Dienstag 7. Mai 1907 157. Jahrgang weites Blatt Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchen Redaktion. Exvedltton and Druckereir Schvl- stratze 7. Expedition and Verlag: 61* Redaktion: e-S 112. Tell-Adru An-eiger»ietz«. Die „Siebener ZamNienblStler" werden dem .AnzeigerE viermal wöchentlich beigelegt, dar „Krtisblett für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck and Verlag der Br üblichen UntDcrfitätS - Bruch- und 8teindrackeret. R. Lang«. Gießen Erscheint täglich Ausnahme bdS Sonntag». Aleija-leurrung und Iterschverjorguug. Die Mitglieder der Landwirtschaftskammer für das Dr. Hessen Köhler-LangSdorf und Genossen haben folgenden Eintrag bei der LandwirtschastSkammer zu Darmstadt eingebracht: Wir unterzeichneten Antragsteller erblicken in dem jetzigen Ticistande der Schweinepreise eine außerordentliche Gefahr für den Fortbestand unserer Schweinehaltung und damit für d i e Fleischversorgung des Boltes, und halten die Ergrci'ung besonderer Maßnahmen für geboten, um der fortwährend neigenden Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreifen — namentlich den S ch w c i n epreisen unb Schweine-Fl e i sch- preisen in den Städten und in industriellen Zentren — wirksam zu begegnen. 'Wenn auch zuzugeben ist, daß eingewifseSAnwachfcn der Spannung infolge der höheren Ansprüche der Konsumenten und des Steigens der allgemeinen Geschäftsunkosten unvermeidlich und berechtigt ist, so ist doch in den letzten Monaten dem Fallen der Schweinepreise ein Rückgang der Schweine-Fleischpreifesowenig gefolgt, daß dadurch die Spannung zwischen diesen beiden Preisen eine völlig unberechtigte Erhöhung er- fahren hat. Die Zurückführung dieser Spannung auf ein normales Maß erschentt besonders deshalb geboten, weil anderenfaUs durch die hohen Schweine-Fleisch preise eine wünschenswerte Zunahme des Schiveinesteischoerbrauchs aufgehalten, zugleich aber durch die niedrigen, den Fleifch- p r eisen durchaus nicht entsprechenden Schweine preisen die Landwirtschaft zu einer unerwünschten Einschränkung der Viehhaltung veranlaßt wird; die Letztere, als ihre Folge wieder eine sog. „Fleischnot" und ein erneiües Fleischnotgejchrei der bauernfeindlichen Presse nach sich ziehen würde. Ausgehend von diesem, von der Ständigen Kommission des Königs. Preuß. LaiidesökonomiekollegiumL zilerst ausgesührten Gesichtspunkten, beantragen wir: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen: I. sofort eingehenden Erhebungen über das Verhältnis der Schweine-Fleisch-Prelfe (besonders in den Städten und in industriellen Mittelpunkten) zu den Schweinepreisen anzu- slellen und die Konsumenten darüber aufzuklären, welche Fleischpreise den jeweiligen Viehpreiseu ent- sprechen würden. Es erscheint hierzu vor Allem geboten, daß in allen großen Städten und Industrie-Zentren von den Polizei- Verwaltungen allwöchentlich genaue und detaillierte Erhebungen über die tatsächlich gezahllen Fleischpretse angestellt und sowohl dieermilteltenDetail-Fleischp reise alsauchdic geltenden Vieh-Marktpreise im gleichen Interesse Produzenten und Konsumenten amtlich veröffentlicht werden. II. Tie gleichen Erhebungen und Veröffentlichungen auch auf die übrigen Haupt-Fleischgattungen (insbesondere Rind- und Kalbsleisch) zu erstrecken. — Aus dem Reichstag. R. B e r l i n, 6. Mai. Die durch den Beschluß einer ZufallSmehrheit hervorgs- rusene IBizepräsibentschafts-HrisiS gleicht einem Sturm im Glase Wasser. Bereits morgen nrirb die Neuwahl vorgenommen und Abg. Kampf wohl wieder durch die Block- Mehrheit eines beschlußfähigen Hauses in Amt und Würden cin- Lesetzt werden. Daß der Zwischenfall nicht viel auf sich hat, erhellt aus dem Hinweis auf die Präsideutschsaftskrisis zurzeit des Grasen Ballestrem. Dieser legte sein Amt nieder, weil die „£re> •‘tg/', das Organ der Konservativen, seine Amtsführung bemängelt halte. Kämpf stützt seinen Rücktritt auf triftigere Gründe, weil cs sich um Vorgänge innerhalb des Parlaments handelt. Dock des Vertrauens der Mehrheit ist Kämpf ebenso wenig verlustig gegangen, wie damals Graf Ballestrem. Die Moral voii der Geschichte ist einfach die, daß die Blockparteien sich bis zum Schluß der Sitzung möglichst vollzählig im Hause halten müssen, um Überrumpelungen. hintanzuhalten, auch wenn die lange Dauer der .Debatten den Wunsch nach einem erfrischenden Spaziergang rechtfertigt. Im übrigen wäre es Tein Fehler, wenn mit der Verhängung von Ordnungsrufen etwas „haushälterischer" umgegangen würde. Für Nervosität darf an der Statte der Gesetzgebung kein Platz sein, jedenfalls nicht bei den Herren vom Präsidium . . . Ter Teuerungszulagen für Reichsbeamte au- weisende Nachtragsetat wurde heute nach kurzer Debatte der Budgetiommission überwiesen. Es ist bemerfenswert, daß, wie schon bei früheren Gelegenheittn, so auch heute wieder der Zentrumsredner Abg. Speck sich ein kritisches Wort an die Adresse des Schatzsekretärs Frhr. v. Stengel, seines bayrischen Landsmannes, nicht versagen konnte. Es besteht offenbar eine gewisse Spannung zwischen dem Zentrum und dem Schatzsekretär, welche Zweifel austauchen läßt an der wohlwollenden Mitarbeit dieser Partei an der Vervollständigung der Finanzreform. Freiherr v. Stengel, der ehemals beim Zentrum so Wohlgclittene, kann es ihm nun einmal nicht mehr recht machen. Beim Weiterspinnen des langen Fadens der Kolonial- bebatte brachte den ersten Halt die Affäre Puttkamer. Beschästigte sich Abg. Kopsch (Frs. Blksp.) mehr mit der „dem allgemeinen Rechtsgefühl befrenwlichen" Prozeßverhcmdlung gegen den Exgouverneur, so führte Bebel eine Veröffentlichung der .„Cousine", ins Feld. Die Affäre Puttkamer zieht nämlich weitere Kreise. Denn Frau von Ger mar, geb. Ecke, die „Cousine", die Herr voir Puttkamer als Freiin v. Eckardtstein in Kamerun ausgab, hat in einem offenen Briefe die Beschul-, digungen, die der öffenttiche Ankläger im Tisziplüiarverfahrcn des Gouverneurs von Puttkamer, Kammergerichtsrat Kleine, in seinem Plaidoyer gegen sie erhoben hat, als ungerechtfertigt bezeichnet und ihren Rechtsbeistand beauftragt, gegenKammer- gerichtsrat Kleine die Klage wegen verleumderischer Beleidigung einzureichen. Tie vom ^lolouialdirektor .Dernburg erteilte Antwort dämpfte jede lueitere Erregung. Dernburg ist entfernt von Voreingenommenheit, und er beweist das dadurch, daß er die Veröffentlichung zum Anlaß genommen hat, eine neue Untersuchung anzuordnen. Während der Kvlouialdirektor für feine Beamten bei jeder Gelegenheit einzutreten pflegt, ließ der Ton, in dem er den Fall Puttkamer behandelte, feinen Zweifel darüber, daß Ternburg von allem anderen als von Genugtuung erfüllt ist. Mit seiner Parteinahme für den früheren Gouverneur Kameruns steht also Abg. v. Oldenburg (kons.) ün Reichstag allein. Keine Kolonialdebatte ohne Erzberger! Doch diesmjal begegnete er nirgends Widerspruch, als er gegen die Alko Hol- Vest in den westafrikanischen Schutzgebieten eiferte. Auch der Kvlonialdirettor ist mit ihm einverstanden, nur mußte er, bei den bestehenden internationalen Verträgen, auf die Schwierigfett gründlicher Reform Hinweisen. Tie Sitzung brachte im letzten Teil ein Ministerdebüt. Beim Ctat der Verwaltung der Reichseisenbahnen führte sich der preußische Eisenbahnminitzer Breitenbach im Weuhspar-' lament ein, indem er die reichsländischen Abgeordneten seiner Fürsorge für die Eisenbahnangestellten Elsaß-Lothringens versicherte. Brcitenbach hat nichts vvm Militär, wie Herr von Kudde, auch nichts vom Bureau Traten, wie .Herr von Thielen, an sich. Ihn Tennzeichnet eine gewisse Weltmannssche Art des Austtetens, die sich auch dann nicht verleugnete, als er sich mit dem Vertreter der äußersten Linken lebhaft über den üddeutschen Eisenbahnverb and und die Frage des Äoalitionsrechts der Eisenbahner auseinandersetzte. In der späten Stuilde zeigte übrigens der Reichstag wieder das Bild eines stark gelichteten Parketts. Wäre es zur Anzweiflung der Beschlußfähigkeit gekommen, dann hätte sich nochmals gezeigt, daß auch Tiäten nicht ein Allheilmittel sind. Das Haus ist arbeitsmüde und nichts weniger als geneigt, die Tagung über Pfingsten hinaus auszude^ner^^ Bewucherte Offiziere. Man schreibt uns aus München: Wucherprozesse, in denen Offiziere die Ausgebeuteten sind, gelangen mit ersckweckender Häufigkeit zur Verhandlung. Jetzt wird ein großer Wucherprozeß hier die Oeffentlichkett 5 Wochen hindurch zu beschäftigen haben. 7 50 Zeugen sind geladen! Der Wechiel, dies verhängnisvolle Stück Papier, spielt in diesem Prozeß die Haupttolle. Für die Wechsel mit Zinsenauftchlag bis über hundert Prozent ist den Offizieren und Kavalieren nicht einmal bares Geld gegeben worden, sondern mehr oder minder wertloser und schwer vcräußerlicher Kram, von faulen Aktien und Damenkorsetts an bis zu Anteilscheinen aus ein Patent von Ofenröhren! In anderen Prozessen, in denen Offiziere als leidtragende Zeugen auftraten, war immerhin von wett über den Preis gezahlten Pferden und Juwelen die Rede; daß auch solche Cbjette, pie die zuerst. erwähnten, in Zahlung genommen wurden, das nt wohl der Gipfel verzweifelten Leichtsinns. Besonders unerfreulich aber wirkt auf den Zuschauer die Gesellschaft, in deren Verkehr die bewucherten Offiziere erscheinen. Unter den dunklen Gestalten, die sich die Vermittlung der Geldgeschäfte angelegen fein ließen, befindet sich gar ein Händler, dessen Ehefrau in Mannheim ein öffentliches Haus betreibt. Und grade dieser Mann ist nach der Anklage im Umsetzen von Kavalierwechseln hervorragend tätig gewesen. Wie ist es möglich, daß Personen von bester Erziehung, von eleganten Umgangsformen, aus angesehenen Familien stammend, vor einer doch ziemlich weitgehenden Intimität mit solchen Elementen nicht zurückschrecken? Während sie vermutlich in ihrer eigenen gesell- schaftlicyen Sphäre jeden sofort fallen lassen würden, der auch nur im mindesten die Standespflichten verletzt hätte. Der „olle ehrliche Seemann" unb seine Nachfolger schnöden Angedenkens sind von bewucherten Offizieren vielfach geradezu zu Verttauens- leuten gemacht unb in allerlei Familienangelegenheiten eingeweiht worben. Auch baraus läßt sich zum Teil erklären, baß so mancher, auch wenn er ben Militärrock ausgezogen hat, ben unheimlichen Bann nicht zu brechen unb resolut Anzeige zu erstatten wagt. Im übrigen ist es nachgerabe au bet Zeit, baß burchgreifenbe Borbeugungsmaßregeln gegen Ossiziersbewucherung getroffen werben. Unterrichtenbe Kurse über Wechse l- r e ch t haben ihr Gutes, aber auch ihre — Gefahren. Den Kern ber Sache trifft ber Vorschlag bes Kriegsgerichtsrats Romen, bahiu- gehenb, bie Gültigkctt eines Offizierwechsels von ber Genehmigung bes Negimentskomma nbe urs abhängig zu mndjen. Das einzige Mittel vielleicht, bas Erfolg verpricht. Am ersten Derhandlungstage bes Monstre-Prozesses gegen 16 bes gewohnheitsmäßigen Wuchers in 25 6 Fällen an - geklagte Kaufleute unb Hänbler würbe fast bie ganze Sitzung mit Verlefungen ber außerorbentlich umfangreichen Anklageschrift ausgefüllt. Deutsches Reich. Berlin, 6. Mai. Herzog Johann von Mecklenburg-Schwerin soll die Regentschaft des Herzogtums Braunschweig angenommen haben. — Das „Militärwochenblatt" meldet: v. Schmidt, General der Llrtillerie und Inspekteur der Felüartillerie, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs mit Pension zur Disposition gestellt. Schubert, Generalleutnant von der Armee, wurde zum Inspekteur der Feldartillerie ernannt. In Genehmigung ihrer Abschiedsgesuche mit Perr- sion wurde zur Disposttion gestellt: Generalleutnant von dem Borne, Generalmajor v. En gelb recht en; unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant und Ge- neralmchor Freiherr v. Bodmann. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes der Großkomture des Hausordens von Hohen- zollern an den Generalobersten v. Lindequist, General- tnspekteur der dritten Armceinspektion, aus Anlaß seines 50 jähr. Militärjubiläums. — In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags erklärte Graf Posadowsky gelegentlich der Beratung des Reichsbanketats, wozu die Äbgg. Faßbender (Zentrum), Kreth (kons.), Weber (nl.) einen Antrag auf Erlaß eines Scheckgesetzes eingebracht hatten, daß die Negierung beabsichtige, im Herbst, spätestens aber in der darauffolgenden Session, wenn im Herbst wegen anderweitiger Arbeiten die Einbringung unmöglich sei, ein Scheckgefetz einzubringen. — Der Frankfurter Oberbürgermeister Ad ick es, mit dem bekanntlich kürzlich Verhandlungen wegen Eintritts in die Regierung schwebten, ist wieder in Berlin eingetroffen und hat sich hier auf einen vierzehntägigen Aufenthalt eingerichtet, um bis zum Schluß der Herren- haussaison und zur Erledigung von Frankfurter Stadt- angelegenhetten im Ministerium des Innern in der Hauptstadt anwesend sein zu können. — Das Abgeordnetenhaus begann heute mit der Beratung der Bergnovelle, die in Ausführung der Lex Gamp das Mutungsrecht für Steinkohle und Kali für den Staat in Anspruch nimmt. Der § 2 wurde unter Ablehnung verschiedener Anträge in der Fassung der Kommission angenommen. — Mtt den deutsch-spanischen Handels-Beziehungen hat sich der Wirtschaftliche Ausschuß befaßt. Obwohl anertaatnt wurde, daß gegenüber dem deutschen Entgegenkommen auf Gewährung der meisten Sätze des Konventionaltarifs die spanische Regierung fast keine nennenswerten Zugeständnisse auf ihren zweimal erhöhten Schutzzolttarnf gemacht hatte, neigten die der Jndusttie nahestehenden Kreise des Ausschusses demroch zu weiterer Fortsetzung der Verhandlungen, um einen Zollkrieg zu vermeiden, der den Bezug der spanischen Erze beeinträchtigen und unserer Industrie den Wettbewerb mit der begünstigien englischen und französischen Industrie in Spanien, erschweren p»ttde. Es laßt sich bayer onnechmen, daß das gegenniamtge Proorioruun über den 1. Juli hinaus verlängert werden dürfte. Dortmund, 6. Mai. In ber heutigen Sitzung des Beraarbeiterverbandcs erstattete Abg. Lachse den Geschäftsbericht: Nach dem großen Streik sei von 60 000 neuen Mitgliedern der größte Teil wieder ausgetreten. Tas Ueberschichrenwesen grassiere wieder ehr stark. Eine Verschmelzung atter Bergaibeiterverbände, )ie der großen Masse sympathisch sei, scheitere an dem Widerstand der leitenden christtiaien Gewerkscyaftskreise. Wenn bei der Lohnbewegung im letzten Herbst auch die Forderung von 15 v. H. Lohnerhöhung nicht durchgesührll werden konnte, seien doch in beiden letzten Quartalen. 1906 die Löhne ßefliegen. Bezüglich der Maifeier tehe der Vorstand auf dem Standpuntt, daß wegen dieser Feier ausgefperrte Müglieder eine Unter ft ützungnicht erhalten sollten. (L. 8L) Köln, 6. Mai. Die „Köln. Ztgc" schreibt: Un3 gehen, von zuverlässiger Seite Klagen über Unstimmigkeiten zu, die sich bei bet Personentarifreform u. a. bei öer Abrunbung gewisser Preise nach oben ergeben. Wir sind darüber mitcrrichtet, daß an amtlicher Stelle das Bestreben herrscht, im Laufe der Zeit diese Unstimmigkettenj nach Möglichkett zu begleichen, die an sich bedauerlich sind, die aber gegenüber dem großen Vereinsachungs- gebanfen, ben bie Reform burchzusühren bestrebt ist, dochf nicht burchschlagenb ins Gewicht fallen köimen. München, 7. Mai. Ter Kaiser von China lietz wegen der liebenswürbigcn Aufnahme, die bie chinesische' Studien ko mmission im vergangenen Jahre in München gefunden hatte, den Bürgermeistern von Borscht unb von Brunner den Drachenorben zweiten Rangesj überreichen. Ausland. Lonbon, 6. Mai. (Unterhaus.) Auf eine frage an ben Premiermiirister, ob mtt Rücksicht auf btej Erklärungen bes Fürsten Bülow bezüglich oer Abrüstung s f r ag e bie britische Regierung sofort ben Bau eines dritten Schiffes der Dreadnought-Klasse im diesjährigen Flottenprogramm in Angriff zu nehmen beabsichtige, erwidert Sir Campb ell-Banner man, daß! die Regierung sich ber Wichtigkeit der Erklärung des Fürsten Bülow wohl bewußt sei. Aus dem Ton der Erklärung ginge aber auch klar hervor, daß die deutsche Regierung unter Wahrung ihres einen Standpunktes es zu vermeiden wünsche, ben anderen in dieser Fragü interessierenden Mächten Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten zu bereiten. Die britische Re-< gierung wünsche ihrerseits, die Frage in demselben Geiste zu behandeln und jeden Schrttt zu öermeiben, ber, etwa ben anderen Mächten Ungelegenheiten verursachen könne. Die Regierung sei zurzeit nicht in ber Lage, weitere Angaben über das Dchiffsbauprogramm inib die damit verbundenen Ausgaben zu machen. — Im Ober Hause gelangte der Gesetzentwurf bett, die Reform bes Oberhauses zur zweiten Beratung. Earl of Cawdor stellte ben Antrag, eine Kommission zur Prüfung der verschiedenen Anregungen zu ernennen, die gegeben worden sind, um die Erhöhung bei Leistungsfähigkeit des Oberhauses in gesetzgeberischen Angelegenhettttt herbeizu sichren. — Die Postverwattung hat beschlossen, vom nächsten Jahre ab das Porto für Briefe nach dem Auslande auf 2i/3 Cents für 28 Gramm festzufetzen intb|i für jede Unze Uebergewicht li/2 sh. Zuschlag zu erheben. — Aus Indien laufen weitere beunruhigende Nach«, richten ein, die um so tieferen Eindruck machen, als genau 50 Jahre seit dem Ausbruch des Sepoyaufstandes verflossen sind. In Rawal Pindi haben die M i ssio n atc große Verluste erlitten. Der Aufruhr ist nicht nur gegen die britische Regierung, sondern auch gegen die christliche Religion gerichtet. Obschon berittene Polizei am Freitag das Gesindel zerstreute, gelang es den 'Aufrühreruf doch, die Wohnungen des Poltze. chters und dessen Hilfen zu zerstören. Europäer wurden mit Stöcken mißhandelt und mit Steinen beworfen. Die Regierung ergreift die strengsten Maßregeln, vcrbor die aufrührerischen Jöor^ träge und verhaftete die Rädelsführer. Paris, 6. Dtai. Tas Ministerium des Aeußeru bo [tätigt, daß in Tokio zwischen Frankreich und Japan. Verhandlungen un Gange sind, die für Frankreich von! dem französischen Botschafter geführt werden. Die Verhandlungen bezwecken, die speziellen Interessen Frankreichsi im fernen Osten van Japan anerkennen zu lassen. Menn bie' Verhandlungen auch guten Fortgang nehmen, so wird Abschluß doch nicht als unmittelbar bevorstehend erachtet.; Nach einer Meldung des Regierungsorgous „Tessidor" be- zweiselt man in Pichons Umgebung, daß Deutschland rgrendwelche Ursache haben werbe, über den Vertrag mit Japan mißgestimmt zu sein, ba es sich boch nur iwt Erhaltung des Status quo hanble. Möglich sei es immer« hin, daß Fürst Bülow seitens jener Kreise, die ihn heftig befehden, abermals Arrgiifse erfahren werbe, aber auf solche Kritiken habe der Kanzler in feiner jüngsten Rede ün Voraus geantwortet. Wien, 6. Mai. In der Delegiertenversammlung der Fnebens-Gesellschaft der Treibundstaaten sprach Professor Quibbe aus München über die englischen Vorschläge zur Friedenskonferenz und sagte, bie Aufnahme bieser Vorschläge durch Deutschland sei nicht gerechtfertigt. Die Deutschen, fagic er, l)ab:n gar feine Ursache, zu glauben, daß bie (En gl an ber ihnen eine Falle stellen inoilen _____________________ Gouverneur Horrr vor der Disziplinartammer. ~ e Berlin, ü. Mai. Der Fall des srüheren Gouverneurs Horn von Togo gelangte heute vor der kaiserll DiSziplinarkaminer für die Schutzgebiete zur Verhandlung. Anfang 1903 unternahm Horn eine Inspektionsreise in das Innere von Togo. Auf dieser Reife gelangte ec am 19. ÜNarz 1903 aus der Station Soboda an. Ihm zu Ehren wurde dorr ein Tanzsplel veranstaltet. Als das Feft zu Ende ging, wurde dem Gouverneur milgtieilt, daß bic Expedition skasje, die inner Verwabnulg des Expedilionszahlmeifters stand, g e st0hlen worden Als Bergsteigen und Hochtourist von ungewöhnlicher Au§> dauer und Kühnheit, genoß Dr. Ntarkwalb auch in Alpen- vereinSkreisen Ansehen. Dem Verstorbenen, der etwa 50 Jahre alt wurde — er wurde zu Schneidcmühl geboren — werden Viele ein ehrendes Andenken bewahren. + Allertshausen, 6. Mai. Ein reges Treiben, wie eS wohl hier noch nie vorgekommen ist, herrschte seit längerer Zeit im Hinblick auf die am SamStag stattgefundene Bürgermeisterwahl. ES sind durch die entstandenen Parteien bei denen der humane ärztliche Berater sehr beliebt war. Dr. Markwald, ein alter Burschenschafter, hatte sein Staatsexamen im Winter 1877/78 in Königsberg i. Pr. gemacht und kam Ostern 1879 als Assistent der UniversitätS-Augen- klinik hierher. Er blieb bis Frühjahr 1882 in dieser Stellung und machte dann eine einjährige Studienreise nach verschie- Köln, wo er sich einer Darmoperation unterzogen hatte, Dr. med. Benno Markwald, der Direktor unserer Provinzial - Siechenanstalt. Dr. Markwald war in ivcitcrcn Kreisen als tüchtiger Arzt sehr geschätzt und beliebt, so daß sein Ableben allgemeine Teilnahme Hervorrufen wird, insbesondere auch bei den Insassen des Provinzial-SiechenhauseS, Aus SLaSr und Land. Gießen, den 7. Mai. * • Der Kaiser in Schlitz. Gestern vormittag unternahm der Kaiser einen Spaziergang nach Tempelberg, nachmittags im Wagen einen Ausflug nach Eisenberg. Die Abreise nach Karlsruhe erfolgte abends 8.30 Uhr mit Sonderzug. • • Empfangen wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog am Samstag u. a. Oberlehrer Dr. Schmidtgen von Büdingen. • * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Kreisbauinspektor des Kreises Dieburg, Georg Theiß, den Charakter als „Baurat' verliehen und den Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lich, Gg. Thierolf, zum Lehrer an dem Lehrerseminar zu Friedberg ernannt. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurde der Gerichtsassessor Otto Linkcnheld aus Darmstadt zum Negierungsassessor ernannt. — Bestätigt wurde der von dem kathol. Pfarrer und dem Ortsvorstand auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainflingen präsentierte Schulamtsaspirant Karl Braun aus Ruhlkirchen. " Dr. Martwald -j-. Gestern vormittag starb zu Munft und Wissenschaft. — In Bern bürg ist 71 jährig der Direkior Rudolf Bunge an einem Schlaganfall q c ft o r b e n. Er war besonders bekannt als Librettist der Neßler' chenOper „der Trompeter von Sackmgen . P a r i s, 6. Mai. Richard Strauß's O p e r S a l o m r enang bei der heutigen Generalprobe im Chaielet Theater, welche in deutscher Sprache stattsand, einen außerodentliehen Erfolg. Straub, welcher dirigierte, war wiederholt Gegenstand be- geislerter Ovailonen. Bon den Darstellern erntete namentlich^raulem Testum, ivelche die Titelrolle inne halte, dann die Sanger Feuihals- München und Buirian stürmischen Beisall. Der Vorstellung wohnten der Präsident Jallieres, die Minister Briand, Pichon, Bettchou und Thomson, der Unterstaalssekretär Sarraut, der butsche Bot- schafrer Fürst Radolin uiid Gemahlin, sowie der Botschafter von Oesterreich-Ungarn bei. Das Haus war bis aus das letzte Plätzchen doh cinein dlf11nguierien Publikum gefüllt. ___ rttrchtiche Nachrichten» Evangelische Gemeinde. Koltesditust. Donnerstag, den 9. Mai, Himmelfahrtsfeft. Ju der Stadtkirchc. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe. I« der IohaurreSkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer E u l e r. In der alte» AriedhofSlapelle. Slachmitkags 2 Uhr: Pfarrer A u s f e l d. Katholische Gemeinde. Mi11woch ben 8. Mai Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr : Gelegenheit zur heil. Beichte. Donnerstag den 9. Mai 1907, Christi Himmelfahrt. Vormittags uon 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. r um 7 Uhr: Die erste heft. Nieste, vor und in derselbe» Austeilung der heft. Hommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heftige Nieste mit Mllftär- gollesdienst mit Predigt. „ um 9Vt Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht nut Segen. Freuag abend um 61/, Uhr ist Maiandacht. Ein Tierphanomeu der grauesten Borzeit. Unser Frankfurter Jk.-Kvrrcspondent schreibt uns: Eine erfreu- liche Meldung, die in der gesamten natunvuienfchastlichen ^.clt Interesse und Aufsehen erregen wird, bringt ore „Franrf. ^ztg. , indem sie meldet, daß zum erstenmal cm ^iplodocus nach Europa kommt. Die wissenschaftUchcu Sammlungen llimenkas ,cot und schwarz' viele Sachen an Gericht anhängig gemacht worden. Bei der wieder eingetretenen Stimmengleichheit traf das Los den Beigeordneten Wilh. Römer. Kaum verkündete die Schelle das Resultat, als auch schon die Jugend es sich nicht nehmen liefe, mit Musik, die die Stunden bis zur Nachmitternacht erheiterte, herumzuziehen. A Butzbach, 7. Mai. Die vereinigten liberalen (freisinnigen) Parteien hatten gestern abend im »Hess. Hof" eine konstituierende Versammlung und es kam zur Gründung eines »Freisinnigen Vereins", zu dem sich vorerst zwölf Mitglieder meldeten. Der Parteisekretär Kuhlmann aus Darmstadt sprach vorher über „Liberalismus und das Frankfurter Mindestprogramm". ? R o d h e i m a. d. Bieber, 6. Mai. Vom Wetter begünstigt hielt gestern nachmittag die vor Jahresfrist begründete freiwillige Feuerwehr die erste B e z i r k s ü b u n g ab, zu der selbst 9)1it- glieder der Wehr aus Bottenhorn sowie viele eingeladcne Gäste aus Gießen, Wetzlar u. s. f. erschienen waren. Großes Interesse erregte der um 8 Uhr unter Leitung des Kommandanten, Bäckermeister Beiider vorgcuoinmene B r a n d a n g r l f f auf das inmitten des Torfes gelegene Schulhaus, das als Brandobjekt vorgesehen ivar. Als Brandidee ivar angenommen : Tie freiwillige Feuerwehr übt auf der Straße rmd erhält die Nachricht, daß in der mittleren Schule (Backhaus) ein Brand ausgebrochen fei. Tas Korps wird folort alarmiert und findet beim Eintreffen auf der Brandstätte den mittleren Stock (Schulsaal) sowie den Treppenbau vollständig vorn Feuer ergriffen, das durch die alten Schulbänke reichliche Nahrung findet. Ter m der 3. Etage (Mansarde) wohnenden Lehrerfamilie ist es umnöglich, sich durch das Treppenhaus zu retten. Es wird daher vom Kommando die Doppelaufgabe gestellt: 1. Der Steiger- zng hat die Bewohner aus ihrer gefährlichen Lage mittete Schiebe- leiter zu retten; 2. Die Sprihenmaiuischast und Hydrantenmannfchaft, denen je ein Strahlrohrführer beigegeben ist, 'assen das Objekt mit 2 Schlauchlniien an und suchen das Feuer aus seinen Herd zu beschränken. Tie Uebung liefe erkeimen, daß es den Mannschaften auch im Ernstfall gelingen wird, ihre Ausgabe zu erjüllen. Sämtliche auswärtige Feuerwehrleute sprachen sich lobend über diese erste öffentliche Uebung unserer jungen Wehr aus. Auch der geniülliche Teil, der bei Gastwirt KremmerS statt,and, verlief bei den munteren Weisen der „Cappeler Kapelle" auf's beste. 4- Wetzlar, 6. Mai. Die Bautätigkeit in Bolks- schulgebäudru, bei denen besonders Wert auf praktische Einteilung der Säle und Lehrerwvhnungen gelegt und auf gute Lösungen der Fassaden Rücksicht genommen wird, ist in unserem Kreise sehr rege. Zur malerischen Wirkung der Gebäude trägt der uiögttchst hochgelegene Bauplatz bei. Die Bauplane werden von Kreisbaumeifter Witte ausgeführt, der auch die Bauleitung übernimmt. . _ . . _ 8 Hermannstein, 5. Mai. Zur Freude der Dorfbe^ wohncr erhalten wir laut Beschluß umcrcS Gememderats demnächst Gas-Ctraßeiibeleuchtung. Die Wetzlarer Gasanstalt tritt in unseren Dienst. .. .„ < . Homburg v. d. H., 4. Mai. Die Saison ist am 1. Mar eröffnet nrotixn. Wer die Frühkonzerte um 7 Uhr an den Quellen un F-reien zu halten, war am 1. Mai der Kurkapelle nicht uwglich, und so mußte die ehemalige Orangerie geheizt werden und hier ergingen sich die Brunnenttinker. demnächst wird im Murljauätbeatcr das Hcrzogl. Memingische Hosthcatei-En- semble einen Zl)llus von Bvrsicllungeu erönnen. --- Verzeichnen bereits einige dieser Rieseneidechsen aks ihr Eigentums Ter Diplvdocvs, der nach Frankfiirt a. M. ins neue Senckenberg ischc natursorschende Museum kommt, ist ein Geschenk des bekannten amerikanischen Bankiers Jakob H. Schiss, der ein gebotener Frankfurter ist. Mit dem Diplodocus hat es folgende Bewandnis: Tie Gelehrten sollen ausgerechnet haben, daß das Tier vor acht Millionen Jahren gelebt haben muß. Es hat sich dann in die Lehmschichten des Staates Wyoming eingebettet. Tort ist es in völlig versteinertem Zustande au--' gegraben worden. Bon den Dimensionen des Tieres geben folgende Zahlen einen Begriff: Mlcin der Hals mißt 17 Fuß, der Schwanz 22 Fuß, sodaß inklusive Körper ba&' Tier 60 Fuß lang ist. Der Rücken war etwa 15 Fuß über der Erde, wenn das Tier aufrecht stand. Der größte Elefant ist also inbezug auf Höhe ein Zwerg gegenüber dieser Nieseneidechse. Jnteresscuit ist cs zu erfahren, wie die Montierung der Ueberreste dieses Tieres erfolgte: Zunächst wurde ein Holzgerüst gebaut, die Knochen wurden cingcgibft. Als man das Tier völlig zusammen- gestellt halle, wurden 23 Blöcke, die genau aneinander passen, hergestellt. In diese Blöcke, von denen jeder das respektable Gewicht von 450 Pfund hat, wurde bann der Riesenletb verpackt. Sobald das Skelett im großen Lichthof des neuen Sencken- bergianums seine Slufftellung hat, wird sich sicher Gelegenheit finden, auf dieses Tierwunder ältester Vorzeit noch mit einigen Zeilen zurückzukommen. Vergessen darf nicht werden, daß Jakob H. Schiff bei der Erwerbung dieses Ricsenticres durch Morris K. Jesup wesenttich unterstützt worden ist. Der Name Jesup ist bekannt, als sein Träger bei den bedeutendsten naturwissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre, die auf archäolog. Gebiete sich bewegen, eine große Rolle gespielt hat. Universitäts-Nachrichten. ^Marburg, 6. Mai. Am heutigen letzten Tage der Immatrikulationen zum Sommerfemestcr zählt man, ein- fchließlich der zum Hören der Vorlesungen Berechtigten, 1 8 5 8 <5 t u - deuten, gegen 1587 im letzten Winter- und 1801 im vorigen Sommerjcmester. Rechnet man noch die Nachzügler hinzu, dürfte die Zahl von 1900 Studenten nicht zu niedrig gegriffen fein. — Der ausgezeichnete Historiker Prof. Dr. E r i ch M a r k m Heidelberg Biograph Kaifer Wilhelm I. hat den an ihn ergangenen Nui an die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung an- g enom m c n. ______— Arbeiterbewegung. Bergarbeiterausstände. Auf Zeche„Hnbernm' bet Gelsenkirchen sind 80 Mmm nicht emgefahcen 2Mf Zeche „Consolidation" Schacht I sind etwa 35 Mann, aus Schacht Is etwa 80 Mann nicht eingesahrm. Mts Zeche „Pluw |tnb etwa 10 Mann, die sich auf zwei Schächte verteilen, nicht emge- fahren. Auf Zeche „Alma" sind 22 Mann ausständig. -Die Zahl der ausständigen Bergarbeiter rm Zettz-Werßenselsev Braun ko h 1 eure vier beträgt letzt 1500. ---> Der Verdacht, diesen Diebstahl begangen zu haben, lenkte sich schüchternen Katechumenen zu freimütigen Antworten ermutigte sogleich auf den D i c n e r Zedu, der in Diensten des Zahl- unfo persönlich eingriff. Er hofft, bei der Universitätsfeier smeisters stand. Tie Kasse Zcdu führte die Suchet „^söulich erscheinen zu können, und wir hoffen, daß dieses S "ooT Sen "n'S W Vorhaben in Erfüllung !,ch° und w.r unfern Nestor gesunden. Mit der Auffindung der Mk. 260 war oer^Beweis er- freudig und ehrerbietlg in unserer Mitte begrüßen können, bracht, daß Zedu der Dieb wär. Gleich am anderen Morgen, dem ----------- ßO. März 1008, sand ein gerichtliches Verfahren statt. Hatiptmann von Tühring, der stellvertretende Stationsleiter, oerurteiltc Zedu zu 5 Jahren K e t l e n h a f t und zu zweimal 25 Hieben. Dorn, der nach an Ort und Stelle anwesend war, bestätigte dieses Urteil. Es wurden Zedu darauf die Hiebe erteilt. Nachdem er zuvor untersucht und als geslmd befunden morden war, wurde er auf Verfügung des Gouverneurs an einen Flag g e n- nia ft gebunden, der 20 Schrftte vor dem Stationsgebäude ftaud. In seiner Lage an dem Mast war Zedu ungeschützt den heißen Sonnenstrahlen ausgesetzt. Im Laufe des Tages soll Horn .auf der Veranda gesagt haben: .So ein abgebrühtes Schwein! Haben Sie schon bei ihm eine Träne gesehen?- Der Neger blieb die Nacht über m seiner Stellung an dem Mast, feste Nahrung erhielt er nicht, eS ist auch nicht sest- rstellt, daß er zu trinken erhalten hat. Am andern Morgen um Ul)r fand man Zedu in zusammengesunkener Stellung in seinen /Fesseln hängend, an dem Mast hocken. Bevor Horn abreiste, sagte 'er zu bem stellv. Stationsleiter Hauptmami v. Dühring: .Ich übergebe Ihnen den Zedu. der gefällt mir so nicht." Der Gouverneur ritt bann mit von Dühring aus bem Stationshof hinaus, ohne daß Zedu abgeuunben roocDcii wäre, von Dühring begleitete ihn eine Strecke. Als von Dühring zurückkehrte, liefe er den Zedu sofort abbinben. Der Neger mürbe ins Gefängnis, einer Hütte mit einem Lehmbach, dessen Oeffmmgen nicht nut Türen und Fenstern versichert waren, gebracht. Zebu wurde mit Wasser begossen. Es wurde auch eine Suppe für ihn gekocht. Er starb aber bereits iciire halbe Stunde daraus. Horn bestreitet, daß er die Absicht gehabt habe, Zedu ein Geständnis abzupressen. Lr habe annehmen müssen, dafe Zebu, wenn er ins Gefängnis komme, zur Freiheit verholsen werden würde, daß er isich bann in den Besitz des Geldes gesetzt haben und geflohen sem jwürde. Das habe er nicht dulden können, und darum habe er die Fesselung augeorbnel. Er habe die feste Ueberzeugung, daß Iber Tod nicht auf die Fesselung zurückzuführen sei. Geheunrat von Gollnelli betont, daß das von Horn angewandte Verfahren unter Umständen geeignet gewesen sei, den Tod herbeizusühren. Es sei auch nicht zweifelhaft, daß die Zwangs- anittel angewandt worden seien, mit dem Nebengedanken, em «Geständnis zu erpressen. DaS Vorgehen des Angeschuldigten sei laufd höchste bedauerlich, bei seiner Stellung sei er zu doppelter Vorsicht verpflichtet gewesen. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf Dienstentlassung. Das Urteil erkennt gleichfalls aus Dienstentlassung , , . - unter Belassung von ’/» der zuständ igen Pension; bie benen Universitäten. Ostern 1883 wurde er abermals Asftstent Tisziplmarkannner ist der Einsicht, bafe bic Art unb Weise, wie ber an un?erer Lanbesuniversität und zivar bteSniQl in der mebi- tetMeÄ ÄÄMÄW »Mitch-» «.Mik. . Als pMMch« AW-». d« ® stius benen es geschehen ist, auch wenn sie so betrachtet ,verden, Riegel lag ihm msbesonbere auch bte Behandlung bcr stadti- rotc der Angeschuldigte sie betrachtet wissen will, eine Verletzung schen Armen ob, wobei er sich allezeit als menschensreund- iber Dienstpflicht erkennen lassen. Es ist ferner nid erwiesen anzu- ^rzt crroieS. Vier Jahre lang blieb Dr. Alarkivalb in bUf« Sk-llung. um sich bann -an. hvemt er sagt: „Ich habe mich barauf verlassen, daß er etwas ivtdmen, sowie der Tatigkelt als Kassenarzt der ^dbrit» Ibctommcn würde/ Aber schiverer imb mn schwersten wiegt die fraiikenkasse ber Firma Heyligenstacbt. Die Stelle als Verfehlung am am anberen Morgen. Bei der Strafzuniessnng hat djxjgjerenber Arzt der Siechenanstalt übernahln er 1902. ibie Kammer erwogen, baß eine Orbnungsstrafe nicht möglich fei. 0 ..... - ES »ft auch nicht möglich, baß man im Aitelande einen strafversetzten Gouverneur hat. Die iwtwenbige Strafe ist bie Dienst- i cntlaffung. Tie Kammer hat mbeS erroogen, baß ber Angefchul- jbigte ein oerhättmsmäßig vorwurssfreies Beamlenleben hinter sich hat. Die Kammer nimmt nicht an, baß sein Nervensystem un ter Vermischte». * Die Vulkane Süditaliens machen sich wieder be» -merkbar. Wie von ber Insel Stromboli gemeldet wird, richtete dorc ein Ausbruch des Vulkans am 5. ds. MtL keinen nennenswerten Schaden an, versetzte bie Bevölkerung aber in großen Schrecken. . " Lebenbig begraben! In Sarbazon, einem Dorfe in der Nä!,ck vvn,MonpTemersan (Frant'r.) ist eine junge Frau lebendig begraben ivvrden. lleber diese Aufsehen erregende Affäre wird folgendes bekannt: Die 30 jährige Bäuerin Eszoulat, bic ein 29. April angeblich gestorben war, ist am 1. Mai begraben worben. Am folgenben Tage hörte ein Dorfbewohner beim Heberschreiten beÄ Kirchhofes dunrpfe Töne aus dem Grabe Eommcn. Er überzeugte sich davon, daß es keine Täuschung war und holte den Bürgermeister und einen Arzt, welche die Leiche sofort ausgraben ließen. Das To Leng ew and war ganz zerrisfen und blas Herz ber Scheintoten schlug noch. Nach einiger Zeit konnte sie sich etwas erheben^ bann machte aber ein Blutsturz ihrem Leben ein Ende. gpidplßK der «reinigte« Frankfurter Stadttheater. OperuhailS. Mittwöch den 8. fDlai*): Sechste Sondervorstellung: „FigaroS Hochzeit.- (Susanna: Enka Wedekind, Gras Almavwa: K a r l P e r r o n a. GH. Donnerstag den 9. Mai: „Oberon. Freitag den 10. Mai: Siebente Sondervorstellung: „Rhemgold. (Eida: Frail O t t i l i e M e tz g e r - F r o i tz h e i m, Loye: Dr. Otto Br tes em eist er a. G. Samstag den 11. Mai: „Die Reqimentstochler." Hieraus: „Aufforderung zum Tanz." Sonntag den 12. Mai: „Tie Jüdin." Montag den 13. Mai, abends 6 Uhr: Achte Sondervorstellung: „Tie Walküre." (Brünhftde: Edith Walker, k. u. k. Kammersängerin, Fricka: Ottilie Metzgev' Froitzheim a. G.) Schauspielhaus. Mittwoch den 8. Mai'): „Tas Blumenboot.' Donnerstag den 9. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends halb 8 Uhr: „Robert und Bertram." Freitag den 10. Mai: „Torquato Tasto." SamStag den 11. Mai: Zum ersten y)i a l e : „Florenz a." Schauspiel in 8 Akten von Thomas Alann. (Originalanfführung.) Sonntag den 12. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: „Husarenfieber.' Abends 7 Uhr: „Fio- renza." Alontag den 13. Mai: „Wegen Preßvergeheiis." Hieraus: „Eharleys Tante.' ') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abend« um 7 Uhr. dem Einflufe der Tropen gelitten hat. Gegen diefeö Urteil steht dem Angeschuldigten noch die Berufung an deii kaiserlichen Diszipliiiarhos für bic Schutzgeb tete «offen. ________________________________________________ FeUttste „alte Kerr" unserer Landes- unwersttät. , Friedrich Wilhelm August Clotz, der älteste der zum Jubelfeste der alma water Ludoviciana geladenen Ehrengäste, zugleich der Nestor der Geistltchkeit Hessens, ist geboren am 15. Januar 1816 zu Groß-Umstadt als Sohn des .Pfarrers Heinrich Clotz. Seine Jugend verlebte er in den 'Orten Kleestadt, Sickenhofen und Mockstadt a. Nh., bezog ibann ba8 Gymnasium zu Tariuslabt unb bestaub bort bie ^Reifeprüfung un Herbst 1834. Von da ab studierte er In Gießen Theologie, absolvierte im Februar 1838 das Fakuttätsexamen, besuchte bis Ostern 1839 das Prediger- seminar in Friedberg und wurde im Herbst desselben Jahres zum Schlußexamcn in Darmstadt zugelassen. Clotz hatte sich Bereits im Frühjahre dazu angemcldet, war aber als jüngster Kandidat zurückgewiesen worden mit der Begründung, der Raum reiche nicht hin, um die Menge der Prüflinge zu fetzen. Tempi passaii! — Arn 10. Mai 1840 wurde er von Dekan Müller m der Kirche zu Arnsheirn ordiniert und diente in den folgenden 8 Jahren als Leiter und Verwalter den drei ;rheinhcssischen Gemeinden Armsheim, Essenheim und Framersheim, zuletzt in Griesheim aus dem rechten Rheinufer. — Endlich wurde ihm am 16. Jiili 1848 bic Pfarrstelle zu Hohen-Selzcn, Dek. Worms, übertragen. Zwei Tage später führte er feine Braut Friebcrike, Tochter bes Oberkonsistorial- rats Keim in Darmstadt, heim, bie ihm nach 16jähriger glücklicher Ehe in Wallernhauscn bei Nidda, wohin Clotz im Oktober 1855 versetzt worden war, im Alter von 44 Jahren durch den Tod entrissen wurde. 9tach 16jähriger Wirksamkeit verließ der Witwer diesen Ort und zog nach Hausen bei Gießen über am 21. Juni 1871, demselben Tage, an dem sein ältester Sohn Ludwig aus bem deutsch-französ. Kriege wohlbehalten heirnkehrenb, mit beit hessischen Truppen m Darmstadt einzog. Allmählich stellten sich Altersgedrechen ein. Seit Nov. 1889 versah Clotz keinen Dienst mehr, unb siedelte zu seinem Schwiegersohn, dem Dekan Wahl, nach Wiefcck über. Auf fein Nachsnchen wurde er am 1. Ma» 1892 m den Ruhestand versetzt. Sem eben genannter Schwiegersohn wurde im September 1899 sein Nachfolger in Hausen unb ber alte Emeritus hatte bic Freude, wiederum ui fein altes Heim einzuziehen. Dekan Wahl starb im kräftigsten Mannesalter bereits im Nov. 1902. Clotz verblieb bis zu Ende August 1905 bei feiner verwitweten Tochter unb wohnt seitdem bei feinem Enlel, Pfarrer Ludwig Wahl in Qu eck bei Schlitz. — Hohes Alter ist wohl fein Verdienst, sondern eine Gnade. Als solche sieht auch der -91jährige Greis cS an, daß er noch rüstig und wohlgemut «unter den ©einigen lebt, täglich kleine Spaziergänge macht unb einen Teil feines Brennholzes zerkleinert. Auch burch 'geistige Frische erfreut er alle, bic ihn im Schmucke seines ^Silbcrhaarcü schauen. Als Schreiber bieseS in den Jahren 11904 unb 1905 öfters ?cn Pfarrbicnst in Hausen versah, war cS ihm eine befon-berc Freude, daß der alte Amtsbruder 'sich am Gottesdienst nicht nur mit "Andacht beteiligte, sondern bei der an die Predigt sich anschließenben Christenlehre, seinem lebhaften Temperament Folge gebend, bic etwas 8*Ü»e sw N/'tticht eingt" ttlcilen, E elfer ^Veröenfe^ , ttboal* Domecklag Melberg.' Abend; ilag den 10, Mai: i: Zum erste:: litten von Thoma; nag den 12. Mai, ends 7 Uhr: ,Ti» hieraus: oe. Lend« m 1 Ufr . haft " Kor Rudolf Bange r bcjoubtti betannt eiet von Hückingen", rSalome errang Theater, welche m rodentlichen Erholt (Segenstand be- 'namentlichüraulrm die Sänger Femhals- • Vorstellung wohnt« mb, Pich°"'dK ut der deutsche Bot- ; der Botschax vo. ms das letzte Mtzchu äin,8ö* der Erd« 'st chse K°D- ^SL verden, uS ’ durch Wn Der Lc^e ■it L djtetu . neu letzten Tage dec 2‘91801 im -°L j.-s? Lpeltt- d. U' w. tun 0 ;i l9”' ^edigt- redlgl',. 1 Lege»' st- ;n süh wieder be. :l Semeidet wird keL °°lkerMg aber in r zon, einem Tvric LinngeFran T 'hen erregende -vMermEgMlat. 1 Ml. Mai be» J™ Dorfbewohner -vne aus dem m- datz es ferne Md einen Ayl, 'Totengewand i« Scheintoten !tch etwas erheben, .ein Ende. ' AMHeater. rstellung: .Figaros Aras Almaviva: . Mai: .Oberon.' rmg: .Rheingold.' icim, Loge: Dr. ien 11. Ma,: .Die m Tanz.' Sonntag Mai, abends 6 Uhr: Lrünhllde: Edith ittilie Metzger- Giessen, den 6. Mai 1907. Giessen (Bahnhofstr. 45), den 6. Mai 1907. Lietzener Wetterdienst. BoranSfichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 8. Alai: Teilweise heiter. Trocken. Mäßig roarnu Schwache oitliäie Wnwe. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Mai, nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 318 Bei Kauf oder „ Beteiligung -- gröisic Vorsicht! Wirklich reelle JTngeboie oerkäufilchtT hiesiger u.auswäniger6e$chäfte.6tiverbe» Betriebe. Zins-, eescbäfts-.Jabrikgrund- sticke, Bäten Villen etc. und Teilhaber- gesuche jeder Jfrt finden Sie in meiner reicbbaltigen Olfertenliste, die jedermann bei näherer Angabe des UJunsches vcli- kommen kostenlos zuscndc. Sin kein Agent, nehme von keiner Seite Provision. r Kölna Rh. y3 t. Kommen Mcbt KreuzgAise 8. L Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, dass es Gott gefallen hat unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante ^aria Rinklage versehen mit den hl. Sterbesakramenten in die ewige Heimat abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Rinklage Das Curatorium der Siechenanstalt Dr. Breidert. UttiveriitätS.Nachrichten. —. Ter von Friedberg aui die ordentliche Professur für praktische Theologie und Ethik in Tübingen berufene Professor Dr. Paul W u r st e r führte sich in Tübingen em nut enter Antrittsrede über das Thema: ,2er Begriff des reltgiojen Erlebens m seiner Bedeutung für Predigt^und^uqendunterricht^^^^E^^^ Wir betrauern in dem Verstorbenen den Hochverdienten Beamten, der durch sein reiches Wissen, seinen unermüdlichen Eifer und durch sein menschenfreundliches Wirken die Provinzial-Siechenanstalt zu einer mustergültigen gemacht hat. Submission. Für unsere neue Anstalt soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug-, Bettzeug- und Kleidungsstücken, die Lieferung von neuen Roßhaarmatratzen, sowie das Aufarbeiten von gebrauchten Roßhaarmatratzen, auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, sowie die Muster liegen zur Einstchtnahme nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Angebote versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf Weißzeuglieferung * oder „Angebot auf Lieferung von Roßhaarmatratzen• versehen, sind mit den Mustern bis zum 17. Mai 1907, vormittags 11 Uhr, um welche Zeit die Qeff- nung der Angebote stattsindet, auf unserenr ^crwaltungs- bureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist betragt 14 Tage. Gießen, den 7. Ma: 1907. Großherzogliche Direktion der Univ. Augenklinik. Vossius. B 7/a Heute verstarb in Cöln nach kurzer Krankheit der Direktor der Provinzial- Siechenanstalt Herr Dr. Benno Markwald Gerichtrsaal. Stettin, 7. Mai. Der Arbeiter August K r a u s e , der in angetrunkenem Zustande während einer Kontro11ve r s a m m - I uÖii n im (3 liebe gesbrochen und den ihn abführenden Gendarmen beleidigt hatte, wurde vom Kriegegericht der 3. Division ju einem Jahre Gefängnis vcrurteUt. Beantragt waren biei B?e s lau , 6. Mai. Tas Kriegsgericht der 11. £101(1011 &atle den Gefreiten Kühnel wegen Gehorsams-Berweigerimg und tätlichen Angriffes auf einen Unteroffizier, verübt m Iudwestasrika, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Tie Sache schwebt gegenwärtig beim OberlriegSgericht. Ter Angeklagte wurde aber jetzt 'aus der UntersuchungShait entlassen. In der neuen Verhandlung wird nun auf Freispruch erkannt werden, da die Angabe des Angeklagten er sei bei dem Vorfall sinnlos betrunken gewesen, inzwischen von einem als Zeugen vernommenen Feldwebel be,tat,gl '""^Landau 6 Mai. Die Strafkammer verurteilte den Weinhändler Se.tz 'von Rhodt wegen Weinsälfchung zu vter TI 0 n a t e n Gefängnis, sowie Einziehung von achizig tfuoeni SeßCllT (yEns 6. Mai. Heute kam vor dem Gericht erster Instanz das Begehren des des L e 0 p 0 1 d W 01 f l i n g, des \ r uh eten Erzherzogs von Oesterreich, auf Scheidung einer Ehe mit dem früheren Freulein Ad am owi c z zu Verhand- lung. Für Wol'lmg erschien befieu Anwalt, Slandcrat Lachenal, der beantragte, daß sein Klient vom persönlichen Erscheinen vor Gericht be'reit werden möchte. Tas Gericht lehiile dieicn Antrag ab und beschloß bie Vertagung der Verbanblung bis zum 13. JJini. Frau Wölfling war nicht erschienen unb halte sich auch nicht ver- treten lassen: sie hatte bie Annahme bet ihr nach ihrem gegen- wärtigen Wohnsitze Zürich zugesanbten Vorlabung verweigert, weil sie französiich abgeiagt lei. ---- -- der Reichskanzler folgendes Telegramm an die Fraktionen gerichtet: „Ter freikonservativen Fraktion und der Reichspartei sende ich herzliche Wünsche zur Ferer ihre» lO jährrgcn Bestehens. Möchte der nationale Sinn, der zur Gründung der Partei geführt und sich ost bewährt hat, zum heile des Vater andes immer ihr Leitstern bleiben. London, 7. Mau vier hat sich ein Äpmüec gilbet mist Angehörigen aller Konfessionen in der Absicht, m Parts am Vorabend der Deager Konferenz eine große Kundgebung zu veranstalten, um die Delegierten anzuregen, ent wurden für Die Idee des Fr i e d en s g e da n ke n s einzutreten. Gestern f e 11 e 8 r. Tas automobil wurb^zertrummcrb Auf der Chaussee von H e y r o t s b e r 3 e (Prov. ivochlen) sauste in der Nacht ein Automobil in eine Memchenmenge hinein, wodurch etwa 20 Personen Verletzungen erlitten. Einer der Ser« ?efit n de? Sohn -wes Tirekwrs aus Buckau, ist. gestorben. Ter Chauffeur und dio Insassen des Automobils warentzetnaha gelylicht worden.^ welcher für die Gmfin Hoyos ein neues engl Automobil nach Fiume gebracht hatte, unter» Sn mit bem Chauffeur der Familie Whithead unfern Kammer- d?emr des Grafen tzoyos eine Auwmobilsahrt nach Ter.aw. An einer Biegung des Weges stürzte das Auwmobil um. Der mglische libaufieur sowie der Kammerdiener wurden joiort getötet, der Chauffeur der Familie Whithead ist na cheiner Ueberführung ins Krankenhaus seinen Verlevungenebe^falls^erlegen^,^^ Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Mai, nachm. 3i/2 Uhr von der Leichenhalle des alten Friedhofs aus statt. 11 Griginal-Drahtmeldungcn. Berlin, 7. Mai. Anläßlich des 40jäyrtgen Bestehens der f r e t k o n s e r v a t i ven und der Reichs Partei hat Halt! Telegramm! Halt! Zum Himmelfahrtmarkt tommc mit einer Partie künstliche Palmen-Tckorarioneu, Blumen, Lvlegclrankcu und Blumen, Tbst-Körbchcn und LLandtcllcr, unb verkäme billigst. Erfurter Biumen-Kazar 3198 von A. Appou. Gaskoks. infolge Stadtverordneten - BeschluffeS vom 2. Mai d. IS. wurden bie Preise unserer GaSIokS bis auf wettere- festgesetzt wie folgt. rr-üt den Zentner ab VerkmlfSstelle: Stück-ÄokS ......... ♦ • • • * 1/20 M. Srntz-KokS, ausschließlich trocken gelagert, m zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheuung, sowohl für weite als für enge Ofenschächte geeignet, zerkleinert: Größe 9kr. 1, etwas großer alS durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gang- barste Sorte . . . . • • * Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anchraeit, namentlich für engere Ofenschächte geeignet.....1,35 Mr. -r« Wagenladungen von mindestens 36 Zeutmru: StückkokS.......All. Nußkoks Nr. 1.....1/80 , Nußkoks Str. 2.....1,30 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: ................Mk. srußkors Nr. 1.....1/25 , Nußkoks Nr. 2.....I/20 » Mr Zroksabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggon» beziehen, ermäßigt sich der Preis um wettere o Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr au das Haus werden 10 Pfennig für den Zentnerbbereckwri.^E^E f„nncn ^exxxm ^Änengai oh^ besondere Vergütung auch an die betr. Lagerplätze (Keller, Stall usw.) verbracht werden, sofern die Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt. Gaswerk findet mir Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Klemverdauf der Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei: __ Andreas Snler, Steinstraße U, Joh. Fischer, Alicestraße 19, I. Happel, Neustadt 56, Karl Hensel, Walltorslraße 10, _ _____________ Gebr. Kahl, F-rankfurlerslraße 151, i p- I I tzd. Älinkel, Bahichofstraße 10, Pr|CP IP V\W -MU »Ä M-rktstr-b- 10, n lob IC riübllb SÄ’SÄ 16, Mittwoch früh eintreffend: Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13- , M fg I Daniel Wirth's Nachf. (L.H. Gettfus), Westanlage 5L W* Diese Firmen betonen obenstehenbe Preise unserer Gaskoks verPfb.35Psg.,rmAusschn.45Pfg. . Anfuhr wie das Gaswerk wid verabfolgen dieselben auch! t per Psd. 22 Psg. iu Mengen unter 5 Zentnern. , j !.7 r « ff lv Tie Preise miserer Gaskoks für die Abnehmer ansterhalb tm ltn blutentieHeu (iauliaii e« «-»-ar-u», actra« beis p-rP!d.S8Psg.. m>Ausjchn.S4Psg. CUroinitfbngiitiiUB »0« 4 Psg. lur den Z-ntn°». empfehlen a7/5 Gießen, den 3. JJiai lau«. , - * a ■ ., * fw | Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Gebrüder Berta1 ot,°------------ . Arbeits Vergebung. ©rofee Auswahl in MÄäMäXS HUli und Lieferungen sollen im Wege des onenttichen Ängebots vergeben, A>0NNrN UHU werden. veranschlagt zu^ Mk. 'Y) a AA4* Tiip^in^bot^unterlagcn liegen aus Großh Burgeruietstertt Ke gen I U! UrnEU Ra.nro?vÄ bff.1?S^ahrend der Dienststunden zur Einsicht bei Bindefeld aus Frankfurt bcr ^Engebote^mll^entsprechender Ausichrift verseh^ sihd Greben zum Markt cingctionen. fcfilofien unb portofrei bis spälestens 18. , Achtungsvoll 131/7Unterzeichneter Bürgermeisterei elnzureichen, woselbst die Er- GS TS-i r\ A öffnung in Gegenwart etwa erschienenen Bewerber erfolgt I- Oilknrl/mn 55 KWnd°n 4. w im.. _ ullößrKieS Gr°hb°r»°gU^ R°mr°d. liefert billigst (26f^51 Bekannlmachnng. JeanDern^Co. Das Geschäftszimmer der Mit dem „Bund der Land. Wett-Anlage 31. wirte" im Vertrags-Verhältnis stehenden Perleberger Vieh- versicherungs - Gesellschaft befindet sich seit dem 1. Mar Bahnhofstraße 58, 1. Perleberger Biehverficherungs-Gesellsch. zu Perleberg. 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