Nr. 133 Zweites Blatt 157. Jahrgang Samstag 8. Juni 1907 Erscheint kl glich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Stetzener ZamkUendlStter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monaUtch einmal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck and Verlag der Brüh lachen UnwersuälS - Buch- and Steindruckeret. R. Laag«, Lietzen. Redaktion, Exvedition and Druckerei» Schul- stratze 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion:113. teL-äbtj An»«tg«rLietzeo. Deutsche» Reich. o, 'J; 2uni. Deute traf der Kaiser wieder auf dem 4,rumnüfruug§i>I^ .Tobend em und besichtigte zunächst das 2. Gard^Ulanen-Regnnent. Inzwischen nahm bie Garde-Kavalls- rlv-Tiviswn (auLfchlreßlrch des 1. Gardeslanen-Rcgimcnts) Aus. "bllung., ^er Kar,er exerzierte die Division; hieran schloß sich erne Gefechtsübung Um 10 Uhr begann ein zweites Gefecht, das bis gegen 12 Uhr dauerte Tie Kaiserin und die Kronprinzessin wohnten den Hebungen ber. “ Justiz Minister ha't es abgelehnt, die Staats- anwaltschast zur Erhebung der öffentlichen Anklage gegen Maximilian Harden wegen der gegen den Grafen von Moltke genuteten Artikel der „Zukunft" anzuweisenGraf Moltke hat daraus hm gestern die Privatklage eingereicht. ^er Tagesztg." zufolge nahm Staatsminister a. D. ö. Podbielski am (. Juni den Ehrenvorsib des Bundes der Landwirte über die Provinz Brandenburg an ~ ^e.nAcrVJ0?rn in den Gehaltsbezügeneiniger höherer Richterkla>sen werden, wie die „Boss. Ztg." Höri, erwogen. Es handelt sich, dabei um die Landgerichtspräsidenten, Ober-Staatsanwälte und Senatspräsideitten der Lber-Landesge- richte und Ober-Verwaltungsgerichte. — Das Zentrum hat im Abgeordnetenhaus,: einen Antrag eingebracht, die Staatsregierung zu ersuchen, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf mit Abänderun gen des Einkommensteuergesetzes Vvrzulegen, durch welchen die Bestimmung des 8 12 (Ermäßigung der Stenerzahl je naa) der Zahl der Familienangehörigen- erheblich weiter ausgebaut werden soll. .Hamburg, 7 Juni. Nach dem gestrigen und heutigen Besuche des £>taat§fefretätii Dern bürg darf die Errichtung eines Hamburger Instituts kolonialakademischen Charakters als gesichert gelten. Man ist vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung grundsätzlich einig, daß das Institut, das übrigens nicht den Namen Kvlonial-Akademie führen wird, auf rein hamburgischer Grundlage zu errichten ist unter Benutzung der vorhandenen Einrichtungen. Ter Zukunft bleibt die Ergänzung durch etwaige Neiwründungen überlassen, ebenso Form und Umfang einer etwaigen Mitwirkung der hiesigen wissenschaftlichen Stijtungen und dir Frage des Reichszuschusses bei der weiteren Entwickelung des Unternehmens. £ 0 t i-n & c n' 7: 2uni. Hier sand eine Versammlung aller an der Weser-Schiffahrt beteiligten Jndustrieellen und Kaufleute statt. Nach lebhafter Debatte, in der es nicht an scharfen Angriffen auf die preußische Bcrkehrspolitik fehlte, wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: „Die versammelten Vertreter bei Industrie und des Handels des braunschweigischen Weserkreises protestieren gegen die Einführung von Sch i f f- fahrtS ab gaben auf der Weser und ersuchen die Handelskammer für das Herzogtum Braunschweig ihren Standpunkt beim Herzogl. Staatsministermm zu vertreten. Die Versammlung bittet das Staatsministerium, durch ihren BuudeSratsbeoollmächtcgten auf Grund deS Art. 54 der Verfassung gegen die geplante Belastung entschieden Einspruch zu erheben." Dortmund, 7. Juni. Aussehen erregt die Meldung des tySürtm. Gen.-Auz.", wonach beim Besuch dLreuglischenpar- lamentarischen Studienkommission in Dortmund die gesamte westfalische Presse von der Teilnahme ausgeschlossen wurde, und bei allen unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten veranstalteten Ehrungen der englischen Gäste vor der Tür warten mußte. Köln, 7. Juni. Die englischen Journalisten sind Heute nach herzlicher Verabschiedung von den Herren des Kölner Ortsansschuises und des Berliner Komitees über Ostende nach London abgereist. Stuttgart, 7. Juni. Zweite Kammer In der Beratung der Frage der Neckar!anaNsativnundder Schisf- sahrtsabgaben stellte der Abg. Siildemann (Soz.) den Antrag, die Regierung möge im Bundesrat gegen eine iede Aenderung des Artikels 54 der Reichsverfafsung stimmen, wodurch die Ein- ftihrung von Schiffahrtsabgaben auf dem Rhein möglich werden würde. Minister o. Pischek erklärt« die Ausführung der Neckarkanalisation technisch für möglich, aber für Württemberg allein aus finanziellen Gründen als eine unlösbare Aufgabe. Die Herstellungskosten würden 28,13 Millionen und die Kosten der Verzinsung und jährlichen Unterhaltung 1056 000 Mk. betragen. Morgen findet Fortsetzung der Beratung statt. München, 7. Juni. Ter neugegründete Nationalverein für das deutsche Reich hält am 22. bis 24. Juni seine erste Tagung in H ei del berg ab. Wie bei der Gründung des Vereins hervorgehoben worden ist, soll der Verein ein Zusammenarbeiten aller Liberalen un d Demo kr aten Deutschlands ermöglichen, um dadurch derkünftigenEinigung des Liberalismus vo-rzuarbeiten. Auf seinen Tagungen will der Verein die gemeinsamen Grundgedanken des modernen Liberalismus herausftrbeiten und dadurch liberale Gesinnungs- Pflege großen Stils betreiben. Für die erste Tagung sind drei große Themata in Aussicht genommen: Tie allgemeinen Grundlagen des Liberalismus, die Erziehungsfragen und die Arbeiterfragen. Als Redner sind bis jetzt gewonnen der bekannte Pädagog, Professor Tr. Theobald Ziegler-Straßburg, Arbeitersekretär Erke- lenz-Tüsseldvrf und Landgerichtsrat Kulemann-Bremerr. Zum Besuch dieser Tagung werden die Liberalen aller Richtungen aufge- sordert, denen der Gedanke der liberalen Einigung am Herzen liegt. — Die „Münch. Post" stellt in Aussicht, daß das Mandat des liberalen Abg. Pfarrers Grandinger wegen liberaler Umtriebe kassiert werden wird. Peinliches aus dem ungarischen Parlament. B u d a p e st, 7. Juni. Das Abgeordnetenhaus war der Schauplatz einer peinlichen Szene. Vor der Sitzung war der Abg. Vajda erschienen, der vor zwei Monaten während der Sitzung ein Spottlied auf Ungarn verlesen hatte; feit dieser Zeit war er nicht im Abgeordnetenhause, sondern hatte außerhalb desselben eine heftige antimagyarische Agitation entwickelt. Als die Abgeordneten Bajdas ansichtig wurden, bedrohten ihn einige und forderten ihn auf, sich zurückzuziehen. Vasda blieb jedoch auf seinem Platze. Die Sitzung begann unter großer Erregung. Eitner (Kossuthpartei) beantragte, die Sitzung zu unterbrechen, da em &atertanb_§üer» räter im Saale sei. Einige Mitglieder wollten sich auf Vajda stürzen, würden jedoch von anderen zurückgehalten. Der Präsident mußte die Sitzung unterbrechen. Einige Abgeordnete drangen wieder auf Vasda ein; eine große Anzahl Mitglieder ermahnten die Angreifer, die Würde des Parlaments nicht zu verletzen und bildeten einen förmlichen Ring um Vajda, sodaß er ungefährdet den Sitzungssaal verlassen konnte. Der Abg. Nagy meldete dem Präsidenten, ihm sei eine Erklärung des Abg. Vlad zur Kenntnis gelangt, wonach Abgeordnete am Montag mit Revolvern bewaffnet im Parlament erscheinen wollen. Sollte dann wiederum ein Angriff aus Vajda erfolgen, der in ihrer Mitte erscheinen wttl, so wollen sie von den Waffen Gebrauch machen. Der Präsident erklärte, wenn Abgeordnete tatsächlich bewaffnet im Hause erschienen, so werden Diener ihnen den Eintritt verweigern. Aus der französischen Kammer. Paris, 7. Juni. Die Teputiertenkammer beriet die Interpellation über die Krisis im Weinbau. Fernand David, radikaler Republikaner, führte die Krisis auf die Weinfälschungen, die Beseitigung deS Privilegs bet Hausbrenner, sowie das Sinken Sei Zuckervreises zurück. In seiner Erwiderung auf eine Anfrage stellte der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, Sarranl, in Abrede, daß der von der öffentlichen Wohlfahrtspflege gelieferte Wein gefälschter sei. Nachdem noch verschiedene Redner über die cmgelegenheit sich ausgesprochen, wird die einfache Tagesordnung - angenommen. Pressenss interpellierte die Regierung bezüglich der den stanz. Delegierten zur Haager Konferenz zu erteilenden Jnstrur- tionen und führte aus, i/n der Tatsache, daß Europa in Waffen dastehe, liegt kein Zweifel zu Konflikten, sodaß es ein Verbrechen sein werde, nicht auf günstige Ergebnisse der Konferenz hinzuarbeiten. Da die ftanzösische Regierung nicht die von Rußland aufgegebene Jnitiattve bezüglich der E i n s ch r ä n k u n g d e r Rüstungen ergriffen habe, sei die Initiative natürlich Groß- britanien zugefallen, das für die Welt ein kostbares Werkzeug des Friedens sei. Pressens^ meint, das Anwachsen der Heeresaus- gaben müsse fortdauernd zum finanziellen Bank.rott führen. Von der deutschen Presse sei gegen den englischen Vorschlag betreffend die Abrüstung Feldzug geführt worden. Die französische Demokratie sei leidenschaftlich für den Frieden und werde es der französischen Regierung nicht verzeihen, wenn sie auf der Haager Konferenz eine Tripelallianz des bewaffneten Friedens zu Wege bringen werde. Sodann meint ber Abg. Hector Depasse, daß es Deutschland zukommen werde, die Initiative in der Abrüstungsfrage zu ergreifen. Sodann ergreift ber Minister des Aeußeren, P i ch o n , bas Wort und weist zunächst auf das Werk der ersten Friedenskonferenz im Haag hin. Rußland habe die Idee des Präsidenten Roosevelt während des Krieges in der Mandschurei ausgenommen, die darauf hinziele, den Krieg immer schwieriger und in jedem Falle so wenig inhumanwiemöglich zu machen. Der Minister weist sodann darauf hin, daß dieses Mal 200 Mitglieder von 47 Staaten vertreten würden, anstatt 25 auf der ersten Konferenz. Die Kommission, die von Bourgeois eingesetzt worden sei, habe geprüft, unter welchen Umständen Frankreich die Jnitiattve werde ergreifen können zur Lösung der Frage, die Gewalt durch das Recht, den Krieg durch den Frieden und den Geist der Eroberung durch den Geist der Freiheit zu ersetzen. Er glaube, da so bie Schwierigkeiten das Schiedsgerichtsverfahren obligatorisch machen und noch größer sein werden, als dies bei ber ersten Konferenz der Fall gewesen sei. Es werde aber möglich sein, eine Art internationalen Friedensgerichtes zu schassen, das die größten Dienste in der Richtung leisten könnte, daß mehr und mehr die Vermittelung anstelle der Gewalt trete. Frankreich habe von Anfang an erklärt, daß es, wenn die Frage der Rüstungen aufgerollt werde, bereit fei, sie p, erörtern, ohne sich indessen Illusionen über die praktischen Resultate hinzugeben. Man müßte eine konkrete Formel finden, die zu der Einigkeit der Mächte führen könnte. Frankreich werde die Rolle der Mäßigung und Vermittelung spielen. Das Haus nimmt darauf fast einstimmig die Tagesordnung an, in der die Erklärungen der Regierung gebilligt werden. Die Dumakrise und anderes aus Rußland. Der PetcrZblirger Korrespondent der „Köln. Zig.^ erfährt zur gegenwärtigen politischen Lage, daß Trndowicki cnlschloffen sei, in der Agrarfrage der Negierung das Miß- trauensvotmn auszusprcchen, daß aber die Kadetten, sowie die gemäßigten Oktobristen diesen Antrag ablehnen und einen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung stellen würden, worauf die Agrarvorlage der Kommission überwiesen und somit aus längere Zeit als Neibuugspunkt wegfallen dürfte. Dem Herrn Pu rischke w itfch, dec den Zaren gebeten hatte, die Duma aufzulösen, erwiderte der Kaiser, er müsse ihn ersuchen, sich nicht um diese Angelegenheit zu kümmern, die er lediglich der allerhöchsten Entschließung vorbehalte. Der Korrespondent versichert, Stolypin stehe noch heute fest und besitze da§ Vertrauen des Zaren. In Odessa teilte im Boulevardviertel das Mitglied des Verbandes des russischen Volke?, Melnikow, schwer verwundet dem Polizeimeister mit, daß er auf einem Spaziergange in der Vorstadt Langeron von mehreren Revolutionären in eine Höhle geschleppt und dort für seine Zugehörigkeit zum Verbände deS russischen Volkes anfangs gefoltert, dann zum Tode verurteilt worden sei. Nur durch ein Wunder rettete er sich. In Narwa wurde der Direktor der Flachsspinnerei, Peltzer, von Arbeitern, denen er Zulage verweigerte, mißhandelt und in den Fluß geworfen. Er wurde als Leiche geborgen.______________________________________________ Ausland. London, 7. Juni. „Westminster Gazette" veröffentlicht einen Artikel, welchem noch andere folgen werden, über den Besuch,der englischen Journalisten in Deutschland. „In einer Stadt nach der anderen", so schreibt das Blatt, „haben sich Gemeindebehörden, HanSels- kammern, die hervorragenden Geschäftsleute und die angesehensten Bürger zusammengetan, um für Festmähler und Unterhaltungen Sorge zu tragen und die Gäste sich in ihrer Mitte heimisch fühlen zu lassen. Dieses hochherzige Zusammenwirken, welches von jedem das Beste darbot, übertraf alle Ansprüche' Die Beteiligung der offiziellen Kreise hat eine Bedeutung, die richtig verstanden werden muß. Tie offiziellen Kreise wollen tundgegeben wissen, daß sie den lebhaften Wunsch hegen, es möge die Spannung zwischen den beiden großen Völkern beseitigt und die kleinliche Reibung weggeräumt werden, welche während der letzten zwei Jahre die Beziehungen verwickelte. Jeder Teilnehmer an der Reise ist überzeugt von diesem ernsten Empfinden der verantwortlichen Männer in Deutschland, daß gegenseitige Anstrengungen gemacht werden müssen, um dem Hader und den Mißverständnissen ein Ende zu bereiten. Ganz besonderen Eindruck macht die Wahrnehmung, daß alle denkenden Leute Protest erhoben haben gegen den Zwist, an dem sie keinen Teil hätten. Paris, 7. Juni. Von dem französisch-japanischen Uebereinkommen gibt der ^Fiaaro" folgendes ■——cn———■—* Resümee: Von dem Wunsch beseelt, ihre frcunoscha,Uichen Beziehungen auszudehnen und zu befestigen, sowie ihre ostasiatischen Interessen in Uebereinftimmung zu bringen, haben Frankreich und Japan die drei Formen geprüft, in denen ihr Einfluß im äußersten Osten ausgeübt wird: Souveränität, Okkupation und Protektorat. Zur ersten Kategorie gehört Französisch-Jndochina, zur zweiten Kuang- tschou (französisch) und Port Arthur (japanisch), zur dritten Korea (japanisch). Tiesen Status quo verbürgen einander Frankreich und Japcm und verbürgen überdies, daß die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des chinesischen Kaiserreiches sowie Friede und Sicherheit im Innern dieses' Staates die besten Bürgschaften für das Gedeihen aller europäischen Interessen m Ostasien sind. Ein Jndochina betreffender Handelsvertrag ist zwischen Frankreich und Japan nicht zustande gekommen; aber die Japaner erhalten in Jndochina ebenso wie die Franzosen und deren Schutzbefohlene auf japanischem Gebiete das Meistbegünstigungs- recht. Von irgendwelcher Geheimklausel militärischen Charakters weiß der Figaro nichts. Rom, 7. Juni. Die Kammer hat unter dem Beifall des Hauses einen Gesetzentwurf genehmigt, durch den zur Erinnerung an den 100. Geburtstag Garibaldis, der in diesem Jayre gefeiert wird, ein Kredit von einer Million z u Gunsten armer Veteranen, die unter Garibaldi gedient haben, gefordert wird. Corsu, 7. Juni. Ter Stadtrat von Corsu beschloß, dem Kaiser Wilhelm seinen Dank für den Ankauf des Achillei ans auszudrücken und die größte Straße von Cor,u nach dem Nanien Kaiser Wilhelms zu benennen. Barzahlung au Handwerker. Da? Ergebnis einer von oec Hamburger Gewerbekammer ueranfialteten Umfrage an bie beulicheu Handwerks- und Gewcrdekammern über zweckmäßige Maßregeln gegen das Borgunwesen im Handwerk wird un „Deutschen Hand- werlLblcutt veröfsenllicht. Zweierlei muß Verwunderung hervor- rusen. Erstens, daß große Handwerkskammern, darunter leider auch die in Darmstadt, eine so wichtige Umfrage überhaupt nicht der Untersuchung für wert hielten, was aus der Richtbeanlwortuug der gestellten Fragen hervorgeht. Zweitens, daß bisher \o wenige und so wenig durchgreifende dJlittel zur Anwendung gelangt sind, mit dem Borgumvesen aufzuräumen. Dabei führt feit Jahrzehnten nahezu das gesamte Handwerk Klage, daß ihm durch überlange Kreditgewährung an das Publikum die Möglichkeit des Verdienstes auf das äußerste geschmälert werde, und daß wesentlich infolge dieses Mißstandes das Handwerk längst keinen „goldenen Boden" mehr habe. Ist aber das Publikum allein schuld an dem Borgunwesen? Keineswegs. In der Regel geraten nur Leute mit chronischem Geldmangel in Aufregung, ivenii ihnen mit dem Empsang einer Ware oder nach Ausführung einer Leistung die quittierte Rechnung präsentiert wird. Zahlungsfähige Personen sind für eine möglichst rasche Begleichung von Forderiingen. Tie Handwerker rönnen davon überzeugt sein: nicht zehn v. H. der Kiinden nimmt es übel auf, wenn der Handwerker eine alsbaldige Regelung wünscht. Bei Licht betrachtet stellen sich die Uiiivilligen großenteils als unsichere Kantonisten heraus; solche Kundschaft eiuzubüßen, ist eher em Gewinn als ein Verlust. ES ist klar, daß Jemand unter dem frischen Eindruck einer empfangenen Leistung bereitwilliger zur Zahlung sich versteht, als ctiva nach Jahr und Tag, wo vielleicht jede Erinnerung an die Leistung entschwunden ist. Tie Handwerker klagen über das Borgunwesen — das Publikum klagt, ivomöglich noch lebhafter, baiüber, daß nur zu häufig von den Handwerkern die Rechnung nicht zu befonunen ist. Entweder, der Handwerker hat „keine Zeit" — das ist mehr als Bequemlichkeitsausrede — oder er will ab- warten, ins em Mehreres von Aufträgen für denselben Kunden zusammengekommen ist. In beiden Fällen leistet man den» Publikum, das verdrießlich wird wegen der vergeblichen Mahnung und uu- erwartel hohe Geiamlrechnilugeu nicht liebt, einen schlechten Dienst. Das Borgunwesen wird verschwinden, roenn die Handwerker au gute kaufmännische Gepflogenheiten sich gewöhnen. TaS Publikum wird schon da'ur Verständnis gewinnen. Aus Stadt und Land. Gießen, 8. Juni. * * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Bauunternehmer Winn von Gießen. ** Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Hauplmann und Kompagniechef Kahlenberg im Infanterie-Regiment von Grolman (1. Posen- sches) Nr. 18, seither überzähliger Hauptmann im Infanterie-Regiment Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, das Ritterkreuz 2. Klasse, dem Gerichtsvollzieher auf Probe Dicke in Hirschhorn und dem Amtsgerichtsdiener S ch l ö r b in Ulrichstein, Verde seither Vizeseldwebel im Leibgarde- Jnfanterie-Regimcnt (1. Großh. Hess.) Nr. 115, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • • Vom Südwestafrika-Basar. S. D. Fürst Karl zu SolmS-Hohensolms-Lich, der Ehrenpräsident des großen Wohltätigkeitsfestes, wird bestimint heute erscheinen. Die Eröffnung des Festes erfolgt heute nachmittag 4 Uhr durch eine Ansprache des Obersten von Lindenau. Hoffentlich tritt noch besseres Welter em, damit dec mit dec Veranstaltung des Festes angcftcebte Zweck auch erreicht wird. * * Das Promenadenkonzert fällt morgen aus. — AuS der Vogelwelt. Man findet oft, daß Vögel an allen erdenklichen Stellen ihre Nester hinbauen, daß sie sich dazu aber eine Gartenpumpe aussuchen, ist wohl eine Seltenheit. In einem in der Steinstraße gelegenen Garten kann man sehen, wie ein Meisenpärchen sich in einer Pumpe eingenistet hat. Der Besitzer will sie so lange nicht benutzen, bis die Jungen ausgeflogen sind. **Beruss-und Betriebszählung. Auf Grund des Reichsgesetzes vom 25. März 1907 findet am 12. d. M. im Deutschen Reiche eine allgemeine Berufs- und Betriebszählung statt. Diese Zählung hat den Zweck, die Grundlage zu einer Statistik der volkswirtschaftlichen Verhältnisse des Deutschen Reiches abzugeben. Die Angaben werden nur zu statistischen Zwecken benutzt und dürfen in steuerlicher Hinsicht nicht verbreitet werden. Tas Publikum ist zur Ausfüllung der Formulare bezw. zur richtigen Beantwortung der gestellten Fragen verpflichtet und Zuwiderhandlungen werden bestraft. Mit der Austeilung der Zähl- fonnulare wird heute schon begonnen werden. Bei dieser. Zählung wird einmal (wie bei der Volkszählung) die gesamte Bevölkerung — auch die Personen ohne Berufe — gezählt, andererseits werden aber auch die selbständigen gewerblichen und land- und forstwirtschaftlichen Betriebe gezählt. Es kommen daher außer den Haushaltungslisten, ui welche die sämtlichen zu einem Haushalt gehörigen Personen aufzuführen sind, noch Gewerbeformulare und Land- und Forstwirtschaftskarten zur Verteilung. Jur die größeren gewerblichen Betriebe (die 4 und mehr Personen beschäftigen) sind Gewerbebogen, für die kleineren (die weniger als 4 Personen beschäftigen) sind Gewerbeformulare aus- zufüllen. Die Land- und Forstwirtschaftskarten sind von den Personen auszufüllen, die Landwirtschaft — wenn auch in kleinem Umfang — betreiben. Ucber die Art der Aus- füllung dieser Formulare wird eine in den nächsten Tagen erscheinende amtliche Bekanntmachung das Publikum noch aufklären. In Anbetracht der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Zählung hoffen wir, das Publikum werde durch vollständige Ausfüllung der Listen den Zählern das Zählgeschäft erleichtern. r Schotten, 7. Juni. Heute starb hier ein Mädchen anfangs der zwanziger Jahre, das aus Gonterskirchen gebürtig an der verhängnisvollen Gonterskirchencr Hochzeit tellgenommen hat. Die Krankheit war dieselbe wie bei den übrigen Erkrankten. Wie man hört, ist die epidemische Krankheit in Gonterskirchen noch nicht im Abnehmen begriffen. DaS verstorbene Mädchen war schon mehrere Jahre hier in Stellung und wollte zum Herbst heiraten. (Es handelt sich wohl um dasselbe Mädchen, das nach einer gestrigrn Schottener Meldung an Typhus erkrankt sein sollte. Red.) Offenbach, 7. Juni. In Angelegenheit der Mühlheimer Kessel-Explosion weilten gestern an Ort und Stelle das Amtsgericht und die Gewerbe-Jnspeklion Offenbach, die Staatsanwaltschaft Darmstadt usw., um den Tatbestand aufzunehmen. Ueber die Ursache der Explosion ist nichts bekannt. Der verunglückte Arbeiter Semmel, der auö Neuenhaßlau bei Langenselbold stammt, hinterläßt eine Witwe mit 6 kleinen Kindern. Die Explosion war so heftig, daß in Mühlheim viele Fenster und Türen infolge des Luft- bruckes aufsprangen und demoliert wurden. (W.) Frankfurt a. M., 7. Juni. Zur Vorbereitung des im nächsten Jahre hier stattfindenden 9. deutschen Turnfestes fand heute abend im Kaisersaal des Römers unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Adickes eine Versammlung zwecks Bildung der Ausschüsse statt. Den Vorsitz im geschäftsführenden Ausschuß übernahmen Bürgermeister Dr. Grimm und Stadtverordneten-Vor- steher Dr. Friedleben. Regierungsrat Mahrenholz sagte namens der Staatsbehörden volles Entgegenkommen und bereitwillige Unterstützung zu. X Hanau, 7. Juni. Bei einem im benachbarten Bergen (Landkreis Hanau) getöteten Hunde wurde die Tollwut festgestellt. — Im Rangierbahnhofe der Des- sauerschen Zellulosefabrik in Stockstadt a. M. geriet der Vorarbeiter Jnd erwies zwischen die Puffer zweier Eisen- bahuwageu und wurde zerdrückt. X Krofdorf, 7. Juni. Zu dem 6. Bundesschießen des Lahn-Dilltal-Schützenbundes, das am 30. Juni und 1. Juli er. hier abgehalten wird, reiht sich noch die feierliche Ueberreichung der neuen Fahne, die von Frauen und Jung- frauen gestiftet und in der Licher Fahnenfabrik hergestellt worden ist. Von den 7 Bundesvereinen haben 5 ihr Erscheinen zugesagt. Der hiesige 1902 gegründete Verein zählt gegenwärtig 36 Mitglieder. Vor Lrrzem wurde der neue Schießstand, der neben dem des .Kriegervereins liegt, zum ersten Male benutzt; er hat sich als sehr bequem erwiesen. — Ern ut den 30 er Jahren stehender lediger Manu von Hier, der schon mehrere Jahre nicht mehr geistig zurechnungsfähig war, ist vor kurzem, da sich sein Zustand verschlimmerte, iin die Irrenanstalt nach Andernach überführt worden. ** Kleine Mitteilun gen aus Hessen und den Nachbar st aaten. AuL der N i d d a bei B o ek e n h e i m wurde die Leiche eines neugeborenen Knaben gelandet, der nach der Geburt gelebt hatte. — Durch einen Brand in der Zwangserziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen wurde ein Test eines Seitengebäudes erheblich beschädigt. Man vermutet Brandstiftung durch Zöglinge. — Die landwirtschaftliche Versuchsstation zu Marburg wird nach Kassel verlegt. Ländereien dafür sollen bereits angekaust sein. Die Herkomerfahrt. III. Um die Pflege des Sports ist es eine schöne Sache und es ist erfreulich, daß in den letzten Jahren auch in Deutschland allseitig ein großes Gewicht auf die Pflege und Förderung desselben gelegt worden ist; jeglicher Sport stählt den Körper und ist darum auch aus nationalen Gründen empfehlenswert. Indessen darf die Vorliebe für den Sport und die in seinem Gefolge stattfindenden Veranstaltungen nicht soweit gehen, daß eine Benachteiligung irgend welcher Art eintritt. Die verschiedensten isport- zweige haben z'ich der Sympathien aller Steile zu erfreuen gehabt, nur gegen den Auwmobilismus wendet sich die Abneigung der großen Menge. Bei diesem Haß weiter Schichten handelt es sich keineswegs etwa um Neid gegenüber den besitzenden Klassen, vielmehr sind es die großen Gefahren, welche das Automobil mit sich bringt; es braucht nicht einmal übermäßig beschleunigtes Fahren in Frage kommen, es gibt genug andere, durch Automobile hervorgerufene Zwischenfälle, welche das Leben der Passanten bedrohen. In einem passenden Moment erscheint gerade jetzt im zweiten Vierteljahrheft zur Statistik des Deutschen Reiches eine Aufzählung der Automobilunfälle, aus welcher hervvrgeht, daß in einem halben Jahre, vom 1. April bis 30. November 1906, 2 2 9 0 Automobilunfälle vorgekommen sind, wobei der achte Tell der Besitzer der Fahrezuge nicht ermittelt werden konnte. Fast die Hälfte aller Unfälle ist durch zu schnelles Fahren oder Unterlassen des Signals hervorgerufen worden, während nur 174 Unfälle auf Unachtsamkeit der Verletzten zurückzuführen sind. Hierbei handelt es sich um Unfälle zu gewöhnlichen Zeiten; vermehrt wird deren Zahl aber verhältnismäßig ganz beträchtlich, wenn es sich um Relmveranstaltungen auf öffentlichen Verkehrswegen handelt, so sehr auch seitens der Behörden die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Dies sieht man zur Genüge an der augenblicklich stattsindenden Herkomersahrck, die nicht einmal eine Rennfahrt im eigentlichen Sinne ist, da bestimmte Schnelligkeiten vorgeschrieben sind; eine ganze Anzahl von Pärsonen ist, wie wir meldeten, zu Schaden gekommen und mancher wird zeitlebens Einbuße erleiden. Es ist daher verständlich, wenn der Unwillen gegen derartige Veranstaltungen wächst, zumal sie für einen beträchtlichen Teil des Tages und für größere Wegstrecken eine bedeutende Hemmung des Verkehrs mit sich bringen. Geht es so weiter, wie bei den jüngsten Veranstaltungen, so müßten die Regierungen dahin kommen, dies gänzlich zu verbieten oder nur unter Kautelen genehmigen, daß die Gefährdung Unbeteiligter für ausgeschlossen gelten kann. Gewiß verdient der Automobilsport schon im Interesse einer jungen auf- blühenden Industrie Förderung, jedoch darf diese nicht auf Kosten der Gesundheit anderer Staatsbürger geschehen. Mannheim, 7. Juni. Heute haben die Herkomer-Fahrer die dritte Etappe der Tour angetreten, die über eine Strecke von 357,6 Kilometer von Mannheim nach Lindau führt. Der Start fand am .Schlachthof statt. Es wurde in Zwischenräumen von je y2 Minute abgefahren. Von den gestern in Mannheim angekommenen Wagen starteten heute 132. Vier Wagen schieden aus. Karlsruhe, 7. Juni. Um 7 Uhr 7 Minuten traf der Wagen 9 und darauf in kurzem Abstande die Wagen 16, 18 und 17 ein. Wagen 60 hatte eine Pneumatikdefekt. Schramberg, 7. Juni, Die heutige Vormittagsfahrt führte über prächtige Straßen in den Schwarzwald, der bei dem Kniebispaß fast 1000 Meter überschritten wurde. Um 11 Vs Uhr, als die Weiterfahrt gestattet wurde, hatten alle Wagen die ersten beiden Drittel des schweren, kurvenreichen Berges erklettert. Lindau, 7. Juli. Die heutige Etappe der Herkomer- Fahrt litt teilweise unter Gewitterregen. Als ersten Wagen traf um 5 Uhr 10 Minuten der Wagen Nr. 9 (Ladenburgs Mercedes) ein; in kurzen Zwischenräumen folgten die Wagen 19 (Erle), Benz 35 (Weingand), Mercedes 23 ^Jeßrum), Opel usw. Um 9 Uhr abends fehlten noch vier Wagen. Vermischte». * Hannover, 7. Juni. Zu der Spieler- und Wechsel-Affäre am hiesigen Militär - Reitinst itut ist noch mitzuteilen, daß einer der am meisten beteiligten Offiziere dem 20. Dragoner-Regiment angehört. Seine Verbindlichkeiten sollen sich auf 90 000 Mk. belaufen. Tec Kommandeur des ReitinstitntS, v. Festenberg-Packich, traf die schärfsten Maßnahmen. Die am meisten beteiligten Offiziere erhielten Befehl, binnen 24 Stunden Hannover 31t verlassen, die anderen in die Affäre verwickelten Offiziere ntehrtägigen Stubenarrest. Einer unserer bekanntesten Herrenreiter, der in den ersten Odonaten der Saison schöne Erfolge im Sattel zu verzeichnen hatte, ist ebenfalls an der Sache beteiligt und wird sich zunächst vom Rennreiten zurückziehen. ’ Sin schreckliches Automobilunglück ereignete sich während der Dauerfahrt von Rewyork nach Albany. Ein großer Kraftwagen deS Clarence Mackenzie, des Direktors der Standard Brake Company, stieß mit einem elektrischen Straßenbahnwagen zusammen. Der Kraftwagen wurde gänzlich zertrümmert. Die Insassen wurden herausgeworfen. Mackenzie ist tot, alle anderen wurden verletzt, darunter zwei schwer. * E' n bedrohtes Hotel. Der „DailyExpreß" meldet aus Rewyork, daß das Hotel ,<5t. Regis" sich in einer Art Belagerungszustand befindet, weil man anonym gedroht hat, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Die Hotel- Leitung erreichte ein Brief mit der Unterschrift ,Große Hand". Darm lüiirbe mitgeteilt, daß, wenn 6000 Alk. nicht an einer bestimmten Stelle hinterlegt werden, das Hotel mit Dynamit in die Luft gesprengt würde. Viele Detektivs und Polizisten iöerwacheu das Gebäude, während andere nach dem Brief- chreiber forschen. DaS Hotel, ein fürstliches Gebäude, wurde uit einem Aufwand von 10 000 000 Mk. erbaut. • Unfreiwillige Ballonfa hrt. Als in der Vorstadt von Barcelona, Puebla Rueno, der Luftballon ^Gierza" auffahren sollte, halfen verschiedene Arbeiter beim Loslassen des Ballons. Nachdem die Taue durchschnitten waren, erhob sich der Ballon und nahm zwei junge Burschen mit, die sich in die Taue verwickelt hatten. Einem gelang eS, sich an einem Tau herabgleiten zu lassen. Der andere klamn:erte sich fest, mußte aber in 300 Meter Höhe erschöpft loslassen und stürzte auf die Landstraße, wo der Körper als unförmige Masse liegen blieb. * Kleine Tageschronik. Durch den Einsturz eines Gewölbes in der Malzfabrik in Londerzeel (Belgien) sind sechs Prrsonen getötet und fünf, darunter zwei schwer, oerivimbet worden. — Tie Ostind. Stadt Karachi ist von einem verheerenden Zyklon heimgesncht worden; kaum ein Gebäude blieb verschont. Mehrere Dampfer wurden aiis Ufer geschleudert. Menschen sind nicht umgekommen. — Der 60 jährige Fabrikant Heun aus Sigmar (Königr. Sachsen), der wegen Schreibens anonymer Briefe zu 3 Monaten Gesängnis verurteilt worden war, ertränkte sich aus Gram darüber. Heun hatte ursprüitgltch die Urheberschaft der anonymen Briese angegeben, später aber das Geständnis widerrufen. — Ju Beuthen, O.-Schch hat der wegen zweifachen Mordes zum Tode berurteUte Roßschlächter Liberia die Wiederau ^ahme des Verfahrens beantragt, um weitere Morde auszuklären. — Während der Fahrt Düsseldorf- Köln überfiel ein Zuchthäusler seinen Transporteur und schlug ihn nieder, als dieser die Notleine zog. Der Ueberfallene wurde, nachdem der Zug zum Stehen gebracht war, schwerverletzt aufge- funden. — Die Gattin des in Karlsruhe wegen Al o r d e s an seiner Schwiegermutter in Untersuchungshait befindlichen Rechtsanwaltes Hau ertränkte sich in dem See bei Pfäffikon in der Schweiz. — Eine furchtbare Bluttat verübte ein geistesschwacher Alaun in Lichtenberg bei Berlin. Ter Schuh- machernieister Bergmann versuchte seine Frau mit dem Beil zu erschlagen und tötete sich selbst durch einen Stich in das Herz. Börsettwochcnbericht. Frankfurt a. M., 7. Juni. Die ausländischen Börsen standen diese Woche im Zeichen starker Liquidationen. In Genua, in Paris und in London sind Zwangsverkäufe für insolvent gewordene Spekulanten vorgenommen worden, die auf die Tendenz jener Plätze ungünstig einwirkt en und auch auf die Stimmung der deutschen Märkte nicht ohne Einfluß blieben. Die Spekulation hatte ihre Strafte überspannt und nun traten die Folgen zu Tage. Ob die Märkte scyon genügend gereinigt sind, wer vermöchte das zu sagen; oft schon glaubte man es und immer sah man sich in dieser Annahme wieder getäuscht. Die Geldmärkte bleiben angespannt uub mahnen die Unternehmung zur Vorsicht. Amerika schickt zwar Gold nach Europa, aber hier handelt es sich lediglich um Rückzahlungen, die Harriman für früher in Paris lombardierte Union Pacific Werte zu leisten hat, im allgemeinen herrscht in Amerika noch immer großer Geldbedarf und man sucht Eisenbahnfonds und Finanzwechsel in der alten Welt unterzubringen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Paris hat die „Pensionen" vielfach nicht erneuert, und da, wo sie prolongiert worden sind, wurden harte Bedingungen gestellt. Die Leihraten haben diese Woche eher noch etwas angezogen, während'man um diese Zeit eher eine Ermäßigung hätte in Aussicht nehmen sollen und da in der zweiten Hälfte des Monats die Ansprüche für den Semesterwechsel sich bereits geltend zu machen pftegen, so besteht vorerst noch keine Aussicht für eine Herabsetzung der Diskontoraten. Die andauernd hohen Sätze können aber nicht ohne Rück- wirkung auf die In du strie bleiben und tay'ächlich lauten die ^ituattonsberichte heute auch etwas gedämpfter. Wenn trotz alledem die Kurse nicht wesentlich zurückgehen, so kann dies nur dahin ausgelegt werden, daß das gegenwärtige Niveau nicht mehr für hoch gilt und das Publikum an seinem Besitz festhält. Reichs- anleibe und Konsuls haben etwas angezogen, während die süddeutschen Staatsanleihen, die sich vorher besser gehalten hatten, etwas zurückgingen. Russen und russische Eisenbahnanleihen gingen aui die Befürchtung einer Dumaauflösung und deren Folgen sow e auf die vorgekommenen Meutereien bis zu 2 Proz. zurück. Portugiesen und Ungarn auf die ungünstigen Meldungen über tue inneren Verhältnisse gleichfalls matter. Bankaktien büßten meist 1 Proz. ein. Schifahrtsaktien auf die später richtig gestellte Nachricht, daß die Cunardlinie für die Mittelmeerfahrten Tarifermäßigungen habe eintreten lassen, zuerst gedrückt dann erholt. Bahnen meist 1—2 Proz. matter, Lombarden schließlich erholt auf die Eingabe an die Regierung wegen Tariferhöhungen und einer langsamen Rückzahlung der Kaufschillings. Moutanpapiere büßten durchweg 2—3 Proz. ein, auch andere Juduftriewerte waren vorwiegend matter. Von chemischer Werten Anilin, Scheideanstalt, Silberhütte Braubach und Holzverkohlung je 5 Proz. niedriger, auch Brauerei- und Elektrizr- tätsaktien 2—3 Proz. schwächer; höher waren nur Zellstoff Wald- hof 6 Proz. und Dürkopp 7 Proz. Privatdiskonto 45/s Proz. Kandel. Die neue bayrische Staatsanleihe ist um das sechsfache überzeichnet worden. Die Gcsamtresultate betragen 240 Millionen Mk. — Deutsche Anleihen und der Geldmarkt. Wir aus Berlin gemeldet wird, wird der Ausweis der Reichsbank, der nun fällig ist, sich ungünstig gestalten, da die Ansprüche fortgesetzt hoch finb, sodaß das Institut vorerst keine Diskontermäßigung vornehmen kann. Wenn nicht gan zbesondere Umstände eintreten, ist im Juni keine Möglichkeit vorhanden mit einer Ermäßigung zu rechnen und wir hätten mit unseren Bedenken, die wir schon durch längere Zeit in dieser Beziehung hegen, recht behalten. Sonst ist mitzuteilen, daß die 4 Prozent. Bayrische Staatsanleihe beit vorauszusehenden Erfolg gehabt hat. Das, Gesamtresultat soll sich auf ungefähr 240 Mill. Mk. belaufen, also einer 6 fachen Ueberzeichnung gleichkommen. Weiter wird gemeldet, daß nament- mentlich vom Auslande aus die neuen 4 Prozent. Bayerischen Staatsanleihen gesucht sind und auch die 4 Prozent. Städteanleihen vielfach in das Ausland wandern. Desgleichen werden die 4proz Schatzanweisungen hochgehalten, notierten aber geftern um 10 Pf. niegriger 100, 40 Proz. Schließlich sei noch der Geldbewegung resp. der aus Newyork kommenden Goldsendungen Erwähnung getan. Die Gesamtsumme soll sich auf 14 Mill. Doll, belaufen. 4 Mill. Doll, sind bereits in Paris eingetroffen, während der Rest sich voraussichtlich auf die nächsten Wochen verteilen wird. Ob noch weitere Geldtransaktionen auch für andere Länder geplant sind, steht zurzeit dahin; aus den hierfür maßgebenden Devisenkursen dürften zunächst kaum derartige Goldsendungen herzuleiten sein. Von derBerlinerBörse. An der gestrigen Nachbörse sah sich die lokale Spekulation zu starken Blanko-Abgaben in Banken und Russen veranlaßt. Heute deckten sie wieder. Im übrigen war die Gesamtstimmung 5ei der Eröffnung etwas fester, da sich neue Käufer benierkbar machten — eine seltene Erscheinung. Dann regten die Newyorker besseren Kurse an und als beide Erscheinungen nach Kräften fruttifUiecL waren, trat wieder tue bekannte Geschäftsstille ein, die den Bergwerksaktien eine leichte Abschwächung brachte. Für Lombarden ist die kleine Spekulation wieder sehr rege; sie trieb den Kurs bis 26.70. Russen lagen fester auf Pariser Meldungen und Londoner Airregung. Bankaktien waren leicht erholt. Amerikanische Bahnen wanderten viel nach Amerika zurück. Schiffahrtswerte waren zeitweise belebt. Es notierten u. a. Russen von 1902 gebessert bis 75.10, unifizierten Türken desgl. bis 94. Die Avanzen von Deutsche Bank und Diskonto-Kom- mandit waren sehr gering. Bochumer notierten zuletzt 2251/2 und Laurahüttc 2233/z. Harpener waren etwas höher bis 205. Der Privatdis-kont blieb auf 45/8 Prozent. Märkte. Gießen, 8. Juni. Marktbericht Auf heutigemWoebeumarkre kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.15 Ulf., Hühnereier 1 St. 6—0 Pfg., 2 oicf. 11—00 Pfg., Ganseeier 10—00 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Pid. 18-24Pig, Linsen p. Pfd.25-40Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 2)lt., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 64—84 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—9,— Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00 Psd., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Psd. Mk. 0.20—0.25, per Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—1 Uhr. Der Sanitätsdienst beim Kaiserprcisrenuen im Taunus In der Organisation für das Kaiserpreisrennen, die jetzt noch hunderte von Kräften anspannt, ist auch ein Sanitätsdienst 'vorgesehen, desr über die ganze Stteckc ausgedehnt wird. Für etwa vorkommende Unglückssalle sind 11 Aerztestationen gebildet worden, und zwar je eine Station an der Tribüne bei Kloster Thron, in den Ortschaften Homburg, Oberursel, Königstein, Esch, Niederems, Rod a. d. W., Weilmünster, Gräven- wicsbach und Usingen. Etwa 16 Aerzte leisten die erste Hilfe. Ter Standort der Sanitätsstationen ist durch eine weiße Flagge mit rotem Kreuz kenntlich gemacht, ebenso tragen die Stationsärzte weiße Binden mit rotem Kreuz. Von einer Verwendung von Sanitätspersonal hat man diesmal Abstand genommen, da die Befahrung der Strecke mittels Fahrräder, sowohl für die Sanitätsmannschaftcn selbst, als für die Rennfahrer nicht ohne Gefahr ist. Tie Benachrichtigung über etwa vorgekommene Unfälle geschieht durch die längs der Bahn any» gestellten Streckenkommissare und Streckenwächter ober durch die Rennfahrer selbst. Tic Aufsuchung eines solchen Unfallortes von den Aerzten wird durch bereitstehende Automobile bewerkstelligt, die nur in der Richtung des Rennens fahren dürfen. Tic Rückkehr nach dem Standort hat auf den Seitenwegen zu erfolgen. Jede Sanitätsstation erhält einen mit Verbandszeug und allen nötigen Medikamenten ausgestatteten Verbandskasten. Ter ganze Sanitätsdienst wurde wie beim Gordon Bennett-Rennen 1904 durch Dr. W. Veit (Berlin) organisiert. Annft mmO Wissenschaft. Frankfurt a. M., 7. Juni. Mit Eurie0 Caruso dem berühmten Sänger, ist ein zweimaliges Gastspiel, welches im Oktober un Opernhause stattfinden wird, vereinbart worden. — Wie verlautet, wird sich der Münchener Generalintendant Freih. von Speidel nach Budapest begeben, um den Kaiser von Oesterreich zu besttmmen, von einem Engagemenlsantrag des Generalmusikdirektors Mottl für die W i e n e r H 0 f b ü h n e zurückzustehen. Es steht von dem Prinzregenten eine außerordentliche hohe Auszeichnung für Mottl bevor, die er mit einem Handschreiben des Regenten zugestellt erhalten soll. Syort X Athletik. Da? Hessische Athleten Verbandsfest, das am 15. — 17. Juni in Verbindung mit einer großen Sportausstellung auf dem Sportplatz und Textors Terrasse stattfindet, wird von vielen auswärtigen Konkurrenten besucht und scheint die seitherigen Sportfeste weit zu übertreffen. Hochinteressant werden die diesjährigen Kämpfe um die Meisterschaft im Stemmen und Ringen, da sich eine stattliche Anzahl Stemmer und Ringer gemeldet hat, darunter auch die seitherigen Meisterschastsbesitzer (Äug. Köhler, Meisterschaftsstemmer und Peter Rey, Meisterschasisringer). Gcrichtssaal. sd. Gießen, 8. Juni. Tas Kriegsgericht der 25. Division tagte gestern hier, um über zwei Anklagen zu urteilend Der Musketter Gustav Richter von der 9. Kvmpagnic des Jnf- Regts. 116 hat sich im Januar von seiner Truppe ohne Urlaub entfernt und dabei von den Angehörigen eines Sergeanten ein Fahrrad erschwindelt, das er nach Eckartshausen mit’ nahm. Er vollführte dort, wie auch in Rohrbach, wohin er sich begab, eine Reihe weiterer Schwindeleien und Diebstähle, nahm Kleider mit und versuchte ein Mädchen, einen Fuhrknecht und einen Wirt anzuschwindeln. Er icirb wegen vollendeten Betrugs in vier Fällen, wegen versuchten Betrugs und schweren Diebstahls in je einem Falle, aber in wiederholtem Rückfälle, ferner wegen unerlaubter Entfernung, Preisgabe von Dienstgegenständen re. zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre, und mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen mit Entfernung aus dem Heere bestraft. — Wegen Gehorsamsverweigerung mit Achtunasyer- SS I>4» ^se E1W, K mü dem ~ nach Ian Die B tus statt. c I Allen F- Mitteiümg, dl Frau im M. Leben entschlafen ist Gießen, Die Seeti N/iUtzroonöe .Heule a mein innigsl Ma was sch Beu -bitte um mu Gießen (2 . Die Beerb 9 sthr, von bei Heuchel^ % Beer! "ör statt. ( JSonnetsti Wwerem Lei Brube s icr geben möge. Durch ine furchtbaren Brandwunden, die dem Kinde sachten, wurde man auf die scheußliche ilarfe Schmerlen omiri für dringende Falle sicher anzutreffen. D8/« Br. Klein. Ost-Anlage 37. — Br. 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Die Vorlage wird in der nächsten Session dem Landtage zugehen. Gens, 8. Ium. Die Klage Leopold Wölflings aus Scheidung von seiner Frau dürste in etwa vier Wochen verhandelt werden. Don der Klageschrift wurde Frau Wölfling eine deutsche Abschrift zugestellt. Wölfling hat em Kaufangebot auf seine Villa am Zuger See erhalten. Er ist aber nicht gesonnen, sie zu veräußern, fonbem gedenkt auch in Zukunft einen Teil be5 Sommers dort zu verbringen. Zu Vcifa.ifcn zwei »vrunasäh. Vogelsberger' Tat aufmerksam und M. wurde am nächsten borgen verhaftet. Er gab sein Verbrechen ruhig zu; er lvvllte nach seiner Angabe den Spöttereien ein Ende machen. Auch beute gibt er die Tat reumütig zu. Ter Sachoerstündige hält ihn mit Rücksicht auf i>en fuarfen Biergenuß für geistig minderwertig, aber für die Tat verantwortlich. Staatsanwalt Tr. Maurer beantragt die bei Mord durch einen noch nicht 18jährigen zulässige Mindeststrase von drei Jahren Gefängnis, während der Gerichtshof, darüber hinausgehcnd, 4 Jahre Ge fängnis ausspricht, ihm aber dabei 4 Monate Untersuchungshast anrechnet. Er nahnt die -strafe an. Schweidnitz, 8. Juni. Wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten wahrend der Wahlbewegung wurde der Genosse Paul Jungivitz aus Nieder-Salzbrunn gestern von der hiesigen Strafkammer zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Von demselben Gericht erhielt der Genosse Fritsch vom Textilarbeiter-Verband wegen Beleidigung des Kommerzienrats Zwanziger 800 Mk. Geldstrafe. Dohens alza, 7. Juni. Von der Strafkammer wurde der Probst Lavendzinskt aus fiu’jto wegen Gefährdung des« öffentlichen Friedens, begangen in einer Predigt, unter Annahme mildernder Umstände zu einem Monat Festungshaft verurteilt. Ferner wurde der Vikar Zaremba wegen Vergehens gegen den K-anzelparagraphen und Ausreifung zum Hchulstreik zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt. 30000Mk♦ bei gut-^iinssuße von pünktlichem Ziltszatner ges. Schriftl. Angebote unter 03861 an den Gießener Anzeiger erbet. Patent-Bureau Hr. Brust, Cassti Amerikanischer Patent-Anwalt, Hoheuzollcrnstraßc 43, Fernsprecher 3186. hv53,^ Feinste Auskünfte iiberErwirkuug u. Verwertung. zrunuUenvtüten kurz gepflückt, lauft Die Velikau'Apotheke. __________Kreuzvlatz._______ Neueste Modelle. Illustr. Katal. grat.u.fr. Otto Jacob sen., 3516) Berlin 86, Friedenstr. 9. Arbeiterbewegung. Offenbach, 7. Juni. Tie streikenden Offenbacher Metallarbeiter lehnten am 7. d. Dit. mit 745 Stimmen gegen 185 Stimmen das Angebot der Fabrikanten a b. Der Vergleichs- Todes-Anzeige. Donnerstag abend 6V« Uhr verschied plötzlich nach fdjroerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Sm PH. Hofmann Landwirt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Hofmann. Heuchelheim (Ludwigstr. 22), den 8. Juni 1907. Die Beerdigung findet Sonntag den 9. Ium, mittags 12V- Uhr statt. 0*0,9 Todes-Anzerge. Heute abend 7V- Uhr entschlief nach langem Leiden mein innigit geliebter Gatte Martin Hröcker was ich Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um fülle Teilnahme tiefbetrübt anzeige. Th. Kröcker, geb. Erb. und Futterkartosscln zu verk. L.Müller, Crednerstr36. Piismsw auS renommiert Fabrik, noch neu,1 Darmstädter Stil, Nußbaum votiert, ist mit Garantieschein sehr vreisw. ab,zugeb. — Schriftl. Anfr. u. 3796 a. d. Gieß. Anz. erbeten. Todes-Anzeige Allen Freunden und Bekannten hiedurch die traurige Mitteilung, daß gestern morgen um 8V, Uhr Frau Maria Ebert Ww tm M. Lebensjahr nach kurzem, schweren Leiden sanft entschlafen ist. 5ein- n. Wlattsbüocüi erlernt man in 4 Wochen gründlich. Daselbst wird aller Art Wasche zum Bügeln angen. Walltorstr. 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Er war aus besonderer Veranlassung vom Feld- dienst zurückgeblieben, und es war ihm von dem Unteroffizier ausgegeben worden, Wasser zu holen: er tat dies aber auch dann nicht, als es der Feldwebel befahl und erhält dafür wegen seiner Widersetzlichkeit 28 Tage strengen Arrest. Darmstadt, 7. Juni. DerMord de s eigenen Kin - des führte heute den kaum 17 Jahre a(taufc anwesend war, wurde er angeblich wegen seiner jugendlichen Vaterschaft verschiedentlich von Bekannten gehänselt, was ihn sehr krankte. Es kam ihm beim Putzen von Maschinen mit Schwefelsäure der Gedanke, daß er mit dieser Säure das Kind beseitigen tonne. Anfangs war er zwar selbst über diesen grauenhaften Gedanken enchrocken, doch gewann nach verschiedenen Spöttereien der Mordgedanke die Oberhand. Am Tage nach der Geburt des Kindes ging er nicht in das Daus, wohl aber am nächsten Abend, nachdem er tagsüber wie gewöhnlich seiner Arbeit nachgegangen war, machte sich mit dem Kinde zu sck)assen und benutzte einen unbewachten Augenblick, als die Großmutter das Zimmer verlassen hatte, um dem Kinde die Säure einzugießen. Es wimmerte »war, doch legte man die,en Tönen keine Bedeutung bei. M. ging dann mit dem Bemerken weg, daß man gut auf das Kind acht qibj7u.hält blendend . weisse; wäsene Rollsa-utzwand gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 3826 g. d. Gießener Anzeiger erbeten. ouoo—buoo *-2 Eyamvagner- flaschen, gebraucht, zu kaufen ges. Schriftl. Angebote unter 04110 an den. Gießener Anzeiger erbeten. Die nach- A p p 7 t P 8*n<1 Sonntag, den 9. 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