157* Jahrgang Erstes Matt K Die Beisetzung des Großherzogs von Baden. K a r l s r u. h e, 7. Oktober. ist sicher, daß der Bau Lis -um 1. Juli n. Js. vollständig! fertiggestellt ist. Was Frankfurts Oberbürgermeister dem Ausschuß der Deutschen Turnerschaft versprochen, daß die Halle Don- Mitte 1908 ab für das deutsche Turnfest zur Verfügung stehe, wird ohne Schwierigkeiten gehalten werden können. Zu dem Verfasser des Bauplanes Prof. Tr. von Thiersch, der in Wiesbaden durch das neue Kurhaus eine Probe seines Könnens gegeben hat, darf inan das Vertrauen haben, daß er in der^ Frankfurter Fest- und Ausstellungshalle ein Werk schafft, das zu den hervorragendsten öffentlichen Bauten der alten Kaifcrstadt gehören wird. W. «36 Grjqetttt tSsllch «H^fi SsmUagO. in Oberitalien mitgemacht. Er widmete sich seitdem der Verwaltung seiner Güter und vermählte sich 1862 mit der- PrinKessin Leopoldine von Baden, worauf er vom Groß- Herzog von Baden als Generalmajor im badischen Heere angestellt wurde. 1869 rückte er zum Generalleutnant auf und nahm an dem Kriege gegen Frankreich beim 14. Korps im Dienst des Roten Kreuzes als KorpsdeleWerter teil, wobei er sich das Eiserne Kreuz erster Klasse neben dem zweiter Klasse am weißen Bande erwarb. 1871 wurde er als Vertreter des 12. württembergischen Wahlkreises (Gerabronn-Crailsheim) in den Reichstag gewählt, in dem er sich der Deutschen Reichspartei anschloß und sein Mandat bis zu den Wahlen von 1881 behauptete. 1882 wurde der Fürst Vorsitzender des Deutschen Kow'nialvereins, 1888 der Deutschen Kolonialgesellschaft. Dcrärrdermrgen in yoijen Aerchsämteru. Eine Reihe bemerkenswerter Veränderungen in einigen er wichtigsten Stellungen des auswärtigen Reichsdienstes, ft ihrersmts zu weiteren Verschiebungen im diplomatischen ,orps führen werden, wird heute amtlich bekanntgegeben. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Tschrrschky und Bögeuborff ist von diestr seiner Stellung zurückgetreten ^und geht als Botschafter nach Wien. Zu seinem Nachfolger an der Spitze des Aus- wartigen Amtes ist der Mrtschafter in Petersburg Herr v. Schön bestimmt worden. Der bisherige M)tschafter in Wien Gra fv. Wedel ist zum Statthalter von Elsaß- Lochrirrgerl ernarmt worden als Nachfolger des greisen Fürsten zu Hohenlo He--Langenburg, der sich m den Ruhestand zurückzieht. Heinrich Leonhard v. Tschirschky und Bögendvrsf ist nt 15. August 1858 geboren. Ein Sohn des langjährigen -Hneraldirettors der sächsischen Staatseisenbahnen, trat er ö58 als Referendar in den sächsischen Justizdienst und dann n den dipttmatischeu Dienst des Reiches. 1883 wurde er lttachs bei der Botschaft in Konstantinopel, 1885 als Lega- ionssekretär Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt und im olgenden Jahre zweiter Botschaftssekretär in Wien. 1888 ■jurbe er zur deutschen Gesandtschaft in Athen und 1890 :ach Bern versetzt; 1893 kam er unter Beförderung zum Lega- consrat als Erster Botschaftssekretär nach Konstantinopel mb von da im folgenden Jahre in gleicher Eigenschaft cach Petersburg, wo er zu Weihnachten 1899 Titel und Rang irres außerordentlichen Gesandten mib bevollmächtigten Ministers erhielt. Bon diovemücr 1900 bis zu Beginn des Wahres 1902 war er Gesandter in Luxemburg, und seitdem it.rtrat er Preußen bei den Hansestädten und den mecklen- 'urgischen Großherzogtümern. Nachdem er als Vertreter > es Auswärtigen Amts den Kaiser wiederholt auf dessen Auslandsreisen begleitet hatte, wurde er im Januar 1906 mch dem Tode des Frei Herrn v. Richthofen zum Staats- etretär ernannt. Daß er schon nach verhältnismäßig kurzer jdt dieser: Posten verläßt, um die Vertretung des Reiches .m österreichischen Kaiserhofe zu übernehmen, entspricht einer: eigenen Wünschen, die auf Verleihung eines Bot- Kriegseroignissen auf der Balkanhalbinsel zu folgen, kehrte dann nach Wien zurück und wurde dort in zelMjähriger Wirksarnkeit in den österreichischen Hof- und Militärkreisen heimisch; vorübergehend vertrat er auch den Prinzen Reuß ■ als Geschäftsträger. Zum Obersten befördert, erhielt er das Kommando des 2. GaÄe-Manen-Regiments in Berlin, dann der 1. Garde-Kavallerie-Brigade, wurde 1889 diensttuender Generaladjutant des Kaisers und bald darauf General ä la suite. Um sich mit den diplomatischen Geschäften vertraut zu machen, trat er im Sommer 1891 beim Auswärtigen Amt ein und wurde sck-on nach einem Jahre Gesandter in Stockholm. Dort blieb er bis zum Oktober 1894, als er sich mit der verwitweten Gräfin Stephanie Auguste v. Platen, geb. Hamilton, einer der reichsten Grundbesitzerinnen Schwedens, vermählte und dadurch Herr von Stora Sundby in Schweden wurde; er siedelte dann nach Berlin über und wurde dort im Frühjahr 1897 als Nachfolger des Generalobersten von Lotz mit dem Gouvemeurvoften betraut. Seine Wiederverwendung im diplomatischen Dienst wurde ztvei Jahre später möglich, als der Botschafter in Rom Freiherr Saurma v. d. Jeltzsch wegen ernster Erkrankung seinen Posten verlassen mußte. Graf Wedel wurde sein Nachfolger und überreichte am 16. Oktober 1899 dem Köyig Humbert in Monza sein Beglaubigungsschreiben. Nach dreijähriger TätigkeiL in Rom wurde er als Nachfolger des Botschafters Fürsten Eulenburg nach Wien versetzt, von wo er jetzt als nnmittel- barer Vertreter des Kaisers nach Straßbnrg übersiedelt. Der jetzt 75jährige Fürst zu Hohenlohe-Lan^nburg tritt jetzt in den wohlverdienten Ruhestand zurück, nachdem er die Statthalterschaft der Reichslande 13 Jahre lang erfolgreich geführt hat. Als zweiter Sohn des Fürsten Ernst geboren, folgte er seinem Vater bei.dessen Tode im Jahre 1860 infolge der Verzichtleistung seines älteren Bruders Karl. Vorher stand er in Militärdiensten und hatte als Rittmeister im österreichischen §ccre den Feldzug von 1859 Koburg imb Gotha. Nach dessen Tode wurde er am 1. Jan. 1900 zum Gesandten in Kopenhagen ernarmt. Von dort ging er als Botschafter nach Petersburg. Herr v. Sck)ön erhielt den hessischen Adelsstand am 18. April 1885, kurz ehe er sich in Brüssel mit der Freiin Berta Stephanie v. Groote verheiratete, die einer alten Meder ländsichen, seit 1613 ^auch in Bayern angesessenen Familie entstammt und eine Tochter des verstorbenen belgischen Gesandten in Japan sowie eine Schwester des beseitigen belgischen Gesandten in Athen Baron Paul de Groote ist. Herr v. Schön zählt zu den begütertsten Diplomaten Deutschlands und besitzt u. a. das Hofgut Friesenheim bei Ludwigshasen sowie die Villa Schön Häusl in Berchtesgaden. Graf Kärl v. Wedel, der neue Statthalter der Reichslau de, gilt als ein Mann von hoher staatsnrännischer Begabung, von dem man sich noch eine weitere ersprießliche Wirksamkeit im Dienste des Vaterlandes versprechen darf. Er entstammt dem l)annover?chen Wel. Sein Vater war oldenburg-sicher Kammerherr und Generalleutnant; auch der jüngste Sohn Karl Leo Jülius Wedel, geboren 1842, widmete sich der militärischen Laufbahn, zuerst im hanuover- schen Dienst dann nach dem Frieden von Nlkolsburg als Premierleutnant im 8. preußischen Husaren-Regiment. 1876 als Hauptmann zum Großen Generalstab verjetzt, fand er bald Fühlung mir dem diplomatischen Dienst, indem er ein Jahr darauf als Militärbevollmächtlgter nach Wien gesandt würbe. Von dort aus wurde er abtomnmnViert, um den chasterpoirens gerichtet loaven. Der neue Staatssekretär des Auswärtigen ist aus der fteihe der aktiven Diplomaten ausgesucht worben, ein Um- ano, auf bcn der Kaiser in Uebcrelnstimmung mit dem Reichskanzler besonberen Wert legt.' Wilhelm v. Schön -'ar erst int Herbst 1905 auf seinen bisherigen Posten bet'en worden. Er ist am 3. Juni 1851 in Worms als Sohu Fabrikbeftßers Johann August Schön, Teilhabers der . ma Kornelius Heyl und der Maria Barbara Hehl, aus .-er Familie bes Freiherrn Hehl zu Herrnsheim, geboren. Cc erhielt seine erste Erziehung in der Anstalt Sck)nepfen- iijai sonne aus den Gymnasien in Mannheim und Darmstadt. Bei Ausbruch des Krieges 1870 trat er als Freiwilliger beim He,fischen Reiter-Regiment (jetzt Leibdragoner-Regiment Nr. 24) ein, avanzierte zum Offizier und blieb als smcher bis 1877 int aktiven Dienst. Er ging dann znr diplomaiftchen Laufbahn über und war nacheinander Attache in' Madriv/ Sekretär oder Geschäftsträger in Athen, Bern und im .Haag und von 1887 bis 1895 Zweiter, dann Erster Sekretär ^uno Botschaftsrat in Paris. Von 1896 bis 1899 war er Oberhofmarschall des Herzogs Alsred von Vortrag des Beethovenschen Violinkonzerts. Er fand begeistertes Aufnahme. , ! — Kleine Kunstchronik. Dre Mainzer stadtyche 5kapel!e begann unter Hosrat Emil Steinbach den Reigen tbrer diesmaligen Sinsonie-Konzerte mir emer Joachmi-Gedeuljeier. Em- geleitet wurde sie mit dem Trauermarsch aus Beelhooens Helden-^ Simonie. Joachims Violinkonzert in d-moll spiette Karl Halir. LUs lwchbedeiitende Altistin erwies sich Frau Julia Eulp. Frankfurt a. M. ist Ludwig Lömenb-ach, der Kompouyr. des Ballets der „Schmelterluigsschlacht" im Alter von 57 ^olircn an einem Herzleiden gestorben. _ Der Dahmgefchiedene war e:w großer Kunslkemrer und hinterläßt eine bedeutende Slutiguitaten- sammliiug. ' Löweubach war auch Mitarbeiter bei za-yweul)en bumoristsichen Zeitungen. — Elvin Paetel, der Jichaber des be» kannten Verlages Gebrüder Paerel in Berlin, ist gestorben. — Albert Bassermanu vom Berliner Lessing-Theater, wrrd^sich mit Fräulein Else Schiff, einem früheren.Mitglied des Leymg- Theaters, vermählen. Vom Herbst 1908 ab ist die zukünftige Frau Bassermanu an das Deutsche Theater verpflichtet, dem ihr Gatte von 1909 an gleichfalls angehören wirb. — i e g e l b e G e s ah-rP em breiaktiger Schwank von Kraatz und Okonkowsky, erzielte :m Residenzlheater zli Wiesbaden emen glanzenden und rauschenden Erfolg. Die glückliche und aktuelle Idee, eine kleine intrigante Japanerin als Hauptrolle einzusühreu, gefiel dem Pnourmu sehr.^ — Eine polnische Volksausgabe von Gerhart H a u p t m a n n S, Webern' ist m Krakaii erschienen. • Tie Uebersetzung geht mit' deru deutschen Segle recht willkürlich um und stellt sich an vielen Stellen als eine Bearbeilung und Verjchärsung bes Hauptmannychen Werkes zu soziallsNsch-agitalorischen Zwecken dar. — In L- l r a m bürg ist am 6. Oktober eine Ausstellung von Bucheinbänden, die ein umfassendes Bild der kultnrgeschichtlichen^ Entwicklung von der Römerzeit bis heute bietet, eröffnet worben. — ^er Vorstaub deS Salon d'Antomne m Paris lud die rheinischen und süddeutschen Kunstkreise ein, in Verbindung mit seiner Herbst-Ausstellung im Jahre 1908 im Grand Palms eine. Soiider- Ausstellung der deutschen K u n ft zu veran- statten. Die Ausstellung soll als private Veranstaltung aus ber Basis von Garanlie-Zeichiiungeii deutscher Kuimireunbe ins 9ebcn' geritten werben. Eine Gesellschaft ist m der Gründung begriffen; namhafte Beiträge sind bereits gezeichnet. — In Par-iS begaben sich am 5. b. M. gegen huub erl b eu t s ch e Lehrer unter ber Führung französischer Kollegen nach bem Mcmtmcttre, um bort am Grabe H e i n e’d einen Kranz meberzulegerr. Ter Vorsitzende' der Bremer Letstervcreinigmig, Breyhart, hielt dabei eine Ansprache. — In Banon'ne uiiterzog sich der bekamlte Dichter Ebmond 9t oft a n b einer V l i ii b b ar m -O p e r a t i ou, die glücklich verlaufen ist. Sein Zustand ist beiriebigeub. — In Düss elborf trat ber chinesi^we Gesandte in Berlin ein. Er überreichte in einer Festsitzung des Malkastens ein 800 Jahre altes ch i n e s i s ch e s G e m a l d e , das der Geueralgouverkneur' Tuanümg der Düsseldorfer Künstlerschast versprochen hatte, als die.^ chinesische Stubienkommissioii dort wecke. — Man schreibt uns aus Wiesbaben, 6. Oft.: Der bedeutende Eindruck, den Mottl mit seinem Mnchener Orchester am ersten Abend des „Ak u s i k f e ft e s" hinterließ, ist in den nachfolgenben Konzerten bisher nicht wieder erreicht worben. Sehr trefflich 'bewährte sich aber auch bie „Berliner Phrlharmonie- Kapciie", bie nm 2. Konzertabend unter Fritz Steinbachs Leitung sich hören ließ. Vorzüglich diszipliniert, entwickelte diese Körperschaft in hohem Grade Kraft, Feuer imb Energie, ohne je aufdRnglich zu wirken, auch nach der Seite bes Zarten und Weül)en hin erschien bas Dynamische sorgsam abgestuft. Doch mit den Intentionen des Herrn Steinbach, bie biefer zudem unter einer bock) gar zu aufgeregten Dirigenten-Panwminnk^burch- zusetzen strebte, konnte sich bie Kritik nicht immer einverstanden, erklären: bie dritte Leonoren-Ouverture zerfylitterte m Cmzel- ^üge und Brahms erste Sinfonie kam- nur m den Ech atzen zu tieferer Wirkung; besser gelang das Meistersing^-Voripicl und am besten Strauß „Ton Juan". Der Kmnponrst, der nn Zuschauerraum anwesend war, wurde Gegenstand lebhafter Ovationen. Er dirigierte dann am nächsten dritten Konzertabend das Wiesbadener Kurorchesber. In oer Eroika-^insonre zeigte er sich als ernstdenkender Beethoven-Interpret, wenn auch ohne den erwarteten enthusiastischen Schrvung. Der echte Strautz often- Larte sich erst in der nachfolgenden Srnwnre-^omestica, dre der gefeierte Komponist-Dirigent in einzelnen Partien zu glmizerwer und im Schlußteil zu hrnreißender orchestraler Wirkung brachte Zwisäien Leiben genannten Werken Uetz sich Frcderic Llamond (der Gatte von Irene Triefch) mck Lisztschen Klavlettverken Horen, ohne freilich tieferen Anteil für feine etwas kühl gehaltenen Vorträge erwecken zu können. Der vierte KomzertaLend brachte nnt^r der ternperamentvollen Leitung deS Wiesbadener Kapellmerfters Ugo Afserni außer der brillant ausgeftchrtm Egmont-Ouvertiwa eine recht gelungene Aufführung ber IX. Sinfonie, in der besonders auch das Solo-Quartett (bie Damen Grmnbacher be ^ong unb Philippi und bie Herren Reimer und Sistern:ans> Vorzügliches leisteten Ter Chor genügte den Ansprüchen; die Wiesbadener Kurkapelle ließ cs an Wärme unb LeLendigkeü -des Vorttags nicht fehlen. Unter bcn reinen Jnsttumentalsätzen möchte dem „Adagio" in Bezug auf innige Beseelung bes Tones hierauf versteht sich Herr Afserni ohne Frage — ber Preis zuzuerkenn.cn feilt AL, Solist bes Abends entzückte Arigo Sepato durch den. vemSKtzeverAn-eiger ^rdrn im Wechsel mit stättrr viermal m der 5Zoche beigelegt txnb rvetmöl wochen rttm das j^irdiatt für den Kreis Mtkett. Fernsprech-An- chlub!.d.RedakNonlI2 8erlag ».ExpebiNon 51 Die städtische Fest- und Ausstellungshalle in Frankfurt a. M. Man schreibt uns aus Frankfurt: Die Notwendigkeit ber Schaffung einer Fest- und Ausstellungshalle, die sich seit langen Jahren herausgestellt hat, veranlaßte den Frankfurter Vkagistrat im vorigen Jahre, ein Preis- ausschreibcn für ein geeignetes Projekt zu erlassen. Unter zahl- reichen Bewerbern wurde schließlich Prof. Tr. von Thiersch in München'der erste Preis zuerkannt, und sein Projekt zur Ausführung angenommen. Mit der Ausführung des Baues ist vor einigen Monaten begonnen worden, und gegenwärttg ist bie Halle ein tüchtigcZ Stück gefördert, so daß sich bie Grundformen unb bie Bauweise erkennen lassen. Tie Festhalle erhebt sich cm Hohenzollernplatz, einer neuen Prachtsttaße, die in der Nähe des Hauptbahnhofes ihren Ausgang nimmt und nach Westen z cht. An der breiten Allee hat bereits das neue Oberpost- direktionsFebäude Platz gefunden. Der Bau des Ver- waltungsgebäudes der E i s c n b a h n d i re k t i o n geht seiner Voll- eiiuiinc entgegen. Nicht allzuweit von dem letztgenairnten Ge- läitbe" entfernt entsteht die neue Festhalte, deren Front zum Teil nach der BiSmarckallee gerichtet ist. Bei bem Bau ber .Halle ist zu berücksichtigen, baß sie den verschiedensten Zwecken dienen soll, zunächst großen Versammlungen und Vorführungen, deren erste das deutsck)e Turnfest 1908 sein wird. Ferner ist sie zur Aufnahme der Gesangswett ft reite deutscher Äiännergesangvereine bestimmt, die nach einem AuSspruch des Kaisers, den er im Jahre 1903 dem Oberbürgermeister Ädickes gegen aber getan hat, fortan dauernd in Frankfurft statt- füUcit sollen, sobald eine geeignete ständige Halle bafür, nor» banben sei. Schließlich soll die Halle Äusftellungszwecken dienen. Man hofft in den Kreisen der in Betracht kommenden Industriellen, daß eine A u t o m o b i l a u s st e l l u n g für Süddeutschland Ende u.ächsten Jakwes oder Anfang 1909 sich dott ermöglichen lassen wird. Aus diesen verschiedenattigen Bestimmungen der Halle gebt hervor, daß bei den Bauplänen und deren Ausführung nuf Üa Eigenart des Unternehmens gebührend Rücksicht genommen iveracii mußte. Vor allen Dingen wird bie Halle sehr übersinnlich in ihrer Anlage sein, damit von selbst den entlegenen. (Wcricp.hcn, etwaige Aufführungen von einem Podium oder einer Bühne genau verfolgt werden können. In, zweiter Linie soll Li ert auf die Akustik gelegt werden. Säftießlich wird man ftlr eine Icichr Einfahrt in das Gebäude Sorge tragen, bannt bei ^'mülclbinnen ber Transport ber Gegenstänbc nicht aus allzu- große -chwwrigkeiten stößt. Bei bem Hallenbau selbst toer^n Ee Cijcnkonstruktionen in erster Linie m Bettaaft kommen. Sre sind in der Hauptsache in Auftrag gegeben und brauchen an Ort uuo Siebe nur zusammengesetzt zu werden, -bie Bauleitung liegt in den Händen des Professors Tr. v Thiers ch, dem em stM. Arckiitekc Seite steht, die Bauausführung hat die Frankfurter Firma Holzmann u. Co. Man toird bie Arbeiteii so b^chk^uai^oen, daß ber Rohbau zum Beginn bes Frsthiahrä voUenbet itt, M Die«stag S. Oktober 1907 monatlich 75DE viertel» X A A, jB U'ch Skk. Lü-0- c,urch diePostDck.L—vtertel» jährl. auLfchl. Bestellg. "U ZeüenpreiS: lokal 1WU- f tmswärts 20 Pfennig Verantwortlich v'wpf Ä ' lür den politischen Teil:> «s«-7 General-Mzerger für Gbechchm WZZ Hotafionsöru» nnb Verlag der vrüheschen Unw.-Svch- und Stemdrnüerri. 8. Lange. Eeöafticn, Expedition und vruüerei: Sch'.iifSrstze 7. Anzeigenteil: 'H. BecL» M vormittags 10 Uhr. _ _ _ Der Zusamrnenstrom der Fremden ist an^erordeutlich groß unb übertrifft noch bei weitem bie kolossalen Menschen- massen, die sich vor Jcrh-resftist zur goldenen HochzettS-- feier deS Großherzogpaares eiugefunden hruno der Obergutachten ab gelehnt werden, während nrt anwbr,r Weigerung der Versicherten, in die »m geschlagene Anstalt zu gehen, scheiterten. Wiesbaden, 7. Okt. Heute vormittag 11 Uhr in den Kuranlagen hinter dem Kurhause in der Nahe Gustav Freytag-Tenkmals die Enthüllung d e s I ° dinand Hehl-Denkmals statt, zu der fick neben J geladenen Gästen trotz des regnerischen Wetters eine mV, Zahl von Zuschauern eingefunden hatte. Gießen, 8. Okt. 1907. . Der Großherzog und Prinz Heinrich kehrten nebst Gefolge am Montag nachmittag um 3/46 Uhr mit [] Marburg, 8. Okt. An den ärztlichen Fortbildungskursen, die unter der Leitung des Professors Dr Brauer von heute bis zum 17. Oktober in der medi- z,Nischen Ktimk und Poliklinik stattfinden, nehmen etwa bU Merzte aus dem In- und Ausland teil. Behandelt wird ausschließlich die Therapie innerer Krankheiten — ^m Laufe dieser Woche wird Prof. Dr. W. Stoeckel aus omes auf dem Gruno-ilück stehenden Orangcbaumes geichchen )ei, worauf prompt geantwortet worden sei: „Auf- gegessen - Gs sei schade, daß die Kammer versage, ivü der \Jtoat um Millionen geschädigt werde, wie bei den Lieferungen Kiel, 7. Okt. Anläßlich der Beisetzung des Groß- herzogs von Baden feuerten um 12 Uhr mittags alle im Hafen ankernden Kriegsschiffe einen Trauer- Sa lut von je 21 Schüssen in Zeitabftänden von 3 Minuten. Als um 1 Uhr 3 Min. der Salut beendet war, hißten die Schiffe, die d.is dahür Halbstock geflaggt hatten, die Flagam in die Toppen. ° Deutsches Reich. , Berlin, 7. Okt. Der Vorstand des preußischen Stadtetages hielt unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner eine Sitzung ab und wühlte anstelle des ausgeschiedenen Oberbnrgernicisters Becker-Kaln den Oberbürgermeister Marr- Düsseldorf mrd als zweiten Vorsitzenden den Oberbürgermeister Bender-Breslau. -Ferner nnrrde die Einreichung einer Petition Qi den zuständigen Minister wegen Aufhebung des Steuerprivilegs der Beamten beschlossen. Der nächste preußische ^rtadtetag soll im Oktober 1908 in Königsberg in Pveumn stattfinden. Wetter wurde beschlossen, anläßlich des 100 rührigen Jubiläums der preußischen Städteordnung eine Deiikschrift, welche die Entwicklung aller preußischen Stääe mit mehr als 25000 Einnwhnern umfassen soll, herauszugeben. Berlin, 7. Ott. Wie der Lokal-Anzeiger mitteilt, hat taatsnrmistermm in seiner letzten Sitzung vom Sonnabend heu vom Staatsmmister von Bethmann-Holllveg entwickelten ,Grundsätzen inbezug auf die Au fste l lu n g des Ent wu r fe s eines Reichs-Vereins- und Versammlungsge- setzes, msoewMre auch inbezug auf die Ausnahme-Behandlung- deriQngen Vereine und Versammlungen, die sich nicht der putschen Sprache bedienen, zugestimmt. Der Entwurf wird im ,Rerchsamt des Innern ausgearbeitet und soll, ädgesehen von gener Ausnahmebestimmung,, wie von unterrichteter Seite versichert wird, auf durchaus liberaler Grundlage aufgebaut werden. itoei °flen- Enbveder kann der Er- hu^n m t -M b??n. Se®en gegebenen Probleme, Empfin- Mm We äV bewältigen lehren, bereits vorhandene Pro- fmntnÄ f ir °"^^tcn, oder neue Probleme der sinnlichen Er. G?e. en Unb braucht sich nicht zu scheuen, bis an d,e S 9 5 /^bnen und des Kulturwissens seiner Beit zu wÄk-"' ^ucht sich nicht zu schämen, einzugestehen, mehr weiß ich Nicht. Wer den Glauben an die Idee hat wer be- Wahlen'üeot^oll B-stimmung des Menschen im Guten und fahren liegt, darf feine Schwache eingestehen. Dann wird Lemt Menschen die Problematik deutlich bewußt. Der Haß der Konfession, der Stände, der Völker untereinander sind Aw>- fluste vom Dogmatismus, welcher daher kommt, weil sich die Erzieher scheuen die Ungewißheit dem Kinde mitzuteilen. £ r^r ^nder begegnen wir der schwierigsten und hlnderndsten Erscheinungen. Es seien nur die scheuen und zur ringlichen Kinder angeführt. Die scheuen weichen jedem Angriff aucki 1 Id? §bble aus. Man muß ihnen Mut machen und zeigen, awt la hPrirtiT11?^ Juch unter den Erwachsenen gibt es berschloßene Naturen. Sie entziehen sich der Ein- !§^ung, weil sie pch vielleicht selbst zum Schaden in Sünde und ! -errtum gestürzt haben und nun jede Berührung mit der Welt OTtoi|n’ift°nfir Pm,*h der Mensch seiner Kraft mißtraut,ün- Gr ste ll'kÄ San^fc bcs Lebens gewachsen sein wird. Er scheut sich in Wechselbeziehung zur Menschheit zu treten. Dem entgegenzuwlrken ist die Hauptaufgabe des Charakters Menschheit läßt ungezählte Lösungen zu. ^er Menschheit muß durchleuchten. Die Einheit der Menschheit muß sichtbar werden. ; or . Ter< «^bcrrakter muß Originalität besitzen. Es ist dies die ^^e, wie er das Wissen und Handeln mit neuen Kulturwerten und neuem Inhalt bereichert tera Mensch in der Enrwickelung des Charak- Skeptizismus nicht kennen lernt, einen Rückhalt hat -?n bw Menschheit nicht verliert. In der >^dee der Menschheit ruht die Idee Gottes. K. K rpcnmx, der Sarg E prachtvoMn Kränzen bedeckt. Zn ßetten beS Wagens gingen zwm, Kammerherren, an den r Bahrtuch trage Generäle. Hinter dem L.erchenwangsabteilung, dirigiert von Lehrer Höhn einige vortrefflich geübte Chöre zum Vortrag. Die jugendliche ^urnerfchar zeigte aufs neue, daß die Turnerei aufs befte gepflegt wird. Daneben brachte eine Gießener Kapelle in unemnudlichem Eifer Konzertweisen zum Vortrag und spielte bis zum frühen Morgen zum Tanze auf. An dem ^ich 20n^ne?ltt<19, vernommenen Turngang beteiligten mrf * Der Veiser Bulle. Die „Nordd. Mlg. Ztg." kommt brpitf^nr^U§^UK9Sl emes Blattes zurück, nach welchen die Berlin nn s«? '■ k v c c 1 I ^euß. Oberreämungstammer anläßlich der Rechnung eines Maler- Rrns S lTto ben Ruhestand tretenden Geh.-Nat Qbec b-n logenannteu „Peiser Bullen", eine vor Pillqu f ^^bld die Leitung der Kgl. Frauenklinik unt) nM^n5 ^ap”€ '■ We, an die Hafenbau- Hebammenlehranstalt übernehmen. f hL ... ri^tetc: "£u[t bie Hafenbaurn- bat L^nrVnVLe^9^^f^aÄ^t• 5^ Jahre 1906/07 rum die/ek7^im al^it O^ lfaV?e mest'richcn Hessen - Nassau eine^ vr' u u g s a n st a l t ^rner soll die Kummer an die deutsche Gefandt- weaeu Krä kbrite^ Anzahl von Versicherten Tanger die Anfrage gerichtet haben, was mit den etwaigen sVif7 Vtcmlin Kr°nken-!LL auf dem Gcm-Üstück steyonden OrongcbaumcS mh c9> genommen. Mit Erfolg wurden 46 Männer und 36 Frauen, ohne Erfolg 10 Männer und 3 Frauen . § e? Theaterverein wird nach der mit so öroßem Beifall aufgenommenen Figaro-Auführung in diesem '®njter keine Schauspiel-, sondernuiur^d rei Opernvor- st e l lu n g e n veranstalten, deren erste Rossinis „Barbier von Sevilla", Ende dieses oder Anfang des nächsten llconats von dem Hofttfeater und der Hofmusir in Darmstadt gegeben wird. Ein Abonnement auf die drei Vorstellüngcn zu ermäßigten Preisen wird nur für die Mitglieder des ^heatervereins eröffnet, eine Aufforderung dazu wird in Anmeldungen neuer Mitglieder wolle man .^£TTn Musikalienhändler Challier richten. Der Mitgliedsbeitrag von 5 Mk. wird bei Entnahme eines Abonnements wieder in Abrechnung gebracht. ** Stenographie. Einen schönen Erfolg hat der hiesige Stolze-Schrey'sche Stenographenverein wiederum zu verzeichnen. Bei dem am vergangenen Sonntag in So rau abgehaltenen Weltschreiben des Märkischen Stenographen- bnirdes errang das Mitglied Erich L i s ch k a in der Schnellia- kert von 180—210 Silben den 1. Preis, ® V1 “ E8 e r f a 6 r 1 «ach Grünberg. Vom H^bstwetter begünstigt, unternahm am Sonntag oer Gesangverein „Harmonie" einen Ausflug nach dem Wasser Werk Queckboru. Nach Besichtigung dieses Owfp1 und des Quellengebiets wurde im rr!L gemacht und von hier ging es nach öer im ,chvnen Wiesental gelegenen Neumühle; hier wurden UntT ^-älicher Begrüßung von dem Grün- berger Mannergesangverein empfangen. Es entwickelte sich uun ein frohnchev treiben mit Gesang und Gläserklana 8Um db-fbruch kam und beide Vereine nach frlhOAP ^Setk U‘? E,Gast.-of zum wilden Mann cohliche Trerben sortzu,etzen. Die Devise ,Gesana verschont das Leben" kam hier recht zur Geltung; es focht? StA ,6ltS die Trennungsstund« kam und die Sanger, begleitet von oen Grünberger Sangesbrüdern zum ÄÄÄ -tor° man lich mit dem Wunsche austchn fröhliches Wiederseyen verabschiedete. 9 S>ier, ^Ilfe.IJ>er Walpurgiskirche. Der Kammer ist ein Bericht des 1. Ausschusses der 1. Kammer zugegangen, nach dem dem Beschluß der 2. Kammer: bie Erstellung der Gemeinde Alsfeld um einen Zuschuß zur Renomenrng der Walpurgiskirche daselbst der Negierung unt dem Er,uchen um Ernstellung eines Beitrages, beiq^ treten wird. a ' y ** Hilfe für Herbstein. Bei der Sammelstelle des Hilfsausschusses für Herbstein gingen ferner ein: Gemeindekasse Oppenrod durch Gemeindeeinnehmer Biück 10 Mark. ** Die Wahlrechtsvorlage. Der Gesetzgeb un g s a us s chu ß der 2. Kammer trat, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Abg. v. Brentano zusammen und begann die Beratungen über die Wahlrechts Vorlage. Tie Beratungen werden heute fortgesetzt. Am Montag wurde beschlossen, über den Inhalt der Beratungen vorerst strengstes Stillschweigen zu bewahren. , Grledigtsind: Die Stelle des Oberkatasteringenieurs bei dem Großh. statasteramt mit Wirkung vom 1. dkovember 1907 an. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehr er stelle an der Gemeindeschule zu Brauers ch wend. ** Eine Kinderschutz-Kommission, die sich dor allem die Aufgabe gestellt hat, den Kampf gegen die gewerbliche Kinderarbeit zu führen, hat sich jüngst in Chemnitz gebildet. Es wäre ä ußerst wünschenswert, wenn dies Beispiel zum mindesten in alten Jndustrieplätzen Nach- a^nung fände. Die Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten kiagen zumeist darüber, daß das als so segensreich ge- priesene Kinderschutzgesetz vom 30. März 1903 noch verhältnismäßig unbekannt sei, nicht gehörig beachtet und falsch aufgefaßt werde, daß die Arbeitgeber nicht selten erklärten, „sie seien der Meinung gewesen, der Beachtung des Kinderschutzgesetzes würde keine besondere Aufmerk-^ samleit^ gewidmet". Damit i|t der Betätigung solcher Kommissionen ein weites Feld gegeben. Sie müßten __ ba nun erfahrungsgemäß einmal die wenigsten Menschen gern zum Kadi laufen — zur Vermittelungsstelle zwischen den Beobachtern ungesetzlicher Kinderarbeit und den Auf- stchtsbehörden werden; und alle, die Kenntnis von gcsetz- wrdriger Krnderarbcit erlangen, wüßten dann, wo sie ihre ' Beschwerden anbrrugen und in sachdienlicher Weise erledigen l°>,en konnren. So konnten diese Kommissionen ) Hellen dem K-nde das zu bewahren und zurückzuerobern, was allgemein als sein herrlichster Besitz gilt; das Para- dres der Jugend. l lichen Besitz ' vom Militärsisku/ käuflich" füT bfefen Lchrers'lft? Tefto SÄeFÄ ^ Kultur. Es ist nötig, daß der Stand, der die M-nschen " mH £ ^tern der Kultur bilden soll, ausgchattct ’et \en haften der geistigen Kultur seiner Zeit. Eb ist aber nun nicht so, daß die Wissenschaft von einem äunt andern überführt werden kann, sondern alles Lehren und Kenntnisse^ "" S-lbsts-hafs-n der Seele, ein Erzeugen Ä -n. G r o ßen-Buscck, 7. Okt. Der seit 2G Zvbren & p^ktische Arzt Dr. Joh. Friedr. BEer wird ,cmen Wohnsitz von hier nach Mlhelmshafen verlegen um dort der seinem Schwiegersohn, der ebenfalls Ar^ ®e,r ^-er und in der Umgegend s-hr bekannte und beliebte Arzt feierte im lctzwn Iah- unter allgemeiner Anteilnahnw das Jubiläum seines 25 jährchen H.erfems aus lvelchem Anlaß ihm verschiedene Eqrunaen dargcbracht wurden. Dr. Böckler verkaufte s°in Laus für 17 vM Mark an Realschuloirektor Dr. M L «ZK. *>®ct-01een, <. Oft. Der Maurer Kvnrad Tn§e 1 ?L- $?rtorf stürzte heute vom Dache eines tunksta'rb ~teh ,0 bQ* cr aiäöafö inneren Blu- sch Darmstadt, 8. Okt. (Tel.) Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend von Jagdschloß Wolfsgarten wieder abgereift. Er fuhr im Automobil bis Frank- nach der Schweif fahrplanmäßigen Schnellzug Charakterbitduug. Von Herrn Professor Dr. Kinkel. Vortrag, gehalten auf der Familienkonferenz des $iefipnpr Lehrervereins. ^ie ursprüngliche Auffassung des Charakters ist, daü s. unveränderlich, angeboren sei. Ein inneres °hrr Schlechteriverden i)t nicht möglich. Erziehung wäre' bm ein Modeln am Aeutzcrcn, wovon das Seelenleben niwt ber-u /agegen lehrt Kant, daß Natur- und Geistesleben K des Menichen dag das nttliche Selbst, daß der Charad de» Menichcn kein Ge>chenk der Natur ist. Der Mensch inuL w erzeugen in der Arbeit der Erkenntnis, im ff, gr tfen des Wahren und Guten. Nicht wenn sich der Mensch „ Sikßt von der Gememichast ' der Menschen bildet sich Lharakter sondern wenn sich die Seele entfaltet im LebenAamu Um die relativ vergängliche Natur und was Wahrheit^ N ,i.u bezeichnen, gebraucht man die Ausdrücke Idee Wirii.cqkeit. Kant unterscheidet den Menschen der zusällii>, Erschemungswe.t vom Menschen der Idee. Der erste tritt™ entgegen im Denken und Wirken. Der Mensch derEd e niemals reglos auf in der zufälligen» Erscheinungsweise »‘ Mensch vollendet gedacht ist selbst Idee, ^^"nng-iveiie. ~er Charakter ist der besondere Weg, den der Einrein u-n in sich die Idee der Menschheit zu Ven2 Ce^ist ^,a3t' I°der soll seine Individualität auSlebea l»t mcht gut, wenn es als sittliches Prinziv binaeftpHt tn \ ©einen Wert erhält es dann, wenn es sich umer dem Sittena^ ^^nntmä, daß der Charakter des Menschen feih menschlichen Lebens ist, bestimmt Ul- auch zu Menichenliebe und Nachsicht im Verkehr Es ist '-chtig, von guten und schlechten Menschen sLrn von äc^^?en. Tie gute Tat kann wUr Herstellen, was die schlechte Handlung verdorben hatte. ^undlage aller Bildung ist der Glaube an Menschen, die zum Guten bestimmt ist. Nur das Wahre imt b@ef$Se^U£rnbCn $Eftallb; Irrtum'! Leid finwfÄ^ tärfiäte 7' Dtt 9ruf Regung des Mili- tarftskus soll demnächst im Befsunger Stadtteil, auf dem früheren Großh. Akazwngarten zwischen der Eschollbrücker Grai 5 hVv 1 Tne "«chrppe Allee" ein großes Militär - Gra Z-ppelin lazaret - für die Darmstädter Garnison errichtet werden. f bestimmte Terrain umfaßt rund 50 000 Quadrat- l rn fördern WnM Z7 ^lU|CIT DTe Vuoung alte Lazarett Ecke Mühl- unb Alexanderstraße längst nicht mehr den notwendigen Anforderuugen entspricht. Das Sondmizug wieder nach Wolfsgarten zurück.' JlHrmst'adt dessen Wsten Gebäudekomplex umfassen, Verließ der Rrinr zu &r b . rf. x r; « ~ ^eHen JtD)tcu auf iy2 Million Mk. berechnet werden Das ProM ist fertig ausgearbeitet und bedarf nur noch^dcr Genehmigung des Reichstags. X. Darmstadt, 17. Okt. Aus dem Philipps- h o , p r t a l bei Goddelau sind zwei gemeingefährliche Beobachtung ihres Geisteszustandes mJfW untergebracht waren, entsprungen. Der eine, Philipp Stummhofer, hat noch fünf Jahre Zuchthaus zu 31 Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 9. Oktober: Meist trüb, Regcnfätte. Temperatur wie heute. Westliche Winde. aUeder. Hieran schließt sich die öffentliche Versammlung, m welcher u. a. sprechen winden: Rechtsanwalt Dr. Rumpf über die Geschäftslage der Auti^Duell-Liga und Unlversitätsp-coftssor Tr. v. .Amira über Gesichtspunkte der Antö-Dnell-Bewegung. Meine Tageschronik. Die Tollster der Besitzerin des Gasthofes Katherl in Tarvis hat sich von einer 56 Meter hohen Eisenbahn brücke in den Abgrund gestürzt und wurde als gräßlich verstümmelte Leiche auf gefunden. . gekommen seien, LeMttcn aber, sie Miffcntlich verwendet zu haben. Vertäust habe man gar keine. Wenn gefüllte Fla'chen mit fremder Firma vorhanden gewesen seien, so seien sie stets im Haushalt verwendet worden. Die Angeklagten berieten sich and)1" aus große Firmen, die ebenso verfahren sollen, allein das Gericht erkannte sie schuldig und verurteilte den B. wegen 18 Fällen zu 2700 ML eventuell zu 180 Tagen Gefängnis, ben L. wegen 12 Fällen zu 1800 Mk., eventuell zu 120 Tagen Gefängnis, den Sch. wegen 10x Füllen zu 1500 Mk., everttuell zu 100 Tagen Gefängnis und die W. wegen 12 Fällen zu 1800 Mk., eventuell zu 120 Tagen Gefängnis. blCnt* Die deutsche Anti-Duell-Liga hält chre Generalversammlung am 13. Oktober in München ab. Nach einem Dang losen Mittagessen im „Russischen Hof" findet.dort die geschlossene Mitgliederversammlung statt. Auf der Tagesordnung ücht Tätigkeitsbericht der Liga, Kassenbericht, Präsitnalfrage, Frage bezüglich der Redaktion der „Mitteilungen" der Liga, Ergänzung des obersten Ehrenrates, sowie verschiedene Anfragen der Mtt-- Vrigirral-Dralstmelvringen. Berlin, 8. ,Dtt. Wie das „Bcrl. Tagebi." hört, ist di- jetzt veröffentlichte Ministerbesetzung bereits vor mehreren Wochen in allen Einzelheiten verabredet worden. Auch der Nachfolger de sHerrnvon Schön in Petersburg ist bereits ernannt, sein Name dürfte indes erst in einigen Tagen bekannt -gegeben werden. Eine Neubesetzung unserer Botschaftcrposten ist zunächst nicht zu erwarten und ganz besonders sind alle Meldungen, die bett Rücktritt des Fürsten Radolin vom französischen Botschafterposten ankündigen, absolut erfunden. Nur auf einigen 'Gesandtenposten stehen noch Veränderungen bevor, und daraus ergibt sich, daß auch der neue Botschafter in Petersburg nur den Kreisen der bisherigen Gesandten entnommen werden kann. Lan st ro p, 8. Okt. Ein Bergmann schickte sein neunjähriges Töchterchen zu einem Schlächter, um etwas einzukaufen. Als das Kind nickst das Gewünschte brachte, geriet der Vater in Wut, nahm ent Schlachtmesser und verletzte sein Kind damit so, daß es bald darauf starb. München, 8. Okt. Tas Ministerium lehnte das Gesuch des hiesigen Magistrats wegen Zulassung der Feuer- bestattung in Bayern und Errichtung eines Krematoriums in München ab. Stuttgart, 8. Okt. Gestern tagte hier der 2 0. e v a n g. Kirchengesangvereinstag. Nach dem vom Vorsitzenden Prälat D. F l ö r i n g - Darmstadt erstatteten Jahresbericht zählt, der Verband 2020 Chöre, darunter 532 Schülerchöre, mit 70 000 Mitgliedern. Heute nachmittag fand in Cannstatt eine Gedächtnisfeier für den früheren Vorsitzenden Geh. Kirchenrat Köstlin statt. Wien, 8. Okt. Graf W e d e l l s Abschied von Wien wird in Oesterreich sehr bedauert. Besonders schätzt man ihn wegen, seiner Verdienste um das Zustandekommen der Handelsverträge und der Algeeiras-Akte. W i e n, 8. Okt. Die Resist enzbewegungderEise n- bahn er dauert ungeschwächt fort Tie bisher stattgehabten Verhandlungen haben zu keinem Resultat geführt, obwohl das Eisen'dahnministerium sich alle Mühe gibt, eine Verständigung> herbeizuführen. Tie Situation ist insofern verschärft, als die. Direktion der Staatsbahn gestern abend streikende Arbetter der Maschmen-Werkstätte gekündigt hat. Budapest, 8. Okt. Einzelne Blätter behaupten auf das»! bestimmteste, daß die ungarische Regierung in den A us gl ei chs- ver Handlunge n einen g r o ß e n S r e g errungen habe, indem sie von 1910 gb die seit langem ersehnte sogen, ungarische Nationalbank sich gesichert habe. Bukarest, 8. Okt. Die Polizei verhaftete eine armenische Verschwörerbande, in deren Wohnung man zahlreiche verdächtige Schriften, eine große Menge Dynamit und Bomben beschlagnahmte. Tie Verhafteteii wurden , trotz ihres Leugnens überführt, an einer Verschwörung in Sofia beteiligt gewesen zu sein. Haag, 8. Okt. Bei der Abstimmung der Delegierten im ’ Haag über die Einrichtung eines Weltschiedsgerichtes , wurde die als erwünscht bezeichnete Einmütigkeit Nicht erzielt. ■ Das Weltschiedsgericht ist dadurch gefallen. Petersburg, 8. Okt. In Woronesch überfiel eine- Bande den E r z b i s ch o f W l a d i m i r, der auf einer Hitten- fahrt begriffen war. Ein Scheiterhaufen wurde.angezündet und . Anstalten getroffen, den Erzbischof lebendig zu ver- - brennen. Erst int letzten Augenblick kam Hilfe und es gelang,. 6 Mitglieder der Bande zu verhaften. Geriehtssaat. — Benutzung fre mder g e ke n n zei chn et e r Flaschen. Wegen je eines Vergehens gegen §14 des Reichsgesetzes zum Schutze der Warenbezeichnung hatten sich die Mineral- wasserfabrikanten Hans B., Konr. L., Friedrich Sch. und die Inhaberin eines Mineralwassergeschiiftes Mise W.,, sämtlich in Nürnberg, zu verantworten. D'e Angeklagten sollen trotz Warnung das von ihnen fabrizierte Waffer in Flasck)en, die anderen Firmen, wie Maisch, Heindel, Sieghart, Merkel usw. gehören und deren Firma auf den Flaschen st-and, gefüllt und sie teils verkauft, teils zum> Verkauf bereitgestellt haben, xsie gaben ioebi zu, daß Flaschen von. anderen Firmen zu ihnen herern- .................... . ion enstiftung. Wie .3 Philadelphia gelneldet wirb, wird das Quäker College in- ^warthmore, Pennsylvanien, voraussichtlich in ben nächsten Tagew ben Ruhm beanspruchen können, die Annahme einer Zwölfmillionen- sii'lung abgelehnt zu haben. Denn so hoch hat die soeben verstorbene eiche 'Quäkerin Miß Jeanes die Gabe festgesetzt, die sie dem Quäker tzollerw zugedacht hat. Allein die Dame, die nebenbei auch noch Buddhismus neigte, hat ihre Stiftung mit einer Bedingung verknüpft, die den Senat des College unannehmbar scheint: bic Studenten der Anstalt sollen sich verpflichten, fortan sich aller nkvletifchcn und sportlichen Wettkampfe zwischen den Lehranstalten in enthalten. So wird denn die Stiftung voraussichtlich abgelchnt werden. Miß Jeanes halte vor einiger Zeit vier Millionen für die Förderung der Siegererziehung gespendet. * Der Ehrenhandel der Kellnerin. J»i dem pjuüaen Cafö der kleinen ungar. Stadt Jäsz Börcny war eine reiiende junge Kellnerin angestellt, die ihre Ehre und die ihrer Kolleginnen hoch hielt. Als der Verlobte der Kellnerin eines Tages Iine abfällige Aeußeinng über die Freundinnen machte, f o r d e r 1 e ibn seine schneidige B r a u t zu einem Duell auf Leben und Tod ,iit Pistolen. Alles war aufs beste vorbereitet und die kühne Kellnerin fand sich mit ihren Sekundanten pünktlich an deni für den Zweikampf befiinuntcTi Platze ein. Sie war aber nicht wenig überrascht, als an Stelle ihres Bräutigams die Polizei erichien und die Verfechterin der Frauenehre zur Abkühlung ihrer Leidenschaft nach dem Spritzenhaus brachte, das als Ortsgefängiiis Spmplan des ’glaien Kvßener Stadtiyealers. Tirettion Her m. S t e i n g o e t t e r. Dienstag den 8. Oktober, 8 Uhr: .Nordijche Heerfahrt." Mittwoch den 9. Okt., 7 Uhr: „Hilsarensieber." Freitag den 11. Okt., 8 Uhr: „Wlntermärchen." Sonntag den 13. Okt., uachniittags 31/, Uhr: Schüler-Vorstellung: „Minna von Barnhelm." Abends 71/, Uhr: „Sherlok Holmes'" • Hrr Südwestäsrika, ben Brombevger Mühlen und den Dirnziger Wt'ilyunaen der Seehandlung. Hierzu bemerkt die „Swrdd. Qta"* Die auf ben sog. Peifer Bullen und die Orangen ". ^Tanger bezüglichen Angabeti sind glatt crfunbeiL Tw T q’irCbb Allg. Ztg." nimmt Gelegenk-eit, die Erzählung von dem *'a eisernen Beständen der Werft in D. verschwundenen, ^'arge als frei erfundene Anekdote zu bezeichnen^ was fich sckwli daraus ergebe, daß ein eiserner Befand von Särgen auf keiner einzigen kaiserlichen Werft geführt werde ♦ Eine unannehmbare Millionen st i f t it n g. Wie FermiLien-Nachpichten. Verlobte: Fräuleiii Alnra Rudelius nut Herrn Walther Melsheimer in Bad-Nauheim; Fräulein Ottilie Schughart mit Herrn Wilhelm Stoll in Gettenau; Fräulein Rosa Goldenberg mit Herrn Julius Goldenberg in Kestrich. ©efto ebene: Herr Heinrich Thylmann in Kiliarislädtcii; Herr Karl Deeg in Büdingen; Fraii Julie Alotz in Büdingen; Herr Johann Georg Staaden in Lenti. Kaudel. A d l er-W erk e vorm. Heiitrich Kley er Fran kfurt a.M. Zur Aufklärung teilt die Gesellschaft mit, dasi chre sämtliche,i Werkstätten im laufenden Geschäftsjahr bei lohnenden Preisen noch .besser beschäftigt waren als im vorigen Jahre und daß auch für 1908 in Fahrrädern, Schreibmaschinen wie Motorwagen und Klein- Autos grosze Abschlüsse zu normalen Preisen Vorlagen. Voii der Wiener Börse. Jtifolge des Abschlusses der Ausgleichsverhandlungeii iaiid am Sonntag ein reger Privatver- kehr mit namhaften Kurssteigerungen statt. Gegen die Schluß- tuije ani Samstag wurden Kredit, Rima unb Ungarische Hypo- theketiba'.ik nm 9, Staatsbank um 4, Ungarische Kreditbank um 13, Alpine um 3, Ungarische Kronenrente um 7,8% höher umgesetzt. Aus ben Minenbezirken von Johannesburg. Die äußerst günftigen Resultate der seit Motiaten aui mehreren Gruben betriebenen Versuche mit kleinen handlichen Gesteinbohr- maschincn lassen schon letzt trotz der Heimkehr der Chiueseii die Lösiing der Arbeiterfrage und eine bedeutende Verminderung der Arbeitskosteii demlich ertennen, tu dem 8% der so schwer beschaffenden Hämmer-Boys erspart iverdcn fömteit. Die Stimmung ist daher ireniger gedrückt wie seit langem uni) hoffnungsvoll. — Ein reicher Er'zfuiid mürbe aus der Village Deep Mine in einer Stärke vott 11 Fuß mit Pennyweight gemadjt. Märkte. -w. Frankfttrt a. M., 8. Okt. (Tel.) Gestern und heute sand hier Pserde markt statt. Es war nainentlich geftent schölies Material ausgetrieben, doch mar das- Geschäft sehr flau, iiameritlich m Lilxuspierden. Nur bet Pferden schwereit Schlages war das Geschäft günstig. Heule mav der Auftrieb noch geringer als gestern unb der Handel sehr schleppend. üöUllllldC k-.; MW H Ani Teilzahlung kauit man reell, gut und billig bei J. 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