Nr. 151 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen 157. Jahrgang Die »«letzener Samllienblütter“ werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „KrtUblott für de« Ktel* Siek««" zweimal wöchentlich. Der „liesst,che Landwirt" erscheint monatlich einmal. Montag 1. Xxli 1907 Rotationsdruck und Verlag _ UnwersttLtS. Buch- und ^hl^en 8L Lange, ®terMCu4ttet Redaktion, Expedition und Druc, — , . straße 7. Expedition und BetuL-... Redaktion: 112. Tet^AdruA«^^ politische Lagesscha«. Der Peters-Prozeß. Ein seltsames Schauspiel rollt sich jetzt im Münchener Justiz geb äude ab: ein Prozeß, den ein Kolonial- politiker toegen einer ihm durch den vwdakteur eines sozialistischen Blattes zugesügten Beleidigung angestrengr hat, in dem aber die Verhandlungen in einer Weise geführt werden, daß der Kläger als der Angeklagte erscheint, und was das seltsamste dabei ist, es geschieht dies sogar auf Veranlassung des Klägers, der den Prozeß als Mittel benutzt, um sich von all dem im Laufe der Jahre gegen ihn erhobenen schweren Beschuldigungen weiß zu waschen. Dr. Peters will den Münchener Prozeß als Mittel zu seiner Rehabilitierung benutzen, da es bei einem Disziplinarverfahren kein Wiederaufnahmeverfahren gibt. Aus solche 'Werse ist die ganze Sachlage verschoben und der Prozeß aus einer Vrivatsache zu einer politischen Angelegenheit geworden, die allenthalben mit -em größten Interesse verfolgt wird. Die Zeit mildert vieles und so sieht inan heute auch die angeblichen Verfehlungen der früheren Reichskommissare in einem wesentlich anderen Lichte, indem man eingesehen hat, daß in jenen Gegenden die Rechtsanschauungen andere sein müssen, als in der Heimat. Man kann über Herrn Dr. Peters beulen wie man will, und man mag auch zugeben, daß vielleicht nicht immer die von ihm verfügten strengen Maßnahmen am Platze waren, aber man wird ihm und seinen Freunden darin beistimmen müssen, daß nach alledem was man hört, das Diszipli- plinarverfahren in einer Weise geführt worden ist, die keinen sebr günstigen Eindruck zu machen geeignet ist. Wichtige Zeugen, die den Angeklagten hätten entlasten können, sind trotz seines dringenden Wunsches einfach nicht vernommen worden, auch hat man bei Beurteilung der Angelegenheit sich auf einen rein bureautratischen Standpunkt gestellt, ebenso kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob in der Affäre noch mancherlei Machenschaften mitgespielt hätten. Die Münchener Prozeßverhandlung erbringt auch den Beweis, daß sQ)on in früheren Jahren es an Einheitlichkeit in unserer Kolonial- veruoaltung gefehlt hat und daß schon damals unter einem wenig energischen Leiter arge Mißstände eingerissen waren. Der Tmkerbrief hat sich schon vor langen Jahren als gefälscht erwiesen, und obwohl dieser in dem Verfahren gegen Peters eine Hauptrolle spielte, ist seitens der Negierung nichts geschehen, um Dr. Peters eine gewisse Genugtuung zu gewähren, höchstens daß ihm gestattet wurde, sich Reichskommissar a. D. zu nennen. Bedauerlich ist auch das Verhalten Bebels, der seinen Gewährsmann, trotzdem er selbst getäuscht wurde, nicht nennen will und man kann es Dr. Peters nicht verdenken, wenn er durch die überaus scharfen Worte des sozialdemokratischen Führers gereizt, diesem entgcgenschleuderte, daß er sich unter solchen Umständen mitschuldig mache. Wie auch der Ausgang des Prozesses sein möge, — in dem ein Verhandlungsleiter fungiert, wie es leider nur wenige gibt — so ist doch das eine schon heute auf Grund der gemachten Aussagen klar, daß eine wesentlich andere Auffassung über das Verhalten Dr. Peters! Platz greifen wird. Ohne daß inan seine Taten gerade beschönigt, wird man doch einräumen müssen, daß er zum Teil unter dem Zwange der Verhältnisse nicht anders handeln konnte und man wird sich wieder gern des Umstandes erinnern, daß es Dr. Peters gewesen ist, dem wir den schönen ostafrikanischen Kolonialbesitz zu verdanken haben. Gleichzeitig aber werden vielleicht aus den Verhandlungen sich mancherlei beherzigenswerte Lehren für unsere Kolonialverwaltung und ihre Beamten ergeben, so daß auch nach dieser Seite hin der ^Prozeß sein gutes haben wird. Deutsch-französische Annäherung? Paris, 1. Juli. Der Berliner Korrespondent des Temps telegraphiert seinem Blatte, Etienne habe ihm vor seiner Abreise nach Paris gesagt, daß seine beiden langen Unterredungen mit dem Kaiser zwar alle politischen Tagessragen berührten, aber keinen diplomatischen oder offiziellen Charakter gehabt hätten. Der Korrespondent hat aber den persönlichen Eindruck empfangen, daß Etienne aus Kiel und Berlin die Zuversicht aus eine fortschreitende Verbesserung der französischdeutschen Beziehungen nach Hause mitnimmt. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wurde am 29. Juni der frühere französische Kriegsminister, Mitglied der De- putrertenkammer, Etienne, von dem Reichskanzler empfangen. Paris, 30 Juni. „Petite Republique." sagt, sie könne erklären, daß nichts Neues geschehen sei. Zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem französischen Botschafter beständen höfliche, sogar herzliche Beziehungen; aber bezüglich Marokkos sei keine Unterhandlung begonnen worden, und könne auch nicht begonnen werden, ehe die fünfjährige Gültigkeitsdauer der Algecirasakte zu Ende sei. „Siecle" sagt: Wir wünschen eine Verständigung mit Deutschland über alle Fragen, über die eine Verständigung durchführbar ist, d. h. bis auf weiteres über die Kolonralfragen zweiter Ordnung oder andere Fragen; aber die besondere Lage Frankreichs legt seiner Diplomatie die Haltung kluger Reserve auf. „Gil Blas" behauptet, Etienne sei nach Berlin gegangen, um die durch das französischspanische Uebereinkommen entstandene Beunruhigung zu beseitigen. Das Blatt spricht über den Etienne bereiteten Empfang seine Freude aus. Etienne sei am besten dazu geeignet, um die Wirkung der in ihrem Gedanken richtigen, in der Anwendung aber vielleicht etwas abenteuerlichen Politik abzuschwächen. — Das „Journal des Debats" beschäftigt sich mit den Gerüchten von einer möglichen deutsch-französischen Entente in Kolonralfragen und sagt: Es wäre inopportun, günstige Preßäußerungen mit Uebelwollen aufzunehmen oder sie mit zuviel Eifer zu verzeichnen. Mr dürfen den guten Willen nicht im Voraus entmutigen, der etwa in Deutschland hervortritt, um eine Entente an Stelle oer offenen latenten Schwierigkeiten treten zu lassen, Au denen Mchro^^w. die Urjache oder der Vorwand war. Wenn dM Deutschen zu gewinnen haben bei der Fortsetzung dieser Schwierigkeiten, so würden wir bei ihrem Ende nichts zu verlieren haben. Die Erfahrung zeigte, daß einige Liebenswürdigkeiten noch nicht das Verschwinden der Schwierigkeiten antündigten. Die Besprechungen, die außerhalb dem regulären diplomatischen Wege gepflogen wurden, schienen mehrmals eine Entente anzukündigen, aber es war bald unmöglich, bei ihnen ein anderes Ziel zu entdecken, als das, uns zu bewegen, unsere allgemeine Politik diskutieren zu lassen, und dem marokla- nischen Köder, der vor uns hin und her bewegt wurde, zu folgen oder in Teilen der öffentlichen Meinung Illusionen zu verbreiten, die unserer Regierung bei der Politik der Klugheit oder der Reserve, wozu sie durch die Brutalität der Tatsachen gezwungen war, Verlegenheiten bereiten könnten. Die Vergangenheit muß das Summen der die diplomatijchen Kutschen umscha.airmenden ^-Liegen mildern (le Passe doit rnoderer les bourtonnements des mouches du coche diplomatique). Wenn sich eines Tages jenseits des Rheins gute Stimmung zeigt, muß man sich hüten, sie zurückzuweisen, aber auch abwarten, ob sie auf unserer Botschaft in Berlin, die gegenwärtig jo vortrefflich besetzt ist, in Erscheinung tritt. In der Lage, die aile Präzedenzfälle, selbst in den Augen der am wenigsten Bedächtigen, zu. heiklen machen müssen, muß man sorgsam die üble Laune, die rückwärts blickt, vermeiden, aber ebenso auch unverantwortliche Schritre, und einen Eifer, der zu schnell das Schwimmholz vergrößert, das in der Ferne auf den Wassern der Diplomatie schwimmt (grossissant trop vite les bätons flattent loin sur les ecoux diplomatiques). Die Haager Friedenskonferenz. Haag, 29. Juni. Aus der gestrigen Beratung der vierten Kommission der Friedenzronserenz über die Unverletzlichkeit des Privateigentums aus See ist 'noch folgendes zu berichten: Präsident Nelioow führt aus, es sei die Frage, ob eine Maßnahme im Sinne des amerckanifchen Vorschlags über die Unverletzlichkeit den Interessen tns Friedens günnig oder ungünstig sein würde. Man könnte in der Tat behaupten, daß gerade in unseren Tagen die politischen Ereignisse seist eng mit den kommerziellen Interessen verknüpft sind. Wenn man daher das Interesse des Handels aus'schalte, so könnte dieser nicht mehr genügenden Grund haben, dem Kriege Zügel auszulegen; der Krieg könnte im Gegenteil sogar dem Handel nützen. Er wolle diese Frage nur janschneiden, ohne seinerseits eine positive Ansicht darüber zu äußern. — Heute beriet die zweite Unterkommission dec zweiten Kommission. Diese Unterkommission wird sich mit den Fragen betreffend die Eröffnung der Feindseligkeiten und über die Pflichten der Neutralen zu Lande beschäftigen. Bezüglich der Eröffnung der Feindseligkeiten liegt ein französischer Antrag vor. Namens der russischen Delegation eÄärte Tscharykow, Rußland habe sich einen Antrag über diesen Gegenstand Vorbehalten. Der französische Antrag trage aber den Wünschen Rußlands genügend Rechnung. Ter Delegierte Asser hat folgenden Fragebogen aufgestellt: Ist es wünschenswert, ein internationales Abkommen über die Eröffnung der Feindseligkeiten zu treffen? Bejahendenfalls : Ist es angebracht zu fordern, daß der Eröffnung der Feindseligkeiten eine Kriegserklärung oder ein gleichbedeutender Akt. vorangeht? Ist 'es angebracht, eine Frist seitzustellen, die zwischen der Notifizierung eines solchen Aktes und der Eröffnung der Feindseligleiten liegen muß? Soll man bestimmen, daß die Kriegserklärung euer der gleichbedeutende Akt den Neutralen notifiziert wird? Und durch wen? Welches würde die Folge sein von einer Nichtbesolgung der vorstehenden Regeln? Welches ist die diplomatische Form, in der die Feststellung über das Bestehen eines Abkommens geboten erscheint. In Anoetracht der großen Menge von Vorschlägen, die teils in der Kommission iwch erwartet werden, hat die Kommission nachmittags diese Frage iwch nicht offiziell durchberaten. Es hat vielmehr nur ein Mei- imngsaustausch stattgefunden, der dem Protokoll nicht einverleibt werden soll. Unter anderen Delegierten erklärte Len-Tseng-Tsiang, China werde sich das Recht der Nichtbeteiligung Vorbehalten bei Fragen, deren Lösung ihm unwahrscheinlich dunke, erklärte aber gleichzeitig, China werde sich jeder Resolution anschließen, für die eine einstimmige Annahme zu erwarten sei. Tie eigentliche Beratung wird am nächsten Freitag stattfinden. Was den ital. Vorfchlag betr. das Bombardement anlangt, will dieser die Anpassung der Bestimmungen der berecks bestehenden Gesetze über den Landkrieg auf die Bestimmungen über den Seekrieg. Tn- nach sollen Städte nicht bombardiert werden, die sich nicht vev- teidigen. Ferner auch nicht Städte, die keine Verteidigungswerke besitzen. Ter russische Vorschlag bezüglich des Lomvardements von Häsen, Städten und Dörfern durch Schiffe verlangt, daß der Kommandant der augreisenden Marine alle Maßnahmen ergreifen soll, die notwendig sind, um nach Möglichkeit die Gebäude zu schonen, die bestimmt sind für die Zwecke des Kultus der Küste, der Wissenschaften, der Wohltätigkeit, Hospitäler und andere Stätten für Kranke und Verwundete. Tabei ist Bedingung, daß diese Gebäude nicht gleichzeitig zu militärischen Zweiten georaucht werden. * Ha a g, 29. Juni. Heute traf Prinz Tjying Chiyi aus Korea mit zwei Begleitern ein, um bei den Delegierten der Konferenz gegen die Nichteinladung der koreanischen Regierung zur Friedenskonferenz, sowie gegen Vergewaltigung der Souveränität Koreas seitens dec Japaner Einspruch zu erheben. Tjying Chiyi übersandte sämtlichen Delegierten einen schriftlichen Protest und ersuchte den Präsidenten der Konferenz Nelidoff, ihn zu empfangen. Nelidoff antwortete, er könne dem Ansuchen nicht willfahren, da er nur solche Deputationen empfangen könne, welche ein amtliches Einführungsschreiben der holländischen Regierung besitzen. Deutsche, Reich. Travemünde, 30. Juni. Der Kaiser begab sich heute vormittag von der „Hohenzollern" an Bord der „Hamburg", um auf dieser Jacht die Regatta mitzusegeln. Die „Hamburg" machte alsbald los und ging an den Start. Von 11 Uhr 45 Min. ab starteten 22 Jachten zur Wettfahrt des sttord- deutschen Regattavereins und des Lübecker Jachtklubs auf der Lübecker Bucht. Kiel, 29. Juni. Heute nachmittag verließen die japanischen Kreuzer „T s u k u b a" und „T s ch i t o s e" den Kieler Hafen. Beim Passieren der deutschen Echisfe spielte die japanische Kapelle die deutsche Nationalhymne. Die deutsche Kapelle spielte )ie japanische Hymne. Die deutschen Schiffe signalisierten „Glückliche Reise". Das japanische Flaggschiff antwortete: „Herzlichen Dank für die erwiesenen Freundlichkeiten wahrend dc^ Kieler Aufenthaltes." Berlin, 29. Juni. In der Sitzung des Bundesrats führte den Vorsitz Staatssekretär des Innern Tr.v.Betymann- Hollweg. Ec begrüßte die Ver,amnnung und gwachte in ehrenden Worten des seitherigen Siaatssiitretäcs bi_> Innern Grafen v. Posadowsty. Ter bayerische ^-ejauvte Gra, v. Lerchen- feld-Kösering schlog ftch namens der Versammlung diesen Worten an und dankte deur Vorsitzenden für seine Begrüßung, »-»«.«UM»»»»«»»»« I ' fl ja—BJB8. — Wie die „Franks. Ztg." zu berichten weiß, hat ber5®?“ kanzler in den letzten Tagen eine Anzahl von tariern aus der bürgerlichen Linken und der 9# en* zu politischen Besprechungen einpfangen, die hauptsachl! k n Paarungsprogramm gegolten haben dürften. Dem Ausland. Paris, 30. Juni. Wie die Zeitungen aus To ul. melden, soll es zu einem Zusammenstoß zwisch dem Panzertreuzer „Jaursguiberry" und dem To. pedobootszerstörer „Pe r t u i s a n e" gekommen sein. Mar spricht von 60 Opfern. Im Marineministerium hatte man vis 2 Uhr früh noch keine Bestätigung dieser Nachricht. Auf der Marinepräfektur in Toulon wußte man dis 6 Uhr abends noch nichts. Madrid, 29. Juni. Die Situation in Portugal hat ein kritisches Stadium erreicht. Der König Carlos betrachtet den.Fortbestand der Premierschast Francos als ernste Gefahr für die Monarchie und wird wahrscheinlich seinen Rücktritt von ihm verlangen. Der Besuch des Kronprinzen in Afrika ist aufgeschoben. Rom, 30. Juni. Eine ofiizielle Note berichtet, daß der neue italienisch-russische Handelsvertrag am Samstag in Petersburg unterzeichnet wurde. Derselbe hat die Dauer von zehn Jahren. Die vertragschließenden Parteien fiiib verpflichtet, einstweilen den Inhalt geheim zu halten. Genf, 30. Juni. Die Gesetzesvorlage über die Trennung von Kirche und Staat wurde in der heutigen Volksabstimmung mit 7656 Stimmen gegen 6822 Stimmen angenommen. Prag, 1. Juli. Das altslawische S o k o l f e st erreichte gestern abend seinen Höhepunkt in einem Festzug, an dem über 20 000 Personen teilnahmen. Dabei kam es zu stürmischen Szenen gegen das deutsche Kasino, die hauptsächlich von tschechi,ch-nationalen Studenten inszeniert waren. Fensterscheiben wurden zertrümmert und deutsche Couleur-Studenten, die ruhig ihres Weges gingen, blutig geschlagen. Die Polizei sperrte schließlich das deutsche Haus. Auch nach dem Umzug kam es zu Reibereien und kleineren Zusammenstößen. (B. T.) Tokio, 29. Juni. Sieben hiesige Handelskammern sandten an die bedeutendsten Handelskammern in den Vereinigten Staaten eine Adresse, in der sie dieselben ausfordern, ihr bestes zu tun, um die gegenwärtig bestehenden Ursachen der Mibstimmung zwischen Japan und Amerika baldigst zu beseitigen und das Gedeihen beider Länder zu sichern. Die Handelskammern sandten ferner aucy eine Adresse an den Präsidenten Roosevelt, in der sie seine Unterstützung erbitten und erklären, wenn man dulde, daß derartige Mißstände Weiterbeständen, so rönne die Eritwicklung des Handels, der auf ben, freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen beruhe, schließlich aufgehalten werden. Uolonialpost. Berlin, 29. Juni. Die Foctführung der Eisenbahn Lüderitzbucht-Kubub in dec Richtung auf Keetmans- hoop ist, nachdem der.Reichstag am 12. März 1907 seine Zustimmung gegeben hat, damals unverzüglich von der Bau- leckung in Angriff genommen worden. Rach einem Telegramm des kaiserlichen Gouvernements Windhuk konnte in diesen Tagen bereits die etwa 34 Kilometer lange Teilstrecke, bis zur Schakalskuppe für Militärtransporte eröffnet worden.! — Der „Köln. Ztg." wird aus Witzenhausen tek-*' graphiert, daß Staatssekretär Dernburg, der die dortige: deutsche Kolonialschule besichtigte, erklärt hat, daß alle Meldungen über eine Verschiebung seiner Reise nach Afrika aus Familienrücksichten durchaus unzutreffend seien. Hamburg, 29. Ium. Heute nachmittag ging der Dampfer ^Feldmarschall" der Ostafrikalinie mit einem Ab-^ lösungstransport von 7 Offizieren, 147 Unteroffizieren und Alannschasten nach Afrika ab. Neues aus Rußland. Petersburg, 30. Juni. Die russische Regierung hat soeben einen Beschluß von enormer Wichtigkeit gefaßt, nämlich: die faktische Lösung der Agrarfrage noch vor Zusammentritt der dritten Reichsduma vorzunehmen. Durch diesen Beschluß der Negierung werden kleine Prwat- besitze geschaffen, wonach die Bauern mit aller Macht streben. — In ganz Rußland macht sich ein Riesen- an wachsen des Terrors bemerkbar. In Tomsk, Samara^ und Archangelsk wurden Banken überfallen und ausgeraubt. Nlehrere Personen wurden ermordet. In Astrachan und Odessa wurden ebenfalls eine Reihe terroristischer Attentate verübt. — Ter ehemalige Ackerbauminister Jermelow ist von einer Reise in die von der Ät iß ernte heimgesuchten, Provinzen nach Petersburg zurückgekehrt. Jermelow hat festgesiellt, daß die Bauern am meisten in den Provinzen gelitten haben, in denen Agrarunruhen stattsanden, und wo die Grunoeigentümer ihre Lirtschaflsveüriebe aufgegeoeu haben. Jermelow such: jedoch die weitere Feststellung^ baß die Armut der Bevölkerung nicht in Beziehung steht mit zu geringem Ländereibesitz. Bauern, welche große Ländereien besaßen, wurden in gleicher Weise von bijr Hungersnot betroffen, wie diejenigen, weiipe unter zu geringem Landbesitz zu leiden hatten. Kaschiren, die an Skorbut litten, besitzen manchmal Hunderte von Dißjätinen. Jermelow sag:, der Stand der Saaten sei ein ausgezeichneter,, man rönne auf eine gute, ja sogar auf eine glänzende Ernte rechnen. Die Unruhen im Süden Frankreichs. Paris, 30. Juni. Die Nachrichten auö dein Süden bestätigen übereinstimmend, eine zunehmende Gereiztheit unter der Bevölkerung infolge dec Haltung der Kammer und trotz der Ansage dec Neprejsivmaßcegeln Cls- mcnccauS. Die nf SBo^c dürfte somit neue Vorfälle dringen. / _ r . . _ . o^9el-c •gleurg bei der Kriegs- «chule St Cu/singen zwei Korporale und ein Soldat dc§ iRegiments schwere Ausschreitungen gegen Zivilisten ©ic/^an^c^cn Ausländer vor einem Restaurant, braunen ins T na$ "nd konnten nur mit Mühe entfernt werben 2(u/^ut zertrümmerten sie ein außen stehendes Automobi? / Bastes, worauf sich ein heftiger Kampf mit < Gendarmen verhafteten die Uebcttätcr. S sa/O* Juni. Es ist noch'nicht bestimmt, wie lange die Ment/oo:n 17. Infanterie-Regiment hier ver- bteiben /CIL Die meisten von ihnen haben am 12. Juli ihre al/Dienstzeit beendet und müßten dann zur Ent- laffun/mmen* ofntpellier, 29. Juni. Marcellin Albert erhält nack/gesetzt zahlreiche Briefe, in denen er zu seiner Haltung bea/wünscht wird. «eziers, 30. Juni. Auch die heute zur Vornahme der ^nizipalwahlen zusammenberufenen Wähler leisteten ^Aufforderung keine Folge. Die Wahllokale mußten /chloffen werden. Der erste Wahlgang war ungültig. Es /darf einer neuen, die Wähler zujammenberufenden 53er* rdnung. / 34. GauLurnfeft des Turngaues Hessen. — Bad-Nauheim, 1. Juli. Unsere schmucke hessische Badestadt hat sich in diesen Tagen in ihr schönstes Festkleid gehüllt; zahlreiche Fahnen in den deutschen und hessischen Farben verkünden Fremden und Einheimischen, daß hier ein deutsches Volksfest gefeiert wird, nämlich das Turnfest des Gaues Hessen. Ter zweitgrößte Gau des mittelrheinischen Turngaues, der außer hem größten Teil von Oberhessen die preußischen Kreise Wetzlar, Marburg, Kirchhain und Frankenberg umfaßt, hatte zu diesem seinem 34. Feste ganz besondere Anstrengungen gemacht, galt es doch, dem internationalen Bade- jpublikum zu zeigen, wie tief diese, eine Stütze des deutschen Volkstums, die deutsche Turnerei, in die Herzen der Bevölkerung eingedrungen ist. Schon atu Samstag waren zahlreiche Turner hierher gekommen und am folgenden Sonntag vormittag folgten ihnen viele hunderte nach und es mögen im Ganzen wohl gegen .2000 Turner, also etwa ein Viertel der Gau angehörig en am Fest- svmitag hier geweilt haben. Ueberall sah man zwischen den eleganten Toiletten des Badepublikums die einfachen Tarnjacken austauchen, denn erfreulicherweise 'macht sich in der Kleidung hei unseren Turnern die Rückkehr zur früheren Einfachheit zum Wichten grauweißen Leinenrock bemerkbar. - Auf dem schön gelegenen und äußerst zweckmäßig eingerichteten fFestplatz versammelten sich am Samstag abend die Nauheimer !mit den bereits amvesckuden Turnern zum Eröffnu ngs- 'kommers, der schön und ohne Mißton verlief. Konzert, turne* rische Darbietungen des festgebenden Vereins und Gesangsvorträge der vereinigten Männerchore Bad-Nauheims unterhielten die Festbesucher bis in die späte Nacht hinein. Am Fesksonntag begann das festliche Treiben schon sehr früh, denn um 6 Uhr durchzog die Festmusik die fonft um diese Zeit .noch stillen Straßen der Stadt, um zu wecken. Um 10 Uhr versammelten sich die Kampfrichter zu einer Sitzung in der Turnhalle arud eine Stunde später stieg auf dem Festplatz ein feuchtfröhliches Frühschoppenkonzert — leider in doppelter Hinsicht feucht, berut offenbar wollte Petrus einmal sehen, ob sich deutsche Turner vor einem bischen Regen fürchten würden. Sie taten ihm aber den Gefallen nicht, trotzdem aus dem „bischen" alsbald ein „viel" wurde. Denn trotz dem bindfadenartigen Landregen versammelten sich um IV2 Uhr die Turner in der oberen Parkallee zum Festzug und auch die Nauheimer Vereine beteiligten sich recht lebhaft daran, teilweise iji recht hübschen Gruppierungen. Auch Ehren- und Festausschuß, sowie der Stadtvorstand nahmen an bem Umzug teil, der trotz der ungünstigen Witterung in bester Ordnung verlief. Die Zahl der im Festzug marschierenden Turner belief sich nach genauer Zählung auf 1117, während es beim vorhergehenden Fest nur 560 waren. Nachdem der Zug auf dem Festplatz angekommen war, begrüßte der Sprecher des Turnvereins Bad-Nauheim, Herr Rosenthal, die Festgäste, indem er ihnen ein herzliches Gut Heil zurief. Im Namen der Stadt Bad-Nauheim begrüßte dann Oberbürgermeister Dr. Kayser die Turner, zugleich den Dank der Stadt für die .Wahl Bad-Nauheims als Festort übermittelnd. Sein Gut Heil -galt dem Gau Hessen. Den Dank an die Stadt und ihre Einwohner- schast für die treffliche Herrichtung des Festes und dem herzlichen Empfang übermittelte Gauvertreter Stadtv. Helm von Gießen. Nachdem er sich noch über die Ziele und Ausgaben der deutschen Turnerschast in kurzen kernigen Worten ausgesprochen hatte, schloß er mit einem Gut Heil auf bie deutsche Turnerschaft. Die Festrede, die hierauf Oberlehrer Dr. Strecker hielt, hätte es um ihres gedankenreichen Inhalts willen verdient, von so vielen lausenden gehört zu werden, ats es hier hunderte waren. Sein Gedankengang wich von den landläufigen Festreden ab, wenn er ihnen auch ein gebräuchliches Leitmotiv unterlegte, den Turner - wahlspruch „Frisch, fromm, froh, frei". Er feierte die deutsche Turnerschast als die treue Trägerin der deutschen Ideale: Freiheit, Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung. In das von ihm auf das deutsche Volk und Vaterland sowie Kaiser und Großherzog' ausgebrachte Hoch stimmte die Festversammlung begeistert ein. Dann gab es eine längere, durch den niedergehenden Regen bedingte Pause. Aber kaum war es von oben her ein wenig trocken, so eilten die wackeren Turner zum Turnplatz, um mit der turnerischen Festarbeit zu beginnen. Unter Leitung des Gauturnwarts, Turn- und Tanzlehrer .W i l l - Gießen, erfolgte zunächst ein schneidiger Aufmarsch, der vorzüglich klappte. Die sich anschließenden, von über 400 Turnern ausgeführten Eisenstab - Übungen rissen die Zuschauer zu lebhaftem Beifall hin Und waren auch vom fachmännischen Standpunkt aus mit uneinge- slchränktem Lob zu beurteilen. Dann begann das Vereinswetturnen, zu dem sich 47 Riegen, eine im Gan bis jetzt noch nicht erreichte Zahl, angemeldet hatten und es spricht für den Geist der Turner des Gaues, daß trütz aller widrigen Umstände hiervon 42 antraten und turnten. Tas Turnen ging in 3 Abteilungen vor sich und jede'Riege hatte eine selbstgewählte Gruppe am Gerät und eine vom Turnausschuß bestimmte Gruppe Stabübungen vorzuführen. Geturnt wurde vornehmlich Barren, das für solche Gelegenheiten bequemste und sicherste Gerät, aber auch Reck, Seiten- und Längspferd waren häufig vertreten. Vereinzelt sah 'man dann noch Langstab- übungen, Keulenschwingen und Hebungen an 2 Böcken, während das frohe Turnspiel kam durch eine Faustball-Vorführung des Akad. Turnvereins Marburg zur Geltung kam. Besonders erfreulich war die lebhafte Beteiligung von Zöglingsriegen. Im allgemeinen wurde recht erfreuliches geleistet, denn von den 42 Riegen er- biettcn folgende 41 Auszeichnungen (Ehrenurkunde und Eicken- rranz): 1. ffl a b Nauheim, Tv., Barren, 35 Punkte, 2. Alsfeld, Tv., Barren, 32,70, 3. Wetzlar, To., Reck, 32,64, 4. Gießen, Tv., Barren, 32,51, 0. Schotten, Tv., Neck, 32,38, 6. Kirchhain, Tv., Keulenschwingen, 32,33, 7. Treis a. d. Lumda, Tv., Barren, 32,10, 8. Schlitz, Tv., Reck, 31,81, 9. Wetzlar, Tv., Barren, 31,73, 10. Grünberg, Tv., Barren, 31.72, 11. Gießen. M. - T v.. Barren, 31,58, 12. Wetzlarr-Nieder-Girnres, Barren, 31,21, 13. Nidda, Tv., Barren, 29.52, 14. Großen-Buseck, Tv., Barren. 29,49, 15. Ober-Mörlen, Tv., Neck, 29,34, 16. Raun Helm, Tv., Barren, 28,86, 17. Marburg, Tv., Barren, 28,68, 18. Nieder-Weifel, Tv., Barren, 28,53, 19. Griedel, Tv. „Frisch-Aus", Barren, 28,51, 20. Marburg, Akad. Tv., Neck, 28,51, 21. Lauterbach, Tv., Seitenpserd, 28,03, 22. Daubringen, Tv» (Zöglinge), Seitenpserd, 28,03, 23. Oder-Mörlen, Tv., Seitenpferd, 27,96, 24. Gießen, M t v., Seitenpferd, 27,90, 25. Steinberg, Tv. „Gut Heil", Barren, 27,79, 26. Ufingen, Tgm. (Zöglinge), 27,78, 27. Bad-Nauheim, Tv. (Zöglinge), Langstabe, 27,73, 28. Marburg, Tgm., Barren, 27,43, 29. Nieder-Weisel, Tv. (Zöglinge), Pferd, 27,34, 30. Friedberg, Tv. tZöglinge), 26,7^, 31. Lieh, Tv., Barren, 26,59, 32. Großen-Linden Tv. (Zöglinge), 26,36, 33. Annerod, Tv. (Zöalinge), Barren 25,95, 34. Lang-Göns, Tv., Barren, 25,80, 35. Gantbach, Tv., Barren, 25,46, 36. Gießen, Tv. (Zöglinge), zwei Böcke, 25,39, 37. Annerod. Tv., Reck) 25,36, 38. Nieder-Mörlen, Tv., Barren, 25,13, 39. Muschenheim, Tv., Seitenpserd^ 25,04, 40. Münzenberg, Tv., Barren, 24,95, Außerdem erhielt für seine Spielriege der Ak. Tv. Marburg eine Urkunde mit der Beurteilung „recht gut". Das vorgesehene Turner der geübteren Turner und das gemeinsame Keulenschwingen mußte zeitmangels halber aussallen. Auf dem Festplatz herrschte am Nachmittag und Abend ein frohbewegtes Treiben, wozu namentlich das treffliche Konzert des hesfischen Garde-Jnfanterie-Regiments viel beitrug. Am heutigen Montag findet vor allem das Einzelwetturnen statt, zu dem über 200 Anmeldungen vorliegen. Aus Stadt und Land. Gießen, 1. Juli. ** Ordentliche Sitzung des Provinzialtages der Provinz Oberhessen. Qu Beginn der Sitzung am Samstag gedachte der Vorsitzende, Geheiincrat Provinzialdirektor Dr. Breidert, des im verflossenen Jahre verstorbenen Mitgliedes des Provinzialtages, Geh. Kommerzienrats Bnderus, sowie des verstorbenen Direktors der Siechenanstalt Dr. Markwald, zu deren Ehren sich die Anwesenden von den Sitzen erheben. In die Tagesordnung eintretend, erläuterte der Vorsitzende alsdann die Anträge des Provinzial- Ausfchiisses über die Getvährung einer Gabe von 20 000 Mk. an die Lan d esnniv crsität anläßlich der Feier ihres 300jährigen Bestehens, sowie über den Entwurf von Grundsätzen bezüglich der Anstellung der Provinzialbeamten. Beide Anträge fanden die Genehniigung des Provinzialtages. Ebenso wurde der Entwurf des Voranschlages der Provinzialkaffe für 1907 genehmigt. Bei Beratung hierüber wurde beschlossen, bem Hess. Verein für Heimatpflege und dein Altertums ve re in in Büdingen mit je 100 Mk. Jahresbeitrag als Mitglied beizutreten. Schließlich wurden noch eine Reihe von Wahlen vorgcnotnlnen und zwar wurden dnrch Zuruf wiedergetvählt: Mühlenbesitzer Falck-Friedberg als Mitglied, Oekonomierat Schlenke-Friedberg als Ersatzmitglied der Landestornmission für Feldbereinigung; Oekonomierat Schlenke-Friedberg als AUtglied, Major a. D. Freiherr Röder v. Diersburg-Gießen als Ersatzmitglied der verstärkten Oberersatzkommission; Mühlen- besitzer Falck-Iriedbcrg, Justizrat Dr. Gntsieisch-Gießen, Geh. Justizrat Dr. Schäfer-Gießen und Bürgermeister Stöpler- Lanterbach als Mitglieder, Kommerzienrat Georgi-Gießen und Konunerzienrat Heyligenstaedt-Gießen als Ersatzmitglieder des ProvinzialauSschnsscs. Hierauf schloß der Vorsitzende mit Worten des Dankes die Sitzling. Im Anschluß an diese fand eine Besichtigung des alten Schlosses am Kanzleiberg und ein gemeinschaftliches Essen im Hotel »Großherzog von Hessen" statt. * * Silberne Hochzeit feiern morgen, 2. Juli, Bahnsteigschaffner Emil Günther und feine Ehefrau, geborene Herrmann. * * Das heutige Konzert im Neuen Saalbau wird, da die Regiments-Nlnsik verhindert ist, von der vom letzten Sommer noch in guter Erinnerung stehenden Kapelle des Pionier-Batl. Nr. 21 aus Mainz ausgeführt werden, woraus wir Hinweisen. * * Uhrnepper. Beim Verkauf minderwertiger Uhren wurde ge|tern ein Fremder abgefaßt. Da es sich um den berühmten Trick handelt, minderwertige Uhren als silberne an den Mann zu bringen, wurde der Mann verhaftet. * * Wegen Trunkenheit und Obdachlosigkeit rourben in verstoßener Nacht vier Personen in Polizeihaft gebracht. • • Ueber fahren: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag gegen l1/2 Uhr wurde auf den Schienen am Loko- inotivschnppen der M. W. Bahn ein Fremder gcfimben, dem der linke Unterschenkel abgefahren war. Er nennt sich Franz Sabiniewicz aus Sainbar und hatte Fahrkarte nach Cassel. Er war vorher im Wartesaal des Bahnhofes und auf welche Weise er an die entlegene Stelle unter die Schienen gekommen ist, bedarf noch weiterer Allfklärnng. * * Selbstmord. Gestern Nachnuttag.erschoß sich im Eisenbahnzuge zwischen Dutenhofen und hier der Zementfabrikant Karl Gerhardt aus Fernborf, Kreis Siegen. Die Leiche würbe nach bem neuen Friedhof gebracht. Gerhardt war seit einigen Tagen besuchsweise hier in Gießen, er war hochgradig nervös und hat die Tat im Anfall geistiger Störung ansgesührt. ** Siegreiche Ruderer. Aus der gestrigen Emser R e g a 11 la siegte die Gießener Rude r g e l e l l schäft von 18 7 7 gegen den Ruderverein Ems im Emser Oluellenpreis mit einer Lange Vorsprung. ** Zu dem schweren Unwetter von Freitag abend fei noch bemerkt: Die Gewitter die mit heftigem Hagel schlag verbunden waren, haben in vielen Teilen Obcrhcffens beträchtlichen Schaben angerichtet. Ganz besvnbers gilt dies von den Nachbarorten Lang-Göns, Watzenborn- Steinberg, Leihgestern, Hausen bis nach Garbcn- teich hin. Aus vielen Fluren ist bas Getreide wie Häcksel zerschlagen, fobaß es verfüttert werben niuß. Mehrere Obstbäume würben vom Stiirm abgebrochen ober schiver beschädigt. den Waldungen bei Nieder-Bcssingen, Ettingshausen und Hattenrod wurden Aäiime zerstört. Bei Lang-Göns waren die Wiesen mit einer 2 cm dicken Schicht Hagelkörner bedeckt, es sah aus, als läge Schnee. Die Gewitter und ber Hagelschlag zog bis ziirn Vogelsberg, bie Arbeiten am BisrnarckLturm auf bem Taufstein mußten stundenlang eingestellt werden, jo heftig wütete dort das Unwetter. In unseren Nachbarorten kam das Wetter ganz plötzlich, als Leute und Gespanne auf bem gelbe an der Heuernte waren. Die Tiere wurden unruhig, dem Landwirt Brückel ging fein Gespann durch, er fiel vom Wagen und brach das Bein. Zum Glück zog bas llmvetter nur strichweise, sodaß nur wenige Orte betroffen worden sind. Gießen und bie nächsten Orte blieben verschont. Das Hagelwetter erinnert an bas letzte furchtbare Hagelwetter, bas Mitte der 80 er Jahre über Gießen und Umgegend stundenlang wütete iind damals enormen Schaden verursachte. △ Steinbach (Kr. Gießen), 1. Juli- Heute nacht um etwa 1 Uhr brach hier im Oberdorf Feuer aus, das in kurzer Zeit die Scheuern und Nebengebäude der Hofraiten von Land- und Gastwirt Karl Gerhard IV., Landwirt Heinrich Ludw. Horn II. und Landwirt Hch. H a a s XI. vernichtete. Das Vieh konnte gerettet werden. Dank dem Umstand, daß die der Brandstelle gegenüber wohnenden Wasserleitungsarbeiter den Brand bald bemerkten und bekämpften, sowie dem tatkräftigen Vorgehen unserer Feuerwehr wurde eine weitere Ausdehnung des Feuer verhindert. Von auswärts kamen die Feuerwehren von Lich, Albach, Garbenteich, Hausen und Annerod der hiesigen Wehr zu Hilfe. X Butzbach, 29. Juni. Der Forstmeister Friedr. Schaum pert nms München starb heute früh gegen 10 Uhr an einem Herzschlag in einer Automobildroschke vor den Toren unserer Stadt, als man en sehr schwer herzkranken Herrn von Bad-^ Nauheim nach Friedrichshütte bet Laubach zu Verwandten bringen^ wollte. Gattin und Schwägerin befanden sich in seiner Begleitung., -ö- La^ubach, 30. Juni. Heute nachmittag wurde dahier im Hotel „Solmser Hof" durch das Vorstandsmitglied der Land- wirlschaftskammer K ö h l er-L an g s d0 rf und in derer Auftrag der erste Bezirksausschuß tm Großherzogtum Hessen auf Grund des Gesetzes vom 16. Mai 1906 konstituiert. Als Vorsitzender wurde gewählt Bürgermeister und Landwirtschaftskamnter- mitglied Vie hl zu Rainrod bei Schotten, als dessen Stellvertreter Bürgermeister Jochem zu Laubach. § Alsfeld, 30. Juni. Wie uns nutgeteilt wird, wird der mit Unterstützung des Landwirtschastskammer-AuSschusses für Oberhessin am 10. Juli in AlSseld zur Durchführung kommende Zuchtviehmarkt sehr umfangreich beschickt luerben. Aus den Reinzuchten der Kreise AlSseld und Lauterbach sind bis jetzt zum Auftrieb auf den Markt angemeldet: 70 Simmentaler Bullen, 40 Simmentaler Kühe und Kalbinnen, 40 Eber und Eberferkel, sowie 20 Sauen und Sanferkel ber weißen Ebelschweinrasse, 8 ältere und 60 jüngere Ziegenböcke und 20 Milchziegen und 40 Ziegenlämmer der weißen hornlosen Saanenrasse. Sämtliche am Markt zugelassenen Tiere sind vorbesichtigt, besitzen nachweisbar reinrassige Abstammung und sind als Zuchttiere gekennzeichnet, ein kostenlos von der Znchtviehlnarktkommission in Alsfeld zu beziehendes Niarktverzeichnis gibt hierüber Ausschluß; aus Verlangen auswärtiger Käufer ist dieselbe Kommission bereit, Zuchttiere anzukaufen und bereit Verladung zu besorgen. Es wird also durch Veranstaltung dieses Marktes einem in weiten Kreisen der Viehzüchter empfundenen Bedürfnis für den Bezug guten, gesunden Zuchtmaterials direkt aus der Hand des Züchters in weitgehendstem Maße Rechnung getragen und eZ wäre nur zu wünschen, daß dieses Unternehmen überall Anklang und Unterstützung fände. s. Schwa 1 bach (Kreis Wetzlar), 30. Juni. Ta bad alte Schulhaus, das nur ein Sck>ulzimmcr, aber fcüte Lehrerwohnung enthält, durchaus nicht mehr den Anforderungen entspricht, hat die Gemeinde einen Schul Haus Neubau beschlossen. Er wird auf "dem alten Schulhof, unter Wegfall der baufälligen Schul- fcheime aufgeführt und so weit zurüllgefteltt werden, daß davor ein großer geräumiger Spielplatz zu liegen kommt. Die neue, zu 18 000 Mk. veranschlagte Schule wird in ihrem unteren Geschoß den Lehrsqal und im oberen Stockwerk die Lehrerwohnmig» bergen. R.B. Bürstadt i. Rh., 29. Juni. Eine schwere Bluttat hak der 19 jährige Bursche Philipp Bep er le von hier verübt, indem er nach einem Sittlichkeitski ttentat auf eine dortige Frau diese mit der Sichel so schwer verletzte, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird. Der Attentäter wurd^ verhaftet. = Vom Westerwald, 30. Juni. Von folgenschweren Gewittern, bie meist von Sturm und Hagelschlag begleite« waren, wurde im Juni unsere Gegend wiederholt heimgesucht. Tas erste Unwetter ging am 10. Juni in der Richtung von Elz-i Triedors Über unsere Höhen und richtete an Wiesen und Aeckern, ja selbst' an den fest gebauten Wcsterwaldstraßen großen Schaden an. Ein weiteres ebenso schreckliches Hagelwetter beängstigte Freitag, 28. er., nachmittags aufs neue die Gemüter. In manchen Gemarkungen gewähren die Kornfelder einen geradezu trostlosen Anblick. Es ist dies umsomehr zu beklagen, da durch den langen Winter ohnehin nur wenig Korn zu envarten war. Einsendungen zum Tabakarbeiterstreik. Aus den Reihen der Tabakarbetterschaft wird uns hierzu geschrieben: _ „W er hat Schuld? Wenn man die Fabrikantenberichtei über bie Tabakarbeiter-Aussperrung im „Gieß. Anz." liest, kann; jeder Unbeteiligte annehmen, daß die Arbeiter Unrecht hatten,' dem ist aber nicht so. Weshalb verschweigen die Herren^ daß in einer Wiesccker Fsabrik der so wie so geringe Verdienst noch bedeutend geringer geworden ist? Das ist die Ursache ber Differenzen und nichts anderes. Warum schreiben die Herren nichts davon, daß alle Lebensmittel und Bedarfsartikel teurer geworden sind? Wenn die Beamten Teuerungszulagen iwhalten — wogegen wir nichts haben —, wenn «alle Übrigen Berufe durch bie Teuerung gezwungen werben, höhere Löhne zu erzielen, weshalb sollen denn bie Tahakarbeiter, die sicher am allerwenigsten verdienen, nicht das Recht lyaben, banadj zu streben, auch ein paal Pfennige mehr zu verdienen? Weshalb gehen die Herren nicht auf die von uns ermittelten Löhne ein, ist das auch unwahr? Von 112 Arbeitern verdienen nur 2 über 3 Mk. den Tag, die anderen alle weniger, bis herab auf 1.50 Mk. Von 973 Atti beiterinnen verdienen 786 unter 2 Mk. den Tag bis herab zu 75 Psg. den Tag. Sind das auskömmliche Löhne bei den teuren Verhältnissen in Gießen und Umgegend? Weshalb vm'chweigen die Herren, daß im vorigen Jahr die Lohnerlstihung für das ganzc Tausend Zigarren nur 40 bis 60 Psg. betragen hat, was einen Mehrverdieust von nur 40 bis 70 Psg. in ber Woche ausmacht. Mehrere Herren haben für diejes Jahr weitere Lohnerhöhungen in Aussicht gestelli, weshalb aber ihre Zusage nicht erfüllt? Tie Herren haben,an ihre Kundschaft Zirkulare versendet, in denen enthalten ist, bie Steigerung ber Rohtabakpreise und bie fortgesetzt fteigenben Arbeitslöhn.- machten eine Verteuerung der Zigarren notwendig. Wo sind denn die fortgesetzt steigenden Löhne, die Arbeiter wissen nichts davon. Nun sollen die Arbeiten widerspenstig, kontraktbrüchig und böswillig gehandelt haben, dabei steht fest, daß es wohl auf ber ganzen Erde keine Arbeiter gibt, bie bescheidener unb gutmütiger sind als die hiesigen Tabakarbeiter; aber weshalb schreibt man kein Wort, daß das Material in den lebten 2 Jahren viel schlechte' geworden ist, daß da manchmal dem besten die Ged. iv \.,i kann? Ist denn die Behandlung auch immer einwandf auch ungesetzlich sollen die Arbeiter gehandelt haben. 2 «in vi n feiten ber Arbeiter 4 bis 6 Wochen in ber frieblichst 1 gebeten wird, besseres Material zu liefern und ein paar !? . n / Lohn mehr zu geben, unb sie immer unb immer wieder 1 ö> i * werden, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn ; G> • duldsfaden reißt. Von den taufenden .£aba(o^ücru Hal - jux etwa 50 Mckelmacherinnen die Arbeit eingestellt, deshalb haben die Herren 1100 Arbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt, darunter sehr viele, die em Menschenalter treu und brav bei ein und denselben Herrn gearbeitet haben. Ist es recht, wenn man den Arbeitern ihr gesetzliches Veremigungsvecht rauben will? Gleiches Recht gilt für alle. Jeder Menschenfreund wird sich deshalb auf die Seite der Arbeiter stellen. vermischtes. ' EinKind von eineniSchweinezerfleischt. In der Gemeinde Szentpetersa (Komitat Eisenburg) ging der Landmann Alois Firn: nach dem Mittagessen mit seiner Gattin auss Feld arbeiten und übertrug während ihrer Ab- Wesenheit die Obsorge ihres einjährigen Kindes der 13 Jahre alten Marie Kovacs. Diese aber ging in die Nachbarschaft, um mit kleinen Kindern zu spielen und ließ das Kind Firms in dec Wohnung unbeaussichtigt allein zurück. In den späteren Abendstunden kam Marie Kovacs zurück. Beim Betreten des Zimmers bot sich ihr ein furchtbar grauenhafter Anblick dar. Das größte Schwein Firms war in die Stube gedrungen und hatte das kleine Kind bis zur Unkenntlichkeit zerfleischt. Die Mutter des kleinen Kindes fiel vor Schrecken in Ohnmacht und liegt lebensgefährlich krank danieder. Der Vater des Kindes überfiel die Marie Kovacs und schlug fie halbtot. * Seine Mutter mit 52 Jahren zum ersten mal gesehen. Ein Roman aus dem Wen hat sich jüngst abgespielt. Ein Mainzer Metallarbeiter war 52 Jahre alt geworden, als er zum erstenmal seine Mutter sah. Das „Mainz. Tagbl." erfährt darüber folgende Einzelheiten: Ter Kummer eines hier lebenden Metallarbeiters war schon immer, daß er keinerlei Kenntnis von seiner Mutter, überhaupt von seiner Familie hatte. Wohl wurde dieses Leid durch die Jahre gemildert, als oer Mann selbst eine Familie um sich heramvachsen sah, aber seine Sehnsucht nach seiner Mutter blieb ungestillt, und so mar der Mann 52 Jahre alt geworden. Ta nahm sich dieser Angelegenheit einer seiner Bekannten an und stellte zunächst folgendes fest: Ter Mann hatte in M,ainz das Licht dec Welt erblickt. Seine Mutter war kurz vorher hierher gekommen und wenige Wochen nach der Geburt wieder abgereist, nachdem sie das Kind in Pflege gegeben hatte. Für das Kind Umreit jahrelang reiche Unterstützungen eingelaufcn, die erst aufhörten, als es'groß genug geworden war, um in die Welt zu gehen. Nach Jahren kehrte er nach Mainz zurück und gründete sich selbst eine Familie. Es gelang ferner die Geburtseintragung aufzufinden und dadurch auch die Personalien der Mutter.zu ermitteln. Nunmehr wurden gleichzeitig verschiedene Ministerien, Konsulate und Polizeibehörden in Bewegung gesetzt, worauf auch nach kurzer Zeit von München die Nachricht eintraf, daß dort die Frau im hohen Alter von 80 Jahren noch lebe. Hocherfreut schickte er ihr einen eingeschriebenen Brief, auf den jedoch keine Antwort kam. Erst als er ihr abermals schrieb, daß er nach München kommen werde, traf ein Briefchen ein, worin er gebeten wurde, davon Abstand zu nehmen, weil ihr die Aufregung schaden könnte. Er fuhr aber doch hin und fand seine Mutrter, eine alte, blinde Frau in~ wohlhabendsten Verhältnissen. Tie Freude von Mutter und Sohn war rührend bei diesem ersten Zusammentreffen itach 52 Jahren, und die alte Frau setzte auch sofort ein Teflament zugunsten ihres Sohnes auf, da sie ebenfalls niemand hat, der ihr sonst näher stände. In kurzer Zeit wird sie mit ihrem Sohn zu dessen Familie nach Mainz zurückkehren. * Auf de r auche nach seiner Frau. Bei dem Gemeindevorsteher eines Torfes bei Memel erschien ein russischer Untertan, um Erkundigungen einzuziehen, ob nicht unter den am Orte beschäftigten polnischen Arbeiterinnen vielleicht auch seine Frau wäre., Ueber die Veranlassung zu der Suche befragt, gab der Russe folgendes an: Er wäre bald nach seiner Hochzeit zur fünfjährigen Tienstzeit eingezogen. Dann mußte er nach dem Kriegsschauplätze, um an den Kämpfen gegen Japan teilzunehmen. Hierbei geriet er in japanische Gefangenschaft und wurde nach feiner Freilassuirg nach Rußland zurückbefördert. Als er nach Hause kam,.mußte er zu seinem Schrecken erfahren, daß seine Frau jedenfalls in dem Glauben, er wäre in den Kämpfen geblieben, Rußland verlassen hatte und in Preußen in Dienst getreten war. Es konnte ihm aber nicht angegeben werden, wohin sie sich begeben hatte. Leider sand der arme Kerl auch diesmal seine Eheliebste nicht und mußte sich weiter aus die Suche begeben. * Jusowka (Gouv. Jekaterinoslaw), 29. Juni. In dem Prochorows ky-Bergwerk brach um Mitterniacht ein Fcucr aus, das den Schacht, in welchem 27 Bergleute arbeiteten, in Flammen setzte. Tie angehäuften Gase sühnen eine Explosion herbei; der Rauch drang in eine benachbarte Grube, in der etwa 100 Bergleute arbeiteten. Alle Bergleute, bis auf einen, der nicht aufgefunden wurde, konnten gerettet werden. In der Hauptgrube ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Ter Schaden ist sehr beträchtlich. * Von der eigenen Frau erdrückt. Mrs. Mary Tumble in Washington, bekannt unter dem Namen '„Mutter Rumble Tumble", dürste die jchwerste Frau Amerikas sein. Ähr Gewicht wird auf gut und gern 30 „Stones" geschätzt. Mrs. Tumble erfreut sich aber auch einer Gesundheit, die im richtigen Verhältnis zu ihrer Schwere steht, und so har sie jetzt ihren achten Mpnn durch ein nterkwürdiges Mißgeschick verloren. Sie hat ihn nämlich in des Wortes verwegenster Bedeutung zerquetscht. Tie beiden Eheleute vergnügten sich mit Rollschuhlaufen, als Mr. Tumble zu Fall IJam. Seine holde Gemahlin, die, so leichtfüßig es ihr Gewicht erlaubte, hinter ihm herschwebte, konnte nicht schnell genug ausweichen und fiel auf ihren Mann. Besinnungslos wurde der Aermste aufgehoben und der herbeigerufene Arzt konstatierte, dsaß er schwere innere Verletzungen erlitten hatte, an deren Folgen er noch auf dem Wege zum Krankens haus starb. Mrs. Tumble scheint überhaupt von einem besonderen Mißgeschick verfolgt zu werten, denn Die Hälfte von ihren acht besseren „Vierteln" — von „Hälften" kann man bei ihrem Gewicht nicht reden — endete auf mehr oder weniger ungewöhnliche Art. Ihr siebenter Mann stjärb an Verletzungen, die er bei dem plötzlichen Zusammenbruch eines Klavvoettes davon getragen halte, als unter ihrem Gewicyt die Schließfeder brach. — T i e gebilde'tc Gattin. „Bei meiner Fran kommt die Bildung bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck! Gestern war z. B. der Todestag von Columbus — da hat sie mir zwei weiche Eier gemacht!" * Schülerselbstmorde. Professor Ludwig Gurlüt, der — was sehr bedauerlich ist — inzwischen seine Lehrtätigkeit aufzugeben sich entschloß, hat durch einen kleinen, aber sehr interessanten Beitrag im Junihefte der „Arena" von neuem dokumentiert, wie liebevoll und eindringlich er sich mit dem Problem unserer Jugenderziehung in den höheren Lehranstalten beschäftigt. L-eine Bücher haben ein Echo auch unter den Schülern selbst geweckt, und so rührt der tapfere Pädagoge, gestützt auf ergreifende Schülerbriefe, an ein heikles Thema „Die Schüler- selbstnwrde". Seinem kurzen Essay in der „Kleinen Chronik" der Presberschen „Arena", fügt er einige Briefe an, die auf seinen Tisch flogen. Hier ist ein Auszug aus einem der er- gveifendften: „Das unwürdigste aller Laster oder Leiden ist gewiß die körperliche.....Es gibt aber auch eine geistige, und zu der bin ich gezwungen! Oder nicht? Ich muß meine geistigen Fähigkeiten, meine Arbeitskraft, die für ganz andere Dinge stark und fähig ist, zu Tätigkeiten herabwürdigen, bei denen weder etwas herauskommt, noch meine Kraft geübt wird! Ein Konisches Problem und das Auswendiglernen von Virgilversen! Aber sehe ich, daß dieser Zustand meine Kraft übersteigt, so mache ich ein Ente. Das ist sehr einfach. Lieber meine Kraft schnell vernichten, als sie durch solchen Mißbrauch langsam zugrunde gehen lassen. —..... Wenn mir einer sagt: Um der Aufgaben und Ziele willen, die du nach hiew* Schulzeit zu erreichen gedenkst, sollst du dich durchringen, dann sgge ich ihm: Mer ade darum mache ich lieber ein Ente, well ich meine Kraft vorher vergeuden müßte. Denn ter Moment des Ekels, der bei jeder dieser Tätigkeiten zu überwinden ist, verzehrt meine Nervenkraft?..... Ich schließe. —- Grüßen Sie Ihre lieben Söhne-und-sagen ^te ihnen, ich bekäme bei dem Gedanken an die Erziehung, die Lie ihnen geben, stets Lust, diese als einen neuen „Emile" zu behandeln und dann mein Buch allen unseren Paukern um die Ohren zu schlagen". — , Eltern und Erzieher sei ter Artikel warm empfohlen. * Kleine Tageschronil. Berlin, 29. Juni. In der vergangenen Nacht hat sich der Major o. D. Helmer von Pelchrzim n seiner Wohnung in der Grunewaldslraße erhängt. Major von Pelchrzim, der nach seinem Ausscheiden aus dem Heere die Stellung eines Standesbeamten inne hatte, soll sich zu dem Schritt durch ungünstige Familienverhattnisse veranlaßt gesehen haben. — Hagen, 29. Juni. In Letmathe (Kreis Iserlohn) wurde heute früh eine sechzigjährige Schlosserwitwe, als sie ihr Haus verließ, von einem unbekannten, fein gekleideten Mann aus offener Straße überfallen; es wurde ihr ein lysolgetränkter Lappen in den den Mund gesteckt und der Bauch ausgeschlißt. Der Täter entfloh. — Nürnberg, 29. Juni. Infolge Requisition der Staatsanwaltschaft in Duisburg wurde ein hiesiger Einwohner verhaftet, verfälsche holländische Baliknoten angefertigt, die zwei in Duisburg verhaftete Holländer ausgegeben hatten. — Göttingen, 29. Juni. Vergangene Nacht wurde in Einbeck das Postgebäude zerstört. Viele Wertsachen sind verbrannt. — Mailand, 29. Juni. Der Sohn des bekannten Malers Nufsi erschoß seine Geliebte, eine Frau Eustoden Brera Galerce. Tann tötete er sich selbst durch einen zweiten Schuß. Tas Motiv der Bluttat ist Eifersucht. Reichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. J.S. Leipzig, 29. Junl. Tierhalterhaftung infolge gefährlichen Betriebes einer Pserdeurustcruug. Bei einer Pierdemusterung in Mannheim kam der verstorbene Ehemann der jetzigen Klägerin auf die Weise zu Schaden, daß er von einem vor ihm geführten Pierde an den Unterleib geschlagen und tödlich verletzt wurde. Tie zur Musterung bestimmten Pferde wurden auf der Landstraße in Abständen von'ea. 2 Meter hintereinander geführt. Auf das Kommando „Halt!" blieb ter Knecht mit dem vor dem Verunglückten gehenden Pferde plötzlich (leben, während letzterer mit seinem Pierde noch einige Schritte machte und sein Pferd somit dicht an das Hinterteil des Vorder- pserdes heranrückte. Durch ten infolgedessen hervorgerufenen Reiz kam das Vorderpferd zum Ausschlagen und traf hierbei den Ehemann der Klägerin dieses Rechtsstreites in der vorbezeichneten Weise. Tie Klage ist auf § 833 B. G. B. gegründet und wird der Eigentümer des betreff. Vorderpferdes für allen der Klägerin entstandenen Schaden haftbar gemacht. Ter Beklagte roenbet ein, daß der Verunglückte nach einem Sachverständigengutachten in höchstem Grade unvorsichtig gehandelt habe, da er als früherer Postillion wußte oder wissen mußte, daß man den Pferden von hinten nicht nahen darf und er trotzdem fein Pferd nicht sofort zum Stehen gebracht hat, als er sah, daß das vor ihm gehende P'erd stehen blieb. Tas Landgericht Mannheim erFaimte infolgedessen auch auf Abweisung der Klägerin wegen eigenem Verschulden des Verunglückten. Auf die Berufung der Klägerin wurde das landgerichtliche Urteil vom Oberlandesgericht Karlsruhe dahin abtzeändert, daß der Schaden der Klägerin vom Beklagten zur Hälfte zu ersetzen fei. Ter Berufuugsrichter stellt fest, daß der Abstand, in dem die Tiere geführt würben, ca. 2 Meter betragen habe. Wenn der Verunglückte hätte die größte Aufmerksamkeit walten lassen, fo würde es ihm allerdings nicht schwer geworden fein, das Pferd in einiger Entfernung ebenfalls zum Stehen zu bringen, und habe er somit in der Annäherung allerdings fahrlässig gehandelt. Seine Fahrlässigkeit fei jedoch nicht fo hochgradig, daß sie geeignet wäre, die Haftpflicht des Beklagten völlig auszuschließen. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision beim Reichsgericht eingelegt, die aber erfolglos bieb. Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts erkannte aus Zurückweisung der Revision. <8crid?t$|aal. Essen, 28. Juni. Das Schwurgericht verurteilte heute ten 51jährigen Arbeiter TI u del aus Dorsten wegen Raubmordes, begangen an einem 13jährigen Mädchen, z u in Tode. Muckel hatte das Mädchen erdrosselt und ihm 5 Mark geraubt. Sport. Paris, 30. Juni. Ter Prix de France wurde bei dem heutigen Rennen ui Anleuil von dem d e u t s ch e n Pferde M i n u s (Geritten von Wallenberg; Eigentümer von Teepper- Laski) gewonnen. — Radfahren. Bei dem am Sonntag, 30. Juni, veranstalteten 2. Preistourentag des Rad-Klnb Germania Gießen über 50 km. wurden folgende Resultaten erzielt: 1. Kronenberg in 1 Stunde 36 Minuten; 2. E. Lauer in 1 Stunde 45 Minuten; 3. A. Kircher in 1 Stunde 46 Minuten; 4. Noll in 1 Stunde 4Z Minuten; 5. Dietrich in 1 Stunde öl Minuten; 6. C. Löwer als Seniur in 2 Stunden 1 Minute. ßanöcl und verkehr, Volkswirtschaft. DieSchiffsneubautenderHamburg-Amerika- Linie. Die Hamburg-Amerika-Linie hat bekannt gegeben, daß sie bei Harland u. Wolf in Belfast den Bau eines Weltrekord- schiffs in Auftrag gegeben hat. Deutschland soll also nach Fertigstellung dieses Ozeanriesen änn Jahre 1910 zugleich mit dem schnellsten Ozeandampfer, über den der Norddeutsche Lloyd verfügt, auch den größten besitzen. Es wäre jeüensalls interessant, zu erfahren, wie hoch die Kosten dieses Neubaues angenommen werden und wie deren Deckung beabsichtigt ist. Auf Grund der Bausummen, die für die letzten Riesendampfer „Amerika" und „Kaiserin Auguste Viktoria" genannt werden, kann man ten Kvsten- punkt des neuen Schiffes auf ungefähr 20 Mill. Mark an- nehmen. Neben dieser Summe nehmen sich die 5 Mill. Mark Aktien zu 130 Proz., die ter Firma Wörmann für Ueberlassung ihrer 8 Dampfer des Afrikadienstes zugebilligt wurden, allerdings recht bescheiden aus, und wenn auch anzunehmen ist, daß die Kosten des Neubaues sich auf eine Reihe von Jahren verteilen, so dürften auch die einzelnen Teilzahlungen doch Summen ergeben, die bei Berücksichtigung ter anderen noch nebenbei erforderlichen Schiffsanschaffungen eine Kapitalbeschaffung durch Aktienausgabe mindestens so naheliegend erscheinen lassen, wie sie zur Bezahlung ter Wörmann-Dampfer notwendig erschien, meint die „N. Hamb. Ztg." * Zur Preisermäßigung bei der Hamburg- Amerika-Linie. Tie Gefellschait bat, wie wir mitteilen, die Zwifchendecksprcise nach Newyork von 150 auf 140 Mk. herabgesetzt. Erst vor 3 Wochen sind die Preise von 160 auf 150 Mk. heran- gesetzt worden, ttuch im Vorjahr fanden zur Frühjahrs- und Sommerszeit ähnliche Ermäßigungen statt. In den Herbst- und Winlermonaten stiegen dann die Preise wieder bis 160 Mk. Es kommt dies hauptsächlich daher, daß zurzeit der Erntearbeiten in Europa die Auswanderung in der Regel schwächer ist. Auch ist in Amerika der Bedarf an Arbeitskräften nicht mehr fo lebha't. Im Mai des lausenden Jahres waren offenbar die Verhältnisse noch recht günstig. Denn wie aus dem amerikanischen Aus- wanderungsbericht hervorgeht, stieg die Gesamtemwandernng von Europa in diesem Atonat auf 176265 Personen; im Wlai 1906 wanderten aus Europa 144.137 Personen ein. Märkte. ic. Frankfurt a. M., 1. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklpreise. Weizen Alk. 20.75—21.00, Kurhcssischer Alk. 20.75—21.00, La Plata Alk. 21.25-22.25, Kansas Alt. 21.25-22.25, Roggen (hiesiger) Mk. 19.75—20.25, Gerste (Wetterauer) Alk. 18.25—18.50, Fanken- felter Mk. 18.75—19.00, Hafer 19.75—20.50, Mais Alk. 14.75—15.00, Weizenmehl Mk. 29.25—29.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Alk. 27.75, 3. Qualität Alk. 25.25—25.75, Roggenmehl 00 Mk. 29.50-00.00,,1. Qualität Pik. 28.50-00.00, SßeiAenUeie Alk. 11.00 bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.09, Maiskeime Mk. ILSH bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk.0c),00—-00.0O. Alles pev 100 Kg. ab hier. Ic. Frankfurt a. M., l.Juli. (Telegr. Ong.-Vericht deS »Gieß, Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehwarktpreis e. Zun^ Verkaufe standen: 432 Ochsen, 66 aus OesUrreich, 51 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 798 Kühe, Werfen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 395 Kälber, 231 Schüfe und Hämmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1619 Schreine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlacl)tgewicht: Ochsen 1. Qualität 80—83 Mk., 2. Qual 73—76 Alk., 3. Qual. 68—70Mk.; Bullen 1 Qual. 74 bis 76 Alk., 2. Qual. 68—70 Mk.; Kühe 1. Qual. 74—76Mk., 2.Qual. 71—73 Mk., 3. Qual. 65-67 Mk, 4. Qual. 00—00 Stf 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber: 1. Qual.95—98 Pfg., Lebendgewicht?—59 Pf., 2. Qual. 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50—53 Pfg., Schlachtgewicht 65—70 Pfg. Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 78—80 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 60—61 Pfg., 4ebdaew. 47.00—47.50 Pfg., 2. Qu. 00—00 Pfg., Lebendgew. 00.00—-oo Pfg 3. Qual. 53—55 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. ‘ Geschäft: schwere Jettschweine standen unter Notiz. Markt gut, kein Ueberstard. Börsenwochenbericht. = Frankfurt a. M., 28. Juni Ein leichter Hoffnungsschimmer, daß auf dem Geldmarki die Spannung sich allmählich mindern und bald wieder normalere Verhältnisse zurückkehren werden, durchzog diese Woch^ die Börse. Zwar hat die Oesterreichisch-Ungarische Bank, die bisher an ihrer verhältnismäßig niedrigen Rate von 4V» Prvz. festhielt, sich veranlaßt gesehen, auf 5 Proz. zu gehen, um ihre Goldbestände besser zu schützen, aber an den maßgebenden Plätzen zeigte sich der Geldmarkt eher etwas williger. In den Leihraten kam dies noch nicht zum Ausdruck, wohl aber in dem stärkeren Geldangebot in ter Ultimoliquidatiaci. Ganz gegen, alles Erwarten zeigte der Reichsbankausweis für die dritte Juniwochs infolge ter starken Depositeneinlagen noch eine kleine Besserung und wenn die letzte Juniwoche auch eine stärkere Anspannung bringen wird, so glaubt man doch, daß im Juli die Mittel in erheblichem Maße zu den Kassen der Bank zurückfließen werten. Goldverschissungen aus Newyork haben bisher am dortigen Markte keine Störung hervorgerufen und diese Wahrnehmung bestärkt die Hoffnung, daß in der nädjften Zell eine genügende Kräftigung des Geldmarttes eintreten wird, um den Ansprückien des Herbstes ohne Besorgnis entgegensehen zu tonnen. Jedenfalls herrscht an allen Märkten ein zuversichtlicherer Ton. Die Papiere, die seit längerer Zeit von schwachen Händen abgestoßen wurden, sind allmählich in kräftigere Hände übergegangen und dies gibt an und für sich dem Markte schon mehr Halt. Dazu kommt, daß, wie sich in ter Berliner Ultimoliquidation herausstellte, dort auch -ein „Deeouvert" vorhanden ist und last not least ist auch das Kursniveau stark herabgedrückt. Dies alles trägt dazu bei, eine zuversichtlichere Stimmung aufkommen zu lassen. Das Geschäft freilich ist noch geringfügig. Das Kapital wandte sich vielfach ten neuen 4prozentigen deutschen Staatsanleihien zu, die besser bezahtt wurden, auch 4prvz. deutsche Städteobligationen waren begehrt. Von fremden Renten haben Nüssen auf die. Erklärung, datz in diesem Jahre keine ausländische Anleihe mehr ausgenommen werden soll, etwas ungezogen. Banken sind leicht befestigt, von Bahnen haben sich, amerikanische Sorten erholt, ebenso Mittelmeer. Anatolier lagen weiter schwach. Seit etwa 14 Tagen sind sie nahezu 15 Prvz. zurückgegangen. Montanpapiere sind durchweg einige Prozent gestiegen, Friedrichshütte sogar 7 Proz. Auch andere Jndustrie- papiere lagen fester. Albert haben von ihrem vorwöchigen Verlust 7 Proz. wieder eingeholt. Privatdistonto 43/* Pro-. Meteorologische Beobachtungen der Statisu Gieße«. Juni Juli 1967 Barometer aut 0° reduziert Temperatur der Liist Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Nett« 30. 30. 1. - 2 s 6M G» L- _______'_______________ 741,6 741,0 741,5 12.8 12,7 11,2 10,1 9,9 9,4 93 91 95 ESE SE E CI Regen Bed. Himmel Regen Höchs te Dem yeretui am }9.—3 ). Jun = 4 19,6' a Niedrigste , 29.-30. „ = + 12,3' C. Gießener Wetterdienst. Boranösichtliche Witterung für Hoffen am Dienstag den 2. Juli: Meist trübe. Regenfälle. Temperatur nicht verändert. Schwache nördliche Winde. GriginaNOrahtineldunge»»« London, 1. Juli. In Norwich tötete ein Mann namens Jacob in einem Anfall von religiösem Wahnsinn feinen 72 jährigen Vater und feinen 30jährigen Bruder. London, 1. Juli. Ein Skandal, der in ganz Eng», land großes Aufsehen heroorrust, har fid) hier ereignet. Gegen einen General wurde ein Haftbefehl erlassen unter der Beschuldigung, die ihm andertrauten Gelder her, Vereinigung der Soldaten und Seeleute unterschlagen zu haben. Gegen Stellung einer hohen Kaution wurde er wieder in Freiheit gesetzt. Paris, 1. Iult. Eine Petition, die für die Schonung des 17. Infanterie-Regiments bittet, sand tausende von, Unterschriften. Lille, 1. Juli. Hier sind Meldungen über den Verbleib des vermißten Ballons Florean eingetrosfen, dec in Dünkirchen aufgestiegen war. Ter Ballon wurde in Nordholland ausgefunden, aber ohne Insassen, welche am scheinend umgekommen sind. N a r b o n n e, 1. Juli. Oberst Gerard ist gestern abend nach Paris abgereist. Die Ruhe ist vollständig wieder hergestellt. San Franzisko, 1. Juli. Hier ist ein Dampfer von den Pribylom-Jnseln eingetroffen, der in Gemeinschaft mit einem Zollkutter der Vereinigten Staaten 29 japanische Seehundjäger sestgenommen hat, die bei der St. Pauls-Insel unberechtigter Weise jagten. für Säuglinge, Reconvalescenten, Magenkranke. Kindermehr oT' Frachtbriefe00 mit Firmeneindruck * Sehr billig Brühl’sche Ünivers.-Dmckeiei ttewM* Saalbau 4315 Heuchelheim, den 1. 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Juni 1907 in ba5 Ffi Grundbuch emgetragen worden. । Insoweit Nechte zur Zeit der Eintragung des Versteige- ___ QaUS bm‘ Wnindbuchc nicht ersichtlich waren, '14'3ltt»Mer°HaUS JUIO ।ic spätestens tm VerftetgerungLtermin vor der Aufforde. preiswert zu verkaufen. Düften Ä5BS4 unbbbcPbc?$edei(lm8a w B&Wää - *"*• --KnENs Diejenigen, welche ein der Versteigerung entaeaensteben- ^Ä ^uafest, einspännig gefahren, JiilctjtoßS die Äufhedmig oder einstweilige Einstellung h»? 1,1 ber b. Aiiz. BerfahrenS hcrbcizusührcn, widrigenfalls für das Recht äct Snrtojfrll)ällfdilfill(l biuif ä!' iftanbcB8 tritt9’^eCÖS bt< 6teUc btS versteigerten Gegen- 'E>i ’ ecüeLiuenVi“1' ]4UHUl» ILllU I ----------------— Kchtiglr, skprüster Heirrr u. Maschinist, der mit der eiet* irischen Lichtanlage vertraut ist, sucht sofort Stellung. Schriftl. Angebote unter 04718 an uen Gieftener Anzeiger erbet. Sol., zuverlässiges Mädchen, das schon in besserem Hause ge- dient hat, sucht Stelle. 04/22 Dran Schmidt, Neuen Baue 5. 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