Nr. 126 Kolitijche Lage-sehatt. Tie bayerischen Laudtagswahlea. Wir erhielten heute vormittag solgende Drahtnachricht auL München: 9lad) den bisher vorliegenden Meldungen wird sich der neue bayr. Landtag folgendermaßen zusanrnrensetzen: Zentrum 99 (bläßer 102), liberale 2ö (23), freie Bereinigung 19 (20„ Sozialdemokraten 20 (12) Atandale. Ertedigie 'Dlanbalc des früheren Landtages 2. Im ganzen 163 (gegen lo9) Mitglieder. Erscheint lL-Nch mü Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Zmnllienblittler- werden dem /jln-etger' viermal wöchentlich beigelegt, da« '.Lreirblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Wieder hatten diesmal Zentrum und Sozialdemokratie in mehreren Wahlkreisen, wie z. B. in GermerSheim-Berg- zabern, Bündnisse geschlossen und so ist denn die Zahl der Sozialdemokraten erheblich größer, die deS Zentrums aber ein wenig kleiner geworden. Die Wahl des liberalen Pfarrers Grandinger in Nordhalben, die mit nahezu 2000 Stimmen Mehrheit erfolgte, erweckte großen Jubel. Em Fackelzug mit Musik wurde dem Gewählten dargebracht, der eine Ansprache an die Menge hielt. Unter den Liberalen befinden sich 2 von der deutschen Volkspartei. Die bekannten Parteiführer sind, abgesehen von Dr. Geiger, wiedergewählt worden. In Bamberg 2, wo verschiedeneZentrumSkandidaten ausgestellt waren, wurden Freiherr v. Malsen und Saffirt, beide vom Zentrum, gewählt. Der soz. ReichStagSabg. Ehrhardt und Dr. v. Haller sind zweimal gewählt. In München wurden 8 Sozialdemokraten gewählt, nämlich Dollmar, Müller, Timm, Ed. Schmid, Franz Schmitt, Auer, Pickel- mann, Roßhaupter; außerdem 4 Liberale, nämlich Schön, Löweneck, Dr. Quidde und Dr. Günther. In Nürnberg sind von 6 Mandaten 5 von den Sozialdemokraten erobert worden. In Fürth wurden 2 Sozialdemokraten gewählt, in Erlangen der Sozialdemokrat Freiherr v. Haller, welcher auch in Nürnberg durchdrang. Er nimmt die Wahl in Erlangen an. In Hof siegte der Liberale Dr. Müller-Meiningen, in Würzburg ivurde ein Block- und ein Zentrums-Kandidat gewählt, in Bayreuth 2 Block-Kandidaten, ebenso in Hof-Stadt und Hofland. In Ludwigshafen wurde ein Sozialdemokrat gewählt, in LudwigShafen-Land desgleichen. In Kaiserslautern drangen 2 Sozialdemokraten durch. In der Rhempfalz sind biS jetzt gewählt 4 Sozialdemokraten, 7 Liberale, 3 Bündler und 2 vom Zentrum. Die weitere Beratung der Justizreform. Notattonsdruck and vertag der Brüh lachen Universität»»Buch» and CtembrucfcTtL 9L Lange. Lietzen. Redaktion. Expedition and Druckerei' Schul- stratz« 7. Expedition and Vertag i fcu» 6L Rebatttoxue^Slia. tcL-ttbu; Hamann rc. ~ _ Nachdem die englischen Journalisten von der Orangerie in Potsdam aus das Mausoleum Kaiser Friedrichs besucht hauen, kehrten sie am Abend nach Berlin zurück. Jin tfönigl. Opernbause zu Bertm land heute abend die F e st v o r st e l l u n g zu Ehreii der euglischeii Journalisten statt. Gegeben wurden Nicolais .Lustige Weiber von Windsor". Tie Tarslctter, unter ihnen nameiitlid) Knüpfer als Falstasi und ^rau Herzog als Frau Fluth, ernteten reichen Beifall. Bezüglich der Unterhaltung des Kaisers mit den Journalisten ist noch zu berichten, daß der Kaiser auch aus seinen Besuch bei Lord Lonsoale und Sir Johns Tuun zu ipvechen kam. Er erklärte, er billige sehr daS System der kleinen Landeigentümer in Yorkshire und West-'Noreland und sei bestrebt, dieses System in Deutschland zu fördern. Solche Leute gaben gute Soldaten. Don der jcbiQ.cn englischen Regierung, sagte der Kaiser, kenne er nur den Kriegs mimster Haldane. Ter Londoner „Daily Expreß" veröffentlicht eine Aeußerung, die der Reichskanzler Fürst Bülow gegenüber dem Vertreter dieses Blaues bet der Reise der englischen Journalisten, Farthing, gemacht hat. Als Fürst Bülow erfuhr, daß Farlhmg deni Re- dallionsslabe des »Daily Expreß" angehöre und ihm die Ver- dreilmigsziffer des deutschfeindlichen Halb-Pcnny-Blaltes genaiinl winde, bemerkte er: „Ihr Blatt muß also eine große Ltachl besitzen. Ich ivünjche, daß Sie emsehen sollen, daß leötrmann in Deutschland, vovi Kaiser bis zum Mau in the Streeta von freundschaftlichen Gesühlen j ü r E n g l a ii d e r s ü l l t ,st. Fürst Bülow spricht, wie Farthing hervorhebt, ein tadelloses Englisch, fast ohne Accent. Zu den weniger L«sichtsreichcn Erwartungen, die an den Besuch der englischen Journalisten geknüpft werden, gehört die auf Besserung der Handelsbeziehungen Deutschlands zu Kanada. Ueber die Grenzen Großbritanniens hinaus wird die Friedensfahrt der Redakteure nicht forrwirten, uiib es wäre schon erfreulich, wenn die liberale Prelle Englands sich ins Zeug legen würde dafür, daß "das zwifchcn dem Jnselveich selbst und Deutschland seit Jahr unb Tag bestehende Handelsprovstorium durch einen Tarifvertrag ersetzt werde. Dieser Angelegenheit har seltsanierweise kein Toastredner gedacht, obwohl von der Be- rufuiig des Ministeriums Eampbell-Baitnermann Nicht nur eine politische, sondern auch eine handelstwlittsche Wandlung erhofft wurde. Kanada ist die britische Kolonie mit dem ausgeprägtesten Selbstgefühl, in ihrer Staatsverwaltung läßt sie sich jedenfalls nicht im mindesten leitend der Londoner Tresse beeitv Fussen. Wenn die kanadische Regierung den Zollkonstitt Mit Deutschland beenben wollte, dann käme die Entschließung nur aus eigenem, u. a. wohl aus dem Wunsche, die Einwanderung beut’cher Landarbeiter zu begünstigen. Nach langer Zeit hört inan etwas von der Justrzreform. Tas heißt von einem Fortschritt in dieser Angelegenheit. Geschrieben worden ist unendlich viel über das Thema, imd ebenso hat es im Reichstag an gründlichen Darlegungen Nicht ge ehlt über die Mängel des deutschen Straf re chts. Rach den Antworten zu schließen, die der Staatssekretär des Rerchsiusttz- antts Tr. Niebcrding erteilte, firn) die Mängel nicht gar so arg Tr. Nieberding sagt es zwar nicht direkt, aber es klingt durch fast alle feine Reben hindurch: Mit dem Bestehenden läßt sich ganz gut auskommen. Nuv keine besondere Eile mit Neuerungen! Bon diesem Standpunkt aus lehnt der Staatssekretär entschieden ab, daß irgend eine Frage des Strafrechts unter der Begründung, daß sie dringlich sei, vorweg, noch vor der allgemeinen Justizreform, gelöst werde. Dabei stellt der Entwurf über die Em- schrckikung der Majestätsbeleidigungsprozesse gleich em Beispiel dar, daß "pudj )etzt schon Strafgefc!. Paragraphen abgeändert, gemildert werden. Es ist nicht einzusehen, weshalb Nicht eine Reihe anderer Bestimmungen, über deren Unhaltbarkeit sich m der Praxis der Rechtsprechung längst Uebereinstimmung ergeben hat, mit ebensolcher Beschleunigung nachgeprüst und verbessert werden lömtten. Die Liste dieser Forderungen weiß jeder Jurist auszustellen. Auf die verheißene „große" Justizreform wird die Oeffentlichkeit abermals Jähre und Jahre zu warten haben. Am Montag nehmen in Bersin unter Teilnahme von Vertretern aller Bundesstaaten „weitere" Beratungen über die Justizreforni ihren Anfang. Hatten bisher die Juristen das Wort, die der Regierung ein h ichst 'umfangreiches Material von Vorschlägen lieferten — die Vorschläge der «trafprozeßkommission sind, wie erinnerlich, in vielen Einzelheiten, besonders als zu wenig den Interessen des Angeschuldigten Rechnung tragend, angegriffen worden —, so haben nunmehr die Bundesstaaten sich darüber zu erklären, was ihnen annehmbar und unannehmbar erscheint. Es liegt also an den Regierungen, die Justizreform in Einklang zu bringen mit den zur Genüge bekannten Wünschen nach einer volkstümlichen Rechtspflege unter möglichst umfänglicher Beteiligung des Laicnelements. Wenn auch die Früchte leider noch lange nicht reifen, so sind gerade die grundlegenden Beratungen von großer, entscheidender Bedeutung. Ausland. Paris. 31. Mai. ^Teputtertentammer.) Ribot (Republikaner- befürchtet, daß oei der Entlassung des ganzen ^ahi> ganges 1904 am 25. September von der Armee nur das 1 >*> rippe Übrigbleibe. Es sei vorzuziehen, hier in zwei stufen vorzugehen und auch dann würben sich noch zahlreiche U^cl- släiide ergeben, besonders hinsichtlich Der Aufrechterhaltung cec normalen Verhältnisse in den Kavallerieregimenteru. j..ont.r schloß: „Wenn wir Gesühlspolttik treiben wollen, baicq werden wrr sicherlich nicht unsere Stellung in be,& Welt behaupten können." (Beifall.), Die englischen Journalisten und der Kaiser. Potsdam, 31. Mai. Deute früh trafen die englischen Journalisten mittelst Sonder- zuges von Berlin hier ein, um als Gäste des Kaisers der FrÜhjahrS-Parade über die Truppen der Garnisoii beizuwohnen. Hier warteten Hof-Equipagen der Herren und brachten sie nach dem Stadtfchloß, wo man auf der Sch ogrampe Plätze für sie reserviert hatte, die für die Besichtigung der Parade besoiiders günstig waren. Als der, Kaiser beim Abretten der Fronten den Standort der Journalisten passierte, begrüßten ihn diese jnit einem dreifachen Hipp Hipp Hurra, wofür der Kaiser freundlich dankte, Nach der Parade wurden der Part von Saus- souci und die königlichen Anlagen sowie das neue Palais und die Orangerie besichtigt. Rach dem Lunch, der den Journalisten in der Orangerie auf Veranlasiung des Kaisers serviert wurde, e-.scksten auch der Kaiser selbst zu Pferde. Er rut an btt eng- lischen Gäste heran und ließ sich einzelne der Herren vorstellen, ytu Wilson wechselte der Kaiser einige Worte über den Hamburger Hafen. Dann wandte er sich an verschiedene Mitglieder deö ’l'uniitced und verabschiedete sich schließlich von den englischen Gästen mit den in englischer Sprache gesproßenen Worten: „Ich hoffe, daß es Ihnen hier wo hl gefällt. Seien Sie mir in meinem Lande und in meinem Hause willkomme n." Dem Vertreter eines Yorkshire-Blattes gegenüber bekundete der Kaiftr eine cm- geh.nde Kenntnis der landwirtschaftlichen «5er- hält nisse jener Gegend. Zu einem anderen der cngliidjen Gäste bemerkte der Kaiser, es wäre von großem Nutzen, wenn auch andere einflußreiche 9)tänner Englands nach Deutschland kamen^ Tas würde sehr viel dazu beitragen, ein besseres Einverständnis zwischen beiden Völkern anzubahnen. Jtadj Schluß der Vorstellung vegaoen sich die englischen Journalisten zn einem ihnen zu Ehren veranstalteten Souper beim britischen Generalkonsul Dr. von Schwabach, wo bereits eine auserlesene Gesellschaft ihrer mattete. Unter Anderen waren anwesend: Minister Graf von Pofadowsky, von Rheinbabeii und von Bethmann-Hollweg, Staatssekretär Tern- burg, die Unterstaatssekretäre von Mühlberg und von LoeRll, der britische Botschafter Sir F. Lascelles, Geh. Legatwnsrat A.r. Deutsche» Reich. Berlin, 31. Mai. Der Kaiser hatte kürzlich die Mitgliedschaft der Gesellschaft des American Groß o f §onor, die aus Personen besteht, die von einer Regierung die Rettungsmedaille erhalten haben, angenommen und sandte jetzt der Gesellschaft sein gerahmtes BildruH mit eigenhändiger Unterschrift. — An der Informationsreise der Marinck nach Kiel werden u. a. teilnehnten die ReichLtagisabgg^ Dr. Arendt, Bassermann, Eickhoff, Erzberger, Fischbeck, Frhr. v Gamp, Dr. Hagemann, Liebermann v. Sonnenberg, v. Lie^ bert, Dr. Mommsen, Dr. Müller-Meiningen, Gras Oriola, Dr. Paasche, Frhr. v. Richthofen, Dr. Semler, Siltart, Dr. Spahn, Speck, v. Staudy, Storz, Frhr. o. Thümfeld, Vogk Hall und Winckler. w . — Der französische Botschafter sprach gestern im Auswärtigen Amte vor und teilte dem Unterstaatssekretär von Mühlberg die Grundzüge des Abkommens zwischen Frankreich und Japan mit. — Wie die „B. Z." erfahren haben will, steht dis Besetzung einzelner höherer Regierungsämter mit Persönlichkeiten liberaler und freigesinnter Rich-, tung nahe bevor. Es sollen Minister und Reichsbeamte ernannt werden, durch welche die schon lange geltend at* machten politischen Forderungen der linken Parteien befriedigt werden. (?) — Wie der „Boss. Ztg." aus guter Quelle mitgeteiifc wird, sind alle Bundesstaaten, die für das WesergebieL in Betracht kommen, mit der Einführung der Schiff-, fahrtsabgaben im Sinne der preußischen Regierung einverstanden. Ablehnend verhalten sich Baden, Hessen, Sachsen und Hamburg. Bezüglich der Fürstentümer Reuß, Sachsen-Altenburg und Sachsen-Weimar ist eine Erklärung noch nicht erfolgt. Mit den Auslandstaaten Holland, Schweiz, Frankreich und Oesterreich-Ungarn werden Verhandlungen nur eingeleitet, wenn der preußische Antrag hn Bundesrat zur Annahme gelangt. Schwerin, 31. Mai. Die braunschweigische Abordnung, bestehend aus dem Staatsminister Dr. von Otto, Geh. Justiziar Semler, Oberbürgermeister Rettemeyer und Gemeindevorsteher Kleie, ist heute abend hier eingetroffen und wird sich morgen nach Schloß Mligrad geben, wo sie vom Herzog Johann Albrecht em- pfaTSeim, 31. Mai. In einer Festsitzung des Bürgerausschusses, welche die Jubiläumsoeranftal- tungen einleitete, wurden der ehemalige bad. Staats- minister Eisenlohr, Kommerzienrat Kari LadenburA Major a. D. Seubert und Prosejsor Wilhelm in Leipzig zu Ehrenbürgern ernannt. Dem Oberbürgermeister Beck wurde die goldene Jubiläumsmedaille verliehen. Der Festsitzung folgte ein Festakt im Nibelungen-Saal des Rosengartens. Anwesend waren: das Grotzher^ogspaar, das Erbgroßherzogspaar, Prinz Max mit Gemahlin. Hosschcu- spieler Ludwig und Putscher sprachen einen Prolog, woraus ein 400 Mann starker Sängerchor eine Hymne sang. Ansprachen hielten Oberbürgermeister Beck, und Professor Walter, stlaniens der Universität Heidelberg überbrachte der Prorektor der Universität die Glückwünsche und verlieh dem Oberbürgiermeifter Beck die Würde als Dr. honoris causa. Zaren-Reisen. Es ist die Rede von geplanten Auslandsreisen des Zaren. Rom und Kopenhagen werden genannt. Rom ist schwerlich das Reiseziel. Allerdings ist Nikolaus II. dem König Viktor Emanuel, der ihm als erstem unter den Herrschern Europas die Antrittsvisite abstattete, noch immer den Gegenbesuch schuldig. Doch es hat nicht den Anschein, als erübrigten sich jetzt die Bedenken wegen der persönlichen Sicherheit des Zaren in Italien, die ihn vor einigen Jahren seine bereits programmatisch sestgelegte Reise dorthin „in zwölfter Stunde" äbsagen ließen. Glaubhafter ist die Meldung, der Zar beabsichtige eine Fahrt nach Kopenhagen und eine Begegnung mit dem Präsidenten der französischen Republik in der Stadt am Sunde. Es wäre ohne Zweifel an der Zeit, daß wieder erquickender Tau aus die ziemlich verschmachtete Blume der russisch- französischen Allianz fiele. Gar zu lange schon ist Nikolaus II. der Republik oder deren verantwortlichen Repräsentanten femgeblieben. Ter Rausch der Begeisterung des französischen Volkes über das Bündnis mit Mßland gehört sreilich der Vergangenheit an, aber die Empfänglichkeit für den politischen Reiz einer Begegnung des Zaren mit Dem Präsidenten der Republik ist darum im französischen Volk nichl erloschen. Das umsoweniger, als Liußland aus dem Wege ist, bei England einen Stein ins Brett zu bekommen. Der unbegrenzte Respekt Frankreichs vor der überlegenen Staatskunst Englands ist jedenfalls dem russ. Kredit förderlich, dem politifchen wie dem fincniziellen, und die Frage des Geldbedarfs Rußlands braucht, weil sie nicht zur Diskussion steht, keineswegs als von der Tagesordnung abgesetzt zu gelten. Es sei nur daran erinnert, daß zur Durchführung des neuen russischen Flottenprogramms von der Admiralität rund eine Milliarde Rubel verlangt wird, wogegen der Finanzminister Kokowzew „zunächst" keinen Einspruch erhoben hat. Vermutlich hält er die Situation für hinreicüend geklärt, um dem Gedanken an eine neue Auslanösanleihe Raum geben zu können. Es steht jedensalis nichts im Wege, daß der Zar seine Dispositionen für die Resie ms Ausland trifft. Fast zwei Jahre sind verflossen, eit er die letzte Begegnung mit einem befreundeten Herrscher harte, nämlich mit Kaiser Wilhelm in den finnischen Schären. Damals war guter Die Beweisaufnahme im Prozeß Pövlau wurde brüt: fortgesetzt Die Zeugenvernehmung wurde nur einmal inter ss.mi, als ber Angeklagte an den »ofrat Wohlenberg die Frage richtete, ob er widerrechtlich über eine Ordensangelegenheit, die gehei.n war, nach außen hin Mitteilung gemacht habe. Staaisanwatt Lindow erklärt diese Frage für unzulässig. Der Gerichtshos belchließt aber, die Frage zu stellen. Hofrat Wohleiiberg weigert sich erlt, biese Frage zu beantworten, da er seines Eraclstens dazu die Genehmigung nickst besitze, wird aber vom Voisitzenden dahin belehrt, daß dieser Aeigernngsgrund nickst gelte. Der Zeuge könne nur bann die Aussage verweigern, wenn er sich schuldig glaube. Wohlenberg gibt darauf zu, daß er über diese Angelegenheit gesprochen habe, er habe aber feine Kenntnis der Sache nicht in amtlicher Eigenschaft erhalten. v fll £ .. . . Zu dem Fall M a n n en b er g richtet der Verteidiger an den Hofrat Gragert eine Reihe von Fragen, um zu beweisen, datz die Angelegenheit Kannenberg bekannt war, als Poplau die angebliche Indiskretion beging. Ter Zeuge bestätigt das, ebenso, datz Pövlau in Sachen Keim nicht eines bestimmten Aktenstückes bedurfte. Hofrat Michalski bekundet, daß die Akten Kannenberg Nicht als geheim behandelt worden waren. Auf Antrag des Angeklagten beschließt der Gerichtshof, den Kriminalkommissar Walter, der Pöplau im Auftrage des Auswärtigen Amtes überwachte, oder überwachen lieh, zu laden mit der Aufgabe, denjenigen Krnnmal- schutzmann anzugeben, der ihn bei seiner Beobachtung unterstützte. Der Verteidiger bemerkte, Pöplau besinde sich in einem Zustande dec Nervosität, und daß er nur noch durch Medikamente auirecht- erhalten werden könnte. Infolgedessen wird die Verhandlung vertagt. Aus das Bemerken des Vorsitzenden, daß iux£ keine Genehmigung zur Aussage für den Reichskanzler, den Staatssekretär Dernburg usw. eingeganaen fei, erklärt der 4$erteiöiger, [eine Antwort sei zwar auch eine Antwort, er werde sich aber nicht dabei beruhigen. Mchste Sitzung Dienstag. Rat teuer. AurljentiiawS noer Den Verlauf der zwn.crenz von Björkü ist nicht bekannt geworden, doch als Akt der Freundschaft steht fie fest. Vielleicht liefert der Zar erncs Tages den Beweis, daß er die deutscherseits damals bekundete Gesimiuna in Erinnerung hat. Der Besuch des deutschen KaiserpaareS am dänischen Hose wird in der Zeit vom 5. bis 8. Jult erwartet. ___ Ein gerichtliches Rachspicl zrnn Uolonial-Dkandal.' VL Berlin, 31. Mai. Aen «Heiden Süd-Zbest-AfriLa5. Wie siebzig dem deutschen Heere Ter Sieg frischen Lorbeer wand, Ihr kämpftet für Deutschlands Ehre In fernem wildem Land. Ihr trüget da jede Entbehrung Geduldig Mann für Mann Und schufet der Welt Belehrung, Was cm Deutscher leisten kann. Von Süd-West-AfrikaS Helden Und wie sie gestritten dort, Wird fernen Zeilen noch melden Gar lange Bild und Wort. Und die da so manchen beroeinen, Zum ieofte bedenket, es ruht Auch unter Asrikas Steinen Für Kaiser und Heimat sich gut Daß wir auch im Gießener Kreise Sticht find deS DankeS bar, Den Hinterblieb'nen beweise Recht reichlich der Bazar. H a n S K ö t t s ch a u, Hauptmanii nn Jnf.-Reglnient Kaiser Wilhelm. Zweites Blatt 1S7. Jahrgang Samstag 1. Juni 1907 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Sberheffen Rom, 3£ Mai. Auf der deutschen Botschaft fand heute die Unterzeichnung des notariellen Schenkungsaktes 'statt, durch welchen Geh. Kommerzienrat v. Mendelsohn-Bar- tholdy sein Eigentum an dec Villa Falconieri in Frascati 'auf den deutschen Kaiser überträgt. Lansing (Michigan), 31. Mai. Aus Anlatz 'der Feier des 20jährigen Bestehens der landwirtschaftlichen Hochschule Michigan, der ältesten in den Bereinigten Staaten, hielt Präsident Roosevelt eine Ansprache, in der er betonte, die Landwirte sollten sich zusammen schließen. Ties sei das wirksamste Mittel, die Interessen ihres Berufes gegenüber beit in hohem Matze organisierten Interessen Anderer, denen sie auf allen Seiten begegneten, zu wahren. Aus StdOt uno LE0. Gießen, 1. Juni 1907. •* Anla gentusik. Um 11V, Uhr wird morgen in der Süd-Anlage folgendes Programm gespielt werden: Fest-Ouvertüre von Lortzing; Auf dem Meere, Walzer von Triebel; Finale a. d. Op. „Ter Geist des Wojwodan" ; Der Torgauer Armcemarsch. *• Verhaftet wurde gestern abend ein seit drei Tagen hier sich aufhaltender Schlossergeselle, der „blau gemacht* und die Gelder zum Trinken sich durch Betteln zu beschaffen suchte. Beim Betteln abgefaßt, leistete er dein Schutzmann Widerstand, skandalierte und beschimpfte den Beamten, der Mühe hatte, den renitenten Burschen nach dem Arresthaus zu bringen. Ferner wurde ein Bäckerbursche auS Wehlheiten wegen Kuppelei festgenommen. **DieZahl der Wetturner gelegentlich der Gan- turnfahrt hat bedeutenden Zuwachs 'zu verzeichnen. So haben sich zur morgigen Gauturnfahrt in Rodheim an der Bieber 191 Wetturner gemeldet. " D i e Gr oH-h erzogt. Eisenbahn-Verkehrsinspektion Gießen sendet uns folgende Erwiderung auf das Eingesandt dec gestrigen Nummer unseres Blattes: Herr S., der in der gestrigen Nummer der geschätzten Zeitung über die Zustände bei der hiesigen Fahrkartenausgabe klagt, Hai anscheinend Deutschland nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit bereist wie das sonnige Italien, er würde andernfalls bemerkt haben, daß am größeren Bahnhöfen immer mehr zur Einteilung der Fahrkartenschalten nach Wagenklassen übergegangen ist. Daß dies nur auS Zweckmäßigkeitsgründen im Interesse der Reisenden — ungeachtet der entstehenden Mehrausgaben — geschieht, sollte eigentlich keiner Erörterung bedürfen, da es auf der Hand liegt, daß ein Reisender sich nicht schneller und leichter zurcchtstndeli kann, als wenn er nur nach der Klassenbezeichnung über dem Schalter zu suchen hat. Diese Ansicht teilen offenbar auch hiesige Behörden und Personen (Bürgermeisterei, Polizeiamt, Handelskammer rc.), die wiederholt um die Klasseneinteilung der Schalter ersucht haben. Wenn Herr S. behauptet, er habe 12 Minuten warten müssen, bis ec in den Besitz einer Fahrkarte gelangt, sei, so wird das entweder aus Unzuverlässigkeit seiner Uhr oder auf einen sonstigen Umstand zurückzusühren sein, den die Eisenbahn nicht zu vertreten hat. Ter Schreiber dieser Zeilen war am 28. v. 2)1 zu dec gleichen Zeit auf dem Bahnhof und beobachtete, daß vor den beiden geöffneten Schaltern der L/ILL Kl. mehrfach allerdings 6—8 Personell standen; darunter befanden sich auch Reisende, die bei ihrem ersten — anscheinend zu späten — Erscheinen schon Unruhe zeigten und offenbar den Wunsch hegten, es möchte sür sie ein besonderes Schaltersenster frei gehalten werden. Ter anivesend gewesene Vorsteher der Fahrkartenausgabe, der erforderlichen Falls die Oeffnung weiterer Schalter zu veranlassen hat, sowie die Bahnhofs- und die Schalter-Beamten haben zu der angegebenen Zeit von einem besonderen Andrang gleichfalls nichts bemerkt, aiich ist bei ihnen ferne Klage laut geworden. Herr S. mag sich über die Schalteremrichtimgen der hiesigen Fahrkartenausgaben nur beruhigen, denn sie sind einem erheblich größeren Verkehr gewachsen, als er in Gießen u. a. zu herrschen pflegt; zu jeglicher Zeit aber sämtliche Schalter zu öffnen, liegt gar keine Beran- lassung vor. Dagegen muß es immer wieder empfohlen werden, ; rechtzeitig vor den Schaltern zu erscheinen; kommen die Reisenden — wie es in Gießen leider ost der Fall ist — im letzten Augenblick und gar in größeren Gesellschaften, dann kann allerdings auf sofortige Abfertigung nicht gerechnet werden. Wer aber Werl darauf legt, ohne jeden Verzug abgefertigt zu werden, der wolle nur von den seitens der Ei,enbahnverwaltung gebotenen Einrichtungen Gebrauch machen, die nicht nur die Lösung von Fahrkarten eine Stunde vor Abgang der Züge, sondern sogar schon (einen vollen Tag vorher gestatten. g. L i ß b e r g, 1. Juni. Rach den bisher stattgehabten umfangreichen Vorarbeiten und Messungen ist die Errichtung 'einer elektrischen Zentrale bei unserem Städtchen in sichere Aussicht zu nehmen. Seitens der Kreisämter werden gegenwärtig Erhebungen über den Anschluß der in Betracht kommenden Orte angestellt, um einen Anhaltspunkt dafür zu gewinnen, in welchem Umfange auf die,Beteiligung der Gemeinden gerechnet werden kann. An die Gemeinden werden Verzeichnisse gesandt zur Einsicht und zum Unterzeichnen zwecks Beteiligung. Die Vermessungen haben ergeben, daß durch Bereinigung von Nidder und Hilleröbach ein nutzbares Gefall von 59 Meter und somit eine Kraft von fast 700 Pserderräften gewonnen werden kann, welche durch Dampjre,erve noch bedeutend verstärkt werden wird. W. Friedberg, 31. Mai. Die kürzlich hier abgehaltene Hauptversammlung des Verbands der Kreisamtsbureaubeamten war außerordentlich zahlreich be- sucht. Der Vorsitzende, Großh. Kreisamtsbureauvorsteher Schneider-Heppenheim begrüßte die Erschienenen, ganz besonders Kreiscat Fey und Kreisamtmann Muhl. Kceisrat Fey dankte für die Einladung und hob unter sehr anerkennenden Worten die Tätigkeit der Kreisamtsbureaubeamten hervor. Der Vorsitzende brachte den umfangreichen Geschäftsbericht des Vorstandes zur Verlesung, der allgemeine Zustimmung fand, gab er doch ein Bild von der im Interesse des Standes bewältigten Arbeit. Nach Entlastung des Rechners hielt der Vorsitzende einen Vortrag über „die Tätigkeit der Kreisamtsbüreaubeamtcn auf dem Gebiete des Rech, nungswesens, insbesondere der Revision der Kasse- und Buchführung der Gemeinde-Einnehmer*. Der Vorsitzende betonte, daß die Wichtigkeit dieses Gebietes nicht nur erfordere Revisionen durch sachkundige (nicht zu jugendliche) Beamten vorzunehmen, daß vielmehr auch durch das Verlangen von Buchauszügen in kürzeren Zwischenräumen Kontrolle geübt werden müsse, was seines Erachtens nicht überall, wie dies nötig erscheine, geschehe. Er führte dann in anschaulicher Weise vor Augen, welche Arten von Revisionen er unterscheide und worauf sich diese zu erstrecken hätten: Kassesturz, vereinfachte Revision (erweiterter Kassesturz), förmliche Revision. Den Wert und die gehörige Beurkundung dec LiquidationS- und Niederschlagsverzeichnisse betonte er besonders. Ec hob die Verantwortlichkeit nicht nuc des Gemeinderats, des Bürgermeisters, sowie des betreffenden Referenten des Kreisamts, sondern auch desjenigen Beamten, der die Genehmigung dieser Verzeichnisse erteile, hervor. Ec verlangte Beurkundung jedes einzelnen Postens. Zum Schlüsse sprach Redner noch über die Aufgaben der Aufsichtsbehörde in Bezug auf die Vermögensverwaltung der Gemeinden und betonte, wie die auch zur Vermeidung von Revisionsbemerkungen notwendige Kon- trollierung sich auf einfachste und wirksamste Weise ausführen laste. Die Position der Tagesordnung „Lage deS Standes* wurde, nachdem verschiedene Anträge zur Kenntnis gebracht worden waren, zu einer späteren Vorstandssitzung zurück- gestellt. Nachdem nach dem Anträge des Vorstandes, künftig die Benennung „Verband mittlerer Verwaltungsbeamten des Großherzogtums Hessen* zu wählen, einstimmig Zustimmung erteilt und der Versammlung der Beitritt zu der von dem Deutschen Beainten-Verband ins Leben gerufenen Feuer- und Einbruchsdiebstahl-Versicherung empfohlen worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Gelegentlich deS hiernach folgenden gemeinsamen EssenS brachte der Vorsitzende ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. R.B. Darmstad t, 31. Mai. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde ein von der sozialdemokr. Partei bei der Stadtverwaltung eingereichtes Gesuch um Errichtung einer städtischen Metzgerei abgelehnt, da diese Einrichtung nach den Versuchen mehrerer Städte sich nicht bewährt hat. X Hanau, 31. Mai. In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde die Aufnahme einer Anleihe von 300000 M. zu 4,08% Verzinsung und 1%% Amortisation bei der Frhr. von Stummschen Ver- mögensverivaltung zu Ramholz genehmigt. Später wird sich noch die Aufnahme immer größerer Anleihen erforderlich machen. △ A tz b a ch, 31. Mai. Am letzten Mittwoch wurden aus den zehn Gemeinden der vereinigten Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach sämtliche Pferde ziir Musterung vorgeführt. Wie in früheren Jahren, so hielt auch jetzt wieder Major z. D. von Rosenthal die Pferdemusterung ab. Es wurden insgesamt 132 Pferde vorgestellt, darunter manches brauchbare Kriegspferd. Krofdorf hat die meisten Pferde, nämlich 38, dann folgen Atzbach mit 25, Dorlar 20, Kinzenbach 17 u. s. f. Gleiberg und Vetzberg haben je nur ein Tier aufzuweisen. [] Marburg, 31. Mai. Tie Stadtverordneten stimmten heute den Um- bezw. Erweiterungsbauten deS bekanntlich Theaterzwecken dienenden von der „Gesellschaft Stadtsäle" erworbenen Museumsgebäudes) welche einen Kosten- aufwand von 75 000 Mk. beanspruchen, zu.________________ Die Vollendung des Gruppenwasserwerks Lauter. Das Gruppenwasserwe rk des Staates, an dem jetzt über 2% Jahre gearbeitet wird, geht seiner Vollendung entgegen. In 14 Tagen ist der Hauptrohrstrang Lauter-Hungcn-Bad- Nauheim-Fciedberg vollendet, dann erfolgt die Durchspülung und Reinigung der Leitung und voraussichtlich aml.JulidieJn- be tr i e b setz un g des Wasserwerks. Es ist das größte Wasserwerk Oberhessens, ja wohl des gesamten Grobherzogtums, oll es doch nach dem Projekt des Staates 29 Orte, darunter auch Bad-Nauheim und Friedberg, hinreichend mit vorzüglichem Trinkwasser versehen. — Im Herbst 1904 war es, als der Staat in dem idyllisch gelegenen engen Tale des Lauterbachs östlich von Lauter die Bohrungen nach Trinkwasser sür Bad-Nauheim begann. Nach übereinstimmenden Gutachten hervorragender Geologen ist es nämlich für die Erhaltung der Sprudel und Trinkguellen von größrer Gefahr, andauernd Wasser in erheblichen Mengen aus dem Untergrund in der Nähe von Bad-Nauheim zu entnehmen. Und o hat man darauf Bedacht genommen, in größerer Entfernung einen geeigneten Wasserbezugsort zu suchen. Als solcher bot sich Lauter an der Ostgrenze des Kreises Gießen. Das Resultat der Bohrungen und Messungen war so erfreulich, daß die Regierung beschloß, eine Gruppenwasserleitung für die Orte der oberen und mittleren Wetterau bis hin nach Friedberg und Assenheirn herzustellen. Während man anfänglich nur oVstaufenb Kubikmeter Wasser täglich feststellte, ist jetzt nach Vollendung der Quellsassungen das Quantum auf ca. 7000 Kubikmeter gestiegen. Da die Regierung den Leitungsbetrieb äußerst billig Herstellen konnte — geschieht doch die Wasserzufuhr ohne jeglichen Dampfbetrieb und ohne Maschinen, allein durch natürliches Gefäll —, so war das Angebot für die Orte äußerst günstig. Der Kubikmeter (ca. 100 Eimer? kostet je nach Lage rund 8 Pfg., womit die Forderung des Staates zugleich verzinst und amortisiert wird. — Es haben sich bis jetzt ca. 15 Gemeinden angcschlossen, darunter außer Friedberg und Bad-Nauheim bet Orte Dorheim, Wölfersheim, Schwalheim, Berstadt, Melbach und Södel, Lauter, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Villin- gen, Treis-Horloff, Utphe u. a. Die Arbeiten zum Anschluß der Gemeinden sind größtenteils vollendet, an einzelnen wird noch gearbeitet. Das gesamte Quellgebiet ist nahezu einen Kilometer lang und erstreckt sich von der Bingmühle bis zum alten Postweg Laubach-Grünberg. Außer dem großen, neun Meter tiefen Sammelbrunnen an der Bingmühle, sind noch zwei kleine an der Tröllersmühle vorhanden; an der obersten Quelle ist eine große Quellenkammer. Von dieser führt eine ca. 800 Meter lange Sickerrohrleitung bis zur Bingmühle. Die Leitung ist mir Kiesschichten eingehüllt, der Ankauf dec Quellen kostete ca. 70 000 Mk., die Quellen an der Bingmühle ca. 52 000 Mk., an der Tröllermühle ca. 15 000 Mk., wozu noch einige kleinere Käufe kommen. Auf dem Quellengebiet bei Lauter selbst ist die größte Vorsicht angewandt worden, um jede Verunreinigung durch Tagwasser unmöglich zu machen. So wird gegenwärtig ein etwa 300 Meter langer Flutgraben hergestellt, der bei Hochflut und Gewitter das Tagwasser aufnimmt. Der Graben wird zuletzt betoniert, erhä.t eine Zmieiitr nne und beiderseits Baftl bf.öfter, das mit Asphalt ausgegossen wird. Der Graben soll ca. 20 000 Mk. kosten. Für die Wasserversorgung von Sauter wird, um genügenden Druck zu gewinnen, ein Teil der obersten Quellen in einer besonderen Leitung abgeführt und dem Hochbehälter für die Gemeinde Lauter zugeleitet. An dieser Leitung wird gegenwärtig noch gebaut Da der Lauterbach durch das Wasserwerk den größten Teil seiner beträchtlichen Wassermengen verlieren wird, so hat der Staat die Ab- icht, den Mühlenbesitzern eine angemessene Entschädigung zu gewähren; es sollen hierzu 80 000 Mk. vorgesehen fern. — Der Hauptrohrstrang von Lauter bis Bad-Nauheim und Friedberg hat eine Länge von 37 Kilometer, die Arbeiten wurden in neun Losen vergeben. Er führt von Lauter über Wetterfeld, Hessenbrückerhammer, Ober-Bessingen, Nonnenroth,' Hungen, Inheiden, Utphe, Berstadt, Wölfersheim, Södel, Melbach, Dorheim, Schwal- Bad-Nauheim und Friedberg. Von dem Hauptrohrstrang ist bei Berstadt eine Abzweigung nach den Orten Echzell, Reichelsheim usw. vorgesehen. Zur Spülung und Reinigung des Rohr» Langes sind auf der Strecke ca. 20 Abzweigschächte vorgesehen. Die Spülung wird ca. 14 Tage in Anspruch nehmen. — Für den ftaatlidien Betrieb in Bad-Nauheim ist auf dem Goldstein ein 1000 KubikNieter fassender Hochbehälter erbaut worden, der 35 000 Mark kostet. Von hier werden Elektrizitätszentrale, Waschanstalt, Badchäuser und die übrigen staatlichen Gebäude mit Wasser verargt. So ist denn das erste Riesenprojekt in Oberhessen, dessen Ausführung rund 2 Millionen kostet, nahezu vollendet und sieht voraussichtlich am 1. Juli seiner Betriebseröffnung entgegen, ein Ereignis, dem viele Orte Oberhessens mit Freuden entgcgensehen. Vermischtes. * Da§ große Los. In der gestrigen Nachmittagsziehung der preußischen Klassenlotterie siel der Hauptgewinn von 500000 Mk. auf die Nr. 200 355. * Berlin, 31. Mai. Die Witwe Nager, die Besitzerin einer Restauration, verließ ihre Wohnung und ließ ihre zwei Kinder unter der Aufsicht des Dienstmädchens zurück. Als ihr bei ihrer Rückkehr auf anhaltendes Klopfen nicht geöffnet wurde, wurde die Tür gewaltsam geöffnet. Die Eintretenden fanden beide Kinder völlig entkleidet auf den Bettmatratzen liegend vor. Tas Zimmer war mit einem stechenden Geruch angeftlllt. Tas neun Monate alte Kind röchelte, der Körper war blau angelaufen. Der herbeigerusene Arzt erklärte, es liege offenbar eine Salz säure Vergiftung vor und ordnete die lleber- führung des Kindes nach der Charite art. Wie das dreijährige Kind erzählt, bot auch ihm das Tienstmädchen zu trinken an, es habe aber nichts genommen. Tas Dienstmädchen war verschwunden. Es fehlen drei Stand-Betten, die besten Kleidungsstücke dec Frau Nager und 160 Mark. * München, 31. Mai. Zwei sch wereRauban fälle wurden heute am Hellen Tage mitten in der Stadt verübt. Auf dem Viktualmarkte wurde ein B cruer von vier Burschen Überfällen, welche ihm einen großen Korb über den Kopf warfen und ihm aus der Tasche sein Bries-Portefeuille mit 30 000 Mk. in Hypotheken-Pfandbriesen raubten. Die Räuber entkamen. Zur gleichen Zeit wurde auf dem Kärlsplatze ein Bankdieneir/ welcher außer zwei Geldsäcken, die ungefähr 40 000 Mk. enthielten, auch Pfandbriefe im Werte von 28 000 Mk. zu befördern hatte, von einem Unbekannten angegriffen, wobei sich zwischen beiden ein Kämpf entspann. Ter UnbcEannte flüchtete schließlich mit Verlust seines Ueberziehers. Er wurde ,t>on zahlreichen Passanten verfolgt und auch festgenommen. * O x i o r d, 30. Mai. Jüngere Studenten waren ergrimmt über den Erfolg der Kollegien Christ Curch und Merton im Rudersport und beschlossen, die den beiden Kollegien gehörigen Tribünen auf ihrem Grundstücke niederzubrennen. Infolgedessen griffen sie am 29. Mai abends zu Hunderten die Tribüne an, überwältigten nach langem Kampfe die Polizei und die F e u erwehr, welche die Tribüne zu schützen suchten, steckten das Zelt des Sekretärs in Brand uni) zertrümmerten und verbrannten viele Stühle, Bänke und andere Gegenstände. * Kleine Ta geschronik. In Hamburg ist nach dem Mittagessen die aus sechs Köpfen bestehende Familie Lehmann unter schweren Vergiftungserschei- n u n g e n erkrankt und mußte ins Krankenhaus überfuhrt werden. Ein sechsjähriger Knabe ist auf dem Transport gestorben, ein 14 jähriges Mädchen ringt mit dem Tode. — In Ro, m traf am 31. Mai der Leutnant Krause von der deutschen Gesandtschaft in Bukarest ein, der den Weg von Bukarest bis Rom zu Pferd zurückgelegt hat. Arbeiterbewegung. Frankfurt a. SDL, 31. Mai. Heule 'Diuiag wurden in den Adlerwerken 60% der Arbeiter (1500 Mann) ausgesperrt. Tie Arbeiter bleiben vorläufig in den Betrieben, doch ist nicht ausgeschlossen, daß sich die Situation bis morgen verschiebt. (Frkf. Ztg.) Ludwigshafen, 31. Mai. Nach der „Pfalz-Post" von angeblich zuverlässiger Seite gemachten Mitteilungen sei zur eventl. Unterdrückung von Ausschreitungen, die anläßlich der Lohnbewegung der Hafenarbeiter in der Badischen Anilin- uud Sodafabrik eintreten könnten, das dritte Bataillon des 17. 3 n f a n t e r i e r e g i m e n 15 in Germersheim feit Mittwoch abend marschbereit und mit scharfen Patronen ausgerüstet. Es besteht jedoch bis jetzt nicht die geringste Veranlassung zu einer derartigen Maßnahme. Universitäts-Nachrichten. Sonn, 31. Mai. Der amerikanische Professor BurgeS wird vom 4. bis 21. Juni an der hiesigen Universität Vorlesungen über das Staatsrecht der Vereinigten Staaten halten. Die Vorlesungen finden im Auditorium maximum statt. Prinz August Wilhelm wird den Borleslmgen beiwohnen. — Tie Ernennung des Professors Dr. Heinrich Her kn er in Zürich zum etatmäßigen Professor der Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule zu Chavlottenburg^ anstelle des zurücktrctenden Geh. Rats Dr. Paasche verdient besondere Beachtung. Schon die Tatsache ist interessant, daß Herk- ner ein Schüler unb Anhänger Luso Brentanos ist. Herkner gehört $u den hervorragendsten „Kathedersozialisten". Durch alle Publikationen Herkners zieht sich ein liberal-demokratischer Geist. — Ter Verband der Bursch en schäften an den technischen Hochschulen hat, angeregt durch die Tatsache, daß ein „alter Herr" des Verbandes sozialdemokratischer Abgeordneter ist, auf seiner letztem Pfingsttagung foI-< gende Entschließung gefaßt: „Der,Rüdesheimer Verband deutsche« Burschenschaften' hält die Angehörigkeit eines Sozialdemokraten zum Verbände für unvereinbar mit der vaterländischen ©e* sinnung, die er von seinen Mitgliedern verlangt." Attnst AN- Wissenschaft. Wien, 31. Mai. Die Vollversammluilg der internationalen Assoziation der Akademie hat eine interakademische Herausgabe der Werke des Philosophen Leibniz beschlossen. Dieselbe soll unter Leitung und Verantwortung der beiden Pariser 'Akademien und der Berliner Akademie, welche die erforderlichen Vorarbeiten bereits abgeschlossen haben, erfolgen., Famitten-Nachrichten. Gestorbene: Herr Andreas StraShemr 3. in Griedel; Herr Baurat Schmidt i. P. m Darmstadt; der frühere Gr. Bürgermeister Herr Heinrich Ritz 3. in Willofs; Frau Susanne Knabenschuh in Butzbach. ________ Müller sche Badeanstalt. Wasserwärme ant 1. Juni: 16° R. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Sonntag den 2. Juni: Meist trüb, Regensälle, etwas kühler, westliche Winde. Original-Drahtmet-nngen. London, 1. Jnni. Gestern starb in seinem Hause in South Hampstead, London NW., der bekannte Schriftsteller und Politiker Karl Blind. (Blind war 1820 zu Mannheim geboren. Er beteiligte sich als Heidelberger Student an der polit. Bewegung von 1848 und an den Hecker'schen und Struve'schen Frcischarenzügen, wurde nach Erstürmung der Stadt Staufen mit Struve gefangen und zu 8jähr. Zuchthausstrafe verurteilt, aber im Mai 1849 durch Volk und Soldaten befreit. In Karlsruhe wurde ec durch den Landesausschuß als diplomat. Bevollmächtigter nach Paris gesandt, und hier, der Teilnahme an dem Aufstand vom 13. Juni 1849 beschuldigt, 2 Monate gefangen gehalten, bann auS Frankreich verwiesen. In London hat er alsdann gelebt und die Demokratie immer wieder zu nationalen Gesichtspunkten zu gewinnen versucht. Seine Arbeiten auf dem Gebiete der deutschen Altertumskunde erschienen zumeist in der „Voss. Ztg." D. Rd.) London, 1. Juni. CH amb erlain kehrt von seinem Kuraufenthalt in Süd-Frankreich heute zurück. Sein Zustand hat sich derart gebessert, daß er demnächst seine politische Tätigkeit wieder auf nehmen kann. Graz, 1. Juni. Die Ortschaft Waitz wurde durch ein furchtbares Unwetter heimgesucht. Der Blitz schlug in einHaus, tötete den Besitzer und verwundete dessen Frau und zwei Kinder. Die übrigen Personen kamen mit dem Schrecken davon. Saloniki, 1. Juni. Eine griechische Bande drang während des Gottesdienstes in die bulgarische Kirche des Ortes Baracki ein und ermordete den die Messe lesenden Priester und den Kirchendiener. K a s ch a u, 1. Juni. Infolge Scheuens der Pferde vor einem Automobil stürzte die Equipage des Bischofs von Kaschau, Dr. Kolbric, um. Der Bischof, sowie sein Begleiter, der Kardinal Toszt, und der Kutjck)er wurden er- beblich verletzt. Giessen, 1. Juni 1907. 3673 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Blumen spenden bei unserem schweren Verluste sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Ph. Strack. Danksagung* Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschelden unseres lieben Vaters Sem Konrad Weigel I. sagen wir allen herzlichen Dank. Besonderen Tank dem Herrn Pfarrer Schulte für die trostreichen Worte am Grabe, den Kollegen für das ehrende Geleite und hem Gesangverein Arion für den erhebenden Gesang. Klein-Linden, den 1. Juni 1907. Die trauernden Hinterbliebenen. Ltädtischer Mrbtitmdjiiitü When. Gartcustrasre 2, Zimmer 2. ES können elngcitellt werden: _ 1 landw. Arbeiter iauswartö), 1 Maschinenschlosser, 20 Lvcngler, 3 Schmiede, 1 Wagenlackierer, 3 Bauschlosser, 2 Sattler laus- würis, 1 Wagner lauswärtö), 1 Tapezier, 2 Holzdreher, 1 Schneider (auswärts), 8 Schreiner, 1 Waschfrau, 2 Flickfrauen, 1 Putzfrau, 1 Buchbinder, 5 Schuhmacher, 2 Friseur, 28 Fnstalla- icure, 1 Wärterin, 2 Wärter, 1 Fahrbursche (für einen Arzt), 1 Zeimngöträgerin, 3 jüngere Haueburschen, 5 Lauffrauen, 1 Lauftnadchen 1 Kutscher, 4 Diensttnädchen. Lehrlinge: 1 Mechaniker, 1 Installateur, 1 Friseur, 1 Schreiber, 1 Glaser. suchen Arbeit: B1/» 1 Buchbinder, 2 Friseure, 1 Näherin oder Flickerin, 1 Kutscher, 1 Schlosser, 2 Arbeiter, 2 Installateure, 1 Berkäuser, 2 Aus- laufet, 5 Erdarbeiter, 1 Tapezier, 1 Dienstmädchen oder Kindermädchen, 1 Arbeiter ,leichtere Beschäftigung), 5 Lauffrauen, 3 Bureaugehilsen, 2 Hausburschen, 2 Fahrburschen. Lehrlinge: 2 Mechaniker. Mtischer Wohllllligsnachweis Ciehe». Gartenstraste Zimmer 2. (GeschäflSsuutdcn von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Gcschästsllcbcrgabc. Hierdurch teile ich ergebenst mit, datz mit dem heutigen Tage ba4 von meinem verstorbenen Manne betriebene Lchuh- machcr-Gcschäst an den Schuhinachermeisler Herrit Baithaser Amend von Giessen übergeht. Indern ich für das meinem Manne in so reichem Maße geschenkte Berlranen hiermit bestens danke, bitte ich dasselbe auch auf Herrn 21m en b übertragen zu wollen. Hochachtnngsvoll Martin Fuhr Witwe. Höflichst Bezug nehmend aus obige Mitteilung, teile ich meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten, sowie der geehrten Kundschaft des verstorbenen Schuhnrachermeisters Ai. Fuhr hierdurch ergebensl mit, daß ich das von mir in der Bahnhoisslraße Nr. 38 betriebene «schuhmacher-Geschäft mit demjenigen des verst. Herrn Schuhrnachernieislers Fuhr vereinigt habe und in dem gleichzeitig von mir käuflich erworbenen Hanse _ Hundsgasse 4 weuersühre. Oö9uu Gleichzeitig richte ich an meine werten Kunden sowie diejenigen des verst. Herrn Fuhr die ganz ergebene Bitte, mir ihr Vertrauen auch fernerhin erhalten zu wollen. Es wird nach wie vor mein Bestreben sein, die mich beehrenden Kunden stets gut und prompt zu bedienen. Hochachtungsvoll Baithaser Amendg Schulunachermstr. Hundsgasse 4. Für die bevorstehenden Festlichkeiten offerieren Fahnentuche Auf die noch vorrätigen Kinderwagen und Sportwagen gebe von beute ad 3666 10% Rabatt Carl Müller, Plockstr. 12. 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Wegen Kanalisation ist die Hauplstrastc der Unterstadt für schwere Fuhrwerke vom 3. Juni d. IS. ab gesperrt. L t ch , den 29. Mai 1907. irr 1 Grobberzogliche Bürgermeisterei Sich. Dörmer. BV» Ortskrankenkasse Giessen. Generalversammlung Montag, den 10. Juni, abends 81/, Uhr im Postkeller. TageS-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kasienbericht. 2. Bericht des RevisionS-AuSschusseS. 3. Statutenänderung. ■m) Der Borstand. „Dolberg“ - Grasmäher bestbe .^ahrtes deutsches Fabrikat. 8690 Hervorragende Neuheit ist der Patent- Gckiebedrcher. Beseitigt wsort jede Ver- wpfung der Sieiseritange, ohne dab ein Abiwigen des Kutschers erforderlich tft, veryindert das ruckweise Ingangsetzen der Maschine und schont dadurch iumt- liche Zahnräder. Zahlreiche Anerkenimngsschreiben und Zeugniffe aus der Praxis. J. Häuser, M- und MOiiieuhMlWg. in allen Farben. Aug. Montanus & Co. Giessen. 3688 Geschäfts-Eröffnung. Ter verehrlichen Einwohnerschaft von Giehen die ergebene ’ilnng, datz ich mit dem heutigen Tage, Großer Steinweg 5 st dem Ludwigsplatz), ein Schuhmacher-Geschäft ict habe. .... . „ Durch langjährige Tätigkeit in einem der renommierteiten Geschäfte, bin ich in der Lage, die Kundschaft in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Pünktliche und reelle Bedienung zugefichert. ich bitte, mein neues Unternehmen güttgft unterstützen zu wollen, zeichne 03874 Hochachtungsvoll Johs. Kneipp, Schuhmacher. Weit abgelegcneKundenbitte ich ihre Bestellung. p.Postkarte zu machen. Jmmalhi mit dem Aufjrager '-■...AnhW*1' ' : bester^Schuhpuiz ca. 1500 Millionen Menschen wohnen auf der Erde eine große Anzahl hiervon putzt die Schuhe mit dem vorzüglichen Lederputzmittel Ummnlin D*7, I Ernst Challier (Rudolphs Nacht) D Giessen. Spezial-Geschäft für Musikwaren aller Art Grosse Auswahl, solide Preise. lünstrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. 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Kinderwagen» Sportwagen. « Puppenwagen. vaby-u.«nietörbr bezieht man bitett v.d. LU., grübt-sächs. fttn. derwagcnsabr. enorm billig. Sage b. Rata- loaveriang. ob Bar- eintouf tnn lOOjg Rabatt ob. bequeme Leilzahlung DU urba. Jullu» rrctbar, «rimme Zöpfe Dreher, Unterlagen in jeder Art, sowie alle sonstige Haararbeiten werden schön und dauerhaft angefertigt in dem 2817 Spezial-Damen-Frisir-Geschäft, Hermann Plank Ww., ________Kavlansgasse 2.________ la weihe Amfeise bei 5 Pst». 29 Pf., bei 10 Psd. 28',', Pf- la gelbe Kenlfeise bei 5 Psd. 28 Pf., bei 10 Psd. 27'/-Pf. Jakob Maternus Eck-Mim^S--ukmrterS^ C. Kupsch Frankfurt a. M. Hausbesitzer» hoben Rabatt ä Rolle von 10 Pf. an. Elegante Goldtapete von 22 Pf. an. Echte Lincrubta 53 cm breit, ä Meter 48, 60 und 70 Pf. Lincrutta-Erfatz, fertig lackiert, ä Meter 20 Pf. Muster überall hin srko. Fußboden an strich Bernsteinlatkfarbe, über Nacht trocken lose gewogen 90 Pfg. per Pfd. 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C1/, Einwohner Giessens laßt uns öffentlich dartun, daß in solchen Stunden vaterländischen Empfindens nichts uns trennen kann! Laßt uns Alle fest und treu Zusammenwirken, ohne Unterschied des Ranges, Standes oder Glaubens, wenn es gilt, die Toten zu ehren, die der Kampf für das Vaterland gefordert hat! Ihre beste Ehrung ist die hingebende Sorge für ihre Hinterbliebenen! Der Geschästsführeude Ausschuß: Geheimer Hoftat Prof. Dr. Bebaghel, Rektor der Universität, Frau Behaghel, Geheimrat Dr. Breidert, Provinzialdircktor, Frau Brcidert, Stadtverordneter Gabriel, Vorsitzender des KriegervereinS, Frau Gebhardt, Stadtverordneter Jean Kirch, Fabrikant A. Klingspor, Oberst von Lindenau, Regimentskommandeur, Frau von Lindenau, Oberbürgermeister Mecum, Frau Mecum, RegierungSrat Welcker, Frau Welcker. Der HauPt-AuSschutz: Bierbrauereibesitzcr Asprion, Vorsitzender des Vereins ehemaliger Jäger und Schützen, Frau I. Bach, Ober-Postassistent Bausch, Vorsitzender deS Artillerie-Vereins, Brauercibefitzer Bichler, Professor Dr. Biermer, H. Bruchhäuser, Vorsitzender der Krieger-Kameradschaft, Frau A. Braubach, LandgcrichtSdirektor Bücking, Frau Buhtz, Frau van Calker, Kommerzienrat Emmclius, Frau E. Engisch, Leutnant Firmenich, Kaufmann Max Friedberger, Stadtverordneter Gabriel, Vorsitzender des Krieger-Vereins, Kommerzienrat Gail, Kommerzienrat Georgi, Frau C. Georgi, Frau R. Giese, Frau P. Glauc, Frau G. Großmann, Hauptmann Großmann, Revisionsbeamter Grünig, Vorsitzender des Gardevereins, Fabrikant und Schlossermeister Hansel, Vorsitzender des Vereins ehemaliger Pioniere, Frau A. Hansen, Hcbstreit, Vorsitzender des Marine« Vereins, Kommerzienrat Heichelheim, Frau 9(. Heichelheim, Kommerzienrat Heyligcnstaedt, Gymnasialdirektor Dr. Hensell, Polizeiamtmann Herberg, Frau H. Herberg, Leutnant Heßler, Frau F. Heuer, Frau E. Heuser, Frau Joeckcl, Freiherr Gedult von Jungenfeld, Frau E. Kaiser, Frau K. Kcmpff, Frau I. Kirch, Frau A. Klingspor, Kommerzienrat Koch, Hauptmann Koettschau, Privatdozent Dr. Koeppc, Frau H. Koeppe, Frau A Körte, Frau K. Krauße, Landgerichtspräsident Kullmann, Buchdruckercibesitzer Lange, Frau G. Langermann, Frau Loettgen, Postsekretär i. P. Mayer, Oberleutnant Menges, Frau L. MengeS, Major Mohr, Frau Mohr, Kaufmann Mettenheimer, Kommerzienrat Mueller, Geheimer Hofrat Dr. Netto, Frau 21. Noll, Frau P. Nücker, L. Petri III, Vorsitzender des Veteranen-VcreinS, Frau I. Pfannenstiel, Frau K. Ploch, Frau P. Poppert, Frau R. Prätorius. Geheimer Schulrat Dr. Rausch, Frau H. Reuß, Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Frau Rosenberg, Frau O. Schaaf, Kommerzienrat Schaffstaedt, Frau Schaffstaedt, Postdirektor Schäfer, Frau F. Schliephake, Kommerzienrat Schirmer, Hauptmann Schroeder, Frau A. Schroeder, Oberleutnant Schwendy, Hauptmann Soldan, Frau R. Sommer, Frau S. Soetbeer, Direktor Dr. Stocricko, Frau 21. Stoericko, Frau H. Strahl, Frau M. L. Strack, Oberstaatsanwalt Theobald, Frau K. Theobald, Geh. Medizinalrat Dr. VossiuS, Prof. Dr. Walther, Frau H. Walther, Frau K. Wiener, Frau R. Wolf, Major von Wunsch, Frau E. von Wunsch, Stabsarzt Dr Zedler, Frau R. Zedler, Eisenbahn-Bau« und Betriebsinspektor Zimmermann. 6CoB@ssewm : Giessen Walltorstrasse (früher Caf6 Uelb). Vornehmstes, elegantestes Spezialitäten-Theater. Inhaber und Direktor: Albert Rappmann. Programm vom 1. öis 15, Inni 1907: Heute Samstag grosse Premiere deS neu engagierten, erstklassigen KünstlerpersonaleS: Original Ferry, jüngster Meisterschafts-Jongleur. The Orig. Daymler in their moretty Aerob. Combinat.-Act. JLa Bella Bitta u. Karras, Comic Militär-Excentric-Comedy. Rudolf Kaiser, Humorist und Improvisator. Kreton u. Miss Hartha mit ihrer großart. dressierten Hundemeute. I,es 4 Donatos, Damen-Gesangs- und Tanz-Ensemble. Mstr. Apfelkammer, Hufeisenbrecher und Kraftakt. Mies Rita, Verwandlungstänzerin. Doris Loselli, Konzertsängerin. M x$S~ Sonntag: Zwei große Vorstellungen. Nachmitt. 4 Uhr (bei ermäßigten Preisens und abends 8 Uhr. — 11 bis 1 Uhr großes Frühschoppen-Konzert bei ganz freiem Entree. Fernsprecher Nr. 644 bei event. Billetvorbestellungen. [03914 HsiMherFechlroVaisrndmiz Sonntag, den 2. Juni von nachmittags 4 Uhr an ■ Gross« Zmmriesi ■ v876 auf der Schönen Aussicht. Konzert, Tanz, Volksbelustigung Kinderspiele etc. Karussell u. Schiessbude. Gusses Pyeisschiesse*». »tcK-Clab QnlüHeit. Mitglied des Deutschen Athleten- Verbandes. Gegründet 1898 Sonntag, den 2. Juni, nachmittags 3 Uhr Grosses ■w Sonerlest auf der Pulvermühle verbunden mit Vreisstemmen 5 Uhr Griechisch-Römischer- -®3. Ringkempf ~W, Volksbelustigung, Tan^ Illumination, Pyramidcnbau Abends 7 Uhr Preisverteilung Eintritt20 Ps. Militär 10 Pf. DV6 Der Vorstand. ■?SWv-/>v ■ Giessener Turnerschaft. An der morgigen Gau - Tnrnfahrt nach Rodheim a. d. Bicher wolle man sich zahlreich beteiligen. Abmarsch morgens 81/« Uhr von der Turnhalle des Turnvereins aus. DVs Der Ausschuß der Gießener Turnerschaft. Zirkus fct SckmnB Sonntag den 2. Juni, nachm. 4 Uhr, abends 8 Uhr 2 große brillante Gala-Vorstellungen & Kinder zahlen nachmittags halbe Preise lauher Galleriel Achtung. W ^lusnabmsweisc In beiden Vorstellungen nachmittags und abends A A 1L 1 Größtes u. glänzendstes . Pracht-Manegenschau. 1 H y V l l Uz) Ituck, ca. 500 Mitwirtende _____________2 MusikkorvS Märchenh ast schön.Esiekle H (Auch nachm. der I.,II. u.111. Akt mit dem reizenden Schützenfest) 68 Außerdem: In beiden Vorstellungen das anerkannte Sen- y sations-Programm: Emir das musikalische Wunderpfcrd, uj sämtl. Spezialitäten, sowie Clowns und Auguste, sowie die H bestüressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. hvl/6 Neuer Saalbau (Steins Garten). Montag, den 3. Juni sgii bei günstigem Wetter im G-arten Grosses Konzert der BegimentekapeUe Eintritt frei. Programm 10 Pfig. Anfang 81/, Uhr.! 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