L57. Jahrgang Verantwortlich lür den politischen Teil: & Anderson; s. Feuilleton und ,öenni|d)teSN P. Wittko; für „Stadt u, Qanb* und »Gerichts- Montag 8. September 1907 ve-ngsprets, monatlich 7b Ps^ viertel- jährlich M. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.—viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf* auswärts 20 Pfennig. Nr. 211 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal in der Woche deigelegt und zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Erstes Blatt Sie Gießen. Fernsprech-An- ZZZ General-Anzeiger für Ohechchen tut b“e Tagesnumme- liotatlonrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Lteindruckerei. S. Lange. Redaktion, Expedition und vruckereir Schnlftratzr 7. vio üormutags lu politische Wochenschau. Gießen, 9. Sept. Die Flottenrede, die der Zent rum s-Abge- vrdnete Spahn kürzlich in Rheinbach gehalten hat, gibt noch immer reichlichen Stoff zu allerhand Betrachtungen. Es mußte natürlich einiges Aufsehen erregen, daß ein Zentrumsführer aus einmal so flottenbegeistert geworden ist unb größere Aufwendungen für die Flotte verlangt, als selbst die Vertreter der Regierung. Man mutmaßte anfänglich, daß Spahn indiskreterweise ein neues Flottenprogramm der Regierung vorzeitig bekannt gegeben habe. Diese Annahme war jedoch, wie man jetzt weiß, falsch. Reichskanzler Fürst Bülow und der Staatssekretär des Reichsmarlneamts, v. Tirpitz, sollen geradezu verblüfft gewesen sein, als sie in den Zeitungen die flottenfreundliche Rede des Zentrumsführers Peter Spahn lasen. Bei der letzten Flottenvorlage hatten sie doch dem Monarchen gesagt, daß vom Reichstage und insbesondere vom Zentrum nicht mehr zu erlangen sei, und nun kommt der Führer des Zentrums und straft beide Staatsmänner Lügen. Was muß nun der Kaiser von seinen verantwortlichen Ratgebern denken, die ihn so schlecht unterrichten? Das Zentrum ist ja bereit, alles und noch mehr zu gewähren, um das Reich wehrfähig zu erhalten, wie kann man da von einem unpatrio tisch en Verhalten dieser Partei sprechen? Hat der Reichskanzler ihr nicht in den Dezembertagen des vorigen Jahres bitter unrecht getan? Die „Vofsische Ztg." hat wohl nicht ganz unrecht, wenn sie meint, daß die Spahnsche Rede nicht für die guten Leute vom Lande gehalten worden sei, sondern für den Kaiser. Das Zentrum will wieder in Gnade ausgenommen sein und es liegt ihm viel daran, den unbequemen Reichskanzler zu beseitigen, der es gewagt hat, das Zentrum anzugrcifen. Die „Germania" gibt sich wenig Mühe, dieses nächste Ziel des Zentrums zu verhüllen. Das führende Organ des Zentrums schreibt: „Es klafft ein unüberbrückbarer Zwiespalt zwischen den Grundsätzen und Zielen des Kaisers und zwischen der inneren Politik, die Fürst Bülow seit dem 13. Dezember betreibt, zwischen der Kaiserrede und der gegenwärtigen Kanzlerpolitik. Wenn es regelrecht und folgerichtig bei uns zuginge, so müßte, wie der „Wests. Merkur" treffend bemerkt, Fürst Bülow die Kaiserrede mit seinem Entlassungsgesuche beantwortet haben. Oder aber Fürst Bülow müßte sich dazu entschließen, Umkehr zu halten und fortan die Auffassungen des Kaisers zur Richtschnur unserer Politik zu machen." „Das Zentrum weiß genau", so bemerkt dazu die „Voss. Ztg.", daß Fürst Bülow im Sinne der von der „Germania" und dem „Wests. Merkur" beliebten Entstellung kaiserlicher Worte nicht Umkehr halten wird. Es bleibt also nur die Forderung, der Kaiser solle je eher je besser einen anderen, dem Zentrum genehmen Reichskanzler zur Stelle schaffen. Die Herren machen ihre Rechnung ohne den Wirt. Die Krone hat durchaus keine Sehnsucht nach Wiederherstellung des Status quo ante 13. Dezember 1906." Es gehört wirklich schon eine gute Portion Unverfrorenheit dazu, der jüngsten Rede des Kaisers in Münster eine solche Deutung zu geben, wie es die Zentrumsmänner tun. Der Kaiser hat in dieser Rede, die vielleicht die bedeutendste genannt werden kann, die der Monarch jemals gehalten hat, von dem schönen Bilde der Einigkeit gesprochen, das Westfalen biete. Dort sei es möglich gewesen, historische, konfessionelle und wirtschaftliche Gegensätze in versöhnlicher Weise zu einen in der Liebe und Treue zum gemeinsamen Vaterlande. Der Kaiser will dieses schöne Bild der Einigkeit gern auf das ganze Vaterland übertragen sehen und meint, das einzige Mittel hierzu sei die Religion. Aleures Feuilleton. Aus Frankfurt a. M. wird uns unter dem 8. d. M. geschrieben: Die er ste Premiere der neuen Spielzeit, die nicht unmittelbar nach den Ferien, sondern am 1. September beginnt, brachte uns gestern im Schauspielhause das ungewöhnlich bühnenwirksame Bernstein'sche Schauspiel „Der Dieb". Es ist begreiflich, daß Bernstein auf dem Theatermarkt gegew- wärtig einer der „gefragtesten" Autors: ist, denn wir haben seit langem, auch unter dem bühnenkundigen Franzosen, keinen Autor gehabt, der mit so ausgebildeter Technik die Bühne beherrscht Hütte wie Henry Bernstein eS in diesem Stücke tut. Der szenische Ausbau ist überraschend geschickt, wenigstens in den beiden ersten, Akten. Freilich liegt hier das Moment der Spannung von vornherein int Stoff, der — wenn auch Anklänge an verwandte Stoffe wie Augiers „Arme Löwin" vorhanden sind — sehr glücklich erfunden ist. Die Entlarvung eines Diebstahls, den eine Dame der Gesellschaft begangen hat, während ein junger Mann, der sie anbetet, die Schuld auf sich nimmt, die allmähliche Aufdeckung des wahren Sachverhaltes, das ist ein Stoff, der schon eine Fülle von Bühnenwirksamkeit birgt. Aber man muß es dem Verfasser auch lassen, daß er die Wirkungen mit außer- ordenttichem Geschick herausgeholt hat. Der dritte Akt fällt etwas ab, da es sehr schwer ist, einen Halbwegs gangbaren Ausweg aus der verwirrten Situation zu finden. Die Art, wie sich der Verfasser den Weg zum Ende bahnt, befriedigt uns nicht, weil er die Sache doch ein wenig zu leicht nimmt. Freilich darf man nicht außer Acht lassen, daß der ganze Ton des Werkes viel zu Jefjr auf äußerliche Spannungsreize angelegt ist, um den Zuhörer an einer ernsthaften Lösung Gefallen finden zu lassen. Die Vorstellung, die recht gut einstudiert war, bot Gelegenheit, eine der neuengagierten Damen, Frl. I l u s aus Nürnberg, in einer großen Nolle kennen zu lernen. Sie wurde von den Zuhörern mit ungewöhnlicher Wärme ausgenommen. Es scheint, daß wir in ihr eine sehr verwendbare Kraft gewonnen haben, eine Schauspielerin von großer Routine, scharfem Ver- Muß es den Kaiser nun nicht schmerzlich berühren, wenn er sieht, wie von gewisser Seite gerade im Namen der Religion Uneinigkeit und Unfriede gesät wird? Ist das der Geist der Milde, von dem der Kaiser gesagt hat, daß in ihm sich alte und neue Landesteile, Bürger, Bauern und Arbeiter zusammentun und einheitlich in gleicher Treue und Liebe zum Vaterlande zusammen wirken sollen, damit unser deutsches Volk der Granitblock werde, auf dem unser Herrgott seine Külturwerke an der Welt weiter aufbauen und vollenden könne? Nein, vom Zentrum ist dieser Geist der Milde nicht zu erwarten. Wie schön konnten die Zentrumsmänner kürzlich in Würzburg über Toleranz reden, aber das praktische Wirken des Zentrums ist von Toleranz recht weit entfernt. Dem wirtschaftlichen und konfessionellen Frieden gingen wir sicherlich nicht entgegen, wenn es dem Zentrum gelänge, wieder Einfluß auf die Regierung und den Reichstag auszuüben. Ter dieser Tage veröffentlichte Reichsfinanz-Abschluß hat das freundlrche Ergebnis eines Mehrertrages von 27 229 000 Mk. Dieser Mehrertrag ist darauf zurückzu- führen, daß die Einnahmen aus den Zöllen, Steuern und den Betriebsverwaltungen um 16 Millionen höher waren, als man im Etat vorgesehen hatte und daß bei denjenigen Verwaltungen, die Zuschüsse bekommen, über 11 Millionen Ersparnisse gemacht werden konnten. Tie Ergebnisse des abgelaujenen Finanzjahres lassen natürlich noch keine weitgehenden Schlüsse aus das Jahr 1907 zu, aber so viel läßt sich schon jetzt sagen, daß vor allem die recht wenig populäre Fahrkarlensteuer eine gründliche Enttäuschung gebracht hat. Recht guten Erfolg haben dagegen die Zigaretten- und die Brausteuer gehabt. Der Mehrertrag für das Jahr 1906 kommt nicht dem Reiche, sondern den Bundesstaaten zu gute, und zwar wird er nach den Bestimmungen der kleinen Reichsfinanzreform auf die Matri- kularbeiträge abgerechnet. Es ist noch nicht lange her, als im Parlament das böse Wort vom „Giftbaum" der Börse fiel, das auch in Versammlungen zu agitatorischen Zwecken tüchtig nachgebetet wurde. Es verfehlte auch vielfach seine Wirkung nicht, obwohl jeder Einsichtige sich sagen muß, daß die Börse zur internationalen Regulierung des Geldmarktes eine unbedingt notwendige Institution ist, die in jeder Weise gefördert werden muß. Es läßt fich ja nicht leugnen, daß mancherlei Auswüchse bestanden haben und insgeheim noch besteyen mögen, und niemand mag dies mehr beklagt haben, als die interessierten Kreise selbst, aber die Abneigung gewisser Kreise gegen die Börse brachte eS dahin, daß dte Regierung dem Drängen dieser auf politischem Gebiete einflußreichen Stellen nachgab und ein Börsengesetz schus, dessen einschneidende Bestimtnungen durch die Parlamentsmehrheit noch verschärft wurden. Die Folgen dieses Vorgehens tonnten nicht ausbleiben, in dem Bemühen, das böse Geschwür zu beseitigen, hatte man auch gutes Fleisch mit dem Operationsmesser entfernt, das heißt Bestimmungen getroffen, die den .Börsenverkehr in Deutschland bedenklich einengten. So war es kein Wunder, daß dem Börsenverkehr schwere Schädigungen erwuchsen, zumal ein nicht unbeträchtlicher Teil der Geschäfte nach ausländischen Börsen abwanderte und hoher Verdienst dem deutschen Geschäft entging. Schließlich sah man in Regierungskreisen ein, daß man doch zu weit gegangen war und suchte durch eine Novelle eine Milderung der Dinge herbeizusühren, wobei man aber im vorigen Reichstage bei der Mehrheit, welche die Angelegenheit in der Kommission bedenklich in die Länge zog, wenig Entgegenkommen fand. Mit der Reichstagsaufwsung siel auch diese Materie unter den Tisch, aber der Umschwung in der Re- giernngspolitik brachte auch aus diesem Gebiete eine Aende- rung, in dem Fürst Bülow alsbald wissen ließ, daß er den Wünschen der Linken in Bezug auf die Börsengesetzgebung entgegenkommen wolle. Diese Erklärung wiederholte auf dem in Hamburg stattgehabten Ban krertage auch der Unterstaatssekretär Ritter, der ausführte, daß stand und sicherer Herrschaft über ihre Mittel. Ob sie Empfindung hat, scheint uns dagegen zweifelhafter, als nach ihrem Debüt. Dr. Z. — Die Polarexpedition Kapitän Mikkelsens mar am 20. Januar 1906 aus Southampton abgesegelt Einar Mikkelsen, ein Offizier der dänischen Flotte, hat seine Reise unternommen, um ernsthafte geographische Untersuchungen im hohen Norden auszuführen. Berichte von Eskimos, die auf schwimmenden Eisfeldern nach dem Mrden getrieben waren und bei der Rückkehr von einen: neuen Routinen t, den sie getroffen hätten, erzählten, und die Tatsache, daß die Meeresströmung, die durch die Behringstraße nach Würben geht, sich in euiHl östlichen und einen ^westlichen Arm spaltet, sodaß sich ihr ein großes Land als Hindernis entgcgcnzustellen scheint, .hatten den Forscher (er ist erst 29 Jahre alt) bestimmt, den Plan zu einer Expedition nach diesem unbekannten Lande zu entwerfen. Er fand die Unterstützung der englischen und amerikanischen Geographischen Gesellschaften, imb auch von Privatleuten, besonders von der Herzogin von Bedford, wurden ihm Mittel zur Verfügung gestellt- Ein Schoner von 66 Tons. 67 Fuß lang und 18 Fuß breit, ein kräftig gebautes und zum Schutz gegen den Eisdruck besonders versteiftes Fahrzeug, Gourde erworben und erhielt den Namen „Herzogin von Bedford". Das Schiff verließ Viktoria (Britisch-Kölumbien) im Mai 1906 zu seiner auf ztvei Jahre berechneten Expeditwn,1 deren Basis Banks-Land sein sollte. Von Anfang an hatten die Forscher mit widrigen Verhältnissen zu kämpfen. Das Wetter war außerordentlich schlecht und ungünsttg, und nur mit Mühe gelang es, Kap Barroso, den nördlichsten Punkr von Alaska, zu erreichen, wo das ganz auf Segel an- gewiesene Schiff durch Windstille und Nebel lange Zeit im Eise sttll Hegen mußte» Dann gelangte eS nach Point Hope, wo es eine Woche laich einen furchtbaren Sturm zu überstehen hatte und dann auf Packeis traf, das durch die Meeresströmungen ihm eittgegengetrieben wurde- In einem Brief vom 15. August er- llärte der unerschrockene Forscher jedoch, daß er trotz all dieser Hindernisse die Msicht hab»' seine Aufgabe! zu erweitern und die Reichsregierung den größten Wert auf die Verabscbie- duna des Börsengesetzes lege, das berufen sein soll, den Börsenverkehr in gesicherte und wirtschaftlich gesunde Bahnen zu lenken und ihm eine gute Grundlage zu schaffen. In welcher Richtung sich die Reformpläne der Regierung bewegen, verriet allerdings der Regierungsvertreter nicht und man wirb erst den Entwurf abwarten müssen, um zu sehen, wieweit es der Regierung mit ihren Vorsätzen ernst ist. Auf dem Hamburger Bauüertage forderte man Abänderung der geltenden Vorschriften über den Terminhandel in Wertpapieren, die sich in volkswirtschaftlicher und lokaler Beziehung gleich wenig bewährt haben, beim die Kursbewegung am Effektenmarkt sei in schädlichster Weise beeinflußt worden, ferner sei die ohnehin schon bestehende Geldteuerung durch unnütze Steigerung des Bedarfes an Umlaufsgeldern verschärft worden, was alles zu einem Rückgang des kleineren und mittleren Bankgewerbes geführt habe. Eine Resolution fordert im Hinblick hierauf die Abschaffung des Börsenregisters und die Wiederzulassung des Terminyandels in Anteilen von Bergwerks- und Fabrirunternehmungen, ebenso wie die Erweiterung des Kreises der zur Erhebung des Spiel- oder Disse- renzeinwandes nicht berechtigten Personen. Ob die Regierung diesen Wünschen Gehör schenken wird, läßt sich heute noch nicht sagen, in vollem Umfange wird sie diesen wohl kaum nachkommen, weil sie andernfalls befürchtet, bei der Rechten auf Widerstand zu stoßen. Immerhin aber ist zu erwarten, daß die letztere aus anderen politischen Gründen, nicht allzu großen Widerstand entgegensetzt, so daß hoffentlich eine Reform erzielt wird, die geeignet ist, ein ersprießliches Verhältnis auf diesem hochbedeutsamen wirtschaftlichen Gebiete herbeizuführen. Ungefähr gleichzeitig mit Rußland hat auch Persien ein Parlament bekommen. Dieses Parlament hat aber, ebenso wie die russische Reichsbuma, bisher noch herzlich wenig leisten können, denn in Persien hat sich bis jetzt, ebenfo wenig wie in Rußland, das politische Leben in ruhige Bahnen leiten lassen. Die freiheitlichen Reformen sino gekommen, aber sie haben noch keine Leben spendende Bedeutung erlangen können und bei der allgemeinen Unsicherheit der innerpolitischen Zustände vermag dort keiner zu sagen, ob die liberalen Reformen von heute nicht morgen schon wieder abgeschasft werden.. Es fehlt das Zutrauen der Bevölkerung zu den Leitern des Staatsschisses und damit ist der Revolution der denkbar beste Nährboden gegeben.. Ein Opfer dieser traurigen Verhältnisse ist jetzt Emin es Saltaueh, der persische Premierminister, geworden. Der Ermordete galt für einen Erzreaktionär und man mochte wohl befürchtet haben, daß der im Frühjahr dieses Jahres zum Premierminister ernannte Emin es Sal- taneh, der sich schon früher allen liberalen Persern verhaßt gemacht hatte, die liberalen Reformen der letzten Jahre wieder aufheben werde. Laiett-Geburtshülse bei Haustieren. Abg. Köhler hat bei der Zweiten hessischen Kammer folgenden Antrag eingereichi: Die Abgeordneten Dr- Elsas und Genossen haben zum Etat des Departements deA Kirchen- und Schul- ivesens für das Rechnungsjahr 1907 und 1908 des Königreichs Württemberg, zu Kapitel 65, einen Antrag (Beilage Nr- 94) eingebracht, der von der Württembergischerü Zweiten Kammer am 19. Juni 1907 und später auch von der Ersten Kammer in folgender Fassung angenommen wurde: „Die Königliche Negierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß Einrichtungen getroffen werden, wodurch im Interesse der bäuerlichen Bevölkerung auf An- trag der Gemeinden geeigneten Personen Gelegenheit zur Ausbildung in der Geburtshilfe bei Haustieren gegeben wird-" Der Anttag Elsas und Gen- eittspricht m. E. einem Bedürfnis, das übrigens noch durch die Verhandlungen ün Wärrlembergischcu Landtage am 19- Juni 1907 aufs eingehendste begründet wurde- Ich beantrage deshalb: Die verehrtiche Zweite Kammer wolle beschließen, Groß- her-ogliche Regierung zu ersuchen: die Beaufort-See zu erforschen, zu ivelchem Zwecke er biet Jahre in der Eisregion bleiben müßte- Während des Winters 1906 wurden eifrige Vorbereitungen für das neue Jahr getroffen, und am Ende dieser Jahreszeit hatten die Forscher die Abjicht, eine Reise über das arktische Eis zu unternehmen, mit Groß- Island alö Basisl Mikkelsen und der amerikanische Geologe Lessingwell wollten einen Vorstoß von etwa 120 englischen Meilen nach ^Norden unternehmen, dann sich nach Osten wenden und ihren Weg zurück zur KÜste^ suchen, so einen Kreis Jum etwa 300 Meilen beschreibend- Sie hofften, hierbei die Streitfrage über das>Vorhandensein von Land im Norden i)cr Darrow-Spitze zu lösen- Äkan befürchtete indes, daß Mikkelsen das gleiche traurige Ende wie Andree gefunhen hat- Jetzt aber veröffentlicht ein Londoner Blttt ein Telegramnr aus Gibbon (Alaska), aus dem hervorgeht, daß Miklelscn und zwei andere Mitglieder der Expedition, die ihr Schiff verlassen hatten, um Land zu suchen, ihre Reise durch das Eis durchgeführt haben und sich wohlauf befinden- — Heute, nm 9. September, wird Graf L e o T o t st o i 79 Jahre alt, und am 6. September tonnte er auf eine 55jährige schriftstellerische Tätigkeit zurückbticken. ^leneren Berichten zwolge soll er sich geistig und körperlich mehr als bisher schonen, da er eine tträsleabaahme spüre. Er ist jetzt mit dem Ordnen seiner Papiere, Korrespotldenz u. s. w. beschäftigt. Unter seinen unveröffenllichtelt Arbeiten soll sich ein fertiges Manuskript „Unsinnige Träumereien' bestnden. — En a fängt zu dichten an. Nach Londoiter Blätter- rnelduitgen hat die Königin von^Spanien ein einaktiges Lustspiel versaßt, das im Oktober im Schloß Sandringham aufgesuhrt lverdcn tvird. B r e m e n, 7. Sept. Mit dein gestern abgegangenen Reichs- postdampser „Fürst Bülorv" reift die deutsche Mar i ne - Expetz i l i o n unter der Leitung des Ptarineslabsarztes Dr. Stephan nach A u ft r a l i e n ab, um die am Bismarck-Archipel von Dr. Stephan im Jahre 19U3 begonnene Sudjeesorschungen forl- zuie^el' Langsdorf, den 7. September 1907. MottenpoliLik und Flottenverein. dem Neichsver- Geburten und tot zur Welt daß ihm auch fälle, die seine Person in Ausübung seines Dienstes jeitens der Gemeinde zu fordern berechtigt sein soll. Köhler. _ Begründung. Der Viehzüchter erleidet öfter Verluste bei zwar nicht allein dadurch, daß ihm das Kalb gebracht wird, sondern, was noch schlimmer ist, die Kuh infolge unrichtiger Hilfe zu Grunde geht. Um nun diese Unglücksfälle zu verhindern resp. die Zahl zu mindern, ist es notig einen Mann stets zur Verfügung zu haben, der mit Rat und Tat dem Viehzüchter beistehen kann, der zur Hilfeleistung durch amtli^e Anweisung verpflichtet und bilf- durch ben Tierart fast auänä« Rettung mögltch während bei spater Hilfe das Tier zu Grunde geht. Um nun die Anstalt ungefähr in diesem Sinne ausführen zu können, muß der Unternehmer Unterstützung bekommen/ sei es nun von seilen des Staates oder landwirtschaftlicher Ver- einignngen. ^ni vorliegenden Falle wird die Dtaatshilfe an- gefprochen. J ' Die Za^d durch Ostafrika gerade vereinzelt Worte der Enttäuschung über die Berichterstattung der mit dem Staatssekretär Derickmra iiacll O ft rt fl*T f tT llPT^tffPYf Gl 1 n-w (f p ; ■ r- , r " 86» MS b,Cr Errichtung einer solchen Anstalt kommt es einzig und allein auf die ausfuhrende Person an, ob dieses Institut biek?6inri»fnnCnr Seitcc muB von ber Notwendigkeit oieier Einrichtung durchdrungen )eui. lDEHj8e Tierärzte bürsten sich suchen, bic biesc Anstalt_unterstützen ivurden. Denn sie glauben ineift, es könnte Dre nationalliberalen Zugeudvereine Md m Kaiserslautern zu ihrer diesjährigen Tagung zu- sammengetreten. Am Freitag fand eine geschlossene vertrauliche Sitzung statt, in der die Gründung eines preußischen Landesverbandes beschlossen wurde. Nach dem am Samstag erstatteten Geschäftsbericht gehören dem Reichs- verbande jetzt 82 Vereine an, die cun 1. April über 14 000 ordentliche Mitglieder zählten. Der Hauptpunkt der ^Verhandlungen betraf die Aufnahme der bayerischen und badischen j u n g l i b e r a l e n Vereine, sowie erne Aenderung der Statuten des Gesamtverbandes durch Aufgabe der Altersgrenze von 40 Jahren. Der xnauvtu oer einzig dastehende Aufschwung den ‘'her I gefviesen dast" irh oaoura) nach-1 ,Rechtsanwalt Fischer begründete eingehend fol- M L-hr-n .genmJL bat- Wie ^iterfrit), sie waren allo g°nd°n An rag: Dre Vertretertorfammlung wolle be- .4 Wochen waren die großen Flottenparaden in Cowes nyd ^winemunde- Davoii hat Fürst Salm gesagt: , Die ia- ^uglischeii Schiffe waren ganz andere Dinge wie -riese Ftottenparade in England, roo 188 s/rl1 •8U9rdcn Weicht Bände- Es gibt nur ein Mittel t-eraiisD:iimen aus der Flottenot, daß wir lascher bauen- ^zch kann ^hnen auch verraten, daß es nicht mehr vor- iommen wird, dap eine Petition an den Reichstag in den Papier-- JE? ± ^s sängt an zu tagen und ich'glaubt S zu viel zu lagen, daß die nationalliberale Partei im Herbst die Initiative ergreifen wird, um die Pläne des deutschen Flotten- vereius^ zu verwirklichen und die anaeren Parteien werden nickst zuruckb.elben. >vas ist ein Erfolg unserer zäben ft-TotfpnhnliHP imb darauf können wir stolz sein-^ Wir Lben^auch mck We in ^.ußbrungen des Kapers Kenntnis genommen und H$J?9e ^^".uichts faliches, wenn ich betone, der Flottenvereiiv treibt auch kaiserliche Politik und diese Politik treiben wir unabhängig von irgend welchen politischen Strömungen, mögen sie kommen von unten oder oben, von rechts oder links- Menschen ^rjimente überleben sich, das deutsche Volt bleibt lebei Deshalb mimen wir das deutsche Volk und seine Buhinft im# und können nur eine Flottenpoüük treiben bi? Muttchen Volkes trägt. Als Laudaraf Ludwig VIII fürFeit0b.estmunte er nach der damaligen Sitte Tevge „Gott und dem Kaiser getreu". ~ieJc ^bvlw Wahlen wir auch, wir )inb dem Kaiser 'getreu in dem 5? Ab? T€bUFlotte und damit bleioen >oir auch dem Deviw Si)tinCUW^ffU/e aDer' nm Sedaniage, möchte ich auch an die ^eviie von dNoltke cnnnern, die er in das Goldene Buch von / ^.^9-.^getragen hat: „Allezeit treubereit für des Reiches Wc 11•(Andauernder stürmst eher Beifall.) ; so auf den überseeischen Handel angestnesen ist, dann hl ' g^mn; nicht zu versenken, wenn es sich auf allen Gebieten : Ober^rrichaft zu erhalten sucht- Man hat hervorgehoben 5 i ^fnu uast^r Schiffe rascher erfolgen muß. Wir haben i?C!^€Cn- 3 ^.hre und noch mehr gebraucht- Wenn im him-hirfvii Herrn Tr- Spahn. Was wir seit Zähren vergangen, das größere Deplaeenient und die stärkere ^rn^h^MZ l,t uu^kannt lvordeu. Jetzt erkennt auch Herr Weg^lind baB inLt bcn Ühri9en ^ragen auf dem richtigen den Neuwahlen des Vereins zum Vorstande herzustellen- o. daß der badische und bayerische Landesverband eine Kopfsteuer und die ^Verpflichtung übernehmen, prozentual zu der Zahl ihrer Mitglieder auf die Verbaudszeitschrift zu abonnieren." In der Diskussion wurden die Tendenzen des Antrags, der schließlich angenommen wurde, mehrfach bekämpft. 1 * -z yuue. amaw' las ich m der „Times": „die Süddeutftwn zu^Gru^ndp 9^9^. bre Wrddeutschen und der Flottenverein geht p. ^t,unde, darüber köilnen wir uns freuen" usw- Der Engländer hat nicht um,onst 'gesagt: „An denr Taae wo hPÄl1“’1? Berichterstattung der mit der Soumalißen. N--n' °L nicht & an U°s^l-NM''g«n ijtotto sehen, weil sie die Herrschaft auf Bem Meere beba ten nf?n^N^ch-en. Doch das ist nicht Schule der Jour- aber eben,o berechtigt ist es, wenn wir Deutsche da für btt6 das ReiseprogramMi wät1' dl atz unter der Sonne nicht nehmen nicht gelingend und zweckmäßig vorbereitet lasfen. Ich vertrete die Ansicht, es denkt kein nerniintfm?!- £aT‘ ennin der Abfahrt aus Deutschland ist viel zu lange ar einen Krieg mit den Engländern, daß aber die A-He»I Iüy^clt' uifolgedessen sieht man sich jetzt an Ort deiisgamiitie _ darin liegt, daß die Kriegsschiffe da siild nw'if I1IIJrlCT Pon lleu4n? 8U Aenderungen dec Dispositionen ich lveiß, daß unsere Armee es war, die uns 35 Jahre' lang ^nötigt, damit die inappe Zeit ausgeiiutzt wird- Für Herrn Derii- r«,^e bewahrt hat- Und mul) bie Mfe miito & amftiche Apparat zur Verfügung steht, hat das “ J ? je eher sie da sind, desto größer ist die Friep-ils- Schwierigkeiten, als 'für die in der Eigenschaft garantie- Der Staatssekretär har gesagt, daß die Flotte dorn --?^,^^^wuten reifenden Vertreter der Presse- Sofern es diesen in ben Was heißt das, sollen sich die Schifft kö^en^si/Ä ^^ mit bein Staatssekretär Schritt zu halten, ^L^^n verkriechen? D,s nützt nichts, damit k nnen wir d'e . fte es wohl nur unter großen Kosten bewerkstelligen, & imw®inc Flotte nützt nur L, Lenn 1mb kultiviert genug, um den Wert der aesgg^ Angriff rwrgehen kann- Das hat schon der große Moltte u können- Dräger, Zeltmaterialien, Aus- Mt. ,/Die^Offenslve ist die beste Kriegsführuna " Das^ aist Nuu^gegenstande iverden mit emem Mal dringend benötigt und ->LLÄÄÄ;‘ä£ “SfSBÄäÄÄB ! - “ ** * « * * **«* * vuem ui. öen „neun Jahren seines Bestehens gei»^« bat Mte Hetterkeit), sie waren Me -T .«°°e W»™ »ertreterver.ammlung wolle 6c Anzahl |)HHänenie:ton'nfc ba6 elrt Verein fo rasch eine dafür, daß wir keine Parteipoiitik b^ttiebm habm $^nin nrh"' ^^"^^ande der badischen und bayerischen ws steht auch b'r MM«» Tagen, schwer nicht deshalb. Weil ich Nn gutes Ge- n ^6°?° en Richtung des B-reins können L.... ^sutL. jährlich in 360000 Exemplaren In Sag bcutfcfiAnf ick niete weil schwere Arbeit auf mir lastete, habe beitreten unter der Bedingung, daß die Vereine und gerne gelesen wird Tas sind reiche^unb°Kip auf bie ick swl^ bin Telegramme bekommen, satzuugsgemaß sich zur Aufgabe machen: 1. jüngere Leute frl8^fonnr^'niÄtinaenIUbnn hlr rie1’i3e ®r’ k-nnungsschbiben an/ meiiier'feMchen Heimat 7rfteus"e^kam Betätigung heranzuziehen; 2. sie für die natio- Ute»; g SS !«i Stoch'1 und day^u:,ser Aottenverein nun ^uf®°SC Reichsverbandes sind nur solche Mitglieder “ ton Sei n ' nua imb brr Landwirtschaft. Ich rann st? 1”^ten' dre noch nicht 40 Jahre alt sind; 4. den Bor- ck?. o^. ^^..;ub^rsehen, wie m allen Provinzen nprnhphtanb in der Mebrbeit aus ^rfnnpn bar !i»®Ä ÜÄ18”Ö& ttenn >-r. was der Stottennerein anstrebt, gemach- haben, mit d er Au s bckd un g v an L a ie n"Len sind die d?S Balkes heraorgeht. Tas Ä6^fCäÄaUätiCten °uf Antrag ton Gemeine stAen, daß gewähret «Ufto^nbe S t a atSun ter stü tzu n g •« ÄÄWÄVffi1 titoen ausarbeiten und den Gemeinden zur Verfügung stellen »» Ä ÄÄ Ä ruin it gefügt worden, es ist ein Fehler, das Flottengesetz so- £aIl^ ^ir "Een darauf bringen, bald eine bekommen rm Interesse des Friedens und des ^).er öwnte .Punkt ber, daß wir sagten die Leoen-^dauer unferer schiffe ist viel z"u hoch angenommen . lange lebenden Schiffe kennt auch keine andere Marine, wenn die schisse nicht mehr modern sind, werden sie verkauft, eo machten es die Engländer, sie haben 155 dlumal verkauft. Die etwas registraturmäßig auf- sowohl angemessenes" IÄÄÜS der Lebensdauer bereif e fälle, die feine Persml in Ausübung seines Dienstes treswn an best mm e pw^en ^gt mck seiner Agitation seitens der Gemeinde zu fordern berechtigt fein soll. und ba mrbe n m Stuttgarter Tagung Um diesen Gedanlen m Wirklichkeit umzusetzen, ist es nötig wir vertreten die ln- Refolution gefagt: eine Lehranftalt zu errichten, die den Zweck hat, Leute auszubilven I m'nen niuü unh snfi kZ der okockenbau rascher er- WKS SShÄ®^*16*58; m äs» <«»»7,!,"!-"?«^"'"°"'" *" '“‘sJ“»'«w«. «.”& ä.*K S.Ä.ÄSS»S&£ WMUZMWB SL-SM KLRE-M W-ZEMMMW Mängel ersetzen, dies ist aber bei ber Flotte nicht möglich- Was hilft uns auf Seeialler Todesnint ^»tt wrr mcht weit genug feuern können, tonn btetataw m t nnb E kur aLsechs^ W Siti°mCtel entfetnu«S schießen können h,=ri51e Rl"^"i>U"gcn unserer Gegner hatten keine Berechtigung Ghsiu- Tt n-^er F^ttenverem festgeblieben und hat gesagt: das ftnd keine Einwande, das sind Phrasen, die man braucht weil man uns nicht sachlich betonten kann". Ich rechne es mir zum Verdienst an, daß ich meinen alten Freund Kardorft be- ß?9 w l)Q^f ?te Unterseeboottrage int Reichstag anzuschneidew WUWHUWM!üMMLUM 1 BSass,,“',K's”” --«»■« 3’kb»t° ertranfiin“ ^Wer (burch bic Geburtshelfer) bei iung einberufen, in ber d°e Ltüttgattc^ Rechsütion toetoS , ^d-r Erkranlu.ig eines Tieres den Tierarzt zuzuziehen wurde- Darauf wurde eine Petition »nn £Ännn T !u Wett entkernt" tounn" hUf rin-S??z ^"gUchst abzufchaffen. Männern unterschrieben und an ben ReichstagO von 20 auf 15 Jahre herabgesetzt wnrde- Es ist seinerzeit darauf .Ertrag ^Generals e i n/ouf bev ^t^rfa1nmlun3 I wichen besl Flottenvereins entgegen ZZDIK?».-» DLMMM-LZ Z8Z WEWMMS8SM „, ,7; Zwischen dem Direktor ber Reinhardt. Bühnen ,u rt'ÄÄÄfc ta&ÄÄ in der' Mehrheil'ans -Pe7s°n7n u'^erUn LMna Tl 5Ut 6"6 Bafferman'n niit’fcVnerl$e‘d)äühiny6(1 ^«^»9 für b^^8Stottc^$e^$auCrU^ann1 rechnen ’?LbeC Maßgabe dieses Verhältnis bei Lessing-Theater unzufrieden ist, da er eine Berwendting üt tta sticke ! er weiß, wenn die Häsen blockiert sind, wenn HandelVnb S ■“•äs gemacht. Interessant ist es daß uonSohlen kam die Kölner Tagung. Sie haben schon ^in»fl-^eater zu demselben Ter ni r v rläßt ^u ^u en'chläger gehört, daß wir dort zu einew er reu von der Bühne Bmhms zu 'den Frledenssch^ gekommen sind, ich kann wohl sage? daß ^i??p?°,.^"^ordts übertritt. — Bassermann isi uns Gießeiiern 1ollen ^tn.gen Rücksicht auf das Ausland beiae- **. «S?xäs v *«” i**cä‘,.sä fiLn'i dem schloß Ehatemay bei Paris ist in hpr w'm-Fn ZMWZMLZZ ZMUMLSMr bctt''2Mcr^^b^'LlfÄ cit^L!!k^b'^' • b,tt nehmhett der Gesinnung, Adel ber i°nrm Soziologe. Vorwicht der Gedanlen Grazie W beachtenswertes Ge- die man ihm mtt ^tem Lt^nackrütott Vorzüge, M UldjtJ\\n Großen gehören, wiro dem Heimgegangenen^und seinem Andenken alle AsUszeichnung gewähren- Mangel ßii Rücksicht Hiigcn neben den Pertretern der Presse die t Pflanzer, weil ihnen keine Gelegenheit gegeben werde, ihre t Wünsche und Beschwerden Herrn Dernbnrg vorzntragen- Offen- 1 bar ist auch hier die Knappheit der Zeit von Einfluß, und cs mag ( vielleicht das industrielle Interesse — Eisenbahn bau — dem Staats- I sekrctär für jetzt beachtenswerter erscheinen, als dasjenige der 2lns StaSt und Lnnv. Gießen, 8. September 1907. ] ** Ordensverleihung. Wie uns aus Darmstadt i drahtlich gemeldet wird, verlieh S. K- H. der Groß- • Herzog dem Generaldirektor des Hoftheaters Werner : anläßlich seiner vierzigjährigen Zugehörigkeit zum Hof- theater das Komturrreuz des Beroienstordens Philipps des Großmütigen. ** Ru h e ft a n d s v e r s e tz u n g- Ter Lokomotivführer in der He,slsch-Preußtschen Eifenvahngemeinschast Joys. Seeth zu ließen wuroe auf sein Nachsucheu wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. ~ ** Zurückgenommene Ernennu n g. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben die Ernennung bex> Steuertom- nlissärs Regierungvrat Stroh zu Mainz zum Steuerkvni- nnsjär des Steuertommissarmts Gießeu auf dessen Nachsuchen zurückgenomuien. ** Po stp e r s o n a l u a chri ch te n. Versetzt sind: Postassistent Jak. Köhler von Bad-Rauheim und die Telegraphenassistenten Palm von Offenbach und Schneidler von Darmstadt nach Berlin; Telegrapheugehckfin Anna Vöglin v. Frankfurt a. M. nach Darmstadt. Etatsmäßig angesleUt: Telcgraphengehilfin Lorge in Mainz. Bestanden: die Poslselretärprüfung Post- assistent Georg Becker in Mainz. ^lngenounnen sind: als Postgehilfen Oberrealschüler Barth und Gymnasiast Beck in Mainz; als Telegraphengehilstn, Elsa Lnnbach in Mainz. Freiwillig ausgeschieden sind: Postgehilse Widerstein in Offenbach, Postgehilfin Großer in Darmstadt und die Telegraphen- gehiljinnen Engelhardt und Winter in Darmstadt und Stark in Mainz. ** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Hergers- hausen Jak. Helfrich auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. — Erledigt sind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. und 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Krrch-Brom- b a ch. Tem Fürsten zu Lvwenstein-Wertyeim-Rojenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg stehl das Präsenlarronsrecht zu. Mit der 1. Stelle ist Organistendienst verbunden. Tie mit einem kathol. Lehrer zn besetzende 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Over-Wöll- stad t. ** Sexual hygienische Belehrung der Schuljugend. In Nr. 246 der „Frkf. Ztg." vom 5. Sept, findet stch die Nvr^z: „Nun har auch das hessische Schutunniste- rium zu der wichtigen Frage der sexuathygienischen Belehrung der Schuljugend Stellung genommen. In einer soeben an die Direktionen der höheren Leh-ranstalten des Großherzogtnms gerichteten Verfügung druckt die oberste Schuldehvroe den Wunsch aus, daß den Abiturienten dieser Schulanftalten entsprechende Belehrungen nach dieser Richtung zu geben seien. Tas ist nach der „Darmstädter Zeitung" nicht ganz richtig. Die Ministerialavteilung für Schulangelegenyeiten Hal bereits 1905 Stelluirg zu der Frage genvimnen und im Frühjahr l. I. sind den Abiturienten der höheren Lehranstalten zu Tarm- stadt versuchsweise Belehrungen über die sittlichen und ge- sundheitllchen Gefahren geschlechtlicher Ausschweifungen, so- wie unmäßigen Atroholgeuusses in Form von Vorträgen durch den Vorstand des Grvßh. Kreisgesundheitsarntes erteilt worden. Tie Anordnung hat bei den Eltern der Schüler Billigung gesunden und wird im Lause des Schuljahres aus alle Vollan st alten des Landes ausgedehnt werden. ** D i e M anöver in Ob er Hessen- Am Donnerstag herrschte ausgiebiges Regenwetter, die Wege und Felder waren aufgeweichl- Trvtzvcm wurde auf dem Gefechtsgelände abge- kochl und Ververeuungen zum Biwuk getrosten, doch mußten die Truppeil abends 9 Uhr noch in Mastenquartieren untergebracht werden- Freitag früh begannen die Gefechte wieder, die fchlüpfrigen Wege machten das Marschieren sehr beschwerlich, am Abend wurden große Biwaks bezogen, die von vielen Schlachtenbummlern besucht wurden- Am Samstag wurden die Gefechte wieder ausgenommen und gegen Mittag beendet, worauf die Truppeil Quartier bezogen- Die allgemeine Kriegslage war die Festung Mainz, die von roten Truppen belagert wurde- Ein blaues Entsatzhecr wird im eigenen Lande von Norden her mit der Eisenbahn herangeführt, Frankfurt a- M. und Hanau sind von roten Truppen besetzt- Die blaue Armee ist von überlegenen Streitkräften nach Osten >über den Rhein zurückgegangen und hat bei Grünberg, Gießen und nördlich davon Front gemacht- Die roie Armee folgt nut ihrem rechten Flügel über Limburg auf Gießen- Sie hat Truppen zur Einschließung von Mainz abgezweigt. Den roten Truppen war die Ausgabe gestellt, zu verhindern, daß blaue Truppen, die zum Entsatz von Mainz heranrückten, aus den Bahnhöfen Friedberg, Hungen, Nidda und Stockheim ausgeladen wurden. Uni) so fpielten sich auch die Manöver nach den Richtungen der Bahnhöfe ab, die von blauen Truppen verteidigt wurden. Die 42. Infanterie-Brigade kampsle auf ben Höhen zwischen ''Nidda- und DUbbertal um den Besitz der Bahnhöfe Stockheim, Ranstadt, Nidda, die 49- Brigade um die Bahnhöfe Friedberg und Hungen, die 50. Brigade zwischen Heldenberg en-Windecken und Assenheim, die 41. Jnf.-Brigade hatte die Bahiihöfe Gedern und Biersteiii zu beobachten- Die 81 er, 80 er und 116 er rückten Freitag früh aus, Büdingen und Umgegend und haben jetzt in Ranstadt, Staden, Atockstadt bis Nidda Quartier bezogen, ihnen ist eine Abteilung der 27 er Artillerie und der 23 er Dragoner zugeteilt, da die Hanauer Ulanen bis auf etwa nur eine Schwadron wegen einer Pferdekrankheit nicht am Manöver teilnahmen- Innerhalb der 49. Brigade spielten sich in der Umgebung von Nicder-Wöllstadt, Friedberg und Wölfersheim intereiiante Gefechte ab. Am Donnerstag kämpfte die Brigade um die Höhcn von Ober-Wöllstadt und Nieder-Rosbach Die rote Partei bildeten 115 er, 2. Bat. 168 er und die dritte Komp- des 21. Pioiuer-Bat., die blaue die 116 er, 1. und drittes Bataillon 168 er, jeder Partei war eine Abteilung 24 er Dragoner, 25 er Artillerie und eine Munitionskolonne zugeteilt. Not wurde von Oberst Hutter, blau von Oberst von Linden au befehligt- Am Freitag galt es, den Bahnhof Hungen an- zugrcifen, das Gefecht fand bei Wölfersheim und Berstadt statt, die blaue Partei wurde zurückgeworfen, die Truppen bezogen zum Teil Biwak und zwar am Abhang des Wintersteins zwischen Ockstadt, Ober-Rosbach und dem Beinhardshof- Das Regiment 115 bezog Biwak bei Ober-Rosbach, während das 1- Bat. 168 er bei Ockpadt Vorpostenbiwak bezog. Das Gefecht begann auf den Höhen zwischen Ober- und Niederrosbach bis zum Sauerbrunnen, die 116 er umgingen, gedeckt durch die Waldungen, den Feind und griffen ihn unvermutet zwischen Löwenhof uird Beinhardshof an, besonders heftig wurde am Rosbacher Bahnhof gekämpft- Auch Teile der oO. Brigade hatten Biwak bezogen und zwar bei Heldenbergen und Rendel- Friedberg hat ca. 2600, Bildet ca- IcOU Mann Einquartierung. Am Montag beginnen die Divifionsmanöver- — Im südwefllichen Vogelsberg in den oberen Flußtälchen der Salz, der Nidder, der Brach: und des Seemenbachs manövrierte bitj 41. Jnf.-Brigade, dass ,Ap- tillerie-Negiment ^Frankfurt", die 27 er Artillerie- Innerhalb dieser Truppenteile begann ein Gefecht auf den Höhen bei Fischborn und Nieder-Seemen- Die 87 er bezogen Biwak bei Bös- Gesäß und Nieder-Seemen, das Artillerie-Regiment „Frankfurt" bezog in und um Gedern, die 23 er Dragoner in Mittelseemen, die 27 er Artillerie bei Steinau Quartier. Samstag früh 7 Uhr ammelte sich die blaue Partei auf der Höhe 467 bei Ober- eemen, die rote bei Kirch-Bracht- Um die Höhe 467 entspann ich ein heftiges Gefecht- Rot machte einen Sturmangriff auf die Höhe und wurde ober abgeschlagen, als es dann Verstärkung erhalten hatte, gelang der Sturm und blau mußte sich bis nördlich Ober-Seemen zurückziehen- Auch die Artillerie griff ins Gefecht ein- Am Mittag rückten die Truppen in ihre Quartiere- ** Der Landes-Gewerbeverein hält, wie früher chon mitgeteilt wurde, am 22. Sept, seine Hauptver- ammlung in Schlitz ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Pfarrers Hotz-Schlitz über die Entwicklung der Gewerbe in Schlitz, ferner die Reform des Zeichenunterrichts an den Handwerkersonntagszeichenschulen (Berichterstatter Gewerbeschulrat Mayer in Darmstadt) und die Gesellenprüfungen in Hessen (BerichterstatterRegierungsrat Roack in Darmstadt). Rttt der Hauptversammlung ist eine Ausstellung der Gewerbeschule zu Alsfeld, der Großy. Webschule zu Lauterbach und der oberhessifchen Handwerkerschulen verbunden. (R.) Oden hausen, 7. Sept. Bei der heute hier abgehaltenen Gemeinderatswahl wuroen die Landwirte Jak. Werner und Kasp. Schomder mit je 29 Stimmen wieder-, owie Landwirt Kasp. Konrad mit 43 und Gastwirt Haupt mit 36 Stimmen neug"wählt. Aiorgen utw übermorgen indet feit 10 Jahren wieder einmal hier Kirchweihfest tatt. Man hat also nicht nötig, wenn über die vielen Festlichkeiten geklagt wird, unserm Torfe die Schuld bei- zumejsen, indem es in dieser Beziehung gewiß sehr zurückhaltend ist. lp S ch o 11 e n, 7. Sept. Ter Neubau unserer höheren Bürgerschule ist jetzt im Rohbau vollendet. Die Einweihung des stattlichen Gebäudes erfolgt im Sommer 1908. — Ter Schreinergeselle Aug. Schwab feierte sein 25jähr. Arbeitsjubiläum. Er ist seit 25 Jahren ununterbrochen in der Möbelfabrik von Wilhelm Grandhomme tätig. — In der Nähe des Bahnhofes sind mehrere industrielle ttnterneymungeu im Entstehen begriffen, auch eine Weberei und Zigarrensabrik sollen hier errichtet werden. --- Büdingen, 6. Sept. Zu Gemeinderatsmitgliedern wurden gewählt in Altwiedermus Alb. KNickel, Hch. Müller I. und Christian Glanz IV.; in Bellmuth Gottfr. Zeiger, Karl Nies II., Aug. Scherer und Ludw. Reuter; in Bingenheim Wilh. Bauer, Wilh. Ullrich, Johs. Wilh. Bücher und Hch. Wilh. Böa)er; in T i e b a ch a. H. Frdr. Gerth VII., Hch. Seiler III., Phil. Eckert und Gg. Zieg III.; in Dudenrod Wilh. Bauer I., Wilh. Weinel ll. und Phil. Pipp; in Echzell Hch. Frdr. Schultheis, Phil. Stoll II., Phil. Präsried I. und Wilh. Stoll III.; in Eckartsborn Otto Schuchmann, Gust. Meyer und Louis Weber; in Effolderbach Karl Adam, Hch. Wilh. Beru- ges II. und Hch. Spitznagel VI.; in Geiß-Nidda W. Reinhardt, Konr. Scherer II. und Johs. Kcnr. Kreutz; in Gelte n a u Wilh. Ostheim II., Hch. Wenzel IV. und Wilh. Roos III.; in Langenbergheim Hch. Euler I., Ernst Kraft und Hch. Kniael; in Schwickartshausen Karl Seum, Louis dttes und Ernst Sckmeider; in W i v p e u b a ch Aug. Winter, Hch. Schneider und Hch. Kuab und in Wolf Karl Albrand, Hch. Wolf und Frdr. Kuhl. R. B. Darmstadt, 8. Sept. Bor acht Tagen war, wie gemeldet, auf der Böll stein er Höhe im Odenwald der Mühlenbesitzer Klingen aus Ober-Kainsbach von einem jungen Burschen überfallen und mit dem Revolver bedroht worden. Auf seine Hilferufe kamen Leute hinzu und der Räuber flüchtete in den Wald. Jetzt ist es gelungen, den Attentäter in der Person des 17 jährigen Zeichners Ludwig Bundschuh aus Kirch-Brombach zu verhaften. Er hat die Tat eingestanden. — In der Nacht zum Dienstag voriger Woche war, wie wir berichteten, in Arheilgen der Hausierer Georg Reitz VI. mit zwei Bekannten namens Anthes und König in eine Rauferei gekommen, wobei Reitz das Messer zog und König so schwer durch einen Stich in die rechte Seite verletzte, daß er sofort in das hiesige Landeskrankenhaus verbracht werden mußte, während Anthes anscheinend mit einer leichteren Verletzung davonkam. An den Fwlgen seiner Verwundung ist nun König am Samstag gestorben. Wie die am Sonntag früh vorgenommene Sektion der Leiche ergab, hatte der Unglückliche einen mit außerordentlicher Wucht'geführten Stich in den Leib erhalten, so daß eine Rippe durchstochen und die Leber schwer verletzt wurde. Inzwischen hat sich auch der Zustand des Anthes so verschlimmert, daß er gleichfalls ins Landeskrankenhaus geschafft werden mußte und dort schwer krank darniederliegt. Der Attentäter ist vorgestern in Untersuchungshaft genommen worden. .J. -tt- Wetzlar, 8. Sept. Em Dum me rj u n g e n streich hat hier eine angesehene Familie in arge Ungelegenheiten gebracht. Ein löjähriger abenteuerlich veranlagter Gymnasiast, dem die Schule und der den Lehrern wenig Freude machte, wußte sich in den Besitz einer größeren Geldsumme aus dem Vermögen seines Vaters zu bringen und reifte spornstreichs nach Berlin. Dort verjuxte er einen Teil des Geldes in der Gesellschaft junger Dämchen, denen er wertvolle Ringe und Ketten kaufte, beging aber auch die verblüffende Dummheit, Verwandte seiner Eltern aufzusuchen. Diesen fam _ber unerwartete Besuch des Reffen höchst verdächtig vor. Sie telegraphierten hierher und so wurde der Ausreißer denn schleunigst zu den Eltern zurückbeordert. Der Empfang in seiner Vaterstadt wird ihm hoffentlich für jein ganzes Leben zu denken geben. Generalversammlung der Internationalen «er- einignng für gewerblichen Rechtsschutz. (Unb. Nachdruck verboten.) S- u. H. Düsseldorf, 6. Sevt. . Ink Anschluß an die Verhandlungen des deutschen Vereins : für den Schutz des gewerblichen Eigentums tagte heute die - Internationale Bereinigung für gewerblichen : Rechtsschutz- t Direktor von Schütz-Berlin eröffnete die Tagung mit einer , Begrüßungsansprache, worauf Prof. Dr. OsterrietH-Berlin > den Jahresbericht erstattete. - Als Ort für die nächstjährige Tagung wurde Stockholm - bestimmt- > Hierauf erstatteten die ausländischen Vertreter Bericht über , den Stand der Patentgesetzgebung in den einzelnen Ländern und ? die erreichten ober noch zu erstrebenden Verbesserungen auf dem i Gebiete des Patentwesens- > Eine Resolution „Das Schweizerische Patentamt wird - gebeten, bei der Aenderung des Patentgesetzes auch eine Axnde- rnng der Vorprüsungspraxis in modernem Sinne eintreten tu lassen" wurde mit erl-eblicher Mehrheit angenommen- Professor Osterriet h - Berlin berichtete über die Berhiilt- nisse in Deutschland und insbesondere über die Ergebnisse der Tagung des Deutschen Vereins für gewerblichen Rechtsschutz- Be- chlüsse wurden nicht gefaßt- (ßcridytsiaal. Landau (Pfalz), 6. Sept. Die Strafkammer verhandelte heule gegen v i e r Winzer aus Rhodt wegen Weint ätsch nn g unb verurteilte die Wmzer Heinz und Üietzer zu je einem Monat Gefängnis und 500 Mt. Geldstrafe, Barth zu einem ÜJionat Gefängnis unb 200 Alk. Geldstrafe unb Biehler zu 600 Mk. Geldstrafe. W i e n, 6. Sept. In dem Prozeß gegen bie siebzehn ruthenis ch en Studenten trat der Staatsanwalt von der Anklage des Verbreck)ens der fcljiveien Körperverletzung gegen den fluchtigen Krals, zurück; ferner ließ er wegen unzulänglicher Beiveise die Anklage gegen sechs Beschuldigte fallen, die sofort f r e i g e s p r o ch e n wurden. Börsenwochenberichl. Ter letzte Reichsbank-Ausweis hat einen Tropfen Wermut in den Freudenbecher der Börse gegossen, ließ er doch deutlich erkennen, daß die Flüssigkeit, die sich auf dem Geldmarkt zeigte, unb die wiederum das Vertrauen kräftigte, loeit mehr ein Produkt der Vorbereitungen b_er baute banque für den Ultimo gewesen ist, als ein Nachlassen des Bedarfs für Handel, Industrie und Landwirtschaft. Die Ansprüche, die an die Reichsbank gestellt wurden, waren so groß, daß die steuerfreie Noten- reform wieder um 19 Millionen überschritten wurde. Dadurch zog auch die Leihrate am offenen Markt wieder etwas an, der Privatdiskonto stieg auf 4;:/i Proz., nur kurzfristige Getder, sog. tägliches Geld, war zu 3 bis Ist? Proz. erhältlich, weil aus der Ultimoliquidation, für die man übergroße Vorbereitungen getroffen hatte, Geld übrig blieb, welches an der Börse ausgeliehen wurde. Durch die Wahrnehmung, daß man sich der Sorgen über die weitere Entwicklung des Getdmarttes zum Herbst noch nicht ganz entschlagen kann, ist die Spekutafion wieder zurück- haltenoer geworden, aber das Publikum nimmt heute doch mehr Käufe vor, als noch vor einigen Monaten und dadurch tvurde der Börse ein gewisser Halt gegeben. Insbesondere kann man Käufe, wenn auch vorläufig noch in bescheidenem Rahmen, in Anlagepapieren wahrnehmen. Tie deutschen Staats- unb Städteobligationen, sowie Eisenbahn-Prioritäten sind derart gedrückt, daß man eine Erholung wohl sicherlich in Aussicht nehmen kann, wenn nur die Spannung auf dem Geldmarkt erst einmal nachgelassen haben loirb; auch viele ausländische Rentenpapiere sind über Gebühr geworfen. Letztere wurden namentlich vom englischen Kapital gekauft, was zum Teil damit zusammenhängen mag, daß jetzt eine 6 proz. Japanische Anleihe zur Rückzahlung gelangt unb für diese Gelder andere Anlagen gesucht werden. Aber die Londoner Börse befindet sich überhaupt in besserer Verfassung und fängt jetzt auch an den Minenmarkt wieder zu bearbeiten, wobei man sich auf die besseren Ausbeuten stützt. Die steigenden Getreidepreise, ebenso die verschiedenen Fallimente haben diese Woche auf die Stimmung wohl etwas dämpfend gewirkt, aber sie konnten doch nicht verhindern, daß das Kursniveau sich weiter hob. Deutsche und ausländisi,e Fonds wurden fast durchweg höher bezahlt. Interesse zeigte sich für russische Fonds infolge der Unterzeichnung des russisch-englischen Abkommens, doch ging ein Teil der Avance durch die Ausbreitung der Cholera und die neuen; Unruhen wieder verloren. Chilenen erholten sich um 2 Proz. Helios-Obligationen stiegen 4 Proz., weil bie Chancen für eine Regelung der Petersburger Interessen sich gebessert haben. J8 a n V attien gewannen durchschnittlich 1 Proz., ebenso Schifffahrt s - und Eisenbahnaktien, aber Montanpapiere zeigen Avancen bis zu 10 Proz. Von anderen Industrie- papieren waren Zementwerte gefragt und höher, weil viele Unternehmen bereits die Produktion für 1908 ausverkauft hoben sollen. Von chemischen Werten stiegen Albert 16 Proz., von Maschinenfabriken Dürkopp 10 Proz., Kleyer 7 Proz., Wittener 8 Proz., ferner gewannen Zellstoff Waldhof 14 Prpz. und Wessel Porzellan 5 Proz. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankl urica* Börse, 9. Sept., 1.15 Uhr. 3^°/e Reichsanleihe . . 93.05 3% do. . . 82.90 3J4°/O Konsols .... 93.50 *6% do 83.00 3j^°/o Hessen ...» 91.50 3>$0/0 Oberhessen . . . 90.00 X% Oesterr. Goldrente . 98.15 4l/6% Oesterr. Silberrente 98 00 4% Ungar. Goldrente . . —.— 4.% Italien, Rente . . . 102.95 356 Portugiesen Serie I . 66.00 3% Portugiesen „ III 6630 4 'A °/0 rnss.Staatsanl. 1905 91 30 4>£oyo japan. Staatsanleihe 89.40 4% Conv. Türken von 1UU3 93.10 Türkenlose 141.00 4 -6 Griech. Monopol-Anl.. — 4% äussere Argentinier . —•— 3°/e Mexikaner < . . 61.50 4>i7o Chinesen .... 94.95 Aktien: Bochum Guss, .... 206.10 Buderus E. W. . . . 114,50 Tendenz : still. Berliner Börse, Canada E. B 164.50 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 222.70 Dortmunder-Union C. . . 65.60 Dresdner Bank ... 136.70 Tendenz: schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 114.00 Elektriz. Schnckert . . . 100.50 Eschweiler Bergwerk . . 212.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 192.00, Hamburg - Amerik. Paket!. 129.00 Harpener Bergwerk. . . 195.10 Laurah litte 220.59 Nordd. Lloyd 112.60 Obeischles. Eisen-Industrie 100.00 Berliner Handelsges. . . 151.40 Darmstädter Bank . . . 125.40 Deutsche Bank .... 223.70 Deutsch-Asiat. Bank . . 140.00 Diskonto-KommandiL . . 168.00 Dresdner Bank . . . 137.25 Kreditaktieu 198.80 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn .... 92.50 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 30.75 Oesterr. Staats Dahn . . . 141.30 P ri nce-H enn- Eisen b ahn . 126.50 9. Sept. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. « . — Laurahütte .... —.— Lombarden E. B. ... 30.80 Nordd. Lloyd .... 112.40 Türkenlose .»•«.• —.— Kindermehl ■Krankenkost Bestbewährfe gesunde und magendarmkranke Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. I Darmstädter Möbelfabrik Darmstadt, Heidelbergerstr. 129 . . ■. Kunstschreinerei Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils. Grösste, existierende, stets wechselnde Sonderausstellung von ca. 300 M mustergültigen Wohnrliumen in jeder Preislage. 0 LN" Man verlange Preisliste mit Abbildungen. -MSO blä/a 06395 Kurz-, Woll-, Mode-Waren und Kinder-Konfektion. I Ziehung | 120000 Gö DEMO r Zv/ei tisuotgew. rus.W Mk. MDSG - n.*,. erbeten. Ein tüchtiges, fleißiges kräftige Amme Bon einer hiesigen bedeutenden 5683 | 2 vrs 8 Zimmer Wohnungen stets zu haben [5453 Stepbanstr. 25,1. 2L Lirm Petri, pffrüste Lch-ttU 5682 § a7» Hochachtend ZM i n alten Arte nuhd Quälirä fei Erstklassiges Fabrikat« Kataloge gratis und franko. 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