem kleinen Ruhegehalt eine sehr große Familie zu ernähren hat und außerdem für einen seiner Söhne eine Bürgschaft übernommen hatte, auf deren Zahlung er gedrängt wurde. Eine Reihe von Umständen, insbesondere der, daß er von einem hiesigen Agenten, dem die Beitreibung der Bürgschaft übertragen war, in außerordentlicher Weise gedrängt worden ist, gab dem Gericht Anlaß auf die gesetzlich niedrigste Strafe von einem Tag Gefängnis zu erkennen. Die von der Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung erhobene Anklage wurde fallen gelassen und es trat nur wegen Untreue Verurteilung ein. Weiter wurde dem Angeklagten anheimgegeben, auf bent Gnadenwege Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe,, bezw. bedingte Begnadigung zu erstreben. Nm-Shnt), fobtiba . 129.06 . 113.75 . 233.00 . 201.50 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgetedc von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. vorliegenden 15. Mai das Herren- daß vor Pfingsten noch alle dem Hause Gesetzentwürfe erledigt werden und am die Vertagung über Pfingsten eintreten soll, bis haus seine Beratungen erledigt hat. Ein vermehrte Verwendung von Berlin, 11. Mai. Der diesjährige allgemeine Vertretertag der nationalliberalen Partei findet am B. und 6. Oktober in Kassel statt. Der Tagung geht mm 4. Oktober eine Sitzung des Zentral-VorstandeS voraus. Berlin, 10. Mai. ReichStagSpräsident Graf Stoll- berg nahm das Ehrenpräsidium des deutschen Komitees für den Empfang der englischen Journalisten an. — Das Abgeordnetenhaus erledigte heute zunächst Das Berggesetz in dritter Lesung. Die Annahme erfolgte gegen die Mehrheit der Nationalliberalen und gegen Idie Stimmen der Freisinnigen. Dann wurde das Wa n d er- >arbeitsstättengesetz in dritter Lesung einstimmig an* rgc nommen und die zweite Beratung des Gesetzentwurfes ■gegen die Verunstaltung von Ortschaften beendet. Am Schluß der Sitzung teilte Präsident von Kröcher mit, Der Ludwigshafener Exzeß. . Ludwigshafen a. Rh., 10. Mai. Anläßlich des nun ichon wochenlang dauernden Streiks bei der Düng erfahrt k Dr. Zimmermann kam cs gestern abend zu schweren Ausschreitungen (Dgl. unseren gestrigen D> pcschenteu). 'Nach und nach halte sich eine tausendköpfigc Memchenmenge^ angeiammelt, die sämtliche Fenster der Fabrik zertrümmerte, Fäulen, Ddauerwerk und einen Holzschuppen nieder- riiien. Etc bald erschienenen Schutzleute, etwa 60 an b:r Zahl, tonnten der Manen nicht Herr werden. Sechs Schutz- iLLla erlitten Berl.etzun,Lrn, davon zwei Stiche in die £)bei= Pflegerinnen in den Garnisonlazaretten plant die Heeresverwaltung. Es hat sich herausgestellt, daß zur Pflege der Schwerkranken die jetzigen Militärkrankenwärter nicht geeignet sind. Hierfür sollen in Zukunft in erster Lime Pflegerinnen verwendet werden und zwar kommen etwa 60 Pflegerinnen zur Anstellung. Außer freier Station erhalten die Damen ein jährliches Gehalt von 400 Mk. Hamburg, 10. Mai. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitzsind heute nachmittag auf dem Postdampfer „Eleonore Wörmann* nach Duala (West- nfrifa) abgereist. Schlangenbad, 10. Mai. Der Kaiser unternahm heute nachmitkag mit den Herren des Gefolges eine Ausfahrt im Automobil nach dem Taunusblick und machte von da aus einen sünfoiertelstündigen Spaziergang bis Schlangenbad. Von hier aus kehrte er im Automobil über Mombach nach Wiesbaden zurück. I & Ife polififdte Tagerscharr. Die Unruhen in Britisch-Indien. Die neuesten englischen Zeitungen bringen alarmierende Meldungen aus Indien, wo die Gärung bedrohliche Anttschritte macht. Politische Unruhen haben sich an Punkten ereignet, die 1600 Kilometer voneinander liegen. In Bengalen ist die Lage äußerst gefährlich. In Lahore sind blutige Unruhen aus- ,gerochen. Tausende Dacoits und Hindus sowie Mohammedaner wandern durch die Provinz von Mymensingh, indem sie überall plündern und brennen. Diejenigen Eingeborenen, :welche treu zur englischen Herrschaft halten, werden ermordet (.ober von ihren Stammesgenossen gemartert. Es wurden |37 Agitatoren verhaftet Hochverräterische Manifeste werden im i ganzen Lande in Tausenden von Exemplaren verbreitet. In >Simla sind die Eingeborenen durch die Ereignisse in andern Teilen des Landes sehr erregt. In Eawnpore fanden Straßenkämpfe zwischen Hindus und Mohammedanern statt. Die Stadt Tarakanda wurde von aufrührerischen Horden ausgeplün- bert und niedergebrannt. Aus Lahore wird depeschiert: Truppen aller Wafiengattungen marschieren aus Mianmir in Lahore ein. Auch "berittene und unberittene Polizei wurde auS allen Teilen der Provinz nach Lahore gezogen. Die Regierung erließ eine Proklamation, welche Versammlungen jeder Art verbietet und sie als ungesetzlichen Akt zu bestrafen droht. Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. König Eduard hat in Europa alle Arrangements ganz trefflich für England und das still verbündete Frankreich getroffen, die japanisch-französischen Abmachungen bescherten einen neuen Erfolg, die emsig sortgeführten Verhandlungen mit Rußland verbrechen das' Beste für die Zukunft — da brechen die : Unruhen in Indien aus, wiederholt sich, was vor 50 Jahren ^verhängnisvollen Anfang nahm. Daß Muhammedaner und Hindus gemeinsam gegen die britische Herrschaft vorzugehen entschlossen sind, muß als ein sehr kritisches Zeichen betrachtet werden. Nach dem siidwestaftikanischen Feldzug, der England faucr genug geworden ist und dem Land ungeheuere Opfer auf- etiegt hat, eine allgemeine Rebellion in Indien: das wäre, ".nüchtern und praktisch betrachtet, das geeignete Mittel, das stolze Albion aus den hohen Traumen von einer Weltherrschaft auf den Boden der Tatsachen herabzuziehen. Für bie Bewahrung des europäischen Friedens, den die englische Politik zu erschüttern immer ofienkundiger bemüht ist, vielleicht das einzige Mittel. So hat der ruffisch-japanische Krieg die Entfernung bee-1 russischen Alpes herbeigeführt, der vorher die gesamte internationale Polittk belastete, und wer weiß, ob nicht sonst doch Frankreich "von Rußland im Laufe der Zett die Unterstützung seiner Revanche erlangt hätte, als Gegengabe für bereitwillige Anleihen. Die Bewegung in Indien wird England trotz der mit aller Welt abgeschlossenen, zu Beistand verpflichtenden Verträge aus eigener Kraft zu überwinden haben, und * gfe .BelaSL--- gerl'J' X» M AU !ob alle militärischen Organisationen in Indien so in Ordnung /sind, wie die Regierung in London behauptet, das muß sich ^bald zeigen. Schweine aufzukaufen; er sei vom Wege abgekommen und habe sich im Walde verirrt. Der Förster erflärte ihn für arretiert und bei seiner körperlichen Untersuchung sand sich eine Kugelpatrone bei ihm. Als der Forster den Angellagten entlassen; hatte und an die Stelle wo er mit ihm zusammengestoßen war kam, fand er ein frischgeschossenes, noch warmes Reh, nach dessen Lage er annehmen mußte, daß dieses auf unberechtigte. Weise erlegt und an diese Stelle getragen worden ist. Die bei dem Angellagten vorgenommene Haussuchung förderte eine Reihe verdächtiger Effekten zutage; auch der Umstand, daß er ein Jagdgewehr besaß und sich verschiedentlich Munition anschaffte, ließen ihn der Wilderei verdächtig erscheinen, abgesehen davon, daß er schon jahrelang im Rufe eines Wilderers steht. Der Angellagte leugnete, jemals unberechtigt gejagt zu haben, weshalb ein riesiger Zeugenapparat aufgeboten werden mußte. Tie Verhandlung, welche bis' zur Mitternacht dauerte, brachte das Ergebnis, daß der Angellagte in einem Falle und zwar in dem, in dem in der Nähe von Kassel von dem Förster betroffen worden ist, als überführt erachtet wurde. In den zwei weiteren Fällen war der Verdacht zwar nicht von der Hand zu weisen, doch reichten die Beweise zur Heberführung nicht aus. Trotzdem nur ein Fall als erwiesen angenommen werden konnte, hielt das Gericht eine gewerbsmäßige Wilderei für vorliegend und zwar eine in Gemeinschaft begangene. Es schloß dies aus den Umständen, daß der Angeklagte ein Gewehr angeschafft hat und sich wiederholt Munition beschaffte, auch Rehgehörne, verkaufte und sett Jahren im Rufe, eines Wilderers steht. Es erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sprach dem Angellagten die bürgerlichen Ehrenrechte ab, auch hielt es die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht für angezeigt. Es hob hervor, daß derjenige, welcher unberechtigt ein Gewehr zur Jagdausübung trägt, auch geneigt ist, ein schweres Verbrechen zu begehen, was durch die Verhandlung in zwei Fällen nachgewiesen ist. wird über „Unsere Musikpflege in HauS, Schule und Kirche, sowie im öffentlichen fieben* sprechen. *• Feueralarm gab c5 heute mittag kurz nach 1 Uhr- Im Hofraum der „Alten Post* (Walltorstr.) war etn Holzstall in Brand geraten. Das Feuer wurde bald bemerkt und es gelang der Feuerwehr leicht, den Brand zu löschen. "Kun st verein. Zu der Kollektion P. Bayer-Karlsruhe sind noch weitere vier Bilder neu hinzugekommen: „Idylle*, „Männl. Akt*, „Saharet* und „Pirouette*. Ferner ist noch von H. Stun-Fißau eine Landschaft „Dorfweiher* neu ausgestellt. Diese, sowie die Kollektion des Oesterreichischen Künstlerbundes bleiben nur noch einige Tage ausgestellt. •• Das Promenadekonzert fällt morgen aus. •* Unfall. Beim Spielen in einem Neubau am Neuenweg fiel gestern ein fünfjähriger Junge von der stockwerkhohen Mauer herab in den Kellerraum. Er erlitt hierbei solche Verletzungen, daß er ärztlicher Hülfe bedurfte und das Bett hüten muß. "Staatliche Arbeitsvergebungen. Der Abg. Adelung (Sozdem.) hat bei der Zweiten Hess. Ständekammer heute folgenden Antrag eingereicht: Tie Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, bei Vergebung von staatlichen Arbeiten die Bedingung zu stellen, daß die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. In Berufen, in denen derartige Abmachungen nicht bestehen, ist ein von der Regierung als üblich anerkannter Arbeitslohn zu zahlen. — Aus der Begründung ist Folgendes hervorzuheben: Durch das oben beantragte Vorgehen soll dein hauptsächlich bei dem Submissionswesen zu Tage tretenden Bestreben begegnet werden, die übertragene Arbeit durch Druck aus die Arbeitslöhne gewinnbringend zu gestalten. Kürzlich hat das Kaiserlich Statistische Amt, Abteilung iür Arbeiterstatistik, Veröffentlichungen über die Regelung des Arbeitsverhältnisses bei Vergebung öffentlicher Arbeiten erscheinen lassen. Aehnliche Bedingungen sind auch in England, Württemberg und einer Anzahl deutscher Städte eingesührt. Es liege daher im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse, dieser lohndrückenden Tendenz des Submiisionswesens nach Möglichkeit entgegenziltreten. ** Einoriginelles Preisausschreiben. Gelegentlich des diesjährigen Heimatpflege- und Volkstrachten fest es zu Butzbach soll ein H a r m o ni k a-P r e i s- spielen stattfinden. Der Vorstand des Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in Hessen hat 6 Preise, bestehend aus: 1. einer silbernen Uhr, 2. einer zweireihigen Harmonika, 3. einem Spazierstock mit Silbergriff, 4. einer Meerschaumzigarrenspitze, 5. einem Bierkrug mit Deckel und 6. einer langen Tabakspfeife, für die 6 besten Spieler auf der zweireihigen Ziehharmonika ausgefetzt. Zur Konkurrenz zugelassen werden Spieler aus hessischen Landorten, und den außerhessischen Orten, die sich bei dem vorjährigen Trachtenfestzug beteiligt haben. Die Spieler müssen im Spielen auf der zweireihigen Harmonika Hebung besitzen. Jeder Konkurrent hat eine Volksmelodie, die er sich selbst wählen darf, vorzutragen. Das Spiel findet Sonntag, 16. Juni, nachm. um 4 Uhr in der Festhalle statt, woselbst auch später die Preise verteilt werden. Die Reihenfolge der Vorträge richtet sich nach der Zett der Anmeldung. Heber die Zulassung zum Spiel entscheiden die Preisrichter. Ist die Zahl Der Anmeldungen zu groß, so können die, die sich zuletzt gemeldet haben, nicht berücksichtigt werden. Die Anmeldungen mit Angabe des vorztitragenden Liedes müssen bis spätestens zum 9. Juni 1. Js. bei Reallehrer Schweitzer zu Butzbach eingetroffen fein. Das Preisgericht besteht aus Reallehrer Schweitzer-Butzbach, Musikdirektor Schmidt-Friedberg und Musiklehrer Marguth-Bad-Nau- heim. $ Klein-Linden, 10. Mai. Eine erfolgreiche Fuchsjagd hielten in der Lindener Mark Gießener Jäger ab. Sie hatten eine Fuchsfamilie mit Jungen aufgespürt. Bei dem Aufgraben des Baus wurden fünf Füchse erbeutet. C. Lollar, 11. Mai. Von ruchloser Hand wurde in der Nacht von Donnerstag zum Freitag dieser Woche versucht, die Scheuer des Gastwirts Weinrich in Brand zu stecken. Ein in der Tenne lagernder Haufen Stroh verbrannte. Das darüber lagernde Stroh war stark geschwärzt, hatte sich aber zum Glück nicht entzündet. Es wäre sehr zu wünschen, daß man dem oder den Tätern endlich auf die Spur käme, damit ihnen das verbrecherische Handwerk gelegt würde und die Einwohnerschaft wieder zur Ruhe käme, deren sich die fiollarer über hundert Jahre erfreuen konnten. Seit einem Jahre leben die fiollarer in steter Angst vor dem unheimlichen Element, da mehrfach Brandstiftungen vorkamen. B -B. Darmstadt, 9. Mai. In der letzten Sitzung unserer Stadtverordneten-Versammlung kam eine Angelegenheit eingehend zur Erörterung, die in der Bürgerschaft vielfach peinliches Aussehen erregt hat. Der Rechtsanwalt Dr. Bopp hlerselbst hatte in einer öffentlichen Versammlung den Dorwurs erhoben, die Bewilligung der Ehrengabe von 10 000 Mk., die ohnedies viel zu hoch sei, für das Jubiläum der Universität Gießen sei nur erfolgt, damit ein städtischer Beamter den Titel eines Doctor honoris causa erhalte, während sich andere monatelang um die Erwerbung des Doktorlitels bemühen ntüßten. Infolge eines Eingesandts im „Tägl. Anz.", worin das Verhalten des Rechtsanwalts sowohl als eine Ungehörigkeit gegen die Landesunwersität, von welcher der Betreffende selber seine ganze Weisheit herbezog, wie als eine Beleidiguiig der Darmstädter Bürgermeisterei und der Stadtverordneten'Versammlung gefenn^eichnet wurde, versuchte nun ein Stadtverordneter, der Versammlung darzustellen, daß der Rechtsanwalt seine Aeußerung nur „scherzhaft" gemeint habe. Trotzdem aber legte Bürgermeister Dr. G1 äsfing energisch Verwahrung gegen diese Aeußerung ein und wies sie in entschiedenster Weise zurück. Selbst ivenn sie „scherzhaft" gemeint gewesen sein sollte, in ivelchem Falle man doch von dem Urheber selber eine Richtigstellung hätte erwarten sollen, so gehe sie wen über das Maß des Erlaubten hinaus. Der Charakter unseres Oberbürger» ineisters und seine Person ständen hoch erhaben über derartigen, durch nichts begründeten Vorwürfen. (Lebh. Beifall.) Auch eine Anzahl ariderer Redner verurteilte scharf die Aeußerung Tr. Bopps. — In der nichtöffentlichen Sitzuiig wurde genehniigt, daß der zweite Teil der vor einigen Jahren von der Stadt veranstalteten Schloßfreiheit-Lotterie nunmehr ausgespielt werde. Der erste Teil brachte s. Zt. einen Reingeioinn von ca. 110 000 Mk., die Fortsetzung war der schlechten Verhälmisse wegen verschoben loorben. Nunmehr wurde der Rest tu a ch t Lotterien verteilt, welche jährlich in zwei Ziehungen erledigt werden sollew Tie Vereuiigung der preuß. Lotteriekollekteure wird den Vertrieb übernehmen. Man erhofft einen weiteren Gesamterlös von 160 000 Alk. sd. Darmstadt, 10. Mat. Am Mittwoch abend tvurde im Altrhetn bei Erfelden die Leiche eines anscheinend bejahrten 9)1 an ne § gefunden, die der starken Verwesung nach schon einige Monate im Wasser gelegen haben muß. Das Gesicht ist kaum mehr erkenntlich. Trotzdem kam man alsbald auf die Vermutung, daß es die Leiche des Mörders Gölz sei, der seit Anfang Februar spurlos verschivunden ist, nachdem er abends vorher ein junges Mädchen, mit dem er einige Zeit intim verkehrt hat, tot gestochen hatte. Trotz aller Erhebungen war bisher keine Spur von G., den man zuletzt bet Bürstadt gesehen hatte, aufzufinden. Am Himmelfahrtstage war das Amtsgericht anwesend und heute war der Oberstaatsanwalt mit einem Kriminalbeamten aus Darmstadt hier. Zur Ergab, der jedoch fehl ging. Er versprach sich von einer meiterm Verfolgung keinen Erfolg und erstattete deshalb seiner vorg-r- setzten BeArde Meldung. Infolge Messung der Fußspuren und der vorgenommenen Gypsabdrücke wurden zwei Bewohner vow Neustadt, M. W. B., als der Tat verdächtig in Hntersuchung gezogen, von denen der eine, den man in Verdacht hatte den Schuß auf den Förster abgegeben zu haben, mangels ausreichenden Beweises außer Verfolgung gesetzt werden mußte; dagegen erfolgte gegen den Taglöhner B. A. Anklage, wobei noch zwei auf preußischem Gebiet vorgekommene Fälle mitangeflagt wurden. Als im vorigen Jahre ein Hauptmann a. D. aus Düsseldorf in der Nähe von Kassel sein Jagdgebiet durchstreifte, beobachtete er einen Mann, in dem et den Angeklagten zu ernennen glaubt, mit Gewehr ausgerüstet, der unzweifelhaft in unberechtigter Weise die Jagd ausübte. Er rief ihm zu das Gewehr niederzulegen, doch dieser entfernt? sich eilends, um sich kurz darauf umzudrehen und einen Schuß auf seinen Verfolger abzugeben. Alsbald erfolgte ein zweiter Schuß 'in der Richtung auf ihn von der anderen Seite, woraus er schloß, daß zwei Wilderer in Betracht Famen. In beiden Fällen hörte er die Schrote in seiner Nähe prasseln, ohne jedoch verletzt zu welchen. Desgleichen wurde der Angellagte im Jahre 1904 von Börse, 11. Mai. Anfangskurse. ?nmLjcut13CT Situ'., bet 8wciten Kammer Waftan der Strohhüte in^rösster Auswahl zu billigsten Preisen Die neuen v"/. 16 Knopf lanL Unterzeu^e bei 2506 Eintritt 40 Pig. 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Braun hatte em Urteil derselben, durch welches zwet Schulkinder, dte Steme aus dte schienen dec Sttaßenbahn gelegt hatten und wegen voriatzlicher Transport- aeiährdung zu einem Jahr Gefängnis verurtettt worden waren, als i ii r i st i s ch e n K i n d e r m o r d bezeichnet. Gießen, 11. Mai. Marktb ertchtt Am heutigem Wochenmartte kosteten: Butter pr. Pid. 1.05-1.15 fDlL, Hühnereier 1 SÜ6-0 Mg., 2 Stck. 11-00 Pfg., Gänseeter 10-00 Pfg., Enteneier 7 P g., Ka,e pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.P'd. 18-24Pfg, Linsen p. Psd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0P0— 1,00 Hühner pr.St. 1,00—1,60 Rik^ Hähne pr. Stück 0,80—1,80 ©nten pr. Ctud 1 80—2,20 Rlk., Gänse pr. Psd. 00—00 Pfg., Dosenfleisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweme- Wenig gefahrenes Eisenacher 2'/, PS., N. Su.-Motor. für 350 M. Auverk. [3267] Süd-Anlage 1711. Gut erb. Sportwagen (zweisitzig) zu verr. [03390] Neuenweg 61. Kuhmist Ein fastneu. Sportwagen vreiöw. abzug. H. 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