eg 39 rben, Mel, lente, 89 Her Art - litt editgnngen, edit. Aussätze. q Kupons, jre gratis. Igong- >ien. liessen HKale5seu'n-hr- G6flag^H,nöhl' ftaT jlastgeUüge^ Ji »HW* | Worktn. —* ^rrädib^ ink‘e . Ianner uiid rund mer, rig Syr »«kl» sä* Nr. 32 Erscheint täglich miirer Sonntag«. Den, Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dein yrsfischen LanSwirl L.c Gießener Zamille». bldiltr utcnnal in der iJodjc beigelegl und zioeunal wöchenllich da4 K'tlsblatt tut 6tn Krcli Lietzen, ^eiufprech An- sc.illchs.d.Nedaknon 112 tbtilao u. (XEpeöition 61 Adresse für Depeschen: Vuzciger Gieße». Erstes Blatt 1S7. Jahrgang Tonncrötag 7. Februar 1907 General-Anzeiger für Gverhrffen 1 RotationLdruck und Verlag der Vrüh?fchen Univ.-Vuch- und Stcinörudcrci. & Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulslratze 7. Vez«g»prets: monatlich 76 ty., mcrteU jährlich 'Dlf. 2.20; durch .Ibhok- il Ziveig'iellen moiiQiluii '1?*.: durch bict!0fl l’lt. 2.—viertel« jainl. auuchl. Bei'.ellg. Tlnnü^me t>on Anzeigen n,r die Lage»»uunuier bis vonnunigs lu ll he. ^cileiipicie: 10(01151'1, auoivärti 20 P'eiuug. l'eianiioori hm 'ür beu poltL und dilflcnu teil: 1>. 1111o. mr ,otobt und land' unb -(4>md)i»iüale: Ern ft • zeigenteil: Hans Beck ibie 'l’iaiiöaie ocrlietcn mngten, m bedauerlich schon um des« willen, weil beide zu den fleißigsten Mitgliedern des allen titeich;- tagcS gehörten und die Inlercsfen ihrer Wählerin wirksonier und einnchlsooller Weise vertraten, während die Herren Ohler und Bindeivald ivährcnd ihrer früheren Angehöcigttll znni titcichslage in diesen» höchstens so ojt ec,chicnen, wie Mond- insternisse im Kalender. AuS dem Bindewald'schen Wahlkreise schreibt man unS heule u. a.r Herr Bmdewald ist als Reichstagsabgeordneter in früheren fahren von «.4 namenilichen Aviliimnnngen nicht iveniger oi* .12 unentschuldigt ierngebueben. 'Jiber Tankbarkeil gibt er IQ nicht im politischen Leben und die urteilslose Masse liebt nicht am Lenningen und Taten, sondern lägt sich du ich dreistes Tranigängeituin (es nehi in dem L'neie an 11116 ireilich ein weiimei parlaincuiariicher 'Ausdruck, der nut ,M* beginnt und gieichiails am .nun" endet. T. 'Jiö.) imponieren, Jeder -chuhllrcis aber Hai Ichlteglich den Abgeordneten, den er verdient l Zu bedauern ist, wie gesagt, auch der Verlust von Alzey-Bingen, wo die Nationalliberalcu ihr den Olicücuci Parteiiremidrn gegebenes Versprechen brachen und einen so hochgeachteten und langjährigen Parlamentarier iuic Nemhau ^chniidl, den einstigen tiiiichslagspizepiäudeiilen, durch fort- ivährendeS Hin« und Herjchivauken zu Fall brachten. Te> .'lachsolger Schmidts, em Herr Siel lei, ist Mitglied des Bundes der Landwirte, nennt sich mdeL auch liberal. Shin, man wird ja sehen, ob sein bündlcrischec Liberalismus weitei reicht als der der Herren v. Hegt und v. Luola. Dagegen ist eine ersrenttck^ Erscheinung bo3 Slichtvahl- lampscs das Ergebnis des landeShauptstädttschm Wahlkreises ^Darmstadt-Grov-Gerau), der siu, seit 1898 im Besitz Der Sozialdemokratie befind. Nach der Eroberung dcS Wahlkreises durch die Soziaioemokraten im Jahre 1UU3 glciu) bei der Haupt- wähl war das jetzige Ergebnis, baß ber nationalliberale Skandidat Dr. O s a n n, ein Sohn bes früheren nationalliberalen tildd#» tagsabg. Geh. Justizrat Lsann, mit über 1800 Stimmen Mchr- l^cit den Sieg über den Sozialdemokraten Berthold davontrug. Hs füü) don zweifellos mindestens 6/e der 85U0 Wähler des Bl'arrerS Sl’ordl jür Dr. Lfann cingrlrcten, nad)bcin Die ficii. Parteileitung ihren Anhängern bie Abstimmung in ber Liichmahi sreigegeben hatte. BemerkeuLwert ist, daß die -stimmcnzahl der bürgerlichen Parteien >on 15 789 bei ber StickMahl im Mai vorigen Jahres auf diesmal 18 165 angeschvollcn ist, mährend sich die Stimmenzahl für Berthold von 16 598 auf jetzt 16 814 verminderte. Sehr interessant ist auch das starke Amoachscn ber bürgcrlid>en Stimmen in Den gröberen Faviikorten bes Wahl- krciscs, wie titüsselsheim, Gustav,onrg und Bisck-os^hciM, mäh- renb die Stimmenzahl ht den meisten Fabrikortcn auf annähernd derselben Höhe blieb, in verschiedenen Bezirken avcr sogar nicht unerheblich zurückging. In Darmstadt selber fielen die sozial- demokralisclxn Stimmen von 6159 bei der vorjährigen Stichwahl auf 5916, während dtte bürgerlichen Stimmen um über 1200, auf 8658, in bie Höhe gingen. Aus 2) ar mit not, u. ocoruar, wr.o ui-j gci-yrirbcn: Der Ausfall ber Stichwahlen ini Rei^,st.'.gt.oahlkreiS Durm- stadt-E^aß-E.rau luijTte gcucrn ebeub pr^>. u: ■ .rihjJilciumu gu einer auBeiLrbenLiü) imioianten nationalen Kundgebung. Ter L.aat war dicht gepscup t mit Memchen bc"ctu unb lauiuiDe, bie keinen Platz uieyc unbcii konnten, latiui auu# den neuen Matz bduor dicht belagert. Ten Deteiunniwten und hiaojahr.ru mutzte uuii tx.c 'Ho.tzei uui Gewalt c.n Zugang durch b.c 'Juuiicn geju>a,,en lucrbcii. Im oaal heirschte cuie aavi.rvro».i.tuch ani# uuctic Stiuimung. Ach kurz Put U Uhr der Xx-rui-eube Dr. Aeching ickuemc, duß 1,1 der für zr. Si-nn öuöo oumnien, iur Berthold uoer nur 5916 stimmen gezahlt worden leien, hun einen B. r vt. ng von ;.jui 2.uj iLtim bciitzc, brach cm neneiifcher, uunutemaiiß anualtenber Beiiail« liurm lvS, bet hü) dann auch bei den zu ai.crmem ic^t guniiujett bic|ulL.Lii aas u.< 1 größeren ^nouür.eorteii bea MtuiiCD rjicvzc# holte. <.it vielen Wainoc^irien ist b.c iiuciaic >L.timmenzahl gegen o,e voriahiige oliapu...', aachror^eiiliich geiiicgcn, jo in Arheugrn van 4u-i üui 509, in Everitadt von 4u9 au, uu4, in Biungnadt von 589 üui 6« <, in ^liesheiur von 2<9 aus o69, in Etvtz-^xrmt van 415 uui 4bu, ui Bhchvch.-cim von 2öJ aui b«u, 111 Uiuneiöoeun Pult 2«5 aui 8j4 u. s. s. a.as Ergebnis m um so erireuliu.er, atL iwch in den alicticöicn A-agcii von sozialdenwlratu^er -Leite d.e argnen LuciiraaLt-iai gegen Dr. Ds^nnS ta-ain unternommen uutb.il. 'JJlun in in der bieujiii Burger an Put allem bvchet.eeut Oatubcr, baj b.e Iaht bet oi.tjetiiu en stimmen seit oer Stichwahl am 4. Mai v. I. um uLxr s^taajcnb -ugeiwmmen hat, wahrend die otiuimenzahl |ar BetthvU» m bcrieibcn Jeck um rund 800 zutmiging. Die Wahlbenuigung wat im allgenieinen sehr rege, ne betrag 8/,l Brazent. Ein eigenartiger JuiaLI ijat cs geiÜQl, dag g.rade bet Sohn des Mannes, oct bi-j zuin ($üljre I0U0 den Wagik^ech als lutitiualliberaier Aagei.rdNt.ler im blcicljöluQ vertreten haue und bcricii Ablehnung einer Wieder« lualjl zum erstenmai die Wahl eines <5.ozialbeuwtiaten zur ooige Hütte, jetzt bas Mandat zum üieich.mg übernimmt und bauui den Wahilrci's wieder in den Besitz b.r bargeriiaicn Bar.^en zurück- ,uhrt, ui welchem er hossentiich jur alle Julunit verbleiben wirb. • Heiteres von der Stichwahl. Von einem Lehrer ans bem Lande wird uns ejcfdiricben: In einem ziemlich entlegenen One unserem Wähltreu'e» gab ein Bauer, bei nebenbei Kirchenvorlieher ist, seiner politischen llcbei- zeugnng 111 iolgendkn Wollen AuHdiiick ; ,£tu M 1 u in ni Duiie inet n e 1 wehte, Dons cas e Dojioaldeineiioal, eaii den L i w e i 0 a l e oiuie mer eaiit tädjt net wehte, ci de(i) wolle |oa De Slaijcr 0 a b i cd 0 i | e." 111 polittjd?e Lagcbjcyatt. Die Aeichstegterullg uns die Patieiett. Fürst DülowS Lä/iachttuf gegen bas Zentrum ist ohne Wirkung geblieben. Statt mit 104, wie im alten Lieiächtag, hält das Zentrum sogar mit 108 Dkitgliebern in den neuen öteichsiag Einzug. Das war votauszufehLN unb ist auch von fast allen Seiten vor aus gesehen worden, ausgenommen von ctliu)eit Illusionisten, bie sich wunder waS t-enprachcn von den paar „nationalen" Zentrums-Kandidaten. Eine ^:i-.oalbe macht keinen Sommer. Wenn auch das Zeiitrum bie flärlfte Fraktion dcs neuen Reick-StagS bleibt und obi'uyon cj keine „tilax: :.i>9lini" gegen bie tiiegierung zu betreiben gedenkt: bas Verhältnis zwischen Kte Dcuiifle ^luiuiuet uuilalit 8 Heilen. Aie A.ichslalMtchwcklllen in Kessen. TaS Ergebnis der Stichwahl in den neun Wahlkreisen be6 Giobheizoatu'.nS Hessen wird einen grollen Teil bei bnrgerl.chni Paileien befrieoigen. Graf Ortola (Friedberg- BnDiiigen), Fihr. Heyl zu HeirnShemt (WormS-Heppenhetni) und Geh. Wat Haas (Erbach.Bensheim) haben sich mit starken Mehrheiten aus ihren Posten behauptet, während frei» lid) ber BjahtkreiS Offenbach-Dieburg, bie hessische Hochburg dec Sozialdeniokratie, infolge des nicht einmüligcn ZnsainniengehenS ber Bürgerlichen Elemente wieder an Ulrich, den ,roten Ulrich", zurückgefallen ist. Tie Woh! Uiiichs soll indes angefochten werden! Tie Sozial» beinolraten sollen, wie der ,SU. PresseE gemeldet wirb, bu 3eniaimspiuole von 2)inller-Fl>tba zu einer Anzahl gefälschter Flugblätter benutzt haben. In Mainz-Oppen- heim wurde nut einer nicht sehr erheblichen Mehrheil wieder ber Sozialist Tr. David gewählt. Dort Halle man die Zersplitterung unter den bürgerlichen Parteien schon bei Ans Heilung der Uandidatcii als besonders gefährlich empfinde,' können. Das goldene Mainz mit seinem blühenden Handel unb feiner fast ganz katholischen Bevölkerung hat also eine sozialdemokratische Vertretung erhallen, obwohl sich bei bei Hauptwahl am 25. Januar em Mehr von über 8200 Stimmen [ur die bürgerlichen Kandidaten ergeben halle und bie Slim- nienzahl der Nationalliberalen von 4895 auf 8653 ange- wachsen war. Dec Sozialdemokrat trug den Sieg davon, obgleich er gegen die Stichwahl im Jahre 1903 nur knapp 8UU Stimmen Zuwachs erhielt. Mit unjerin Gieszen haben die Liberalen auch noch den Verlust der Mandate von Alsfeld-Lauterbach und Bingen zu beklagen. Unser östlicher SiachbarkreiS ist, wie der unsere, in den Besitz seines früheren antisemitischen Inhabers Bindewald übergegangen. Tr. Wakkau wie unser bewährter Volkvmann Hcyligensiaedt erlagen jener seltsamen Koalition, d.ie sich zusaiumenfetzte au8 Antisemiten, Deutsch- unb Christlich-Sozialen, Sozialdemokraten und llltramontaiien. Dr. tiLallan wurde ouucibcm, wie man unfl heute auo Lauterbach schreibt, nnbegreisticherweise vom Freisinn bei der Stichwahl nur schwächlich unterstützt, ja ein grober Teil bei freisinnigen Stimmen ging sogar, so schreibt man un8, zum Antisemiten über t Auch dort ist man empört über bie ver- hetzende Agitation gewissenloser Bauernfänger, bie namcnl- I,ch zwischen Haupt- und Stichwahl in Blüte stand, wo sich in den beiden nördlichen hessischen Kreisen eine ganze Anzahl politischer TeSpcrados unb fragwürdiger Existenzen umher- trieb. Die Agitationsweise WallauS verblieb, so hört und ver- sichert man allgemein, wie bie HeyligenstaedtS, stets durchaus fach- lich unb vornehm. Tab gerade Heyligenjtaedt unb Dr. QBallau Ser Ratgeber für ein wohlerzogenes Frauenzimmer- 3m Febcuarheft ber Monatsschrift „Nord unb ©üb" (Schles. Verlags-Anstalt in BreSlau) veröffentlicht Prof. Dr. Ludwig Veiger-Berlin in einem Aussatz über Ludwig Börne einige Manuskripte auä dessen Nachlaß, wovon wir das nachfolgende lustige Schriftstück wicbergebcn wollen: Kurzer Unterricht für meine Tochter wie sie sich bei dem ihr bevorstehenden Mittagessen zu verhalten habe, uni btn Rus eines wohlerzogenen Frauenzimmers zurückzulassen. Liebe Tochter! Ta Du jetzt in die Jahre trittst, wo ein Mädchen anfängt, die europäifdx Aufmerlfamleit zu erregen, unb wo man ihr jeden Schritt nachmißt, so wirst Tu von Deinem besorgten. Dich zärtlich liebenden Later gewiß mit Dank bie Regeln aufnchmen, bie er für Tick) bei Deinem heutigen öffentlichen Erscheinen entworfen hat. Zuerst sei auf Deinen Putz bedacht. Man kann auf bie schönste bet eigenen körperlichen Gestalt entsprechendste Art angezogen sein und dennoch in einer Gesellschaft auffallend erscheinen. Jede Versammlung von Frauenzimmern hat ihre Tonleiter, man kann nach Gefallen hoch ober niedrig auf derselben stehen, man kann einfach ober glänzend gekleidet sein, man kann aber ohne Mißllang zu erregen, nicht in einer andern Tonart auftreten; man darf kein Molllleid anhaben, wenn die übrigen in Dur da sitzen. Dieses abgerechnet steht Dir am besten an, was Dir zuerst als das Beste einfällt. Sobald Sie Eitelkeit zu wählen ansängt, wird das Gesicht fürs Schöne stumpf und Der Sinn fürs La^reclliche verwirrt gemacht. Ein himmelblaues Kleid müßte Dir fdjön anstehen, bie Farben, die man trägt, sollen etwas vaterlänDiiches haben. Co geputzt darfst Du nicht allein über die Straße gehen. Ohne die Einfassung eines Mannes würdest Du aussehcn, wie ein verlorner Demant, den jeder glaubt finden zu dürfen. Ta bei dem Feste gewiß alles sehr glänzend wirb eingerichtet fein, so sei nur auf Deiner Hut, daß Du beim Eintreten inS Gesellschaftszimmer nicht ausrufst: ach wie schön! Zwar wirst Tu dies von manchem, ber später kommt als Tu, tagen hören, allein das hat eine andere Bedeutung. Suche es zu vermeiden, daß Du nicht zwischen zwei Herren am Tische zu sitzen kömmst. Ein so gutes und artiges Mädchen Vie Tu muß sich in dieser Lage nur peinlich fühlen; denn sie wird gegen jeden gleich aufmerksam sein wollen, und da cd unmöglich ist, sich nid* von einem mehr angezogen zu fühlen, als vom andern, so wird man zwisck-eii Neigung und Pfliegt, wie beim Fahren auf holperigem Liege, beständig hin- und hergeworfen. Este iiidx zu viel, liebe Tochter; das ist Tein einziger Fehler, Du bist eine große Fresserin. Ein gesittetes Frauenzimmer soll nie Hunger zeigen. Dem Manne ist Essen ein sinnliches, dem Weibe darf es nur ein ästhetisches Vergnügen fein. Nur einige Leckerbissen darf sie zu sw nehmen. Das gemeine Bedürfnis soll *e in ter Einsamkeit befriedigen. Wenig Nindfleisch, nichts ge- alzenes, keinen .Senf! Aas macht Aursh. Es gibt nichts widerlicheres als ein dürstendes Frauenzimmer. Verschmachte lieber, ehe Tn zu trinken forderst, unb erfahre dabei, was cs für ein Gefühl ist, — verschmachten. Esse nicht von lolcycn Speisen, die Tu nid;: ganz verzehren kannst, und von welchen Du gewisse Telle, als Knochen, Gräte, zurücklassen mußt. Hinter einem, mit tleberbleibseln unvcrdaulickier Sachen angchäuften Teller, wird auch das zarteste Geschöpf sich wie ein Husar auSnehmen. Teile leine Bonbons mit Devisen an Deine Nachbarn auS, man kann nicht wissen, waS darin steht. Knüpfe keine neue Betannischaiten an, damit Du die älteren Schulden Deines Herzens pünulicb bezahlen kannst. In der Unterhaltung sei fein und witzig. Dein Nachbar könnte Dir sagen: Mademoiselle ich habe viel gegessen, aber mit vollerem Herzen als Magen verlasse ich den Tisch; darauf er- widere Tu: TaS leicht gesättigte Herz verdient nicht, daß man ihn fällige. Er: eine so reizende Löchin wie Sie findet immer hungrige Gäste. Tu: der Hunger ist der beste Koch. Er: wie meinen Sie das? Tu: ich bitte Ihnen. Er: Aber Mademoiselle! Tu: Lasse Se mer main Menua-e. Er: befehle Se an Stückchc jtudje? Biete den Zahnstocher, den Du selbst gebraucht hast, keinem andern an. und stecke keine silberne Löffel ein: bas schickt sich nick-t. Lomme abends zur gehangen Zeit nach Hause, um die Gegen- füfelcr des Wallgrabens zu beleuchten. Dein amerikanischer Dollar wartet mit der größten Sehnsucht auf Dich. Lache nicht, lächle; esse nicht, essele. ' Zn Gegenwart anderer darj em Frauenzimmer nur zum Trock- nen der Tränen daS Schnupftuch gebrauchen. Rede mit Männern nur immer von Dingen, die Du nicht verstehst, denn das was ein Frauenzimmer verficht, interessier: keinen Mann. Sei nicht zu liebenswürdig. Tod ist Tod; ob einer in Lager oder Madera ertrinke, da- ist alles eins. Liebe denjenigen am meisten, der Dich am meisten liebt hat Dein Nachbar die Ungeschicklichkeit gehabt, das Salzfaß umzustoßen, so sei artig und sage ihm: man muß es Ihnen verzeihen. Sie verbrauchen viel davon zu Ihrer Unterhaltung. Sagt er darauf: Mademoiselle, es kommt Ihnen nidjt zu, ullch cinen Verschwender zu nennen, bann sagst Tu: daß ich nid,: wüßte! • — Man schreibt uns aus Frankfurt a. M., 6. Februar: In ber Frani urttr Oper scuck) heute d:e Erstaunuhrung der Salome" von Sliojari) Strauu statt, die eine uncr.uartet glänzende Wirkung tr.ie-ie. T^s Pubiitum war vom ülniang vrs zum Sa)iu.i gcieirclt Die Mmck bringt den ichir. .en ^:i- halt in ti.enlia>C£ W.ue zum '2iu-,Drua, otzne sich aoer durch xmiginalüut auszuzeichnen. Tie Au,fuhrung war ganz aus- gczeichi.et, besonders gmnzend w-r b.r Liemoes des XKtrii ü ora;- y a m m e r, auch die Salome der Frau il e r u 1 c^. itbeuio pol Herr Breitenfeld als Iochanaan Tüchtiges. DcS £rd,cncr unter Die iü)en berg er 5 Leitung stand aui ber Höhe seines uuigabe. Tas H>iwnluni war seyr entbuiiasmiert und ruUe nuyt eher, als bis ber tioriiang 23 mal in bie Höhe gegangen war. Ternburg. In der letzten Nummer der ,Iugend* stand ein Gedicht über Aolonialdiickior 2euibiug, worin behauptet winde, er stamme ans Mam^ Eine hiesige L-oInlpaiuoiut hoi mm uachstehendeS Gedicht als Auiivorl an Die .Ingend" geiauDu En TaruisiaDier Heiner an en olDe sZiaiikkorder. 'JJiein lieivn alber Heir vom ckstaur Was rcDD'fie doch lor Sache. Ter Ternburg soll auS Man, gor fein, T 0 wär uix brau zu mache r Sich na, Bachiler! In der Tat; Ter Ternburg is e Hemer, Und, was er miS gezeigt a hat, Bun De Bateulfle einer. Tie Bantierrn 'bicjfcl, Hoismann noch, Tie a was Tüchl'ges ieu;e, Suui all flcbor’n am große Woog, Test iteil mich noch nm meiste. Rott was Die Welk verblüfft allein Im Schaffe ober Diebbe Staun mir aus Hcsjebarmstadt sein, Ata liiciuer, woU’it nm luene? Hieraus ging von der .Jugend" folgende poetische Antwort ein: Mei lieweS Gretel, bu hast recht. Ich üobü en ntoue Bock gcmcchr, Bch Dhn's ääd) sehr beicuc, Es hat mich näner naneloblt, Bei dem ich Auskumk eigc.iolt, Trum bitt lcki's zu verzcilie. Ter Ternborfch fchdannul auS Tarmschdadt her, U11 Tarnifchdabt, ach, Des liciu ich sehr, Gauz ol)iic Iwwcrliewuug: Ais St 1111 ft 1 cii D a D t idionn schdehl's ganz allLänS Hoch uviver Rolle, iwiver Liääuz — Uitn dann Die fchee Umaeivungl Wie oit hat Icboim im Cbciuald Jur Gras ge otze mei toclialt, Boni LonuejchDrohl beschiene — Ihm daun bie Mäbercher bobnmt: Gcjmib umi hell an Herz 1111D 'lUuub — Tes fliidt merr ja an Ihne! Rorz: TaruiichDaDk iS e iiiaa).juroel, Ich heb Die SchbaDk aud ganzer Seel Sanibl ihre liebe Alenjche Tcr große Woog, Der tlääne Woog, Es lewe Euer Gr01,Herzog Ihm 's ganze Hesieläubche! Ter albe F rankiorber Rarl fettlinger. ßlegicwtg und Zentrum, tiaS die Rägie'rung mehr als je in die Abhängigkeit von Zentrumslaunen bräd-Lc, dies Verhältnis b ofr f nicht wiederhergestellt werden. Es würde die s ch l i m m st e Enttäuschung fürdenLibe- rcrlismuS fein, der mit insgesamt 104 Mandaten zurüdkehrt, wenn es geschähe. Die Steg ie'r ung kann s i ch ebenso gut, wie vordem auf das Zentrum, auf die Vereinigte Linke (hoffentlich kommt es zu dieser achtunggebietenden, einflußreichen Vereinigung in aller Kurze!) stützen, sie hat jetzt die gewünschte nationale, die konservativ-liberale Mehrheit, und wie konservative und liberale Parteien sich im Wahlkampf vielfach gegenseitig unterstützt haben, so können sie in mancher Frage von Bedeutung mit Erfolg zusammenstehen. Die andere Mehrheit, über welche die Negierung verfügt, ist die cu§ dem Zentrum, den Polen und der Rechten. Hoffentlich tritt diese Mehrheitsbildung möglichst selten im neuen Reichstag in Erscheinung. Gegen die Regierung aber kann sich eine dritte, starke Mehrheit bilden: Zentrum, Polen, Liberale und Sozialdemokraten. Die dritte Mehrheit hätte es in der Hand, jegliche etwaige Beschränkung von VoAsrochten, Wahlrechts- Abänderungen usw., unmöglich zu machen. Für eine Paarung des konservativen und des Zentrums-Geistes hat das Bürgertum bei den Wahlen nicht gestritten. Es wird auch schwerlich der Neigung konservativer Wähler entsprechen, das; die Rechte mit den Schnitt- maä/ern der Sozialdemokratie sich zusammentut. In führenden ZentrunrSblättern wirsd jetzt ein Ton gegen die Regierung angeschlagen, der an die „Ruppigkeit" gewisser sozialdemokratischer Blätter erinnert. Die Berliner „Germania" z. B. ist aiuf dem Wege, cd in dieser Beziehung der ,,Leipziger Volksztg." des Dr. Mehring gleichzutun. Das erstere Blatt spricht von „Stinkbombe n", die zum Wurf auf das Zentrum sorgfältig vorbereitet gewesen seien; es bezeichnet den Chef der Reichskanzlei als den „Laufburschen" des Fürsten Bülow, denselben Herrn v. Loebell, der Roeren im Reichstag bloststcllte. Wenn das Zentrum noch in der Lage wäre, der Regierung ein kaudiniscli-es Joch aufzurichchen, dann würde Herr v. Loebell sich unbehaglich suhlen müssen. Jetzt aber wird er durch die Grobkörnig leiten der Zentrumspresse nicht int mindesten aus feinem Gleichmut gebracht werden. Ucbrigens besteht ein Unterschied zwifd-en Zentrums presse und Zentrumsfrattion, was schon bei früheren Gelegenheiten offenbar wurde. Die parla- mentarischen Frihrer dürjteit es wohlweislich ablchnen, sich den Ton der „Gerntania" anzucignen, denn die Regierung braucht das Zentrunt keineswegs in höherem Grabe, als für das letztere eine „Verständigung" mit dec Regierung sich empfiehlt. In der Zentrumspresse wird es ja noch geraume Zeit iiaajgrollen, es ist sogar wahrscneinlici)!, dojst dies von Partei wegen nicht ungern gesehen wird; doch im Reichstag dürlle man die Register des Spottes erheblich herabstintmett, schon weil dort die „Rcsonanz- verhältnisse" andere geworden sind. Auf die freundlichen Hünde- brüde von Zentrumsmännern werden diö Herren am Regierungstisch freilich verzichten müssen. Unangenehme Gäste. Man schreibt und aus Leipzig: In der hiesigen Studentenschaft herrscht eine grast: Erbitterung gegen russische Kommilitonen, die fid) in intensiver Weise an der sozialdemokratischen Agitation bei den Rcid-stagswahlen beteiligten. Sie haben den Sozialdemokraten sogar Schlepperdienste geleistet! Das ist in der Tat ein starkes Stück und ein unerhörter Mißbrauch der Gastfreundschaft, die sie in Deutschland genicjsten. Was würde wohl reiä-sdeulschen Studenten geschahen, wenn sie eine der Petersburger Regierung unangenehme politische Partei in werl- tätiger Weise auf russisdMN Grund und Boden unterftützlen l Die russischest Bchördon wurden sie siä)-er weit härter atS durch bloßc Ausweisung bestrafen und ihnen lvahrscheinlich einen längeren Aufenthalt in Sibirien zudittiarcn. Wenn wir so grostherzig sind und Ausländern Gelegenheit geben, die hochstehende deutsch. Wissenschaft an der Quckle zu studieren, so können wir verlangen, bag sie sich nur als Gäste fühlen und sidj demzufolge auch ausführen. Dazu gehört über in erster Linie das strenge Fernhcllten von dem polillschen Getriebe in Deutschland. Zu Hause mögen sie in Politik machen, soviel sie wollen, an den deutschen Hoch sä-ulen aber haben sie zu studieren, und lt>enn ihnen das nicht pastt, so steht es ihnen ja frei, Deutschland beit Rüden zu kehren! Unvernünftig benahm sich auch hier die Polizei. In der Mahlnacht versuchten 500 Studenten vor dem Voltshaufe patriotische Kundgebungen zu veranstalten. Sie mürben aber von der Polizei zerstreut, worauf dre Röenge nach dem Bismarcldenkinal zog. Auch in Därmstadt ist gegen zahlreiche auslän- b i i d> e S t u b e n t c n ber Hochschule, die bei der Reichstagswahl berSozialdemokratieSchlepperoienste leisteten, ein Ausweis ungsverfahren eingeleitet worden. Eine sozialdemokratische Stimme über Agrarier-Unterstühnng. Die sozialbeui okratische „Mainzer Bolksztg.^ schreibt in ihrer Wahlbelrachlnng: ^Tcr Wahstaiiips ist unS ungemein erschwert worden durch die mehr als merkwürdigen Tcchiel mechte l umercr Geuoiicu in Bayern mit dem Zentrum und Bauernbund. Daß infolge diesec- Üich. andelS in Ansbach dec Demokrat Prof Quidde einem dauern- bündler zu», Opfer gebrachl wurde, ist gerade ein Schandflcä In der Gcfch chkc unserer Partei. Unsere Parleipresse entrüstet,ich dar über bah Konscrvaiwe von Freisinnigen gegen me Loziawcuiolralen uiuctftübi wurden. Sicherlich nut Recht. Aber, so fragen wir, sind denn die Wahl- geschälte unserer bayerischen Partcigenoff.n minder verurteileuswertt? Wir werden noch Bcraulassung neymeu, eingehender an; diese Frage zuiückzulouinien, wollen aber jetzt schon feslstellcn, bah das Ansehen unserer Parte» durch o a s offene Paktieren mit Ultra, montanen und B a u e r n b ü n d l e r n schwer gelitten hat. Lb uno inwieweit die Taltst der Bayern auf unseren Mandala Verlust üi Darmstadt von Einfluu war, bLibt noch zu nuurmchcn." > aty bt’ii Ma!)len. Die ,Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter dem Titel „Ter neue Reichstag": Die pattiomchen Kundgebungen vor dem Königl. Schlost und vor dem Hanse de» Reichskanzleis haben gezeigt, dast die Bevölle- rnng Berlnis sich über bie Bewertung bei '2x5aI)lcvncbntffe jo’ou flnr war. ^.tc iveubtge Genugtuung, ivclche Tausende m nolionnler Begeisteiltng lind zum Kanzler drängte, luirb im ganzen Reiche gete'lt. -tie ^uchwahlen hielten, was bic Hanplivahlen uciipradjcii. *n'-’ bebau Ictiicv langen Erörterung. Eine kurze nüchterne Be- trachtung mag nur bestattgen, ivas jeder so'ort fühlte. Am vorigen Reichstag belasten die Parteien, ivcicße die kolonialen For» C 1 ■* UUt U7 rabha n gig i st. Das Zent r u m .virb tun tin n t ui t mcljr in ber tilge sein, mit Hütte ber stets negierenden ym.-nen du co,; ia l b e m o t r n t e n und Pole n eine '1)1 e h i° Qett zu bilden. Es hat kunitig m nationalen Fragen nicht mehr,j wie bis jetzt, die Wahl zwischen Gewähren und Versagen. Wer diese seine bisherige 'Diacinflcliung als schädlich empfnnb, darf heute bcueir an atmen. Das Zentrum kehrt zwar sogar um einige Sitze verstärkt in den Reichstag zur lick, aber es kehrt zurück in einen anderen, in einen national erneuerten Reichstag. Tiefen neuen Reichstag gesebasfen zu haben, ist baS Verdienst des benifchen Vürgerluins. Nichts ist bezeichnender für die hinter uns liegenden Wahlen als bie nationale Geschlossenheit, mit der die bürgerlichen Paileicn, vor allem in den großen Städten, an bie Urnen getreten sind. Eine weitere Cclnvächung der sozialdemolrakischeu Fiaktion ist gerade durch bie Partei verhindert worben, die sich bisher als 'eslesles Volliverk gegen bie sozialbemokratische Flut zn bezeichnen pflegte. Wir glauben, das; biese Haltung des Zentrums nicht ohne Ruckwirkimg aui bie Stellung ber Parteien bleiben wird. Ter Sieg ü b e r b i c Sozialdemokratie t ft erfochten ohne, ja gegen das Zentrum. Umso ehreiwoller ist das glänzende Ergebnis für die Sieger. Freuen mir uns des Erreichten nilb arbeiten wir an der Slcherilng und Belesligung des errungenen Gutes. Der König von Sachsen hat in einem an seinen Staatsnnnisier Grafen Hohcnthal gerichteten Telegramm seiner freudigen (Genugtuung erneuten Ausdruck gegeben, und hierbei auch danlbar der loyalen Gesinnung Erwähnnng getan, die ihm in vielen Hunderten Depeschen bekundet worden ist. Er richtete ferner an den Oberbürgermeister von Dresden folgendes Telegramm: „Dieme Freude, mein Stolz über meine lieben Dresdener ist groß. Größer noch mein Taut für die patriolische Aufopferung vieler ausgezeichucter Wimmer. Es ist ein Vergnügen jeyt zu leben." Ter Zentralverband deutscher Industriellei uchlete eine G l ü cf tu u n sch ad re s f e an den Reichskanzlei iliid knüpsle daran die Bersicherling, bast der Zeniralverband es als eine seiner ernstesten Pflichten ansteht, den Reichskanzler wie bisher so auch künslig im Kampfe gegen die Sozialdemokratie mit aller Kraft zu unlerslützen. Der doppelt gewählte Abg. v. Czarllnski hat sein ReichslagSinanbat für Böre>chcn-Plefchen-Iarolschm abgelehnt. Tie Neuwahl findet am 12. Febtuar stall. Tie »Franks, ßtg.* * meldet aus Strastburg i. E.: Gestern nachinitlag lam es zu wüsten Au sichre Hungen. Sozialistische Vollshaufen, unter denen Schiltknaben, halb- wüchsige Burschen und bie Arbeitslosen einen starken Prozent- satz bilbclcn, zogen johlend durch die Stadt und rissen gewaltsam die leinenen Plakate, welche dazu nufforberleti, Bürget zu wählen, von den Geschäftshäusern herab. Hierbei iam es zu Reibereien und Prügeleien, in welcher die Sch ii tzm a n nsch a ft, bie mit Schneeballen traktiert wurde, einzeln nichts a u S r i ch t e n konnte. In Port ist (Königreich Sachsen) verschwand der Kassierer des sozlal dein okra11jchen Reichstags- iva hl Vereins, Holzarbeiter Braun, mit der Kass e. Ter schlesische Grossgrundbesitzer von R! a ch n i - O ck l l tz, der sich vor ber Reichstagswahl als nationaler Katholik in einen Gegensatz zu der osfiziellen ZenlrumSpartcl gestellt hatte, ist voin Wahlkreis-Komilee der Zentrumspartei ausgeschlossen worden. Angesichts einer Aufforderung des SDb er bürget« meifters von Köln an die dortige liberale Wählerschaft, die Zentrums-Kandidatur Trimborn zu unterstützen, erklärt die sozialbemokratische Rhein. Ztg., es sei zu untersuchen, ob der Oberbürgermeister als (5hef ber städtischen Polizei-Brrwallung, also als Staatsbeamter nicht einen u n- ;>esetzllchen Eingriff in die Wahlhandlung unternommen habe. Wäre diese Frage zu bejahen, so würde das Borgehen des Oberbürgermeisters zu einem wirksamen Wahl - Pro - t e ft Anlast geben, umso mehr, als die Aufforderung nicht ohne Erfolg gewesen sei. Presjstimmcn zu den Wahlen. Die deutschen Parteiblätter knüpsen vielfach Wünsche über die künstrg cinzuschlagende Politik an. So sagt u. a. die „Nationalztg.": An dec Regierung wird cs nun sein, die neuen Möglichkeiten, die ihr bie Wahl bieten,, klug zu nutzen. Mit aem — heiullich oder osten — foitixmcrnbcn Groll des Zentrums wird sie zu rechnen haben. Tut sie das aber, so ergibt sich das .'wertere Verhalten von selbst: es ist alles zu meiden, ivas die emp,rndlld>e, ko n s e r v a t i v e-1 r b e r a i e M e h r h e i t aus ein ander treiben könnte. Ja, man kann fid) sogar eine l’iug abwagende Politik deuten, die pmnmastig daran arbeitet, dreie loacre Mehrheit zu festigen. Warten wir ab. W.r haben oas unserige getan, an der Regierung ist es nun, das ihrige ju tun. Die „Boss. Ztg." bemerkt: Tie vielerörterte „Gfamtbürg- schaft der burgerlla-cn Linken mit der Sozialdemokratie ist von oer Wahlerfchast |ü|t Qllcntljaiben abge.ehnt worden. Auch haben fid) die von Parleiteitnugen ausgegeveiien Stidnvahlparolen über- ioregend als unwirkiam erwiesen. Die Wühler gehen zumeist ihren eigenen Weg, ohne sich einer Marschroute zu fugen. Nun aber, da der Kamps voraoer ist, toirb das liberale Bürger- t u ni gut tu n, sofort aufs neue an bie Arbeit zu gehen, feine Organisation auszudauen und seine Mannsatasten zu per st är le n und zu sd)ulen. Weist doch niemand, ob nicht in verhäitnism.chig kurzer Frist abermals Neuwahlen c r s o l g c n werden 1 Das „B erl. Tag eb l." sagt: Die Waffen, die in diesem Kampfe allein zum Siege führen, sind vollste konfessionelle Gteid>- verechtiguiig, Freiheit und Kultur. Will fid> die bicgicrung ihrer bedienen., >o wird fie auf die Hülfe der liberalen Wähler rcüjnen können, die gerade bei den jetzigen Wahren gezeigt haben, dag iic keine zu verachtende Gröste sind. Tie „Polt" schreibt: Das dentso-e Bork hat wieder einmal gcseigt, büß es in feiner grosten '.bcehrheit nod) der tap.eren yibnen wert und würdig ist. D^r Ueücriiiut der Revolutionäre Ut gch^mp,t, aud) ihr im Reiaistag od geübter Terrorismus i!t nicht ineljr möglich, beim sie Haven nicht mehr die Starke erreicht, daß ste ohne ireuibe Uiiterputzung AilträPe au, nament- Uüje Absttmmung stellen können. Tie „Deutsche Tagesztg." führt aus: Der Reid)s- k a n z l er wird zwar keinen gefügigen Reichstag haben, aber doch einen weit bequemeren. Dem Liberalismus Z u g e ft a n d n is se zu machen, die iniicrlidy nicht begründet linl), liegt lürujn n i d} t bic ininbeftc Veranla.sung uor, da die Erfolge ber liberalen Parteien sehr durstig find. Am allerwenigsten dar, ihn die Neuwahl etiua aazn beweg en, die wirllscha.tspvritischen Bahnen, b.e er bisher gegangen pt, zu verllis,eii. Das hat t.otz des Lrotwucher- gefchrciü uiid des Fwiichnotrumme.s bewie,en, dast cs mit der ^olitil' der neuen Hmwe.sverträge zu,rieben ist. Es wäre das rorichfie, was getan werden lonnte, lueim man diese Politik ver- IQliC-t oder abfirpoäd)cn wollte. Ebenso weiwet f ich auch die „Kreuz ztg." gegen ein etwaiges Eiiifchweiiken der Regierung nad) linrs, da Re Ersolae des Lllveralisinus leine übermäßigen seien. ^l.1,tQUia" '^r.ior: Nou) so viele zitatengespidte JJciltniinu..i.-i.b.ii_ oermogen oie Datfache Nicht aus der Wett zu veitufchcn, daß er dem Zentrum gegenuocr cüic Nieder.age e.lilten iwt. Wcro man enbrich aud den Wahlen lernni. Wird insueibiioere bie j.eguranß ctibaü; euiie.-cn, vag Rr tatboiiiche ^ot stell, der ImiLr de n leiiirum w, sich nicht tz" Sette fchieben tu bi, iDLvj.it e..t o-utar i>t, mit dem sie rechnen muß? iJer Malier fprach ui der tepten lllaatt von der alles überwindenden Macht, die au5 dem einigen Zusammengehen der Kvnfessionen erroad^fe. Mochten alle, bic es angeht, baä im rechten Sinne verstehen -und beherzigen. Wir würden es als das schönst« Ergebnis des beendeten Wahlkampfes freudig begrüßen. Die Eldmenceau und Pidwn nahestehenden fränzösischer Organe heben hervor, dast Fürst Bülow in allen die nationalen Interessen berührenden auswärtigen Fragen an dem tim,tiger. Reichstage cine zuverlüs'ige Stütze haben werde. Ob das deut.che Kaiserreich nad) dieser für seine icrncrc Entwialung überaus wich, tigen Wahlperiode den Frieden nad) außen bedeutet, werd: wesentlich davon abhängen, inwiewett das Zentrum, in beneu Reihen der Hast gegen Frankreich sich am I>artiiäaigften erhalt, auf die Entfalließuugcn der leitenden Streife Deutfüllands Ein. stutz zu gewinnen vermöchte. Der Pariser „.ul a t i n" sd-reibt: Die Unterstützung, welche die di e g i e r u n g bei den Freisinnigen gefunden hat, muß sie audj anerkennen, entweder indem sie den Ll ide. raten Z u g, e fi a u b n i | । c macht oder inbein sie den Liberalen einen Ante il an der Regierung bewilligt. Der „Matm" Ut ber Ansicht, der Reichskanzler haoe ferne Vvrticoe |ur die Liberalen, und die F r e u u b i d; a r t werde nicht von Dauer sein. Nach einer gcouhrenden Panse werde wieder bie Aussöhnung mit b ein Zentrum criolgen, in der Zivi. fd-enzett werde man die Liberalen ans nutzen. „Libre Parole" jrcut sich uoer den Erchig der deutschen Katholiken, weld/e bte Herren i m Reichstage seien und die deutsche Politik beherrschten, obwohl sie eine Minder hell bilden. Die Wiener „N. Fr. Pr." sagt: Deutschland darf nicht getäuscht werden, D ent sd) land will cine liberale Politik, bic ein jo gro^r Jii0uftrlC,taat bruigeuö braucht, iss kann nicht länger von L a n d p s a r r e r n und oupreuß, ^littergutöbeiiljern regiert werden. Wenn die,eS Be- oürstiis nicht beschreunigt toiro, so must Deutschland loieocr in den LiadikalismuS zurucrfallen, bur slennzeichen bet Wahlen von 1DJJ war. Die deatfd-c Regierung und ber £>eul|üje Staiier toeroen hoisenllich den Wink des Schidsats vernehen, das ihnen noch einmal bie Gelegenheit bietet, das Deutsche Reich nach seinen wirklichen, aus den innersten Lebciis- trieben ciitivringcnbcn 2öebürliUfien und nicht gegen seine Bedürfnisse z u lenken. Deutsche» Aeich. Berlin, 6. Febr. Heute machten ber Kaiser und bü Kaiserin mit den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert einen Spaziergang im Tiergarten, später machte das Kaiserpaar einen Besn ch im Noichskanzlervalais und stattete ber Fürstin Bülow Glückwünsche zu ihrem Geburts« tage ab. Der Kaiser hatte banad) eine Besprechung mit bem Fürsten und empfing im idJitigl. Sd-losse die Arbeitskommission für das V o l k s l i e d e r b u d- für Atännerchor. In der Audienz sprach d e r K a i s e r lange und eiugeheno über bie Bedeutsamkeit des Volksliedes, dessen Hohen erzicherisd;en Wert und dessen Pflege in der Sd-ule. Er rüljantc bie Vorlreffrichkeit bes Wiener Manncr-Gefangoereins, beit er beranntlich im Winter im Schlost gehört hatte. Bei bem Empfange nahm er bas erste Exemplar bes Lieberbud)es entgegen. Ter Kaiser verlieh bem Vorsitzenden der Kommission Wirkt. Geh. Rat Frhr. v. Liliencron die Brillanten zum Rolen Adlerorden 1. Klasse mit der Krone, dem Pros. Felix Schmidt und dem Verlagsbuchhändler Hinrichsen- Leipzig den Kronenorden 3. Klasse, Pros. Friedländer, Gymnasial- Proscs,or Botte, dem Direktor der Singakademie Sä-umann, Prof. K^retzschmar und Mein Musikdirektor Ferdinand Hermined den Roten Adlerorden 4. KlasiC, dem Komponisten Hegar-Zürich und dem Ehrcn-Ehormeister Kremser-Wien fein Bild. — Der uationallib. Landtagsabg. Langhammer-Ehemnitz, ber bisher anderer Ansid/t war, erhärte jetzt, der Ausfall der Rciäss- tagswahlen in Sachs en habe ihn überzeugt, dast auch hier das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Landtags-Wahlrecht durd/führbar sei. Ausland. Ko pell Hag en, 6. Febr. Zn der heutigen Sitzung des Folkelhings bejolite Finanzministcr Laven die Anfrage, ob zurzcu zollpolitis che Verhandlungen zwischen Dänemark und Deutschland geführt würden. Brüssel, 6. Febr. Wie die hiesigen Blätter initteilen, hatte der Wagen, in welchem der König eine Ausfahrt machte, einen Z u s a in m e n st o st mit einem Trambahnwagen, weil der Kutscher das Klingeln des Trarnbahnführers nicht gehört hatte. Die Deid-sel des Königlichen Wagens drang durch die Sd^cibcn des Trainbahnwagens, ohne dast jebodj Personen verletzt wurden. Der Sdönig erlitt cine heftige Erschütterung und wnrdc gegen die Rückwand des Wagens gcsdsteudett, erlitt aber sonst keinen Sd-aden. Konstantinopel, ü. Februar. Gestern abend wurdi in Pera gegen George E tz r i st i t s ch, den unehelichen Sohn König Milans, ein Dolch-Attentat verübt. T ie Wirkung des Stotzes wurde jedod) dadurd) aügesd)lväd)it, dast der Doldi ein Notizbud) traf und dadurd) die Verletzung sich als unbedeutend herausstcllte. Die Vkotive sind unbekannt, dod> zirkulieren allerlei aüciitcuerHd)? Gerüchte. — Gegen F e h i m Pascha, dem Generaladjuranten uni Chef der Geheimen Polizei, dessen Bestrafung ber deutsche Bot- l'd^aiter wegen räuberischer Wegnahme einer inzwischen freigcgebeneu beutfdjen S d) i f f s l a d u n g verlangt hatte, wurde auf Befehl des Sultai^ Un,kersudsjuug cingeleitet die fiel) aud) auf bie sonst von Fchim Pascha seit langen Jahren begangenen Verbrechen erstreckt. Fehim wurde einftmeilen untei Polizeiaufsicht in seinem Hache gestellt. Seine Truppt wurde ausgelöst. R e w y o r £, 6. Febr. Tie Norih-Kommifiron veröffentlicht die Grundzüge eines Vertrages, der der Bundesregierung unannehmbar ersd-eint und zwischen bem deutsd m Botichaftei Frhrn. v. Srcriivurg unb dem Staatsseiretär Root unmittelbar verhandelt werden dürfte. Die Bundesregierung erwartet zwar nicht die Ratifizierung dieses Vertrages durch den Senat, hall cs aber für nuiglid), 'özast ber Vemrag ratifiziert wirb, weil Storch als Hochsu)Utzzbllner ihn Lwpfiehlt uno weil ber Vertrag keine Umweisung bes Dinglcy-Tarises erheischt. Neues aus Rustlaud. Ter Zar bestätigte das kriegsgerichtliche Urteil gegen Sldrniral Siebogatolv und bie anderen Mitangeklagten Seeoffiziere, nach dem Rebogatow zu zehn Jahren und die onbeicn Offiziere zu einer Feillmgshaft uon ver- ichiedener Tauer üenitiedt worden sind. Bis heule wurden 1 4 2 3 3Lahlmänner für b 11 Sn ma gewählt, darunter 389 Rtonarchiften und diesen sich anschlietzc'lldc, 239 Geinätzigie, cinschlicstttch 145 Oktobristcu. 498 Mttgticder der Linien, emschlietztich löu Kadetten. 4S Rauonclltttcn, cinichlleßlich 3u Polen, 13 zioitiiiljche Juden, 151 Partcilosc, folvie 97, deren Stclllingnayinc noch un< betanill in. Der „N. Fr. Pr." wirb aus Odessa telegraphiert; itigen Sitzung bä Anfrage, ob juiK- d)en Aänrmai Blaitll miltcila ic AuSsahrl M ^mbahnwai" chnsühierS Mi gagciis drang K jaß jedoch PeW tigeErschü- Wagens geschlc» *tn -°-»d * n uneje'i*’;-. ». t'V-t Ä d°d d-- «' M seit langen jy, serne tijiton #ewfi*2 * .Zmü>esreg^ •c -> -n i'rWUt^ **• rü) • , wird. * E aö weil ifd£ °>°»“’t »«II WÜ’I1 csjx b11 »'“""„V1»"^ lll‘n' ßfl»< 3 •" vagt In Odessa ist sehr ernst geworden Anarchisten über- fallen täglich Po 1 izeiwachc n auf ihren Posten und er» schieben sie. Die TSugkeit der „Schwarzen Hundert" greift immer mehr um sich. Beivai'fnete drangen in daS Bureau der Partei der fricblidcn Grncueruno und nahmen von dort gcwalt. sam die Partcilisten und 10000 Rubel mit — Die „Voss. Zig." meldet: Die Meldungen ouS Cbcja über offene Schl achten, die vor den Augen der Polizei von der logcnannicn „meisten Garde" bco LcrÄandes be-j rui-iidxm Bolles auf bet 2trabe friedlichen Bürgern geliefert werden, lasten alles hinter sich, maß bißper darüber bekannt ist. Tie AuSi'elrreitnngen haben tinge- ftaubenrrmaben ben Zweck, die oppositionellen Wühler einzu- schüchtern und zur Wahlenihallung zu zwingen. General Kaul- barS gibt auf Besd.'warden bic stereotype Antwort: „Wenn Sie mir bic S^mldigen hierl-cr bringen, luetbc ich sic zur Berank ivortung ziehen." Die Erfüllung dieser Bedingung ist aber unumglitb, ba die Polizei die Mitglieder deS BerbanbcS bet tufiiiaien Volkes ziemlich unverhohlen in Schutz nimmt Zn Kursk würbe der Grundbesitzer Prellen, ein eifriger Agent der Lktobristcnparlei, in feinem Arbeitszimmer ermor > bet; auch fein Lrencr erlitt Berletzungen. Man glaubt, dast eß sich rt t ein politisches Verbraten banbdt, da Geld und 6d)inud|iude unberührt blieben. Dor DLirdern, die an Zahl drei waren, gelang cd, zu enthi.iuncn. UltitüV >» c«'.- ™nüffa5:- JJ bebeut'?5 ^5 hum, ^titfcanbj^ i'e Untet^ ®e ?. fleiunu» L’ r |lc dcu v ?- h< ben v^)u 9t. ft. - «i<3 »; ,Wcti* Wieher l?£u, in ? “ben. ütt kutiie ;lü,®tQ9e ita l| obuvhl |it ti tidjlanh barf ni^ cJne libtiaii b(lll8tiu> buu» £J.U UNd DWpfc.j wenn bitits fr bununö iDitutt u 5 ilennzeuhrn be \tun9 unj bc l,if des jenlxit bieLti, ■ untersten teixui 11 gegen fein Kaiser und bt uö Äüalbru eina s Kaiserpaar tinti und stattete bc rem Geburtl. i9tcd)uiig mit ba Ärbeitslommisjin r. 2n bet 'Jliibioj iber bie ticbeutjan' hcrisäM Wett L yortrefiiidjleii k< llich im Winter b i et bas erste trpr- : verlieh btm -rr- ;rhr. v. üilitmtr lsse mit der Mror ; Händler yintidit? ilänbei, (Sömnaiu.- ie Lchumann, K- and öennineb bc i tzegar^uriih Di Silb. mmer-ishE kr tefall m*»* ba& aud) hin ‘4 d ebeiint l'anb 2hi* SlciSt ttnS Land. Gletzen, ben 7. Februar. •• Der FinanzauSschub der zweiten hessischen Slmmnci Geriet am llllillivoch bic lltegieiungSvoilage über ben Aus» gleichsfonds und wird heule bannt focljabren. •• (feine Sitzung des Provlnziat-AuSfchuffec findet am Ntilttvoch, 13. ds. M1S., vorn,. 9 Uhr, mit folgende LageSordnnng statt: 1. Beschwerde befl Hausdieners I. I. Heil aus Heidelberg gegen Heranztehung zur Gemeindesteuer in B a b - 91 a u l) e i m. 2. ReichütagSwahlen 1907; hier (feiniucnbung gegen bie Bollständigkeit der Wähler '.isten zu Lollar. 3. Gesuch beS Wilhelm 2)1 qar 11 zu Homberg a. O. um Erteilung eines Wandergewerbe- s ch c i n s. Landesuniversität. Der ordentliche Proscssor der inneren UJicbijin an der Union fität Basel Dr. Bor, hat den an ihn ergangenen Öiuf als Nachfolger für Piosefso. Dr. Moritz anQcnommen. •• tüten des WahlhnmorS. In Langödor! wurde bei der Ltichivahl folgt „der Zettel abgegeben: Ihr meine lieben Wähler! Heut machen viele den gehler, Tau sie wallten Naht e r. Tie geben ihre Summe einem Manne, Ter sich dreht ivie eine W e l i e r i a h n e. H c h 11 o e n |i a c ö t ist nur doch liclur, Ter leibet wenigiienS nicht an 'IMciu cifiebcv. Ein anderer Zettel lautete: Zhr Herrn vo bc Woahl, Aich will ud) verzehn, Teau aid) Z.'s 'Dlmna lln die aalt Mageties luehiu Tann dovo kann aid) ud) lest überzeuge, Wann bäi zwo ihr btefae Mäuler osfreigc, Atiist dr ganze Steichbtag fid) neige. In Dau bringen ivurde der Hauptmann von Köpenick .ein'stimmig gewühlt und dein Wahlzettel das Bild des Kandidaten beigesugt. □ Lollar, G. Februar. Der unter bem 2. dö. Mts. bereits gcmcldcte E in bruchsdicbstahl im Pfarrhaufe zu Kirchberg ist, wie es sich ljciaud|.cllt und nach dem Berichteten scheinen könnte, dod) nicht harmloser Natur, sondern reckt ernster Art. Gr wurde auf sehr kal.blütigc und große Hebung verratende Wesie anSgeftihrt. Der oder die Diebe stiegen in den Ilonfrrniandcnsaal durch cm Fenster ein und erbrachen die BerblnbuilgStur, bic nach dem eigentlichen Pfarrhanie führt. Hier wurde daö uerfdjloffciic Buffett im Wohnzimmer und der Schreibtisch im Amtszimmer mittelst Dietrich ohne grvstc Beschädigung geöffirct und die Opserbüchscu der Kirche crbiochen Der tut AmtSZ'miiicr liegende, sonst wachsame Hund, wurde auf unerklärliche Weife besänftigt, er schlng nicht an. Wern wurde übciHaupt nicht getrunken und Estwarcn nicht mitgenommen, dagegen stillten die Diebe an gefundenen Lebensmitteln ihren Hunger. Heber 200 Mt. fielen ihnen in bie Hände. Es wurden alle Raume deS HauscS geräuschlos durchsucht mit Ausnahme der im zweiten Stock gelegenen Schlafzimmer, in welchen die Hausbewohner fchliesen. = Staufenberg, 6. Fcbr. Unser dem Turngan Hcsien angehörcnbcr Turnverein beabsichtigt, sich emc BereinSfahne anzufchaffen, deren Weihe noch in diesem Jahr mit einer grösteren Festlichkeit begangen werden soll. Grünberg, ü. Febr. Daö bei unserem Nachbarort Münster bclegcuc, feit langer Zeit außer Betrieb gesetzte BraunkvhlcluBclgwcrk „H.sfcubrÜcker Hammer" wurde an Bergwerks Unternehmer Alfred Kallenbach in Friedberg Der- kauft. Es wird fofort mit Abtcuiungen begonnen werdeii. hinter dem neuen Besitzer steht ein kapitalkräftiges Institut. Bekanntlich wird noch im Frühjahr 1907 mit d.n Bor- bereitungen znm Ausbau der Bahu Lich-Grünberg begonuen, deren Prosperität wescutlich von dem Betrieb auf diesem Bergwerk abbängt. Da auch verschiedene Eifenftcinlager an der Strecke in Angriff genommen werden sollen, wird die Bahnlinie recht rentabel werden. W. Schotten, 7. Febr. Em origineller Stimm- eitel kam bei der Stichwahl ans der Wahlurne zum Vor- chein. Er war nicht größer als vorgefchrieben, aber beider- eilig beschrieben und obendrein noch illustriert. Tie emc seite enthielt nachstehenden Bers mit entsprechender Illu- tration: Wer schnicistt nach meinem Zakobsohn Und ivuit sogar den fleinen Eohn, Wer schonet selbst den Gduetn nicht Und hei gl den ZUicknck Bösewicht, Ist nichl mein Mann; ich sage nein I Ten wähl ich nicht, tollt mir nicht ein. Tie andere Seite, ebenfalls mit entsprechender Illustration, trug den Bers: Stolz wie der Held von Waterloo Seht hier den (lernen Perteo. Er reuet vor der Tete her. Rach Schotten bringk er's Militär. Tas ist der Mann, der mir getollt Und auch von mir die Stimm erhält. Mainz, 6. Febr. Bor Eintritt in die Tagesordnung ter heutigen Stadtverordnetenversammlung gedachte Oberbürgermeister Dr. (Nöttelmann des verstorbenen Seniors des demokratischen L'crcinS, des langjährigen Stadt veroidneten Wilh. Ufinger. Ferner beschließt die Ber sammlnng den Erlaß einer Polizeivcrordnung znr Berhütnng von Tierquälereien besonders bei der Errichtung von 'Neubauten bei Ausführung der Erdarbeiten. Durch die Zunahme ber Berö-kernng hat die Zahl der Kinder derart stigcnommcn, daß sich die Stadt gegenwärtig in einem gern i ff cu Notstand in Bezug auf die Errichtung neuer Schul lokale befindet. Es wlid deshalb beschloffen, vorerst sechs neue Schulklassen in verschiedenen Teilen der Stadt zur Unterbringung der Schulkinder einznrichten. Die Straßen, und rianallantosten in dem neu zu errichtenden Ban gebiete bei den Forts Karl nnd KanhaiiS belaufen sich auf 615700«Mk. Bon dieser Summe entfallen 3öö4oO Mk. auf das Reich. Tie gesotdertc Summe wird bewilligt. (Frkf. Zlg.) h. Frankfurt o. M., 6. Fcdr. Prinz und Bringe ssin Heineicki von Preußen sind heule früh ouö Kiel hier emgehoffen. Nach Einnahme des Frühstücks bei der Prinzessin Friedrich Mail von Hessen fuhren sie nach vom bürg, wo sie in Ritters Park-Hotel Wohnung nehmen. Sic bleiben etwa 2 Wochen m Homburg. Tem Punzen ist infolge eines überstandenen Influenza-AnfalleSLuftveränderung empfohlen. — Heule nachmittag 4 Uhr unternahm bei ohysilalischc Verein von der neuen Gasanstalt ui Offenbach eine drille wissenschaftliche Ballonfahrt. Sie sott die ganze Llacht hindurch bauern, um wissenschaftliche Beob- achtungen vorznnehmen. Vcrmifd^tcs» * Thea tcrfprache. Tic Theater sollen vorbildlich nicht nur auf der Bühne, sondern auch durch ihre Zeitei und {onfügen Änschristen mirfcu. '.\b.r nur fpürüci) snid oic utiolgc dcS ~pruu> vereins auf diesem Gebiete. Roch i nnrer hat an vielen ^ijcaUrn Billet bie H.rrsd)as1, obivoIX Karte uich EüuritlS^ine sich uci anderen cucufa jumed cingcuurflcrt haben, wie au, den mciitcn Zahnen und 'Ctrajeitbil/ncn u;e Fahrlurte und der Fahr>a)eui. — Für diveperkoirc in Svielplan zu enipsch.cn. Licstach licii man ch per wir ohne Akzent und ohne Schluß-c, womit wohl die ^indcui.chiiiig bc.) fcltoncn Wortes bcuosichtizt wird. Bei Bureau tobt lit.; ii'l«. : ^u,tciu.acue . •. i c.il,.. jto.jcn, weil Dienst- oder GeschäilSLiimncr bem Btole uiü-t reujt in den Mund will, aber oer „svielplan" ivurde cuniij ciniüuat sein und hat sich auch lu)on vieliiK eingebürgert, ivie die u.rit* ooer Urauslührung statt o.r Prem irre. — <,cl}e gu'chr'.i^ 1 t suh.cn iiu> die chiunkvestnseuen, löcnn sie eine Soiree — auj d.r der böse Bottsniund üder-i eine S . . . crci n;.G,t — cd r eine Uiatuiec besuchen tonnen, wahrend bic Adeildi.ii. crh..d:mg, bai ce> .ste,r und die Mdraenausflihruiig ihnen nia.td bciunbercb wäre. Und wie od genügt auch txw ein- >ache „Abend"; Liederabc.id, Soici.’Luib usw.! — Sehr gcljüacn ।nl>li sich, i '.ich mai?______ 1 ciin ec Cuien reservierten '43lab ein» nehmen b.irr, »u'nb ivenn ihm aut ehchstirchtöddller Verveugniig vcrsiwert luda: „Siwiec P.ao ist i-e SiC re,crviert!^ Anders- wo aber ha. sich der l>oruei).i.tcac Plah, z. B. im Stadlgarten zu Karlsruhe, gut cingciül)it, und an anderen Orten der „be. stellte" Plah. -- Unsere V.eu ^tagöabgcordneten erholen sich in bec Wandctt-allc, warum müfien bic-j bi? Tlieatervefucher noch immer im Foster tun, dessen Bu.ett, statt Sä-enklisch, in den Pausen so anziehend luirlt? * Kleine a g c u) roui I Durch Ncvisiou ist fcftacitc'Ji worden, das; U u l c r s ch l a g u n g e n bei ber Grabo >ve v Spar- u n b T a r l e st u S k a j s e iRaifseiscn) 40O00 ü)lf. bc« l »agen. Ter ungetreue Mauicm ist bet eit» vor einigen Wochen im llnlerillchtingcgetongms gestorben. — Grostc öälfdiungen sind a» ber ö r } c z u P iins festgestellt worben. Für 80u DUO Francs waren Cflbal)n-\’lfucii ui Hmloul gesetzt worbtn, ohne bau be- mevü wurde, das; bic Tuet ge ätscht waren. — Zn Anlwerpen würben au» ber Diainautschielseret von van Taurine D i a in a n - icn tm Wer le von l>2 UUO Francs gestostlcu. Tic 1 ininamen ivarcn ungesdstissen. — Julolge lYinaimen» von Kostlcngajcn er- slidicn ui Grost-Slai.e-k tPojcn) bet Art euer Basta unb feine The'ran an istrein Hochzeitstage, ebenso tarnen zivci Miubct um. — Un Hennen (tiiiau) gericl m bet Wohnung der Maurcr- estelenle Hcrinaiin bic itostlenkislc in Brand. Zwei Kniber und in dein Qualm c r II t cf t. — Zn Wo11 ga «zen wurde der Gasiwirl Wölflin von einem Z a g d g c n o s f e ii ans Uiworsirsttigkeil erschollen. — In Hamburg nastin bie Bürgerschau bcbaltclos den Antrag dc» Scnaie» < n, I 0 00V Mark nir bic butd) bic Webe n e r K a t a si r o p st c Wo chadigien stcrzripebeii. — In '21 n t - ui c r p c ii en igle mc am dem Hauptbahnboic cm Waggon dritter Mlo|ie eines liersoncnziiges. Ter Wagen lestliig um unb bic UU Juiassen ivmbtn bürest einander gemeinen. Mehrere Pasjagicre trugen schwere Bcrlctzriiigen davon. lhiivcrtatät562Znd)vid)tcn. — Wie uns au» Got11nge n gcnieldet luub, stat der aiistcr- ordenllichc Proiesfot der Analonie unb Broiellor am anaiüinifdicu Zustniit an bet dortigen Universität, 1-r. End) Na111ns einen •Jim als ordcnilichct Pro est'ot unb ^irellor bes anaiomiichcn Zn- iiituls an bie Universität Wreilsioalb erstatten. Bon lbU2 bis "lb‘J4 war er A|si|teilt am v)öttmger ai'.aionriichen Fiistitut, lolqic bann einer Berm.mg als Proiekior naü) l'> i e b e n unb würbe spater Proielior am aualomijcher Institut m Göttingen. (Scvid^tsjaaL Hannover, 6. Febr. Tie erste Llraflainmer hab die wegen angeblich unziidstiger Abbildungen eriolglc B e s ch l a g n a st m c bei 9lr. 1« bei 'liiünd)cncr uge n d^ am, da es nch um tem lunst- lei isd;e T arstellungcn Haube le, bic bas L i l l 11 di l e 11 s g c i ü st l keines normalen Mensche n verletzen tonnten. B r e s l a u , v. Febr. Tas rlandgerichl leimte bic Erossinmg des Haupwciiastreus wegeir Berruiseitlarung gegen den Lener des Berdanbcs Smlestlchcr Eisennidusiiicllcr ber Waggo.itobrtt Linke A -W., 'Jiegierungsrat Glaienopp und Genosten ab, begangen durch M a i | e n a u s | p e r r n n n Breslauer ‘JJiciallabibeucr, die zu den bekanmen SivaoaUen am Stricgaucr Platze fustrie. Nürnberg, ü. Febr. Tas Sd)wurgeild)t verurteilte ben Neballenr ocs hiesigen c o z i a l r st e n b l a 11 c s zu emer Woche (ü e l d n n u t £-, weil bas Blatt mitteilie, m < stavc wästrenb der Berstandimig über ein Streilvcrgel.en geschlafen. Landau, 6. Febr. Tie hiesige Stralkammer pcrurtcite den Molkereibeimer Hcstoe a»iS Böbingen, der in die Sahne q e • I a 11 c n e R allen m 11 v c r b u 11 e 11 halte, zu biet Al o - Hüten Gefängnis. L C f t e ti b u v g (Baden), 6. Febr. Vor der hiestgen Straf- fam mer wurde beute eine •.'inklagc gegen den Leiter des Gordon- Bennet-Nenncns, Landrat v. Marx aus Homburg v. d. H., wegen .1 e b e r t r e t uh q der Etravenpotrzeiverordnung vei- standeli. Eine Stunde vor dem Jltloniic, das der Frantninei Antomobilklnö am 29. September v. F. nut der babtk. en Poii ei tu 'Jlobersiücilcv statte, ivmbe der Landrat v. IVag m Lieht mu jcincm Antonwbil von dem odmijinannc Zockers angestaltei'. linier ber Beichiitdigling, im 20 hm. Äimro durch liebt ge'astreit zu um. Auf Ctu Ltrailciestl über öO -'-' k. stur ücb es der Landrat v. J arj, ber bestritt, m libermäi.igenr Tempo geicchren zu sein, au« b c Ijic- fige Enischeibung onfomincn, bie mu der Penverjung des Ern- ipruche» vor das Sdiöfsengerichl in hehl endete. Tas Gericht vei- urteilte den Landrat zu üU 'Mk. Gelditra'c. Zn der Urteils- oegiiindmig würbe als Straierschwermiq das Berstaiten des Land- iats in Betracht ge-ogen. Gegen das Urteil legte v. Marx Bemiung bei der Lstcnburger Strafkaminer ein, bie heute mit der Ber iv e r i u n g ber B e r ui u n g des Landiais enbete, weil das <.9C- richt bcu Beweis lur bas 'Bergehen für erbracht erachtete und betreff der Slrafznmellnng das Verbalten des Landrats der Pott zell gegenüber in Betracht zog. r^aiiOel und Vcrfcbr, Volfiivirtfcbaft. Von der Berliner Börse Jlie Ncwyorker Börse ist wieder einmal in ct raS gcbi rtcr Stimmung. Fniolgedeiiep war die Ber.ine: Dör c beiestigt. Ta aber \ ropmiotbrcS nicktz cir.traicn, and' bic ttnklarste.: der oklöoerbiutniiic iortbesteht, so ,oar das Unbe ivieb.r gr..,e Zurückhaltung. Tod) ivarcn auf den meis n Qkuictcn Mur»oei crungen zu txr cidmen unb Montan- werte i gar re i seit. Ba jmvirtc waren erholt, Russen erjreut.iX iiui 'IS-.u-r Anregung; besonders trar tiiuiieiihant hoher auf bic Tivibettdenunreguug. rtuch bic Aktien der CntnibudgcfelU iitaft statten neu geo i .dr tut Auwiiwor.e eine Tarticrhohttng bewilligt wurde: alkrbiugß Icoar, diese nv..> ber Zuitiinuiung bes Polizetpräsidium». eschwocstt ii'urcn Li heilt. Metall-Aktien bto 119. Zm weiteren Bert am wurde die Börse von Neivuork ivicbt’L tm .. tid> gelassen und die otunmung war zum Schluß eine sehe obiocr.ciibe. Brivi.tdizkvnt 45/e Bwz. B o iw 91 u f f e it in a 11L Wtostrend die Börse seither auf bie Tumawahlcn hur fest war, ist sie jetzt rwr-vtegeiid matt •Ulan glaubt allgemein, üig auch die neue Duma wieder nUf bei ..leßkr.ina m nun mit kommen wird. Tie rui, ischen Staat». londS und d.e V.ioriu.ten waren bis vorgestern luicbcr ständig rückgängig. Gestern ist eine leichte Beiieruirg eingetreten, iuobl am die neuesten Dumawasttziiiern hin, die cm bunte» Gemisch aller polittia en Parteien ergeben. Bon den 19 136 irtolilnidiuicm iino 46‘2<> '.'Aoiiaiuiuicn, h-JU gcmuiiiflle unb d.cse Zahlen staben es veriiiochl, baü bic Russen von 1902 von 80,80 biA 81,26 sich stoben. Märkte. fc. fr r o n ff u r t a. TL, 7. oebr. C^elegr. Orig.-Berlcht bei ,;®icü. Anz.".) Ainilickre Qloticrmmen der lieuiigcn Biest in arkt- v r e i s e. Jmn berkanto standen . 19 Cdi|en, 4 an» Ce|lcrveid) 1 Bullen, 0 an» CcHeucidi, bu ilitlie, sierseu, Stiere und Rinder o ans Rumänien, bLb Halber, Jb7 cdjoic und Hammel, 5 Ziegen, u Zicgenlaniiiier, U Lci.a'länimer. Bezasttt wurde lür ba» Pjund Sd)lad)tgewicht: Schien 1. Cimlität bä—b7 Mk., 2 Qualilät 72—76 l, 3. Cualität 67-7'» Mk.; Bullen 1. Qual. 70—7b, 2. Qual. 72—74; hübe 1. Qualilät 78-80 i'IL, •2 Qual. 73—75 Mk., 3. Qual. 64-66 Mk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00-00 Ml. halber 1. Qual. 100—104 Big., Lebendgewicht 6u- 62 Pig., 2. Qualilät b.3-96 Big., Lebendgcwichl 52 60 tMi|chimgen slels Vorrang bei |"1U8 Emil Fific^hsc^*. JE. 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Februar, abends 8’/< Uhr im Erdgeschost des 3lealschulgebiiudeS. v7/t S Sie finden kapstairräslige Käufer oder Ai* oder tätig, mit Neincrem oder gröberem Kapital, wie Kunderke Zlnerkennungsschreiben und Peferenzen beweisen, für jede Art hiesiger oder auswärtigerDct ail-, Engros«, Fabrikgeschäfte, Lizenzen, Gewerbe» betriebe, Grundstücke, Zins«, Geschäfts», Fabrik- und Landhäuser, Willen, Güler, Brauereien, Ziegeleien, Gasthöfe, Hotels, Mühlen rc. rascl) unü vmedwiegen, ohne Provistou zu zahlen, da fein Mgeut, durch E. Kommen Uachf. Kreuzgasse 8i- Verlangen Sie fosteusreiea Besuch (auch auswärts) zwecks Besichtigung und Rücksprache. Infolge der auf meine Kosten, nachweisbar ganzjährig in 900 Tageszeitungen erscheinenden Inserate stehe ich ständig mit Tausenden Reflektanten im In- und Auslande für Objclle aller Art in Verbindung, daher meine «totalen, koukurrenzlosrrr Erfolge. 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