7. Oktober 1907 Montag Erstes Blatt 7. LnalW; ^-Hebr lür den <• ^„zeigenteür H. Beck. Aie Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. ' V 7 yx, -----o * O Ä 0 redseligen und tatenlosen Diplomaten, an unjere H-rak- ionspolitit'er und tausend anderes rnehr.^ Ä u f s e n erregende W L57. Jahrgang Vezu gSpret-r monatlich 75P^oier1el- jährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post M. 2.—viertel- jährt. ausjchl. Bestellg. ZeÜenpretü: lokal IKPs^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich tfir den politischen Teil: C. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes" P. Wittko; für .Stadt u. Land- und „Äe. ichls- pelitifd^c Lagcshchnrr. Der polnische Straschverein. Der „Deutschen Journalpost" wird aus Posen vom 4. Okt. gcmelbet: Ter unter der Leitung des bekannten Herrenhans- mitaliedes v. KoSBetski stehende polnische Straschverein beginnt nunmehr seine Agitationstätigkeit auch nach rein deutschen Gegenden zu verlegen, wo die Zahl der Polen nur einige Hunderte oder wenige Tausende beträgt. In den nächsten Tagen sollen allgemeine polnische Volksversammlungen, die vom Straschverein einberufen worden sind, in Breslau, Berlin, Essen, Bochum und Köln abgehalten werden. Die nächste Versammlung findet am kommenden Sonntag in Breslau statt, wo der Vorsitzende des Straschvereins, Herr v. Koscielski, und der Generalsekretär von Jaworski zu den Breslauer Polen sprechen werden. In der Verscnnmlung soll die polnische Organisation in Schlesien einer Prüfung unterzogen werden. Außerdem will man zu der in ÄussiäK stehenden preußischen Enteignungsvorlage Stellung nehmen. Auch über die allgemeine Lage des Polentums in Deutschland wird debattiert werden. Mehrere polnische Abgeordnete haben ihre Beteiligung an der Versammlung zugesagt. . Tie nächste^ Straschversammlung wird dann am 20. Okt. in Berlin stattfinden. Als Hauptredner wird dort der polnische Abgeordnete Tr. v. Dz-iembowsli auftreten. politische Wochenschau. G i e h e u, 7. Oktober. — Meldungen aus Mülheim a. d. Ruhr zufolge machte:: der Ingenieur Weiden: ann und der Rentier Kammann eine in maritimen Kreisen Aufseh-en erregende Erfindung, nämlich ein Fernschaltsystem, auf Gruno denen eine neuö Seekriegswafse projektiert ist. Mit einem Aiotorboole von 8 Meter Länge wurden bereits erfolgreiche Versuche gemacht. Diese Erfindung soll die Torpedoboote ganz entbehrlich machen. — Eine jugendliche S ch a u s pi e l er ge s el l s ch a ft. Aus London wird uns berichtet: In der englische:: Hauptstadt ist eine neue Theatergenoffenschaft entstanden, die „Junior Stage Society". Ihr Ziel ist, jugendlichen Schauspielertalenten Gelegenheit zur Entfaltung und Schulung ihrer Fähigkeiten zu geoen; demgemäß ist die Altersgrenze auch aus höchstens 19 ^ohre sest- geseyt worden. Die Gründerin dieses neuen Unteriieyniens, Mil; Elizabeth James, zählt 16 Jahre, unb unter der ^char ihrer Genossen befindet sich keiner, der mehr als 17 Lenze erlebt hat. Mr. I. M. Barrie und die Schauspielerin Constance Collier haben das Patronat über diese Vereinigung jugendlicher Kunst-- freudiger übenwmmen, und am nächten Montag wird weil} James mit ihren Freunden in einer Vorstellung :m Tukeof Porks-Thcater zeigen, wieweit Arbeitsfreude und Talent sich hier werden müsse, um der sich immer breiter machenden materialistischen Weltanschauung unserer Tage aufklärend zu begegnen. Volksbibliotheken müßten angelegt und jedem Gemeindegliede zugängig gemacht werden. Eine eminent soziale Arbeit sei ferner die Krankenpflege aus dem Lande in Gemeinschaft mit der Gemeindeschwester, sowie der Kampf gegen den Alkoholismus. Bei all seinen sozialen Handlungen sollte der Landpfarrer schlicht und einsach auftreten und sich stets vor Augen halten, daß er für jedes Gememde- glied, ob arm, ob reich, eingesetzt sei. — In der vorletzten Nummer der Leipziger „Jllustr. Zeitung" (Verlag von I. I. Weber, Leipzig) fände:: wir eine Abbildung unseres neuen Gießener Stadttheaters nut einem Begleitwort von Prof. Tr. Fromme. Die neuere Nummer dieses Blattes bringt einen Artikel über das Dresdener Hoftheater in seinen bedeutendsten unb populärsten Vertreterinnen, zu deren Porträts der Dresdener Kritiker Dr. Friedr. Kummer den Text geschrieben hat. W. Gause führt in einem Zyklus Wiener Bilder" das Leben und Treiben in den Kafieehaustru vor. Ein Beitrag „Schmucttäfer" von Professor Augustin, Hamburg, der eine ganze Anzahl von bislang noch nicht publizierten Jnsekte:llüldern aufiveist, ist mehr wissenschaftlicher Natur. Tr Tagesgeschichte kom:nt mit drei Zeichnungen von der ^ustl Mainau ivährend der Sterbetage des nun verewigten badischen Grostherzogs Friedrich zu Worte, die die Eigenart Maler Limmers erkennen lassen, der außerdem noch mit einem Bilde von Zeppelins ge- limgenen B-llonausstics über ben »obenfto bteätnal oertreto ift Photographische Aufnahmen der Motorregatta aus dem Jujcui rc. vervollständigen den illustrativen Inhalt der Nummer. — Unter dem Vorsitz des preuß. Staatsrnrnisters a. D. Dr. v. Studt hat sich ein Komitee gebildet, das einen Aufruf für die Begründung einer „R o b e r t K o ch - S t i f- tung zur Bekämpfung der Tuberkulose" erläßt. Die Stiftung stellt sich die Ausgabe, wissenschaftliche Arbeiten und damit auch praktische Bestrebungen zur Bekämpfung der Tuberkulose aus ihren Mitteln zu unterstützen. Eine reichliche Beisteuer zur Stiftung von jedermann aus dem Volke ist zu wünschen. Dem Komitee gehören u. a. Graf von Posadowsky-Wehner, Ministerialdirektor Althofs, der Leibarzt des Kaisers Generaloberarzt Dr. Jlberg, die Minister des Innern aus Sachsen, Württernberg, Baden, Hessen usw. an. Beiträge werden an das Bankhaus Parteien die größeren Kosten einer förmlichen Klage erspart werden, die Erweiterung des Kreises der Feriensachen. Diese vorgeschlagenen Verbesserungen sind freudig zu begrüßen, denn sie zeigen, daß man sich, wenn auch langsam, bemüht, den Bedürfnissen der Zeit Rechnung zu tragen. In Wiesbaden tagte am Schluß der Woche der nationallib. Parteitag. Ebenso wie aus den Parteitagen der anderen Parteien sind natürlich auch hier zahlreiche Resolutionen angenommen worden, denen man vom nationalen und auch liberalen Standpunkte aus unbedingt zustimnwn kann. Interessanter als diese Resolutionen ist aber eine Erklärung, die der Wg. Bassermann abgab. Er sagte wörtlich: „Rach dem, was ich weiß, wird das Vereins- und Versammlungsrecht ein völlig liberales sein und vor allein unseren Frauen völlige Gleichstellung mit dem Manne bringen." Abg. Bassermann :nuß es ja wissen, denn allem Anscheine nach hat er bei seinem Besuche in Norderney mit dem Reichskanzler dieses Thema besprochen. Wenn sich die Angaben des nationalliberalen Führers bewahrheiten, und daran ist wohl kaum zu zweifeln, dann werden unsere Linksliberalen ein wertvolles Zugeständnis erhalten und man sieht, wie ernst es dem Reichskanzler mit seiner Blockpolitik ist. In der Auslandspolitik hat die abgelaufene Woche wenig bemerkenswertes gebracht. In Marokko ist die Lage unverändert, in Mazedonien dauern die Unruhen auch nach den letzten beruhigenoen Abmachungen zwischen dem russischen Minister Iswolski und dem österreichisch-ungarischen Minister v. Aerenlhal {ort. Auch oie innere Lage Rußlands hat feine neuen Ueberraschnngen gezeitigt. Die Dumawahlen haben zwar begonnen, aber über ihren mutmaßlichen Ausgang läßt sich noch nichts sagen. Neue Schwierigkeiten waren nur in oen Ansg.eichsoerhandlungen zw.scheu Oesterreick)-Ungarn zutage getreten, uno die Verständigung über die Bank- und Quotenfrage wurde dort als sehr groß bezeichnet, so daß scho:: das schlinunste zu befürchten war. Erst am Samstag nachmittag ist es endlich gelungen, sich über die hauptsächlichsten Disserenzpuncte des Ausgleiches grundsätzlich zu einigen. Zu allem übrigen sind die Eisenbahnbeamten in Oesterreich und neuerdings auch in Ungarn in die Resistenz eingetreten unb haben damit säst den gesamten Bahnvertehr der Donaumonarchie lahmgelegt. ergangen. i „ e K U n st ch r o n i k. AuS Kassel wird geschrieben- .Das Lied vom Melh", Fedor v. Zabeltitz neuestes Buhnenwerk, wird das Kasseler Hoitheater in der neuen Spielzett zur Ur- ansführung bringen. Au Neuheiten im Schauspiel sind ferner u. a. angekündigt: „Die schieimäulige Almuth" von Friedr. Barteln, die Tragödie „Meroe" von Will), v. Scholz, „Brauliahrtst romantisches Spiel von Klara v. Förster und Rudolf Herzogs bisher noch nicht arügekührtes neues Schauspiel „Auf Nissenskoog". — Am 8. Dezember dss. Js. wird Björnsljerne Björnfon das Fest seines 75. Geburtstages begehen. — John Lev manns Satire „Das Ungeheuer", deren Ausführung in Berlin voll der Zensur verboten wurde, ist den vereinigten Leipziger Schauspielhäusern zur Ausführung freigegeben worden. — Tie von Johannes Proelß beforste Ausgabe der Gefammelten Werke I. B. v. Scheffels ist mit dem Erscheinen des 6. Bandes vollständig geworden. Der letzte Band enthält Frau Aventiure und Gaudeamus (Stuttgart, Adolf Bonz u. Conip.) — Der Oberbürgermeister uüii Elberfeld verbot die Aufführullg von Lessings „91 a 11) a it der Weis e" diwch den sozialdemokr. Arbeiterbildnngsverein, der das Stück am 13. d. Mts. un Stadttbeater zur Aufführung bringen lasjeu wollte^ Ter Straschverein ist in Berlin seit längerer Zeit organisiert und! zählt fast alle hier ansässigen Polen zu Mitgliedern. Oie deutsche Geldlage. Köln, 5. Okt. In einer Besprechung der Behauptung verschiedener Blätter, darunter des „Echo de Paris", daß Deutschland die Kosten eines Krieges nicht zu tragen im stände sei und daher auch nicht daran denken diirfe, einen Krieg mit Aussicht auf Erfolg zu eröffnen, verweist die „Kölnische Zeitung" auf das Jahr 1870, wo wir in der Tat noch ein armes Land gewesen, aber den Krieg mit rücksichtsloser Tatkraft geführt hätten. Was wir damals konnten, schreibt das Blatt, können wir heute noch in erhöhtem Grade; wenn wir schon in der Lage sind, für unsere wirtschaftlichen Zwecke aus eigener Kraft die nötigen Gelder aufznbringen, so sind wir im Kriegsfälle ebenso wenig auf das Ausland angewiesen. Die Sorge um diese Geldbeschaffung könnte man uns ruhig selbst überlassen. Wir können nichts dagegen haben, tvenn französische Blätter ihren Landsleuten abraten, Gelder in deutschen Werten anzulegen; das mögen sie halten, wie sie wollen. Wir können solchen Ratschlägen gegenüber sehr kühl bleiben. Richt hur zwecklos aber, sondern aus allgemeinen Rücksichten nicht unbedenklich erscheint es, wenn man die deutsche Geldlage als so elend hinstelll, daß, dadurch die Zwecke der Landesverteidigung vereitelt werden könnten. Aufgaben des Landpfarrers. Von der Leipziger Tagung der sächsischen evangelisch- sozialen Vereinigung scheint uns ein Vortrag des Pfarrers K ö b s ch k e - Pfaffroda über: „Soziale Ausgaben des Land- dl Pfarrers" von Bedeutung. Der Begriff „sozial", so führte K. 51 aus gipfelt in dem Bestreben aus gleichender Gerechttg- - feit gegen alle Glieder einer Gemeinde, wes Standes sie l immer seien. Schon an den Kindern muß die fosialc I Arbeit des Landpfarrers einsetzen, will sie gute Fruchte tragen. Der kranke Volkskörper muß an seiner Wurzel der ng Gesundung entgegengefüljrt werden. In dieser Richtung j b'eibt auf dem Lande noch mehr zu tun übrig lute in dcr j Stadt. Als nächstliegende Mittel zu sozialer Betätigung auf dem Lande empfahl der Vortragende neben vielen anderen die Kleinkinderpflege, die Gründung von Wöchnerinnen- vereinen, die ftörberung der Wohnungspflege durch den Ortspfarrer. Ganz besonders ist die Schule die gegebene Pfleaskülle sozialen Wirkens in evangelischem Sinne, wobei die tätige Mithilfe des Lehrers sich von selbst versteht. Geeignete Aussicht über die Beachtung der Kinberschutzgesetze, wie über die Heimarbeit in der Gemeinde, Pflege des Ju- aendgottesdienstes in sozialem Sinne mögen als weitere beachtenswerte Jüngerzeige für den sozialen Landpfarrer angeführt werden. Schwieriger für diesen gestaltet fich me Einwirkung auf die Jugend n a ch ber Konfirmation, wenn es gilt, den hcranwachsenden Jünglingen und Jungfrauen ein Berater fürs spätere Leben zu sein. Nach dieser Rick)- tung empfahl der Redner das Wirken im Rahmen von ^ünalings- ober Jun g fr auenv er einen, die Einrichtung von Fortbildungsschulen, von Näh- oder Kochvereinen usw. Fern- Aubalten von der sozialen Jugendfürsorge ist jede Politik, daS Klub leb en in jeglicher Gestalt und das reine Vergnügen. Taaeaen sollen edle Freube, geistige, sittliche und religiöse Anregung, Erziehung zu christlichen Eharakteren, Z^u.nd- schäft untereinander und gegenseitiges Vertrauen, WW ^iSaivlin und die hohen v ater l anbisch en unb christllc^-n Ideale gehegt und gepflegt lverden. 5sierzu ist aber d:e Hilse des Staates ^ute nötiger denn je mc denn überhaupt die Jugendpflege staatlicher Regelung bedarf. Im Zweiten I Teile seines Vortrages behandelte Pfarrer Kotzschke die J allgemeinen fragen der Volksbildung aus dem Lande, em Gebiet, auf dem die Mitarbeit ber Landpfarrer vorausgesetzt In der Rechtspflege steht nun allerdings für die nächste 3eit eine Aenoerung bevor. Im Reichsanzeiger wird jetzt »er Etitwur, einer Novelle zum. Zivilprozeß veröffentlicht, »er Aenderungen des GerichtSverfafsungsgesetzes, Art. 1, ber fivilvrozeßordnung, Art. 2, des Gerichtskostengesetzes, urt. o, mb oer Gebührenorbnung für Rechtsanwälte, Art. 4, urn- aßt. Die in Aussicht genommene Reform beschränkt sich 1 m der Hauptsache aus die Umgestaltung deS amtsgericyt- .icheu Verfahrens und auf die Erhöhung der amtsgericht- ; iu>en Zuständigkeit von 300 auf 800 Mk. Hierdurch soll xx. drohenden Ueberlastung der höheren Gerichte vorgebeugt werden. Die Zahl der Richterstellen an den Amtsgerichten soll vermehrt werden. Das Verfahren vor den Amtsge- ' richten sott dadurch eine Beschleunigung und Verbilligung erfahren, daß nach dem Vorgänge des Gewerbegerichts- : Gesetzes u*i0 dos Gesetzes über die Kaufmannsgerichte an Stelle des Barteibetriebes, der Amtsbetrieb bis zum Erlaß 1 deS Urteils in vollem Um fange eingeführt wird. Von den «weiteren Vorschlägen sind besonders hervorzuyeben: b:c ibc* “ schränkilng der Berufung bei geringi-ügi-gen Streitigkeiten, |(bie straffere Gestaltung oeZ Mahnverfahrens, wodurch den Der viel gerühmte deutsche Idealismus spielt un§ oft inen bösen Streich. Wir legen uns so oft mit aller Jn- I^unst für Menschen und Sachen ins Zeug, die es nicht ver- ienen. Wie haben wir uns ehemals für den irrenden olnischen Patrioten begeistert, der sein Vaterland sucht, wie aben wir uns der Spanier im Kriege mit Nordamerika, er Buren im Kampfe gegen die Engländer angenommen nd wie wenig entsprach der Gegenstaird unserer Begeiste- ung in der Wirklichkeit dem Jdealbilde, das wir uns von gemadjt hatten. Waren es nicht auch weite Kreise ^iseres Volkes, die seinerzeit den „mutigen" Schritt der conprinzessin von Sachsen bejubelten? Daß eine so hoch- oljcnde Frau .Herkommen unb Sitte mit Füßen trat und kitten und Kinder verließ, um ihres Lebens gl ückes willen, j a$ erschien uns beinahe wie ein Heldentum. Luise von vscana, die gewesene sächsische Kronprinzessin m:d spätere -räjin Aiontignoso hat die deutsckjen Idealisten recht bitter etäuscht. Der Glorienschein ist für immer dahin, Madame oselli bietet uns heute nur noch das Bild eines zügel- ojen Weibes, und wir denken mit rechter Beschämung der wit, wo wir hier Größe erwartet und gesehen hatten. xt gmg in mehreren Automobilen von nach oüjwahKini, Dorheim, Melbach, Södcl, Wölstrs- heim, Berstadt, Utpye, Trais-Horloff, Billingen, Nonnenroth Ober- 1 r* 9-B? nfs ! U1 e, ~ e eKa Ue*t ^1U September wurden q? 8 23 in?,e ^OeUehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1041 Zeitschriften 318, Jugendschriften 118 Bers- dichtungen 57, Literaturgeschichte 11, Länder- und Völkerkunde 43 Kulturgescyichte 9, Geschichte und Biographien 96, Kunst- geichichte 10, Naturwistenschait und Technoloaie 80, Heer- und eceweien a, Haus- "nd Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 11, S.e ""d Phftowphle 16, Staatswissenschaft 13, Sprach Wissen- scha" 6, vremdjprachliches 13 Bände. Nach auswärts tarn n! -oanoe. ist das letztere am zweckmäßigsten befunden worden. Sämt- ltche Gemeinden, mit Ausnahme des noch im Marburger Kreise liegenden Dorfes Roßberg, haben sich zur Stellung des erforderlichen Geländes bereit erklärt, außerdem zeigt die Darmstädter Regierung das weiteste Entgegenkommen. Wie jetzt vorgesehen, berührt die Bahn von ü-reihausen aus Roßberg und Vermertshausen, geht dann über die Landesgrenze nach Rüddingshausen, Weitershain, Bernsfeld, Atzenhain, Merlau nach Mücke. Das sind etwa 6 Kilometer preußisches und 20 Kilometer Darmstädtisches Gebiet. Tie Gesamtbaukosten dürften etwa 2 920 000 ML. betragen. r5Ür die Entwickelung der großen Eisensteingruben bei Atzenhain und Bernsfeld, sowie der neuange- H^gblschläge gab es 1906 in 54 Gemeinden (in Oberhessen 39). Betroffen wurden 7112 (4975) Hektar unt> beschädigt 3600 (2337) Hektar. Der dadurch angerichtete Schaden betrug 266 431 (163 891) Mark oder 17 (18) Prozent des Wertes der auf der verhagelten Fläche zu erwartenden Ernte. Von der beschädigten Fläche waren 1173 (1090) Hektar mit 430 253 (396 222) Mark versichert. Ausbezahlt wurden 65 043 (58812) Mark Entschädigung. Von den einzelnen oberhessischen Kreisen hatte Alsfeld 72138, Gießen 36 053, Schotten 30107 und Lauterbach 25 593 Mk. Schaden ^r-^^^ipss, Dr. Leviii-^tolpuig lUid Geheimrat von Fried- ft ba§ ^^cbnis, daß der Kaiserliche Automobilklub die Befchluwaßung auf den 15. d. M. verschob. Jiiuvischen oorgelegt werden^uauer anSgcarbcikt und dann m Berlin ** Die hessischen Miuister auf einer Auto- rmobilfahrt in Gefahr. Zu unserm Arttkel über die Gefahr, in der die hessischen Minister auf einer Auto- nrobilfahrt zur Besichttgung des Gruppenwasser-Der- sorgungswerks Bad-Nauheim-Lauter in Dorheim geschwebt haben, wird uns von einem Augenzeugen Folgendes mitgeteilt: An der Automobilfahrt waren im Ganzen sechs! Automobile beteiligt. Das erste, dem Aütomobil der! Minister vor aus fahr ende Automobil, in dem ein Diener der Badedirektton Bad-Mauheim und ein Photograph saßen, bemerkte den herankommenden Zug der Nebenbahn Fried- bei Dorheim nicht und passierte mit knapper HUV u Kot noch den Uebergang, es handeüe sich um Sekunden Micher Empfang bereitet. In den' 'ÄHK'* Und es Ware vom Zuge ersaßt worden. Der Führer des Men die Ortsoorstände, die Schuljugend und Vereine AuL Zweiten Automobils, in dem die Minister Gnauth und 6?tr- Bürgermeister hielten Ansprachen, Braun, sowie Kreisrat- Fey und Baurat Dr. Eser saßen I Minister" BbmH Wasserlntung zum Ausdruck kam, und das dem 1. Automobil tu etwa 30 Meter W^ndL brevem ^ch'7uf S "L VÄ“? folgte, bemerkte jedoch die Gefahr sofort und hielt noch >E°nf die Schulkinder die Lesscnhymnc^chnd anders Lieder \arwn rechtzertig tn genügender Entfernung vom Zuge an. cvO ..^1, 9m9 c§ auf dem modernsten aller Verkehrsmittel ** 3m Ersatzjahre 19 06 sind n. d. Darmst. Ztq wftd-n-bolte bie ^er in ähnlicher Weise ber den Truppen der Großh. Hess. (25) Division im aanL^l !;• n 7^?bEunnen frei Schwalheim, wo sich -38 41 Mann eing°st7llt 'UÄrSV 15%"^« ®tÄbÄffnU’^‘ft Starkenburg, 1187 rn Oberhessen und 1104 in Rheinhessen, hübsche Abwechslung war der^Emp ang^^Melbachs^°wn Dazu tommen 232 EmMrtg-Freiwrllige (108, 66 uud 58). iungfrauen den Teilnehmern das Wettmaner Natwnala^ün/ ^eute ohne Schulbildung gab es unter den Eingestellten Emlich Apfelwein, darbotcn, welche Spende Frl ‘ Keller die mrf,t 'T°ch .er des Gemeinderats Keller, ntit folgenLn Worten be- □ LI V-lrV ♦ ^ie zu der Wasserleitung Segen Verholfen uns auf weiten Wegen, Die Herren Minister, die lange noch Regieren mögen, sie leben hoch! w-s?^terkeit erregte auch der gestrenge Herr Bürgermeister Wolfersherm, der rn , seiner Ansprache dafür dankte, daß das Dreihausen über die Grenze nach Atzenhain vielleicht und schließlich geradeaus direkt nach kcrten,, dre dresem großen Werk wie so manchem anderen ent- Mucke in dre Bahn Gießen—Fulda münden zu lassen scgens.andeu: Die Gleichgültigkeit, um nicht zu sagen das Mrß- ----' ^au^r, das neuen Unternehmungen entgegeirgebracht lvird, na^ mentlrch lvenn sre von t)er_ Regierung kommen. Erwühnuuq verdrcncn auch rwch dre hübschen Wasserkünste, die in Dorlreim uno anderen Orten zu Ehren der Gast^ eingerichtet wvrden ivureit. '5?^' seiner Bauart ein echtes Hcssendvrf reufxn -eesttchmuck angelegt tüt herzliches Willkommen bot . Ortsltrane uberipannend-n Ehrenpforte, und L > ltches Willkommen boten bte irtichen Gesichwr der Sdmrü, . »t km Gesang „Alles fÄ, bü Begrußungsteter eröffnete Bürgermeister Aff svrach im N- der Gemeinde herzliche Worte der Begrüstung, worauf Rn^. Minister Gnauth dankte und des Anlasses gedachte be? < TEhmer m dos abseits der großen Heerstraße gelegene aeluljrt habe. Es gelte, das große Werk offiziell zu erörL das von Dorf seinen Namen trage. G^ ei b« Ä! md>t leicht gefallen, ihre Wasserschätze hcrzugeben und L bar müße m^n ihr jem, daß fic es trohdem getan hohe Ä trawn drei Lchulllnder vor und trugen folgenden von dem gx"llchen, Pfarrer schick zu Queckboru, verfaßten - ' Wrllkommengruß vor: ^;^E2t Dr. Es e r, der als Vorstand des Tiefbauamts Bad Nau- - ^^^^clungsarbeiten gtttttct hatte, ergriff alsbald unt. eiil£n Rückblick auf die Entstehung Werkes zu werfen. Es verdankt seine Entstehung der staatlichen Fmrwrge chr das Wohl dxs Bades Nauheim" Lssen Wohl un" Wehe mit dem der ^>tadt Bad Nauheim innig verknüpft ist intö - Sanze Lanp große Bedeutung hat. Bis 1888 erfolgte die ' bis^in^ burw eine Anzahl Laufbrunn^ ' l b!c|v V A lTt Prwatwafterwcrk angelegt wurde, bas Grundwasser gespeist wurde. i?ün wmue es m Bettieb genommen werden und Versal Oadt mit Trink- und Brauchwasser. Die Frequen- betrug damals 7942 Kurgäste, fte stieg bis 1899 ständig und kettag in die,em ^ahre 22 411 Personen. In diesem Jahr, übernahm der ^ttaat das Wasserwerk uird erweiterte cs alsbald foweit cus möglich, aber ds reichte nur bis 1900 aus. Bur Q^rnnnung eines ner^n Wassergebicts wurden ixmn in der näheren “no Entfernung des Bades Bohrungen ausgesührt, die ^ErIchiießung zweier reicher Ouellengebiete führten, das bei lT' ^vttofftal unb das bei Lauter am Wesmbhang des ^v^vbergev. Beide ftnv mächtige Ausslußgeöiete herrlichen und man legte alsbald den Plan einer umfasseiiden Wafterversorgnngsanlage an, die Bad und Stadt Nauheim, die ?7fm ■Srre^r'9 I1 Landgemeinden, mit zusammen 47 0^ peelen (emicyl. der Kurgäste-, mit Wasser versorgen sollte zur AusKhrung dieses umfassenden Planes fthripben aber zu L-rngfam voran und die Verhältnisse in Nau- beun erforderten rösche Hilfe, wenn die Entwickelung bÄL ÄÄ w M°n beschloß deshalb, zunächst ft d-üs Laurerer Werr allein zu errichten. Dns zweite Proiekt ■ f - P^vvinz Oberhessen überlassen und luirb l(i) €^enföH5 m einer nicht zu fernen Zukunft zur Aus- M/rung gelangen. Das letztfertige Werk, das außer Bad Nauheim voch enva 14 Landgemeinden versorgt, wurde im FEahr 1905 ange,angen am 28. April 1905 wurde die Fassung der Quellen begonnen, eie liegen in dem 70CL Meter langen *55 t°r M^ter breiten Tälchen, das von der Bingmühle ^^enrmhle vom etant erworben wurde) auf- ftc 9^C Fauptguellen liegen dicht bei der Bingmühle, fle lief^ir 24,3 Sekundenlrter Waner oder 2100 Kubikmeter täglich, oie kleineren Quellen 20 Sekundenliter oder 1740 Kubik- rneteT täglich, wdaß rund 4900 Kubikmeter täglich zur Verfügung stehen. Die Temperatur war bei den kleineren Quellen r1" |a,fun.9 aber gleichmäßig 10,5—10,6 Grad Eclftus. Das Was,er jtammt vom hohen Vogelsberg, der Untergrund Quettgebiets i)t Basalt, auf dem Bafalttuis und Bafalt- geroll Jotoie Verwitterungsprodukte lagern. Zum Auf sammeln oer kleineren quellen wurde ein Graben angelegt, soweit nötig, gdjt e_> durch emen Filter und außerdem ist es gegen das Ein- * vL-rngen bon Tagwasser geschützt. Das Wasser ist chemisch und rrrk^iff09^ vorMglicher Beschaffenheit und sein Hätte- < £ 'a m /2< ?{)0 äußerst günstig. Sämtliche Brunnenanlaqen ' rÜs dllm. Reinigen versehen. Für das Bad bui 1500/ 9Ann r ^.^?0 und für die Landgemein- ^^,--00^2000 Kubiknwter vorgesehen, sodaß noch etwa 1100 Kubikmeter für weitere Anschlüsse (für 11000 Einwohner aus- 6c retaienh) abgegeben werden können. Die bis Nauheim 42 Kilo- b ^lgt der Geländegestaltung über Berg und -Lai etwa 1,75 Meter unter der Erde. Das Wasser bewegt 40 ^^lurliches Gemlte mit einer Geschwindigkeit von et, sowie dasjenige, das während der Ehe von ihm ererbt oder sonstwie erworben wird. 3. Wahrend der Ebe steht bem Manne an dem Vermögen der Fran die Verwaltung und Nutznießung zu. Eine selbständige Dersügung behält diese nur über ihr'Vorbehaltsgut. Dazu gehört u. a., was sie durch selbständige Arbeit, z. B. als Künstlerin, Lehrerin, Waschfrau, Näherin, Hebamme ?c., erwirbt. 4. An dem Vermögen, das der Mann während der Ehe in seinem Bernie erwirbt, erlangt die Frau auch dann keinen Anteil, wenn sie in dem Geschäft ober der Landwirtschaii 20. des Mannes mit tätig ist. 5. Bei der Auflösung der Ehe fällt deshalb an die Frau ober deren Erben nur das Vermögen der Frau 0. Nr. 2 u. 3); dem Manne dagegen ober seinen Erben fällt außer dem Vermögen des Mannes dessen gesamter beruflicher Erwerb zu (s. Nr. 2 u. 4). II. Herstell u n g eines dem f r ü bereu Znsta n b entsprechenden Güterrechts. 1. Soll für die Ehe ein bent früheren Rechte entsprechender Zustand geschaffen werden, der die Frau in weit höherem Maße sicher stellt, so müssen die Brautleute durch Ehevertrag vereinbaren, baß für ihre Ehe bic Errungen- schaslsgoineinschatt gelten soll. Geschieht dies, so fällt, wie nn Sülmser Landrechte, das Vermögen, bas während der Ehe nn Berwe des Mannes erworben ober sonstwie von einem Ehegatten errungen wirb, nicht bem Manne allein, sanbern ber Errungen- schaftsgemoinschait zu und wirb deshalb bei der Auflösung der Ehe zwischen ben Ehegatten geteilt. 2. Durch ben Ehevertrag, ber, um chiltig zu sein, vor bem Amtsgericht ober vor einem Notar geschlossen werden muß, kann auch die allgemeine Gütergemeinschaft, Gütertrennung ober ein sonstiger Gülerstanb vereinbart werben. Belehrung im einzelnen wirb baS Gericht ober ber Notar erteilen. 3. Zum Abschluß eines Ehevertrags sind nicht nur Brautleute berechtigt. Vielmehr können auch Eheleute, bie nachträglich bas gesetzliche Güterrecht durch bic ErrungenschaftSgemeinschafr ober einen mibcrcn Gülerstanb ersetzen wollen, jeberzeil einen Ehevertrag ab° über 2 000 „ 10 000 „ 20 000 „ 30 000 jährlich 1800 Mk. betragenden Geholt bei freier Wohnung und Hauscrunk seine Auslagen und Nestespescn bis 10 Mk. den Tag gewährt. Tatsächlich hat er auf seinen Reisen sehr viel TelefoEDiscL’ua KiwsfoeHcMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. Frankfurter ££öi*se, 7. Oktober, 1.15 übr. B. EL B. verantwortlich sei. Dahingegen erklärt der Reichsgericht aber, daß das , Berufungsgericht übersehen habe, daß sich die Beklagte zu ihrer Entlastung darauf berufe, daß sie dem Bauunternehmer v. £>.; einem in seinem Fache bewährten Manne, .zur Pflicht gemacht habe, alle zur Sicherung des Verkehrs nötigen Absperrungen, Beleuchtungen und sonstigen Schutzvorrichtungen rechtzeitig zu beschaffen und hätten der Stadtbaurat K. und ber Ingenieur O. während der Kauattsatton.sarbeiten die Revisionen der Arbeitsstellen abwechselnd vorgenommen. — Infolgedessen wurde dass U-rleilvom Reichsgericht aufgehoben und die L>.iche zur weiteren Feststellung noch einmal an das Oberlandesgericht zurückve^ wiesen. — In erneuter Verhandlung entschied das Oberlandesgericht Kiel auf Abweisung der Klage. In deir Ent- scheidungsgründeu wird aüsgesührt, daß weder den Baurat K. noch den Ingenieur O. ein Verschulden treffe, und der Bauaufseher und Bauführer tüchtige Leute seien. Dieses Urteil wurde bann) vom Reichsgericht bestätigt. 1 , . cn und qab feiner Hochachtnna für tne Leistungen der Teü>- Au-druck, bic es iu kurzer Zeit und unter schwierigen Ver- " nnA/mm Abschluß gebracht hätten. Er teilte ferner mit, W 0 K dem Fortschreiten des Werkes sein lebhaftestes ■ -n, runb seine fortgesetzte Aufmerksamkeit zugewendet habe, ; = Gleiche Interesse und die gleiche Aufmerksamkeit, die er Bad- «nitbcim und der Provinz Oberhessen überhaupt, entgegenbringe 1 {1CLntbcn auch wieder die Auszeichnungen, die er aus Anlaß ^.r'Volwnbung der Gruppenwasserversorgung verliehen habe an »kfiiae Beamte, die sich um sie hervorragend verdient, gemacht ■ Ties seien ber Vortragende Rat im Ministerium der ■Ä-'nu'cii Oberbaurat Schmick, dem er den Titel Geh. Ober- P-riirnt und ber Vorstand des Tiefbauamts Bad-Nauheim Eier, dem er den Titel Geh. Baurat verliehen habe. 7-’i’ner habe er dem Aufseher Bär aus Langen, der sich mit Pflichttreue seiner Aufgabe entledigt habe, das Allgem. El reuzeiäieu mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. Eine Anzahl hon Herren, die sich ebenfalls hervorragend t ba5 Werk verdient gemacht hatten, erhielten augerdem An- -rl en nun gsschreiben vom Ministerium. Nachdem der Minister seine Amprache beendigt hatte, folgte < •. Besichtigung ber Anlagen unter fachmännischer Führung und t„„n ein Frühstück, i>nä dem Lieferanten, Gasthalter Tuyard wn Erünberg, alle Ehre machte. Gegen Uhr wurden Srnit die Wagen wieder bestiegen. Die ^-ahrt ging nach Wetter- Mb wo ein Sonderzug berertstand, der die Teilnehmer über "ungcn und Friedberg nach dem Endpunkt, der Leetung, B a d - zi au beim, brachte. Leider war das preulzüch-hesinche Wagen- material nicht ganz der Bedeutung der Feier entsprechend, in saß z. B. das hessische Ministerium in entern Abteil, das eine natürliche Ventilation in Form einer zertrümmerten o-enster- ebeibe aufwies. Mit Eilzugsgeschwindigkeit ging es nach Nau- s't'i'n wo die Gießener Regimentsmusik am Bahnhof ^Aufstellung n wrnnten halt-, und mit ihren Klängen die Wa,>-rleitnngs- -er bewillkommnete. Eine Anzahl Fesigaste schloß Mi hier noch an, u. a. Geh. .tzofrat Prof. Tr Kittler, der Schöpfer des prächtigen Elektrizitätswerkes m Bad-Nauheun, das in der fnr’eii Feit von 3/i Jahren entstand und eine wirclicpe Muster- nnlage lst, und Knrdirettor von S t a r ck, der das Arrangement der ganzen Einweihungsfeier mit großer Umsicht und Sa.ch- kenntnis getroffen hatte. . „ . Zunächst begab sich alles zum Goldstern zur BenckstiMNg des Wasserbehälters, der mit Fichtenbäumchen und flatternden Fahnen geschmückt und festlich beleuchtet war. Es liegt wenige Hundert Meter östlich vom Bahnhof und gewährt eure hubfche Aussicht über einen großen Teil ber gesegneten Wetterau. Auf dem Rückweg zeigte bie Freiw. Feuerwehr Bab-Nauheim unter der Zeitung ihres Kommandanten Stadtv. Fritz ihr Können, eine "Löschübung an ber staatlichen Waschanstalt, bei der die Wasserzusührung direkt von Lauter aus erfolgte. Eine Besrchtr- qung der Waschanstalt und des Elektrizitätswerks bot viel Interessantes. Ein Gang durch den in seinem Herbstlchmuck doppelt anmutigen Kurpark führte dann zum Kurhaus, wo em vorzügliches Festmahl die etwa 110 Festteilnehmer erwartete. Jur Verlauf des Essens wies Staatsmiuister Ewald auf die Bedeutung des Tages für Bad-Nauheim hin, der Perle und des Edelsteins des Hessenlandes, das würdig zu fassen seit Jahren die Negierung sich eifrig bemühe. Er dankte allen, die an dem Werke mitgearbeitet halten, und gcbacijte dann S. St. H. des Großherzogs, der bei aller Förderung, die er dem Idealen angedeihen lasse, niemals das Interesse für die materielle Wohlfahrt des Landes verloren habe. In das auf den Großherzog au^gebrackste Hoch sttmmte die Versammlung begeistert cm. Unter lebhaftem Beifall verlas der Staatsmiuister dann ein Huldigungstelegramm an den Großherzog, das alsbald abgesandt wurde und umgehende Erwiderung fand. Finanzminister Gnauth bezeichnete in dem von ihm ausgebrachten Trinkspruch es als eine Hauptaufgabe der Regierung, Die Wohlfahrt des Landes und seiner Bewohner zu pflegen, dieser Aufgabe diene auch das heute eröffnete Werk, das em organisches Glied der zur Entwicklung von Bad-Nauheim er- gr'ifsenen Maßnahmen- sei. Nachdem die Negierung im Sommer 1904 6Ye Millionen zur Ausgestaltung des Bades von den Landstäuden gefordert und bewilligt erhalten hätte, sei sie bereits im Sommer 1906 mit der Forderung für die Wasserleitung im Betrag von 1800 000 Mk. gekommen. In solcher Weise für die Entwicklung des Bades zu sorgen sei eine schöne und lohnende Ausgabe des Landes, zumal die Finanzen des Landes, nicht ununttelbar davon in Anspruch genommen würden. Die Verzinsung dieser Aufwendungen -finde man in den seit seiner Besitznahme steigenden Erträgen des Bades und in dem Wachsen der Steuerkraft der StadL Seit 1881 habe sich die Frequenz des Bades von 4000 auf 29 000, und die Zahl der abgegebenen Bäder von 50 000 auf über 400 000 gehoben. Ter Steuerertrag des Landes habe sich feit 1870 verdoppelt (von 6.4 Mill, auf 13.3 Million), die Bad-Nauheims aber versechsfacht (von 21 500 aus 152 000 Mk.). Neben dem gelinden Anziehen der bekannten Schraube sei dies der wachsenden Steuerkraft der Bewohner zu verdanken. Auch das Vermögen der Bewohner habe bedeutend zuaenommeu, die Summe ber reinen Privatvermögen in Vad- Nauheim (nach Abzug der Schulden) ergebe 42 000 000 Mark. Diese Zahlen rechtfertigen, daß solche Llusorderungen gestellt wurden. Der Umstand, daß mau mit ihr auch Friedberg und eine große Anzahl Landgemeinden habe versorgen können, habe bic finanzielle und moralische Vertretung ber Forderung erleichtert/ denn dadurch diene man mit ihr der Wohlfahrt eines ganzen Landesteils Tie Freude, mit der man überall bei ber gestrigen Be- sichtigungssahrt bie Vertreter ber Regierung begrüßt habe, sei der beste Beweis bafür, wie weit und tief verbreitet das Verständnis für die Bedeutung einer guten Wasserversorgung sei. Ter Neduer schloß seine Ausführungen mit einem Hoch auf Bad-Nauheim, Friedberg und die beteiligten Landgemeinden. Der 2. Präsident ber Zweiten Kammer Köhler dankte, „seinen Gefühlen, nicht deni politischen Verstände, folgend", ber Negierung für die kraftvolle Durchführung bes großen Werkes und bezeichnete die Ausnutzung der vorhandenen Wasserkräfte zum Wohle ber Bevölkerung als eine der wichtigsten Kulturaufgaben des Staates. Sein Hoch galt dem Ministerium. Minister Brau n führte dann in einer humordurchwürzten Ansprache ans, daß eine Politik des Herzens auch immer eine Politik des Verstandes sei, zumal in einem kleinen Lande, wo in der Politik die Personen niemals von der Sache zu trennen seien. Tie Entwicklung des Volkswohles zu fördern, auf welchem Wege es auch sei, fei die Politik des Herzens und des Verstandes, die die hessische Negierung treibe, und sie finde dabei die Unterstützung der Landstände, denen er sein Was Haftpflicht ber Stadtgemeinde. Als bic Stadtgemeinde Wandsbek im Frühjahr 1900 Tief- bauarbeiten zu Kanalisationszwecken ausfühoen ließ, war am 25. April 1900 in der Morewoodstraße von deren Kreuzung mit der Brauereist-raße an ein Siel von co_ 3 Meter Tiefe und 1 Meter 23re{te gegraben worden. Die Bauarbeiten waren dem Bauunternehmer v. H. übertragen. Am 9lbenb des genannten Tages wurde der südliche, nach der Vrauereisttaße zu gelegene Teil des Siels auf einer Strecke von ca. 8 Meter mit Bohlen überdeckt, im übrigen blieb der Siel offen. In der Nacht daraus aing. ber Bi er fahr er Ankerholdt, aus einer Schankwirtschaft in bet Brauereistraße kommend, in die Morewoodstraße hinein und dort auf bem Bohlenbeläge weiter. An ber Stelle, wo der Bohlenbelag endete, waren zwei Bohlen quer gelegt, die zusammen ctrfa 30 Zpnttmeter hoch waren. Als A. an diese Stelle gekommen War" wollte er die Bohlen überschreiten und stürzte dabei in den' offenen Teil des Siels hinab, wodurch er sich tätliche Ber- letzimgen zuzog Die Hinterbliebenen, Witwe und Kinder klagten, nachdem ihre Ansprüche gegen den Bauunternehmer abgewiesen waren gegen die Stadtgemeinde Wandsbek auf Schadloshaltung für den Verlust ihres Ernährers. Der Anspruch ist von der Beklagten bestritten worden, da sie die nötige Sorgfalt beim Bau habe walten lassen und dem Ba-uuntenrelMer auch bie Aussicht über die Arbeiten übertragen habe. Das Landgericht Altona wies die Klage ao, dagegen erklärte das Ö b e r l a n d e s g e r i ch t K i e l den Klageanspruch dem Gri'iide Nach für berechtigt. Tie daraufhin gegen das ober- landesgcrichtliche Urteil eingelegte Re v i s io n der Stadtgememde hatte den Ersolg, daß das Urteil des Oberlandesgerichts Kiel vom 2. Oktober 1905 durch das Reichsgericht a u fg e ho b e n und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an bas Berufungsgericht zurückverwiesen wurde. Das Oberlandes- gericht hatte festgestellt, daß die Unfallstelle durch bie am Beginn ber Ausgrabung angebrachte Sturmlaterne, die etwa 15 M^er entfernt gewesen sei, nicht ausreichend beleuchtet^ war.^ Die Sturnilaterne sei nicht geeignet gewesen, bie Stratzenpcmaiiten deutlich darauf hinzuweisen, daß sie den 23 Zentimeter hohen Bohlenbelag neben dem W beengten Futzjwig nicht betreten durften, dazu hätte es vielleicht einer den Zugang zu dem Belag abspen-enden Schranke bedurft: es hätte deshalb damtt,, baß Straßenvasscmten des Nachts es vorzieheii würden, statt auf dem Fußpfad zu gehen, den Bohlenbelag als Weg zu benutzen,, als mit ' einer naheliegenden Möglichkeit gerechnet werden nrnlien. Völlig ungenügend zum Schutze des Verkehrs feien bic Bohlen gewesen, bie am Ende des Belages quer über diesen gelegt worden seien Diese Ausführungen kannte das Neichsgencht als zutreifend au. Ebenso erkennt bas Reichsgericht in Hcberemftimnmng mit dem Oberlandesgericht Kiel als zutreffend an, daß der Stad-t- baurat Kuehn als Vorsteher des städtischen Bauwesens die Leitung unter sich gehabt habe und verfaffuiigsmäßiger Vertreter der Stadt-emeiude nach den Paragraphen 31, 89 des Bürgerlichen Gesetzbuchs war. Wohingegen bic Stadt für das Verschulden des Jnaenieurs Oesterling, des Bauführers Müller, und des Bauunternehmers Wulff nur im Falle des Paragraphen 831 " 40 000 „ „ „ 50 000 „ 20 „ 50 „ 4. Werden in den Ehe- und Erbvertrag weitere Bestimmimgen mitgenommen als bie unter den Nr. 1 und 2 aiifgeftchrten, jo werden dadurch die Kosten erheblich erhöht. •en. -3E b18/s verbraucht; es wurde ihm nachgewiesen, bal; er an einem Tag auf einer Kirchweihe 70 Mk. verbraucht hat. Er, wurde zu. zwei Jahren und zwei Monaten Gefüngnis abzüglich zwei Monaten Untersuchungshaft verurteilt. ________ Reichsgerichtsbriese. r (Nachdruck verboten.) 1. 8. Leipzig, 2. Oktober. schließen. III. E r b r e ch t des überlebenden Ehegatten n a ch s r ü Here in und neuem Recht. 1. stlach dem Solmser Landrecht fiel dem überlebenden Ehegatten der lebenslängliche Beisel; an dem gesamten 9tachlaffe des erstverstorbenen Ehegatten zu. 2. Diese Bestimmungen sind für die nach dem 1. Januar 1900 geschlossenen Ehen durch das Bürgerliche Gesetzbuch beseitigt. Nach ihm erhält der überlebende Ehegatte nur einen bestimmten Bruchteil des Nachlasses des Verstorbenen. Der Bruchteil beträgt, wenn der erstverstorbeue Ehegatte Kinder, Enkel ober sonstige Abkömilttmge hinterläßt, ein Viertel des Nachlasses. Sind feine Abkömmlinge, sondern nur Eltern, Geschwister, Geschwisterkinder vp. oder Großeltern des Verstorbenen vorhanden, so erhält der überlebende Ehegatte regelmäßig die Hälfte des Nachlasses; eiitserntere Verwandle des verstorbenen Ehegatten schließt der überlebende gänzlich vom Nachlasse aus. 3. Einen Beiseß des überlebenden Ehegatten am !i)lachlasse des erstverstorbenen kennt das Bürgerliche Gesetzbuch nicht. Vielmehr muß der überlebende Ehegatte diejenigen Teile des Nachlasses, die ihm nicht selbst zii Erb und Eigen zusallen, alsbald an seine Miterben, soweit diese nicht seine minderjährigen Kinder sind, herausgeben. 4. Wollen die Brautleute dem überlebenden Ehegatten in bindender Weise den Nießbrauch am Nachlasse des erstverstorbenen zuwenden, so müssen sie vor dem Amts- aericht oder vor einem Notar einen Erbvertrag abschließen. 5. Der Erbvertrag wird, wenn die Brautleute mich einen Ehevertrag abschließen, zweckmäßig mit diesem verbunden und kann wie der Ehevertrag auch von Eheleuten abgeschlossen werden. IV. K o st e n eines Ehe- und Erbvertrags. 1. Wird ein Ehevertrag in der Weise abgeschlossen, daß lediglich die Er- ruiigeiischastsgemeinschast, oder ein sonstiger im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelter Güterstau',) vereiiibart wird, so beschränken sich die gesamten Kosten der Beurkundung an Stempel und Notariatsgebühr ans die nachstehend aiisgesührten Beträge. 2. Die unter 3 aufge- führten Beträge werden auch dadurch nicht erhöht, daß dem iiber- lebenden Ehegatten zugleich in der einen oder anderen Form der lebenslängliche'Nießbrauch am Nachlasse des erstverstorbeneil zugewendet wird. 3. Die Kosten betragen, wenn das beiderseitige Vermögen der Vertragsschließenden sich beläuft auf: bis 2 000 Nik. einschließlich ... 3 Ntk. 50 .....Mk. 6 , 50 MM MW v5/, Der Vorstand. durch öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen! können auf dem Verwaltungs,, h i f ran \ t int». . > Neue Zwiebeln g ina^ier Apfelmost Prima 5eidensammt jn alten modernen färben . . 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Oktober wird dringend um vollzähliges Erscheinen gebeten. Die Proben finden in der alten Aula der Universität m der Ludwigsiraße statt. Neuaumeldungen persönlich bei Herrn Professor G. T r a u t m a n n, 3)r o l t k e st r a ß e 6, täglich außer Mittwoch zwischen 1 und 2 Uhr nachmittags. Hal Flügel Gastwirte! Auf nach Mainz Ausstellung in Orchcstrious, ^vrechmafchincn, Automaten, nur Neuheiten, in der Stavihalie, 5. bis 15. Oktober ds. Js. Musikwerke-Judustric L Spiegel & Söhne, ^a^nbb^rfte^^Cetni)f^cmcnt der Brauche. Kataloge gratis.[ssVio DaEipiwaschanstalt Edelweiss Friedrich Wörner Tel. 487 Krofdorfer Strasse 12 Tel. 487 Haushaitun gs- und Aussteuer-Wasche Amerikan. Kein-Wäscherei und Neuplätterei für Oberhemden, Kragen, Manschetten und Vorhemden unter Garantie für absolute Schonung. Abholen u. Rückliefern durch eigne Wagen. 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Göllner (Klavier) 17 Nnv^Shp^ iqa7: i' Orchesterabend: Klassiker, Fi-au Hedwig Sc hack o (Gesang). ’ 17. ^ovember 1907: 1. Kammermusikabend: Trio und Gesang. 1. Dezember 1907; 2. Sohstenabend Soci6t6 des concerts d’instruments anciens, Casadesus und , ,rizx-, , Genossen aus Paris, (Alte Kammermusik) H. Dezember 190/: 1. Chorabend: J Brahms: Triumpflicd und de Haan’s Vom Werden und 12 Tflnnnr Ions o t- ergehen. Solist A. Reimer (Frankfurt), 9 vuUar Kammermusikabend: Ino und Gesang. A FebraS 19^:. 9 Lolistenabend: Dr. R Wüllner (Gesang) H. Zücher (Klavier). zö. reoruar 1J08. 2. Orchesterabend: ^tederne Musik. Solist: Wilhelm Backhaus aus Rondon Im Mai 1908: 3. Kammermusikabend. 2. Chorabend. AbosmemenSs-EstsgsadMsig.