Vir- 157 Zweites Blatt LS7. Jahrgang Erscheint ILglich mit Ausnahme deS Sonntags. j^A / »a - a, S ' Di- ..Slekener zamllienblätter» werden dem U 8 18 ä 1'^ |R P| .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das WM» ®,^L, ffl «L, ■ M «k, fl, XJÄ W U BÄ, Hfil Vk Z „Kreisblatt für den Kreis Lietzen" zweimal V |i V ■ V V V ' H ’T-S V V W wöchentlich. Der „hesflsche tandwir^ erscheint ™ v l Eeneral-Mzelger für Oberhefjen Montag 8. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Untoerfität3 • Buch- and 6ttbibtudtttL 9L Sange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* stratze 7. Expedition urrd vertag! ee®6L Redaktion: 112. TeU-Adr^ AnesigerGießen. Wl»WWl T-j IIIMil MM IIMgPflMnKBtggM—gPaWa—BMIMlE—MBBgCM Besserung der deutsch-französischen Beziehungen. Berlin, 7. Juli. Zur jüngsten Rede des Ministers Pich o n in der französischen Teputiertenkammer schreibt die „N o r d d. A l l g. Z t g.", in nüchtern denkenden politischen Streifen Deutschlands ist seit langer Zeit der Wunsch lebendig, daß etwa auftauchende konkrete Fragen zwischen Frankreich und Deutschland auch in Frankreich ahne Leidenschaftlichkeit nach ihrer sachlichen Bedeutung allgemein behandelt werden möchten. Man wird bei uns )en freundlichen Ton, in dem Herr Pichon gestern die )eutsch-französischen Beziehungen besprach, wohl zu würdigen wissen und ihn gern mit gleichem vergelten. Eine Verständigung von Fall zu Fall kann sehr wohl geschehen, ahne die Rechte und Interessen Dritter oder gar die Bündnisse oder Freundschaften zu verletzen, die Deutschland oder Frankreich mit anderen Mächten verknüpfen. Wird diese ^eüerzeugung Gemeingut, so wird sie von selbst jene „gün- rige Atmosphäre" zwischen den beiden Mächten Herstellen, )ie die Erledigung bestimmter sich darbietender Angelegenleiten nur erleichtern kann. Paris, 6. Juli. Die Erklärungen Pichons über die )eutsch-französischen Beziehungen werden von der Presse m allgemeinen mit großer Befriedigung ausgenommen, venu auch einige Zeitungen, wie „Gaulois" und „Gil 3las", eine größere Offenheit über die Absichten der ruswärtigen Politik Frankreichs gewünscht hätten. Man ft aber darüber einig, daß Pichon klug und geschickt ge- prochen hat und sieht mit einigem Vertrauen der Entwick- ung der Dinge zu. Großes Aufsehen macht hier ein Artikel -er „Nowoje Wremja", der sich mit der Frage beschäf- igt, ob die französische Allianz für Rußland roch weiter nützlich sein könne. Man ist sehr überrascht, daß solche Erwägungen in dem befreundeten Lande überhaupt augestellt werden können und gibt den russischen üundesgenossen einige bittere Wahrheiten zu kosten. In edem Fall sind zurzeit die Möglichkeiten zur Ver- tändigungüverwirtschaftlicheundkoloniale Fragen zwischen Deutschland und Frankreich her gegeben als noch vor kurzer Zeit, nur muß man sich )or übertriebenen Erwartungen in dieser Hinsicht hüten rtid Einzelfragen, über die man sich verständigen kann, richt mit den Fragen der großen Politik verquicken, deren Diskussion zwecklos und gefährlich ist. „Aurore" sagt, s seien erfreuliche und ermutigende Worte gewesen, die Archon gestern in der Kammer gesprochen habe, und sie würden auch außerhalb der Grenzen Frankreichs gute Aufrahme finden. „Petit Parisien" meint, die Rede, die n jeder Hinsicht volle Aufklärung über die internationale Jage geboten habe, könne mit Genugtuung erfüllen, da )ie Beziehungen Frankreichs zu Deutschland wurtoisrevolle seien und die Politik der Regierung nieman- >en beunruhigen könne. Die Erklärungen des Ministers »eigten zur rechten Zeit, daß seit Jahren die inter- rationalen Beziehungen nicht so korrekte mb glatte gewesen seren wie heute. „Figaro" agt, Pichon habe den verworrenen Erörterungen über > i e Reise Etiennes ein Ende gemacht. Botschafter Fambon könne nunmehr den günstigsten Augenblick ab- uarten. Dieser Umstand dürfe Frankreich und seine Diplo- naten weder zu kindischem Schmollen noch zu ungeschicktem Fifer oder zur Leidenschaftlichkeit verleiten. London, 6. Juli. Ueber die Aeußerungen Pichons -insichtlich der Besserung der Beziehungen zwi- chen Frankreich und Deutschland schreibt der .Graphie", Pichons Worte werden mit äußerster Befriedung in ganz Europa aufgenommen werden. Zwar gehe )ie Annäherung noch nicht sehr weit und die eingeheimsten Ergebnisse seien noch von geringem Wert, aber es sei ein rusgezeichneter und vielversprechender .An- ang gemacht worden. Zur Lage in Rußland. Moskau, 6. Juli. Die Fujionsverhandlungen wischen den Oktobristen und den Kadetten sind vollständig gescheitert, da letztere in der Agrarfrage auf der Zwangsentejgnung von Grund und Boden beharren. Warschau, 6. Juli. Wegen der feierlichen Begrüßung des Erzbischofs Popiek wurden 13 Per- onen zu 2 Wochen bis 3 Monaten Arrest verurteilt. — In >er Provinz dürfen Plakate nur noch in russischer Sprache gedruckt werden. Die Repressalien gegen >ie polnische Bevölkerung nehmen schärfste normen an. — Gegen einen Militärzug, der zwei ^ardekompanien von hier nach Petersburg brachte, schleuderte ieute eine bewaffnete Bande in der Nähe von Lacy Bomben ind eine Handgranate. Die Granate beschädigte die Geleise eicht, die Boniben aber explodierten nicht, so daß der Zug ungehindert passieren konnte. Die Bande ist entkommen. Riga, 6. Juli. Das straffere Vorgehen gegen tl(e revolutionärer Gesinnung verdächtigen Elenente hat heute zu nochmaliger Umzingelung und Durch- uchung der Synagoge geführt, wo 95 junge Juden sistiert ind zur Wache gebracht wurden. Die beiden Arbeiter, die pen deutschen Reichsangehörigeli Lüth im März ds. Js. chwer verwundeten, hat das Kriegsgericht zu schwerer Zwangs- rrbeit verurteilt. Jekatarinenburg, 6. Juli. Heute mittag wurde kuf der Straße ein Revolverattentat gegen den tädtischen Polizeichef, der sich in Begleitung des I Äendarmeriekapitäns Pyschkin befand, v/rübt. Der Polizei- j tjef blieb unverletzt, Pyschkin wurde durch Reoolverschüsse >ctötet. Die Uebeltäter wurden verfolgt, es gelang ihnen ! edoch zu entkommen. Während der Flucht verwundeten sie j inen Polizisten. Deutsches Reich. Berlin, 6. Juli. Tie „Berliner Correspondenz" schreibt: Eie deutsche Krankenkassenzeitung und nach ihr vermiedene ländere Preßorgane scheinen andeuten zu wollen, cs ü bei der Neubesetzung der zweiten Tirektorstelle ün ReichSversicherungsamt Anfang 1907 ein katho lischer Beamter zugunsten eines nicht katholisch en übergangen worden. Dieser Borwurf erledigt sich durch die einfache Tatsache, daß der zum Tirekwr ernannte nichtkatholische Beamte seinem katholischen Kollegen im Tienstalter vorangeht. Gleichwohl wollen wir noch ausdrücklich feststellen, daß bei einer Neubesetzung politische Erwägungen weder im zuständigen Reichsamte des Innern selbst mitbestimmend gewesen sind, noch bieder Behörde vom eiten der Reichskanzlei nähegelegt worden sind. — Wie die „Voss. Ztg." erfährt, ist ev ausgeschlossen, daß in der nächsten Reichstagssession bereits eine Vorlage, ivelche die angekündigte Umarbeitung der Arbeiterver- sicherungsgesetze enthält, dem Reichstage zuaehen wird. Sollte im nächsten Winter ein erster Entwurf fertiggestellt werden, so wäre eS möglich, daß in der übernächsten Session eine Vorlage an das Parlament gelangt. Ties ist aber auch nicht als fieber zu betrachten, da die Beratungen über den Entwurf viel Zeit in Anspruch nehmen werden. — Wie in unterrichteten Kreisen angenommen wird, dürste von dem Ergebnis der Fahr karten ste u e r in der jetzigen Reisezeit die Entscheidung der Fpage abhängig gemacht werden, ob auch die vierte Klasse von einem gewissen Betrage ab zur Fahrkartensteuer herangezogen werden soll, um einer weiteren Abwanderung aus der dritten in die vierte Klasse möglichst 'vorzubeugen. Dem Bundesrat würde dann ein entsprechender Vorschlag im Herbst gemacht werden. — Dem Berliner Anarchistenorgan Revolutionär" ist ein eigenartiges Mißgeschick zugestoßen. Wie es in seiner neuesten Stummer mitteüt, hat es seinen Trucker wechseln müssen, weil der bisherige, seit 1 x/2 Jahren mit einem Pvlizeikommmar in Verbindung gestanden und ihm die Kvrrektur- abzüge, sowie die erste fertige Nummer auf schnellstem Wege zu- gestellt habe. i — Jm^itzungssaale des Reich^kolonialamtes fand freute unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dernburg und in Anwesenheit einer Reihe von anderen Herren des Amtes eine vom Handelsvertragsverein in Vorschlag gebrachte Sitzung deutscher, am Geschäftsverkehr mit Deutsch-Ost- afrika beteiligter Firmen statt, die dem Staatssekretär vor seiner Abreise Wünsche, Beschwerden und Anregungen deutscher Interessentenkreise unterbreiten wollten. Hagen l W., 7. Juli. Ter Hagener Verein für Feuerbestattung hat gegen das von den Ministerien des Innern und des Kultus erlassene Benutzungso erbot des Kremo- wriums verwaltungsgerichtliche Klage erhoben. Dresden, 6. Juli. Das „Dresdner Journal" veröffentlicht als Sonderbeilage den Entwurf zumWahlgesetz für die zweite Kammer der Ständeversammlung. Hamburg, 7. Juli. Gegen den Polizeiassistenten Neuhaus in Altona, der als ehemaliger Unteroffizier der Kilimsandscharostation im Petersprozesse vernommen wurde, ist dps Diszilplinarverfahren eingeleitet worden, weil er sich hinter dem Rücken seiner? Vorgesetzten mit Bebel in Verbindung gesetzt hatte. Ausland. Bergen, 6. Juli. Die „Ho henzollern" mit Kaiser Wilhelm an Bord traf heute abend 10 Uhr, begleitet vom Depeschenboot „Sleipner" hier ein. Die „Hohenzollern" wechselte Salut mit der Festung und ging auf dem Puddesjord vor Anker. Ter deutsche Gesandte in Christiania, welcher hier eintraf, sowie der deutsche Konsul Mohr begaben sich sofort an Bord der „Hohenzollern". Wie verlautet, wird der Kaiser während seiner jetzigen Nordlandsreise Gelegenheit nehmen, das vierte englische Kreuzergeschwader, das in der Zeit vom 8. bis 15. Juli von Bergen oder Throndhjem ankern wird, in seiner Eigenschaft als Ehrenadmiral der britischen Flotte zu inspizieren. Ein starkes deutsches Geschwader wird sich zu der gleichen Zeit in den norwegischen Gewässern aufhalten. Wien, 7. Juli. Reichskanzler Fürst Bülow wird Ende September in Men eintreffen, um Baron Aehrenthal einen Gegenbesuch abzustatten. Triest, 7. Juli. Die Hafenbehörde erhielt eine amtliche Verständigung, wonach Ende dieses Monats ein japanisches Geschwader den Hafen anlaufen werde. London, 6. Juli. In der hiesigen Presse ist die ALeldung aufgetaucht, der König von Belgien habe die Absicht, die Baronin Vaughan zu heiraten und zwar zu dem Zweck, um ihren Sohn zu Legitimieren und zum rechtmäßigen Thronfolger von Belgien zu machen. Die Baronin ist die Witwe eines Arbeiters und ihr Sohn aus erster Ehe ist ein sozialistischer Abgeordneter der belgischen Kammer. Die Baronin könnte Königin werden, denn das belgische Gesetz kennt keine morganatische Ehe des Monarchen. Paris, 6. Juli. Ministerpräsident Cle- menceau stellt in Abrede, daß er während der Ferien eine Zusammenkunft mit dem italienischen Minister des Aeußern Tittoni haben werde. — Präsident Falliöres gab die Absicht auf, im September Norwegen, Dänemark und Schweden zu besuchen; die Reise findet erst im Jahre 1908 statt. — Die Regierung hat den Berwaltungsrat deS Spielklubs in Aix les bains ausgesordert, sich dem Gesetz zu fügen und das Hazardspiel in seinen Räumen zu verbieten. Infolge dieser Ordre hat der Bürgermeister dem Präfekten sein Demissionsgesuch überreicht. New York, 6. Juli. „Newyork Herald" berichtet aus Manila, alle japanischen Arbeiter, welche an den Befestigungswerken und bei den Docks von Olongapo und Gawite beschäftigt waren, sind entlassen worden. Man vermutet unter den Verabschiedeten zahlreiche japanische Offiziere, welche wie seinerzeit in der Mandschurei Arbeiterstellungen angenommen haben, um auf Rechnung ihrer Regierung Spionage zu treiben. Auch 60 Frauen stehen unter demselben Verdacht. Die Amerikaner planen in der Nähe von Olongapo kombinierte Manöver der Flotten- und Landtruppen zu veranstalten. — Die Textil-Industriellen planen eine dem Präsidenten Roosevelt vorzulegende Denkschrift gegen das deutsch-amerikanische Handelsprovi- so r ium. Die Ausschreitungen in Agraw. Budapest, 6. Juli. Zu den Demonstrationen in Agram wird noch berichtet: Heute Nacht haben sich die Demonstrationen wiederhol. Die Demonstranten durchzogen die Straßen der Stadt und zerlrümmerten sämtliche Fenster-« scheiben des ungarischen Kasinos, rissen die Wappen nom; Finanzpalais und suchten vor das Palais des BanuS zu ziehen, was die Polizei mit blanker Waffe verhinderte. Hierbei fam cs zu Zusammenstößen und zahlreichen Verhaftungen. Alle kroatischen Stationen sind festlich geflaggt zum Empfang der kroatischen Abgeordneten. Einige Blätter melden, Kossuth habe in der gestrigen Sitzung der Unabhängigkeitspartei eine Revision der Hausordnung angeregt, da mit der jetzigen nicht mehr zu regieren sei. Nach dieser Ankündigung sollen sich unbeschreibliche Szenen abgespielt haben. Rufe, wie „Das wäre der Tod der Partei, die Hausordnung opfern wir keiner Regierung, das ist ein Putsch, um uns die letzte Waffe gegen Oesterreich zu nehmen" wurden laut. Kossuth erklärte, vor Erregung weinend, die Revision sei gegenüber den Kroaten und den anderen Nationalitäten notwendig. Falls die Regierung auf der Revision bestehe, werde er zurücktreten. Zu den Agramer Exzessen vom Freitag wird noch mitgeteilt, daß sie viel ärger waren, als zuerst berichtet. Den ganzen Abend und die Nacht über war in allen Hauptstraßen der Verkehr unterbrochen. Von allen öffentlichen Gebäuden wurden die ungarischen Wappen heruntergerissen. Ferner wurden zahlreiche Briefkasten demoliert und der Samoberer Bahnhof förmlich gestürmt. Die Polizei war völlig machtlos. Nach einer Anordnung der Behörde muffen die Haustore abends 8 Uhr geschlossen werden. Die von Budapest heim gekehrten kroatischen Ageordneten wurden auf dem Bahnhofe von einer großen Menschenmenge empfangen, wobei verschiedene Begrüßungsansprachen gehalten wurden. Auch das Mitglied des öster- reichffchen Reichsrats, JvanisevieS, hielt namens deS süd- slavischen Klubs eine Rede. Der Abgeordnete Mekadovics, Präsident des Agramer Landtages, dankte in seiner Antwort für den feierlichen Empfang und erklärte, der Kampfplatz fei jetzt von Budapest nach Agram verlegt. Fast täglich finden Straßenkundgebungen von geringem Umfang statt. Der Winzerkrieg in Frankreich. Montpellier, 6. Juli. Die Bewegung zu guirften der Aufgabe des Widerstandes nimmt täglich zu und es ist nunmehr sicher, daß eine Spaltung zwischen den ausständigen Winzern und der Mehrzahl der Bürgermeister bevorsteht. Die Bürgermeister sind in ihrer Mehrheit der Ansily-t, daß die Benoegun^ nunmefrr lange S gedauert habe und daß es an der Zeit sei, diese aus- m. Sie hoffen auf diese Weise eher auf Unterstützung seitens der Regierung rechnen zu rönnen. — Etwa hundertMaires hielten heute eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, die Tätigkeit nur wieder aufzunehmen, wenn die Wähler ihr Verhalten billigen sollten und wenn die Regierung im Parlament Abwehrmaßregeln gegen das Elend im Süden durchsetzen sollte. Weiter wurde die Freilassung der Gefangenen sowie die Zurückziehung der Truppen gefordert. — Der Gemeinderat hat gestern mit 16 gegen 8 sozialistische Stimmen alle Demissionsgesuche zurückgezogen. Das Votum hat in der Stadt großes Aufsehen hervorgerufen. Marseille, 6. Juli. 40 Meuterer des 17. In - fanterieregimentS, die gestern hier cintrafen, wurden unverzüglich nach Tunis und Sfax eingeschifft. Paris, 6. Juli. Tie Kammer nahm fast einstimmig das Ergänzungsgesetz zu dem unlängst in Kraft getretenen Gesetz betreffend We i n f ä l s ch u n g' an. Aus Stadt und Land. Gießen, 8. Juli. •* Landwirtschaftl. Bezirksausschuß. Am Samstag fand im Cafs Ebel die Konstituierung des Landwirtschaftlichen Bezirksausschusses für den Wahlbezirk Gießen durch das Landwirtschaftskammer-Vorstandsmitglied Köhler-Langsdorf statt. Abg. Köhler-Langsdorf eröffnete um 31/2 Uhr die Sitzung und begrüßte außer den erschienenen Mitgliedern des Bezirksausschusses insvesondere den Regier-^ ungsvertreter Herrn Geheimcrat Dr. Breidert, dabei hervor-^ hebend, daß die Begrüßung nicht allein seiner amtlichen Eigenschaft, sondern noch ganz besonders ihm selber gelten solle, als dem hervorragenden Förderer allgemeinen Volkswohls und vor allen Dingen der Landwirtschaft. Als Vorsitzender des Bezirksausschusses wurde sodann gewählt das Landwirtschafts- kammermitglied Wilhelm Weil zu Lang-Göns und als dessen Stellvertreter Heinrich Gilbert II. von Heuchel- freim. Hiernach wurde festgestellt, daß im Jahre 1907/08 in folgenden Orten landwirtschaftliche Vorträge stattsindcn sollen: in Heuchelheim, Atlendorf a. d. Lahn, Steinbach, Watzenborn-Steinberg, Garbenteich, Grüningen, Leihgestern, Lang-Göns und Großen-Linden. — Nach Schluß der Konstituierung sand eine Besprechung allgemeiner landw. Fragen statt, so über die Einführung einer obligatorischen staatlichen V iehv ersicherung, der gegenüber man sich ablehnend verhalten will, über das neue Jagdgesetz, das zurzeit dem Landtag noch vorliegt und das dem Bezirksausschuß als zu jägerfreundlich erscheint und schließlich über die allgemeine Kalamität der landw. Leutenot, bezüglich derer die folgende Resolution gefaßt wurde: „Der Bezirksausschuß des Wahlbezirks I (Gießen) beantragt in seiner 1. konstituierenden Sitzung bei der LandwirtschastSkammer, die Leutenot im landw. Betriebe in den Bereich ihrer Beratungen zu ziehen und zu versuchen, auf praktischem Wege Abhülfe schaffen zu helfen." Die Sitzung wurde um 6 Uhr nachmittags geschlossen und alle Dlitglieder, und insbesondere auch Herr Geheimerat Dr. Breidert, gaben der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Bezirksausschüsse bei guter Leitung * Neue Eisen bahnun fälle. Bei Büderich stieß ein Sch n e l l z u g der elektrischen Bahn mit einem (leljr wertvolles für unsere Landwirtschaft zu leisten imstande seien. cs jedoch jede Gefahr zu beseitigen. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. — Der Dampfer „Mount Royal" der Hudson-Bai-Eompany, der auf dem Steena-Fluß verkehrt, ist in einer engen Felsenschlucht vollständig wrack geivordcn. Eine Depesche besagt, daß eine große Anzahl Passagiere sich auf eine Insel in der Schlucht gerettet habe, einige aber ertrunken seien. Unwetter. Die schweren Gewitter vom Freitag abend haben in der ganzen Umgegend, ferner in Hessen-Raffau und weit darüber hinaus erheblichen Schaden angerichtet. Bis heute liegen iins folgende Meldungen vor: Düsseldorfer Fu h riv erk zusammen. Dec Kutscher wurde getötet, Pferd und Wagen wurden zcrtrümniert. Die auf den: Vorderperron stehenden Passagiere erlitten sämtlich teilweise schwere Verletzungen. — Zwischen einem von Turin kommenden Güterzuge und einem nach Porto Ceresio 'fahrender elektrischen Zuge sand in der Nähe vom Bahnhofe Mailand einen Zusammenstoß statt, wobei ungefähr 20 Personen verletzt wurden, darunter vier schwer. Mehrere Wagen sind entgleist und erlitten starke Beschädigungen. * Opse r de r Berge. Von drei deutschen Studenten, die gestern einen Aufstieg auf bcir hohen Gipfel der Grande Chartreuse unternahmen und sich dabei verirrten, stürzte einer, ein Bayer aus Landau in der Pfalz, namens Steinseld, löO Meter tief in eine Schlucht. Die Leiche wurde heute früh ausgesunden. * Ein „bissiger" Iunge. Aus Newyork wird ein eigen«* tümlicher Fall von über mäßigerZahii Bildung mitgetcilt, der dem Betroffenen zum Schaden gereichen kann. Es handelt sich um einen neunjährigen Jungen namens Israel Metz, der nicht weniger als sechzig Zähne hat, die in fünf Reihen geordnet im Oberkiefer stehen! Obgleich der Knabe beim Kauen die größte Vorsicht aufwendet, tarnt er es nicht vermeiden, sich auf btc Zunge zu beißen. Seine Mutter sagte zu den Aerzten, er müsse drei Stunden vor der Schulzeit aufstehen, nur damit er sein Frühstück einnehmen könne. Tas Eigentümlichste bei diesem abnormen Fall ist die Tatsache, daß jedesmal, wenn die Zahnärzte eine Anzahl der überzähligen Zähne entfernt haben, neue und zahlreichere Zähne, wie btc Köpfe der Hydra, wachsen. Kapazitäten der Zahnheilkunde halten eine größere Operation in dem Rachen/ raum für nötig, docy können sich dte Angehörigen nicht entschließen, eine solche, vornehmen zu lassen. * Eine Verkehrsstörung infolge — D i e b st a h l s. Eine eigenartige Betriebsstörung ist auf der Südlichen B erl tner Vorortbahn durch einen Diebstahl verursacht worden. Gegen 5 Uhr früh bemerkten .Straßenbahnbeamtc, daß auf der Ktrecktz - ^.Bellersheiin, g, QuIL Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag verbunden entlud sich gestern abend über unsre Gemarkung. Tie Frucht liegt danieder. Die Kartoffeln sind gänzlich verhagelt und die Stengel geknickt. Auch den Obst bäumen hat das Wetter erheblichen Schaden zugefügt. B e t t e n h a u s e n , 6. Juli. Von dem schweren Gewitter Tic «tz- d-r Die Gefahren der Einheitsschule für unsere nationale ' Erziehung Wclchc Wirkung bat die Einheitsschule für den Bolksschul- lchrerstand selbst? Tic meisten Glieder dieses Standes, dessen eynges -streben nach Fortbildung der Pcrsasscr mit Recht rühmt, Ichlvarmcn beute für tue erwähnte Schuleinrichtung einerseits aussen ermahnten ethischen Gesichtspunkten, nlio im Znteress- ccr -bolkchchule und des Lollcs felbst, andererseits auch in dem i^res eigenen istaitbes. Sie erwarten als Frucht der Cinhnts- schulc größeres ^ntereffe der leitenden Kreise und daraus sich " Licdigshühe. Morgen findet das erste Kaffee- Konzert statt. Wie wir hören, werden diese Konzerte in Zukunst jcden^Dienstag nachmittag gegeben werden. ” Die Länger, die sich an den am 4. August in der Festhallc der Unioerfitätsfeier anfznführenden Massen- chören beteiligen wollen, werden auf die int Annoncentei befindliche Benachrichtigung hingcwiesen. X Daubringcn, 8. Juni. Der Kriegerverein -Daub ringen feierte gestern in Verbindung mit dem Bezi rksfest dos Hassiabezirks Gießen sein 35jüh. rigeZ Stiftungsfest, das einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf nahm und ivohl aller Erwartungen übertroffen hatte. Ein stattlicher Festzug, eröffnet durch Radfahrer und festlich geschmückte Jnngfrauen, in dem fas alle Kriegeroereine des Bezirkes vertreten ivarcn, bewegte sich mit Musik an der Spitze durch die tadellos sauberen Straßen des tm Fahnenschmuck prangenden Ortes nach dein Fest- plahe. Den Festteilnehmern ivurden unterwegs zahllose Rosensträußchen zugeworfen, leider konnte man den gütigen Spenderinnen nicht immer den gebührenden Dank abstattcn. Auf dem Festplatze angckommcn, hielt der Präsident des Kriegeroereins, Herr Grö lz, emc wohldurchdachle, in palrio- «schein Sinne gehaltene Ansprache, die wahrlich ivcrt wäre, im Wortlaut iviedergegcben zu werden. Sein Hoch galt dem Landesfürsten, S. K. H. dein Großherzog, soivie dem obersten ^Kriegsherrn, S. M. dem Deutschen Kaiser, Nachdem die jSiationalhymne verklungen war, überreichten einige Jungfrauen mit einer warmen Ansprache im Auftrage der Frauen und Mädchen Daubringcns eine Fahnenschleife. ^)er Gesangverein trug ein schön einstudiertes Lied vor. In-' zwischen traf der Regierungsvertretcr Kreisamtmann Dr. Dierck em, der mit einer sehr beifällig aufgenommenen Rede die von S. M. dem Kaiser gestiftete Fahncnschleife überreichte, mit dent Wiinsche, allezeit treu zu Kaiser nnd Reich, zu Fürst und Vaterland zu halten. Ein brausendes Hurrah erfolgte. Erwähnt seien noch die zu Herzen gehenden Worte des Hassia-Präsidial-Mitglicdes Mayer von Gießen. Nun begann der Reigen, getanzt von etwa 24 Paaren. Die Mädchen, gleichmäßig in Matrosenkleidern mit blauen Litzen und Tannengrünbogen tn den Händen, die jungen Leute int weißen -Turnanzuge mit Silberpapier umklebten Stäben. Die Sache klappte ganz vorzüglich und machte sowohl dem Turnverein wie dem Leiter Herrm Karl Müller aus Gießen alle Ehre. Die Stimmung war bald gehoben, Speisen und Getränke waren vorzüglich und zum Glück hatte auch der Himmel Einsehen und spendete seine warmen Strahlen auf das fröhliche Treiben. Mit Befriedigung werden wohl alle Gäste wie der einladende Verein auf das in jeder Hinsicht tadellos verlaufene zurückblicken und es gerne in angenehmer Erinnerung bewahren. I ergebend eine Aebung ihres Tianves in kultureller, sozialer urt pekuniärer Beziehung. Auf den ersten Blick scheint diese eme gewiye Berechtigung zu haben. Wie Tr. M. aber nachwnb t)t die Stellung der Lehrer in jedem Betracht in den Ländern mit allgemeiner Volksschule vielfach zurüMehend hinter der b'j uns, nicht nur in deutschen Staaten, wie Bayern, dessen Lehre, gern nach Hessen, Preußen usw. auswandern, namentlich aber in Oesterreich, der Schweiz, Dänemark, Norwegen, der nordamerikon Union. Geringere Besoldung, Unsicherheit der Stellung, Bangigkeit von lokalen Verwaltungsckörvern sind dort hervorstechende, gewiß von niemand bei uns erwünschte Verhältniss'. Eine gründliche Ausgestaltung der einzelnen höheren Schul- I gattungen sowie der Volksschule, der Fortbildungsschule und der Anstalten für die Ausbildung der Volksschullehrer, also em einbest- Iid) nationales Schulsystem, nicht aber das Phantom der Einheit, schule, das ist die Forderung des Verfassers. So kommt also -5' ' n; dem Ergebnis, daß es int Interesse der Schuler» leder ^Art, des Lehwerstandes und der l>ohen A-ultur unsere Volke», geboten ist, die höhere Entwickelungsftufe, die Diffwen- zierung, also die Vorschule in den großen Städten — die Zwano. Vorschulen in kleineren Orten verwirft er als nicht erforderlich —3£^minbeJtcn™bD:n 3- Schuljahre an beizubehalten, die Hin- ausschiebuiig des Beginnes des' höheren Unterrichts auf das elfte oder 12. Lebensjahr unbedingt zu verwerfen, ein den v.'rschieden- iten Zwecken entsprechendes Schulsystem auf nationaler Grund- läge und unter Berücksichtigung sozialer Forderungen auszubauen Nicht um denen, die sich für diese bedeutsame Frage aus beruf, ^wem oder allgemeinen Interesse Beschästigen, ein volles Bild der Ausführungen von Dr. Müller zu geben, — nein, dazu st Vuch viel zu reich an tiefen und weittragenden Gedanken — Und diese Zeilen geschrieben, sondern um zu dessen Lektüre, dessen Studium anzuregen. Jeder, wie er sich auch zu der b-- handelten ötagc von vornherein stellen mag, wird darin eine H-ulle von Anregungen für sein ferneres Nachdenken und Arbeiten aus- dem Gebiete der Volksbildung finden o A Bieber bei Rodheim, 7. Juli. Auf Grube „Eleonore" hier, der besten Eisensteingrube im Bergrevier Wetzlar, wird z. Zt eine bedeutende elektrische Anlage gemacht. Der dleserhalb beschaffte große Kessel konnte nicht auf dec Kleinbahn befördert werden imb seine Ueberssthrung von Gießen nach Bieber verursachte Schwierigkeiten. Infolge seiner Schwere sind unterwegs mehrmals die Räder des großen Rollwagens gebrochen. /, Friedberg, 7. Juli .Heute fand das 13. Kreis- j eft des ^2. Kreis es des Deutschen Athletenverbandes hier am Vorabend waren zahlreiche Mitglieder des Verbandes aus entfernteren Städten und Orten hier angekommen. Heute morgen erfolgte um 6 Uhr allae- rn einer Weckruf, woraus man sich dann auf den Festplatz die in nächster Nähe der Stadt gelegene Äewiese, begab' Zuerst fand ein Kommers statt und nach dessen Beendigung Probe und Schaustemmen, Punkt 2 Uhr begann ber Äestzug, der sich am Ende der Frantfurler Straße ausgestellt hatte. Voran marschierte die Kapelle des Thüriua Ulanen-Regts. Nr. 6 aus Hanau- Als Ehrenausschuß waren der Bürgermeister, sowie der gesamte Stadtvorstand eingeladen, die an der Spitze marschierten. Atdann kamen der 1. Stemm- und Ringklub, der Turnverein, der Lieder- kranz, der Krieger- und Beteranenverein, ber Artillerieverein, der Gesangverein Frohsinn, der Gesangverein Germania^ der .Evangelische Arbeiterverein, einige berittene D e^r c ch ii i s ch e V e r e i n Gießen hielt am Sams- tag und Sonntag unter sehr zahlreicher Beteiligung von nah und fern fein 10 Stiftungsfest ab. Eröffnet wurde die üI.len Denen recht schön verlaufene Feier durch einen Herren- 'JWent) am Samstag im festlich geschmückten Saal des Cafe Ebel 3" dem sich außer zahlreichen Mitgliedern u. a. Vertreter bet rechn. Vereine zu Wetzlar und Frankfurt, bet hiesigen Ortsgruppe des hessischen Geometervereins, des Vnkchrsvcrcins sowie die iruheren Vvrsitzeudeu Direktor Förtsch-Ludwigshafen, Ing-?nieur Thome-Gtetzett, Inspektor Schütte-Wetzlar und Ingenieur FetUch eingcjunbcn batten. Ter 2. Vor,.- Regicrungsbaumeister K uhl - mann begrüßte sic alle herzlich, worauf bet Vorsitzende Architekt ^oekepbeck in ber Festtebe in großen Zügen ein Bilb bes bisherigen Werbegangs bes Vereins eutwictelre. Der seit sieben Jahren bent deutschen Technikerverbanb angehörige Verein stieg von 20 auf 65 Mitglieder, er bezweckt durch feinen Zusammenschluß bie berufliche Förderung seiner Mitglieder, die Ausdehnung der sozialpolitischen Gesetzgebung (Versicherung für Privatange- Kllte) auf Privatbeamte und btc Pflege ber Kollegialität und Gefelltgkett feiner MitFlieber. Vieles habe ber Verein in ben ersten 10 Ilahren seines Bestehens erreicht, baß nicht alles Erstrebte erreicht worden ici, möge ein Ansporn fein zu weiterest 'rastloser Arbeit Nach sejer mit Beifall aufgenommenen Rebe brachte Ingenieur Thom 6 mit zündenden Worten auf Kaiser und Groß- Herzog ein Hoch aus, während Herr Förtsch-Lubwigshafen bent । Verein sein Glas weihte. Tie Grüße der hiesigen Geomct^- Ottsgtuppe übermittelte Herr Geometer Muller und die des I Verkehtsvereins Herr Will). Homberg et. Telegraphische Beglückwünschungen sparen eingelaufen von der mittelrheinischen Beztrksvermaltung des deuUchen Techniker-Beröanbcs, dem tech- nifchen Verein Osfeuhach ' sowie ben Herren Kommerzienräten ^chassstaebt unb Heyligenstaedt. Bet Konzert, gemeinsamem Ge- lang (zwei ber gelungenen Lieber waten eigens für ben Tag von ben Herren R. Iertsch unb Ferb. Noll verfaßt) unb weiteren Ansprachen verlief ber Abend in schönster Weise. — Am Sonntag vormittag besichtigten die Festteilnehmer, deren Zahl sich inzwischen durch zahlreia)e Gaste von auswärts beträchtlich vermehrt hatte^ unter Führung von Oberbürgermeister M ccum ha3 neue ^stadttheater, das allseitige Bewunberuitg und Anerkennung sand. Der Veteinsvorsitzenbe Architekt Kocket- Leck, bankte im Namen der Teilnehmer oem Oberbürgermeister inst bie liebenswürdige Führung, woraus dieser mit bem Wunsch aritworteste, baß das "heute bei der Besichtigung bem Stabttheater etttgegengebrächte rege Interesse auch nach seiner Eröffnung ihm galten bleiben möge. Ein solermer Frühschoppen mit -Musiworttägen im Kaiserhof unb am Nachmittag eix Ausflug auf ben W indho f bilbeten ben schönen Abschluß pes Sttftungs festes. Postillone Usw. Als erschienene Vestvandsverekne smv u. ä. zu benennen: Stemm- und Ringklub Rödelheim fr. Frankfurt, Athleten-Klub Sachsenhausen, Akhleten-Klub Einiakeit Gießen, Klub Kraftsport Mainz, Athleten-Klub Helvetia Frankfurt a. M, Stemm- und Ringvercin Limburg a- d. L., Stemm- und Ring-Klub Germania Bad Kreuznach a. d. N/ Athleten-Klub Biebrich a. Rh. usw- Als der Zug auf dem Festplatz angekommen war, ergriff der Kreisvorsitzende 5->ch. Kaiser von Oberstein a. b. Nahe das Wort zur Festrede. Er führte unter anderem solgendes aus: Die Athletik ist kein Spork der Neuzeit, auch nicht des Mittelalters, sondern schon im Altertum pflegten die Griechen diesen Sport. Heute vor 16 Jahren, im Juli 1891, wurde der Deutsche Athleteiiverbano gegründet, und jetzt zählt er schon । über 16 000 Mitglieder. Vor zirka 13 Jahren I)at sich ber 2. Kreis bes Deutschen Athletenverbandes gegründet, und jetzt gilt er als vollwichtiger Faktor im Deutschen Athletenverband. Zum Gelingen des Festes hätte die Friedberger Bürgerschaft, sowie die städtischen Behörden durch ihr Entgegenkommen beigetragen, und beiden galt in erster Lmie der Tank des Redners. Zum Schluß brachte er auf S. M. den Kaiser und S. Kgl. Hoheit den Großherzog ein begeistert aufgenommenes Hoch auf. ist ber Titel eines Buches von Professor Dr. Hugo Müller, Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstabt. Es ist 'm bent Vorlage von Alfreb Töpelmann in Gießen erschienen. Kein. Zweifel, ber Inhalt bes Buches Bringt mehr als ber Titel Besagt. Obwohl int wesentlichen eine Kstitik ausgestellter porberuugeit und belehrenber Einrichtungen beschränkt sich bas Buch nicht auf bas Negativ-Kritische, sondern ist zugleich positivreformierend. Neben ber Hauptfrage werben noch eine Reihe von Neben fragen behanbelt, z. B. bas Verhältnis ber brei höheren ^chulgaltungen zueinanber. Hier wirb als Prinzip ausgestellt: absolute Gleichwertigkeit, energischer Wiberstand gegen weitere Einschränkung des humanistischen Bilbungswesens trotz der Forbe- t-ung bes Verfassers, bie Zahl ber Realanstalten zu vermehren und die ber Gymnasien zu renninbern, bas Verlangen für alle brei Schulgattungen, sich voll auszugestalten. Auch bie Frage des Verechtigungsweseiis ist 'in Betracht gezogen. Alle biefe Fragen sind indessen streng in ihrem Zusammenhang mit ber sogenannten Einheitsschule erörtert. Der Verfasser Bringt zuerst in kurzen Umrissen bie Geschichte. ~ - - . vu vc..t ^.ueien hemmet ber ?yorberung einer Einheitsschule unb der Bekämpfung dieses das gestern Abend über unsre Gemarkung hinzog, ist der Weiten Verlangens von Comenius bis zur Gegenwart, also bie Ansichten I durch H a g e l s ch l a g so mitgenommen worben, baß wir nur noch oon Eomcntus, Pestalozzi, Freiherr v. ^tein, W. Lange, Lüben, aus eine halbe Ernte rechnen können. Das Kartoffelkraut liea ^chmoller, Natorp, Rein, Mckert, Paulsen, Naumann, Gurlitt, zerschlagen am Boben. Zwar sind hier viele Lanowirte gegen Rieß, Uhlig, Th. Ziegler, beutscher Lehrertage ber Sozialbemo- Hagelschaden versichert. Doch bürste es noch eine große Anzahl tratie. Pestalozzi hätte er als Zeugen für feine Auffassung namentlich geringe Leute geben, bie nicht versichert sind und baburch verwerten tonnen, bemt bieser verlangt bei ber Schulbildung erheblichen Schaden erleiden. möglichst Rücksichtnahme auf den mutmaßlichen Beruf der Mehr- -b Lich, 6. Juli. Unter ben vielen Gewitterregen in ben zahl ber Schüler — also Differenzierung, nicht Einheitsschule. letzten Tagen erleidet die Heuernte erheblichen Schaben. In Ver Verfasser bespricht bann bie angeblichen sozialen Vor- dem großen Wiesengrnnbe, ber sich von hier bis Münster und zuge ber Einheitsschule unb Bezeichnet als Quelle per Forde- ^othgeS, fast eine Rlcile lang erstreckt, liegt baö Gras bahingernäht rung bieses Systems nicht praktisch-päbagogische Erwägungen, son- lmd kami nicht gedürrt und eingesahren werben. Hoffentlich beingen bent angemeinc ethische Ideen: Verlangen nach innerer Einigkeit die nächsten Tage, bie von den Landwirten so sehr erwünschte und Brüderlichkeit aller Volksgenossen in Verbindung mit dem Trockenheit. Grundsatz der Wesensgleichheit aller Menschen und der Gleichheit z Langsdorf, 6. Juli. Das Gewitter, bas gestern abend aller Staatsbürger vor bem Gesetz. Daraus leitet man ab: "ber unfern Ort hinzog har stellenweise an ben Frucht- und Obst. Gemeinsame Erziehung. bäumen erheblichen Schaben angerichtet. Auch bie Kartoffeln Tr. Müller stellt sich nun als Ausgabe „bie Begrünbung haben bäum ter gelitten. ber geforderten Schulgestaltung nach biefen beiden Gesichtspunkten Aus d em oberen Niddertal, 6. Juli.Gestern abend gegen hin zu prüfen". Seine Ausführungen zeigen den streng logischen V-9 Uhr ging hier ein schweres Hagelwetter nieder unb und vorurteilslosen Denker, ben exakten Methobiker, der zuerst richtete im Felde großen Schaden an. Ebenso hauste bas Wetter seine theoretischen Erwägungen in klarer Form dartut und bann i" der Umgebung von Gebern, woselbst bie ganze Sornmeilrucht die Ergebiiisse seines Denkens, fein Für unb Wiber, mit einem W vernichtet ist. reichen Tatsachenmaterial belegt. „Das Erstreben bes Ukl:u ' ------ _j Friebens, größere Einheitlichkeit des Denlens unb Brüderlichkeit VevMißcbSes. ber Gesinnung" bezeichnet ber Verfasser als „ein hohes und . . r - , rr /w.r schönes Ziel, zu dessen Erreichung jeder gern mithelfm wirb." S ch ifssu n falle. Oestlich von Mo e nkoll (Oltsec) Seine^ vielseitigen Erörterungen ber Frage: Ist 'bie allgemeine kollidierte ein unbekannter Schoner mit einem Dampfer und ^Uschule m der Tat geeignet eine soziale Versöhnung der sank sofort. Bei Stubenk (jöbinb) scheiterte eine unbekannte verichiebenen Klassen herbeizusuhren? haben als Ergebnis, bad r)f; Gnllanb ftrnnhpfp hnr 14 n„r a . vereinzelt günstige Wirkungen erzielt werben fönneu, baß aber V-rr1 ^.0/r.lanb J 5Qn'™ b r rU£? »^cnu§ • 3n auef) eine Anzahl ungünstiger Folgen, z. B. Erweckung von 9?eib, I aUen O'aUc" tthlt von der Alannschast jebc Spur. — Das aus ihr hervorgehen, und daß die Annahme, die Einheitsschule britische Kriegsschiff ^Assistanco bohrte vor bet merbe baö genannte ethische Ziel wesentlich fördern — eine Utopie T u n e - M ü n d n n g ben der Kieler Reederei Diederichsen »ÄKÄ&Sas *? V 7» *™y- »°ch«-7»-0 •» Beweise näher barzulegen. fmblichen Danipfer „Marie" in den Grund. Die Gattin beS In unterrichtlicher Beziehung erwächst nach ber Au- Kapitäns von der /Marie" ertrank. Der Rest dec Besatzung Verfassers aus der Einheitsschule für bie Gesamtheit wurde an Bord der ^Assistance genommen. — In Toulon kem Vorteil, sondern ein schwerer Nachteil und zwar nicht nur ist an Bord des Panzerschiffes Loche" eine Ieuers- sur die höheren schulen, sondern awch! für die Volksschiilcu ' ^oro oes P a nz ers eyNsr s „Hoeye eine r)cuer§- selbst, bie nachweislich unten eine Ueberlastung unb P1'""!1 auSgcbrocOcn. Das Feuer entstand in der Stahe des oben Verarmung und Verödung als Frucht ber Ein- Pulvermagazins und cs herrschte einen Augenblick lang große heitsschule erhalten. , | Gefahr. Durch ba§ schnelle Eingreifen der Mannschaft gelang Dbenbrein würbe bie Einheitsschule im wesentlichen nur den Großstädten zugute kommen, ivährend bie Landbewohner auch dadurch nicht die gleiche Bilbungsntöglichkeit wie die Städter er- halten würden. Daß ber Verfasser völlig frei von engherzigem Klassenbewußtsein ist, zeigen feine Ausführungen fast auf ieb?r ^eite. Wir erwähnen nur ben Satz: „Daß Staat unb Gesellschaft ein bringenbeö Interesse baran haben, cntschiedmc Talente aus dem Volke aufsteigen zu lassen und untüchtige Ele- mente zurückzuhalten, ist sicher, und baß in bieser Hinsicht nicht alles so ist, wie es sein sollte, ist ebenso sicher." An anberw stelle wirb die Forderung, wahren Talenten eine entsprechende höhere Ausbildung zu ermöglichen, als ein Gebot sozialer Gerechtigkeit gegen d i e unteren Stänbe Bezeichnet. . Obwohl Dr. M. unumwunden zugibt, daß die höheren Schulen vielfach unter der Last wenig Beanlagter Schüler schwer leiden, weist er andererseits nach, daß die allgemeine Volksschule diesen Uebelstand nicht nur nicht beseitigen kann, sondern daß in ben Staaten unb Städten des In- unb Auslanbes mit allgemeiner Voltsschule — also ohne Vorschulen — bieser Uebelstand in erhöhtem Maße besteht, ja daß bie M itt e lm äß i g fc i t bort gerade in bie höheren Schulen hinetngezogen wirb. Als positives Mittel, bas ohne Einheitsschule Abhülse schaffen kann doppeltem Sinne: Fernhaftung Bezw. Wiederabstoßung von für oie höhere Schule ungeeigneten Elementen und der planmäßigen Veranziehuiig talentvoller Köpfe aus ben unteren Volksklassen, werben größere Strenge bei ber Versetzung unb Reform des Sti- penbienwesens empfohlen, nicht Vermehrung ber Zahl ber Stipendien, wohl aber beträchtliche Erhöhung der Beträge, sobaß ber Stipendiat nicht bloß "freien Unterricht sondern auch einen entsprechenden Beitrag für seinen Lebensunterhalt bekommt. — Hierzu bemerkt der Rezensent, daß die'es System in Euglaiid, namentlich von der etabt London in mustergültiger Weise ausgebaut ist freilich ist dort bie Not auch Besonders groß, da ber Besuch einer höheren Schule und der Universität gewaltig viel teurer m als Bet uns. — Auch für bie Volksschüler verlangt ber Ver- sasser unentgeltliche Lieferung aller Lernmittel an bie armen Schuler — eine Forderung, bie in Gießen erfüllt ist — u. a. wehr, um ben Eltern bic Aufgabe, ihren Kinbern eine für das Leben taugliche Erziehung geben zu können, zu ermöglichen. Ja, er drmgt auf eine Erweiterung und Vertiefung des Volksschutunter- richts, fchreckl sogar vor der Vermehrung dec Schulzeit um 1 Jahr Nicht zurück. -^-Lichterfelde-Ost—Tempclhof in der Lankwitzerftraße der Kon- durchschnitten war. Man entdeckte, daß nm Mast 2154 r Kupserdraht etwa anderthalb Meter vom Armausleger angesägt ib abgebrochen war. Dieselbe Wahrnehmung machte man noch auf h Entfernung von 110 m. Die Diebe haben in der verflossenen idu offenbar mehrere Stunden hindurch gearbeitet, um sich die r wolle Beute anzueigncn. Der Betrieb der zwischen den beiden norten verkehrenden Straßenbahnlinien war infolgedessen für a Frühvcrkehr unmöglich; erst um 7 Uhr 48 Minuten morgens inte, nachdem durch Turmwagen die notwendigen Reparaturen macht waren, der Betrieb wieder ausgenommen werden. Die Ehrung fine r Retterin Schillers. Eine i er, die weit über ihren kleinen Rahmen hinaus Interesse hat, fand M a n n h e i m statt. Im dortigen Schloßgarten wurde ein Anna ö l z e l - G e d e n k st e i n enthüllt. Anna Hölzel war jene Zim- rmannsfrau, die 1784 Friedrich Schiller vor der Schuld- ,'chtfchaft und Entehrung rettete, indem sie seine Gläubiger sriedigte. Diese Tat war um so höher einzuschätzen, als Schiller, gesehen von seinen wenigen Freunden, die nicht in der Lage iren, ihm zu helfen, nur von Feinden umgeben war, die die lcgenheit, ihn zu verderben, mit Freude ergriffen hätten. Zur innerung an diese Frau aus dem Volke wurde dieser Stein, r gleichzeitig die innige Gemeinschaft Schillers mit dem Volke kumentiert, vom Kunstgewcrbeverein Pfalzgan (Verein für an- ivandte Kunst und künstlerische Kultur) errichtet. Er ist ein cin- cher schöner Block aus rotem Sandstein mit einigen Verzie- ngen; er trägt in der Mitte die Inschrift: Aus Schillers Mannheimer Zeit Anna Hölzel der Erretterin Schillers aus schwerer Bedrängnis. * Kleine T a g e s ch r o n i t. In K 1 e i u - K o t t e r z (Kreis peln) wütet ein großer Brand. Zuerst brannte die Josiclet'sche sitzung nieder. Durch den herrschendcir Sturm griff der Brand ,v mehrere andere Gebäude über und vernichtete über 20. — i Baden-Baden verwundete ein S ch l o j f e r g e l l e ein inges Bl ä d ch e n hi einer Meinhandlung durch zwei Revolver- nijic schwer und erschoß sich dann selbst. 'Der Beweggrund zu r Tat soll unglückliche Liebe gewesen sein. — In Klaus en- it r g fand zwischen dem Grasen Bethlen und dein Jurnalisten alay wegen eines beleidigenden Artikels ein Säbelduell itt. Letzterer ivurde schlver verwundet. — In Belgrad wollte i Soldat des 6. Jnsanlerie-Regnncnts seinen Oberleutnant eselinomie zu e r s ch i e ß e n, wurde aber im letzten Augenblick ran verhindert und verhaftet. Beim Verhör gab er an, st der Oberleutnant in fortgesetzt mißhandelt habe. — Ter feil' ehreren Tagen verwüste Siudend der Medizin Kurt Bock von 3leid) aus Mühlheim, der in Würzburg studierte, wurde im Walde i Würzburg erschossen ausgesunden. — Tie 80jährige schwerhörige au B u r g e r aus R o h r b a ch ivurde von dem Kleinbahnzug ohrbach Klingenmünster überfahren und getötet. — In am bürg sind die Aerzte des Eppendorfer Krankenhauses r. Horn und Tr. Tielniaiili bei ihrer Segelpartie auf derbe verunglückt. — Der britische Gesandte in Norwegen Sir A. I. rderl und seine Gattin wurden bei einer Fahrt durchs Land u einem schweren Unfall betroffen. Die Pferde ihres agenS wurden durch einen Radfahrer scheu geniacht, und das eiahrt schlug an einem steilen Abhang des^Fille-Fsords um. ldy Herbert kam unverletzt dauon, während Sir. A. I. Herbert ehrere Rippenbrüche und, wie man fürchtet, auch innere Vcr> zungen erlitt. Unnft ttnd Rochefort, 5. Juli. Gestern teilte ein 21jähriger Student is La Rochelles, Olamens Lancien in Gegenwart von Professoren r Universität mit, daß er einen Körper entdeckt habe, der . e s e l b e n Eigenschaften besitze, wie das Radium und ir 20Fraiies pro Gramm kostet, ivährend der Preis des Radiums l) auf 3000 Francs pro Gramm stellt. Ein Memorandum über ?»e Entdeckung ist der Pariser Akadeniie der Wissenschaften über- ittelt worden. Gerichtrsaai. Berlin, 7. Juli. Ein im Shadtbahnkvupo verübtes ttentat auf ein junges Mädchen, worüber seinerzeit lgemeine Eutrüswng herrschte, beschäftigte gestern das Amts- Lidjt Berlin-Mitte hinter verschlossenen Türen. Ein sehr ele- mter Fahrgast hatte sich aus der Stadtbahn einer unglaublich -»amlosen Handlungsweise gegen eine junge Dame schuldig ge- acht. Es stellte sich heraus, daß der Täter ein hoher r u s s i - • er Staatsbeamter war und zwar der kaiserliche russische -rllegienrat Schaniowsky, früherer Generalgouverneur von iirtestLN, der sich int Auftrag der russischen Regierung aus einer । ise nach Paris befand. Schaniowsty wurde, da Fluchtverdacht -elag, in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Tas Gericht r urteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von drei ochen unter Anrechnung von einer Woche der erlittenen Unter- chungshaft. Dresden, 6.Juli. Das Schwurgericht verurteilte .,te mittag den Dresdener Ratsiekretär Benedikt wegen fort- seyler Betriigreien, schwerer Urkundenfälschung und Ver- en im Amte zu drei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehr- rluft Benedikt, der stark verschuldet war, schädigte 22 Steuer- hl er um erhebliche Summen. l Offenburg, 6. Juli. Vor dem Landgericht wurde ute die Berufung des Verlegers der „Allgemeinen Automobil- -!img" in Berlin, Braun deck, wegen Beleidigung des en dar ms Kobel, anläßlich der vorjährigen Wettfahrt des .-ntsurter Amomobiltlubs vermorsen. Kandel. Japans Finanzlage. Der Finanzkommissar Ja- ns, Walazuki in London, sprach sich sehr zuversichtlich -er die Finanzlage des Reiches, das er zu vertreten hat, es. Auch halte er beruhigende Worte über die japanisch- rdamerikanische Spannung einem Vertreter des Reuter- len Bureaus gegenüber. Er betonte nochmals, daß Japan ne neue Anleihe im Ausland beabsichtige, denn es habe genwärtig kein Bedürfnis nach 'weiterem ausländischem rpital. Die Zunahme der Einkünfte, ohne daß die :euern erhöht worden seien, beweise die erneute Wohl- t)rt. Die neuerdings in San Franeisco eingetretenen vischenfälle mißfielen den Japanern; wenn sie zu oft mieten, so würden sie zu Mißverständnissen führen, aber s zügellose Kriegsgerede fei äußerst lächerlich. Japan Arb eitsv ergebung. Die zur Unterhaltung des Bürgermeistereigebäudes nötigen ^eißbiudcrarbeiteu sollen Montag, den 15. Juli d. Js., vorm. 10 Uhr entlieh vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht der Interessenten cn. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum nannten Termin an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Juli 1907. B9/0 Städtisches Hochbauamt. Gerbe!. Heugras-Versteigerung Mittwoch, den 10. Juli 1^07, vorm. 9 Uhr rd das der Gemeinde Llllendorf a. Lumda zustehende rugras versteigert. Zusammenkunft bei der Ziegelhütte. (Tie Dörnbachswiese wird bei der Versteigerung nicht rgezeigt und fommt bet Beginn der Versteigerung zum tsgebot.) Allendorf a. Lumda, 6. Juli 1907. Großherzogüche Bürgermeisterei Allendorf a. Lumda. Rein. 4493 vertraue völlig 'darauf, daß'die Regierung"'in Wisyington faire handeln werde. i-'1 -t-, Märkte. fc. Frankfurt a. M., T8. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gießen, Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen Mk. 20.75—21.00, Kurhessischer Mk. 20.75—21.00, La Plata A!k. 21.25—22.25, Kansas Mk. 21.25—22.25, Roggen (hiesiger) Mk. 19.75—20.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.50, Fankeii- felder Mk. 18.75—19.00, Hafer 19.75—20.50, Mais Vck. 14.75—15.00. Weizettmehl Mk. 29.25—29.75, 00—00, 2. Qualität Alk. 27.20 bis Aik. 27.75, 3. Qualität Alk. 25.25—25.75, Roqgenmehl 00 Mk. 29.50—00.00,1.Qualität Mk. 28.50—00.00, Weizenkleie Mk. 11.05. bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime A!k. 12.25 bis wik. 00.00, Fraitken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ' .'c. Frankfurt a. M., 8.Juli. (Telegr. Oriq.-Bericht des „Gieß. Anz."). Aintl. Notierungett der heutigen Viehutarktpreis e. Zmn Verkaufe staitden: 526 Ochsen, 85 aus Oesterreich, 38 Bttllen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 939 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 290 Kälber, 262 Schafe und Hantmel, 00 Schafe au§ Oesterreich, 0 Ziegen, 1936 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochseitl. Qualität 80—82 Mk., 2. Qual 71—74 Mk., 3. Qual. 66-68Alk.; Bullen l.Qual. 72 bis 74 Alk., 2. Qual. 66—68 Ack.; Kühe l.Qual. 74—76 Ack., 2. Qual. 70—72 Mk., 3. Qttal. 64-66 Ack, 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00Mk. Kalber: 1. Qual.93—96 Pfg., Lebendgewicht56—58 Pf., 2. Qual. 87—92 Pfg., Lebeitdgewicht 52—54 Pfg., Schlachtgewicht 68-72 Pfg. Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 00—00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 62—63 Pfg., Lebdgew. 48.50—00.00 Pfg., 2. Qu. 61-00 Pfg., Lebendgew. 48.00-00 Pfg., 3. Qual. 54—56 Pfg. Lebendgew. 00 Pig. Geschäft: bet Hornvieh beste Qualität gesucht, sonst mittelmäßig, Uebersland erheblich; bei Kleinvieh gul, fein Ueberstand. ______ Arbcitcrbewegrrug. SE i et, 6. Juli. Nachdem zwischen der Direktion her <3 er» mianiaw erst und den Arbeitnehmern eine Einigung erzielt worden ist, wird die Arbeit tarn Montag wieder aufgc* nn m m c n werden. Amsterdam, 6. Juli. Das Küftenpanzerschiff „Piet Hein" ist (am 6. Juli von Nieuwediep wegen des Streiks der H,asenarbeiter nach Rotterdam abgefahren. Ein zweites Kriegsschiff wird bald folgen. Marseille, 6. Juli. Tas Personalder Gas-Ge- setlsichaft beschloß in den Ausstand zu treten. Rur die Laternenanzünder werden abends noch arbeiten. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöhung und Bewilligung eines wöchentlichen Ruhe- tages. Polizei bewacht das Fabrikgebäude. Larnilicu-Nachrichte». Verlobte: Frl. Jettchen Kalbfleisch mit Herrn Heinrich Lotz in Schlitz. Frl. Helma Zulauf in Elpenrod mit Herrn Heinrich Daum in Alsfeld. Frl. Elisabeth Scheid in Büdingen mit Herrn Karl Stein in Grünberg. Frl. Betli, Rothschild in Alsfeld mit Herrn Samuel Adler in Torlmund. Frl. Bertha Krausmüller in Romrod mit Herrn Karl Metz in Rieder-Ofleiden. — Emilie Müller in Bingeicheim mit Herrn Wilhelm Mobs in Echzell. — Frl. Anna Heyn m Altwiedermus mit Herrn Christian Albert in Büdingen. Gestorbene: Herr Schneidermeister Heinrich Sillhard in Glanberg. Frau Anna Frömke geb. Stauß in Wetzlar. Herr Aicdizinalpraktikant Heinr. Dehnhardt m Barmen. Frau Philippiue Weil geb. Müller in Diefenbach. Herr Philipp Atesserschnndt in Biedenkopf. — Herr Konrad Dippel in Hergersdors. — Herr Karl Gräff, Rentner in Darmstadt. MöihruWc Dkkerscht in TodrsM ill irr SiM Gieße«! 26. Woche. Vom 23. bis 29. Juni 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (iukl. 1600 Alaun Militär). Sterblichkeitsziffer: 29,46 %0, nach Abzug von 8 Ortsfremden: 15,60 °/oo. Kinder A n m.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von aiiswärts nach GieBen gebrachte Kranke kommeiu Es starben an: Zitsaittmen: Erwachsene: im vom Akute Tuberkulose 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1(1) 1(1) —— — Lttttgentuberkulose Gehwnhauttuber- 1 1 — kulose 1 _ 1 Ltutgeuentzündung 2(1) 2(1) _ __ Herzleiden 3(1) 3(1) — — Gallensteine 2(2) 2(2) — Blinddarmentzündung 1 (1) 1 il) — — Gelbsucht 1(1) 1 (1) ___ — Krampien 2 2 — Lebensschwäche 1 — 1 .— Ekzent 1 — <— 1 Selbstmord 1(1) KD — — Summa: 17 (8) 11(8) 4(0) 2 (0) Meteorologische Beobachtunge» der Station Gieße«. Juli 1167 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der £uft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit £Vinbricf)htng! Windstärke Wetter | 7. 2" 747,7 15.4 9,8 76 W 4 Regen 7. 9” 747,1 13,6 9,5 82 SW 2 Bew. Himmel 8. 7“ 746,8 11,0 8,0 81 NNE 2 Sonnenschein Hö chste T empera tue m n 8. . Juli = 4- 17 ,8e C. Niedrigste V 8. „ — + 9 ,7» C. Vriginal-Drahtnrel-ungen. sd. Darmstadt, 8. Juli. Das Großherzogspaar hat feine Reisedispositionen geändert. Die Abreise in London erfolgt am Mittwoch abend und die Ankunft auf Jagdschloß Wolfsgarten am Donnerstag mittag. B e r l i n, 8. Juli. Das Opfer e i n e si R a u b m o r Versuches i ft in der Nacht zum Sonntag der 27 jähr. Kutscher Rublack geworden. Als Rublack auA einem Restaurant heraustrat, wurde er von drei Leuten durch Revolver-^ schüsse niedergestreckl. Als die drei den Niedergeschossenen' berauben wollten, eilten Passanten herbei und nahmen die Räuber nach längerer Verfolgung fest. Berlin, 8. Juli, lieber den tödlichen Sturz e i n e s S t u d e n t e n a u s' L a n d a u, der auf einem Gipfel der Grande Ehartreuse verunglückte, meldet noch der : \ Drei deutsche Studenten namens Stempel, ' Fischer und Wethel bestiegen ohne F-ührer am Freitag morgen den 20.50 Meter hohen Grand Som. Sie unternahmen nach kurzem! 5)alt auf dem Gipfel um 6 Uhr abends den Abstieg ü6er' St. Pierre bc Chartreuse, irrten vom Touristenpfad ab und' gerieten auf einen höchst gefährlichen Feldwegs Stempel wurde vom Schwindel ergriffen, verlor den Halt und stürzte ab. Oppeln, 8. Juli. Die Ortschaft Klein-Kottorz wurde von einer großen Feuersbrunst heimgesucht. 20 Gebäude brannten bei dem herrschenden Sturm nieder. Aachen, 8. Juli. Von den gestern Nachmittag in! Lüttich aufgestiegenen 25 Luftballons passierten die meisten zwischen 8 und 9 Uhr bei ruhigem westlichem Winde die hiesige Gegend und zwar so niedrig, daß man die Insassen mit bloßem Auge wahrnehmen konnte. London, 8. Juli. Die Mitglieder der englischen Sozialisten-Partei nahmen gestern in einer großen Versammlung eine Resolution an, in der sie im Hinblick auf die Haltung der russischen Negierung gegenüber der Duma gegen ein englisch-russisches Abkommen Protest erheben. London, 8. Juli. Aus Dublin wird berichtet, daß, Juwelen des Vizekönigs von Indien, deren Wert sich aus 50 000 Pfund Sterling belaufen, in den letzten Tagen entwendet worden sind. Von dem Diebe fehlt bis jetzt jede Spur. Paris, 8. Juli. Drei radikale Abgeordnete haben in der Kammer den Antrag eingebracht, einen Versuch mit der Einführung der Einkommensteuer in ganz Frankreich zu machen. St. Etienne, 8. Juli. Der Sozialisten-Kongreß des Departements Loire protestierte gegen die Haltung Briands. Daraufhin beschloß das Wahlkomits des Bezirks zu demissionieren, falls dieses Tadelsvotum vom Zentral- verbande gebilligt würde. Toulon, 8. Juli.. Der Gemeinderat hat im Hinblick auf die Winzcrkrise beschlossen, das Nationalfest in diesem Jahre nicht a b z u h a l t e n. Rom, 8. Juli. Tie den vatikanischen Kreisen nahestehende Korrespondenz „Romana" bringt Aussehen erregende Mitteilungen über eine angeblich bevor- st eh ende Kun dgeb un gderfreisinnigen Katholiken Deutschlands und Englands gegen den Vatikan, speziell gegen den Index. In Deutschland habe sich in aller Stille und unter bent Siegel tiefsten Geheimnisses ein Bunb katholischer Laien gebilbet, ber ben Zweck verfolgt, alle latholischen Laienelemente zu sammeln unb alsdann im Bunde mit ähnlichen Gemeinschaften des Auslandes dem Papst eine Petition um eine gründliche Reform des Index zu unterbreiten. Wien, 8. Juli. Die Parteileitung ber beutschen Sozialbemokratie in Oesterreich beschloß die Einberufung eines Parteitages der deutsch-österreichischen Sozialdemokratie auf den 3. Oktober. Man glaubt, daß sich, die Scheidung der deutsch-österreichischen Sozialdemokratie von den tschechischen und polnischen Sozialisten vorbereitet. L immer Schmerzen, überhaupt ber ganze Körper war krank und machtlos. Solches ist nun, seitdem ich Bioson trinke, verschwunden unb ich will nur wünschen, daß es auch fernerhin so bleibt. Mit Hochachtung! Frau Anna Schraber, geb. Kune- muno. Bioson ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Kllo- Paket zu drei Akark erhältlich, welches für ea. 14 Tage ausreicht. b4/< Lauterberg (Harz), Hüttenstr. 614, den 18. Februar 07. Da ich recht blutarm und nervenschwach, auch Atagen- unb Rücken- schmerzen öfters habe, probierte ich das „Bioson" unb kann Ihnen nun mitteilen, daß es bei mir große Dienste getan hat. Ich bin bedeutend kräftiger imb stärker geworden. Durch die Schwäche der Nerven war ich sonst leicht erregbar und gereizt, dagegen fühle ich mich jetzt viel gelassener und wohler. Ich kann dies alles nur dem Bioson zuschreiben unb werde es auch noch mehr gebrauchen: denn der Geschmack ist sehr gut und es ist auch gut bekömmlich. Aber ich hatte auch Bioson trinken heisst Silit erzeugen! Nerven stärken! k WR Eine hygienische Toiletteseife lin-Seife: denn sie ist die einzige, welche den kosmetischen Bestandteil — das Myrrholin — mir anerkannter und bewährter Schönheitswirtung aus die Haut enthält. b7/r Carl Ludwig Leib Kirchstrasse 2 Telephon 466 :: :: Kunsthandlung :: :: Vergolderei • Bildereinrahmungsgeschäft :: u Umfangreiches Lager in Bildern s s 4008 Die ersten Proben zu den Massenchören für das Universitäts-Stiftungsfest finden abends präzis 9 Uhr im Saale des „Hotel Einhorn" statt und zwar für die Terröre am Donnerstag, 11. Juli (nicht Dienstag 9. Juli) für die Bäfse am Freitag, 12. Juli. c8/7 Die Herren Sänger tverden gebeten, die Noten zu den bereits bekannt gegebenen Liedern mitzubringen. I. A.: Der Dirigent O. Gövlach tiotoMphischtz-WapEW und Künstliche Bedarfsartikel Dunkelkammer 4248 Photographische Arbeiten Adolf Bieler, Marktstrasse H. mm Äetw Kartoffeln. 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