Nr. 184 Erscheint täglich außer SormtagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit monatlich 75 Pf., vierteljährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf.,- auswärts 20 Pfennig.' Verantwortlich lür den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und ^Vermischtes * Annahme von Anzeigen tjy «^7 . a v u.Land" und ^Gerichts- bis oormit?ag8niümu^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. K. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schuistratze r. llln^g-nieu'? dem ksessischen Landwirt die Eichener Zainllien- bldtter viermal in der Woche beigelegt unb zweimal wöchentlich daß Kreteblatt für den Kreis Eichen. Fernsprech-An- schlußf. d.Redaktion1I2 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 8. August 1907 d d *BezugSp^ket-r GlehenerAyzciger General-Mzetzer fir Oberhchen Iwei Weltsprachen. ita Ein amerikanisches und ein japanisches Geschwader waren lnt üngft gleichzeitig im Hafen von Brest zu Besuch. Wie es ([ ^eißt, haben da die Offiziere beider Geschwader miteinander P, nett vertrauteren und freundschaftlicheren Verkehr gepflogen, 1 ,ir k„.. ___urir^c.___ ____k__ arrr__k;„ ils mit den französischen Kameraden. Allerdings nicht aus wlitischen Gründen, fortbem einfach deswegen, weil die japan. 7 Seeoffiziere durchweg vortrefflich englisch spreche, während weder jy; re rroch die Amerikaner des Französischen kundig find. ' Der Vorgang ist lehrreich nicht zuletzt für Deutschland, auf j >essen Schulen, soweit sie moderne Sprachen lehren, fast durch- lt1 veg der ersten Weltsprache, dem Englische::, nicht dieselbe Pflege d fUteil wird, wie dem für die Praxis des internationalen Lebens ast wertlosen Französischen. Der bekannte Weltreisende Paul d Dehn macht in einer Zeitschrift darauf aufmerksam, daß gegen- q uärtig in England mehr Deutsch gelernt und verstanden wird, ■iv rls Englisch im deutschen Binnenland, daß die Briten es nicht verstehen, wie man in Deutschland noch immer die französische Ä Sprache vor der englischen bevorzugen könne, während sie, >ie praktischen Engländer, längst eingesehen hätten, daß die ,iveü:e Weltsprache, Deutsch, für sie viel wichtiger sei als Fran- chsisch. Tatsächlich enttvickelt sich der internationale Verkehr Deutschlands zum weitaus größten Teil in der Richtung auf > ne englisch sprechenden Länder, während sein Güteraustausch mit ' I Frankreich wenig bedeutend ist. Auf das Gegenteil dieser, realen Üerhältnisse ist die fchulmäßige Unterweisung in. Deutschland, >esonders in Preußen, zugeschnitten. Betrachtet man die höheren Lehranstalten, so kann nur >£m den Ober-Realschulen gesagt werden, daß sie das notwendige na Maß moderner Mldung vermitteln. Die Abiturienten dieser Lchulen werden denn auch mit Vorliebe in das Seekadettenkorps letz rufgenonrmen, mid ein „gut" im Englischen sichert ihnen dort jj| peitere Vorzugsstellung. Leider gibt es aber unter den höheren n Lehranstalten in Preußen am wenigsten Ober-Realschulen,^ wahrend ’ )as die klassische Bildung vermittelnde humanistische Gymnasium ; rn Zahl weit überwiegt. Zu seinen Gunsten hat sich auch Fürst chß Zülow kürzlich dein: Empfange einer Oberlehrer-Deputation aus- zesprvchen. Es soll hier nicht die Frage der Schulreform auf- zerollt, sondern lediglich und allgemein einer größeren Pflege ; >es Unterrichts in oer englischen Sprache das Wort geredet werden. Sie wäre auch an den humanistischen Gymnasien rnog- ich, wenn man dazu übergehen wollte, Englisch zum pflicht- zernäßen, Französisch aber zum Wahl-Unterrichtsgegenstande zu rat nachcit. Bis jetzt hat man es in Preußen umgekehrt gehalten, - nit dem Erfolge, daß nur verhältnismäßig wenige Schuler der ent Oberklassen am englischen Unterricht teilnahmen. „ Auch an den Mittelschulen, deren Besucher zumeist dem kaufmännstchen oder ■mein anderen praktischen Berufe sich zuwenden, sollte d:e engl. lss Sprache vor der ftanzösischen bevorzugt werden. uij Die Deutschen dürfen stolz darauf sein, daß ihre Sprache neben der englischen als Weltsprache' gilt und überall auf der 0t| s'Lde verstanden oder gesprochen wird. Sie müssen aber, wollen ,13 i’ie ihre Einflußsphäre behaupten und erweitern, rnehr Wert A gen auf die Kenntnis der Sprache ihres mächtigsten. Konzil kurrenten. Auch das ist unbestreitbar eine bedeutsame „Forderung ^studieren, sie alle würden von der obligatorischen Einführung B des englischen Sprachunterrichts den größten Nutzen zrehen. vur ’ V iri MPlnnrhpn. denen. den Staal aber ist es heute zur Notwendigkeit geworden, denen, die er mit den besten Bildungsniitteln ausrufwl, die Faktoren greifbar plastisch vorzuführen, durch die England groß geworden ist, mit deren Hülfe es heute feine herrschende Stellung Eimmt. So einleuchtend die beher^chende Rolle ist, die England heute «vielt so klar ist die Notwendigkeit unsererseits, die Konsequenzen daraus zu ziehen, um den Wettkampf mit Aussicht auf Ertzolg aufnehmen und durchführen zu können, und die Eingabe appelliert deshalb an die staatlichen Organe, diejenigen, die m diesem Wettkarupf an vorderster Stelle stchen, mit allen Wasfen und erj ^8, Dages" D^er Verein Berliner Kaufleute und Industrieller hat mittlerem weile in Gemeinschaft mit dem Zentralausschuß Berliner kauf- ich? männischer, gewerblicher und industrieller Vereine bet dem eniünterrichtsminister den Antrag gestellt, den byenglischen Sprachunterricht in den Gymnasien ^obligatorisch einzuführen. „ , j In der den: Antrag beigegebenen Begründung wird auf die ^Notwendigkeit und auf die Vorteile hingewiesen, die aus der ,3 Einführung des englischen Sprachunterrichts für die Besucher i der Gymnasien im aNgemeinen und für diejenigen imter ihiien, ’itt Die ihr Beruf mit den englisch redenden Teilen der Welt in Be- o.e rührung bringt, erwachsen müssen. Die beiden Korporationen en. erklären, es sorgfültigst vermeiden zu wollen, m den Streit der .Humanifteii und Realisten einzugreifen Ihr Bemühen geht dahin, zu zeigen, daß das Gymnasium rm Interesse der nationalen Wirtschaft und Kültur sich den B e dü r fn is sen d er P r ax is Junb den Erfordernis.sen, die an die Ausbildung voü 5 Kaufleuten, Ingenieuren, Kolonisatoren und Volkswirten ge tellt ; werden, nicht verschließen darf. Men, die einen praKtschen Beruf ergreifen wollen, muß vielmehr die Möglichkeit gegeben werden, sich die humanistische Bildung eines Gymnasiums anzueignen, und die Eingabe bezeichnet es als höchst, wünschenswert, daß nach wie vor ein erheblicher Prozentsatz der Piomere deutscher las Wirtschaft durch die Schule der Gymnasien gehe. Geräts m einer är Zeit, in der über die weitgehende Spezialisierung und Zersplttte- ü« rung, über Einseitigkeit der Interessen geklagt wird, m einer Zeit :aU zugleich, in der der nationale Wettkampf Her Volker „pnmei lckärfere Formen gnnimmt, in einem Kamp,e, der Persönlichkeiten erfordert, die mehr find als lediglich teelmisch au^gebib . bete Fachmenschen, sei es mehr als je notwendig,, daß den Or- t, ßanisatoren und Propagandisten deutschen Wirtschaftsleben^ die Möglichkeit der freien Entwicklung gewahrt bleibt, und daß die Gefahr einer uniformen Ausbildung verhindert wird, -^azu kommt, daß sehr viele Eltern ihre Kinder deshalb auf.das Gym- ^nasium schicken, weil den Msolventen des, Gymnasiums alle ■ Wege offen stehen oder Wert gelegt wird auf einen abg^chlossenen Bildungsgang oder endlich, weil die Eltern oft nicht m der 8 Lage sind, die Fähigkeiten und Neigungen ihrer Kinder scyon , bann zu erkennen, wem: es sich darum handelt, welche Schule lf ie besuchen sollen. In allen diesen Fällen bietet das Gymnasium Die Möglichkeit freier und rechtzeitiger Entschließungen. An diese 18: Ausführungen, die sich im voraus gegen die Einwande der- Ä jenigen richten, die das Gymnasium bestimmten Berufen und ' speziellen Zwecken reservieren wollen, schließen sich dre Darle- a gimgen, die die Notwendigkeit des englischen Unterrichts 7. betonen. Der Kaufmann, der neue Handelsbeztehungen anknupfl, L ber Beamte in unseren Kolonien, der Historiker und staats- ' ' mann, die der Kenntnis der engttschen Institutionen und ihrer rt« Geschichte bedürfen, der praktische Volkswirt, der heute oft ul rrtAf in her Lage ist, die klassische Schule Mi Original zu Werkzeugen auszurüsten, die tauglich und erreichbar sind; hierzu aber gehört in erster Linie die Kenntnis der englischen Sprache. Schließlich geben die Vereine noch die Frage der Errichtung eines „e n g l i s h College" nach Art des bei uns bestehendeti ftanzösischen Gymnasiums zur Erwägung anheim. Insbesondere der Verein Berliner Kaufleute hält die Einrichtung eines solchen „engtish College" für höchst wünscheiiswert Irr c£asie in Marokko. London, 7. Aug. Die Zahl der bei dem Bombardement von Casablanca getöteten Marokkaner wird jetzt auf 600 angegeben. Tanger, 7. Ang. (Havas.) Die drei Schiffe der Division Philibert wurden heute früh 1 Uhr 20 Min. bei .Cap Spartet gesichtet und dürften bald nach Mittag in Casablanca eintrefsen. Kriegsminister El Gebbas hat die Mannschaften der hiesigen Garnison, die zu den Stammen der Umgebung von Casablanca entkommen sind, e n t w a s f n e n lassen. Europäer dürfen die Wachtposten außerhalb dör Stadt nicht passieren. — Mohammed e l Torres hat den Gesandtschaften mitgeteilt, daß er für dieSicherheit der Europäer außerhalb der Stadt nicht verantwortlich sei. Die Eingeborenen seien über das Bombardement von Casablanca sehr erregt. — Aus guter Quelle verlautet, die ftanzösische Gesandtschaft habe die Behörden davon benachrichtigt, daß zum Schutze der Gesandtschaft und der Stadt Wachen gelandet werden würden, falls Unruhen Vorkommen sollten. Frankfurt a. M., 7. Aug... Die „Franks. Zig." meldet aus Berlin: Nach hier vorliegenden Berichten wird die Beschießung von Casablanca nicht als ein von der französ. Diplomatie geplanter Akt, sondern als ein militari s.ch e r Zwischenfall aufgefaßt, der dadurch veranlaßt worden ist, daß die französische Truppe, als sie zur Besetzung des französ. Konsulates in die Stadt rücken wollte, der mit den Marokkanern getroffenen Verabredung zuwider heftig angegriffen wurde und sogar von den Truppen des Maghzen beschossen worden sein will. London, 7. Aug. „Daily Mail" berichtet, daß nach ber Beschießung von Casablanca alle Europäer die Instruktion erhielten, sich in dem geräumigen Konsulat zu versammeln, wo sie von 250 gelandeten Matrosen beschützt werden, dis ftanzösische Transportschiffe neue Truppen landen werden. Geschütze und .Scheinwerfer sind bereits an Land befördert worden. Gerüchtweise verlautet, die Stadt Atazagan werde von marokkanischen Stämmen besetzt gehalten; Stadt und Umgegend seienbereitsebenso von den Franzosen bombardiert worden. Paris, 7. Aug. In hiesigen Regierungskreisen wurde zwar die Wendung, welche die Dinge in Casablanca genommen haben, nicht vorausgesehen, aber man zeigt sich zufrieden, weil man hofft, daß General Drudo uuu Admiral Philibert nunmehr leichtere Arbeit haben dürsten, die maroklanischen Behörden zur ehrlichen Mitarbeit an der Herstellung der Ordnung zu veranlassen. Einige Blätter meinen, daß in jedem einzelnen Hafen sich die Vorgänge von Casablanca erneuern würden. „Petit Parisien" weiß sogar schon von einer gegen alle Europäer gerichteten Revwlte in Mazagan und von der Notwendigkeit des Bombardements auch dieser Stadt zu berichten. London, 7. Aug. Der französische in Tanger liegende Dampfer hat im letzten Augenblicke Befehl erhalten, nach Ma- fragen, das etwa 50 Meilen südlich von Casablanca liegt, .zu gehen. Es find Unruhen dort ausgebrochen, und das Leben der Fremden in Gefahr. Tie Situation wird immer ernster, und man fürchtet für das Leben der Europäer im Innern des Landes. Tanger, 7. Aug. Die Matrosen, welche die Stadt Casw- blanca besetzten, haben mehrere neuerliche Angriffe der Ka- bylen zurückgeschlagen. Die Verluste der Araber sind beträchtlich. Paris, 7. Aug. Die Blätter erklären das Bombardement von Casablanca für vollständig gerechtfertigt und sprechen die Ueberzeugung aus, daß auch das Ausland diese Ansicht teilen werde. Der „Temps" schreibt, das Bombardement ist zweifellos über den durch die Algecirasakte vorgezeichneten Rahmm hinausgegangen. Die Konferenz konnte nicht vorhersehen, daß die in Marokko ansässigen Europäer Gegenstand von so häufigen Anschlägen sein würden, aber angesichts der Gefahr, die dem Leben und dem Vermögen aller Europäer drohte, wurde das Bombardement unabweislich. — Aus Tanger wird berichtet, daß der ftanzösische Geschäftsträger, Graf Saint A u l a i r e, sich zu dem Vertreter des Sultans begeben habe, um ihn über den Charakter des Bombardements von Casablanca aufzuklären und ihm mitzuteilen, daß die marokkanischen Behörden für die geringsten Angriffe auf die französischen Staatsangehörigen in Tanger verantwortlich gemacht würden. Der Vertreter des Sultans drückte dem Grafen Saint Aulaire das lebhafteste Bedauern über die Vorkommnisse in Casablanca aus. — Der französische Geschäftsträger hat ferner eine entschiedeneNotean Ben Sliman nach Fez gerichtet. Sie enthält eine Darstellung des unqualififrierbaren Hinterhaltes, in den die ftanzösischen Soldaten gelockt wurden, sowie einen Bericht über die weiteren Ereignisse, wobei Graf Saint Aulaire im Namen der ftanzösischen Regierung alle Vorbehalte macht in betreffs der etwaigen Ahndung dieser Handlungen. Der französische Geschäftsträger fordert ferner den Machsen auf: 1. den marokkanischen Behörden von Casablanca dringend den Auftrag zu erteilen, sich unter den Befehl des Kommandanten der französtschen Landungstruppen zu stellen und demselben ihren Beistand zu leihen, damit er die notwendigen Strafmaßnahmen treffen könne. 2. In wirksamer Weise über die Sicherheit der Franzosen in Fez und int Innern des Landes zu wachen. 3. Die Erfüllung der anläßlich der Ermordung des Dr. Mauchamps versprochenen Genugtuung zu beschleunigen und 4. die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Anwendung der durch die Algecirasakte vorgesehenen Reformen zu sichern. t , c _. x .. , — In der Mitteilung, die denStgnaturmach- ten der Algecirasakte von den Vertretern Frankreichs überreicht wurde, heißt es in der Hauptsache, baß bie Ereignisse den beschlossenen Maßnahmen, bie dem Machsen notifiziert werben sollten, zuvorgekommen seien. Die Note fügt hinzu, daß die bringende dtoUvendigkeit es immer mehr gebiete, die Polizei in den Häfen Marokkos zu organisieren. Sie bekräftigt den Entschluß Frankreichs, die Autori t ä t d e s S u l t a n s und bie Unabhängigkeit und Unversehrtheit seines Reiches auftecht zu erhalten und zu wahren. Tie Wote meldet ferner, daß die Ordnung, Sicherheit und Freiheit des Handelsverkehrs in Casablanca garantiert würden, und daß die Urheber der Niedermetzelungen und Anschläge der Beitrafung nicht entgehen werden. Schließlich erklärt die Note aii- drück- lich, baß die P o l i z e i von Casablanca und Umgebung im Verein mit Spanien organisiert werden wird. — Der französische Geschäftsträger in Tanger forderte einige Franzosen, welche in Elksar ansässig sind, auf, sich vorsicht- halber nach Larusch zu begeben. — Minister Pichon hat bie ftanzösischen Vertreter int Auslande angewiesen, den Regierungen die Umstände klarzulegen, die das Bombardement von Casablanca als unabweislich erscheinen ließen. Die ftanzösische Regierung bestätigt, daß bie Lage b c r Europäer in Mazagan und Rabat die größte Aufmerksamkeit erfordere. Der Kreuzer „Du Chalay" wird für alle Eventualitäten bereitgehalten. Wien, 7. Aug. Der Kabinettschef des ftanzösischen Ministerpräsidenten Clämenceau erklärte dem ^Korrespondenten der „Neuen Freien Presse", daß die Meldung, Clßmenceau beabsichtige, infolge der Ereignisse in Marokko seine Kur in Karlsbad zu unterbrechen und nach Paris zurückzukehren, vollständig unbegründet sei Die Haager Konferenz. Haag, 7. Aug. Friedenskonferenz. In der heutigen Nachn,ittag§sitzung der Unterfommiffion ber zweiten Kommission wurde der belgische Vorschlag beraten, der auf die Erneuerung der Konvention vom Jahre 1899 hinzielt. Nach dieser ist es untersagt, Geschosse aus Luftschiffen herabzuwerfen. Die deiltschen Delegierten hatten erklärt, für den Antrag zu stimmen unter der Bedingung, daß bei der Abstimmung Einigkeit erzielt werden würde. Bei der Llbstimmung stellte sich jedoch heraus, daß 27 Stimmen ohne Vorbehalt für die Annahme des Antrages abgegeben wurden und drel für mit dem Vorbehalt, daß Einstmimigkeit erzielt werden würde, sowie fünf Stimmen gegen den Vorschlag. Es wurde daher keine Einstimmig- tcit erzielt. Hierauf wurde em Verrrnttelungsvor-- schlag Italiens beraten, in bein gefordert wird, 1) daß es verboten werden solle, von den Luftschiffen aus Städte unb Dörfer, bie nicht verleibigt werden, zu beschießen und 2) daß ein Ballon, der zu kriegerischen Zwecken verwendet werden soll, lenkbar sein muß und durch eine aus Militärperjonen bestehende Besatzung gelenkt wird. Für Artikel 1 stimmten 21 Delegierte, dagegen 8, während sich 6 der Stimmabgabe enthielten und 8 nicht erschienen waren. Für Artikel 2 stimmten 30 Delegierte, dagegen 2, während 3 sich der Stimmabgabe enthielten und 9 nicht erschienen waren. Die Delegierten gaben alsdann die Gründe an, die sie bei der Abstimmung leiteten. Gündell-Deutschland vertrat die ^Ansicht, man könne für die lenkbaren Luftschiffe keine befonberen Regeln aufstellen. Diejenigen, die nicht lenkbar seien, könnten im Kriegsfälle unter Berücksichtigiing der Windrichtung 2C. bis zu einem gewissen Grade lenkbar genlacht werden. Gündells Ansicht nach liegen keinerlei berechligte Gründe vor, um sie ausziischließen. General Amourel-Fraiikreich schließt sich diesen Einsichten an. Vor Aufhebung der Sitzung erklärt Rey-England daß England sich auf den Boden der Konventionen von 1899 stelle, welche die Llnwendung von giftigen Gasen und von Kugeln untersagen, die im menschlichen Körper explodieren. — In der vierten Kommission der Friedenskonferenz unter dem Vorsitz des russischen Staatsrats v. Dtartens trat Ortchmnikow-Nußland für das Recht der Kriegführenden, Prisen zu zerstören, ein, besonders wenn es sich um Staaten handele, die nicht Häfen genug zur Verfügung hätten, um ihre Prisen dorthin zu führen. Satow-England vertrat den Standpunkt, daß bie Zerstörung gegen die Griindsätze der dleutralität verstoße. Eme Abstimmung fand zimächst nicht statt. Man ging dann zur Beratung des französischen Vorschlages über die Abschaffung d es Prisenivesens und der Aufstellung des Grundsatzes einer Entschädigung über. Renault- Frankreich änderte den Vorschlag dahin ab, daß die Staaten nicht aufgefordert merben sotten, Maßnahmen zu ergreifen, sondern nur sich bemühen sollen, Mittel und Wege für die Durchführung zu finden. Infolge einiger Vorbehalte erfolgte die Abstimmung über den Vorschlag getrennt. Freiherr Marschall von Bieberstein- Deutschland sprach sich für den ersten Teil in Bezug auf die Abschaffung des Prisenwesens aus, machte aber Vorbehalte betreffend den Grundsatz der Entschädigilng. Die Abltimmung über den ersten Teil des Vorschlags ergab 16 Ja, 14 Nein und 14 Stimmenthaltungen, über den zweiten Teil 7 Ja, 13 Nein und 14 Stimmenthaltungen. Es fehlten bei bei Abstimmung 12 Vertreter. England hatte erklärt, daß es in Bezug auf die Wegnahme von Prisen die Vorteile des bisherigen Verfahrens nicht aus der Hand zu geben wünsche. Nach kurzer Beratung über die Frage der Fortnahnie von Fischerfahrzeugen wurde die Sitzung vertagt. — In der gestrigen Sitzung des Komitees der ersten Kommission zur Prüfung der Vorschläge betreffend die Schiedsgerichte hat der zweite deutsche Delegierte, Geheimrat Kriege, die Erklärung abgegeben, daß die deutsche Delegation gegen die Anträge stimmen werde, die für alle Streitigkeiten juristischer Natur die schiedsrichterliche Entscheidung obligatorisch machen wollen. Die eingehende Prüfung dieser von Amerika, Schweden und Portugal gestellten Anträge habe bestätigt, was Freiherr v. Marschall schon am 23. Juli ausführte, daß ein so allgemeiner Welt- schiedsvertrag keine wirkliche, juristische Bindung darstellen würde. Außerdem hindere man damit die gesunde Entwicklung der wirklich obligatorischen Schiedssprechnng durch Verträge zwischen den einzelnen Staaten und auf Gebieten, wo sie wirklich möglich ist, und laufe Gefahr, die Idee der obligatorischen Schiedssprechung überhaupt in Mißkredit zu bringen. London, 7. Aug. Es scheint, daß eine Einigung bezüglich der Form des britischen Vorschlages über die Einschränkung der Rüstungen auf der Haager Konferenz zu Stande kommen soll. Die von Teuisch- land in der englischen Resolution beanstandeten Worte: „dringender als je" sollen durch einen weniger emphatischen Ausdruck ersetzt werden. Ernste Lage an der persisch-türkischen Grenze. Teheran, 7. Aug. In Bezug auf die kürzlichen Grenzverletzungen durch türkische Truppen wird gemeldet, daß eine türkische Abteilung, die sengend und brennend in der Richtung auf Urmin marschierte, das christliche Oertchen Mewan . mit Artillerie beschossen, die Kirche zerstöre und gegen 90 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder getötet und zehn Mädchen fortgeführt hätte. In Armin herrsche Panik, viele geflüchtete Russen seinen im Konsulat ausgenommen worden. Infolge der ernsten Lage wurde schleunigst ein neuer Gouverneur nach Täbris entsandt, und zwar der frühere Justizminister Ferman. De«t?cher Reich. Altengrabow, 7. Aug. Der Kaiser traf gegen s7 Uhr in Attengrabow ein und begab sich im Automobil nach der Kommandantur, wo er zu Pferde stieg. Alsdann begann das Exerzieren der Garde-Kavallerie-Divifion gegen die 2. Kavallerie-Division unter General Graf v. Brühl. Es folgte ein weiteres Exerzieren beider Divisionen unter Führung des Kaisers. — Der Kaiser kehrte, nachdem er den Vorbeimarsch der bei der Uebung beteiligten Regimenter abgenommen hatte, gegen 1 Uhr in das Barackenlager zurück und nahm hierauf das Frühstück im Offizierstasino ein. Die Nacht über wird der Kaiser im Lager verbleiben. Berlin, 7. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Um den Besuch, den der Kaiser auf seiner Nordlarrdfahrt der Kaiserin Eugenie abstattete, wird in ausländischen Wittern eine Legende gesponnen, derzufolge die Begegnung auf Ansuchen der Kaiserin durch den Kaiser Franz Josef vermittelt worden sei. Die Kaiserin habe die Gelegenheit benutzt, um dem deutschen Kaiser bisher bewahrte Geheimnisse von weittragender politischer Bedeutung mitzuteilen. Wir können feststellen, daß diese Geschichte jrei erfunden ist. Ter' Besuch des Kaisers auf der „Thistle" war unverabredet. Ter Kaiser hatte erst einen Tag vorher zufällig von der Anwesenheit der Kaiserin Eugenie in Molde Kenntnis erhalten. — Reichskanzler Für st von Bü l o w ist nach Entgegennahme einer Reihe von Vorträgen um liy2 Uhr gestern abend nach Norderney abgereist. — Das „Berl. Tagebk." meldet aus Königsberg i. Pr.: Tas Generalkommando des 1. Armeekorps hob infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse den größten Teil der Einberufungen von Mannschaften des Beurlaubten st andes, soweit sie sich aus der Landwirtschaft rekrutieren, auf. Wilhelms höhe, 7. Aug. Tie Kaiserin begab sich heute mit der Prinzessin Viktoria Luise und der Umgebung in Automobilen nach Witzenhausen und besuchte die dortige deutsche Kolonialschule. Dar--es-Salaam, 7. Aug. Der deutsche Kaiser sandte aus Swinemünde an Staatssekretär Dernbürg nach Tar-es-Salaam folgende Antwort: „Ich danke Ihnen und allen dortigen Deutschen für den Gruß aus der Kolonie. Möchte derselben unter Ihrer Leitung eine Zukunft beschieden sein, welche das Vaterland mit Stolz erfüllt und die braven Kolonisten für ihren Mut und ihre Ausdauer reich belohnt. Vor allem aber sollen sie ohne Unterschied des Standes fest zusammenhalten und zusammen arbeiten. Ohne das' ist kein Fortschritt zu erwarten. Wilhelm I. R." Bremen, 7. Aug. Zum 80. Geburtstag des Reichstagsabg. Bürgermeisters Pauli sandte der Kaiser telegraphisch seinen Glückwunsch und ließ seine Marmorbüste von Schott überweifen. Glückwünsche liefen außerdem ein vom Reichskanzler, vom Großherzoa von Oldenburg usw. Frankfurt,?. Aug. Tie „Frankfurter Volksstimme" hält auf Grund nochmaliger Erkundigungen bei gut informierten Stellen den sachlichen Inhalt ihrer Meldungen vom Freitag durchaus ausrecht, wonach zwischen dem Reichstagsabgeordneten Naumann und dem Reichskanzler wegen des preußischen Wahlrechts Verabredungen stattgefunden haben. Metz, 7. Aug. Heute begannen die Sitzungen des «eucharistischen Kongresses. Tie Zahl der Kongreßmitglieder beträgt 6000. Tie deutschen Ausschußsitzungen mußten wegen Raummangels in die Turnhalle verlegt werden. Tie deutschen und französischen Sitzungen werden besonders abgehalten. Kardinal Fischer-Köln besuchte zuerst die deutsche, dann die französische Versammlung. In der französischen begrüßte er in französischer Sprache die Versammelten. Er betonte, wir sind hier nicht Deutsche und nicht Franzosen ,sondern katholisch. Er gab seinem tiefen Bedauern Ausdruck über die Verfolgungen, denen die französische Katholiken- Kirche ausgesetzt sei. Er versicherte die anwesenden französischen Bischöfe, daß die deutschen Katholiken stets im Gebete für das katholische Frankreich bäten, und umarmte die französischen K'irchensürsten, den Erzbischof von Be- san^on, den Bischof von St. Tw und den Bischof von Verdun, um dadurch dem ganzen französischen- Episkopat seine Sympathie zum Ausdruck zu bringen. Acr I)-Zug HydtLuynen—ZSelltn entgleist. Ein schweres Eiseichahnunglück, bei dem elf Personen ums. Leben kpmen und fünf schwer verletzt wurden, Aü sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf offener Zwecke zwischen Tremesien und Tals« (Posen) ereignet. Der O-Zug Eydtkuhnen-Berlin ist dort um 1 Uhr nachts entgleist. Em (Augenzeuge, der von Gumbinnen über Posen nach Breslau fahren wollte, gibt nachstehende Schilderung der Katastrophe: Ich war eben etwas in meinem Eoupü eingeschlafen, als ich durch einen jähen Ruck auf gerissen wurde. Es erfolgte ern lautes 'Krachen, ein Dröhnen und Klingen des gesamten Zu,es. Dann eine atemlose «title. Sie zweite Maschine 0-2uges »xvlodicrte bei d« Entgleisung. Tie der Maschine nachfolgenden fünf Wagen fuhren ineinander und zermalmten alles, was sich in ihnen befand. Ter Heizer der LoLmotive ist tot. Zwei Hisisznge sind eingetroffen. -Teo Zua beMnd aus 44 Achsen. Unterden Verunglückten befinden sich mehrere Kinder, die vom Ferienurlaub nach Hause reisen wollten Tie Ursache der Katastrophe wird der übergroßen Fahrge- schwinoigkeit auf der int Umbau befindlichen Strecke zugeschrieben. Es spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Ein Anderer Augenzeuge gibt folgende Schilderung: Etwa 10 Kilom. von Gnesen entfernt gab es in der Nacht um VzS Uhr einen furchtbaren Stoß im Zuge. Wir wurden von, den Sitzen geworfen, die Lampen erloschen, ein schweres Entsetzen lähmte uns. Ms wir unsl im Freien befanden, sahen wir, daß von unserem Eoupö auch nicht mehr die Spur vorhanden war, es, war vollständig demoliert worden. Tie Wagen hatten sich ineinander geschoben, aus allen Wagen drangen Schreie des Grjauens. Tie - Rettungsärbeiten wurden nicht nur von dem Personial des Zuges, sondern auch von den Passagieren mit großer Bravour ausgeftchrt. Tie Namen der zunächst ermittelten 8 Toten sind: Kadett Graf Heintze von Kaiserlingk, Kadett Graf'Hilka von Kaiser - liugk aus Mitau, Hauptmann Sotrow, russischer Typograph und Ingenieur, Fürst Konstantin Alexander Begetow aus Petersburg, Julius Jsack, Reisender bei Hoppenheim-Berlin und Abramowitsch, Klausinann, Wohnort unbekannt, sowie dessen Frau und Kind. Schwer verletzt^ sind: Tiftriktskommisslar bon Hennig aus Ostrowo: Geh. erp. Sekretär Kreske im Finanzministerium, aus Chlarlottenburg; Moritz Zeiglin aus Petersburg und Heizer Beyer aus Gnesen. Minister Breitenbach traf an der Unfallstelle ein und äußerte: An der Stelle, wo der Zug entgleiste, sollte in einer Länge von 63 Metern die Ausbesserung der Schienen erfolgen. Die Vorarbeiten dazu waren vor dem Passieren des T-Zuges in Angriff genommen worden. Tie endgiltige Umlegung der Schienen feilte unmittelbar nach der Durchfahrt des D-Zuges erfolgen. Mit dieser Tjatsache müßte die Katastrophe in Verbindung zu bringen fein. Ter Minister teilte mit, daß noch ein neunter Leichnam auf der Strecke gefunden worden sei. Es ist eine unbekannte Frau, die keinerlei Verletzungen erlitten hat. Sie War aus dem zertrümmerten, Zuge ausgestiegen und etwa 10 Kilometer weiter gegangen, ist dann offenbar infolge des großen Schreckens von einem Schlagansalte getroffen worden und tot niedergesunken. In Gnesen liegen acht Leichen. Zwei Schwerver- wund e t e find 'auf bent Transport nach Posen gestorben. Somit ist die Zahl der Toten auf elf gestiegen. Die Untersuchung des Staatsanwalts hat nachstehendes ergeben: Tie Ursache der Katastrophe ist auf m a n g e l - hafte Beaufsichtigung der Streckenarbeiter zurückzuführen. Tie Arbeiter haben beim Auswechseln der Gleise die Schienen nachlässig verbunden. Amtlich wird gemeldet: „Als Ursache der Katastrophe ist starke Auskofferung als Vorbereitung zum Geleise-Umbau, der nach Turchsahrt _ des Zuges 52 fortgesetzt werden sollte, anzunehmen. Es scheinen nach den bisherigen Ermittelungen aber noch Andere als Schuldige in Betracht zu kommen. Tas Signal „Langsam fahren" war nicht, wie es Vorschrift ift- gegeben worden." Dazu wird von anderer Seite bemerkt: In der Nacht sollten die Schienen 'ausgewechselt werden. Damit die Arbeiten noch in der Nacht fertig wurden, hatten die Arbeiter vor Durchsphrr des Schiietlzuges die Schrauben gelockert und sich dann in ihr Zelt zum Schlafen niedergelegt. Es war aber unterlassen worden, dem Schnellzuge die Gefährlichkeit der Strecke zu signalisieren, sodaß der Zug mit Volldampf heransauste. Tie erste Lokomotive sprang aus dem Geleise und es hatte nicht viel gefehlt, so wäre sie in das Zelt, in dem die Arbeiter schliefen, hineingefahren. Ter Materialschaden ist bedeutend. Explosion einer Lolomot ve. Heber ein zweites Unglück, das durch die Explosion einer Lokomotive hervorgerufen wurde, meldet ein Telegramm aus Hannover: Kurz vor der Abfahrt des Schnellzuges Leipzig- Rheme explodierte der Kessel der außerhalb der Bahnhofshalle stehenden Lokomotive. Der K>euel flog auf den Raschplatz und durchschlug das Glasdach der Bahnhchshalle. Durch die umher fliegenden Epenstucke wurde der Geschäftsreisende Weiß voll- flländig in Stücke zerrissen. Ter Kopf wurde vom Rumpse getrennt; Fleiichstücke wurden durch die furchtbare Explosion 60 Meter weit geschleudert. Aus Stadt und LauS. Gießen, 8. August. ” Der GroßHerzog in Romrod. Gestern abend nach 7 Uhr kam Se. Kgl. Hoh. der Gr oßherzog, im Automobil von Jagdschloß Wolfsgarten kommend, in Romrod an und nahm im dortigen Schloß Wohnung. Der hohe Herr am ohne Gefolge und gedenkt in den ausgedehnten Wäldern bei Romrod der Jagd obzuliegen. Ueber die Dauer seines Aufenthalts ist, wie uns aus Ronirod mitgeteilt wird, noch nichts bekannt. * * Das Vorlesungsverzeichnis der Landesuniversität für das Winterhalbjahr 1907/08 liegt vor; es ist vom Sekretariat zu beziehen. Die Immatrikulationen beginnen am 21. Okt. und die Vorlesungen am 28. Okt. * * Die landwirtschaftlichen Winterschulen in Hessen beginnen den Lehrgang 1907/08 Anfang November. Die Schiilen in Alsfeld und Büdingen fangen am 5. Nov. an, die in Lich am 6. dess. Mts. * * Beiträge aus Staatsmitteln für Nebenbahnen. Das diesjährige Stebenbahngeselz. ivird nunmehr im Regierungsblatt veröffentlicht und tritt damit in Kraft. Nach seinem Wortlaut ist die Regierung ermächtigt, den Unternehmern nachstehender Nebenbahnen einmalige Beiträge aus Staatsniitteln zu den Kosten der Erbauung dieser Bahnen u gewähren, und zwar: 1. dem Ulsternehmer einer voll- purigen Stebenbahn von Lich nach Grün berg den Betrag von 30 vom Hundert der ivirklichen Baukosten, ausschließlich der Kosten für den Geländeerwerb, aber einschließlich der erstmaligen Beschaffung der Betriebsmittel; 2. bem Unternehmer einer vollspurigen zweigeleisigen Nebenbahn von Heddernheim nach Homburg den Beitrag von 15000Ntt. ür das Kilometer der im Großherzogtum Hessen gelegenen Strecke; 3. dein Unternehmer einer vollspurigen Nebenbahn von Büdesheim nach Dietersheim einen Beitrag von 18000 Mk. ür das Kilometer. * * Vor Beginn der Manöver des 18. Armeekorps. Wenn der Wind über die Stoppelfelder zu wehen beginnt, dann rüsten sich die Vaterlandsverteidiger für ihre praktische Prüfung: Es geht ins Ntanöver! Sie führen den jungen Krieger aus dem ewigen Einerlei des Kasernendienstes hinaus in das praktische Soldatenleben in den friedlichen Krieg auf unblutiger Wahlstatt. Für dies Jahr gilt als solche in erster Linie die Wetterau, der südwestliche Vogelsberg und das Kinzigtal. Gegenwärtig rüsten sich die einzelnen Regimenter zil dem allgemeiiien Ausmarsch ins Manövergelände. So iiiden ziirzeit die letzten Schießübungen der Regimenter mit charfer Muliition statt. Während sich die Artillerie- Reginientcc nach dein Truppeiiübuiigsplatz Senne begeben haben, schießen die 81er Frankfurt und 168er Offenbach- Butzbach vom 5. bis 17. Aug. bei Kaichen, Rendel, Groß- Karben, Heldenbergen und Büdesheim, die 166er Hanau vom 5. bis 10. Aug. und die Ulanen Hanau vom 12. bis 14. Aug. oei Kilianstädten, Wachenbuchen und Dorfelden, die 116er Gießen bei Erda, Hohensolms, Krumbach und Königsberg. Das Regimentsexerzleren der verschiedenen Jnfanterie-Regi- menter dauert vom 20. bis 28. Aug. und daran schließt sich bis 3. Sept, das Brigadeexerzieren. Besonders starke Einquartierungen werden fast sämtliche Orte des Kreises Friedberg und Büdingen erhalten. * * Diebstähle. Aus der Werkstätte am Bootshaus der Rudergesellschaft wurden in den letzten Tagen eine größere Anzahl Schreinerwerkzeuge, als Hobel, Meisel. Bohrer 2c., gestohlen. Vielleicht trageu diese Zeilen zur Entdeckung des unbekannten Täters bei. — Im Gail'schen Tonwerk wurden den dort beschäftigten italienischen Arbeitern gestern mehrere Taschenuhren aus den Kleidern gestohlen. Als Täter kommt ein Italiener in Betracht. * * Das Kolosseum hat z. Zt. wieder ein recht gutes Ensemble aufzuweisen. Insbesondere ist die Max Wels on. Truppe vom Wintergarten in Berlin recht sehenswert, aber auch das übrige Programm ist durchweg recht gut und sehenswert. * * Die Plakette, die die Großh. Staatsregierung zur Jubelfeier der Ludoviciana stiftete, ist, wie auf mehrere An- fragen mitgeteilt sei, vom Universitätssekcetariat zu 3 Mk erhältlich. s. Lollar, 8. Aug. Kaum hatten sich die Gemüter seit dem letzten Brand etwas beruhigt, so ertönte gestern abend gegen 10 Uhr wieder Feuerallarm. Es brannte die dem Landwirt und Bahnbediensteten Philipp Klinkel gehörige scheuer im Keil. Es brannte gerade dort, da die betreffende Straße durch die Wasserleitungsarbeiten für jegliches Fuhrwerk gesperrt ist. Sehr schwierig war es deshalb auch für die Feuerwehr, an die Brandstelle zu kommen, die Spritzen mußten sozusagen fast getragen werden. Nach zweistündiger anstrengender Tätigkeit wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Das Wohnhaus und ein angrenzender Stall wurden etwas beschädigt. Betr der Ursache des Brandes stehen wir wieder vor einem Rätsel A Steinbach (Kr. Gießen), 8. Aug. (Tel.) Heute nacht nach halb 2 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Jak. Neu schling I. Feuer aus, dem das Gebäude zum Opfer fiel. Das Wohnhaus und die übrigen Nebengebäude konnten durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden. Die Bevölkerung ist durch die in der letzten Zeil oorgekommencn häufigen Brände sehr beunruhigt und die Behörden sind eifrig tätig, dem oder den offenbar vor- handenen Brandstiftern auf die Spur zu kommen. Erst gestern weilten wieder Beamten der Staatsanwaltschaft hier, um in Sachen des letzten Brandes zu recherchieren. X Nauheim, 7. Aug. Das Gruppenwasserwerk des hessischen Staates, an dem über 21/2 Jahre gearbeitet wurde, ist"jetzt vollendet. Am Dienstag abend 63/4 Uhr ist das Wasser von den Quellen bei Lauter im Vogelsberg in Bad Nauheim angelangt. Zuin Zwecke bet Ausspülung der Leitung ist es zunächst in die Ufa geleitet. Sobald es in den nächsten Tagen klar ist, wird die Leitung an die Hochwasserbehältec angeschlossen. — Aus der Wetteraii, 7. August. Goldene Hochzeit feierte m Kilianstädten das Ehepaar Gottlob Krämer. Der Jubilar hat als Bonner Husar den Feldzug in Baden 1849 mitgemacht. Das Offizierkorps dieses Regiments sandte ihm ein Geldgescheiik, Reichskanzler Fürst Bülow ein Glückwunschschreiben, der Kaiser ebenfalls ein Geldgeschenk. — In Rendel wird am 1. September die im Frühjahr begonnene Wasserleitiing dem Betrieb übergeben werden. — In Ortenberg findet am 31. Okt. der in Händlerkeisen beliebte sog. Kalte Markt statt. Der Pferde- und Viehmarkt ist mit einer Verlosung verbunden. in. Nidda, 7. Aug. In dem benachbarten Forsthaus ^Glaubzahl" iveilen seit mehreren Wochen viele Kurgäste. Vor einigen Tagen war auch Denkmalspfleger Prof. Walbe aus Darmstadt hier. Von hier aus machte er Ausflüge in die benachbarten Orte, um bemerkenswerte Bauten zu besichtigen, die event. für den Denkmalschutz in Betracht kommen. ? Schotten, 7. Aug. Montag, 12. d. Mts., findet die vielbesuchte Familienkonferenz der Geistticheu des Dekanats auf dem Hoherodskopf statt. Herr Superintendent i). Petersen-Darmstadt spricht über „Griechische Erinnerungen." || Rebge § hatn (Vogelsberg), 7. Aug. Nach vorangegangener tropischer Hitze entltid sich gestern mittag über unserem Ort ein schweres Gewitter. Ein Blitzstrahl filhr in die Scheuer des Landwirts Decher und zündete. Sofort stand das Gebätlde in Flammen. Dazu sank die Stallung in Asche. Von hier aus sprang das Feuer auf daß Nachbanvohnhaus des Landwirts Seim über; auch dieses Haus brannte nieder. Dieser Brand vermehrt abermals die zahlreichen Schadenfeuer, die in diesem Sommer durch Blitzschläge verursacht rvorden sind. h. Frankfurt a. M., 7. Aug. Gestern abend 7 Uhr fuhr ein 2( u to m 0 bU in der Miquelsiraße, das einem Radfahrer ausweichen wollte, gegen einen Baum. Der Radfahrer und der eine Chauffeur wurden leicht verletzt, während dec andere Chauffeur, der 33jährige Andreas Bügler aus Oberursel, eine erhebliche Gehirnerschütterung sowie starke Quetschungen erlitt. jr — V 0 m „K i r ch e n r ä t ch e n" Engel, von dem in der letzten Zetl wiederholt die Rede war, u. a. auch in den „Gießener Erinnertlngen" von I. 9L, kursieren noch manche lustige Schnurren im Kreise der allen Gießener. So erzählt uns ein alter Herr, der zu Kirchenrat Engel in den Konfirmandenunierricht gegangen ist, daß E. in den Dörfern der Umgegend Schulvisitalionen vorzn- nehmen pflegte, bei denen ihn feine Gießener Konfirmanden zuweilen begleiteten und wobei er feinem Humor gern die Zügel schießen ließ. In Bersrod stellte er u. a. einmal an die Schulkinder die Frage: „Es, sitzen zwanzig Spatzen aus einem Ast und zehn schießt ein Jäger herunter. Wie viele bleiben sitzen?" Tie Buben rechnen zehn von zwanzig ab und der dieses Kunststück zuerst fertig bringt, ruft: „Ei zehn, Herr Parrer." „Falsch," aut- , wartet der, „keiner bleibt sitzen, denn die andern fliegen fort/ t— „Du m er b e Ges al le^un l a ß dich köpp e." Diese wohl bekannte Bemerkung des Kirchenrats Engel findet eine Ergänzung durch die Zuschrift einer T,ame aus Weilburg an der Lahn ,an die K. Z. Diese Zuschrift lautet: Mein Großvater, der zu den Stiftern: des K^rps SLarkeuburgia in Gießen gehörte, Pflegte die Geschichte voml K'irchcnrätchen E. und dem Rauburörder Heß folgendermaßen zu erzählen: Zu damaliger Zeit durfte niem,and.ohne vorheriges Eingeständnis gerichtet werden. D>as Kirchenratcheu gelangte nach vielen Bemühungen unt gutem Zureden endlich dazu, dem verstockteit Heß ein volles, uiv umwundenes Eingeständnis seiner Untm abzunötigen, unb sc fuhren die beiden eines schönen Morgens (auf dem „Schinnev lsirren" in bestem Einvernehmen dem Richtplatze zu. Wei besa)reibt e Gefalle un laß dich köppe! Mesiist de, mer hätt m. besseres z' dun, M de ganze Tag uff'ml Schinuerkarre lpazier^ sichre?" „Ich baivc es nit gedan, Herr Kircher alt" — Unb bar Für die uns anlässlich des Hinscheidens unserer lieben, unvergesslichen Frau Oitilae Hesslings g b. Gelhar Der Fest-Ausschuss. erwiesenen Beweise herzlicher Anteilnahme sagen tiefgefühlten Dank. Solingen, Giessen, den 8. August 1907. 5105 a0/8 Für KSSLS und empfehlen wir: OVs Bade-Anzüge S Vorzüglich im (iesciuuack sind: x,L:Ga-Schhauftn Die gesamten Warenbestände der Firma Herrn. Katz, Mäusburg 5 Die werden um schnell zu räumen fx JohVaillanf Remscheid MWAZTSen J Ober- Hessen Hami-Arbeitert A. Salomon & Cie., Schulstr. 4. 5 S G ±i Q c9 Reisekissen Reiseplaids Plaidhüllen Schirmhüllen Ledertäschchen Porttäschen Brennscheren Brennapparate Reisenecessaires Adler ' Sichtbare ist unstreitig die Beste und Billigste! Ueber 50 Stück In Giessen im Gebrauch. 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Seine Wohnung ist versiegelt, Welche Gründe die Verhaltung veranlaßt haben, ist zur Zeit noch unbekannt. Eger, 9. Aug. In dem Städtchen Tscherewschin wütete eine schreckliche Brandkatastrophe, der 40 Häuser zum Opfer fielen. Semelin, 8. Ang. Auf "bem Bahnhöfe wurden aus einer Kiste 12 italienische Orden, die für die italienische diplo- mlatische Agentur in Sofia bestimmt waren, entwendet. Ein zweites Päckchen mit Orden blieb unversehrt. Ter Diebstahl erscheint seltsam, da die Orden keinen besonderen Wert besitzem In der Angelegenheit wurden bisher vier Bahnbeamte verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Tie ganze Sendung war mit 10Ü0 Francs versichert. Purma, 8. Aug. Hier fand ein antiklerikales Meeting stiatt, welches mit einem blutigen Zusammenstoß endete. Tie Kundgeber versuchten ein Kloster zu stürmen, wobei die Polizei einschritt und die Temonstvanten zerstreute. Tie Kundgeber empfingen die Polizisten mit lallerh-md Wurfgeschossen, wo nauf die Polizei von der Waffe Gebrauch machte. Drei Kundgeber wurden schwer verwundet. Die Aufregung unter der Ve.ö.kerung ist groß. r (San Sebastian, 8. Aug. Kabmettschef M a u r a ist über Paris nach Deutschland ab gereist._____________________ Kopfläuse [4525 Wanzen, Flohe vertilgt radikal 38T* Kratz! Fl. 50 Pf. A. Noll, Drogerie, Bahnhofstr. Modernes Geschäftshaus in allerbester Lage der Stadt großer Laden, 3 sehr große Schaufenster mit moderner Geschäfts-Einrichtung, für jede Branche geeignet, sofort zu verkaufen oder zu vermieten. Gas, Elektrisch, Kanalisation, Telefon vorhanden. 3 Stockwerke, modern eingerichtet, Bade- Einrichtung 2C. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [05647 tzrokh.M. Kurhaus m. pcpendanccu verö««d. m.6em ncuerbautenVadehaus m.WandelSaLe. im Hause. Niederdruck-Dampfheizung Anerkannt vorUigl^Bttpflegung. Prospekte u. Auskunft durch d. Inhaber K. 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Lindenau wurde gestern abend polizeilich s e st g e n o m m e n und in das Untersuchungsgefängnis abgesührt. Herr von Lindenau bewohnte in Mannheim seit dem 1. d. M. ein einfach möbliertes Zimmer und. gab Sprachunterricht. Er gibt an, Bauunternehmer in Karlsruhe gewesen zu sein, wobei er sein ganzes Vermögen verloren habe. Herr von Lindenau steht mit seiner Frau im Ehescheidungsprozeh. Er suchte durch Wiederverheiratung seine finanzielle Lage zu verbessern und hatte am Tage des Mordes und zu gleicher Stunde eine Zusammenkunft an den Lindenstaffe.n mit einer Dame verabredet. Als er wartete, sei der Schuß gefallen. Er erklärte, daß Hau der Mörder nicht ist, auch nicht sein kann. Unter keinen Umständen werde er mehr aussagen. — Der „Badische Landsmann" will erfahren haben, daß sich der Verdacht, daß Olga Molitor die Täterin sei, sehr verstärkt habe. * London, 7. August. Der neue Dampfer des Norddeutschen Llohd „Kronprinzessin Cecilie" langte heute in Southampton an. Eine Anzahl englischer JourK 8/07 t B8/8 Donnerstag, den 19. Sevt. 1907, nachmittags 3 Ubr werden auf hiesigem Orlsgericht die vor bem Namen des Ebristian Burkhardt III. u. Ehefrau geb. Damm stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen 1/1371 = 40 qm Hofrette auf dem Asterweg 1/1377 = 4 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 7. August 1907. Grohherzogl. Ortsgericht Gießen. ______ Gros.__________ Schoti's Weinstube Tägltsch frische [5106 PiSrsicia" Mowi e Kartoffeln per Ztr. 3.50 u. 4.00 Mk. empfichlt (5096 3. Weisel, Telefon 23 . Bekanntmachung Vctreffend: Einfuhr von Simmentaler Bullen aus der Schweiz und Beschaffung von Zicgenbötten aus der Aufzuchtstation in Lauterbach. Unter Hinweis auf mein Schreiben tu der Hessischen landw. Zeitschrift vom 27. Juli d. Js., fordere ich die Gememden und mchtvereine, welche Simmentaler Bullen auö der Schwerz beziehen wollen, auf, ihre Anmeldnngelt bis zum 15. d. Mts. emzureichen. Außerdem bringe ich zur Kenntnis, daß Ende August aus dem Bestand der Ziegenzuchtstation in Lauterbach Lr Saaner Sicßen- bdcke abgegeben werden und Amneldungen bis zum 20. d. MW. erfolgen müßen. Alsfeld, den 6. August 1907. , Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberheßen. Kore l l, Vorfitzertder._______________________ Ingenieurschule zu Mannheim städtisch subventionierte höhere techn. Lehranstalt für die Gebiete Architektur, Hoch- u. Tiefbau Maschinenbau, Elektrotechnik und Hüttenkunde 4743 Beginn des Wintersemesters: 16. Oktober. £}jß Direktion. Programm kostenlos dui’ch das Sekretariat. ___ nalisten erhielt die Erlaubnis, einen Nundgang durch das Schiff ^u machen. Sie äußerten dabei ihre Bewunderung über die sorgfältige Ausführung des Baues, insbesondere auch über die zur Bequemlichkeit der Passagiere getroffenen Anlagen, und die künstlerische Dekoration. * Kleine Tages äs r >.> n i k In Berlin versuchte ein junger Mann an einem kleinen Mädchen, namens Elise Hahn, un- sittltche Handlungen vorznnehmen, nachdem er das Kind durch em kleines Geldgeschenk zutraulich gemacht hatte. Das Mädchen schrie jedoch, als der Mann zudringlich wurde, und rief Passanten herbei, die den Attentäter festnahmen und zur Polizeiwache brachten. Bisher haben sich keinerlei Anhaltspunkte daiür ergeben, daß der Unhold mit dem gesuchten Lustmörder indentisch wäre. — In Nowawes bei Potsdam versuchte ein Wüstling ein Sittlichkeitsverbrechen an einem 3V,jährigen Arbeiterkinde. Das Geschrei des Kindes veranlaßte ihn, von steinern Opfer abzulassen; er versetzte aber dem Kinde Messerstiche in den Unterleib. Ter Verbrecher ist spnrlos entkommen. Die Verletzung des Kmdes ist nicht gefährlich. Gießener Wetterdienst. Vorausstchtliche Witterung für festen am Freitag ben 9. August: Zunehmende Bewölkung. Später Regenfälle. Kuhl. Starke westliche Winde. Märkte. kc. F r a n k f u r t a. M., 8. Aug. (Tetegr. Ong.-Bericht des „Gieß. Änz.".) Anttliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkatlse standei^. 38 Ochsen, 00 aus Oesterreich 0 Bullen,'.0 an§ Oesterreich, 76 Kstihe, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumanielt, 743 Kälber, 78 Schafe und Hänunel, 4 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 82—85 Mk., 2. Qualität 75—78 Atk., 3. Qitalität 68—72 Mk.; Bullen: 1. Qual. 69-71, 2. Qual. 66-68; Kühe 1. Qualität 7-1-76 Mk., 2. Dual. 70—72 Mk., 3. Qual. 64-66 Alk., 4. Qual. 00-00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber 1. Qual. 92—95 Pfg., Lebendgeivicht 55—57 Pfg., 2. Qualität 82—88 Pfg., Lebendgewicht 49 53 Pfg., Ausschreibung. Die Ausführung der Tischler- u. Glaierarveitcn einschl. Lieferung der zugehörigen Werkitoffe mit Ausnahme der Beschläge zum Neubau des Empfaugsgcbau- des auf Babnvof Marburg an der Lahn soll öffentlich vergeben werden. Die Vcrdingungsmtter- lagen sind gegen post- u. vestell- getdfteie Bareinfcuduna. von 1.50 Mk. von hier zu beziehen, woselbst auch die Zeichnungen zur Einsichtnahme ansliegen. Abgegeben werden letztere zu diesem Zwecke nicht. Die Angebote find versiegelt und mit entsprechender Ausfchrist versehen bis zum Er- öffnungstcrmin Sonnabend, den 24. August, vormtrtagö 11 Ubr bei uns eiuzureichen. Zufchlagsfrtst 3 Wochen, Aus- führungSfrtst 8 Wochen. Lhx/8 Marburg, den 6. August.1907. ZtönigliÄeGijenbahn-Betmebs- __Jnweltion.________ Donner-tag, den 15. August 1907, nachmittags 3 Uhr wird aus hresigem Ortsgerrcht die vor dem Namen des Joh. Gg. Spaar und Ehefrau geb. Pfeiffer stehende Parzelle der Gemarkung Gteßen 16/56 = 842 qm Grabgarten am Nahrungsberg r öffentlich meistbtetend erbtellungV- halber weiwtllig versteigert. Gießen, den 7. August 1907. Grotzh. Ortsgerickst Gteßen Gros. lß8/8 Ncuts Sauerkraut und neue Gurken empfiehlt [5109 J. Hankel Neuen Bäue 7 Telephon 612 Adler“ Schreibmaschinen, welche durch eine andere Firma in Giessen und Bm§e^en anrrpboteu werden, sind durch unlautere Schiebungen in den Besitz der betr. hirma gela g und lehnen die Adler-Werke für Schreibmaschinen, die nicht durch mich geliefert werd , 3^ Garantie ab. HeEBt6*ich Vertreter der Adler-Werke vorm. Heinr. Kleyer, Aktiengesellschaft. Ludwig Erd, Echzell (Wetterau), Kartoffel-Verfandgesckäft. MÖäriöflelä Alles Nähere baö Programm. 8it?knr PserSe- -,«8« k i Mfc. sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. 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