Nr. 1S4 Zweites Blatt 157. K Erscheint tSgllch mit Ausnahme des Sonntags. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e@51. Redaktion: 112. Teü-Adra AnzeigerGießen. Die ..Lietzener FamlttenblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Donnerstag 8. August 1907 yX aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. 0 .R. Lange, Gießen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. Aleines Ferrilleton d e m 14 Volks schutlehreni und des Seminardireitors a. D. QuenteLl zu Gießen beiwohnten und am 25. Juli, ebenfalls wieder in Gemeinschaft mit den vorhin genannten 14 Volksschullehrern (Kursisten vom landw. Institut) an einer Schau- Prüfung des irrt vorigen Kursus des Pros. Tr. Gisevius ausgebildeten Lehrers Momberger in der Fortbildungsschule zu Grüningen bei Gießen tcilnahmen, von der Schulrat Klernschmidt-G'ießen urteilte: „Mombergers Lektion war musterhaft, erstaunlich, was die Schüler (die doch seit Mitte März schon aus der Schule entlassen worden waren) noch wußten." Seit Einreichung meines Antrags vom 3. Sept. 1901 hat unser Bestreben, den naturwissenschaftlichen Unterricht zu landwirtschaftlichem Endzweck zu gestalten, also gewissermaßen „theoretischen ackerbaulichen Unterricht" in der ländlichen Fortbildungsschule zu betreiben, die folgenden Etap- ren durchlaufen: beim Landtage ein: Antrag des Abgeordneten Köhler, die einheitliche Gestaltung der naturkundlichen Unterrichtskurse für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen, Kreisschulinspektoren und die Lehrer der Naturwissenschaften an den Lehrer-Seminaren betreffend. Ausgehend von meinem Anträge vom 3. September 1901 (Drucksache Nr. 642 und Anlagen im 31. Landtage — 1900 bis 1903 —) betreffend „Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschulen zu Ackerbau-Borschulen" hat sich das Fortbildungsschulwesen im Kreise Gießen in Hinsicht des zu landwirtschaftlichem Endzweck umgestalteten naturkundlichen Unterrichts besonders infolge der ausgezeichneten Fürsorge des Provinzialdirektors Gehermerat Dr. Breidert zu Gießen, des Schulrats Kleinschmidt daselbst, und des Universitäts-Professors am landwirtschaftlichen Institut Tr. Gisevius zu Gießen, nachdem bereits in den Jahren 1901/02 1902/03, 1903/04 unter der Leitung des Voltsschullehrers Leidich die ausgezeichnetsten Erfolge in der Fortbildungsschule zu Langsdorf erzielt worden waren, zu einem klaren und fest- begründeten Ziel und System emporgerungen. In welcher Weise dies geschehen ist, kann hier des Näheren und Weiteren rticht dargelegt werden. Es wird darum nur zu verweisen sein aus die einschlägigen Schilderungen in Oscar Paches „Handbuch des deutschen Fort- bildungsschulw-esens", 7. Teil (Großy. Hessen), erschienen 1905 in R. Herroses Verlag (H. Herrose) zu Wittenberg (Seite 84 bis 91) und meinen in der „Hess, landw. Ztschr." (im Mai) und in „die ländliche Fortbildungsschule", Verlag von Voigt in Leipzig, herausgegeben von Schuldirektor Kälter in Groß-Röhrsdors in Sachsen (im Juli 1907) erschienenen Aufsatz: „Von der Fortvüouugsschule im Großherzogtum Hessen." Welche Bedeutung man der Sache übrigens auch im Auslande beilegt, das geht daraus hervor, daß vom österreichischen Kultusministeriunt zwei Vertreter, die Herren K. K. Ministerialrat Ritter Tr. v. Wiener und K. K. Ministe- rialsekretär Ritter Tr. v. Womela am 24. Juli d. I. zu Gießen eine Probelertion des Professors Tr. Gisevius am Landw. Institut der Universität, unter Teilnahme von Kie Strufprottstur in Maröurg. In einer Zuschrift an das „Bert. Tagebl." wird darauf angewiesen,, daß die „Strafprofessur" nicht neuen Datums lt, sondern im Grunde bereits aus dem Jahre 1895 stammt. Damals wurde, so heißt es weiter, ein „Positiver" zum Extra- irdinarius für Systematik ernannt. Da er nur sehr geringe Erfolge hatte, erhielt er unter Mitbeteiligung der Fakultät 1902 seinen kirchenhistorischen Nachfolger. Doch dieser wurde 1906 nach Greifswald berufen und so war die Stellung rledigt. Das jetzige Verfahren bedeutet insofern eine Verschärfung, As man der Fakultät keinerlei Gelegenheit zur Aeußerung wb und außerdem Bornhäuser zum Ordinarius machte. Wer akademische Verhältnisse kennt, der weiß, was diese Tat- achen sagen wollen. Der Extraordinarius ist in seiner Wirk- amkeit aus seine persönliche und wissenschaftliche Stellung mgewiesen; der Marburger Ordinarius dagegen ist zugleich Mitglied der Prüfungskommission für das erste theologische Examen, besitzt also den Studenten gegenüber dank der Trag- veite seines Amtes ein ganz anderes Gewicht. Ein solches Gewicht aber schien wohl nach dem Mißerfolg des sustema- ischen Extraordinariums nötig. Und man hat Bornhäuser ogar zum Examinator für zwei Hauptfächer gemacht, für ystematische und praktische Theologie! Offenbar soll dadurch )ie Tatsache verwischt werden, daß er sich bisher auf keine größeren wissenschaftlichen Arbeiten stützen kann — man müßte Denn feine Lizentiatenarbeit (1899) über „Das Recht de§ Bekenntnisses zur Auferstehung des Fleisches" heranziehen wollen. WaS bedeutet nun der Vorgang? Zunächst natürlich ist er ein Beweis dafür, daß nach wie vor die katholische Auf- assung des Bekenntnisses triumphiert, daß in Berlin die Zu- flimmung zum Buchstaben des Bekenntnisses noch immer auch in der Beurteilung akademischer Befähigung ntehr gilt als die wissenschaftliche Leistung. Wenn die „Kreuzzeitung" in Nummer 850 (29. Juli) aus der Ernennung Bornhäusers einen Sieg der „liberalen" Theologie macht, weil Born- Häuser somit in das Hallesche Ordinariat der praktischen Theologie nicht aufrücken könne, so ist baS für jeden Kenner der Verhältnisse schlechthin lächerlich. Denn erstens besteht in Halle keine Vakanz, und zweitens ist Bornhäuser für eine eventuelle spätere Berufung nach Halle durch die Marburger Tätigkeit in keiner Weise ausgeschaltet. Vorläufig ist für die vallesche Fakultät noch keinerlei Anlaß gewesen, sich mit der Nachfolge des jetzigen Professors für praktische Theologie zu befassen. Fast wichtiger aber find zwei andere Punkte. Man wird es der Regierung nicht verargen können, wenn sie in ganz bestimmten Fällen von ihrem Ernennungsrecht auch gegen* über den Fakultäten Gebrauch macht. Es können Mißstände eintreten, die nur durch gewaltsame Eingriffe zu heilen sind — etrna wenn eine ganze Fakultät sich extremer und tyrannischer Einseitigkeit schuldig machen oder ihre Anziehungskraft auf die Studenten völlig verlieren sollte. Allein hier war keins von beiden der Fall. Die Marburger theologische Fakultät hat durchaus nicht eine extrem liberale Haltung eingenommen; ihre Mitglieder gehören, soweit bekannt, nicht einmal dem Protestantenverein an — und auch das wäre noch längst kein Grund zum Einschreiten; eher haben sie dem Vorwurf einer zu geringen kirchenpolitischen Parteinahme auf sich gezogen. Also von tyrannischer Einseitigkeit ferne Spur! Gerade der Systematiker Herrmann wird auch von vielen „rechts" stehenden Christen mit Verehrung betrachtet. Und ebensoweiiig entbehrt die Fakultät der Anziehungskraft, denn die wissenschaftliche Bedeutuiig ihrer Mitglieder ist allgemein bekannt. Der Zuzug der Studenten, der sonst in den letzten Jahren fast überall nachließ, ist in Marburg sogar gestiegen. Tie evangelische Kirche hätte allen Anlaß, stolz auf diese Fakultät zu sein. Statt dessen hat die Regierung an der Fakultät ihre Kultusweisheit erproben wollen. Sie will ihre' innere Einheit zerstören. Run mag es in vielen Fällen gut sein, in den Fakultäten Männer verschiedener Richtiing nebeneinander zu stellen, damit sie sich kennen und würdigen lernen. dem Genervt Buonaparte gemacht. Er empfing uns überaus höflich, Am uns biß', am die Thür seines Hauptzimmers' entgegen, setzte sich mit uns .an den Caufin und begleitete uns hernach biß an die Thür seines ersten Vorzimmers. Tie Unterhaltung war die Einrichtung der Deputation (der Reichsdeputation) und bei Gelegenheit, dfaß von der Religions Gleichheit gesprochen wurde, kam er auf die Kriege Carl des fünften, des Chur für st Friedrichs und Moriz von Sachsen, Philipps des Grosmütigen von Hessen p. Er war sehr gesprächich, ob er schon sonst gar wenig redet. Er war munter, mischte Scherze mit em, versprach sich baldigen Frieden und äußerte sich im allgemeinen sehr billig. Tas Aeußere des kleinen, hageren und überaus blassen Mannes verlpncht die Größe nicht, die seine Thtateu und Geistses Kraft voraussezzen. Er hatte nur 2 Adjutanten im Zimmer, die an der Wand aus einem Sofa saßen. Sonst Ivar er ohne allen Prunk und hatte nur die aestittte, cianz zugeknöpfte Generalsunisorm au, selbst ohne regelt und Schärpe. Einer seiner Adjutanten empfing uns an der Thur des ersten Vorzimmers und ein anderer begleitete uns hernach biß an die Treppe. Bey den drey anderen franzonichen Bevoll- mächttgten wurden wir nicht angenommen. Ueberhaupt war der Besuch nur noch zur Zeit eine vloße pcw»t Hoflichkeirs Achte; sobald die Segitmiatioi. uefcWit seyn wiro, muß die ffiatjp * Menivotenz (der Generalbevollmächtigte des Aaners, Gras Metternich), uns der französischen Gesandtschaft en Gornä pißfentieten. Er trug uns auch noch überhaupt sein Cvmplimem an uniere hohe Principalschaft auf. Seine Lebens Art ist b-iondcrs Bormrttag -egen 11 Uhr stehet er gewöhnlich auf; frühstückt svdann, fahrt oder reitet sodprm aus; dann gehet cs an das Meilen und arbeiten um 3 Uhr; um 6 Uhr spei,et man gewöhnlich zu Mittag; um 8 Uhr gibt m-M Audienz, nimmt Besuche an oder gibt ne; das Schauspiel folgt hierauf; sodann schreiben und arbeiten; um Mitternacht wird soupiert und hernach legt man sich zu Bette Er erklärte, seine Gem.ahlin iverbe nur alsdann kommen, wenn' der Kongreß lfinge dauern sollte. Dermalen fei) sie zu Paris. Vorerst hat er ihre 3immer mit bezogen L-o eben (um 3 Ul>r) schickt er einen General Adjutanten, den Obrist Marbois, Antrag Köhler, hetr. Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschule, 3. Sept. 1901 (Drucksache 642). Erfindung des Lehrplanes durch Lehrer Leidich zu Langsdorf, 13. Okt. 1901 (Drucksache 6421). Tie Großh. Negierung genehmigte, aus Grund der Leidichschen Lehrstofsverteilung einen praktischen dreijährigen Versuch in der Fortbildungsschule zu Langsdorf durchzusühren, 16. Dezember 1901. Einreichung eines neuen von Lehrer Leidich und mir aufs neue durchberatenen Lehrplanes (Lehrstofsver- teüung), 8. Febr. 1902 (Drucksache 642IV.). Prüfung der Fortbildungsschule zu Langsdorf im ersten Versuchsjahr unter Teilnahme von Vlinisterial- rat Tr. Eisenhuth, Ministerialrat Braun, Geheimarat v. Bechto^p, Prof. Tr. Lucius, Wrgermeister Köhler- Langsdorf, Landeslehrervereins-Obmann Abg. Backes, Schülbote-Redakteur Nuppel, Oekonomierat Schiente, Oekonomierat Dr. Müller, Generalsekretär der landw. Vereine Direktor Dr. v. Peter. — 22. März 1902. Herausgabe des 1. Teils des Leidichschen Leitfadens für Fortbildungsschulen — 25. August 1902. Prüfung der Fortbildungsschule zu Langsdorf im 2. Versuchsjahr, unter Teilnahme von: Ministerialrat Tr. Eisenhuth, Prof. Dr. Lucius, Regierungsrat Dr. Heinrichs, Bürgermeister Köhler-Langsdorf, Pfarrer Mahr-Langsdorf und Dr. v. Peter, 30. März 1903, Herausgabe des 2. Teils des Leidichschen Leitfadens für Fortbildungsschulen, Juli 1903. Prüfung der Fortbildungsschule zu Langsdorf im 3. Versuchsjahr, unter Teilnahme von: Ministerialrat Dr. Eisenhuth, Ministerialrat Braun, Provinzialdirektor Tr. Breidert, Schulrat Kleinschmidt, Prof. Tr. Fromme, Bürgermstr. Köhler-Langsdorf, Pfarrer Mahr-Langsdorf, Tr. v. Peter, am 28. März 1904. . Herausgabe des 3. Teils des Leidichschen Leitfadens, August 1904. Einsetzung einer Kommission zur weiteren Beratung der Behandlung der vorliegenden Frage durch Ge- heimerat Tr. Breidert. Erste Sitzung im 9iegierungs- gebäude zu Gießen am 28. Dezember 1905, unter Teilnahme von Geheimerat Tr. Breidert (Vorsitz), Prof. Tr. Gisevius, Schulrat Kleinschmidt, Kreisamtmann Tr. Merck, Bürgermeister Köhler-Langsdorfi Lehrer Leidich. 6. Januar 19u6 zweite, am 24. Febr. 1906 dritte, am 12. März 1906 vierte Sitzung dieser Kommission. An der letzten nehmen zehn aus dem Kon- serenzbezirt Lich ausgewählte Lehrer teil, die bestimmt sind unter Leitung des Prof. Dr. Gisevius einen Kursus am landw. Institut der Universität Gießen zu absolvieren. Zehn Volrsschullehrer aus dem Konferenzbezirk Lich besuchen von Ostern bis Herbst 1906 sich erstreckende, zweimal während einer Woche stattfmdende und je 4 Stunden umfassende Vorlesungen des Prof. Dr. Gisevius, in denen zwisa)en dem Dozenten Prof. Dr. Gisevius und den Hörern gemeinsam das Ziel zu erstreben weiter versucht wird. Als weiterer Dozent stellt sich sodann noch Privat-Dozent Dr. Kle- berger-Södel ein. , Die Kreis fasse und der landw. Bezirksoerein Gießen übernehmen gemeinsam die Kosten, die verursacht werden durch Unterstützung der Kursisten per Tag mit einer Gebühr von 4 Aiark pro Person. Tie Gesamtkosten stellen sich auf ungefähr 1600 Mark. _____ statt der Gegen Visite mir fein Cornpliment zu machen, wie bei) allen übrigen Gesandtschaften." — Zn Ehren des 60. Geburtstages- von Prof. Max Sieb er mlanii, dem bekannten Führer der Berliner Sezession, wird in Frankfurt a. M. eine große Ausstellung von Werken seiner Haiw veranstaltet, welche am 7. August in den Räumen des Kunstveveins (Junghofstvaße 8) eröffnet worden ist. Tie Aus!- ftellung umfaßt Werke aus allen Schafsensperioden des Meisters, vom Änsfang der siebziger Jahre bis heute, darunter viele Hauptwerke wie z. B. „Tiie Kvnservenmacherinnen" von 18/3, „Kar- toffelbubMer" 1874, „Die Geschwister" 1876, „Waisenmadchen im Garten" 1887, „Netzflickerinnen" 1888, „Tas Stevensstift in Leyden" 1890, „Schreitender Bauer" 1894, „Badende Jungen" 1898, „Reiter tarn Strande" 1902, „Wilhelm Bode" 1904 unh| viele andere mehr. Neben den Gemälden enthält die Ausstellung eine große Reihe von teilweise noch nie öffentlich gezeigten Aquarellen, Pastellen, Zeichnungen und Studien des Nieisters, sowie eine komplette Folge seiner Mdiermlgen, sodaß ein übersichtliches Bild über die gesamte künstlerische Tätigkeit Liebermann's gegeben ist. Die Ausstellung bleibt bis zum 6. Oktober geöffnet urto ist bis dahin täglich zu bejichttgen. — Peter Behrens' Naturtheater. Aus Heidel berg ivird gemeldet: Peter Behrens hat bekanntlich auf der Mannheimer Ausstellung ein Naturtheater errichtet. Der Heidelberger Hebbel-Verein beabsichtigt nun, dort im September d. JSu eine Reihe von Aufführung en zu veranstalten. Es sollen drchterischo und musikalische Schöpfungen in ber Eigenart der betreffendes Werke am besten entsprechender Tageszeit geboten werden; bis jetzt sind unter tauberem in Aussicht genommen: ein Schäferspiel an einem sonnigen Nachmittage; ein geistliches Schauspiel ian einem Svnntagmorgen zur Kirchensnmde; ein nwdernes, lyrisches Trttma (Maeterlinck) 'zur Nachtzeit bei Fackelbeleuchtung; ttlte Musik zur Dämmerstunde. Die Oberleitung hat der Univer- lttatslettor .Ernst Leopold ^l,ahl-Mttingham. Aber ganz abgesehen davon, daß die in liberale Fakultäten eingeschobenen „positiven" Ordinarien für diese schwierige Situation oft eine zu starke Parteileidenschaft bewiesen haben — wirkliche Fürsorge für Kirche und Theologie kennt auch einen andern Gesichtspunkt. Wenn man die innere Kraft der einzelnen Richtungen erproben will, muß man ihnen nicht nur an manchen Orten Gelegenheit zur Berührung, sondern auch irgendwo eine Statte geben, wo sie sich gleichsam in Reinkultur entwickeln können. Innerhalb Preußens bietet für die „Positiven" Greifswald solche Möglichkeit. Marburg >var bisher das Gegenstück auf Seite des freieren Protestantismus — nun fällt ein kalter Reif auf die Blüten, die hier in der Entwickelung begriffen waren. Zerstören ist leicht — wird die Regierung, auch roenn sie einmal den guten Willen dazu bekommen sollte, die Kraft besitzen, eine neue so blühende und harmonische Fakultät zu schaffen? Der zweite Punkt ist nicht nur von kirchlicher und theologischer, sondern von ganz allgemeiner Bedeutung. Er ergibt sich aus der Art, wie man den Einfluß und das Selbstgefühl der Fakultäten geradezu absichtlich zu knicken bestrebt ist, das mag bequem sein für die augenblicklich herrschende Regierung; das Wohl der Gesamtheit und damit des Staates fordert aber, wenigstens auf dem wissenschaftlichen Gebiete eine Instanz übrig zu lassen, die nicht von jeder Windveründerung berührt wird. Weil das so wichtig ist, deshalb gilt es, die Augen offen zu halten. Eben deshalb aber hat auch die Oeffentlichkeit ein Interesse daran, ob die Fakultäten den unheilvollen Absichten der Regieriing genügend widerstehen. Wir müssen uns der Frage anschließen, die schon anderswo erhoben worden ist: luaS hat die Marburger Fakultät auf den ihr zugefügten Schlag erwidert? Rian hat von einer Antwort nichts vernommen. Es gibt in solchen Fällen, tapfer zu' handeln. Viel Waffen gibt es freilich nicht, aber doch die des Protestes, der Flucht in die Oeffentlichkeit und im Notfälle der Amtsniederlegung. Laudwirtschastslehre in der ForLbiLdungsschnLe. Abg. Köhler-Langsdorf brachte folgenden Antrag — D i e Examina der Gießener Studenten fauben in ben vierziger Jahren des üorigcn Jahrhunderts nicht im ftollcqiengebäube, sondern in den Wohmuigen der Proießoren statt. Ein Älilglied des Dannstädter Hosgerichts, namens P., hatte diesen Brüinnaen als Examinator beiztuvohnen und so sah man ihn beim mit Giegens Rechtslehrern häufig durch unsere .Straßen wandeln. Diese immer wiederkehrende, iür das damalige Giepenhöchst bemertenswerte Situation hat ein anonymer Lokalpoet m einem Carmen verherrlicht, von dem heute noch mit ^reitben alte Gießener sich erzählen und das also anhob: Böas walzt sich so dumpi, was walzt sich so schwer Hin nach dem Hanse des Herrn von Löhr? Tie Prosessoren sinds der Juristensakultat. Der Dekan an ihrer Spitze geht Und hinter ihnen und nicht auf Rosen Schreitet P.... in kurzen Hosen. Heul gilt-» keinen Auszug, heul gilts keinen Extrakt, Heut ivird er un Mündlichen cmgepackt. * Ein Besuch bet General Bonaparte auf Rustatt er Kongr eß. In den „Beiträgen zur Geschtchte der Nniversittiten Mjsttnz und Gießen", die zur Treihunderttatzr- feier der Gießener Universität im BerLag des Htstorychen Vereins für das Großherzogtum Hessen erschienen find, verö enttM der eine d"r beiden Heyausgeder des Sammerbucys', Jullus Retnha.d Dieterich, einen Aufsätz über An Gießener Pro schor der Rechre Chrii- ..an Hartmann Samuel Gatzert, derunter den^Landgrafen LiidNna IX. und Ludwig X. >aks hefsendarnfifiMtischer ^taats- minister erfolgreich gewirkt M. Er publiziert dabei einen ver- tmulichen Gericht Gapevrs cm den Landgrasen Ludwig X„ m dem er iU)CL einen Besuch bei Njapoleon Bonaparte aus dem Friedens- ÜWtfe w Wt r-feri-rl. 1797. Gestern Abends 8 Uhr W tch in Gesellschaft einiger andern Tieputierten zu der von Ihm bestumrttLN Zeit meine Viitte bei) 2 a - s 5 2 © 4 ft c S 3 R 5 V a ti a e t e ii n L y ii k b Aus Stcr^e UN- Land. Gießen, 8. Ang. 1907. '* Das Bild Sr. Kgl. Ho h. des Groß Herzogs, das er der Landesuniversität zur Jahrhundertfeier stiftete, ist auf kurze Zeit im Schaufenster der Firma Karl Ludm. Leib, Kirchstraße, ausgestellt. Außerdem befinden sich die Bilder der Landgrafen Ludwig V. und Georg II. z. Zt. dort, die sich seither in der (alten) großen Aula befanden. Die beiden Bilder wurden von Herrn Leib einer gründlichen Renovation unterzogen und werden fortan in der neuen Aula, rechts und links von dem Beyer'schen Gemälde des jetzigen Rektor Magnifizentissimus, ihren Platz finden. ** Wie wenig entgegenkommend die Eisenbahndirektion Frankfurt a. den ausgesprochenen Wünschen gegenüber sich verhält, geht aus der Antwort hervor, die diese Direktion der Handelskammer Friedberg uni Einführung des durchgehenden Betriebes aus den Strecken Mücke— Laubach—Hiingen—Friedberg, Schotten—Nidda—Friedberg und Lauterbach—Gedern—Stockheim-Vilbel erteilte. Aus die Eingabe, die besagt: „In Hungen, Nidda und Stockheim sind die Passagiere 511 stundenlangem Warten oder zu Kostspieligen, zeitraubenden Umwegen gezwungen; wenn diese Nebenbahiien den Hauptzweck, die Ausschließung des Vogelsbergs und Anschluß an den Weltverkehr erfüllen sollen, so ist der durchgehende Betrieb unbedingt geboten", ging nachfolgender Bescheid ein: „Es müßten auf den Anschlußstationen bestehende und 511111 Teil wichtige Anschlüsse nach und von den Seitenlinien aufgehoben werden, so daß wir der sragl. Maßregel schon deshalb nicht ohne weiteres näher 511 treten per. mögen. Eine allgemeine Umgestaltung der Fahrpläne in dem gewünschten Sinne ist auf alle Fälle au 8. geschlossen. Dagegen wird vielleicht (!) demnächst bei einem oder dem anderen Zuge und namentlich bei der Einlegung neuer Züge, die direkte Zugdurchführung ermöglicht werden können und auch wirtschaftlich und zweckmäßig sein. Wir müssen uns jedoch hierüber weitere Entschließung für später vorbehalten." ■— Also abwarten, dann ivirds vielleicht sich bessern! — Bis jetzt kann auf vielen Nebenbahnstationen ein bedeutender Rückgang der verkauften Fahrkarten konstatiert iverden, er beträgt z. B. in Beienheim 1000, in Bleichen, bach 1300, in Eichelsdorf 300, Freienseen 200, Gedern 400, Laubach 1200 Stück u. a. in. in einem Jahre. ** B i e b e r.ta l b a h n. Vom 1. Oktober an wird versuchsweise jeden Freitag ein Theaterzug eingelegt werden, der 11 Uhr 30 Minuten Gießen verläßt. Der neue Winter. Fahrplan, der ebenfalls am 1. Oktober in Kraft tritt, bringt für die Anschlüsse mit -ben Hauptlinien Verbesserungen. Der Morgenzug Nr. 4 ab Gießen fährt statt um 8 Uhr um 8 Uhr 7 Min., so daß die Passagiere der Hauptbahnen ihn noch erreichen. Ebenso liegt der Zug 6, der um 10 Uhr 20 Min. nach Bieber fahren wird, für die am Hauptbahnhof ankommenden Reisenden günstiger als dies im Sommerhalbjahr der Fall war. Ebenso ist der Zug Nr. 7, der nach - dem neuen Fahrplan 11 Uhr 5 Min. von Bieber in Gießen anlangt, für die Reisenden, die voüi Hauptbahnhof weiter- fahren wollen, sehr passend und jedenfalls günstiger gelegen, als es im Sommerhalbjahr der Fall war. ** Gegen das Urteil des Kriegsgerichts wegen Soldatenmißhandlung gegen den Feldwebel Steinmetz und den Sergeanten Ochsenhirt — es handelt sich um den Fall des Nachexerzierens von Leuten der 6. Kompanie des 116. Infanterieregiments am 31. Mai d. Is. — hat der Gerichtsherr Berufung eingelegt, so daß sich das Ober- Kriegsgericht mit dec Sache beschäftigen wird. Einen Gastspiel-Abend beabsichtigt Fräulein di Cernotti-Strauß, eine geborene Butzbacherin, die ihre Jugendzeit in Gießen verlebte, am nächsten Donnerstag im Neuen Saalbau zu veranstalten, der recht genußreich zu werden verspricht. Wir lesen über einen kürzlich in* Wies, baden veranstalteten Gastspiel-Abend in einem dortigen Blatte: _ Zum 3. Male erfreute die moderne Soloschauspielerin und Schriftstellerin ^ränlein Minny diEernolli-Stranß, v. Kgl. Belvedere in Dresden, mit einem Gastspiel das Wiesbadener Publikum. Aus ihren früheren Darbietungen noch in gutem Andenken stehend, konnte ich die Künstlerin im „Kcnsersaale" eines befriedigenden Besuches erfreuen. Den ersten Teil des Programms stillten Melodramen uiid Rezitationen, von der Darstellerin größtenteils selbst verfaßt. Im zweiten Teil des Progranuns „Dramatische Dichtungen und ^oloszenen" kam das schauspielerische Talent von Fräulein Minny di Eernotti-Strauß wohl am besten zmn Ausdruck. Die Klagen der vereinsamten Geliebten, deren Liebhaber für eine Bluiiat auf dem Schafott sein Leben lassen muß, erregten den ungeteilten Beifall der Besucher. Waren die beiden ersten Abschnitte des Programms mehr in ernstem Tone gehalten, fo konnte das Publikum im dritten Teile auch einmal herzlich lachen. Besonders gefiel „Tas nüchterne Mädchen" von Rideamus, „Schon Elschen" von Kahn und „Die Chansonette". Die Künstlerin darf mit ihrem Er- olge und das Publilum mit den Darbietungen wohl zufrieden fein. ** Vom Mannheimer Stenographen-Wett- V he G bi £> st- ai Ä £>' bi ß 16 b! si L s Besonders dankbar hervorzuheben ist, daß Prof. Do. Gisevius sowohl als Dr. Kleberger vollständig unentgeltlich ihre wertvollen Kürse in den Dienst der guten Sache stellten. 15. Während des Frühjahrs 1907 Prüfung der 10 ersten mit den Gießener Kursisten besuchten Fortbildmigs- schule. Tas Resultat war über ausgezeichnet. 16. Herausgabe des auf den Erfahrungen des Sommerkursus 1906 und denjenigen der Langsdorfer Versuche aufgebauten „Leitfadens für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen: Tie landwirtschaftliche Naturkunde von Prof. Tr. Gisevius. — Mai 1907. — 17. Zweiter Jnformationskursus von weiteren 14 Volksschullehrern aus dem Kreise Gießen unter Prof. Tr. Gisevius — Sommer 1907. — Tie Kosten der Tagegelder für die 14 Bolksschullehrer bestreiten die Gemeinden, in denen die Lehrer angestellt sind. Herr Prof. Dr. Gisevius unterzieht sich der großen Aufgabe wiederholt unentgeltlich. So ergibt es sich denn, daß bis zum Herbst 1907 (mit dem Lehrer Leidich zu Langsdorf eingeschlossen) im Kreise Gießen^ 25 Lehrer, nach durch mehr als 20 Jahren verfolgten Plane, ausgerüstet erscheinen, nach einheitlichem System, den naturkundlichen Unterricht zu landwirtschaftlichem Endzweck eingerichtet, zu erteilen und, herzhaft begeistert für die Sache, voraussichtlich Bedeutendes auf speziell diesem Gebiete leisten werden. — Damit erscheint die Sache für mich selber und dem Lehrer Leidich soweit abgetan. Tie Sache ist in ein festes System gebracht und sie befindet sich in den besten Händen. Wer — eine Sorge will uns nicht verlassen, nämlich daß bei der weiteren Verbreitung des Systems im Lande gerade die Strebsamsten aus Uebereifer in das als beständig erkannte, Neues, Unverstandenes und nicht dem System entsprechendes hineinlegen und dadurch eine allgemeine Verwirrung anrichten tonnten. Dernburg in Ostafrika. Dar-es-Salaam, 6. Aug. Staatssekretär Dernburg hat die verflossenen drei Tage eifrigst dazu benutzt, unter Führung des Gouverneurs sich die verschiedenen Einrichtungen in Tar-es-Salaam anzusehen. Er ist vom frühen Morgen bis zum späten Abend ununterbrochen beschäftigt. — Gouverneur Rechenberg veranstaltete gestern einen Empfang, woran 200 Mitglieder der hiesigen Gesellschaft teilnahmen. Staatssekretär Dernburg brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, der ihn beauftragt habe, den Deutschen Ostafritas zuzurufen: Sew einig, seid treu, seid deutsch! Ter Staatssekretär übermittelte dem Kaiser folgendes Telegramm: „Eurer Majestät Untertanen aller Berufsstände, die beim Gouverneur versammelt sind, huldigen Eurer Majestät mit dem Gelübde unverbrüchlicher Treue. Braver deutscher Arbeit wird es gelingen, die reichen Schätze dieses herrtici)en Landes zu heben und unter dem machtvollen Schutz Eurer Majestät em überseeisches Reich zu .entwickeln, das des deutschen Namens würdig ist." — Donnerstag reist Dernburg nach Zanzibar. Krrrrdgebrmgen gegen den König von Portugal. London, 6. Aug. Eine Meldung aus Lissabon, die von der portugiesischen Grenze aus hierher telegraphiert wurde, besagt: Während der Reise des Königs nach dem Kurort Pedros Solyodos veranstalteten die Landbewohner eine Kundgebung gegen den König. Vielerorts waren die Bahnhöfe, die der König passieren mußte, schwarz ausgeschlagen und trugen Inschriften, wie: „Nieder mit dem Diktator, es lebe die Revolution, Tod dem Tyrannen!" Als der König in Pedros Solyodos ankam, hatte sich eine große Menschenmenge außerhalb des Bahnhofes angesammelt, welche durch Lärm und feindselige Rufe den Bürgermeister lange Zeit an der Verlesung der Willkommen-Adresse hinderte. Während dies schließlich vor sich ging, drängte sich ein Bauer aus der Menge vor, schlug den König auf die Schulter und rief: „Fort mit dem Diktator!" Er verschwand so rasch wieder, daß die Polizei seiner nicht habhaft werden konnte. Der König machte der Empfangs-Zeremonie ein rasches Ende. Er verließ den Bahnhof unter erneuten Schmährufen des Bauernvolkes. ■ Zahlen gewiß gern Steuern, aber nicniafö ungerechte. Wir wollen [ keine Sondervorteile erstreben. Wir wollen nur so behandelt : Heroen, wie jeder andere Staatsbürger behandelt wirb. (Lebh. Beifall.) Leider finden wir aber nur an einzelnen Stellen recht wenig Entgegenkommen. Es ist deshalb die Anregung gegeben worden, mit einzelnen Abgeordneten in Verbindung zu treten. Das ist allerdings ein gewagter Schritt; denn wir sind keine politische Gemeinschaft. Trotzdem müssen wir unsere Interessen wahrnehmen, weil andere Bevolkerungskreise das gleiche tun. —"r mästen uns unserer Macht bewußt sein, und auch der den Wahlen unsere Forderungen stellen, denn wir bilden in vielen Fällen das Zünglein an der Wage. Wir kennen uns daher auch von dieser politischen Betätigung, indem wir uns an Abgeordnete wenden und sie bitten, für uns einzutreten, nicht ausschließen. Wenn wir aber damit keinen Erfolg haben, dann bleibt uns nur ein Weg, nämlich der der Selbsthülfe, den wir schon vielfach beschritten haben. Vorbildlich muß uns in dieser Beziehung der Hamburger Grundeigentümerverein sein, der eine ganze Reihe von fegens^ reichen Einrichtungen geschaffen hat, z. B. die Hypotheken Versicherung it. a. m. Diese Selbsthilfe ist die beste. Sie ist besser als der Standpunkt der Agrarier, d'ie immer nach ^taatshilfe mjreien. etwias wollen wir nicht mitmachen. Wir stehen zu sehr unter dem Schutze der wohltuenden Polizei. (Heiterkeit.)/ Man könnte uns dann zu viel Schwierigkeiten in den Weg legen. Liellelcht könnte mpn auch den groben llnsugsparagraphen gegen uns ui Anwendung bringen. (Heiterkeit.) Wir sind zu klug, als daß wir nach^taatShilfe schreien. Wir verlangen aber, daß man uns keinen Latein in den Weg legt. (Boissall.) Erfreulich ist die Miere Behandlung unserer Angelegenheiten in der Presse. Auch .die öffentliche Meinung hat sich gtu unseren Gun Yen geändert. ist der wesentlichste Faktor, den wir mit lebhafter Freude begrüßen müssen. (Lebh. Beifall.) Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten trat man dann m die Tagesordnung ein. , lieber die Beziehungen zu den Versicherungsgesell- chiasten, inir denen der Zentralverband Verträge abgeschlossen hat, insbesondere, über das' Ergebnis der Revision beim allgemeinen' deutschen Verficherungsverein in Stuttgart, berichteten Rechts- anwalt Tr. Hettersdorf (München) und Architekt Leisol (Elbei> ftku.) Es handelt sich hei dieser Stuttgarter Versicherung um eine Veriicherung gegen die Haushaftpflicht. Aus dem Bericht geht hervor, dgß die Hauswirte in Bezug auf die Haftpflicht oft Mit den gekünsteltsten und übertriebendsten Forderungen bedacht werden. Im ganzen wurden an die Mitglieder des Zentralverblandes rund 2800 Schadenersatzansprüche gestellt. Es wurden enizeliie Abfindungssummen im letzten Jähre von 38:990 Mk., 0^00 Mk., 3400 Mk. usw. gefordert. Auch lausende Renten von 0000, 1560 und 90 Mk. pro Iahr wurden gefordert. Durch Gerichtsurteil wurden in mehreren Fälilen diese Summen um 50 Proz. erniedrigt. Einige Klagen wurden kostenpflichtig ab- gewiesen. Im großen und gänzen ergibt sich, daß alle diese Aaftpflichtklagen ein sehr umständliches Verfahren heraufbe- schwören. ^Es wurde daher vielfach der Weg einer Einigung beschritten. Zahlreiche S a) ad-en ersatzan spräche gründeten sich auf die im verflossenen Jähre häufige Eisglätte, indem behauptet wurde, daß nicht Sand gestreut Worben sei. Auch vorstehende Steine, Bretter, herftbfallende Mauerstnäe und Stürze aus Treppen för- derten Schadenersatzansprüche zu Tage. — Jnsbesonders ist es meine Forderung, daß keine anderen als Prof. Dr. Gisevius und der Privatdozent Dr. Kle- berger-Södel als Leiter neuer Kurse zugelassen werden dürften. Beide Herren haben in eifrigsten Mühen, in gemeinsamer, monatelanger Arbeit mit den Kursiften die Angelegenheit behandelt in jeglicher Hinsicht, ganz ins- besonders auch nach der pädagogischen Seite hin, und keinen anderen, ganz besonders keinem Nicht-Fachmann der Methodik und Pädagogik darf nach meiner innersten Ueber- zeugung die Ausbildung der Lehrer-Kursisten anvertraut werden. — Darum fordere ich: 1. Einrichtung eines Jnformationskurses für sämtliche Kreisschulinspektoren und die Lehrer der Naturwissenschaften an den Lehrer-Seminarien des ganzen Landes; 2. Einrichtung ständiger halbjähriger, zweimal in der Woche stattfindender Kurse für Volksschullehrer zu Gießen, Darmstadt und Mainz. Beides aber einzig und allein durch die bewährten beiden Dozenten Pros. Dr. Gisevius und Dr. Kleberger; und beantrage aus diesen Gründen: Die verehrt. 2. Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, in den Hauptvoranschlag für 1908 rn Ausgabe einzustellen einen Kredit bis zu 10 000 Marl unter dem Titel: Jnformationskurse für Einrichtung des naturkundlichen Unterrichts zu landwirtschaftlichem Endzweck in ländlichen Fortbildun gs sch ulen: 1. für die Kreisschulinspektoren und die Lehrer der Naturwissenschaften an den Lehrer-Seminaren des ganzen Landes; 2. für eine geeignet erscheinende Anzahl von Volrsschul- lehrern aus den drei Provinzen zu Gießen, Darmstadt und Mainz. — Langsdorf, den 30. Juli 1907. . K ö hier. 29. Deutscher Hausbesitzertag. (Unberechtigtr N. verorten.) II. S. u. H. H amburg, 6. Aug. Die Zahl der Teilnehmer an dem diesjährigen Deutschen Hausbesctzertage ist noch erheblich gestiegen. An Stelle des er- krankterr Verbandsdirektors Baumeister Hartwig leitet Stadto. Fähndrich-Berlin die diesjährigen Verhandlungen. Stadlv. Fähn- drich legte dem Verbandstage den Geschäftsbericht vor. In diesem Jahresbericht wird die Lage des Hausbcsitzes nicht als rosig httigesLellt. Die Zahl der Feinde sei noch gewachsen, wenn auch die Kämpfe jetzt in ruhigerer Form geführt werden. Ein kräftiges Wörtlein redet Hartwig mit seinen alten Feinden, den Baugenossenschaften. Er mahnt die Hausbesitzer, auf der Hut zu sein, denn von allen Seiten suche man Lasten und Steuern auf sie abzuwälzen. Darum müßten sie es sich angelegen sein lassen, in den Parlamenten und Kommunen wei^gehendsteni Einfluß zu erreichen. Anläßlich der Neuwahlen habe man 24 Neichs- tagsabgeordnete verpflichtet, im Reichstage für die Interessen des Hausbesitzes einzutreten. Auf diesem Wege müsse man weiter schreiten. Vor allem aber müsse man danach streben, den Einfluß der Hausbesitzer in den Stadtverordneten-Versammlungen zu stärken. Nur auf diesem Wege könnten bleibende Erfolge erzielt werden. Stadtv. Fähndrich legte programmatisch die Lage des deutschen Hausbesitzes dar, nachdem vorher an den Kaiser ein Huldigungstelegramm abgesandt worden war. Stadtv. Fähndrich beschäftigte sich eingehend mit der gegenwärtigen Lage des städt. Haus- und Grundbesitzes in Deutschland. Auch er schilderte die Aage nicht als rosig. Er wies darauf hin, daß immer neue Bestrebungen sich geltend machen, um die Hausbesitzer zu belasten. Es sei keine gute Stimmung heute in den städtischen Kollegien für die Hausbesitzer vorhanden. Von oben und unten werde auf sie gedrückt. Wer in dem Verdacht stehe, nicht vollständig mit sozialem Oele gesalbt zu sein, der gelte schon als rückständig. Und um nicht dieses Odium auf sich zu laden, stimmen gar viele Stadtverordnete für Tinge, die nur einzig und allein für die unteren Klassen vorteilhaft sind. Für die unteren Klassen überstürze man sich in Fürsorge, den Grundbesitzer aber belaste man mit immer neuen Steuern. Fast in allen Körperschaften gelte der Hausbesitzer als der beste und willigite Zahler. Man habe sehen müssen, daß eine ganze Reche von neuen Steuern ausschließlich auf die Schultern der Hausbesitzer abgewälzt wurden, so die Steuer nach dem aemeinen Werl, die hohe Umsatzsteuer und die Wertzuwachssteuer. Die UmsaMeuer, die ohnehin eine Ungerechtigkeit sei, habe rn Berlin eine Erhöhung um fast 1 Proz. für unbebaute und von 2 Proz. für bebaute Grundstücke erfahren, sodaß diese Steuern, Deren Reinerträgnis ursprünglicy auf 3 Millionen Mark M^tzt wurde, heute mehr als 6 Millionen Mark einbringt. Aber auch damit geben sich die meisten Städte nicht zufrieden. Man kommt auf immer neue Ideen, um die Hausbesitzer zu belasten. Um ^e Kommunalabgaben nicht zu erhöhen, greift man pielfach zur Wertzuwachssteuer. Wie die Hausbesitzer sich Dagegen gewehrt, lMten, sei bekannt. Hier und da sei es ja auch gelungen. Die Wertzuwachssteuer abzulehnen, und auch in Berlin hoffe man darüber Hinwegzukommen. Aber dennoch sei rn vielen Städten eingeführt und bedeute eine neue schwere maltung des Hausbesitzes. Der Redner fährt fort: Wir alle schreiben. An dem anläßlich des Stenographentages in Mannheim, Pfingsten d. I., abgehaltenen Wett- schreiben haben teilgenommen: 498 Vertreter von Stolze- Schrey, auf die 273 Preise entfielen, 480 Gabelsbergeraner (230 Preise), 31 Stenotachygraphen (10 Preise), 62 National- stenographen (13 Preise). Erste Preise, also für besonders gute Arbeiten, entfielen auf Stolzc-Schrey 145, auf Gabelsberger 117, auf Stenotachygraphie 5, auf National-Steno- graphie 6. — In den höheren Abteilungen von 220 Silben und darüber entfielen auf Stolze-Schrey 24, auf Babelsberger 10 Preise, daneben noch 1 Preis auf die National- Stenographie. -t- Reichelsheim i. d. W., 7. Aug. Ein kurioser Fund, ein Leiterwagen, mit einem Pferd bespannt, wurde heute auf der Landstraße in der Nähe der Bingen- Heimer Mühle betroffen. Von einem Leiter des Fuhrwerkes ließ sich nichts sehen, noch hören, und da auch niemand sich einfand, der die Fundgegenstände reklamiert hätte, so wurde Roß und Wagen hier in Obhut genommen. ob. Laubach, 7. Aug. Wenn unlängst aus dem Vogelsberg von geringem Himbeer ertrage gemeldet wurde, so muß aus der hiesigen Gegend von einer überaus reichen Ernte gemeldet werden. Scharenweise ziehen die Leute mit Töpfen und Eimern voll dieser süßen Frucht aus dem Walde heim, sogar der Handwagen bedient man sich. Dabei stehen noch Hunderte von Stöcken mit halb reifer Frucht draußen, deren Reife erst die Augustsonne bringen wird. X B r e i t s ch e i d', 6. Aug. Unser Ort kommt gar nicht mehr aus der Aufregung heraus. Diesmal handelt es sich um einen Einbruch in die Wohnung eines hiesigen Wirtes. Dem Dieb fiel die Geldkassette in die Hände. In der Nähe des Dorfes hat er sie geöffnet und den Inhalt an sich genommen. Mainz, 6. Aug. Der Taglöhner Karl Götzmann von hier wettete gestern mittag in Weisenau mit einem anderen Arbeiter, daß er den Rhein überschwimmen wolle. Der Wettbetrag bestand in einer Mark. Als Götzmann in die Mitte des Rheines kam, verschwand er in den Fluten und kam nicht mehr zum Vorfchein. (Mzr. Tgbl.) __|,J |, IM,, . ___I I. ■ ____» ' 1 ■ | Ans dem Jahresbericht der Handelskammer Friedberg. I. Aus dem uns zugegangenen Bericht der Großh. Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten entnehmen wir folgende Mitteilungen über die wirtschaftliche Lage im Bezirk: Zmn Personen- und Güterverkehr unseres Bezirks müssen wir konstatieren, daß die Erösfmmg der Endstrecke Helden- b e r g e n — V i l b e l infolge der Schwierigkeit der Einmündung der Linie im Bahnhof Vilbel noch nicht möglich war und voraussichtlich im Herbst 1907 erfolgen wird. Wir wiederholen die Forderung nach einem durchgehenden Verkehr der Linie Lauterbach-Vilbel und stellen mit Bedauern fest, daß tue seitherigen Fahrpläne der einzelnen Teilstrecken den Verkehrsbedürfnissen nicht entsprechen, da die Züge keinerlei direkte Anschlüsse haben. Wir hoffen, daß die projektierte Linie B a d - N a u h e 1 m — U s i n g e n und Bad- Nau h e i in — G r i e d e l bald in Angriff genommen und die Schwierigkeiten der Einmündung der beideli Bahnen in Den Bahrn Hof Bad-Nauheim uberivunden iverDeu. Das Projekt Jriedber g—* Florstadt—Ran st adt richt anscheinend, obgleich die beteiligten Gemeinden nach wie vor warmes Interesse hierfür zeigen. Indirekt berührt unseren Bezirk die neuerdings genehmigte Bahn Lick — Grün berg als Fortsetzung der Linie Butzbach—Lich. Nachdem die beteiligten Gemeinden an der projektierten Strecke Büdingen— pan au sich bereit erklärt haben, das erforderliche Gelände zu stellen und die gesetzlichen Beiträge zu leisten, dürfte dieses Projekt auch als gesichert erscheinen. Unverändert liegen noch die früheren Bahnprojekte Butzbach— Wetzlar; Butzbach — Usingen-Idstein; Schotten-Ulrichstein- Alsfeld. Im vorgeschrittenen Stadium befinden sich die Projekte Öomburg—Vilbel; Gießen — Laubach; und gesichert erscheint die elektrische Bahn Homburg—Eschbach—Heddernheim—Frankfurt. Eine elektrische Bahn Frankfurt—Vilbel ist gleichfalls projektiert. Wenn wir. auch für das uns enlgegengebrachte Entgegenkommen der König!. Eisenbahndirektion Frunlsurt a. M. an dieser Stelle danken können, so müssen wir doch andererseits wiederholt dringend itnt Einführung des direkten Verkehrs Mücke---Laubach — Friedberg; Schotten—Nidda—Friedberg; Lauterbach—Stockheim- Vilbel u. um größere Berücksichtigung unscrerFahrplanwünsche bitten. Ganz energisch müssen wir V e r w a h r u n g gegen die spezielle Schädigung unseres Bezirks einlegen, die uns durch den neuen Sommerfahrplan erwächst, der von 18 Schnellzügen auf der Strecke Frankfurt — Gießen nur zwei ohne Erhöhung läßt. Unsere Nachbarbezirke sind bei dem Sommerfahrplan in dieser Hinsicht wesentlich günstiger bedacht. — Die einzigen ohne Belastung belassenen Eilzüge haben für unseren Bezirk gar keinen Wert. Der pr-ojeklierte Aiisbaii des zweileii Geleises auf der Linie Friedberg-Haiiau ivird endlich die schon seit Jahren gewünschte Beschleunigung mid VerinehriUig der Züge nut dieser frequenten Strecke bringen mid die seitherigen meist inangelhaften Anschlüsse in Haiiau bessern. — Bestiunnt verlautet, daß ailch auf der Strecke Friedberg—Homberg das zweite Geleise demnächst gelegt wird. Tie Wichtigkeit dieser Strecke hat sich evident bei einem kürzlich stattgehabten Unglücksfall auf der Main—Weserbahn gezeigt und ivird sich die Bedeutung dieser Strecke noch niehr durch den dem- ii d cf) ft iß eit Durchgangsverkehr Wiesbaden—Rödelheim—Homburg— Bad-Nauheim erhöhen. vermLsctztss. * Wettbewerb im Torpedo bootsbau. Viele Jahre lang hat die Schichau-Werft in Elbing das Monopol im Bau von Torpedobooten für die deutsche Marine gehabt. Von 1885 bis 1900 hat nur einmal die Gerrnaniawerft in Kiel zwei Torpedoboote gebaut, „G 88" und „G 89". In den 15 Jahren hat &ie Schichauwerst über 100 Torpedoboote für die deutsche Flotte gebaut, sodaß man diese Werft als die Schöpferin der deutschen Torpedobootsflotte bezeichnen darf. Seit dem Flottengesetz von 1900 hat das Reichsmarineamt die Germaniawerst ebenfalls zum Bau von Torpedobooten herangezogen, und in diesem Jahre trat als dritte der Torpedoboote bauenden Werften die Vulkanwerft bei Stettin hinzu. Die Verteilung der Bauaufträge auf drei verschiedene Werften geschah, um im Wettbewerb den Versuch zu machen, die Leistungsfähigkeit der Boote auf eine noch höhere Stufe zu bringen, in der durchaus richtigen Erwägung, daß jedes der konkurrierenden Schisfbau- etablissements sein Bestes leisten wird. Wie großes Gewicht auf eine Steigerung der Maschinenkraft gelegt wird, ergibt ein Vergleich der kontraktlich ausbedungenen Leistungen für die in den drei letzten Jahren vergebenen Bootsserien. Es sollten erzielen: „G 132" bis „G 136" 6500 Pferdestärken, „S 138" bis „S 149" 9000 Pferdestärken und „V 150" bis „V 161" 10 500 Pferdestärken. Ob es ohne einen Wettbewerb möglich gewesen wäre, die Maschineukraft in diesem Umfange zu steigern, ist sehr fraglich; wahrscheinlich ist es nicht. Die Probefahrten und der praktische Dienst werden sehr bald ergeben, ob die Germania^ und die Vulkan- Boote mit den Schichau-Booten konlurriereu können, auch in der Seetüchtigkeit. Die guten Resultate beider Werften auf dem Gebiete der Linienschiffs- und Kpeuzerbauten lassen das erwarten. Bewährt sich der Versuch, dann wird das Reichsmarineamt sicher auch in Zukunft an der Heranziehung verschiedener Werften für den Torpedobootsbau sesthalten, um so in dauerndem Wettbewerb der größten Privatwerften zu immer besseren Leistungen zu kommen. * Der Rekord der Schwalbe. Ein Antwerpener Geflügelzüchter hat soeben ein interessantes Experiment gemacht, das die erstaunliche Geschwindigkeit der Schwalbe seststellte. Er hatte eine Schwalbe gefangen, die unter dem Dach seines Hauses nistete, und gab sie einem Manne mit, der eine Anzahl Brieftauben zu einem Wettflug von Com- viögne nach Antwerpen brachte. Die Schwalbe wurde in dem erstgenannten Ort mit den Brieftauben zugleich um 7i/4 Uhr aufgelassen und schlug sofort die Richtung nach Norden ein, während die Brieftauben erst noch eine Anzahl Bogen beschrieben, ehe sie ihre Richtung fanden. Bereits 8 Uhr 23 Minuten war die Schwalbe wieder in ihrem Nest in Antwerpen, während die ersten Tauben erst gegen lli/2 Uhr eintrafen. Tie Schwalbe hatte also die 235 Kilometer in einer Stunde 8 Minuten zurückgelegt, d. h. sie war mit der kolossalen Geschwindigkeit von 3355 Metern in der Minute oder 201 Kilometer in der Stunde geflogen. * P ä pft Pius X. gegen das Duell. Der Kardinal Staatssekretär Aterry del Val hat an den Präsidenten der spanischen Antiduelliga, Baron d'Mbi, nachstehendes Schreiben gerichtet: „Hochverehrter Herr! Durch Ihr wertes Schreiben, habe ich die eben,o wichtige als trostreiche Kunde erhalten von dem Kampfe, den Sie unternommen, damit aus der menschlichen Gesellschaft hie zivilisationswidrige Schmach des Duells ver> schwinde. Und, iwch mehr, habe ich aus diesem Schreiben Nachricht erhalten von dem hochvcrdienstlichen Bunde wider jenen barbarischen Brauch. Getrieben von dem Wunsche, auch dem Heiligen Vater den Trost zu verschaffen, den mir diese Nachrichten gewähren, habe ich ihm sogleich mitgeteilt, welchen Eifer Sie in dem edlen Werke entfalten und ich freue mich, nun Ihnen Mitzuteilen, daß ich mich nicht getäuscht habe in der Voraussicht, Seine Heiligkeit werde Ihr hochherziges Vorgehen, verehrtester Herr, auf das nachdrücklichste anertennen. Es scheint dem Heiligen Vater, daß jener beschämende Ueberrest der unglücklichen Zeit, wo das ftärlste Recht jenes dec Gewalt war, allzusehr in Widerspruch stehe mit der vielgerühmten Zivilisation unserer Zeit. Will die Gesellschaft wirklich und nicht nur scheinbar beweisen, daß sie den gesunden Fortschritt, das heißt das Fortschreiten iauf dem Pfade der Tugend und Gerechtigkeit liebt, so darf sie nicht mehr erlauben, daß es als Ehre gelte, so viele Jahrhunderte znrückzuschreiten und die unvernünftige Einrichtung des Zweikampfes hochzuhalten. Seine Heiligkeit spendet Ihnen reiches Lob für den hohen Mut, den Sie bei Ihrem edlen Werke beweisen und wünscht Ihnen aufs wärmste glücklichen Erfolg. Diesen Wünschen schließe auch ich mich von ganzem Herzen an, indem ich mich in aufrichtigster Achtung zeichne Euer Hochwohlgeboren dienstwillig ergebenster Kardinal Merry del Val." * Die Unsitte, Hunde zu küssen, hat sich bei einer Frau in Hirsch berg t. Schl, schwer gerächt. Seit etwa einem halben Jahre verspürte sie einen zunehmenden Schmerz im Leibe, bis sie sich an einen Arzt wandte, der ihr nach längerer Behandlung mitteilte, daß der Körper und sogar der Magen stark mit Hundewürmern durchsetzt sei. 9lun liegt die Frau schwer krank danieder; es ist fraglich, ob sie jemals wieder genesen wird. — Die „ a n g c 5 0 g e n eN Göttin. Am sogen. Paradies in Jena steht eine Göttin, die wegen ihrer Nacktheit schon vielfache Anfeindungen hat ertragen müssen. Unlängst an einem Morgen fand man die Göttin nun mit Strohhut, Leibchen, Bluse, Regenschirm u. s. w. ausgestattet und entdeckte noch folgende Widmung, die sicher einigen Mujensöhnen zuzuschreiben ist: „Der Stadtrat hat mich hergestellt, 91un stand ich nackt vor aller Welt Und mußt entsetzlich frieren. Drei Freunde fühlten meine Pein, Sie „kauften" Sachen schmuck und fein, Um mich damit zu zieren. Und raubt' der Stadtrat mir mein Kleid, So stürbe ich vor Herzeleid, Ich stürzt' mich in die Saale, Begraben wär' der Damen Neid, Es hörte aus der Zeitungsstreit, Ruh' wär mit einem Riale." 24. Deutscher Ätadsahrer-Bundestagl^ S. u. H. Stettin, 3. Aug. Hier trat heute der Deutsche Radfahrerbund zu seiner 24. Tagung zusammen, die unter dem Protektorat des Kronprinzen Friedrich Wilhelm steht. Schon gestern fanden Sitzungen des Bundesvorstandes und des Sportausschusses statt. Heute erfolgte die Uebergabe des Bundesbanners an die Stadt, in deren Namen Bürgermeister Roth die Radfahrer willkommen hieß. Darauf wurde in der „Bürgerlichen Ressource" der Bundestag vom Vorsitzenden Boeckling-Essen eröffnet. Es sind 130 stimmberechtigte Abgeordnete anwesend, die 40 Gaue vertreten. Auch Oesterreich-Schlesien, Triest, Steiermark und andere österreichische Gebietsteile haben Vertreter entsandt. Ter Vorsitzende wies daraufhin, daß der deutsche Radfahrerbund auch im vergangenen Jahre erfteuliche Fortschritte gemacht. habe. Tas Märchen vom Niedergange des Radfahrsports sei ein Märchen geblieben. Als Werbemittel ersten Ranges erwies sich die seit dem 1. Januar 1907 eingeführte obligat. Unfallversicherung. Tie Mitgliederzahl ist auf 43 598 gestiegen. Tas Vermögen des Bundes beträgt 41 607.32 Mk. Aus Anlaß der Einführung der Gepäcktarifreform wurde gefordert: Einfachere Äbsertigung der Fahrräder; Ermäßigung der Beförderungsgebühr auft kurzen Strecken von 50 auf höchstens 25 Pfg.; Freigabe aller Schnell- und v-Züge für die Beförderung; Aufhebung des Zwanges, das Fahrrad selbst zum Packwagen zu bringen und umzuladen; Belassung des Gepäcks am Rade usw. Von den Eisenbahnverwaltungen ist Wohlwollen zugesagt worden: Nach dem Bericht des Zahlmeisters stand im letzten Jahre einer Ausgabe von 200 000 Mk. eine Einnahme von 211 000 Mk. gegenüber. Wie aus dem Bericht des Sportausschusses hervorgeht, sind Dauerfahrten zum Bundesfest, Mannschaftsfahren und Zeitfahren auf Landstraßen immer mehr üblich geworden. Kunst-, Reigen- und Korsofahren standen in Blüte; ebenso das Radballspiel. Auch das Kraftfahrwesen hat sich im; Nadsahrerbunde entwickelt. Rechtsschutz wurde von den Bundesmitgliedern vielfach in Anspruch genommen. Die Führung von Zivilprozessen auf Kosten des Bundes wurde prinzipiell abgelehnt. Viel Ungelegenheiten bereitete die Frage der Radfahrerkarte. Tie Ungerechtigkeit der Radfahrerkarte mußte aus der einheitlichen Polizeiverordnung beseitigt werden. — Aus dem Rechenschaftsbericht geht weiter hervor, daß der deutsche Nadfahrerbund sich auch an den olympischen Spielen beteiligte. Der Etatsentwurf für 1908 balanziert mit 166 815 Mk. Es wurde beschlossen, daß der Bund sich in Zukunft an Fach- und Sportausftelluiigen beteiligen soll. Zur Beschaffung des Ausstellmigsmaterials wurden 3000 Mk. bewilligt; An den Hauptfahrstraßen des Bundesgebietes sollen im Laufe der nächsten Jahre Wegweiser aufgestellt werden. Die Frage der E i n z e l f a h r e r, die seit langem in der Schwebe ist, wurde durch einen Antrag in die Debatte gezogen, der vom Berliner Bie.-Klub „Germania" gestellt wurde. Dieser Ans trag will folgendes: Jedes Bundesmitglied hat das Recht bei Teilnahme an den Bundes- und Gauversammlungen, sowie an den seitens des Bundes, der Gauverbände und der Bezirke veranstalteten Wander- und Zeitfahrten. Zur Teilnahme an allen sonstigen sportlichen Wettbewerben süid grundsätzlich nur Mitglieder, von Bundesvereinen berechtigt. Die Meldungen hierzu I Handel Frankfurter Börne, 8. Ang., 1.15 Uhr. Reichsanleihe 92.30 Eschweiler Bergwerk 1 190. 4l/e% Oesterr. Silberrente 115.90 Portugiesen III russ.Staatsanl. 1905 92.90 Prince-Henri-Eiseubahn . 190. I« neu belebt )i tc t Ein Bürger. Der müde Körper wurde 66.40 67.30 9120 89.40 94.60 144 00 48.80 83 50 62.10 95.60 97.50 99 30 93.50 81.00 115.80 145.50 I Ungar. Goldrente . Italien. Rente . . Portugiesen Serie I . 115.00 . 100.30 . 203.- 13 di m bi h 6 8 Äug. Anfangskurse Hnrpener Bergwerk. Lanrahtttte . . Lombarden E. B. . Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . 5 fl 3130 140.00 130.00 4% 4% 3% 3% 4^ 3% 3% 3^°/o 8*7. 204.50 112 — Börse. . 169.30 . 126.00 . 222.10 . 65.70 136.40 do. Konsols . x do. . « Hessen Oberhessen . 'esterr. Goldrente . 150.25 . 126.40 221.75 . 143.00 . 164.50 . 136.80 . 243 00 sollen aber erst später ausgegeben werden. Die Transaktion scheint von einigen Berliner Blättern wie üblich etwas zu stark aufgebauscht worden zu sein. Der VerwaltungSrat sprach sich in der Generalversammlung zuversichtlich über die neuen Maßnahmen aus; auch wurde mitgeteilt, daß in Peine die Oelproduktion um 100 °/0 zugenommen habe. Für das laufende Jahr stände eine bessere Dividende in Aussicht. Die Aktien haben sich an der Berliner Börse daraufhin erholt. Aktien: Bochum Guss . . . . puderns E. W Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. Märkte. th Gießen, 7. Aug. Der Schweine markt hatte einen Auftrieb von etwa 800 Stück, darunter weniger Ferkel. Der Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditnktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . in Wetzlar; Frau Dr. Jaquette Balser ‘in Darmstadt; Herr Ernst Tiegel in Alsfeld. 4>6°/0 Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4 96 Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner < . 4 >6% Chinesen . . . . G-rkcht»?aal. Ein Rechts st reit um eine Bahnsteigkarte. In der Nähe von Cassel gibt es eine Station, auf der 5 Pfg.-Fahr- karten aufliegen. Diesen Umstand benutzte n. d. H. A. ein dortiger Geschäftsmann, der häufig genötigt ist, den Bahnsteig zu betreten. Er löste sich eine 5 Psg.-Fahrkarte, ging damit durch die Sperre und verließ den Bahnhof wieder, ohne die Karte benützt zu haben. Mehrfach wurde der Mann deswegen von Babnbeamten zur Rede gestellt, ohne sich jedoch darum zu kümmern. Die Verkehrsinspektion stellte daher Strafantrag wegen fortgesetzten Betrugs und das Schöffengericht verurteilte den Geschäftsmann zu 10 Mark Geldstrafe, da es der Ansicht war, daß der Angeklagte durch Erregung eines. Irrtums den Eisenbahnfiskus jeweilig um 5 Psg. geschädigt und den Zweck verfolgt habe, sich rechtswidrig einen Vermögensvorteil I zu verschaffen. In zweiter Instanz batte sich die Strafkammer mit der Sache zu befassen; sie ermäßigte die Strafe auf 5 Mark, schloß sich jedoch | im übrigen dem Urteil detz Schöffengerichts an. Gegen das Urteil der Strafkammer legte der Geschäftsmann Revision ein und batte Gelsenkirchen Bergwerk . 187.50 Hamburg-Amerik. Paket.f. 130.60 Harpener Bergwerk Lanrahtttte . . . 31 tt * Ä ka Nordd. Lloyd . ... Obeischles. Eisen-Industrie 99.80 GislgesanbL. Aür Form und Inhalt n.:.i .u.a .. c Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakt an h.*-r .un gegenüber keinerlei Verantwortung.) < . Auf die Beschreibung vom Schluß des Universitä'tsfestes und der baßen kn allen Fällen schriftlich durch den Vereinövorstand I Markt war mehr wie flau, da die zahlreich gekommenen Landkeute vder rin dazu beauftragtes Mitglied zu erfolgen und müssen wenig Rauflust zeigten. Stark begehrt und hoch bezahlt wurden kbeSmal den besonderen Hinweis enthalten, daß die genannten Einlegschweine, besonders kräftigere Ware: Gehandelt wurde das Fahrer Herrenfahrer im Sinne der Bundessatzungen sind. — Baar Ferckel 5-8 Wochen alt'Mk. 30—40, bis 13 Wochen alte Bis heute mittag waren nach den Angaben des Festbureaus Tiere M. 50—70, Läufer M. 80-100, stärkere Tiere bis M. 140 etwa 7000 Radfahrer hier eingetroffen; 2—3000 sollen noch Einlegschweine das Stück M. 75—80. Der Markt blieb über* zu erwarten sein. ständig. Fette Schweine werden in der Gegend mit M. 52-54 Eine Reihe von Anträgen der Märkischen Kraftfahrer-Ver-! lebend oder Schlachtgewicht mit M. 70—72 der Ztr. bezahlt. rinigung, die eine Förderung des Kraftfahrwesens im Nächste Markttage am 20. und 21. Augn st. Deutschen Radfahrerbunde anstreben, werden dadurch erledigt, l«" - - . —- Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr und Industrie, Giessen. daß sich der D. R. B. dafür ausspricht, er wolle sich auch in Zu- funft mn daS Kraftfatzrwesen nach Mften Wimmern und stets r®efiorben: Herr Frih Hecht in F^dberg - Herr Hermann Segen Vcrkehrs-rschwerungen Stellung nehmen . koIc! RaSkaps, Professor, in Äainj- Herr Georg Jehner ch B« d» dar°t,ff°lgenden Vorstandswahl wurde etnfhntmtfl ^rfltt,alWm; Herr G. Naumann, Buchdruck-rinv-ltde, in Marburg Stirn Bu^bezvvrsitzenden wieder Theodor VoekNma-Ess-n gkwahlt, Herr Eduard Werner, Lebrer i. P. in Leipzig-Frau Christine Gär ner zum 2. Vorsitzenden Achim b. Koeller Schwirzenbeck, zum Z hl-! «».u.... ~ ^a^ner meister Felger-Essen. Zum nächsten Tagungsort wurde Bremen gewählt. Darauf wurde der Bundestag geschlossen. . 82.30 . 93.20 . 82.50 . 91.70 Mrehttche Nachrichten. Israelitische NeligieAsgefellschast. Gottesdienst. Sabbatieier am 10. Au g u st 1907: Freitag abend 7.30 Uhr. Sa>nstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 8.45 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Israelitische Religionsgememde. Koltesdientt in der Syu^goge (Südanlage). Samstag, den 10. A u g u st 1907; Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrtfterkläruug. abbatausgau g 8.45 Uhr. „Die Unterschrift des nachstehenden Briefes ist amtlich beglaubigt: Darmstadt, 26. März 1907. II. Polizei- Revier, I. V. Branden. Darmstadt, den 10. Mürz 07. Ich habe seit August v. I. an Rheumatismus, Nervosität, Appetitlosigkeit, Schwttchezuständen usw. gelitten; an Schlaf war überhaupt nicht zu denken. Da wurde mir Bioson empfohlen. Und o Wunder! schon in den ersten Tagen trat eine Beruhigung des allgemeinen Befindens ein. Der ersehnte Schlaf kehrte nach und nach zurück, die Schmerzen ließen gleichfalls nach, „ der müde Körper wurde neu belebt. Und nach Mnf Wochen hat mein Körpergewicht sich erfreulicher Weise um 15 Pfund erhöht und konnte nach Verlauf von zwei weiteren Wochen meiner Beschäftigung wieder nachgehen. Im ranzen habe ich Ins jetzt 3 Pakete Bioson verwendet. Mit Geschmack und Bekömmlichkeit bin ich sehr zufrieden, habe die Zubereitung ganz vorschriftsmäßig gemacht. — Indem ich jetzt dem Bio- sonrverk Bensheim meinen herzt. Dank ausspreche, kann ich das Bwwn nur Jedermann empfehlen. Dieses der Wahrheit gemäß ^el8r /W°fn Apotheken, Drogerien usw. daS Paket du bret Mark erhältlich, welches für ca. 14 Tage ausreicht. b1/« m 36 Ul ö den Erfolg, daß der Strafsenat des Casseler Oberlandesgerichts daS Urteil auihob und die Sache zur nochinaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurückwies. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß nicht genügend geprüft sei, ob wirklich eine Ver- , . o .V,„I11VU Hllvvu Mögensschädigung de? Fisku? vorliege. Durch Lösung einer! Feier im Philösophenw'ald gestatte ich^ mir' EVch'g'es^zil'bem'erkem 5 Pfg.-Fahrkarte habe der Angeklagte nut der Eisenbahnverwaltung doch schicke ich gleich voraus, daß ich an dem Geschehenen weiter einen Vertrag abgeschlossen, durch di§i diese sich verpflichte, den keine Kritik üben, sondern nur Ewiges hervorheben will, worüber Angeklagten zu befördern. Dies schließe naturgemäß auch die die Bürger mit dem Einsender doch nicht so ganz einig sind Berechtigung zum Betreten deS Bahnsteigs in sich. Der Angeklagte Aus die ganze Feier will ich wicht nicht naher ewlassen und nur habe aber nicht nur die ihm obliegende Leistung voll erfüllt, sondern auf die iw Philosophenwald beschränken, weil dies der Tag für die sogar aus den Hauptteil der von der Eisenbahnverwaltung geschuldeten Bürgerschaft gewesen wäre. An dem Fest hat die Stadt mit ihren Gegenleistung, nämlich die Beförderung, verzichtet. Eine Schädi- Bürgern das größte Interesse gezeigt und jeder Einzelne hat sich gmig des Eisenbahnfiskus könne demnach wohl nicht als vorliegend durch die prächtige Dekoration' angestrengt, unserem Landesherr,: erachtet werden. Auf Grund dieser Ausführungen gelangte hierauf mit seiner hohen Gemahlin und allen Festbesuchern einen würdigen die Strafkammer in einer zweiten Verhandlung.zur Freisprech - Empfang zu bereiten, was lobend anzuerkenuen ist. Die Bürger u n 9 des Angeklagten. haben sich aber auch schon lange vorher gefreut, mit alten Be- --- " " —----------------— je* kannten, von denen sie mit Vielen eng verbunden sind, einige Handel nnd Dcrfcbr, stunden bei gemütlichem Zusammensein im Wald zu feiern und l , J ‘ " dies war durch das Arrangement im Philosophenwald leider Vereinigte d e u t s ch e P e tr o l e u m - W e r k e, P e r ne. vielen vereitelt. Hier ist es bedauerlich, das; der Stadtrat, der bei Die Beteiligung an den galizischen Erdölunternehmungen wurde allen vaterländischen Festen mit Rat und Tat zur Hand geht, von der außerordentlichen Generalversammlung genehmigt, desgl. seinen Einfluß nicht besser geltend machen konnte, um der Bürger- die Erhöhung, de? Stammkapitals um 503 000^ M. Tie Attien Schaft freien Zutritt in den Wald zu aewähren. t-r.Die Einrichtung, nach der man ourch Besitz eines Schleifchens ober einer Karte in den Wald gelangen konnte, will ich nicht uäher beleuchten; es hat aber vielen Bürgern widerstrebt und hätte dies auch von der Bürgermeisterei abgelehnt werden müssen. ($§ wird so viel von den guten Beziehungen zwischen der Universität und der Bürgerschaft geschrieben und ist es sehr zu wünschen, daß das gute Verhältnis sortbestehen möge zum Wohl unserer lieben Vaterstadt und ihrer Bürger; es ist aber auch ein gerechter Wunsch, bei derartigen Festlichkeiten der Bürgerschaft mehr Rechnung zu tragen, wie dies hierbei geschehen ist.