Nr. 2(53 f r I e 7. Veza g4v rets» monatlich 75M.. viertel- jährlich Mk. 2.20. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 ’Uf., durch die Bost Alk. 3.— viertel- fährt. auülchl. Beüellg. ZeilenvretS: lokal 15Bs, auSwärlS 20 Pfennig« Verantwortlich tüt den poltnichen teil: 6 *21nberion; t. Feuilleton und .AermllchteS^ P Wuiko. iür .Stadt u. Land" und .Oenchls- saal" E. veß. tüt den Anzeigenteil H Beck. ffte YeuLige Kummer umfaßt 10 Seite». Hin Kachwolt zum Prozeß Mrand. Der Prozeß, den der Reichskanzler gegen den Auch- Schriftsteller Brand Hut anstrengen müssen, hat den von allen erwarteten Ausgang genommen. Der blöde Anwurf ist zu Böden gesallen und der bleiche Knabe, der sich an Slimer das Hirn übernahm und dem seine eigenartige Ethik anscheinend auch den Körper schwächte, wandert auf li/z Jahre ins Gefängnis. Der „Vorw." findet das unedel. Nicht von der Justiz, aber vom Fürsten Bülow. Der hätte sich mit dem feierlichen Widerruf dieses „Eigenen" begnügen sollen und vor der Urteilssällung den Strafantrag zurückziehen. Das ist sehp human gedacht; beinahe „wissenschaftlich-humanitär". Mer es ist trotzdem falsch. Daß der Reichskanzler kein enthusiastischer Männersreund ist in dem häßlichen Reben sinn, den wir in den letzten Wochen kennen gelernt haben, wußte in Deutschland jeder Mensch von Halbwegs gesundem Verstand. Wenn einer, lebt Fürst Bülow vor der breitesten Oeffentlichkeit. In Berlin, in Norderney, in Rapallo kann sie ihm über die Schulter sehen. Milten hinein in die von zwei feinen Lebenskünstlern, die einander glücklich ergänzen, harmonisch abgestimmte Häuslichkeit. Und überall macht sie von solchen Möglichkeiten auch den ausgiebigsten Gebrauch. Das also war von vornherein klar und sozusagen erwiesen. Wenn trotzdem, Wie vc es ausgedrückt hat, aus Gründen der öffentlichen Reinlichkeit der Kanzler die Flucht in die Oeffentlichkeit unternahm, so handelte es sich dabei um ein Anderes. Es mußte einmal ein Exempel statuiert werden. Es mußte diesen Cudelköchen, die, weil sie selbst krank, lasterhaft oder vertiert sind, jeden Halbwegs den Durchschnitt überragenden Mann als Genossen ihrer Bruderschaft reklamieren, einmal gründlich das Handwerk gelegt werden. In das Gesichtsfeld des breiten Publikums smd diese ekelen Dinge ja erst in den letzten Wochen getreten. Das weiß nicht, daß für die „reine Freundesliebe", wie Herr Vrand sie vor Gericht in seinem Schlußwort pries, seit Jahren eine ebenso widerwärtige wie rührige Propaganda gemacht wird. Daß ein sogenanntes wissenschaftliches Jahrbuch über das Fortschreiten des gleichgeschlechtlichen Empfindens berichtet. Daß nahezu jedem, der in der Oeffent- Uchkeit steht, mit der Aufforderung zur Subskription Kostproben einer Lyrik ins Haus gesandt werden, deren unendliche Unsauberkeit nur noch durch den schwülen lüsternen Schwulst übertroffen wird. Daß alle naselang homosexuelle Romane erscheinen, deren Kritiker dann ganz ernsthaft zu bedauern pflegen, daß das interessante Problem noch nicht erschöpfend genug behandelt worden sei. Daß man endlich neuerdings in Gesellschaft schon „Rervenaristo- kraten" und Aestheten begegnen konnte, die mit schöner Natürlichkeit und nicht ohne Koketterie erklärten: sie seien homosexuell. Und die hinterher in ihren Schriften die gottlob andersgearteten als Tölpel und Unmoderne hochmütig belächelten. Allen diesen Elementen wird dieser Prozeß zur heilsamen Warnung dienen. Sie werden vorsichtiger werden in Wort und Schrift. Zurückhaltender in ihrer habituellen Sucht, Alles, was sich irgendwie hervortut, als Gildegesährten in Anspruch zu nehmen. Sie werden sich, wenn die Oeffentlichkeit entsprechend nachhilft, wieder als das fühlen lernen, was sie sind: bedauernswerte Ausnahmen, die dem Schöpferplan der Natur Widerstreiten; für die man, wenn sie ihre Abart als ein ererbtes unglückliches Schicksal durch die Welt sHleppen müssen, im Einzelfalle wohl menschliches Mitleid haben kann; für die aber vor der Rampe des deutschen Lebens nimmer ein Platz fein darf. Und wenn von diesen Lehren des Prozesses auch Herr Dr. Magnus Hirsch- seld sich einen Teil zu Gemüte führt, so wird das ein weiterer heilsamer Erfolg sein. In seine Methode, Aufklärung zu verbreiten und an die Presse „Informationen auszuteilen", ist, finden wir, am Mittwoch grausam hin- eingeleuchtet worden. Und der Mantel seiner Wissenschaftlichkeit schleift arg zerfetzt am Boden. . . . Das sind überaus wertvolle Ergebnisse; nicht zu teuer erkauft durch das Erscheinen des Kanzlers vor Gericht, dem seine mannhafte und freimütige Art dabei nod) zu einer stummen aber eindrucksvollen Huldigung verhalf. Ihnen gegenüber schrumpfen nach unserem Gefühl die politischen zusammen. Fürst Eulenburg hat unter seinem Eide ausgesagt, daß er die im § 175 unter Strafe gestellten Verfehlungen nie begangen habe, und daß er sich stets als Freund des Kanzlers gefühlt und keinerlei Intrigen ßeßen ihn gesponnen. Damit ist weder das letzte Wort über die Psyche des Fürsten gesprochen noch über die Rwlle, die er Jahrzehnte lang in der deutschen Politik gespielt hat. An der Reinheit seiner Absichten hat niemand gezweifelt. Ohne Frage hat Fürst Philipp ganz ehrlich geglaubt, seinem Vaterlande zu dienen, wenn er lieber Königsmacher als König sein wollte. Trotzdem wird es auch nach dem letzten Prozeß viele geben — und gerade unter den sogenannten Eingeweihten, den gesellschaftlich und beruflich ihm Rahestehenden — die es für ein Glück halten werden, daß seiner politischen Wirksamkeit ein Ziel gesetzt wurde. politische Lage-scharr. Tie russischen Littauer. Die littauische National-Bewegung in den Gouvernements Wilna und Kowno greift immer mehr um sich und führt namentlich in den Kirchengemeinden auf dem Lande zu Aergernissen, da die ältere Geistlichkeit polnisch, die jüngere littauisch gesinnt ist. Das von den jungen Priestern aufgestachelte Volk hat in den letzten Tagen in mehreren Fällen die polnische Predigt niedergebrüllt. Ein Priester mußte aus der Kirche durch eine Hintertür entfliehen. Die littauische Jugend hat einen Aufruf erlassen, daß in polnischen Lokalen oder Verkaufsläden nur littauisch oder russisch gesprochen werden soll. Der Aufruf verlangt ferner für Wilna einen der llitauischen Sprache kundigen Erzbischof. Die Regierung förderte an- | fcmgs diese Bewegung als eine wichtige Waffe gegen das Polentum. In letzter Zeit jedoch hat sich mit Rücksicht auf die radikal-demokratische Färbung des littauischen Rationalismus die Stimmung etwas geändert. Desrt?chLS ReScß-. Berlin, 7. Rov. In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde über den Gesetzentwurf betreffend die Aenderung des Börsengesetzes Beschluß gefaßt. — In Sachen des Professors Schrörs-Vonn Wirb berichtet, daß das Kultusministerium entschlossen ist, sich auf die Seite des Kardinals Fischer zu stellen. Mit Professor Schrörs wird bereits verhandelt, damit er die erforderlichen Schritte unternehme, um den Zwischenfall ohne Weiterungen aus der Welt zu schaffen. München, 7. Rov. Wie die „Münch. Mg. Ztg." hört, hat der Bischof von Würzburg dem Benefiziant Dr. Enger t in Ochsenfurt mitgeteitt, daß er der Exkommunikation, also dem Ausschlüsse von den Sakramenten und kirchlichen Aemtern verfallen sei. Dr. Engert ist das erste bayrische Opfer der Enzyklika gegen den Modernismus. — Die Ab g eo rdnetenkammer lehnte heute die Reform der Reichsralskammer mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums ab. — Staatssekretär Dem bürg ist heute nachmittag, von Italien kommend, hier eingetroffen und am Abend nach Berlin weitergereift. Hummelshain, 7. Rov. Der Herzog von S a ch s e n - A l t e u bu r g ist an einem Kehlkopf- und Dron- chialkatarrh erkrankt. Das heute ausgegebene Bulletin lautet: Der Katarrh ist nicht erheblich verändert, doch eher etwas gebessert. ES ist kein Fieber vorhanden. Das All- gemeinbesinden, der Schlaf und der Appetit sind gut. gez. Thiele. St. Johann, 7. Rov. Das hiesige Stadtverordnetenkollegium sprach sich heute im Prinzip für bie Vereinigung der drei Saar-Städte aus. Sidney, 8. Rov. Eine Ausländer Meldung behauptet, der Gouverneur von Samoa, Dr. Sols, habe demissioniert, angeblich weil ein wegen Beleidigung des Gouverneurs zu Festung Verurteilter, also wohl Deeken, bei den kürzlichen Ratswahlen zahlreiche Stimmen erhielt. Es sei eine Demonstration beabsichtigt, um bie Zurücknahme von Solss Demission herbeizuführen. Die Nachricht bedarf noch der Bestätigung._____________________________ Rußland. Petersburg, 8. Nov. Der Prozeß Gurko wurde gestern beendet. Der Senat sand Gurko schuldig der lieber* schreitung der Amtsgewalt und der leichtsinnigen Handlungsweise int Disponieren mit amtlichen Geldern und llebertragung der Getreidelieferungen an den unfähigen Lieferanten Lidwal. Gurko wurde aus dem Staatsdienst ausgeschlossen mit dem Vermerk, daß er im Verlauf dreier Jahre weder im Staats- noch Gemeindedienst ein Amt bekleiden darf. Gurko, der seine Freisprechung erwartete, war durch den llrteilsspruch furchtbar erregt. Das Publikum war mit der Strafe unzufrieden, die es für zu milde an sah. — Die Morgenblätter melden aus Eger: Der vom .Kriegsgerichte zum Tode verurteilte deutsche Reichsangehörige Johanson, der gestern hingerichtet werden sollte, wurde in der Gefängniszelle erhängt ausge- funden. Warschau, 7. Rov. Dienstag mittag wurde hier ein jüdischer Händler, der vor einem Leichen- zuge seinen Hut nicht abnahm, von Kosaken mit Kolbenschlägen niedergeschlagen. Odessa, 7. Nov. Die reaktionären Abgeordneten Südrußlands beschäftigten sich gestern in einer Konferenz mit ihrer Haltung in der Duma. Es wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, über ganz Süd- rußland den Belagerungszustand zu verhängen, die Feldgerichte wieder einzuführen und die revolutionären mit größter Rücksichtslosigkeit, aber innerhalb der gesetzlichen Schranke»! zu bekämpfen. Die Abgeordneten erklärten, daß sie den Pogrom und die Gewalttaten nicht billigten. Sitzung Oer StaOtverorOneten. Gießen, 7. November. Anwesend: Oberbürgermeister Mecmn, die Beigeordneten Keller nnd Georgi: die Stadtverordneten: Brück, Eichenauer, Ernmelius, Euler, Jaber, Gabriel, Dr. Haberkoin, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Loos, Oubig, Petri, Dr. Schwer, Cchafsstaedt, Walleickels und Dr. Wnnmenauer. Einführung des Beigeordneten Keller. Die heutige Sitzung der Sladtverordnelen-Versatnmlung rourbe mit der Einführung des neugeiväljlten besoldeten Beigeordneten Keller eröffnet. Der Vorsitzende hielt folgende Ansprache an ihn: Sehr geehrter Herr Kollege! Das Vertrauen der Stadtverordneteu-Versammlung hat Sie zu dem hohen und verantwortungsreichen Amt des besoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen berufen. Sie haben schon früher, als Sie mehr als ein halbes Jahr zu Ihrer Ausbildung in unserer Stadtverwaltung tätig waren, die Kenntnisse und die Umsicht gezeigt, die das in Sie gesetzte Vertrauen als gerechtfertigt erscheinen lassen, und es wird an Ihnen liegen, zu beweisen, daß Ihre Wahl eine gute war. Die Ausgaben, die Ihrer harren, sind Ihnen bekannt. Sie bringen eine rüstige geistige Kraft, eine warme Begeisterung für die hohen und idealen Ziele Ihres Amtes, ein inniges Verständnis für den Geist und die Vorzüge unserer Stadt in Ihr neues Amt mit. Und so dürfen Sie und Wir alle mit froher Hoffnung in die Zukunft schauen. Nachdem Ihre Wahl die Bestätigung des Großherzogs gefunden hat, weise ich Sie nunmehr ein in das Amt des besoldeten Beigeordneten ber Stadt Gießen. Reichen Sie mir die Hand zum treuen Bunde in der Arbeit und in der Liebe zu unserer Stadt; erwidern Sie freundlich die Gesinnungen, bie der gesamte Stabt- vorstand Ihnen entgegenbringt; dann wird Ihnen Ihr Amt zit einer Quelle von Freude und Befriedigung, zu einer lieben Stätte ber Arbeit werden. Die Beamten empfehle ich Ihrem Wohlwollen unb erwarte von diesen, baß sie den Anordnungen ihres neuen Vorgesetzten willigen Gehorsam leisten werben. Daraus wurde bie Vereidigung vorgenommen. Beig. Keller hielt darauf folgende Ansprache: Hochgeehrte Herren! Herzlich danke ich Ihnen, hochverehrter Herr Oberbürgermeister, für die freundlichen Worte, die Sie an mich gerichtet haben, und Ihnen, meine hochverehrten Herren Stadtverordneten, für bas Vertrauen, das Sie mir durch Ihre Wahl bekundet haben. Mit Ernst unb Gerechtigkeit, mit Takt und Wohlwollen will ich meines Amtes tatkräftig walten und ich versichere hiermit, daß ich den Interessen aller meiner Mitbürger, weS Standes, welcher Religion, welcher Partei sie auch sein werben, gleichmäßig gerecht werben will. Aber ich bars andererseits auch hosfen, daß mir von jedermann vergönnt werde, im ruhigen, sicheren Geleis meiner Pflicht unbeirrt fvrtzuschreiten; und wenn es auch fchlver ist, es allen recht zu machen, und es nicht ausgeschlossen ist, daß ich hin und Wieder auf Irrwege gerate, so ist doch ein Ziel aufgerichtet, das unverrückbar feststeht, und dem ich mit mächtigen Schritten und unter Anspannung aller Kräfte zueilen Wlll: das Wohl unserer teueren Stadt Gießen, ber Größe und Wohlfahrt und Gedeihen beschieden sein möge jetzt und bis in die fernsten Zeiten. Mitteilungen. In der letzteit Sitzung war beschlossen worden, in der Bau- depulalion nochmals den Ankatis des Weidig'schen Hatlses in der Lotlnenslrabe ui Erwägung zu ziehen. Tre Batidevlllation beschloß, das Haus für 4000 Mk. zu erwerben. Dem Besitzer würbe dies mitgeteilt, er gab aber feine Antwort daraiü. Die Jnstallatkure für elektrische Anlagen haben eine neue Eingabe an die Stadtverordneten gerichtet, die sich hauptsächlich mit ber Notbeleuchtung un Theater bewßt. Nach längerer Debatte, bie sich um die Frage dreht, ob die Teputallon lich mit der Sache beschäftigen oder ob man em Sachverständigen* 0Ui lach len einholen solle, würbe beschlossen, Geheimem! Professor Dr. Mittler m Darmstadt die Frage vorzulegen, ob ber Betriebsleiter Stvlte ober bie Installateure Recht hätten. Baugesuche. Joh. Gg. Pf ass beabsichtigt, an der Velerinärklinik unb an der Goethestraße je einen Neubau zu errichten. Der bestehende Bauplan sieht tiir beide Straßen keine Vorgärten vor, wohl aber ein m diesem Sommer aufgestellter, gegen den Einspruch erhoben ist. Piasf möchte setzt schon Vorgärten vor ben Häusern anlegen; der erforderliche Dispens wirb befürwortet. Friedrich Webe r will am Tiefeniveg bauen, ber Platz ist so klein, daß die vorgeschriebetie Ho'gestaltimg nicht möglich ist. Der deshalb erforderliche Dispens, ber übrigens auch noch wegen sonstiger Sachen erforderlich ist, ivird unter bestimmten Bedingungen erteilt. Ernst P l o ck hat an der Alarburger Straße einen Schuppen errichtet, der nicht in vorgeschriebener Entfernung von ber Straße steht. Die ihm zinn 1. Oktober b. I. für die Ennernung des Schuppens gestellte Frist wirb auf sein Ersuchen um 1 Jahr verlängert. Ein Baugesuch von iNoses St e b l e v für ein Wohnhaus am Wißmarer Weg, 2300 m von bem letzten genehmigten Bebannngsplan entfernt, wirb nbgeleünt. Die gleiche Erledigung finbet em Dispens- geiuch von H. W. Rmii wegen der Anbringung größerer Balkone, als ber Bauplan genehmigte. Zur Verlcgunz der Einmündung der oberhesirfchen Bahn in den Bahnhof Gießen hat '21 bg. L e u n im Landtag einen Antrag emgebracht, dessen Inhalt der Vorsitzende nütteilt. Der Vorstand des Bürgerverems hat hierzu eine Eingabe an die Versamnilung gerichtet. Sie ist von 2 Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins unterschrieben, weshalb ber Vorsltzenbe Bedenken äußert, ob sie in ber Tut eine Siunbgebmig beS Bürgervereins bedeute. ES wurbe hierzu aut Vorschlag des Oberbürgermeisters beschlossen, zunächst abzuivarten, wno die Regierung, ber Landtag unb bie Elsenbahn- verwallung in ber Sache tun wollen. Stabtv. H r u in m erinnert bnrnn, daß bie Eiscnbahnbehörde früher vor dieser Verlegung 2 'Millionen verlangt habe und möchte feinen Zweckel gelassen haben, daß ebenso wie damals auch jetzt die Stadt eine solche Summe unmöglich opfern könne. Das Elsenbahnkonillee für die üinie Mücke - Ulrichstein gibt Kemituis von dem Stand des Elfenbahnprojekts Mücke— Ulrichstein. Tie Abzweigung nach Rix'eld würbe fallen gelassen, un übrigen aber ist bie Firma Lenz in Berlin bereit, bie Bahn zu bauen, wenn bie beteiligten Gemeinden den Bau der Bahn finanziell unterstützen, ^e Negierung gibt 3,000 M. für jeden Kilometer und auch die Beieiligten Gemeinden haben sich zii Zuschüsseu bereit ei flaut. Nach einer vom Komitee au gestellten Rentabilitätsberechnung, die allerdings noch sehr ber Nachprwung bedarf, ist jähilich auf einen Verkehr von 3300 Guterwagen nut durchschnittlich 10 km Verkehrsweg zu rechnen. B!an hofft außerd-m ungen durch Beitritt 511 unterstützen, einer dieser Bewegung nahestehenden nicht erforderlich, mit dem von Gu Punkten einverstanden zu sein, um Gesellschaft zuzustimmen, die daraus Wie man uns von Seite mitteilt, ist es litt gesagten in allen den Bestrcbiingen der Hinairslaufen, das in Kandel. (Tel.) Ter Reichsbankdiskont erhöht und beträgt jetzt 7Y].l °/0. erfuhr ebenfalls eine Erhöhung von noch auf eine erhebliche Vermehrung, weil man durch den Bahubau aut eine Erhöhung der Bautätigkeit und auf den Abbau mehrerer vorhandener Eisenerzlager rechnet. Nach dem jetzigen Stand der Sache blieben noch 370 000 M. zu decken, von denen ein -ren m Gestalt von Vorzugsaktien begeben werden soll. Das Eisenbahu- komitce richtet nunmehr an die Stadt das Ansinnen, 100 000 DL hiervon zu übernehmen, je 50 000 Al. als aewöhnliche und als Vorzugsaktien mtt 3«/,°/» Zinsengarantie. Tie Vcrkehrskomniifsion hat anerkannt, daß die Stadt Gießen ein gewisses Interesse au dein Bahnbau hat, allerdings hält sie den von der Stadt geforderten Zuschuß für viel zu hochbemessen. Sic hat beschlossen, die Handelskammer zu ersuchen, b. den an der Bahn interessierten Firmen eine Um trage zu veranstalten, in welchem Masi sich diese an der Uebernahme von 2lktien beteiligen würbet?. „ _ Stadtv. R r 11 nt m hält diesen Weg nicht für gangbar. Wenn die Bahii iiicht nach Nixield weiter gebaut werde, habe Eleven kein großes Interesse an deni Bahnbail, aber insoweit Interesse vorhanden sei, solle die Stadt selbst zil den Kosten beitragen. Der Vorsitzende berechnet, daß ine Erfüllung des an die Stadt gestellten Ansinnens eine jährliche Beitragsleistuiig von Aus SLaSL und Land. Gießen, 8. Nov. 1907. •• Unser Erbgroßherzog feiert heute seinen ersten Geburtstag in bestem Wohlsein. Mit den hohen Eltern vereinigt das ganze Hessenvolt heute seine Wünsche, daß dem nunmehr einjährigen Thronfolger auch fernerhin Gesundheit und fröhliches Gedeihen beschieden sein möge. ** I n Audienz empfangen wurden von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Feuerwehrsekretär Betzberger von Nidda, Gymnasialdirektor Dr. Müller von Laubach unb Professor Dr. Sommer von Gießen. ** Personalien. S. K. H. der Groß Herzog haben den Bureaugehülfen Neinh. K reu der zu Erbach zum Kreis- amtsgehülfen bei dem Kreisamt Erbach und den Bureau- gehülfen Hch. Büttner zu Büdingen zum Kreisamtsgehülfen bei dem Kreisamt Büdingen ernannt. Uebertragen wurde dem Schulanltsaspiranten Hugo Funk aus Garbenteich die Lehrerstetle an der Gemeindeschule zu Bieben, bestätigt der von dem Fürsten zu Stolberg-Noßla-Ortenberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinberg (ftr. Schotten) präsentierte Schulamtsaspiranl Otto Weber aus Bönstadt. 3250 M. bedeuten werde. „ . , , Stadlv. Heichelheim führt auS, daß die Handelskammer reges Interesse an dem Bahnbau hätte, aber die Unvrage feinen Zweck habe. Gießen habe unzweifelhaft Vorteil von der Bahn, deshalb solle man ihn unterstützen und liicht zusehen, bis der Verkehr anderSivohin abgelenkt werde. Stadlv. Lö b er wendet sich gegen den Vorschlag, den einzelnen Bürgern zuzumitten, Aktien 311 übernehmen. So kleinlich solle man nicht sein. Wenn Gießen Interesse an dem Bahnbati habe, sei die Bettragsleistung Sache der Allgemeinheit. Stadlv. Schasfstädt hält eine Prüfung der Angelegenheit durch den Finanzausschuß für das richtigste. Auch Stadlv. H a u b a ch hält den Beschluß der Verkehrs- komnlission für nicht richtig und ist für Verweisung nn die Verkehrs- und die Finanzkommission. Nachdem noch die Sladtv. K r u m in und Wallenfels sich in ähnlicher Welse ausgesprochen, wird in diesem Sinn beschlossen. Haltestelle Gieheu - Nord. Der Vorsitzen de macht Mitteilungen über die Vorgeschichte der Angelegenheit, die seit einer längeren Reihe von Jahren von zahlreichen Bürgern des nördlichen Stadtteils betrieben wird. Zur Zeit liegt die Angelegenheit so, daß sich etwa 190 Grundbesitzer jener Gegend verpflichtet haben, für jeden Quadratmeter ihres Geländes 20 Psg. zu den Kosten des Bahnbaues beizutragen. Dies ergebe eine Summe von Z8000Mk.; die Stadt hätte außerdem nach dem gleichen Maßstabe für ihren Besitz etwa 13 000 Mk. auszubringen. Wenn sie die an den 60 000 Mk. betragenden Kosten für die Station die außerdem noch fehlenden 10 000 Mk. übernehme, und die Zinsen für die frühere Straßen- herftellung und die Grunderlverbskosten berechne, so tue sie gerade genug für die Station. Da die Verpflichtung der Anlieger zu der Beitragsleistung nur bis zum 1. Juli 1908 Vorlage, habe er sich neuerdings an die Bahnbehörde gervandt und als Momente, die für Anlage der Station sprächen, u. a. noch die dringend notwendige Entlastung des Bahnhofs, die weite, 2,6 Kilometer betragende Entfernung der nördlich gelegenen Häuser vom Bahnhof, die wünschenswerte Verlegung der Fuldaer Bahn, den Wiesecker Lokalverkehr usw. hingewiesen. Die Eisenbahn- ** Lahnregulierung. Gegenwärtig werden im Heßler Bohrungen bis zu 9,50—10 Meter Tiefe durch die Wasserbauinspeklion Mainz vorgenommen, um die dortigen Grund- und Grundwasser-Verhältnisse sestzustellen, deren Kenntnis für eine eventuelle Regulierung der Lahn von Wichtigkeit ist. "Preußische Orden. Dem Hosmarschall Freiherrn v. Ungern-Sternberg wurde der Kronenorden 2. Klasse und dem Architekten Ernst Vetterlein, dem Erbauer der Kölner Handelshochschule, der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. ** Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer tagte Donnerstag vormittag gemeinsam mit den Vertretern der Regierung, für die Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister des Innern Braun und die Ministerialräte Dr. Becker und Best erschienen waren. Der Ausschuß erörterte zunächst eingehend die Frage, aus welchen Gründen eine Nachweisung der Ober-Rechnungskammer über das Budget von 1901/02 erst im Juni 1906 dem Hause vorgelegt worden sei. Dann wurde in eine allgemeine Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Fürsorge für die Beamten der Landgemeinden und weiterer Kommunal - Verbände eingetreten. Nachdem Abg. Dr. Osann als Ausschußreferent die Debatte darüber eingeleitet, beteiligten sich an der eingehenden Diskussion die Abgg. Reinhart, Molthan, Brauer, Ulrich und der Referent, während die Anschauung der Negierung von Exz. Braun und Ministerialrat B c st dargelegt wurde. Die Debatte drehte sich besonders um die Frage, welche von den Gemeindebeamten unter das Gesetz fallen, und weiter um die Frage des Staatszu- s ch u s s e s an die Fürsorgekasse, der auf 40 000 Mk. jährlich festgesetzt ist. Auch , über die Regierungsvorlage inbetreff der Strasanteile des Aufsichtspersonals, Gendarmen uni) sonstigen Beamten, wurde längere Zeit debattiert. Der Ausschuß setzt heute seine Beratungen fort und wird sich in erster Linie mit den Nebenbahuanträgen der Abgg. Haas und Wolf beschäftigen. ** Die Gesellschaft für deutsche Erziehung bittet im Inseratenteil der heutigen Nummer, ihre Bestreb- stelle eintraf, konnte sie nicht verbinden!, daß ein Stailae. bände sowie der Tachstock des Hauses des Ludwig MeWes^s welch letzterer mit Heu- und Strohvorräten angcfüllt war, ein* Raub der Flammen wurden. Das dem Heinrich Göbel gehörige Haus wurde ebenfalls vom Feuer teilweise zerstört, sodaß e- von seinen Bewohnern geräumt werden mußte. Die Ursache bei Entstehung des Feuers ist iroch unbekannt. (:) La u ba ch, 7. Nov. Daß sich Gymnasialdirektor Dr. Baur einer großen Beliebtheit hier erfreute, zeigte sich gestern abend in der zahlreichen Versammlung aus den ber- schrebensten Kreisen, die sich zu einer A b s ch i e d s s e i e r un Solmser Hof zusammengefunden hatten, sowie m den mannigfachen Reden, in denen sein Weggang auf5 tiefste bedauert wurde Das Bankett eröffnete Pfarrer Nebel mit einem Trinkspruch auf Kaiser und Großherzog. Oberlehrer Prof. Dr. Wetzel schilderte die Verdienste, die sich der Direktor während seiner zweijährigen Wirksamkeit um die' Schule erworben, gedachte Cd stets humanen Dienstführung und drückte Aller Bedauern aus daß eine langwierige Erkrankung der Frau Direktor die lieber' siedelung nach Darmstadt veranlasse, wo dieser bessere Mittel zur Erlangung ihrer Gesundheit zur Verfügung ständen. Cs fpradjen hierauf Forstmeister Andre im Namen des Kasinos mid der Beamtenschaft, Bürgermeister Jochem im 9tamen der Stadt Laubach, Verwalter S ch w ö r e r (Friedrichshütte) im Namen der Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins, die ihren Vorsitzenden scheiden sieht und Maler R ü h l im Auftrage bet hiesigen Handwerker und der gewerblichen Kreise. In warmen, von Herzen gehenden Worten dankte der Scheidende, hervorhebend, daß, ihm dor Weggang von Laubach und seiner schönen Umgebung schwer ankomme, und daß er alle, die mit chnr während seiner Wirksamkeit in Beziehung getreten, in gutem Andenken behalten werde. Sein Hoch galr der Stadt und dein Gedeihen ihrer höheren Schule. Bei den Klängen der hiesigen Musikkapelle verbrachte man noch einige gemütliche Stunden im Kreise des allzufrüh von hier Scheidenden. sd. Darmstadt, 7. sJtoü. Seit diesem Jahre besteht hier eine Polizeiverordnung, die den Hausbesitzern zur Pflicht mach, die Fußsteige nach Eintreten von Schnee und Eis, Tau- Wetter 2c. alsbald zu reinigen. Ein hiesiger Hausbesitzer, der nach mehreren Schneetagen dies einmal verabsäumt hatte, wurde zur Anzeige gebracht und mit einem Strasbefehl belegt' Aus Veranlassung des Hausbesitzcrvereins wurde Rekurs ergriffen und der Hausbesitzer jetzt im dritten Termin frei gesprochen, Da nach der Ansicht des Gerichtes das Gesetz in dieser Auslegung ungültig sei. Frankfurt a. M., 7. Nov. Der in Homburg stationierte HilfSschaffner Wien wurde gestern abend auf dem Bahnhof ^raalburg von einem Güterzuge überfahren und auf der Stelle getötet. Wien stammt aus Holzhausen, ist verheiratet unü Vater von zwei kleinen Kindern. — Die Stadtverordneten. Versammlung in Homburg v. d. Höh erklärte sich auf Antrag des Magistrats mit einer Auto-Rennbahn einverstanden unter der Bedingung, daß die Garagen außerhalb der Stadl zu errichten und auch die Durchfahrt durch die Straßen der Stadl zu vermeiden sei, Berlin, 8. Nov. wurde um einen Prozent Ter Lornbardzinsfuß 772 auf 8y2 %. Grigiaral-Nrahtmel-nsrgen. N. B. Darrnstadt, 8. Nov. Bei der gestrigen Bei- geordnetenwahl in Pfungstadt erlitten die Sozialdemokraten eine bemerkenswerte Niederlage- Sie hatten ihren Führer Landtagsabg. Raab anfgestellt und arbeiteten außerordentlich lebhaft für ihn. Er unterlag aber mit 484 Stimmen gegen den seitherigen Beigeordneten Gg. Nungesser IV., der 652 Stimmen bekam. Berlin, 8. Nov. Der hiesigen Schuljugend undLehrer schäft droht ein harter Schlag. Die S ch u l' Serien sollen um 11 Tage verkürzt werden ' So will es das Unterrichtsministerium, das vor einiger Zeit einen Erlaß in diesem Sinne an das Provinzial' Schulkollegium richtete. Die Schuldepntation hat ihre Bedenken gegen diesen Erlaß ausgedrückt und das Ersuchen gestellt, dem Ministerium von dieserr Bedenken Mitteilung zu machen. Der Erlaß stammt noch von dem früheren Unterrichtsminister v. Studt und ist dessen letzte Tat. Man hofft, daß der jetzige Unterrichtsminister diese Verfügung rückgängig machen wird. Berlin, 8. 9dov. Gestern abend wurde eine ösfent- . liche Volksversammlung, in der Schriftsteller Weißen-' born über die letzten Sensations-Prozesse und den § 175 sprechen wollte, polizeilich aufgelöst. B e r l i n, 8. Nov. Staatssekretär D e r n b u r g ist heute morgen 6 Uhr wieder hier eingetroffen. Köln, 8. Nov. Kardinal-Erzbisch0f Fischer hat den Besuch der Vorlesungen Schrors in Bonn wieder frei* gegeben. Düsseldorf, 8. Nov. Die Strafkammer verurteilte nad) Dreitägiger Verhandlung die drei fruher-eu Vorstandsrnitgsicdcc )es mit einer Million in Konkurs geratenen Jüchener Vorschuß-Vereins wegen Unterlasiung der Koickurs-Än- melbung, Bilanz-Verschleierung sowie Betruges und zwar den ;~aiLt*>ireftor Friedrich Brandt zu einem Jahre den Notariatsgehilsen Neuß zu acht W.iaten und den Buchhalter Aretz zu zwei Monaten Gefängnis. Brandt wurde sofort verhafte! F l e ii s b u r g, 8. Duoü. Das Kvmmanoo des Schmfchisfcö Blücher benack/richtigte die Eltern der bei der Keisel-Expwsion Atlich Verunglückten, baß bie gemeinsame Bestattung der 15 Toten am Samstag nachmittag aus dem hiesigen Frieohofc lattfinbet. Ter Kaiser und Prinz Heinrich iüerben sich Vertreten lassen. Der kleine Kreuzer Niobe, das frühere Knbetteu-Schrl schiss, erlnelt Orbre, a!s Ersatz sür Blücher von Svndervurg nach Münvig zu gehen. Bern, 8. 9too. Der Notar Schneider wurde lvegen 113 W e ch s e l f ä l s ch u n g e n, U n t c 1) d) 1 a g 11 n g c» und Wuchers zu 4 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Berussunfähigkeit als Notar, der 9100 0 t at 9111 bi wegen Verheimlichung von Vermögcnsstücken gegenüber Konkurs beamten zu 2 Tagen Gefängnis verurteilt. unserem Schulwesen verbesserungsbedürftige zu erkennen und entsprechende Reformen anzustreben. ** Die Hauptversammlung der Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde sand am 21. Oktober statt. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Sievers, gab einen Bericht über das vergangene Jahr unb widmete dabei auch dem verstorbenen Vorstandsmitgliede, Herrn Jean Kirch, einen Nachruf; am Grabe des Verstorbenen ist seiner Zeit im Namen der Gesellschaft ein Kranz niebcrgelegt worben. Sodann er- folgte bie Verlesung des NechnungsberichteS, an bie sich eine Besprechung ber Finanzlage der Gesellschaft knüpfte. Deiii Rechner rourbc Entlastung erteilt, nachdem bie Rechnungen von zwei Revisoren geprüft waren. Das Amt eines Rechners, bas bisher provisorisch Verlagsbuchhänbler A. Töpelniann führte, übernahm für bie Folge Bankbirektor Müller (Bank für Handel und Industrie). Nachdem noch das Winterpio- gramm burchberaten war, war die Tagesorbiumg erschöpft. Die große Reihe interessanter Vorträge, die für diesen Winter bevorsteht, ist bereits früher im Inseratenteil dieses Blattes eröffnet worden. Lius dem Bureau des Sta btt Haler wird uns geschrieben: Schillers Trauerspiel , gi c § c 0 * das am nächsten Sonntag zu des Dichters Geburtstag in Szene geht, ist mit unseren ersten Kräften besetzt. Die Herrn Weingärtner (Fieseo) Bakos (Verrina) 9iobcn (Bourgogniuo) Goll (Giancttino) isseli (Mohr) stehen neben dem gefammten Herrenpersonal in größeren Partien auf der Szene. Von Damen sind in Hauptrollen Frl. (Saibling (Jmperiali) Frl. Ormont (Leonore) und Frl. 9Norett Bertha) beschädigt. Die Szenenbilber weiden eine Reihe unserer noch nicht gebrauchter neuen Dekorationen zur Geltung bringen, namentlich im Ballsaal bei Fiesco, im Schloßhof beim Thoinastor und Hafen mit den belebten Gefechtsbilbern. Außerdem hat Direktor Steingoetter einige neue Dekorationen eigens für „Ficsko" unfertigen lassen und außerdem sür eine glänzende Ausstattung an Kostümen Sorge getragen. ** In der heutigen Barb ier-Aufführung wirb Herr Marx vom Hoftheater in Mannheim an Stelle des erkrankten Herrn Riechmann den Doktor Bartholo fingen. Fräulein Suchauek singt statt der Frühlingsstimmen von Strauß einen Walzer von Wenzano. Die Vorstellung findet aus Llnlaß des Geburtstages des Erbgroßherzogs bei festlich beleuchtetem Hause statt. v. Treis a. d. Lba., 7. Nov. Gestern abend wurde uns in unserer Kirche eine Erbauung geboten, wie wir sie hier noch nicht gehabt haben; hielt doch Pfarrer Schwabe von Gießen einen durch mehr als 70 meist kolorierte Lichtbilder illustrierten außer,t interessanten Vortrag über das he i l i g e L a nb Wir laben da in den prächtigen Farben des Orients alle die Stätten wo der Heiland ernst gelebt unb gewanbelt hat und ließen uns dadurch die Erinnerung an bie l-eilige Geschichte wachrufen. Pasienb emgcsiigte, von ber Orgel begleitete Ehoratgesänge der Gemeinde, Liedervortruge der ersten Schulklasse und Detlamationeii dcr Konsirmanben trugen zur Vertiefung ber empfangenen Ein- brude unb zur Erhöhung ber Andacht bei. Jedem Teilnehmer nod) lange Ä ^wirklicher ®enn6 gttoefen fein, an den er fcing en, 7. Nov. Heute vormittag brach in der n,damm g asse gegen 111/2 lUtr Fe u er aus Trotzdem bie hiesige rremnllige Feuerwehr zieMich rasch an ber Brand' Berlin, 8. Nov. Der Zentralausschuß der Re ichS« bank i|t für morgen vormittag zu einer Sitzung einberufeu, um über die vorzunehmende weitere Diskonterhöhung zu beraten. direktion habe unterm 25. Oktober geantwortet, daß bahnscitig kein Interesse für die Station vorliege und sie deshalb Ersatz ber vollen, badurch enlstchenben Kosten verlange. Außer ben mit 60000 Mk. zu berechnenben einmaligen Kosten werbe ber Betrieb jährlich 5000 Mk. erforbern unb ber Ausfall burch Verminderung ber Transportstrecken werbe 7000 Mk. ausmachen. Der Vorsitzende weist darauf hin, baß dem Ausfall ber 7000 Mk. boch auch Minderleistungen gegenüöcrstänben. Auch von einer dauernden Uebernahme ber 5000 Mk. könne keine Rebe sein. Außer der Uebernahme ber Anlagekosten könne man vielleicht noch für« eine bestimmte Reihe von Jahren einen Teil der Kosten übernehmen. Wenn bie Bahnbehörbe annehmbare Bedingungen stelle, könne man der Sache nähertreten. Auf Antrag des Stadw. Dr. Schäfer wird die Angelegenheit in die geheime Sitzung verwiesen, doch wird vorher von verschiedenen Seiten (Stadtv. Krumm, Eichenauer, Wallenfels und Beig. G e 0 r g i) betont, daß die Forderung der Eisen- bahnverwaltung viel zu weit gehe unb bie Stabt bie ihr zugemuteten Aufwenbungen mmwglich aufbringen könne. Stabtv. Huhn bittet noch, ben für die Erledigung gefetzten Termin nicht tu versäumen. Tie Erbauung einer Straßenbahn. Der^Vori itzende hat aus Grund der früheren Beschlüfse ton verschiedenen Firmen, denen die jetzigen Omnibuslinien uno 7i/o Minuten-Berkehr zugrunde liegen, Kosten- und Rentabilitätsberechnungen eingefvrdert. Verschiedene Firmen reichten solche auch ein und er habe auf Grund von diesen Angeboten seftge- wellt, baß bie Erbauung ber Bahn, toenn man jährlich 10 Zährten für jeden Einwohner rechne, eine Steuererhöhung von 17 Prozent verursachen würbe. Bei 1'5 Fahrten werbe bie Erhöhung 15 Prozent und bei 20 Fahrten 13 Prozent betragen. ^«-Mitglieder der Verkehrsk-ommifsion seien sämtlich außer Stadtv. Gabriel der Ansicht gewesen, unter diesen Umständen !°ycYmait die Angelegenheit vorläufig ab acta legen. Schließ- lrch habe man beschlossen, die Angelegenheit durch eine besondere Kvmmiiiwn weiter betreiben zu lassen, die unter dem Vorsitz des Stadw Gabriel aus den Mitgliedeni der Verkehrskommission, dem Betriebsleiter Atolle, dem Verwalter ber Omnibusgesellschaft und einem weiteren Sachverständigen bestehen soll. Stabtv. Gabriel hielt bie Berechnungen nicht zutreffenb. Nach oem in seinem Besitz besinblicheu vorzüglichen Material erL Sac^ autzewrdentLich viel günstiger. Man werbe bie Bahn nicht allem viel billiger vaueir, sondern noch einen Betrag übrig bemalten. Wenn man nur das Viersache des jetzigen Omnibusverkehrs annehme, sei dies der Fall unb auch bcr ver- Iwrbenc Stadtv. Kirch, ber bie Verhältnisse genau Ivmie, habe auf biesem etanbpunft geftanbert Beig. Georgi ist mit ber Einsetzung der besonderen Kvm- aber ^icht damit, baß ber Vorsitzes fuhren will. Zu bedauern sei, baß Stabtv Kommission noch nicht vvrgelegt habe. 0 Mlt fest, baß wohl bie ganze Bevölke- r€m Ä" Zentrischen Bahn einverstanden fei, wenn ni(s£ J^er wie bei der Omuibusgesett- .nicfitS gegen die Prüfung von . ^Oabriel^ Materral, aber der Oberbürgermeister müsse in der Konimiiiion zugegen sem. fpric^t ftc^ ähnlich wie Stadtv Hau- । und schlagt tot, auch bie NnauzLmmission zu- q LXqvv livlk* .Nach kurzer weiterer Teoallc erklärt sich der Oberburacr- meister bereit, den Vorsitz zu übernehmen. 9 r. der Meinung Älirsdruck, kein Freund dahn zu sein. Die Sache werde mit einem ev. Beichluß, sie ab acta zu legen, nicht erledigt sein sondern v^^o OM^M^rk lür Slbe "ach fei eine»! Zuschust ton ^uuu Mark für die Bahn stimmen. Auch Stadw,. Löb er ist der Ansicht, daß man sich einer gründlichen Prüfung ^ der Angelegenheit nicht entziehen könne Srt. Cmem größeren .Zuschuß, wie sie der Omnibus erfoi> torc, foUc man nicht zurückschreüen. 1 eineftofotet ÄmmlsZ^angetommen auf Bildung Schluß folgt. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 8 9wv. Schweinemarkt. (Org.» Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaiise slandeu 324 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweme 1. Qual. 64—00 Pig., Lebendgewicht 43,56 bis 00,0 Psg. 2. Qualität 63—00 Psg., Lebendgeivicht 49,5 Pig. 3. Qiial. 53—55 Psg. Geschäft gut, Markt geräumt. le. Fran kfurt a. 9)1., 8. Noo. Heu- und Strohniarkl.l (Org.-Tel. d. 6Üeß. Anz.) Llugeiahien waren 10 Wagen Heil, 3 Wagon Stroh. Bezahlt wurde sür Heu 9)1 f. 3.30 bis Mk. 3.70, für Stroh Mk. 2.50 bis Mk. 2.70. Mqschinenstroß Mk. 2.20. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 9. November: Meist trüb und nebelig. Trocken. Temperatur wie heilte. Südliche Winde. heute morgen sanft ‘ entschlafen ist. Me trauernders Hin^erbBöehenen Giessen (Schillerstrasse 19), den 8. November 1907. hft-i 6974 ? 4. J 6 V? Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittag 3 Uhr vom alten Friedhof aus statt. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante 'WÄWWMWWWWDW TW I n In tiefer Trauer 6971 1 Giessen (Henselstr. 10), den 8/ November 1907. KZL 6962 Bahnhofstr. 4 Bahnhofstr. 4 08579 Nr. 18, beftimint. Elberfeld SS8/U R e u s ch l i n g. 6963 Empfehle für den Winterbc- darf: 6757 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Slickmaterial Beckerisloge Bahnhofstrasse. z lauer-Maroneo $ Korbwaren aller Art Rundschriftfedern Trr Schrolbfedorn-Fabrik BONN • Leipzig MM Nur echt m. Namen ■SOENNECKEK" ' Überall vorrätig I. d. N.: Karl Weidig. Gießen, den 5. Novbr. 1907. Dec Gerichtsschrciber Großherzoglichen Amtsgerichts. Kohlenfüller Kohlenkasten Feuergeräte Ofenschirme Wärmflaschen Feueranzünder LasaSwäg SCröSÜ Spezialgeschäft für Küchen- u. Handgeräte. Plockstrasse 60. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. November, nachmittags 2 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. Moritz Oswald, Lokomotivführer und Kinder. Schasversteigerung. Montag, den 11. ds. Mts., von vormittags 10 Uhr an läßt die Gemeinde Bersrod 27 Stück Schafe, 23 Jührlisigs-Schafe, 4 Jährlings- Mümmel versteigern. Zusammenkunft im Ort. Bersrod, den 7. November 1907. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Kissen, Decken, Fenstermänteln, |B8/h Läufern, Milieus, Gobelins, tfioäeen Verdienst bringt gcichäftökundigcn Damen und Herren der Berkaus meiner anerkannt vorzüglichen Schwarzen Kleiderstoffe und Herren-Cheviots an Privatkundschaft Verkauf außerordentlich leicht,- kleines Musterpaket (1 Kilo) Arthur Herrmann. Die Fürstliche Obstbaumschule zu Lich 8®” empfiehlt alle Arten Obstlwchstamme, "W *t junger wüchsiger Ware mit vorzüglicher Bewurzelung, [6440 sowie Bwergobst, Erdbeeren, Himbeeren re. Preisbuch kostenfrei.W- Beite, Obergärlncr. IREX Zahnpulver öekanntmachung. 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Leib, Schneidermeister, Stadtverordn., 7. Wilhelm Loder, Rentner, Stadtverordn., 8. Wilhelm Plank, Gerbermeister, 9. Dr. Wilhelm Schäfer, Geh. Justizrat, Stadtverordneter, 10. Heinrich Schaffstä'dt, Kommerzienrat, Stadtverordneter, i 11. Georg Simon, Oekonom, - 12. Lonis Trotz, Ziegeleibesitzer, ; 13. Karl Wimmenauer, Geh. Forstrat, r Stadtverordneter, ! 14. Heinrich Winn, Bauunternehmer. ! Diese sämtlichen Herren haben sich in ihrem seitherigen Wirken namentlich auch in öffentlichen Angelegenheiten in hervorragender Weise bewährt, sie sind zum Teil bereits eine Reihe von Jahren als Stadtverordnete im Interesse unserer Vaterstadt mit erheblichem Erfolg tätig gewesen und sind nach unserer festen Ueberzeugung in jeder Beziehung geeignet, zur Erfüllung der wichtigen wirischaftlichcn Aufgaben, welche unserer städtischen Verivaltung in den nächsten i Jahren obliegen, zur Förderung der Wohlfahrt und Entwickelung unserer Stadt und deren gesamter Einwohnerschaft durch ihre Tätigkeit in der Stadtverordneten- ‘ Versammlung wesentlich bcizutragcn. Wir bitten deshalb unsere Mitbürger, mit aller Entschiedenhest für die Wahl vorstehender Männer einzutreten. c/u ‘ (gieren, den 7, November 1907, Der gewählte Bürgerschaftsausschnff. f Kirchenplatz Tel. 314 s takota, ßas-Goks HiiWks I langeDtoffl-lnitacil ( EieMelis, Klötze $ > tiiMikells, Bolz " 10 Pforde !?.nvsbiefc Wochc geichlachtrt worden. iM!8 Empfehle hochfeines Fleisch and Ä-urstwareu. Bei größerer Abnahme billige 1-reise. [6968 M. Kieler, Mrtzgkr. VT rAAUßl- | 3 Zimmer | Ob.»aij ^Zumuerwoynung zu ver- a. d. Gieucner Anzeiger erbeten. ; Wciuz.pscl vrilolea. Gegen Belohnung abzugeben. i- 68Ö75]Stoll, Mühlgasse. V kl WWM MWWW "ÄellrvWM Ä -•« verkaufen I ’Ji'. 1 1 *, .'/-.i ■■ MMMirr .J eingetrofseu. 08562J Liudcnplatz 12. n 2 aut möblierte Zimmer, eo. Wohn» und Schlafzimmer, ah vermieten. SeUerSweg 87, Ü. Metzger & Schiecht," Möbelschreinerei, Müuzcribcra. 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