Nr. 133, zweites Blatt LS7. Jahrgang Montag 10. Jnni 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener ZamllienblStter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Hreisblott für den Xreir Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und vertag der Br üblichen UntversttätS - Buch- und Vtrlndruckerei. BL Sange, vtetzen. Redaktion, Expedition und Druckerei! Schul- straße 7. Expedition und vertag i «-TS 6L Redaktion: «E113. Tel.-Adr, An-eigerGtetzen. KoLitische Lcigesschau« Staatsstreich in Portugal? 2er Parlamentarismus hat bisher in Portugal noch eine seiner besten Heimstätten gehabt. Streng nach den Regeln des Parlamentarismus wurde er regiert, und wenn einmal sich die Mehrheit der Volksvertretung gegen das Ministerium erklärte, so wurde entweder dieses vom König entlassen und durch ein neues, aus den Führern der Parla- mentsmehrhcit gewähltes ersetzt oder das Parlament aufgelöst und nach dem Ergebnis der Neuwahlen über Beibehaltung oder Neugestaltung der. Regierung entschieden. Nun herrschen zwischen dem Ministerium und der ALgeord- netenhausmehrheit die schärfsten Gegensätze. König Carlos aber beläßt das dem Parlament unbequeme Ministerium im Amte. Sieben Staatsratsmitgliedcr haben in einem Schreiben an den König festgestellt, daß der gegenwärtige Zustand ein vollkommen absolutes Regiment darstelle, und dessen Beseitigung gefordert. In Versammlungen, an denen Mitglieder der ersten Kammer sowie die Führer der dem Kabinett feindlich gegenüberstehe,idcn Konservativen und Fortschrittler des Abgeordnetenhauses teilnahmcn, wurden Erklärungen beschlossen, nach denen die Lage für König und Volk gefährlich ist. Mitglieder der Abgeordnetensausmehrheit und der mit dieser übereinstimmenden Gruppen >er ersten Kammer wollen den König in einer Audienz er- uchen, ordnungs- und verfassungsmäßige Verhältnisse zu chasien, also entweder das Ministerium zu entlassen, oder )as Abgeordnetenhaus aufzulösen. Wie es scheint, hat dazu König Carlos wenig Lust, sondern gedenkt es vorläufig mit diktatorischen Maßnahmen zu versuchen. Ter Konflikt Epischen Krone und Volk dürfte in Portugal also vor der Tür stehen. Die Entwicklung der Dinge ist insofern von größtem Interesse, als die im Kampfe gegen die portugiesische Regierung stehende Parlaments- unb dem Anschein nach auch Volksmehrheit, soweit sich nach einzelnen Anzeichen beurteilen läßt, mit dem vor einiger Zeit abgeschlossenen portugiesisch-englischen Bündnis nicht einverstanden ist. Deutsche» Reich. Berlin, 8. Juni. Tie „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Zu den Verhandlungen über den Abschluß des Handelsvertrages zwischen dem deutschen Reiche und Dänemark sind dänische h«he Beamte hier eingetroffen. — Im kronprin zlichen Hause steht zum zweiten Male ein freudiges Ereignis bevor. Die Kronprinzessin sieht ihrer Niederkunft int November entgegen. — Staatssekretär Dernburg hat gegen ächt Gothaer Sozialdemokraten wegen Beleidigung von Kvlonial- beamten durch Reden während der Wahlbewegung Strafantrag gestellt. — Ter Entwurf über ein Reichsgesetz zur Regelung des Vereins- und Versammlungsrechtes ist imReichs- amt des Innern in den Grundzügen sertiggestellt. Tie Ange- gelegenheit dürfte so beschleunigt werden, daß der Entwurf noch vor dem Beginn der Ferien dem preußischen Staatsministcrium zur Begutachtung vorgelegt werden kann. Jedenfalls ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Reichstag bei seiner Zusammenkunft im Spätherbst den Gesetzentwurf zur Beratung borf indem wird. — Admiral Yamamoto, der japanische Marineminister, ist aus London, wo er drei Wochen als Gast deS Königs von England weilte, hier eingetroffen. In seiner Begleitung befinden sich die Fregattenkapitäne H. Katoym und D. Arisaka. Die Herren werden u. a. der Firma Krupp in Essen einen Besuch abstatten und, einer Einladung des Kaisers zur Kieler Woche folgend, sich nach Kiel begeben. Potsdam, 8. Juni. Vom schönsten Wetter begünstigt, fand am Nachmittag in der russischen Kolonie Alexandrowska ein Blumenkorso zum Besten der Augusta-Victoria-Krippe, deren Protekwrin die Kaiserin ist, statt. Tie Kaiserin, in lichter Toilette, erschien mit der Prinzessin Victoria Luise in offenem Vierspänner ä la Dumont, der mit Marschall Nielrosen dekoriert war. Ferner erschienen der Kronprinz und die Kronprinzessin im Juckerviererzug; der Wagen war mit Iris dekoriert, ein Tandem vom Prinzen Eitel Friedrich, mit weißen Nelken und roten Rosen geschmückt, Prinz Oskar mit d r Gräfin Soden in einem mit lila Iris dekorierten Dogcart. Die Herrschaften nahmen an der Blumenschlacht sehr lebhaften Anteil. Ko bürg, 9. Juni. Tie Herzogin Marie von Koburg und die Prinzessin Beatrice sind soeben von ihrer italienischen Reise hierher zurückgekehrt. In hiesigen Hofkreisen nimmt man an, daß bei dem Besuch, den die Herzogin dem Papst abstattete, die Verlobung der Prinzessin Beatrice mit dem Kronprinzen von Portugal besprochen wurde. Der Kronprinz ist katholisch, die Prinzessin protestantisch. Sonneberg, 8. Juni. In einer von Kaufleuten und den hiesigen liberalen Parteien stark besuchten Protestver- s a m m l u n g wurde nach einem Vortrag des Landtagsabg. Sam- hammer über Ternburg und den Kaufmannsstand folgende Resolution einstimmig angenommen: Tie zahlreich anwesenden Vertreter des Kausmannsstandes und Mttglieder der liberalen Vereine Sonnebergs sprechen ihr Bedauern darüber aus, daß der aus dem Handelsstande her- vorgegangene Staatssekretär Ternburg die außerordentlich günstige Gelegenheit versäumt bat, der deutschen Kaufmannschaft den Platz in der Verwaltung unserer Kolonien einzu- räumen, der ihr unter den heutigen Verhältnissen gebührt. Es wäre wünschenswert, wenn alle kaufmännischen Körperschaften zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen würden. Karlsruhe, 8. Juni. Aus Berlin wird der offiziöien „Südd. Reichs-Kvrr." geschrieben: Es geschieht sicherlich nur in bester Absicht, wenn französische Blatter mit der Möglichkeit daß Kaiser Wilhelm im nächsten Frühjahr aus dem Wege nach dem Achilleion das Mittelmeer durchkreuzen könnte, schon Gerüchte über einen Besuch in Monaco und über eine Begegnung mit dem Präsidenten der fran- z ö s i s ch e n R e p u b l i k in Verbindung bringen. Auch andieler Stelle soll aus solche Frühlingsgedanken kein kalter Reff fallen. Aber gerade den Freunden einer wünschenswerten deuffch-sran- zösischen Annäherung möchten mir von gewagten Vermutungen abraten. Eine persönliche Begrüßung zwischen den Staatsoberhäuptern des deutschen Reiches und Frankreichs würde gewiß vielen guten Europäern diesseits wie jenseits der Vogefen nicht mißfallen. Aber sie könnte nur Abschluß, nicht Anfang einer günstigen Eiitwicklung sein, Pie man am besten fördert, j« weniger man darüber spricht und schreibt. Neue Greueln in Rußland. In Odessa erschien ein junger Mann, Melnikoff, auf dem Polizeibureau und gab an, sieben Personen, unter denen sich auch Frauen befanden, seien mit einem Boot gekommen und. lMen Melnikoff, nach einem unterirdischen Raume entführt,dort entkleidet und einer Tortur unterworfen, um Mitteilungen über den Verband des urss. Volkes zu erhalten, dessen Mitglied Melnikoff ist. Ihm seien Mefsersticke beigebracht und das Haar ausgerauft worden, darauf sei er von der Rotte zum Tode durch Erhängen verurteilt worden. Als Leute vorüber- gingen, habe er um Hilfe gerufen, wodurch die Bande veranlaßt wurde, zu entfliehen. Die Polizei begab sich an den Ort der Tat und fand das Boot mit den verdächtigen Personen vor. Ter Körper Melnikoffs weist zahlreiche Verwundungen auf; sein Zustand ist ernst. Eine dreizehnköpfige Räuberbande überfiel das Gemeindehaus in PscheSlonkai, tötete den Wächter und raubte 4000 Rubel sowie viele Wertsachen. Der Gemeindevorsteher wurde schwer verletzt. Ein Warschauer Kaufmann fiel in Z i a r k i Räubern zum Opfer, die ihn töteten und 15 000 Rubel raubten. In Petersburg wurde der Kassierer einer Fabrik von zwei mit Revolvern und Dolchen bewaffneten Personen angefallen. Diese versetzten ihm drei Dolchstöße und raubten ihm feine Geldtasche mit 5000 Rubeln, die zur Auszahlung der Löhne von Arbeitern bestimmt waren. Die Täter wuroen von Polizeibeamten unter Beihilfe des Publikums verhaftet. In einem Vorort griffen fünf bewaffnete Unbekannte einen Beamten der Fabrik von Arthur Koppel an und raubten ichm 6800 Rubel. Unbekannte Räuber überfielen die Kirche des Wallfahrtsortes Miednewiee, raubten das in goldenem mit Brillanten besetzten Rahmen befindliche Muttergottes- bild sowie goldene Kirchengeräte im Gesamtwerte von 300 000 Rubel. W Der Zar genehmigte den Beschluß des Ministerrats betreffend die Erteilung der Konzession zum Bau einer Eisenbahn von der Station Kansk bis zur Behringst r a ß e mit dem Bau eines unterseeischen Tunnels nach Amerika. Ausland. London, 9. Juni. Der König unddie Königin von Dänemark trafen gestern hier ein und wurden vom König, der Königin und anderen Mitgliedern der königlichen Familie empfangen. Auch der Staatssekretär des Auswärtigen, Sir Edward Grey, war zur Begrüßung anwesend. Bei dem gestern zu Ehren des dänischen Königspaares stattaehabten Festmahl brachte König Eduard einen Toast auf die Gesundheit des Königs und der Königin von Dänemark aus und versicherte sie seines herzlichsten Willkommens. Der König von Dänemark dankte für die Auszeichnung, welche ihm mit tyer Ernennung zum Ehren ob er st eines der berühmtesten Regimenter der britischen Armee zuteil geworden sei. Brüssel, 8. Juni. Ter heutige Bericht des Internationalen Sozialistenbureaus für die Monate April und Mai teilt mit, daß das Zentralkomitee der zionistischen Arbeiterpartei, die 24 000 Mitglieder zählt, den Anschluß an das internationale Sozialistenbureau verlangt. Als Partei des jüdischen Proletariats ist ihr Hauptzweck, ein autonomes Zenttum für die jüdische Auswanderung zu schaffen. Ter Vortrag, den Bebel morgen hier halten soltte, wurde abgesagt, da Bebel leidend ist. St. Etienne, 9. Juni. Gelegentlich des Eintreffens der Minister Briand und Tujardin zur Teilnahme an der heutigen Einweihung des Denkmals für den ehern. Deputierten Girant kam es zu großen Kundgebungen. Auch einige Schüsse fielen. Tie Kundgebungen waren von der Vereinigung der Sozialisten veranstaltet, welche auf Briand beleidigende Maueranschläge angebracht hatten, auf denen er als Renegat, Diener des Zaren und Wortbrüchiger beschimpft wurde. Montpellier, 9. Juni. Heute fand hier wieder eine Massenkundgebung von unzufriedenen Weinbauern statt, bei der der Führer der Bewegung, Maroelin Albert, eine Ansprache hielt. Die Versammelten Nahmen eine Resolution an, in der sie ausspvachen, daß sie keine Steuern mehr zahlen u!nd daß die Demission sämtlicher Gemeindeverwaltungen des Südens als eine vollzogene Tatsache zu gelten habe. Die Weinbauern veranstalteten heute mittag einen Massenumzug. Unter Trommelschlag und Hörnerklang bewegte sich der Zug durch die Sttaßen der Stadt. Die Zahl der Teilnehmer an der Winzerkundgebung wird auf 600000 angegeben; über 200 Eisenbahnzüge langten seit gestern an. Die Mehrheit der Manifestanten traf jedoch zu Fuß und in Wagen daselbst ein. Tie Winzer marschierten, nach Gemeinden geordnet, in ge- schürssenen Zügen, an deren Spitzen Tafeln mit Inschriften, wie zum Beispiel: „Nieder mit den Politikern!" usw. getragen wurden. Ter Bischof von dNontPellicr gestattete, daß die Kirchen dkachts geöffnet bleiben, damit daselbst den Winzern Unterkunft gewährt werde. — Im Bahnhose zu Perpignan fanden heute nacht ernste Ruhestörungen statt. Ein Haufen junger Leute, welche einen Zug gestürmt hatten, um sich nach Montpellier zu begeben, bewarfen die Gendarmen und Soldaten, welche fie aus dem Bahnhofe vertreiben wollten, mit steinen und verwundeten drei Soldaten sowie den Oberstleutnant des 24. Kvlonialiw- santerie-Regiments. Erst nachdem eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen worden war, gelang es, die Ruhe'wieder herzustellen. Belgrad, 8. Juni. Das Kabinett Paschitsch reichte seine Entlassung ein, „weil es nicht zum Kampfe mit der Obstruktion raten könne." Es verlautet, Paschitsch werde wieder den Auftrag zur Kabinettsbildung erhalten und die meisten Minister außer Protitsch würden wieder in das Kabinett eintreten. Teheran, 8. Juni. In Kermanschat sind infolge örtlicher Wahlstreitigkeiten wiederum ernste Unruhen ausge- brochen, bei beeen viele Menschen getötet wurden. 2000 Leute haben sich nach dem brittschen Konsulate geflüchtet. Die Lage wird dadurch erschwert, daß Sindschabi und Kurden Raubzüge in die Umgebung unternehmen, während im Innern der Stadt Soldaten .Plünderungen begehen. .Zwischen den Soldaten des Prinzen Salär cd Dauleh und den Truppen des Schah scheint es noch zu keinem Kampfe gekommen zu sein. Die letzteren warten noch Verstärkungen ab. Die Streitmacht Salar ed Dau- lehs soll 1000 Mann, darunter 300 Berittene, betragen. Von Teheran sind 100 Kosaken nach dem voraussichtlichen Kampfplätze abgegangen. Aas Hießener SüdrvestasriLa-Iest. Gießen, 10. Juni. »Vergiß die treuen Toten nicht und schmücke Auch unsre Urne mit dem Eichenrranz." Fast 100 Jahre sind vergangen seit den Tagen der tiefsten Erniedrigung, in denen Theodor Korner bieje Mahnung an das deutsche Volk richtete, und oftmals hatte es. seitdem Gelegenheit, in ihrem Einntz zu Handeln. Aber mit dem Siegeslorbeerreis Hat es das ocutscyc Volk niemals genug sein lassen, um die für das Vaterland Gefallenen und Verwundeten zu belohnen. Es begann mehr und mehr eine Ehrenpflicht darin zu erblicken, den Verwundeten und den Hinterlassenen der Gebliebenen wenigstens in materieller Hinsicht ihr Leben möglichst sicher zu stellen. Und wo die gesetzliche Hilfe des Staates nicht genügte, trat die werktätige Nächsten- und Vaterlandsliebe des gesamten Volkes in ihre Rechte. So war es 1870/71 und so ist es auch jetzt wieder, wo es gilt, den gefallenen und gestorbenen deutschen Helden von Südwestafrika den Tank des Vaterlandes durch weitestgehende Fürsorge für ihre Hinterbliebenen abzustatten. Auch die Stadt Gießen wollte hierbei nicht Zurückbleiben, und eine Anzahl unserer Mitbürger unternahm es, durch Veranstaltung eines großen Wohltätigkeitsfestes allen Kreisen der Bevölkerung Gelegenheit zu geben, ihr Scherflein für den schönen Zweck beitragen zu können. Die erste Anregung zu der jetzt so herrlich verlaufenen Veranstaltung gab das von Angehörigen hiesiger Krieger- vereinc gegebene Konzert, dessen Ertrag zur Unterstützung bedürftiger Veteranen verwendet wurde. Der gute Erfolg dieses Unternehmens veranlaßte Oberst von Lindenau zu der Anregung, ein größeres Fest für Südwestafrika zu veranstalten. Dieser Gedanke fiel auf guten Botzen und aus dem ursprünglich beabsichtigten Doppelkonzert der Veteranen- und der Regimentskapelle, das in Verbindung mit Turn- und Gesangsaufführungen gedacht war, entstand das prächtige großangelegte Fest, dessen Reinertrag manche 9U)t und Sorge lindern wird. Daß der Verlauf des Festes so überaus glänzend war und wohl alle Erwartungen übertraf, ist in erster Linie dem einträchtigen Zusammenwirken aller beteiligten Kreise zu verdanken, denn Offizierkorps, Bürgerschaft und Univerfitätsangehörige trugen in edlem, der Sache würdigem Wetteifer gleichmäßig zu seinem Gelingen bei. Daß auch die Gießener Damenwelt sich gern in den Dienst der guten Sache stellte, ist selbstverständlich und sicherte von vornherein den Erfolg. Auch die Staatsund städtischen Behörden unterstützten die Veranstaltung tatkräftig. Mit lebhafter Freude wurde es allseitig begrüßt, daß I. K. H. die Großherzogin ihr Interesse an der Sache durch Uebernahme des Protektorats zu erkennen gab und iyr Bruder, S. D. der Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich, den Ehrenvorsitz übernahm. Leider konnte die Landesfürstin ihre Absicht, das Fest persönlich zu besuchen, nicht ausführen; sie sandte aber ein herzliches Telegramm, in dem sie der Veranstaltung einen guten Verlauf wünschte. Die Seele des Ganzen war bis zu feinem tragischen Ableben Herr Jean Kirch und wohl alle Gießener Fest- besucher werden während der Festfreuden mit Wehmut und Trauer des Mannes gedacht haben, der wie kein anderer es verdient hatte, sich des guten Gelingens zu freuen. Nach ihm verdienen außer den Angehörigen des geschäftsführenden Ausschusses (den Damen Behaghel, Breidert, Gebhardt, v. Lindenau und Mecum und den Herren Rektor Geh, Hofrat Professor Dr. Behaghel, Geheimerat Dr. Breidert, Stadtv. Gabriel, Fabrikant A. Klingspor, Oberst von Lindenau, Oberbürgermeister Mecum und Regierungsrat Welcker), die Herren Julius Köhler und L. Petri III. Erwähnung, sowie die Gießener Geschäftswelt, die durch reiche Spenden ben. finanziellen Erfolg des Festes von vornherein sicherte. Tie Platzfrage, die viele Erörterungen verursacht hatte, wurde durch die Wahl der Liebigshöhe aufs glücklichste gelöst. Das große nach der Stadt zu terraffenartig abfallende Gelände ist für ein derartiges Fest wie geschaffen und die Höhen des Dünsberg, Gleiberg und Vetzberg gaben einen' Hintergrund ab, wie ihn die geschickteste Künstlerhand nicht schöner hätte gestalten können. Mit dem natürlichen Schmuck der Bäume gaben zahlreiche Fahnen in den deutschen und hessischen Farben dem eigentlichen Festplatz das erforderliche festliche Gepräge. Am Samstag nachmittag nach 4 Uhr nahm das Fest in Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich seinen Anfang mit folgender, von Oberst v. Lindenau gehaltenen Ansprache: Euere Durchlaucht! Hochverehrte Damen und Herren! Die Eröffnung des Basars soll nicht ohne ein Gedächtniswork erfolgen. Es gilt den in Afrika gefallenen und gestorbenen tapferen deutschen Kämpfern. Sie haben gestritten und gelitten für Kaiser und Reich und sind in treuester Pflichterfüllung in den Tod gegangen. Wenn der £rieg in Südwestafrika den deuffchen Landen keinen! andern Gewinn gebracht hätte als die klare Erkenntnis, daß deuffche Offiz.ierenochgenausoindenTodfürihren Kaiser un b bad Reich schreiten unb reiten wie 1870 indes Vaterlandes besten Tagen, und daß ihre braven Soldaten ihnen überallhin auf dem Wege der Ehre und Pflicht folgen, so wäre das schon Lohns genug ! Solche Kunde wird auch den Feinden des Vaterlandes ringsum unb hält sie im ZaUmls in ber .Erkenntnis: „Semper talis — Immer bieselben." Aber bie tapferen Kämpfer Sübwestafrikas, sie haben uns noch reicheren Gewinn gebracht. Sie haben eine zwar viel verleumbete, aber doch schöne unb ertragsfähige Kolonie bem Reiche für immer gewonnen! Die Tapferkeit seiner toten Helben ehrt jedes Volk, besonders das deuffche. Die Sorge für ihre Hinterbliebenen gilt ihm als ihre beste Ehrung! Angeregt von zwei Männern unserer Stadt, ist hier ein Unternehmen entstanden, welches diesem edlen Gedanken der Sorge für die Hinterbliebenen unserer Mitkämpfer dienen soll. Herr Klingspor und Herr Kirch waren es, die mit diesem Gedanken an mich heran getreten sind unb seine Verwirklichung mit rastloser Hingabe unternommen haben. Ter Eine von ihnen ist nicht mehr unter uns. An geweihter Stätte haben wir seiner bereits bank- erfüllt gebacht. Aber den Anberen sehen wir gesirnb unb frisch vor uns unb ihm gebührt baher auch an .biefer Stelle ber erste Dank. Mit seltenem Geschick har er alle Schmierig leiten, bie dem Unternehmen entgegen standen, überwunden, feine finanzielle Sicherung bewirkt und die vielseitigen Arbeiten in glücklichster Weise eingeleitet unb durchgeführt, unterstützt von den treuen Mithelfern, die Ihnen das Programm verkündet, unter denen ich bem Herrn Gabriel unb Herrn Hauptmann Schroeder für ihre vielfettige Tätigkeit ganz befonbers banken muß. Das Unternehmen hat sich aber auch ber seltenen Gunst unb Unterstützung ber Großherzoglichen Behörden erfreut. Den Tank dafür richte ich an Sie, hochverehrter Herr Geheimerat Dr. Breidert, dem ersten Vertreter derselben, Zer Dank güt weiterhin dem hoch? rerehrten Herrn Rektor der LanbeSuniversrtät. Mit ihrem, Lehr- ^Srper wie mit ihrer Studentenschaft hat sich: die Universität in den Dienst der guten Sache gestellt. Der Dank gilt auch, und wahrlich nicht in letzter Linie, dem Vertreter dieser so mächtig aufblühenden Stadt, dem hochverehrten Oberbürgermeister Mecum und seiner Frau Gemahlin, die sich mit der gesamten Bürgerschaft dieses Festes in wahrhaft rührender Weise angenommen haben. Mein Dank gilt vor allen Dingen den opferfreudigen Damen derselben, die in seltener Güte dieses Fest gefördert haben. Wenn ich eine von ihnen noch besonders nenne, so ist es die hochverehrte Frau Gebhardt, die in so außerordentlich sachkundiger Weise den Herren Kirch und Klingspor bei der Vorbereitung des Festes geholfen hat. An Ihnen, hochverehrte Gäste, die Sie zu dem Feste erschienen sind, ist nun, dasselbe $um vollen Gelingen zu bringen! Möge vor allem, meine jungen Damen, die mich hier -im herrlichen Flor umgeben, der Zauber Ihrer Anmut dem Fest ganz besonders hold sein! Vereinigen Sie sich alle, werte Gäste, mit uns, um hiev zunächst Seiner Durchlaucht, dem Fürsten Solms, der den Ehrenvorsitz über dieses Fest übernommen hat, unseren tiefgefühltesten Dank auszusprechen und Seine Durchlaucht zu bitten, Ihrer Königlichen Hoheit unserer erhabenen Frau Großherzogin den tiefempfundenen Dank, der Stadt, Garnison und Universität zu sagen, daß Ihre Königliche Hechelt das Protektorat Über das Fest allergnädigst übernommen hat. Ich bitte Euer Durchlaucht, den Basar eröffnen zu Dürfen. Seine Durchlaucht der Fürst erwiderte: „Ich habe vor allem dem Festkomitee meinen Dank auszusprechen, daß die Herren desselben die Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit gehabt haben, mich zu ihrem Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Gleichzeitig möchte ich dem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß die Großherzogin, unsere hohe Protekto rin, nicht dem Feste beiwohnen kann. Ich bin beauftragt, von Hochderselben ihr lebhaftes Bedauern für ihr Nichterscheinen zum Ausdruck zu bringen. Sie können überzeugt sein, daß Hoch- dieselbe mit warmem Interesse Ihre Veranstaltungen verfolgt und vor allem mit regstem Interesse dem guten Zwecke derselben gegeltübersteht. Mit Ihrer Zustimmung erkläre ich den Basar für eröffnet." Hierauf rief der Oberst v. Lin den au mit lauter Stimme: „Eröffnen wir den Basar mit dem Stute, der unteren tief empfundenen Dank gegen unsere erhabene Protektorin am besten zum Ausdruck bringt: „Gott schütze, Gott segne Ihre Königliche Hoheit unsere Frau Großherzogin. Sie lebe hoch, hoch, hoch!" Die zahlreiche Versammlung stimmte begeistert in den Auf ein. Alsbald begann ein heiteres durch keinen Mißklang getrübtes Treiben. Auf dem F-estplatz ließen abwechselnd oder zusammen die Veteranenkapelle unter der Leitung des Herrn Meißinger und die Regimentsinusik unter Leitung des Musikdirektors Krauße ihre Weisen ertönen, und zwischendurch gab es Ausführungen der mannigfachsten Art. Zunächst entzückte ein für Gießen seltenes Schauspiel die Zuschauer: eine von vier Damen und vier Herren gerittene Quadrille, die von Hauptm. Sold an trefflich einstudiert war. Hieran schloß sich ein von drei, Herren unter Hauptm. Küpttschaus Leitung gerittenes Sch leisen- spiel, das die Zuschauer mit lebhaftem Interesse verfolgten. Unteroffiziere und Mannschaften des Jnfanterie- reguneuts Kaiser Wilhelm zeigten dann ihre Fertigkeit im Turnen (am Reck und Barren), Bajonettsechten und Voltigieren. Die teilweise recht schwierigen Uebungen, deren Leitung Leutnant Heßler hatte, sanden lebhaftesten Beifall. Auch die sich anschließende Tanz-Aufführung von 16 Damen und 16 Herren war sehr hübsch und sand viel beifallsfreudige Zuschauer. Der reigenartige Tanz, denHauptm. Großmann einstudiert hatte, war dur chdie gewählten Kostüme (die Herren trugen Uniformen und die Damen Kostüme aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts) noch besonders wirkungsvoll. Eine lustige Abwechslung bot die Kabarett-Aussührung im Saal. Hauptmann Schroeder, der sich auci) sonst sehr um das Fest verdient gemacht hat, entfesselte mit den gelungenen Aufführungen «seiner Künstler (Frl. Kempff, Frhr. v. d. Goltz, Herr Gläßgen und den jugendlichen „drei Schroeders") wahre Stürme von Heiterkeit. Nach 10 Uhr trug dann ein stattlicher, aus Mannschaften des Regiments gebildeter Sängerchor, den Oberleutnant Schwendy leitete, mehrere wirkungsvolle Männerchöre vor, von denen namentlich das niederländische Dankgebet eine tiefgehende Wirkung erzielte. Neben diesen mehr für Herz und Gemüt berechneten Genüssen bot dann der Basar auch solche für den Magen. Stattliche Mirtschastszelte, die alle prächtig dekoriert waren, waren errichtet und gaben Gelegenheit, Kafsee, Tee und Liköre, Sekt, Bier, Kaiser-Würstel, Bratwürste, Schokolade und Eis, Weine und Bowle und alkoholfreie Getränke zu genießen. Dazu gab es ein kaltes Büfett, Stände für Blumen, Ansichtskarten (zumeist Gruppenaufnahmen von Mitwirkenden) und Luxusgegenstünde, eine japanische Ausstellung, eine Kvlonial-Ausstellung, eine holländische Taperie und eine Glücksbude. Es würde zu weit führen, auf all das viele Gebotene einzeln einzugehen, und es ist dies -auch deshalb nicht nötig, weil ja am heutigen Montag jedem nochmals Gelegenheit geboten ist, sich das Leben und Treiben selbst anzusehen. Mit unermüdlichem Eifer waren die allerliebst kostümierten und ausnahmslos sehr liebenswürdigen und netten Damen bemüht, ihre Waren an den Mann zu bringen und mancher originelle Einfall mußte dazu dienen, dem guten Zweck Mittel zuzuführen. So zeigte z. B. mit großem Eifer und noch lgrößerem Erfolg eine junge §>ame ein Bild (ihr eigenes), immer für einen Groschen! Karussell, Schießbuden, Schaubuden, Kraftmesser usw. vervollstäudiaten das bunte Bild, bei dem auch ein von Mitgliedern des Schützenvereins veranstaltetes Prcisschießen (das im Programm nicht aufgeführt ist) nicht fehlte. Und außerdem wurde getanzt, zunächst im Freien und später im Saal, nachdem hier die G e i s h a s ihre entzückenden japanischen Tänze vollendet hatten. Erst gegen Mitternacht ging das frohe Treiben zu Ende, das vom Wetter außerordentlich begünstigt war. Noch mehr war dies am Sonntag nachmittag der Fall. Der Besuch war außerordentlich stark und ausnahmslos waren alle Festteilnehmer mit den Darbietungen, die sich in gleicher Weise wie am Samstag abwickelten, sichtlich sehr zufrieden. Da die seilgehaltenen kulinarischen und trinkbaren Waren durchweg gut und die Preise nicht übertrieben sind, fanden sie geradezu reißenden Absatz, so daß die meisten Stände trotz wiederholten Nachschubes ausverkauften. Wer aber dadurch seinem Drange, für unsere Südwestafrikaner etwas zu tun, nicht Genüge leisten konnte, findet hierzu am heutigen dritten und letzten Tage des Wohltätigkeitsfestes reiche Gelegenheit. Wie zweckmäßig und tresfuch das aanze Arrangement getroffen war, mag daraus hervorgehen, daß trotz des außepo.rd.entlichen Menlchenandranges mrd der recht heißen Witterung keinerlei Unfall eintrat, so daß Sanitätskolonne und Feuerwehr nicht ihres Amtes zu walten brauchten. Die Herkomerfahrt. IV. Der Start in Lindau am Bodensee fand am 8. d. M. bei bedecktem Himmel statt. Es starteten alle in Lindau eingetroffenen 131 Wagen, Simon Oberdörfer nicht, der aufgegeben hat, da er von Hermann Wendt-Berlin ana cf obren wurde. In München sand am 8. Juni nachm. zwischen 2 und 6 Uhr im Forstenrieder Park die Schnelligkeitsprüfung der Auto- mobil-Tourenwagen statt. Die Rennstrecke betrug 5*/?. Kilometer bei 60 Meter Gefälle. Kurz nach 2 Uhr wurde als erster Wagen Nr. 9 Edgar Ladenburg-München auf die Fahrt geschickt. Um 4 Uhr 12 Minuten verkündeten Fanfarenklänge die Ankunft des Herzogs Ludwig in Bayern, der seinen Wagen (Metallurgique) mit 17 Sekunden Zeitgewinn nach Hause brachte. Dr. Stöß- Zwickau, der vorjährige Sieger, fuhr mit einer Minute 9Vs Sek. früher am Ziele ein, und hätte damit in der Schnelligkeitskonkurrenz gesiegt, wenn er nicht außer Konkurrenz gefahren wäre. Die Resultate'sind folgende: 1) Willy Pöge - Chemnitz (Mercedes- Fahrer, Besitzer selbst, Normalfahrzeit 3 Minuten 57% Sek., gebrauchte Zeit 2 Min. 52% Sek., mithin um 1 ,9)2in. 4% Sek. verbesserte Zeit. 2) Wagen 169, Hans Aschoff-Aachen (Metallur- gigue), Fahrer Besitzer selbst, Normalzeit 4 Minuten 53% Sek., gebrauchte Zeit 3 Minuten 49 Sek., mithin um 64% Sek. verbesserte Zeit. 3) Wagen 154 Franz Heine-Hannover (Adler), Nor- malzeit 4 Min. 45% Sek., gebrauchte Zeit 3 Min. 43% Sek., mithin um 63 Sekunden verbesserte Zeit. Die Schnelligkeitsprüfung ergab als Sieger der Gruppe 1 Haller-Darmstadt (Neckarsulm), der die sieben Kilometer lange Strecke in 6 Minuten 54% Sek. zurücklegte; in Gruppe 2 Glöckner-Frankfurt (Neckarsulm) 4 Minuten 12% Sek., Gruppe 3 Gassert-Buchhorn (Neckarsulm) 4 Minuten 7% Sek., Gruppe 4 um den Goldpokal von Deutschland Noll-Düsseldorf (Puch) 2 Min. 59% Sek., in Gruppe 5 startete nur Egli-München. Heber einen neuen bedauerlichen Unfall auf der Fahrt meldet man: In Weiberg bei Waltenhofen wurde ein außer Konkurrenz fahrender Wagen von dein nachfolgenden Oberleitungswagen Nr. 9 Edgar Ladenburgs angefahren. Das Automobil Ladenburgs stürzte um. Drei der Insassen wurden leicht verletzt, der vierte, Hauptmann v. Normann, erlitt außer Verletzungen am Kopf _unb an den Beinen einen Armbruch. Die Signale des umgeftürzten Wagens waren von dem außer Konkurrenz befindlichen nicht beachtet worden. Wagen 24 erlitt auf der .Strecke Lindau-München beim Nehmen einer Kurve einen Radbruch. Der Wagen fuhr in einen Straßengraben, wobei ein Jnsafse einen Armbru ch und ein anderer Insasse Kopfverletzungen erlitt. Wagen 89 zog sich infolge eines Zusammenstoßes einen Defekt zu. Die ersten Wagen der Herkomerfahrt, die am 11. Juni in Frankfurt endet, werden an diesem Tage nicht vor 3 Uhr nachmittags dort eintreffen. Das Ziel befindet sich östlich der Riederhöfe auf der Hanauer Landstraße, wo auch ein Restaurationszelt errichtet wird. Andere Automobilunsalle. Baron Hamm er st ein aus Linz (Oesterreich) stieß auf einer Automobilfahrt mit einem Radfahrer zusammen. Letzterer erlitt schwere Verletzungen, während Baron Hammerstein nur leichter verwundet wurde. Ein schreckliches Unglück ereignete sich während einer Automobil-Dauerfahrt von N e wyo r k nach A l - bany. Ein Kraftwagen des Direktors Mackenzie von der Standard Brake Company stieß in schneller Fahrt mit dem elektrischen Straßenbahnwagen zusammen. Der Kraftwagen wurde völlig zertrümmert,die Insassen herausgeschleudert. Mackenzie war sofort tot, alle anderen verwundet, darunter zwei schwer. Ein am Sonntag in der Wilhelmstraße zu Berlin rad- fahrender Arbeiter wurde von einem Automobil umgerannt und getötet. Der Kraftwagenführer jagte davon und konnte nicht festgestellt werden. Aus Studt uud Lund. Abdruck unserer durch Äorrespondcuzzeicheu keuutlich gemachten Origiualartikel ist nur unter genauer QueUcuaugabc (Gieß. Auz.) gestattet. Gießen, 10. Juni. " Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Pfannenstiel hat den an ihn nach Kiel ergangenen Ruf angenommen. Diese Nachricht wird weit über unsere Stadt hinaus tiefes Bedauern Hervorrufen. Doch mußte man ja längst darauf gefaßt sein, daß unsere Universität diesen hervorragenden Gelehrten und bewährten Direktor unserer Frauenklinik über kurz oder lang verlassen würde. Waren doch die Bemühungen, die von Berlin aus unternommen wurden, um ihn für eine preuß. Universität zu gewinnen, seit Jahr und Tag überaus lebhaft. Es bleibt für uns nän nichts anderes übrig, als zu wünschen, daß ein möglichst gleichwertiger Ersatz gefunden werden möge. ** 2)ie Blattern in Oberhessen. Wie dasBüdinger Kreisblatt meldet, ist in Lind heim in mehreren Häusern die Bkatternkrankheit festgestellt. Es sind alle Maßregeln gegen eine Weiteroerbreltung der Krankheit getroffen. Angesichts dieses Falles sei an die Maßregeln erinnert, die in 1870 im Fürstentum Birkenfeld angewendet wurden, als durch aus Paris ausgewiesene Deutsche die Blattern dorthin verschleppt ivurden. Dort durfte, iuie uns geschrieben, wird, eine öffentliche Beerdigung von an Blattern Gestorbenen überhaupt nicht stattfinden; vielmehr wurden die Leichen bei Nacht still beerdigt und dann einige Tage später an dem geschloffenen Grabe die Trauerfeier gehalten. Bettiverk und Kleidungsstücke der Lerstocbenen wurden auf freiem Felde verbrannt. Unser Gesetz erlaubt die Beerdigung bei Tag und auch die Leichenbegleitung; es ist aber zu erwägen, ob obige Art der Beerdigung nicht vorzuziehen ist. Alan ist gespannt zu erfahren, woher die Einschleppung erfolgte; man rät auf die eben sehr zahlreich beschäftigten Arbeiter aus Russisch- und Preußisch.Polen. An Reinlichkeit lassen diese gewöhnlich zu wünschen übrig. — Wie uns noch drahtlich imtgeteiU wird, ist bis jetzt in vier Häusern die Krankheit festgestellt worden und ein davon Betroffener, ein Ortsansässiger jüdischer Konfession, i|t der Krankheit bereits erlegen. ""Sitzung des Provinzial-Ausschusses. In öffentlicher Sitzung wurde am Samstag die Enteignung des zur Verbreiterung der Schellengasse in Alsfeld üon der Stadt Alsfeld in Anspruch genommenen Geländes der Th. Bücking II. Ehefrau verkündigt, nachdem der Pco- vinzial-Ausschuß unterm 27. Februar d. Js. die Zulässigkeit dec Enteignung ausgesprochen und die Stadt Alsfeld inzwischen den Nachweis über Zahlung der zuerkannten Entschädigung imd Hinterlegung der auferlegten Kaution für die noch _ auszuführenden Arbeiten erbracht hatte. — Im Anschluß an die öffentliche Sitzung sand eine Besichtigung bet Tuberkulose-Ausstellung unter Führung des Geh. Regierungsrats Dr. Dietz aus Darmstadt statt. , ..3 er t e. Die in Gießen und Umgegend wohlbekannte mtyrriche «Lungergesellschaft D' Ehrern feer unter Leitung des ^eTrit/xi edjnet Intt 3ur Zeit in verschiedenen Restaurants auf. za» Gebotene wurde biStzN tetä Bmall aufgenonuneu. "Der La'ndes-Kriegerverband „Hassi hielt gestern in Groß-Gerau in Anwesenheit seines Protektors, S. K. H. des Groß Herzogs, der mit Rittmeister Flügeladjutant von Maffenbach punkt 9 Uhr im Automobil von Schloß Wolfsgarten eingetroffen war, seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. U. a. waren anwesend Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Westphal au§' Berlin, als Vertreter des Kysshäuserbundes der D. Kriegerverbände, Prof. Dr. Redslob, Präs, des Kriegerbundes in Sachsen-Weimar, als Vertreter des Deutschen Kriegerbundes, Bundesschatzmeister Seleger aus München alS Vertreter des bayerischen Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossenbundes, Frhr. v. Valot und Hauptmann Truckmüller als Vertreter des Württemb. Kriegerbundes und Generalmajor Anheuser als Vertreter des Badischen Militärvereinsbundes. Sämtliche 38 Bezirke waren vertreten. Den Jahresbericht, aus dem die ersprießliche Tätigkeit der „Hassia" zu ersehen ist, gab der Vorsitzende Generalmajor Hof, den Rechenschaftsbericht der Schriftführer Medizinalrat Vogt-Butzbach, sowie den Kassenbericht Hauptmann d. L. Wald ecker; sie wurden gutgehcißen. An Stelle, der ausscheidenden Vorstandsmitglieder Pfifferling und Krämer wurden Port-Offenbach und Schmitz-Alzey gewählt. Zum Ort des nächsten Verbandstages wurde einstimmig Ortenberg bestimmt. Der Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe mit 54 465 Mk. balanziert und in dem an Unterstützungen 11435 Mk., dagegen an Mitgliederbeiträgen 11559 Mk. vorgesehen sind, wurde gutgeheißen. Es folgten dann noch eine Reihe Mitteilungen über die Prinz Ludwig-Stiftung, die Ernst-Ludwig-Stiftung, die Ernst-Ludwig-Eleon.-Stiftung, den Kyffhäu,erbund, die Versicherungsverträge, die Sterbe- kasse und die Verbandszeitung „Hess. Kamerad". Nach lebhafter Debatte wurde ein Antrag des Präsidiums angenommen, wonach der „Hessische Kamerad" künftig mit einer Beilage „Altdeutschtano' zum Preise von 65 Pfg. für das Quartal geliefert wird. Den Abnehmern des Blattes wird zugleicy die Möglichkeit geboten, eine Sterbekasseoersicherung abzuschließen. Ein Antrag des Präsidiums betr. § 33 der Satzungen über das Schiedsgericht wird genehmigt. Zu Ehrenmitgliedern wurden der Fürst zu Men- burg-Büdingen und der Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich ernannt. Ein Antrag Friedberg, betr. die Annahme der Normalsatzungen, sowie der Antrag Darmstadt, betr. Voranschlag und Unterstützungen wurden im Prinzip angenommen. — Ein gemeinsames Festessen im „Adler", sowie eine hübsch verlaufene allgemeine Feier auf dem Marktplatz fchlossen sich an die Verhandlungen an. Montags findet ein Ausflug in die Bergstraße statt. ** Eine hohe Auszeichnung wurde unserer Nach-, bargemeinbe Steinbach auf der Ausstellung der Deutschen Ländwirtschaftsgesellschafi zu Düsseldorf zuteil. Sie erhielt bei starker Konturreirz für ihren Gemeinde bullen Vogelsberger Rasse den ersten Preis. Dasselbe Tier erzielte 1905 auf der hessischen Landesausstellung in Mainz den zweiten Preis.' ""Von dec Gießener Bahnhofsrestauration. Ein Freund unfeces Blattes schreibt uns: Dem ehrenden Nachruf in N.. 129 Ihres geschätzten Blattes aus Anlaß des Todes des Städtv. Kirch im Uebrigen in jeder Beziehung beistimmend muß ich doch der Gerechtigkeit; halber festftellen, daß d'as Verdienst, die Bahnhvftestauratioir auf ihre Höhe gebracht zu haben, vor allem dem Schwager des Herrn Kirch, dem verstorbenen Herrn Christian Krämer gebührt. Dieser übernahm im Jahre 1872 die damals allerdings in wenig befriedigendem Zustand befindliche Restauration und seiner unermüdlichen Tätigkeit iin Verein mit derjenigen seiner Gattin, dec Schwester des Stadtv. Kirch, gelang es, die Restauration zu einer mustergültigen zu erheben. Ties erkannte Kaiser Wilhelm I., der auf der Durchreise nach Ems seine Mahlzeiten in der Bahnhoftestaur.ätion einzunehmen pflegte, ba^ durch an, daß er Herrn Krämer den Charakter als Hoflieferanten des Königs von Preußen verlieh, und gleiche Auszeichnung wurde ihm von anderen Fürstlichkeiten zuteil. Später trat Herr Kirch in das Geschäft seines Schwagers ein und übernahm! es nach dessen Tode selbständig. Ihm ist 'es zu danken, daß, dem Geschäft sein gutes Renommee erhalten blieb. X Wieseck, 10. Juni. Unser großes Dorf prangte gestern im schönsten Festschmucke. Die Sangesbrüder von hier und den benachbarten Orten Klein-Linden, Gcoßen- Buseck, Watzenborn und Wißmac hatten sich zusammen- gefunden, tun gemelnsaut das 25jährige Stiftungsfest des Gesangvereins „I ugendbund" zu begehen. Dem Festtage ging am Samstagabend eine Vorfeier auf dem Festplatz voraus, die bei Gefangsvortcägen, Konzert und Solovoctcägen des Kammermusikers Kümmel-Gießen sehr schön verlief. Am gestrigen Hauptfesltage bewegte sich um 2 Uhr ein stattlicher Festzug, an den Festjungfrauen in Buseckectaltracht und die Vereine teilnahmen, durch das Dorf. Auf dem geräumigen und schön geschmückten Festplatz angekommen hielt Festpräsident Da ubert die Festrede. Ec gedachte des 25 jährigen Bestehens des Vereins und der Pflege des Volksgesangs und brachte ein Hoch auf das deutsche Lied aus. Veremsvorsitzeuder H. Kreiling überreichte au dreizehn Gründer, die dem Verein ununterbrochen 25 Jahre ange- höct haben, Ehcendiplome unö ernannte sie zu Ehrenmitgliedern; auch zwei Mitglieder, die 20 Jahre als Sänger Mitwirken, erhielten Diptolne. 9(n diese Feier schlossen sich Gesangsvocträge der Vereine untermischt mit Pistonvorträgen des Kammermusikers Kümmel und Konzertoorträgen dec Kapelle Becker. Unterdessen hatte der Festplatz sich dicht gefüllt und namentlich aus Gießen strömten Scharen von Menschen nach Wieseck. Dank des prächtigen Wetters entwickelte sich auf dem Festplatz em reges Treiben, und das Fest, das heute sein Ende erreicht, nahm einen überaus schönen Verlauf. /X Lollar, 9. Juni. Unser über 2000 Einwohner zählender Ort erhält demnächst, einem vielseitigen Bedürfnis entsprechend, eine Gendarmerie st ation. Durch den fortwährend steigenden Industriebetrieb und den hierdurch bedingten Zuzug fremdländischer Arbeiter ist die Belegung unseres Ortes mit Gendarmen jedenfalls sehr zweckentsprechend und auch beruhigend für die ansässigen Einwohner. ** Steinberg, 10. Juni. Der seit einem Jahr bestehende Turnverein Steinberg errang auf der Turufahrt des Gaues Wetterau zu Dorheim unter 7 Turnern sorg- gende Preise: zwei 9., einen 16., einen 18., einen 24., einen 25., einen 32. Es sind dieses die ersten Preise, die in unserer Gemeinde Watzenborn-Steinberg errungen wurden. △ Butzbach,8. Juni. Gestern hatte der liberale Wahlverein seine 2. Versammlung in der Doll- schen Gastwirtschaft. Man konnte schon nach dem einmonatlichen Bestehen des Vereins eine günstige Weiterentwicklung konstatieren. Zum Vorsitzenden wurde Joh. Schimpf ernannt. Der seitherige Vertrauensmann der Partei, Kaufmann Fr. Heyd, übernahm das 9lmt des Schriftführers und Fabrikant W. Heil würde zum Kslfierer gewählt. — Vier tab"&$UeIl S«nt feil'1"3 ML fcklt ben ; Mt ber A'schen L ^ig tr baff. x von Ät d! noch Me VfQti er ii . * Innina «Etzl s&Ö* >ie ifN her igzost» "4S -„'S vereine schloß ' üotitäfle b« 1 wurden die M daß für ländliche hSr gebracht M y ß Marb oersität fand die historischen R statt. Neben de. gliedem waren u. Dc. Bühlau, Kas Geh. H°scat Po Pros. Dr. vch Friedberg; Ten« Vorsitzende, Pros Anwesenden uni Berichtsjahre oeri verstorbenen Pros östentlichung, das Prof. D. Megan walt aus dem wählte die Versal Mitglied, sowie fe bürg, Dr. Arm! Vogt in Gießen Rechnung deS S ergab eine Einn Ausgabe von 4k sammlung den S Friedberg, de Mark für die F denbuchS zu b liche Beispiel am ihres Arbeitsgebi Mdrne von de oufzehttn werde tyn, daß die Kl vollendet habe wiewohl manch Arbeiten noch r Homburc trifft der Kaise Schlosse Wohnun der Großhetj Griechenland, Pr Herzogs, Fürst H tagen im Saalb Rennstrecke vorüb Kaisertnbüne in ^erkehrSminifter bürg Logis beste auch einen Ctroi mal die Kurvern Juni, Doppi Regiments Nr. SraSoner.JRegin, aeuerwerk;c. vk g abend "on da auf der Woche. 1 -st Jc- Franks ?"°cht fahren mit ‘Wbureau ß“ leine SsjÄtloa Heer und Flotte. — Ter Besuch der Home Heer (engt Heimflotte) in den baltischen Gewässern ist, wie entgegen allen bisherigen Dementi zuverlässig verlautet, für Ende Juni bezw. Ansang Juli endgültig gesichert. Das englische Geschwader unter Führung des Dreadnought, des Flaggschiffes des Vize-Admirals Bridgeman wird u. a. außer Travemünde iind Neuiahrwasser, möglicherweise auch kiel anlauien. srausende „Damen" konnte man gestern in der Bis- marckstraße beobachten. Das Renkontre endete damit, daß die Kleinste von ihnen durch Verabfolgung einer Anzahl Ohrfeigen an die Gegnerinnen Siegerin blieb und die anderen das Weite suchten. I Bönstadt b.Friedberg, 9. Juni. Dieser Tage wurde hier ein 55 Jahre alter Knecht wegen SittlichkeitS- vergehens, begangen an seiner Dienstherrin, verhaftet und in das GerichtSgefängniS nach Altenstadt abgeführt. Mainz, 8. Juni. Der Kaiser wird im August einer Truppenschau auf dem großen Sand beiwohnen. □ Lützellinden, 9. Juni. Der Hüttenberger Sängerbund feierte heute sein zweites Bundesfesl unter sehr zahlreicher Beteiligung der Nachborvereine aus Großen-Lmben, Dutenhofen, Klein-Linden, SlUenbotf, Münchholzhausen, Hochelheim, Volpertshausen, NeiSkirchen, Ober» Kleen, Groß-Rechtenbach und Niedcr-Klecn. Der inmitten eines Obstwaldes gelegene Festplatz war dicht besetzt. Nach dem Umzug durchs Dorf hielt Präsident Gilbert vom hiesigen Gesangverein eine Begrüßungsansprache, während der Bundespräsident Lehrer Qucnzer-Nieber-Klecn die Festrede hielt, die in einem Hoch auf den Kaiser, den eifrigen Förderer deS Volksgesangs, ausklang. Fräulein Zimmer- man überreichte eine prachtvolle, von Frauen und Jungfrauen gestiftete Fahnenschleife. Ein Massenchor der Bnndcs- vereine schloß die Feier und es reihten sich die GesangS- vorträge der 15 Gesangvereine an. Mit lebhaftem Beifall wurden die Chöre ausgenommen, und man kann wohl sagen, daß für ländliche Verhältnisse recht gute Leistungen jn Gehör gebracht wurden, zumal die meisten Vereine klein sind. /\ Marburg, 9. Juni. Im Senatssaale der Universität fand die zehnte Jahres-Versammlung der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck statt. Neben den in Marburg ansässigen Patronen und Mit- gliedern waren u. a. von auswärts emgetrofsen Museumsdirektor Dr. Böhlau, Kassel; Pfarrer D. Dr. Diehl, Hirschhorn a. 91; Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt, Gießen; Geh. Juslizrat Prof. Dr. Schmidt, Gießen; Bürgermeister Stahl, Friedberg; Generalsuperintendent D. Werner, Kassel. Ter Vorsitzende, Prof. Frhr. von der Ropp, begrüßte die Anwesenden und gedachte zunächst dec im verflossenen Berichtsjahre verstorbenen Patrone und Mitgliedern. Dem verstorbenen Prof. Justi hat die Kommission ihre erste Veröffentlichung, das hessische Trachtenbuch, zu verdanken. — Prof. D. Wiegand ist zufolge einer Berufung noch Greiss- walt aus dem Vorstände ausgeschieden; an seine Stelle wählte die Versammlung Prof. Dr. Hcymann zum Vorstandsmitglied, sowie ferner Generalleutnant z. D. Beß in Mar- burg, Dr. Armbrust in Göttingen und Privatdozent Dr. Vogt in Gießen zu Mitgliedern der Konnniffion. — Die Rechnung des Schatzmeisters, Geh. Archwrat Dr. Könnecke, ergab eine Einnahme von 12194 Mark gegenüber einer Ausgabe von 4591 Mark. Mit Dank begrüßte die Versammlung den Beschluß der Stadtverordneten von Friedberg, der Kommission einen JahreSzuschuß von 1000 Mark für die Fortführung des Friedberger Urkundenbuchs zu bewilligen. Sie hofft, daß dieses vorbildliche Beispiel auch bei anderen Städten und Körperschaften ihres Arbeitsgebietes Nachahmung finden wird, zumal ver- schiebene von den im Gange befindlichen Unternehmungen sich dem Abschluß nähern und den verbliebenen Kassenbestand aufzehren werden. Zum Schluß wies Prof. Haupt daraus hin, daß die Kommission das erste Jahrzehnt ihres Bestehens vollendet habe und auf erfreuliche Resultate Hinweisen könne, wiewohl manche gleich zu Begmn in Angriff genommene Arbeiten noch nicht vollendet seien. Homburg v. d. H., 9. Juni. Am 12. Juni abends trifft der Kaiser mit Gefolge hier ein, um bis zum 15. im Schlosse Wohnung zu nehmen. Prinz Heinrich von Preußen, der Groß Herzog von Hessen, Prinz Andreas von Griechenland, Prinz Battenberg und der Schwager des Groß- herzogs, Fürst HohensolmS-Lich, nehmen in den Renntagen im Saalburg-Restaurant Quartier, an welchem die Rennstrecke vorüberführt und' von welchem der Start vor der Kaisertribüne in 10 bis 15 Minuten zu erreichen ist. Der Verkehrsminister Breitenbach hat zum Kaiserrennen in Homburg Logis bestellt. — So dürfte denn diese große Woche auch einen Strom von Passanten nach Homburg führen, zumal die Kurverwaltung an den Haupttagen, 13., 14. und 16. Juni, Doppelkonzerte von der Militärkapelle des Kürassier- Regiments Nr. 5, des Artillerie-Regiments Nr. 61 und des Dragoner-Regiments Nr. 24, Illumination, Leuchtfontaine, Feuerwerk rc. veranstaltet. Die Abreise des Kaisers erfolgt SamStag abend von Homburg nach Hamburg zum Nennen, von da auf der »Hohenzollern" nach Helgoland und zur Kieler Woche. fc. Frankfurt a. M., 9. Juni. Durchgegangen ist der Rechtskonsulent Oskar Sippel, der vor li/s Jahren mit einem Privatier Rausch hier ein Beitreibungsbureau auf der Zeil aufgemacht, sich dann aber wieder von seinem Kompagnon getrennt hatte. Sippel soll größere Verbindlichkeiten in Gestalt von Gesälligkeitsakzep- ten hinterlassen, die ihm in vertrauensseliger Weise ge- geben worden waren. Gerichtssaal. EB Darmstadt, 8. Ium. Wegen S i t t l i ch k e i t S v e r- brechens gegen Paragraph 176, '21 bj. 3 des Strafgesetzbuchs holte sich heute vor der hiesigen Strafkammer der bisher unbestrafte Metzgermcisler Wilhelm Brückmann von Auerbach zu verantworten. B. hatte seit Jahren unzüchtige Handlungen mit Knaben vorgenommen, trotzdem er selber -Frau und drei Kinder besitzt. Als jein Berbrechen bekannt ivurde, flüchtete er nach der Holland. Grenze,.wo er verhaftet wurde. Tie unter Ausschluß der Oeffent» lichkcil geführte Berhandlung schloß mit dem Resultat, daß der Angeklagte unter Zubilligung mildernder llmständL zu 1 Jahr 6 Ai onate n Ge t ängnis verurteilt wurde. Sport. Berlin, 9. Juni. Tas Kaiserpaar fuhr heute nachmittag zur Ruder-Regatta nach G r ü n a u. Es fuhren u. a. mit: Prinz Oskar und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, Staatssekretär v. Tirpitz, Tr. v. Studt. Sieger wurde der Per- leidiger des Preises, der Berliner Ruderklub „Hellas", zweiter der Berliner Ruderklub. Im zweiten Achter siegte der Berliner Ruderverein .Allemannia'. Im akademischen Lierer um den Wanderpreis siegte, wie in den beiden Vorjahren, der Akademische Ruderklub Berlin. _ * Kleine Tageschronik. Jn Udiiie (Italien) soll ein junger Wiener Gelehrter namens Robert Ester verhaftet worden fein, der ans der dortigen Bibliothek ein wertvolles Manuskript entwendet haben soll. Eisler soll versucht haben, sich im Gefängnis mit einem Taschenmesser das Leben zu nehmen. Tie Verwundung sei ober nicht lebensgefährlich. — Kirchhossdiebe ent- wendeten in der Meinung, Kostbarkeiten zu ftndeu, auf dem Friedhöfe S a n a r y bei Toulon den Sarg mit den Resten Michel Paschas, des im vorigen Jahre verstorbenen prooencialen Millionärs, der eine Zeitlang türkischer Großadmiral war.ß Die ©ruft wurde am Sonntag leer gefunden. Don den Miffetätem fehlt jede Spur. — Wie von der russischen Grenze gemeldet wird, übergoß un Torfe Groß-Ksionsch bei Czenstochau ein Arbeiter seine schlafe ndeFrau und seine vier Kinder mit Petroleum, zündete s i e an und entfernte sich darauf. Frau und Kinder wurden als verkohlte Leichen aufgesunden. Als Beweggrund der Tat werden NahruuaSsorgen angegeben. — In Nürnberg erschoß der Bankbuchhalter Fehlhammer seine Frau und seinen neunjährigen Knaben, verletzte seinen vierjährigen Sohn lebensgefährlich und sich selbst leicht. Der Beweggrund sind verfehlte Spekulationen. — In der Fruchtstraße im Osten Berlins stach der Arbeiter Schelitzky auf ihm begegnende und ihn anrempelnde Burschen los, tötete einen, verletzte einen zweiten lebensgefährlich und» einen dritten leichter. Er wurde verhaftet. — Die Münchener Rechtsstudcnten Paucksch und Hildebrand, die am Mittwoch eine Zillcrtaltour machten und nach Zürich weiter wandern wollten, werden vermißt. — Bei einem Hausein- sturze in Camerano «Italien) wurden fünf Personen getötet und drei schwer verletzt. hheit 7 * * 2* ' feine Kn, bände, SretCt sSx «i-h- ffi dem die erB e Arft und Ansaat -n .a9en 11559 M ^g-rttftimg,die ;9’Ueon.*5tntuna ■*ra9e, die Sterbe! ® Präsidiums an! '^künftig mit eiie von 65 Pfa 1 Abnehmern des wen, eine Sterbe- °S des Präsidiums dsgericht wird qe. Fürst zu Wen. ls-Yohensolms-Lich dle Annahme der mstadt, bett. Vor- lm Prinzip ange. im „Wer", sowie ' auf dem Markt- |en an. Montags 'utbe linieret Nach- Uung bet Deutschen zuteil. Sie erhielt debullen Vogcls- e Tier erzielte 1905 iz den zweiten Preis, »ssreslauration. Kandel. — Preis konvention in der Fahrrad-Industrie. Ter seit Jahren vergeblich angestrebte Zusammenschluß der deutschen Fahrradsabrikanten zwecks Erreichung einer Preiskonvention scheint nun endlich doch seiner Verwirklichung entgegenzugehen. Einer Dresdener dReldung zufolge ilt im großen ganzen bereits unter den maßgebendsten Fabrikanten eine Einigung erzielt worden, und nur eine einzige größere Firma soll mit ihrem Beitritt iwch zurückhalten. Zur Lage. Ter Peffimismus, zu dem namentlich die tägliche Börsenberichterstattung zwingt, nimmt stetig zu. Tie allgemeine Unsicherheit und Unklarheit über den Geldmarkt sowohl wie über die Industrie haben eine Berslimmung geschossen, die man fich m verschärftem Maße kaum mehr oorslelleu faiuu Trotzdem zeigen sich für den Beobachter mancherlei Anzeigen, die auf eine sich nähernde Besserung schließen lassen. Es hat der Geldmarkt m der letzten Zeil unter dem Einfluß von Ausgleichsmaßnahmeu gestanden, auf. die wir eingehender zu sprechen kommen werden, wenn noch klarer zu sehen ist. Auch ist anzunehmen, daß in nächster Zeil chon sich stetere Verhältnisse herausbrlden werden, da nicht aUem Dcrmif*tes» * Ein Duell m l l tödlichem Au§ g a n g. Am 9. d.M. land in Triest ein Duell zwischen dem Jngeiileur und Landwehr- kutnant Hertl aus Wien und dem Jnfanterieoberleutnant Karl Weriiik infolge eines Wortwechfels statt. Hertl erhielt einen Stich ins Herz und verschied, Wermk einen schweren Säbelhieb über die Stirn. t , * Mit den Zähnen befreit. Aus der Gcsangenen- zelle des städtischen Krankenhauses in Gera ist wahrend der Nacht der 28 jährige Drucker E. Schaarschmidt entwichen. Die Flucht war von ihm zweisellos von langer Hand vorbereitet. Er hatte die ieinc der hölzernen Säulen, die vor dem Zcllenfensier angebradjt ist, nach und nach mit seinen Zähnen ,so weit durchgenagt, daß er sie durchbrechen konnte. Tie Beschädigung der Säule hat er dann mit gekautem Brot verklebt. Durch die ziemlich Heine. Oessnung hat sich Schaarschmidt durchgezwängt. * Die verkaufte Mißgeburt. Aus Dortmund wird geschrieben: Ein interessanter Fall von Beiseiteschassung eines Kindes kam vor dem hiesigen Bezirksausschuß zur Verhandlung. EmeHebamme hatte ein mit zweiKöpfen und vierArmen geborenes Kind einer dortigen Arbeiterfamilie, das sofort nach der Geburt gestorben war, an einen Jahrmarktsbudenbesitzer für 120 Mark verkrust. Ter Bezirksausschuß sprach der Hebamme deswegen das Recht aus Führung deZ Prüsungszeug- nisses, das sie seit 20 Jahren besessen, mit der Begrünung ab, daß die sittliche Integrität und die, flbiolulg Zuverlässigkeit der Frau uW Mehr pordaiid.es seien, beginnt. Gießen, den 8. Juni 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.L.: Eurschmann. Gießener Strafkanimer. H Gießen, den 6. Juni 1907. SittlichkeitSverbrecheu. Tie Strafkammer verurteilte den 30jährigen verheirateten Musiker und Landwirt K. K. von W i e s e ck wegen Sittlichkeitsverbrechens zn einer Gefängnisstrafe von 3 I a h r c n und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ans 5 Jahre. Rach dem öffentlich vcrkündclen Urteil hat die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehende Verhandlung ergeben, daß der Angeklagte feit dem Jahre 1901 fortgesetzt mit mindestens 13 Knaben unter 14 Jahren unsittlich verkehrt hat. Tas Gericht bezeichnete die Strafe als eine recht milde Sühne für die ungemem fchivcre Tat, durch die eme große moralische Schädigung der Jugend heroorgernfen wurde. Ter Umstand, daß er seiner perversen Neigung nicht mit der nötigen Widerstandskraft eutgegeutreteu konnte und daß er liefe Nene zeigte, wirkte strafmildernd, fodaß von der verwirkten Zuchthansstraie abgefehen iverden konnte. Ebenfalls ivegcii S i 11 l i ch k e 11 s v e r b r e ch e n s wurde der in Dorheim wohnhafte M a n r e r H. G. ans Worms zn 6 Ai o n a t e u Gefängnis unter Anrechnung eines Moncus der erlittenen Unlcrsnchungshast verurteilt. Er Hal ein fünfjähriges 'Mädchen unter dein Vorwande, es möge ihm ben Weg nach dem Lndwigsbrunnen in Bad-Nauheim zeigen, es anf einen Seilenpfad gelockt und ihm Geld gegeben, um cs zur Ausführung seines Vorhabens gefügig zu machen. Er wurde bei Ausführung^ deS Verbrechens durch einen Passanten gestört, wodurch die Sache auch zur Anzeige gelangte. Seine durch einen Sachverständigen ieftgeslcllte geijiige 'Minderwertigkeit, das Geständnis unö der Umstand, daß das Kind keinen körperlichen, aud) wohl feiner Jugend wegen einen moralifchen Schadeii nicht erlitten hat, ließen die Erkemnmg der Minimalslraie zn. eine wenig günstige Gegenwart sondern auch eine noch weniger günstige Zukunft, erstere für Bankaktien, letztere für Jndustriewerke, bereits eSkomtiert ,st. Auch hat man für die Industrie gar ferne sicheren Anhalte dafür, daß e5 mit ihr so schlecht wird, rote geroiffe Berichte es darstellen. Jedenfalls gibt sich das Bestreben auf Einschränkungen nun sehr deutlich kund und dies wurde ja von den verschiedensten Seiten besonders jedoch von den Großbanken als der Weg zur Befferung bezeichnet. Wir fürchten nur, daß gerade sie fpeziell darunter zu leiden haben wirb. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 10. Juni. (Orig.-Telegr. beS „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchimarttpreife. Weizen Alk. 21.00—21.50, Kurhefsifcber Mk. 21.00—21.50, La Plata Mk. 21.25—22.25, KanfaS Mk. 21.25—22.25, Roggen (hiesiger) Mk. 20.25—20.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.50, Fanken- felder Mk. 18.75—19.00, Hafer 19.76—20.50, MaiS Mk. 14.75—15.00, Weizenmehl 'Ulf. 29.25-29.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Alk. 27.75, 3. Qualität Mk. 25.25—25.75, Rogaenmehl 00 Mk. 29.00—29.50,1. Qualität Mk. 28.00—28.50, Weizenklete Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Rieb Alk.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. -*c. Frankfurt a. M., 10. Juni.(Telegr. Orig.-Bericht beS ,®ie& Anz.'). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarf tpreife. Zum Verkanfc standen: 533 Ochsen, 111 anS Oesterreich, 50 Bullen, 0 anS Oesterreich, 0 au6 Dänemark, 815 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 307 Kälber, 395 Schafe unb Hämmek, 00 Schafe anS Oesterreicli, 0 Ziegen, 1717 Schweine. Bezahlt ivnrbc für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qnal 70-74 'Mk., 3. Qual. 63—66Alk.; Bullen l.Qual. 70 bi« 72 Alk., 2. Qual. 66-68 Mk.; Kühe l.Qual. 73-75 Mk., 2. Qual. 70-72 Alk., 8. Qual. 61-63 Alk, 4. Qual. 00—00 Ml., 5. Qual. 00—OODlk. Kälber: 1. Qual.96—100 Psg., Lebendgewichts—60 Pf., 2. Qnal. 88—90 Pfg., Lebendgewicht 50—54 Pfg., Schlachtgewicht 65—70 Pig. Schafe: 1. Qnal. 82—00, 2. Qual. 78—80 Pfg.,' 8. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 57—58 Pfg., Lebbgew. 45.00—00.00 Pfg., 2. Qu. 56-00 Pfg., Lebendgew. 44.50—00 Psg., 3. Qual. 48—50 Psg. Lebendgetv. 00 Pfg. Geschäft: bet Hornvieh mittelmäßig, Uebcrfmnb unbebeutene; bei Kleinvieh gut, feil) Ueberftanb. 9000 >cr ytbiiriniS vielse'tlS^ 7 * d b'n «LK e Er Pvllev - Bekanntmachung. Am 12. lausenden Monats findet im Deutschen Reiche eine Bernis- und Betriebszählung statt. Diese Zählung hat den Zweck der Verwaltung und der Wiffenschast neue unb zuverlässige Nachrichten einerseits über die Zusammensetzung der Bevölkerung des Reiches nach Lerusen und andererseits über die Zahl und die Gröhe der gcwerblicherr und land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zu verschafien. Es tonunen hiernach folgende Formulare zur Verteilung: 1. HauShaltungslisien, 2. Gewerbebogen, 3. Gewerbeformulare, 4. Land- unb ForsüvirtschastSkarten. In der Hausbaltungsliste sind alle zur Haushaltung ge- hörigen Personen, ^einschließlich der Zimmerabmieter, Schlasganger usw. nachzuweisen, die in der Nacht vom 11. bis 12. laufenden Monats in dem betreffenden Haushalt übernachtet haben, gleichviel ob sie ständig ober vorübergehend anwesend, Inländer oder Ausländer, Zivil- oder Militärversonen find, und einerlei, ob sie einen Beruf ausüben ober nicht. Vorübergehend abwesende Haushaltungs- Mitglieder find in der Hauöhaltunasliste unter B einzutragen. Gewcrbeformnlarc ober Gewerbcbogcn sind auszufilllen für Handwerk, Industrie, Hausgewerbe, Heimarbeit, Baugewerbe, Handelsgewerbe, Bergbau, Salinen, Hütten, Gast- und Schcurkwirt-- schast, Berucherungsgewerbe, Vertehrsgewerbe, künstlerische Ge- werbe, Theater, Musik- und Schaustellungsgewerbe, Fischerei, gewerbliche id. h. nicht ackermäßige) Gärtnerei. Gewerbeformulare haben auszufüllen die Inhaber van Gewerben, in denen 1, 2 oder 3 Personen einschließlich des Inhabers beschäftigt sind, vorausgesetzt, daß in dem Gewerbe keine UmtriebS- oder Kraftmaschinen «Motoren» verwendet, keine Motorwagen, Dampfkessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Damvssässer benutzt werden, und daß außerhalb der Betriebsstätte keine Personen iz. B. Heimarbeiter» beschäftigt werden. Gcwerbebogeu «keine Gewerbeformulare) haben ans- zufüllen: L Die Personen, welche ein oder mehrere Gewerbe, wenn auch nur zeitweise, mit 4 ober mehr Personen einschließlich des Inhabers betreiben, serner 2. die Personen, welche in ihrem Gewerbe Umtriebs- oder Kraftmaschinen «Motoren», bewegt durch Wind, Waffer, Dampf, Gas, Elektrizität usw. oder Motorwagen, Damps- kessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Damvssässer benutzen, auch bann, wenn weniger als 4 Personen beschäftigt find, 3. die Gewerbetreibenden, welche außerhalb ihrer Betriebs- statte eine oder mehrere Personen «z. B- Heimarbeiter) beschäftigen. .. r._ . v Betreibt eine Person mehrere Gewerbe, so nt für iedeS einzelne Gewerbe em Gewerbebogen auszufüllen. 4, Land unb Forstwirtschaftskarten müssen van allen Personen ausgefüllt iverden, die eine land- unb forstwirtschaftlich benutzte Fläche, sei es auch nur im kleinsten Umtange, bewirtschaften. „ Tie Formulare sind bis Mittwoch Mittag auszufullen, da die Eittfammluug bereits am Mittwoch Rachmtttag wieder es geschätzten Blattes rch im Uebrigen in ach der Gerechligkiii Bahnhofteslauralion rllem dem Schivager Christian Krämer ? Die damals aller« nblidje Restauration ■ein mit derjenigen ch, gelang ed, die e:i. Dies ertanme l Ems seine Mahl« MM vsiegfi, da«. ,t als tzvWnaMn. jW ÄMchMg M. LMr hat ■0 Hießen. Fer"lp Mlagu-V Adresse für Anzeigers Betr.: Die Firma Albrecht Hahn in Gießen. Beschluß. Der Ficmemnhaber Albrecht Hahn, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, wird benachrichtigt, daß die Löschung der Firma im Handelsregister beabsichtigt ist. 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Es s SanatoriM ei die Absicht sei, Die Gesellschaft war auf die ( Zeit die Stät macht werden der Kaiserin Hölle breit ma unterblieb dal Ms jedoch in Men Höchs mehr das alll verherrlichte A dem Par! ist i Wt beschafft tzesamt hergesteNt Wirklichieff r einigen Jahr auch nicht iir Jahren völli Erhaltung ist mehr ins Get Baumeister nii Die Einflüsse gemacht, daß i halt des Kaisei hängt es auch deutschen Baun Wen ist, daß Ären hat. »au wieder in Anweisungen i Gulenb der Besitzung beweist, wie vs ^or.Qltem mi Jeeben. Ohn des Kaisers k Haltung des ( Wajser n^t d ^stellen, die alles ^ins i erklärt, daß Früh knen zum \ in An, stch die Gri-ckp LV KL hon 94qq göltet KQ,er ehaupL belaßt ^ainit äffe * sä;? ln# Sani; Ankauf bel, Weißzeug, Gold- u. Silbersachen von 02324 Jakob Olt, Neuen Bäue 21. 5000—6000 1h Champagnerflaschen, gebraucht, zu kaufen ges. Schriftl. Angebote unter 04110 an den Gießener Anzeiger erbeten. 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