Nr. 212 Erscheint täglich außer SonntagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem basischen Landwirt dis Gictzener Familien- blätter viermal in der Woche beigeleql und «veimalwöchentlich das Krelsbtßtt für den Kreis Kletzen. Fetnjprech-An- lchlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr Anzeige* Gieße«. Annahme »tn Anzeigen ftir die Lagesnurnrner bis vormittags 10 Uhr. w V.-' N v'4- Dienstag io. September 1907 Erstes Blatt 157. Jahrgang Bezugspreis, monatlich 75 Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPf., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich tüt den politischen Teil: L. Anderson; s. Feuilleton und »Vermischtes" ; K für Obechch« P. Wittko; für »Stadt u. Land- und.Gerichts- Rotdtonsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerei. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrah« 7. g—f nniuii miii ! ,wwii .IMIMMI—niriwiniiwiri» Ale cSage in Marokko. Die Stellung des neuen Sultans Muley Hafid ist noch keineswegs als befestigt anzusehen. Der „Temps" meint, daß Muley Hafid bei dem Versuch, sich an die Stelle Abdul Asis zu setzen, auf ernste Schwierigkeiten stoßen werde. Zunächst würde es ihm an Geld fehlen; auch zeigten sich einige Kaids, die zuerst sich ihm angeschlossen hätten, jetzt weniger geneigt, ihm Gefolgschaft zu leisten. Mehrere Stämme, darunter der angesehene Stamm der Traghma, in der Nähe von Mara- kesch, hätten erklärt, daß sie Abdul Asis unwandelbare Treue halten würden. Noch bedenklicher für Muley Hafid lautet eine Meldung der „Daily Mail" aus Marakesch vom 2. September: Sultan Muley Hafid plündert den Besitz der Beamten Abdul Asis. Anarchie und Korruption greift um sich. Muley Hafid hat nur 500 Soldaten, denen er keinen Sold zahlt. Täglich finden Veränderungen in den Behörden statt. Das Volk betet zu Gott um Schutz vor einem solchen Herrscher. Die letzten Tage scheinen nach den heute vorliegenden Meldungen keine weiteren Zusammenstöße zwischen den Franzosen und den Marokkanern gebracht zu haben, aber die leitenden französischen und spanischen Kreise halten die Lage noch keineswegs für gesichert. Hierauf deutet auch die Meldung des Reuterschen Bureaus aus Gibraltar hin, wonach in Algeciras der Befehl eingetrosfen sei, daß eine Brigade von 7000 Mann unter General Cane sich am Mittwoch zur Einschiffung nach Tanger bereit halten solle. Clömenceau hat aber in einem Interview mit mehreren Journalisten erklärt, daß die Frage, ob Frankreich entschlossen sei, im Einvernehmen mit Spanien Truppen in allen Häfen Marokkos zu landen, augenblicklich nicht spruchreif sei. „Wir verfolgen", so führte er aus, „vorläufig keinen anderen Zweck, als in C a s a - blanca die Ordnung wieder herzu st ellen. Erst nachdem diese Angelegenheit in befriedigender Weise geregelt ist, werden wir uns mit der Frage, unter welchen Bedingungen sich die Organisation der Polizei in Marokko entsprechend der Akte von Algeciras vollziehen soll, beschäftigen". Von Interesse ist die Stellungnahme Deutschlands zu der geplanten Organisation einer provisorischen Polizeitruppe. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt unter der Ueber- schrift „Zu den Vorgängen in Marokko": „In einem Promemoria der hiesigen französischen Botschaft vom 2. September wurde mitgeteilt, daß es in der Absicht der französischen Regierung liege, im Einvernehmen mit der spanischen Negierung und mit eigenen Mitteln beider Mächte in denjenigen Vertragshüfen Marokkos, in denen eine solche Maßregel als notwendig erkannt werden würde, eine provisorische Polizei einzurichten mit dem Zweck, daselbst die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Bildung der in der Alte von Algeciras vorgesehenen marokkanischen Polizeitruppen zu erleichtern. Hierauf hat die deutsche Regierung geantwortet, sie habe von dieser Mitteilung und von der in dem Promemoria gegebenen Begründung Kenntnis genommen. Sie entnehme daraus, daß die in Aussicht genommenen Maßregeln provisorischen Charakters sein und den Bestimmungen der Akte von Algeciras nicht präjudizieren werden. Die deutsche Regierung habe die Befugnis Frankreichs, sich für die Vorgänge in Casablanca Genugtuung zu verschaffen, anerkannt und beabsichtige nicht, der von Frankreich deswegen unternommenen, durch außergewöhnliche Umstände motivierten Aktion Schwierigkeiten zu bereiten. Sie hoffe und wünsche jedoch, daß schwereSchädigungen der fremden Kaufleute, wie die in Casablanca erlittenen, sich nicht wiederholen möchten. Die deutsche Regierung mache deshalb darauf aufmerksam, daß nach Ansicht des deutschen Geschäftsträgers in Tanger die in der Algecirasakte nicht vorgesehene Aufstellung fremderPolizeikorps unter den gegenwärtigen Verhältnissen einen Angriff der Bergstämme aus die Stadt und eine ernste Gefahr für Leben und Gut der Europäer Hervorrufen konnte, zumal wenn jene Maßregel nicht unter d em Schutze militärisch unbedingt genügender Kräfte vollzogen würde. Die gleiche Gefahr dürfte auch an andern Hafenorten bestehen." Was die Entschädigmtg der durch die Beschießung Casablancas in Mitleidenschaft gezogenen Europäer, insbesondere der Deutschen, betrifft, so scheint Frankreich die Lösung dieser Frage auf die lange Bank schieben zu wollen. Der französische Ministerrat hat nämlich in seiner letzten Sitzung am 9. September beschlossen, daß die marokkanische Negierung für die Vorgänge in Casablanca verantwortlich zu machen sei. Der Ministerrat nahm hierbei auf Präzedenzfälle Bezug, namentlich auf die Beschießung von Alexandria im Jahre 1882. Die Höhe der Entschädigung für den materiellen Schaden soll durch eine internationale Kommission festzusetzen sein. Der Minister des Aeußeren, Pichon, wurde beauftragt, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Antijaparnsche Unruhen auf Vancouver. ' London, 9. Sept. Au f der I n se l V a n co u v c r , dem äußersten Punkt von Vritisch-Nordamerika haben antijapa- nische Unruhen stattge fanden, deren Charakter noch ernster war als die Ausbrüche in San Franzisro- Die Volksmenge griff das chinesische Viertel an und demolierte Häuser sowie Geschäftsläden. Dreitausend Chinesen und Japaner flüchteten in die Vorstädte, um der Wut der Volksmenge zu entgehen. Darauf griff die Volksinenge das japanische Viertel an, wo noch größerer Schaden angerichtet wurde. Die Japaner sammelten sich und rüsteten sich zur Verteidigung ihres Eigentums, sowie des eigenen Lebens- Plötzlich stürmten die Japaner unter wilden Banzai- Rufen gegen die englische Volksmenge, um diese zurückzutreiben. Die Japaner hatten sich mit Messern, Stöcken und Revolvern bewaffnet- Es fand ein heftiger Kampf zwischen Engländern und Japanern statt, wobei die Japaner einen glänzenden Sieg daoontrugen. Die angreiscnde Volksmenge wurde vertrieben- Die Unruhen dauern fort. — Nach einer Meldung der „Times" aus Ottawa soll sich der japanische Handelsminister Jschu während der Unruhen zufällig in Vancouver befinden, und von dort einen Drahtbericht an den japanischen Generalkonsul in Kanada, Rosse, gerichtet haben, der ihn dem kanadischen Premierminister Laurier vorgelegt haben soll. Etwa 3000 gelbe Einwohner in Vancouver sind aus der Stadt geflohen. Der Sachschaden i st sehr beträchtlich. Das Schiff, das während des Aufruhrs ein- traf, hatte 400 japanische Einwanderer an Bord. Auch diese wurden von der erregten Volksmenge sofort angegriffen; mehrere von ihnen wurden ins Wasser geworfen. Bei dem Widerstand, den bewaffnete Japaner leisteten, wurden vier Weiße verletzt und ein Japaner tödlich verwundet. N e w y o r k, 10. Sept. Die am Sonntag in Vancouver begonnenen Ausschreitungen gegen die Orientalen fanden ihre Fortsetzung in Prügeleien. Die Wut der Massen ist namentlich gegen die Japaner gerichtet. Es wird gemeldet, daß der japan. Konsul bei dem Versuch der Friedensstiftung von einem Holzscheit am Kopfe getroffen wurde. Der Bürgermeister versicherte Wanövertage. Man schreibt uns aus Friedberg vom 9. d. M.: Aus Friedberg ist ein K r i e g s l a g e r geworden. Soldaten aller Waffengattungen durchziehen die Stadt, lehnen in den Haustüren, unterhalten die vor Freude strahlenden Mädchen, laden auf, laden ab. Die eine Gruppe zieht ein, die andere marschiert -in die Umgebung ab. Die Kaiserstraße hat sich geschmückt, um die Großherzogliche Familie zu empfangen. Vom Rathause bis zur Burg ein Triumphweg. Ein mächtiger Triumphbogen zeigt in großen goldenen Buchstaben das Wort „Salve" — wir haben Gymnasiasten genug in der Stadt, die dem Nichtlateiner das Wort übersetzen können. Der Großherzog ist mit seiner Gemahlin in den Vormittagsstunden im Automobil angekommen. Jeder Empfang war verbeten. Heute früh gegen 9 Uhr rückten die beim heutigen Scharfschießen beteiligten 116er aus. Vor dem Tor der Stadt an der Straße nach Dorheim hatten sie die Gewehre zusammengesetzt. Die Kompagnien lagerten am Straßengraben vor der Burg bis zum Uebergang über die Maiuwejerbahn. Ich kam gerade an dieser Stelle an, als das Kommando ertönte: „An die Gewehre!" Der Marsch ging über Dorheim, Beienheim in die Gegend von Wölfersheim. Ich eilte voraus. Mich interessierte das Scharfschießen, ich wollte nach langen Jahren einmal wieder Kanonengebrüll hören und Granaten einschlagen sehen. Auch die Bewegungen der Infanterie im Gefecht interessierten mich: das an den Feind herankriechen, das sprungweise Vorgehen, das uns die Franzosen im Jahre 1870 aus den ersten Schlachtfeldern durch ihr Massenfeuer so rasch beigebracht hatten. Im Exerzierreglement stand damals. noch nichts davon. Ich wußte, daß das Scharfschießen zwischen Echzell, Mehlbach, Wölfersheim stattfinden solle. Damit wußte ich nicht viel. Wo war der geeignetste Platz, um etwas zu sehen? Um den zu finden, mußte ich Glück haben, und ich hatte Glück. Zu Fuß — ich wollte meine Felddienstfähigkeit als 61 jähriger prüfen — marschierte ich über Dorheim, Beienheim, Weckesheim bis in die Nähe von Reichelsheim. Hier biegt eine Straße ab über Heuchelheim nach Echzell. Mein Ziel war die hohe Straße G e t t e n a u— Schwalheim in der Nähe des ersteren Dorfes. Ich erreichte diesen Punkt um 12 Uhr und traf damit auf die Absperrungslinie. Die Ernte ist hier in der Wctterau nahezu beendet. Hochbeladene Wagen schwanken den Dörfern zu. Es handelt sich noch um die Bergung von Weizen und Hafer. Im Felde und in den Dörfern brummen die Dreschmaschinen, überall benutzt man den schönen Herbsttag, im Felde und auf den Wiesen. Denn auch die Grummeternte hat begonnen. Schon aus der Ferne sah ich viele Landleute, die sich an der Absperrungslinie, die markiert wird durch einzelne Soldaten ohne Waffen, gesammelt haben. Viele Zuschauer haben auch die Strohschober in der Nähe der Absperrungslinie erstiegen und warten von diesen hohen und luftigen Standorten der Dinge, die da kommen sollen. Ich eile einem kleinen Hügel zu, um von hier aus einen weiten Ueberblick zu gewinnen. Eine Anzahl Landleute ist auch hier schon versammelt, auch einzelne Soldaten und ein junger Artillerieoffizier, der die Absperrungsmaßnahmen anscheinend zu überwachen hat. Ein großer Düngerhaufen, wohl zwei Meter hoch, den ein Land-Wirt hier im Sommer zusammengefahren hat, um ihn später auf dem Acker zu verteilen, scheint den meisten ein geeigneter Standort. Unter dem Gewicht so vieler Menschen den Reportern, daß die S t a d t d e n S ch a d e n, den das japan. Konsulat auf 25 000 schätzt, nichr ersetzen werde, da er zeitig genug vor weiterer japanischer Einwanderung gewarnt habe, weil dies zu Ausschreitungen führen müsse. Die Lohnarbeiter hindern die Orientalen an der Herstellung ihres zerstörten Eigentums. Deutsche» üeich. Berlin, 9. Sept. Eine Kabinettsordre des Kaisers spricht dem Prinzen Heinrich den wärmsten Dank für seine Tätigkeit als Flottenchef aus. — Nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" aus Kassel machte die Kaiserin heute vormittag seit ihrem Unfall den er st en Ausgang zu Fuß und zwar vom Wilhelmshöher Schloß bis zur Fonteine. — Der amerikanische Kriegsmini st er William H. Taft kommt nach Berlin. Kriegsminister Taft wird, wie in eingeweihten Kreisen verlautet, seinen Berliner Aufenthalt in intensiver Weise zur Gewinnung von Informationen über administrative, industrielle und kommerzielle Verhältnisse benutzen. Soweit es seine Zeit erlaubt, dürste er auch einer Anzahl besonders bemerkenswerter öffentlicher und privater Etablissements einen Besuch abstattcn. — Aus Deutsch-Südwestafrika wird gemeldet: Von den Anhängern Morengas haben sich gestern 42 Männer, größtenteils Kriegsleute, mit 97 Weibern und Kindern sowie 140 Stück Kleinvieh in Ukamas unterworfen. Sie werden in Warmbad interniert. — Die abessynischeGesandt schäft, die bereits Berlin verlassen hat und nach dem Besuch einiger deutscher Städte nach Wien fährt, hatte um Vermittlung des Kaisers in Konstantinopel zu ihrem Gunsten in Sachen der abessynischen Klosterfrage ge^ beten. Wie die „V. Z." hört, wird die ch e u t s ch e DiplnnuAe den Wunsch der Abessynier nach Möglichkeit bei der Pforte Unterstützen. tjeev unö Flotte. Berlin, 9. Sept. Das „Militärwochenblatt" meliret: General der Infanterie B r u n s i ch von Brun, Gouverneur von Thorn, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs zur Disposition gestellt. ——- > -» - - ' , ____________ _____ Der allgemeine deutsche Knappschaftsverband. Eisenach, 9. Sept. Der allgemeine deutsche Knappschaftsverband hielt gelegentlich des 10. allge^ meinen Bergmannstages unter dem Vorsitz von Geheimrat Weidt-, mann-Aachen die Generalversammlung ab, an der 100 Vertreter der zum Verbände gehörigen Knappschaftsvereine und der preuß. höheren Bergbehörden teilnahmen. In dieser Versammlung wurde der Entwurf zu einer Satzung für eine Rückversicherungsan st alt der preußischen Knappscha fts-i vereine beraten und vorläufig festgestellt. Die konstituierender Versammlung wird demnächst nach Berlin einberufen werden. — Vor Beginn des 10. allgemeinen Bergmannstages hielt heute die Knappschafts-Beru fsgenossenschaft unter Vorsitz des Geheimrats Krabler-Altenessen eine G e n o s s e u - schaftsversammlung ab, woran 125 Delegierte aus allen Teilen des Reiches sich beteiligten. Auch der Präsident des Reichs-, Versicherungsamts Dr. Kaufmann und Regierungsrat Hellwig wohnten den Verhandlungen bei. Nach Erledigung der laufenden Geschäfte wurde die Frage der durch Gesetz vorgeschriebenen, von beteiligten Kreisen als zu weitgehend betrachteten Erhöhung des Reservefonds erörtert. Der Genossenschaftsvorstand wurde bevoll-' mächtig!, an maßgebender Stelle dagegen vorstellig zu werden, lieber den Stand der in Vorbereitung begriffenen Unfallver- hütuugsvorschriften wurde berichtet, die Frage dürftq in der nächstjährigen Genossenschaftsversammlung ihre Erledigung finden. Ausland. Graz, 9. Sept. Auf dem vierten internationalen SteNv- graphen -Kongreß, der heute hier seine Beratungen auf- nahm, trat Professor Gondo^Budapest dafür ein, daß die Regierungen sämtlicher Länder, in denen die GabelSbergcr'sche Stenographie verbreitet ist, gebeten werden sollen, den internationalen! Verband durch finanzielle Zuwendungen zu fördern- Batzer-Kvpen-^ wird aber der Düngerhaufen bald auscinandergetreten wie ein Pfannkuchen. Wir befinden uns hier dicht vor der oben bezeichneten „hohen Straße" südlich von Echzell— Gettenau. Halblinks uns gegenüber liegt Wölfersheim-^ Södel. Noch mehr links Mehlbach. Dort muß die Artillerie aufgesahren sein, deren Feuer sich gegen die auf dem Kamme einer Terrainwelle hinziehende Römerstraße, die Echzell mit der Straße Södel-Berstadt verbindet, richten soll. Diese Römerstraße ist weit sichtbar und mit jungen Obstbäumen bepflanzt. Ter Artillerieoffizier hat das Glas vor den Augen und' übersieht die Absperrungslinie. Ein fliegender Händler mit seinem Kasten, der Zigarren, Zigaretten, Schokolade enthält, hat sich aus Gießen hierher verirrt. Tie Gruppe Menschen langweilt sich. Man hört und sieht nichts. Tas Kvnzert sollte doch nach aller Meinung schon um 12 Uhr beginnen! Ter fliegende Händler liegt im Schatten eines Haferhaufens und renommiert: „Ja, 1897 habe ich das Kaisermanöver mitgemacht, da hatten wir so Hunger, daß wir Hafer gefressen haben". Ter junge Artillerieoffizier nimmt das Glas von den Augen und fragt: „Was? Hafer gefressen? Was ist denn dabei? Hafer ist doch eine eßbare Sache!" Wieder hat der junge Offizier das Glas vor den Augen, er sucht die Römerstraße ab. „Donnerwetter", sagt er auf einmal, „da sind ja Menschen, eine Dame dabei mit einer weißen Bluse. Die werden ja dot geschossen, wenn sie dort bleiben, dahin fliegen alle Granaten". Er ruft nach seinem Pferde, das im Hintergründe von einem Soldaten gehalten wird und schwingt sich in den Sattel. Obgleich das Artilleriefeuer jeden Augenblick beginnen kann, reitet er im Galopp quer durch die in Aussicht genommene Schußlinie der Artillerie auf die Römerstraße los. Von unserem Standorte aus sind es bis dahin mehr als 3000 Meter. Wir sehen den Offizier auf seinem Pferde schließlich nur noch als einen Punkt. Tie mit der Bluse und ihre Begleiter räumen den Platz und entfernen, sich in der Richtung Straße Wölfersheim-Södel. zur Explosion bringen. Er legte sie nnf die Erde nnd schlug ec Von anderer Seite wird uns noch geschrieben: Tas Manöver wird sich jetzt nach Süden verschieben. Tonnerstag nnd Freitag haben die Regimenter 116 und 115 Zwei Nächte Biwak. Am Tonnerstag zieht sich das Gefecht nordwärts bis Butzbach, daS ein ganzes Regiment der 49. Brigade, sowie den Brigadestab erhält. Am Samstag ruckt das Äejecht östlich nach Nidda und Ranstadt zu, wo sich am 14. Sept, die ganze Tivision sammelt. Ihr Stab kommt nach Nidda. Ter Stab der 21. Division (Generalleutnant Frhr. v. Gayl) liegt von heute bis zum 12. Sept, in Büdingen; dort spielt sich das Tivisionsmanöver der 21- Tivision ab. Morgen rückt das ganze Regiment 166 in Büdingen ins Quartier, die 81er liegen in der Gegend von Ranfradt. Ter Stab der 50. Infanterie-Brigade kommt morgen nach Hanau, ebenso 2 8Ätaillone Infanterie und 3 Batt, der 61er Feldartillerie, die 23er Tragoner kommen nach Kesselstadt. Große Proviantämter sind errichtet in Ranstadt, Ostheim, bei Hanau, Berstadt, Gedern und Hanau. des 3. Bataillons ist es ganz still geworden. Da wird es drüben an dem Talabhange bei Wölfersheim lebendig. Wahrscheinlich das 1. und 2. Bataillon des 116. Regiments, die mit ihren Gewehren reden. Wir hören lebhaftes In- santeriefeuer, können aber nichts sehen. Tas Gefecht ist wohl 4000 Meter von uns entfernt. Tas war das Scharfschießen bei Wölfersheim-Echzell. Ich war 8 Stunden auf den Beinen. . Me Straßen, die nach Nauheim und Friedberg führen, sind belebt durch Reiter-Artilleristen, Jnsanterieosfiziere. Man tränkt schon unterwegs die durstigen Pserde — auch die Reiter verschmähen einen Steigbügeltrunk nicht —, alles eilt den Quartieren zu. Linabon, 9. «ept. Ein amtliches Telegramm aus Lvanda dom gestrigen Tage meldet, daß die po r t u g i c s i s ch e n Truppen m den lebten Tagen vuhrere Ge fechte mitdenEuama- ias hatten, in denen fünf Offiziere verwundet wurden- 19 cu- Lopäiiche und 4 eingeb orene Soldaten sind gefallen, 53 europäische und 39 eingeborene Soldaten sind verwundet worden. Die Lage in Antwerpen. Antwerpen, 9. Sept. Tie Lage hat sich etwas P c r L 3m Laufe des Nachmittags wurde ein größerer Teil Truppen zurückgezogen, jedoch wurde die Gendarmerie verstärkt. Tie Versicherungsgesellschaften haben den Schaden noch tcߣHQ.u, fffajcftcUt, doch wird er auf ungefähr vier bis fünf Millionen geschätzt. Die Gesellschaften weigern sich, für den Schaden aufzukommen. Heute findet die Beisetzung des erjchostenen Schiffers statt. Der Soldat, der ihn getötcJ hatte, i)t wieder sie,gelassen worden. Man befürchtet neue Kundgebungen. Im Laufe des Vormittags sind 4 0 0 deutsche Ersatzleute eingetroffen. Ein 13jähriger Knabe wurde verhaftet, als er versuchte, Feuer an ein Oelfaß zu legen. — Die Arbeiten wurden heule morgen in geringem Um- fange wieder ausgenommen. Für morgen wird eine weitere Al^raufnahme durch Hafenarbeiter im allgemeinen erwartet, ^ie Holz-, Getreide- und Stauarbeiter setzen ben Streik jedoch fort. * 93raube. Durch Großfeuer wurden in Pop pen- lauer (Rhön) 4 Wohnhäuser, 14 Scheunen und ebensoviel« ; Nebengebäude eingeäschert. — In der ungar. Stadt Ra ad Jist eine vierstöckige Dampsniühle, in der 2U0 Arbeiter bt* schäfligt waren, völlig niedergebrannt. Sing den oberen Stockwerken sprangen die Arbeiter in das RettungStuch hinab, ivobel viele verimglückten. Nach den bisherigen Feststellungen lind 8 Arbeiter tot und 4 schwer verletzt. — Im Rat. Hails zii 9t e w m a r ke t (England) entstand während klneiuato« graphischer Lorführlingen ein Brand, bei dem eine Frau getötet und gegen 300 Personen verletzt wurden. • Opfer ber Berge. Dem „Berl. Tagebl." zufolge ist beim Besteigen der Barbarine auf dem Pfaffenstein ui der Sächsischen Schweiz ein Dresdener Tourist ab. gestürzt und schwer verletzt worden. Der Unfall mürbe durch Reißen eines Seiles herbeigeführt. — Die seit drei Wochen ui der Fränkischen Schweiz vermißte Ber. linerin Bertha Bock ist bei Gößweinstein unterhalb einer Felspartie tot aufgesunden tvorden. Sie hatte sich heim» lich von ihren in Streitburg zur Kur weilenden Eltern Batterie lvarf über unsere Köpfe weg Granaten in diese Kolonnen. Wir konnten die Granaten einschlagen sehen, eine Wolke von braunrotem Staub erhob sich untermischt mit in die Luft geschlenderten Gewehren, Gliedmaßen der Getroffenen usw. Tas hob sich scharf an dem blauen Himmel im Hintergründe ab, gerade lvie hier an der Römerstraße. , Inzwischen ist auch in der Schützenlinie des dritten Bataillons der 116er der Befehl zum Feuer gegeben. Es knattert in der Schützenlinie, das Feuer richter sich auf die Scheiben, die etwa 800 Meter vorwärts aufgestellt sind und die gegnerische Infanterie markieren. Man geht zugweise, kompaguieweise im Sprunge vor, die Ordnung in der Schützenlinie ist tadellos wie die Feuerdisziplin. Sobald das Kommando ertönt „Stopfen", rufen die Mannschaften der Züge das Ziommando lveiter und nach Augenblicken schweigt das Gewehrfeuer vollständig. An der Römerstraße lvird oft langsames Feuer markiert, dann wieder sehr heftiges, nnd in diesem Maße antwortet die urtillcrie, als wollte sie den Gegner überbieten. Grade als wenn Menschen sich streiten. Schreit der eine laut, dann antwortet der andere noch lauter. Hier stehen nur wenige Truppen im Gefecht. Tas Or- chester ist schwach besetzt. Trotz dem Scharfschießen ist das kem ArtUlericfeuer, das auf mehrere Stunden im Umkreise oie Fenster klirren inacht. Auch das Jnjanlenefeuer schnurrt hier nicht wie ein Maschinenrad. Man glaubt jeden einzelnen ^cynß zu hören. Es knattert in der Schützenlinie kurz und scharf, nicht allzu laut. Kein Pulverdamvf, allmählich sammelt sich ein durchsichtiger weißer Schleier über dem Gesechtsfelde. — Auch die Kanonen lassen nicht wie ruher das etwas breite, behagliche Bumm hören, der Kanonenschlag ist kurz und scharf. Tie Artillerie und die Infanterie haben ihre modernen Instrumente höher ae- stnnmt. a Tas .Artilleriefeuer, schweigt, Auch in dep Mütze.nlM Erledigt i'i die Stelle des S te u e r k o m m i ssä rL des CtenerkvmmissariatS Gießen mit Wirkung vom 15. Cf* tober 1907. Ter Storch auf der Landstraße. Die Dienst- magd eines Oekonomen in Obcr-Brcidcnbach wollte sich, n. d. „Cb. Ztg.^, am Sonntag nach Gießen in die Enl- bindungsansialt begeben. Am Samstag hatte sic in brennender Sonnenglut noch bei der ^libcit nutgeholfen. s2luf dem Wege uach Zell wurde das Rlädchen von Freund Adebar mit einem flci ii en Er den pilger beschenkt. Ihr Dienstherr, dem die» zu Ohren gekommen war, schickte einen Knecht mit Fuhrwerk noch der Niebcrtunftsstcllc und ließ daS bedauernswerte Mädchen nach Zell an die Bahn verbringen. Hier wurde ihm indes die Aufnahme ohne Begleitung verweigert. Tas Fuhrwerk nahm Mutter und Kind wieder mit nach Ober- Breidenbach, wo der Dienstherr die Aufnahme des Mädchens ebenfalls verweigert haben soll. Erst in Zell erbarmte sich eine Familie der Bedauernswerten nnd geivährte ihr 2luf- nahme. Michaels „u mfassend e" Tätigkeit. Eine eigenartige „Erklärung" ist in Nr. 105 der „Eberstudler Zeitung" enthalten. s Paar Rebhühner 40 bi£r 50 Pfennig kostete, wer- oeit jetzt in vielen Großstädten bis zn 1 Mark 40 Psa. für das F' 3n Gießen muß man ili den Geslügellädeu 1.30 Mk. für dos Huhn bezahlen, loahreiid man in Berlin ein gebratenes Huhn mit Kraut für 95 Pfg., üi Frankfurt für 1 M l erhält! Man tut gut, direkt vom Jäger zu kaufen, da erhält man ein Huhn gewöhnlich für 80 Pfg. In Europa werden mSgesamt alljährlich mindestens 13 bis 14 Millionen Reb- Hühner erlegt und verspeist. Davon kommen auf Deutschland gut 3 Nrillwuen, auf Oesterreich-Ungarn 21/2 Millionen, aus Franlrelch 3 Millionen, der Röst verteilt sich auf die übrigen europäischen Länder. Die eigentliche Heimat tx?5 Feldhuhrw ift bie Gegend am Kaspischen Meer. Als sich der Getreideanbau nach Drittel- und über 9ä)rdeuropa verbreitete, wanderte das Rebhuhn mit. Denn das leckere WUdbret hält sich zumeist in wla-en Gegenden aus, wo es Getreide- und Gemüsefelder vor- Nndet- Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Rebhuhn, das 1 rüber die Bauern in Netzen fingen, die sie am Ende bt-i ÄckeNurchen aufstellten, durch Falken und Sperber gebeizt- Der Name des Rebhuhns soll dah.-r kommen, weil es auch vielfach in Weingärten nistet und sich von Reben nährt- Nach der verschiedenen Nahrung kann man iwch beute die Herkunft der ReblKhner seslftellen. So konnte z. B. König Friedrich Wil- l-elm L von Preußen beim Essen genau bezeichnen, roober das Vrebhuhn stamnite- Am liebsten verspeiste dieser Fürst Hühner, die aus Schlesien kamen. * T i e Einwohnerzahl b c r (Erbe, bie nach einem Blaubnch der amerilänischen Mission auf 1563 Millionen Menschen angegeben wird, umfaßt derselben Quelle zu- folge 558 862 000 Ehristen, nämlich 166 066 500Protestanten, 272 638 000 Römisch-Katholische und 120157 000 Griechisch- Katholische, hierin auch die alten orientalischeti Kirchen- gemeinschasten inbegriffen. Ferner wurden angegeben l'.'iohanimebaner, 187 935000 Wesselbach 24 Mk., von bet Gemeinde Elinibach 20 All Dr. Schäfer, Stembrncken, 5 Dtk. Zusammen bis ,ufy, u/H n,\° ÜIC 3UCIC9’CI 0rn,,9 1,1 m- 4934,58 A!k. Hiervon wurde heute eine weitere Nate 0'^" halte» gebliebene Automobil, hier di- Glasschclbe von 1200 Mk. an den HülfSanSschub in Herbstein abqcsandt demselben Augenblick brach aber auch die Io laß bis jetzt im ganzen 4V00 Mk. abgclicfert siud. — I i3,e Rcltmig der beiden Un^re Beschäslsstelle nimmt auch fernerhin Spenden ^«^rnfalls hatte sie dw Deichsel durchbohrt.—Am Herbstein gern entgegen. 19cULigcn eonnlage, der |id) durch fast wolkenlosen Himmel Bei dem HülssauSschuß für die Abgebrannten! ful)V ,nan I)lcc betreibe em. (in Herbstein ging ferner ein: Gemeindekasse Lang-GönS O Gambach, 10. Sept. Kinder hatten eine Platz- Mk. 60.—, Gemeindekasse dtonnenroth Rik. 30.—, Sammlung pntlone ^Minden nnd spielten damit. Um Unheil zu ver- m der Gemeinde Allendorf a. b. Lda. durch Bürgermeister wo(Ue der Landwirt Friedrich Schlunck die Patrone Mein Mk. 82.71, Sammlung in der Gemeinde Ober-Höraern Explosion bringen. Er legte sie auf die Erde und schlug durch Bürgermeister Holler Mk. 50.—, Sammlung in bet nllt clncm Hammer darauf, plötzlich krachte der Schuß und Gemeinde Röthges durch Bürgermeister Meckel Mk. 14.—. 1 f " ö ar b er. beim, 9. Sept. Auch die Gemeinde Garbn. heim will nidit^icngcr nut einer Quellwasserversorgu \ uiruckneheu xie cdiurrungcn haben guten Erfolg gehabt, inbrm uidji weniger als Tum ergiebige Quellen gebohrt wurden, tzj» vorzügliches Waner hciern. Unternehmer ist SRaurermeift r Hier hier. Wetzlar, 8. ccpt. Tie Stadtverordneten beschlossen die Wcrtzuwachsstcu^r in Wetzlar einzuführen. Braunfels, 8. Sept. Fürst Georg Friedrich ui heule ton firmiert worden. Tie ! ei.ige Haudluna wurde vollzogen in ber uralten schönen Kirche unseres Nachbarortes Löcrbicl von dem dortigen Pfarrer Allmen- röder, dcm ältesten Pfarrer des Fürstentums, ber der fürs: llchen Familie befreundet ist. Die F-eicr geschah ui Anwesen, beit ber Fürstin-Mutter, Prinzessin Luise unb einer Hof. dame, Baronesse Goretic. Wetrer b. Marburg, 9. Sept. Angetrunkene junge Leute vcruvien geltem am Bahnhof schwere AuSschreitu ngen ^te fchlugen allerhand Gegenstände und Betrtebsetnricktuna,-! cmäwct und bewarfen einen Eisenbahnzug mu Steinen. Mehrere Pauagtere sollen Verletzungen ihinongetragen haben. Tie Täter wurden heute ermittelt. der Holzpfropien fuhr ihm in den Unterleib, wo er stecken blieb unb so schwere Verletzungen anrichtete, daß Schluck be- k r*\ör^n^crIei^n9' S. A 5). ber Großherzog wußtlos zusammenbrach. Der Arzt ordnete die sofortige Daben dem Vttnisterralrat unb Vorsitzeuben ber Abteilung Uebersührung in die Klinik nach Gießen an. Ai.ch das in siir Landwirtschaft, Handel tmd Gewerbe im Ministerium des ^er Küche stehende Töchterchen des Schluiick luurbe durch ^Tntern Lr. Karl U) inger bie Erlaubnis zur Annahme einen Splitter der Patrone verletzt. ünd zum Tragen des ihm vvn Seiner Königl. Hoheit dem « ~ / .. Prrnzregenten des Königreichs Bayern verliehenen Verdienst- i 1 ; 9; ~ie g a u zu n g s w a h l zum vrbens vom Heiligen Michael 2. Klasse erteilt " Gem ein der a t sand am Samstag statt. Aus der Wahl, / ** Internationale Antw ort scheine Vom 1 Oft rege Beteiligung zeigte, gingen hervor: Hartmann Stein ab werden internationale Antwortscheine als Postwertzeichen ein- "V Hrmrlch Hinternagel mit 48 und Georg Sartorius geführt und zum Preise von 25 Pfg. an den Postschaltern zum 2# 3a Tic beanstandete Wahl des seitherigen Verkauf bereitgestellt. Solche Scheine können in denjenigen Län- Bürgermeisters Aiagel hat ihre Bestätigung gefunoen. Unser dem, die sich zur Ausführiing des Antwortdienstes bereit erklärt Bürgermeister, ber sich in einem Alter von 72 Jahren bc- deswertzeichen im Nennwerte von 25 Eentimen sindet, zählt zu ben ältesten Bürgermeistern des Kreises ift ...... fiiit. in glcichcr^Weis" b-i^En"Ppst"gcgm!T ra n k! nc i a. M.. Leutnant T ll l l c vom 8l. Jvf.. tzeutzche Freimarken im Werte von 20 Pfg. umzutauschen " Regt., der vor kurzem im Manöver von seinem Pferde gestürzt ** Ho he Gäste. P r inz e ssi il Friedrich Kar l xoestern nacht an den erlittenen Verletzungen im Stadt. /UM ber Kaiserin auf Wilhelmshöbe einen Besuch ah- Q^ß s br?b / o bem Personenzug ötarl, Hofmarschall von -ettow unb bessen Gemahlin pas- 6Llang es, den ziemlich langsam fahrenoen Wagen zum swrten auf der Rückreise 7.20 Uhr Gießen, nahmen hier Stehen zu bringen. Niemand wurde verletzt. auf der Station bas vom Bahnhossrestaurateur Niemann Kinzenbach, 9. Sept. Tas Kreis-Synobal- servierte Souper ein, unb trafen gegen 9 Uhr wieber in 51 e I f c ft imrb nächficn Sonntag hier gefeiert. Als Fest- Frankfurt ein. 5rebigec haben bie Pfarrer Stuhl-Kröffelbach unb Pfarrer ...« ,wu, ,.. ' -y£ibev VLQuboru ^gesagt. ^gen hielt einen Vortrag über die Entwicklung ber Stenographin üi Dänemark, Dr- Tibann über bcu SteTwgraphieunterrichi nach dem System Gabelsberger Noe in Italien. '■ ,' Madrid. 9. Die hiesigen Blätter berichten über semcn Unfall, bet sich gelegentlich eines Ausilug sc J n i« jain Viktoria ereignet haben soll- Währeno bas '?üiwmobil der Königin in ziemlio) schnellem Tempo fuhr, rannte ein stier ■öegrn bas Gefährt. Ter Chauffeur brachte angeblich durch feine Geistesgegenwart den Kraftwagen sofort zum Stehen- Turch bas !plötzftche Bremsen erlitt ber Wagen leichu-re Beschaoigungeii- Tie Komgin mußte umitergen unb ivar sehr aufgeregt burch den Vorfall Petersburg, 9- Sept. Hier har sich ein neuer Ret- lungsbunb gebildet, nxlchcr den Zweck verfolgt, falls ein ^Attentat auf ben Zaren oi>.t Swlypin gemacht nxrben sollte, sämtliche Iuben Rußlands zu töten- Warschau, 10- Sept. Wie aus Lodz gemeldet wirb, erhalten viele I n b u ft r i e l l e u n b K a u f l e u t e T r o h b r i e f c -mit bet Ueberschrist „Neue revolutionäre Nationaliften-Partci". Tausende von Batgelo werben darin gefordert unb im Falle bet Ablehnung mit dem Tode gedroht- Einige der Aörefiaten reisten ins Ausland. -f- Grünberg, 9. September. In Lebensgefahr schivebten die Insassen eines Llutomobils das am vorgestrigen Samstag durch unsere Stadt fuhr. EL fand an diesem Tage hier Pferdemusterung' statt. Die Straße vom 2!us StaOt und Lund. Marktplatz ivar beim ^Englischen Hof" auf beiden Selten bc- Gießen, 10. September 1907 ! ^vimtcn Wagen bestellt, so, daß nur eine schmale Passage " Hülfe für Herbstein. Bis heute vormittag qingen H.crdnrch st,hr das Automobil, mit Chauffeur bei unserer G-schäftsstelle ein: Von Londorf 60 Wt , von k Wf!?* *'tT ongssmen Tempo AIs es in nn.rinXn q,. nm P’c bes Gaslhailfts fniH, seyeutcn die Pferde eines Wagens, drehten sich um und die Deichsel drang in das m- .1C J^äwlschen erscheint in unserer Nähe das 3. Bataillon er- Es hat „Augen" vorgeuommen. Ein Ofsizier mit • Xn? bilden diese Augen. Drei einzelne Soldalen folgen iii Ubstaudeii von ea. 50 Meter. Sie verbinden die vor- genonnnenen Augen mit dem Bataillon. Ter Ssfizier als der vorderste der „Augen" geht in gebückter .Haltung auf die hohe Straße los, nimmt das Glas unb ruft die Meldung o"rua: „Gerade aus Maschinengewehre"! Ter nächste Ber- bindungsmann gibt die Meidling an den 2. durch lauten Zuruf weiter, dieser au den 3., vou diesem empfängt das ^.ataillon die Meldung. Tie Kompagnien formieren sich so jE zum Gesechl, gehen ansgefchwärmt vor uud verlüugeru war'0 ^^"^ulmie, die bereits von den „Augen" gebildet Mittlerweile breniien hinter der Römerstraße Fener- Iverkscorper los. Einzelne breuuen auf der Erde ab wie ein Kanonenschuß, andere fliegen hoch in die Luft, explv- vieren. Man sieht den Feuerstrahl, es bildet sich ein Pnlverdampsinüuel, das genau aussieht wie 1870 die hoch ui der Lust krepierenden französischen Schrapnels. Tiefe Fen er w e r kskörp et markieren die gegnerische Artillerie. Ta brnllts ans dem Grunde bei Wölsersyeim herauf. Tie bo.rl stehende Artillerie sendet grobe Antwort nach der Römerstraße. Tie, ersten Granaten gehen zu kurz sie schlagen dicht diesseits der Römerstraße ein, krepieren und bie fpringeiioc Granate wirst Staub und Erde hoch in die j,uft. Zuwecken klingt ein bekannter Laut aus aller 3eit herüber: ein unheimliches Piuh. Tie Granate jagt ihre Sprengstucke durch die Lust, so daß ein unheimliches Geheul ^entsteht. } J Tas Bild erinnerte mich an den 1. September 1870 bei geb an. Wir marschierten zum Angriff auf, gegen bas .Torf Flomg und standen im Maastal. Aus der Höhe vor uns marschierten feilideiche Kolonnen, die oie Besatzung M Kprses verftätfen, sollten,. Eine hinter, uns. stehende Buddhisten, 209 659 000 Hindus. Zur Lehre des Confucius bekennen sich 231 <^16 000 Menschen, 21900 000 sind <5d)iu- totsten und 157 Millionen Aetischanbeter. Animisten usw. Gcrichtssaat. W a l d m i ch e l b a ch , 9. Sept. Tas Schöffengericht verurteilte den Redakteur der „Mannheimer Volksstimme", Ginil M aier, wegen Beleidigung des Kaplans Latomski zu Ober-Abtsteinach zu 100 Mk. Geldstrafe und Tragung der sehr bedeutenden Kosten. Dem Geistlichen wurde die Urtexte publilationsbesugnis zu gesprochen. Kandel. — Die Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) hat unter Uebernahme des Geschäfts ihrer seitherigen ziommaudUe, der Firma Eduard Löb unb (£o., Bankkommandil- gesellschait in 9!eustadt a. d. Haardt, mit Zweigniederlassung in Landau, Niederlassungen ihrer Instituts in Neustadt und Landau errichtet. sä. Süddeutsche E i s e n b a h n g e s e l l s ch a i t. Auf der Tagesordnung der an: 30. d. M. in Darm st a d t slaitftndenden Generalverjannnlung wird i)cn Aktionären die Verteilung einer Dividende voll 5l/8% gegen 6% im Vorjahre zur Verteilung vorgeschlagen werden. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 10. Sept. £> e it- und Stroh- mark t. (Org.-Tel. d. Gieß. Allz.) Angeiahren waren Wagen Heu, 5 Wagen Stroh. Bezahlt ivnvbe für Heu Mk. 3.00 bis Mk. 3.50, für Lagerstroh Mk. 2.70 bis Mk. 3.50, für ^a$^^i^cn-= stroh Mk. 1.80 bis Mk. 1.90. Teildenz: Hell fest, Stroh flali. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 11. September: Heiter und trocken. Temperatur wie hellte. Leichte llördliche Winde. GriginaUDrahtineldunge». Leutschau (Ungarn), 10. Sept. Bei einer Jagd wurde ein Baron durch Unvorsichtigkeit eines Jagdteilnehmers angeschossen und schwer verletzt. Neapel, 10- Sept. Die Mitteilungen der Presse über die Mitschuld der Polizei bei den Verbrech en der Camorra haben wiederum zur Verhaft u n g von zwei Kommissaren: eines Polizeiossiziers und verschiedener Polizeiagenten geführt, die sämtlich beschuldigt sind, an zahlreichen Verbrechen der Camorra beteiligt zu sein- T e r m o l i, 10. Sept. Auf dem Bahnhof Santo Marino/ erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Güter- und einem Personenzug. Zwölf Personen wurden verletzt, darunter eilte schwer. Zürich, 10. Sept. Ein junger Deutscher namens Dentelle st ü r z t e von einem benachbarten Berge ab und wurde mit zerschmettertem Schädel tot aufgefunden. Paris, 10. Sept. General Drude ist von dem gastrischen Fieber wieder soweit hergestellt, daß er das Kommanoo wieder übernehmen konnte. Paris, 10. Sept. Der Minister des Aeußern, P i ch o n, begab sich gestern abend gegen G Uhr zu Clemenceau, mit dem er wegen der deutschen Antwort auf die jüngste französische Note eine längere Unterredung hatte. Clemenceau erklärte im Laufe des Abends einem Journalisten, dieNotederdeutschen Negierung konnte nicht anders als befriedigend für Frankreich lauten. Casablanca, 10. Sept. Die Spanier hatten einen Rekognoszierungsritt ausgeführt, wobei sie einer von den Marokkanern gestellten Falle glücklich entgingen. Durch Mitrailleusenschüsse wurden die Marokkaner in die Flucht getrieben. — Eine von den Marokkanern gefangen gehaltene Spanierin, welche ausgelöst worden war, kehrte nach Casablanca zurück. Sie befand sich in einem trostlosen Zustande. -ff n 06589 Giessen (Bahnhofstr. 27), Trohe, Rödelheim, den 10. September 1907. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: EConrasi iC&E'ches*, Zugführer. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Sept., nachmittags 31/2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. >>«, AM Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass meine innnigstgeliebte Gattin, unsere treusorgende, heissgeliebte, gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabetha Kircher, geb. Lotli im 50. Lebensjahre, gestern mittag 3 Uhr, nach langem, schwerem Leiden in ein besseres Jenseits abberufen wurde. Um stille Teilnahme bitten 06610 Die trauernden Hinterbliebenen. Familie J. Ritter, Grossh. Geometer I. Kl. Familie A. Duckstein. Familie K. Ritter. NB. Die Ueberfühmng der Leiche nach dem Bahnhofe findet Donnerstag, den 12. ds. Mts., vorm. 8 Uhr, vom Sterbehause Frankfurterstr. 31 aus statt. Todes-Anaeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Katharine Hatter^ geb. Duckstein nach langem schwerem Leiden im 32. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Giessen, Kastel, Grünberg, den 9. September 1907. Um stilles Beileid bitten 5711 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Taubert, Lollar. Familie Schupp. Bremen. Familie Hümmel, Gorxheim. Lollar, den 9. September 1907. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. September, nachmittags 2V, Uhr statt. Gestern nachmittag 5Vz Uhr itarb nach längerem Selben unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Am Dorothea Sdjupp, geb. Lenz im 80. Lebensjahre. Städt. subv., unter Staatsaufsicht steh. | Höhere Handelsschule Landau (Pfalz.) Beginn des Wintersemesters: 14. Oktober 1907. Neuaufnahme in alle Klassen und Kurse. L Vorbereitunfcsklassen f. Knaben im Alter v. 11—14 Jahren. II. Urei Fachkhisscn f. Jünglinge v. 15—20 Jahren. Einj-.Exam. HL Zwei halbjahr. Handelskurse für junge Leute von 10—30 Jahren. Ausbildung zur kaufm. Praxis u. Selbständigkeit. | Schul- u. Pensionatwräume in imposant. Neubau mit all. i sanitären Einriebt., in schonst. La^e der Stadt.«« Oute i Verpfleg.3**. gewissenhafte Beaufsicht. der Pensionäre. 3 Ausführl. Prosp. mit Refer. versendet kostenfrei Direktor A. Harr. !T WWW Morndoh l Waffen, Munition und Jagd, gerate. Neuheit -Hühnerdrachen- Terinos - Trinkflaschen, vollslünd. wasserd., Jagd-Capes 280 Gramm schwer. L5275 Jagdpatronen mit bestem Schwarzpulver und prima Schrot geladen, per 100 Stück 5 Mark, dito mit rauchlosem Pulver geladene, Marke „Tiger", anerkannt beste Patrone, per 100 Stück 8.50 Mark. August Kübmgcr, jetzt Seltersweg 79. Tetern 276. Jede Hausfrau ist entzückt von dem neuen Htthloltkipotzkr Blitz-Blank Hunderte davon bereits verkauft u. im täglichen Gebrauch. Zu haben bei [4338 Ludwig Kröll Plockstratze 10. JedcnMontag.Mittwochu.Jreitag frischer Zwicbelknchen von morgens 8VZ Ubr an. [5521 H. Priest, Cbelftraße 2. Gewinn-Auszug der 217. Königlich Preuss. Klassenlotterie. 8. Klasse 2. Ziehungstag. 9. September 1907. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck erbot,n.) In der Vormittags-Ziehung wurden Gewinne über 144 Mark gezogen. 1 Gewinn ä 10000 M. 165083 2 Gewinne ä 5000 M. 93094 191019 1 Gewinn ä 3000 M. 192537 7 Gewinne A 1000 M. 33604 71684 72576 113233 ‘“ÄSm. 4205 85373 123451 154077 204323 ^23 Gewtone7S M. 38325 47395 54935 66787 76246 79822 82185 89441 106274 106359 108995 111482 117/38 122379 131S05 13363) 149666 151027 151779 lo4796 r623b7 171153 181342 198-324 198621 202083 270683 270020 89 Gewinne A 300 M. 2821 4050 6363 8149 W334 16954 18938 19702 23097 28122 32460 34752 34868 41927 49942 55624 66904 67689 63782 69046 73014 73o46 74ob7 75064 80054 84020 87067 93284 105018 109/17 110229 120217 127851 130022 132678 141861 143680 144688 145482 146455 14S259 151639 1551-38 1)7101 162400 166705 166767 371632 172811 17MJ6 17M9 187389 18/3.91 189092 lä4.164 202079 202333 211624 214705 215103 217563 219171 219245 219820 220406 223162 221275 225162 227138 227919 22S.345 231642 236162 238131 238459 241029 242699 248724 257:331 260833 265135 268056 268859 272875 272933 279091 280933 284414 286119 In der Nachmittags-Ziehung wurden Gewinne über 144 Mark gerugen. 1 Gewinn A 10 000 M. 83909 1 Gewinn ä 5000 M. 32250 4 Gewinne ä 3000 M. 42077 195598 213637 271845 4 Gewinne A 1000 M. 48387 196199 221313 230807 18 Gewinne A 500 M. 8435 69301 76666 77904 89248 92363 130279 137553 150882 164811 197184 201791 209927 221355 232258 238636 256849 268189 21 Gewinne A 400 M. 18621 31142 35058 67795 72732 110707 139568 143352 150465 153713 154578 157706 164259 183477 211321 236317 247731 25