Nr. 210 137. Jahrgang Zweites Blatt Erscheint töglkch mit Ausnahme des Sonni^gS. Die „Siebener Familienblatter" werden dem ,Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisbloti für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^^H2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Samstag tf. September 1907 . Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 8 Universitäts - Buch- und Steindruckerei. i 8k B R. Lange, Gießen. Der Abg. Erzbergcr bedauert. Berlin, 6. Sept. Die Ferien st rafkammer des Landgerichts I verhandelte heute als Berufungsinstanz über die Beleidigung-st läge Bennigsen kontra Erzberger. Abgeordneter Erzberger war in erster Instanz zu acht Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil er von Bennigsen in einer Broschüre den Borwurf des Amts- ^ihbrauchs zwecks persönlicher Bereicherung gemacht hatte. $ie heutige Verhandlung endete mit einem .Vergleich. E r z - her g er erklärte, daß er einen solchen Borwurf nicht habe machen wollen und nicht machen könne und ihn unter dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehme. Erzberger übernimmt die Kosten des Prozesses und verpflichtet sich, den Vergleich in der „Köln. Ztg." und der „Köln. Bolksztg." zu veröffentlichen. Ein Anschlag gegen König Eduard. Wien, 7. Sept. Gestern hat König Eduard seinen Aufenthalt in Marienbad beendet und ist nach London ab gereist. Tie Behörden in Marienbad waren vor wenigen Tagen vertraulich benachrichtigt worden, daß ein den revolutionären Kreisen bekanntes verdächtiges Individuum von Paris nach Marienbad. gereist sei und man befürchtete, daß ein Anschlag gegen das Leben König Eduards geplant sei. Daraufhin wurde die Zahl der Geheimpolizisten um 20 Mann verstärkt. Ter König bewegte sich jedoch unbekümmert wie zuvor in der Öffentlichkeit. Die Lage in Antwerpen. Antwerpen, 6. Sept. Die Arbeit wurde heute morgen auf sämtlichen Schiffen ausgenommen mit Hilfe auswärtiger Arbeiter, deren Zahl etwa 3500 betrügt, die an Bord von der Seevereinigung gehörenden Schissen wohnen. Ter Präsident der Vereinigung hat mehrere Drohbriefe erhalten. — Im Hasen herrschte nachts vollkommene Ruhe dank dem ununterbrochenen Landregen. Das Feuer in den Holzlagern schwelt nchh weiter, doch ist jetzt die Gefahr vorüber. Man glaubt, daß die anarchistischen Apostel der Propaganda der Tat die Brände anlegten. Die Polizei wurde gestern von der bevorstehenden Ankunft eines deut- schen und zweier französischer Anarchisten benachrichtigt. Tie anarchistischen Elemente werden scharf beobachtet. Im Hafenbecken La Eampine wurde ein Individuum festgenommen, das versuchte, einen Holzstoß mit Petroleum in Brand zu stecken. Tie Versicherungs-Gesellschaften erklären, für den Schaden nicht aufkommen zu wollen. Nach dem Gesetz ift die Stadtverw altun g unter den vorliegenden Umstünden, die den Charakter öffentlicher Unruhen tragen, für den Schaden verantwortlich. In einer Versammlung der Ausständigen erklärte der Sozialist Chapelle, Geldmittel seien genügend eingegangen, um den Ausstand vorläufig drei Wochen fortzusetzen. Auch weitere Zusicherungen von England und Deutschland lägen vor. 30 000 Brote wurden Hessische Landesausstellung Darmstadt 1908. Einen besonderen in sich abgeschlossenen Teil der Ausstellung wird das Arbeiterdorf bilden. Die Sache ist von dem Hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen in die Hand genommen und aufs glücklichste gefördert worden. Erfreulicherweise hat dieser Gedanke lebhaftes Interesse in den Streifen gemeinnützig gesinnter Interessenten gefunden, so daß der ganze zur Verfügung stehende Raum bereits vergeben und die Errichtung von sechs Arbuterhäusern gesichert ist, mit deren Bau jetzt begonnen wird. Es ist die Errichtung folgender Häuser geplant: Direkwr Wienkoop-Darmstadl baut für die Firma E. Heyl-Wonns ein Zweifamilienhaus, Architekt Georg Mctzendcrf- Bensheim ein ebensolches für die Firma Dörr u. Reinhart- Worms. Die Firma Dyckerhoff u. Söhne-Amöneburg läßt ein Doppelhaus durch die Darmstädter Architekten Mahr u. Markwort errichten, Fabrikbesitzer Wilhelm Opel-Rüsselsheim hat Prof. Olbrich-Tarmstadt zum Bau eines Einfamilienhauses gewon::en, für Fabrikbesitzer Cloos-Nidda wird Professor Walbe-Darm- stadt ein Einfamilienhaus bauen, für den Fabrikanten PH. Merkel in Talsheim der Architekt Jos. Niegs hier. , In einem der Häuser werden auch Modelle und Pläne guter hessischer Klein- wohuuugsbauten vorgesührt. Was nun die Häuser selbst betrifft, so soll an ihnen in erster Linie gezeigt werden, daß auch beim Kleinwohuungsbau künstlerischem Empfinden Rechnung getragen werde:: kann, ohne Aufwendung höherer Kosten, als die vielfach übliche schematische Bauweise bedingt. Tas Aeußere und Innere der zu errichtenden Häuser soll geschmackvoll ausgestattet, es soll aber auch dauerhaft und praktisch sein und sich den Lebensgewohnheiten der weniger bemittelten Volkskreise anpassen. Tie Anbringung von allerlei Zierat aus unechtem Material soll vermieden werden, Bauwerk und Inneneinrichtung vielmehr das Gepräge der Sachlichkeit und Natürlichkeit tragen und dadurch überzeugend wirken. Das. Schwergewicht Wird auf die wirtschaftlichen Momente gelegt.» Die Kosten für Haus und Möbel usw. sollen so bemessen werden, daß sie für minderbemittelte Personen, in erster Linie für Arbeiter, erschwingbar sind. Jedem Erbauer bezw. Architekten bleibt die freie Verfügung bezw. Betätigung seines Wollens unb Könnens überlassen. Es ist angenommen, daß unter Berücksichtiguiig eines 200 bis 300 Quadratmeter großen Bauplatzes, dessen Preis sich auf 1.50 bis 3 Mk. pro Quadratmeter stellen soll, die Baukosten höchstenfalls 4000 Mk. für das Einfamilienhaus und 7200 Mk. für das Zweifamilienhaus betragen dürfen, so daß sich die Gesamtkosten auf höchstens 4500 bezw. 8000 Mk. belaufen. — Das Einfamilienhaus soll mindestens drei Zimmer und Küche enthalten, auch bei den Zwei- samilienhausern soll möglichst jede Wohnung diese Größe haben. Die sechs Häuser auf der Ausstellung werden auch pollständig eingerichtet sein und auch hier soll wieder praktisch gezeigt werden, daß es sehr wohl möglich ist, dem unbemittelteren .Mann ein Heim gediegen und billig einzurichten, ohne daß zu der üblichen Ramsch- und Lagerware gegriffen wird. Die Gesamtkosten. der notwendigen Möbel für eine dreiräumige Wohnung sollen im Durchschnitt 600 Mk. betragen, wobei für die Küche 141 bis 190 Mk., für das Schlafzimmer 171 bis 216 Mk. und für das Wohnzimmer 200 bis 260 Mk. vorgesehen sind. Die Hersteller der Möbel müssen sich schriftlich verpflichten, zu kn von ihnen zu bezeichnenden Einheitspreisen jede in der Ausstellung etwa gemachte Bestellung auszuführen. — Zur Erhöhung des Eindrucks sollen sämtliche Räume in einen völlig bewohnbaren Zustand versetzt, d. h. mit allen zu diesem Zwecke erforderlichen Einrichtungs- unb Dekorationsgegenständen versehen werden. Großer Wert löirb gelegt auf Vorführung von gutem unb billigem Wandschmuck. Gerade mit Hilfe des letz- verteilt. Ehapelle ermahnte die Ausständigen energisch, sich jeder Ausschreitungen zu enthalten. Antwerpen, 7. Sept. Ter Gesamtverlust bei dem Antwerpener Hasen brand beziffert sich auf 3 M i l l i o n e n Franken. .Hierfür ist die Gemeinde haftbar, weil Aufruhr herrscht. Viele Tampser, welche ursprünglich nach Antwerpen beordert wurden, laufen nunmehr ^otter^ dam an. Die Lage in Marokko. Auf die Nachricht hin, daß Mulay Hafid sich der im Zollamte von Mazagan lagernden 1700000 Patronen bemächtigen wolle, haben die Franzosen den Ort besetzt. Admiral Philibert meldet, daß der Anhang Mulay Hasids an Zahl zunehme. Unter diesen Umständen scheint Sultan Abdul Asis sich endlich zu einer entscheidenden Handlung aufrasfen zu wollen. Aus Fez wird nämlich gemeldet, daß Sultan Abdul Asis am 2. September abends die Gräber der großen Stadtheiligen und die Moschee Muley Jdrics besucht hat. Dies sei ein sicheres Zeichen dafür, daß der Sultan nach Rabat abreisen werde. Die Abreise soll auf den 7. b. M. festgesetzt sein. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die französische Regierung hat den Mächten, die die Akte von Algeciras unterzeichnet haben, eine Denkschrift überreicht, in der der Vorschlag entwickelt wird, als einstweilige Maßregel die Polizei in Marokko nicht wie vorgesehen, durch Marokkaner unter französischem und spanischem Kommando, sondern durchweg aus Franzosen und Spaniern zu bilden. Diese Organisation soll in Kraft bleiben, bis die weitere Entwicklung gestattet, eine Polizei entsprechend den Bestimmungen der Akte von Alge- ciras zu bilden. ______________ Das englisch-russische Abkommen. Petersburg, 6. Sept. Der Karlsbader Korrespondent der Petersburger Telegraphen-Agentur meldet, daß der Minister des Auswärtigen, Iswolski, nach dem Frühstück bei dem 'König Eduard mit diesem eine etwa halbstündige Unterredung unter vier Augen hatte. Den Gegenstand der Unterredung bildete das englisch-russische Abkommen. Wenn der Inhalt der abgeschlossenen Konvention auch erst nach der Ratifikation bekannt werden wird, so könne man doch schon jetzt sagen, daß sie seitens der Mächte keine Beschwerden Hervorrufen und die AnlässezuMißverständnissenzwischen Rußland und England beseitigen werde. Die Konvention werde zweifellos der Befestigung des allge- meinen Friedens förderlich sein. Aus Südwestafrika. Berlin, 6. Sept. Nach einem vom Kommandeur der Schutztruppe für Südwestafrika, Oberstleutnant v. Estorfs, eingegangenen Telegramm ist die Hottentottenbande, die am 26. August die Pferdewache eines Telegraphenpostens etwa 30 Kilometer südlich Hasuur erfolglos angegriffen hatte, in die Halahari zurückgekehrt. Ihre Stärke wird auf etwa 35 Mann geschätzt. Bis Mitte dieser Woche sollte die englische Grenzpolizei östlich Aries auf 100 Mann verstärkt sein. Die Offensive ist zunächst eingestellt, da am 29. August Boten de r bei Morenga befindlichen Bondelzwarts in Warmbad eintrafen und um Frieden baten. Nach Mitteilungen dieser Boten sollen sich bei Morenga nur 70 Bondelzwarts, sein Bruder und einige Kafsernfamilien befinden; auch soll er nur über eine geringe Anzahl Gewehre verfügen. Sobald die Besserung der Lage sich bestätig!, wird man in der Zurücksendung der Heimtransporte fortfahren. Den Zeitpunkt hierzu hat sich der Kommandeur Vorbehalten, ■eerxw««- w--wvv3»'l,T,,g>—"'* "" ™ 11 ■1 ■ ■ — »W,»^—»» ■■■■m 11 H.I. Aus dem Zarenreiche. Petersburg, 6. Sept. Die Ernennung Policanos zum Kriegsminister an Stelle des Generals Rüdiger, der sich durch seine jüngst geschlossene Ehe kompromittiert hat, steht bevor, ebenso der Rücktritt des Großfürst en Nikolai Nikolajewitsch von seinem Posten als Oberkommandeur. Sein Nachfolger soll der Generalgouverneur von Warschau, Skalon, werden. Großfürst Nikolaus bleibt jedoch Chef der Landesverteidigung. Der „Nowoje Wremja" zufolge erhält sich in Beamtenkreisen hartnäckig das Gerücht, daß S t o l y p i n als Minister zurücktreten und nur das Ministerpräsidium zu behalten beabsichtige. Sosnowice, 6. Sept. Gestern abend wurde hier der Generaldirektor Kwasniewski von der Renardgrube durch sechs Schüsse ermordet. Deutsches Reich. Berlin, 6. Sept. Staatssekretär Dernburg beabsichtigt am 13. Oktober mit dem Dampfer „Prinz-Regent" die Heimreise anzutreten und am 10. November in Berlin einzutressen. Bamberg, 6. Sept. Der Senior des Metro - politankapitels, Domkapitular Josef Braun, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Metz, 6. Sept. Die „Lothr. Bolksst." berichtet, daß, in der bereits mehrfach erwähnten Spionage-Angelegenheit es sich um die Benutzung der neuen Rohrrücklaufgeschütze handelt und daß weitere untere Militärpersonen in Mitleidenschaft gezogen und die Untersuchung recht umfangreich werden dürfte. Die Beziehungen Kleins zu Schiawara werden hier militärischerseits fortgesetzt bestritten. teren läßt sich eine Hebung des Geschmacks erzielen. Man trifft in den Behausungen des kleinen Mannes selten wirklich gute, künstlerischem Geschmacke genügende Bilder, obwohl solche heutigen Tages recht billig zu haben sind, zu Preisen, die geringer sind, als diejenigen der schlechten Kupfer- ober Stahl- stiche, oder Oeldrucke, die man häufig antrifft, unb die weder geeignet sind, das Auge zu erfreuen, noch auf Herz und Gemüt wohltuenden Eindruck auszuüben. Reproduktionen von Meisterwerken der bildenden Kunst sind einschl. eines einfachen geschmackvollen Rahmens schon zu 2 bis 3 Mk. zu haben, bei größeren Dimensionen der Bilder zu 5 bis 6 Mk. In jedem Haufe wird eine Tafel ausgehängt, auf der die Baukosten, sowie Inhalt und Kosten der inneren Einrichtung im einzelnen verzeichnet werden. Die gärtnerische Ausstattung des umliegenden Geländes, sowie die Art der Einfriedigung bleibt den Beteiligten überlassen. Aus diesen Zeilen sieht man also schon, daß hier nicht etwas geschaffen werden soll, was sich zwar sehr fchön auf einer Ausstellung „macht", in der Praxis aber kaum durchzuführen ist, sondern das Arbeiterdörfchen der Ausstellung wird von wirklich praktischem Nutzen sein und gutes wirken, auch wenn die Ausstellung vorüber ist. Es wird Anregung bringen allen Interessenten am Kleinwohnungsbau, insbesondere den Architekten und Handwerkern, und es wird veredelnd wirken auf den Geschmack des Arbeiters, der hoffentlich auch die Ausstellung recht häufig besucht! — Das 2. Heft der „Kunst unserer Heimat, Mitteilungen der Vereinigung zur Förderung der Künste in Hessen imb im Nhein-Maingebiet", ist soeben erschienen. Die Notwendigkeit dieses Unternehmens angesichts der Ueberfülle ähnlicher, räumlich nicht so sehr begrenzter Zeitschriften erhellt auch aus diefeni Hefte nicht, obwohl Anerkennung für den Opfermut und die löblichen Bestrebungen nicht versagt sei. Der Gießener Professor Dr. W. Kinkel hat den Leitanfsatz geschrieben, betitelt: „Der Mensch und die Kuiist". Er preist die Kunst als Trösterin, als Ablenkenn von den Bitternissen des Lebens, als Spenderin eines sicheren Gradmessers der Kultur, als Cffcnbarerin verborgenster Ziele, als Künderm des Unbegriffenen, als Klärerin der Gefühle, als Remigerm des Gemütes. Ter Gießeiier Privatdozent Dr. Ehr. Rauch spricht über Otto Ubbelohde, den vortrefflichen hessischen Künstler, den elfter des Griffels. Eine Anzahl geschickt ausgemahlter Repro- bufüouen Ubbelohde'scher größerer und kleinerer Werke gibt dem Hefte feinen besonderen Reiz. Anstelle von Alfred Bock's aus der Novellenfammlung „Hessenlust" bekanntem packenden „Napoleon würde man freilich einen Originalbeitrag lieber sehen, lieber die „Burg Friedberg" unterrichtet Dr. Strecker; die Illustrationen dazu zeigen dieses uralten Bauwerkes poesievolle Romantik. Recht nett ist ein Aufsatz von Franz Como über .Oberhessische Töpfereien". Er erzählt unS vom Wiesecker Dtppelouis", dem strebsamen Töpfer Ludwig Keßler, diesem „ersten Keramiker unter den oberheff. Töpfern", von den Lauterbacher Meistern Leonhard Bauer und Schiebelgnth und von Hartmann Eßling in Alsfeld und ihrem durch des Darmstadter Malers Paul Haustein wertvolle Förderungen wesentlich gehobenen Schaffeii. Einige Proben davon sind abgedildet. Como läßt diesen Leistungen gar reichliches Lob zuteil werden. Was davon abgebildet wird, ist ja auch für diese schlichten Volkskünstler ganz anerkeimenswert. 'Mit Recht meint der Verfasser, daß die oberheff. Töpferei Zukunft hat; die Jrdentöpferei, die Majolckamanufaktur u. a. könne m hohe Blüte gebracht werden. 9lur stehe die Ausbildung der Töpfer mit wenig Ausnahmen nicht auf der Höhe der Zeit. „Eine keramische Fachschule wäre von großer Wichtigkeit und von großem Segen für Kunst und Handwerk". Gedichte von Otto Kindt, Bücherbesprechungen rc. bildenden textlichen Schluß des Heftes, dem größere Bilderbeilagen augefügt' sind, darunter das den Gießenern wohlbekannte Grabmal für Fran Dr. Johanna Becker, geb. Noll, aus Sprendlingen auf dem neuen Gießeiier Friedhöfe. — Auf dem 10. Deutschen Historiker tage zu Dres-». den sprach Professor Lamprecht (Leipzig), wie uns berichtet wird, über die Ausgestaltung der Universalgeschichtlichen Studien im H o ch s ch u l u n t e r r i ch t., Der Redner bedauerte, daß die Universalgeschichte an den Universitäten keine richtige Vertretung finde. Alle Richtungen der Geschichte, die historische und politische und kulturelle würden berücksichtigt, nur nicht die universelle Seite. Ein Hochschullehrer für zeultur- unb Universalgeschichte würde wertvolle Aufgaben haben. Er müßte von der kolonialen Expansion der europäischen Völker ausgehen und nationale Siedelungs- und allgemeine S^ulturge- schichte behandeln. Er hätte die ganze Welt zu betrachten unb das Milieu fremder Shilturen zu schildern. Auf diese Weife würde er den jungen Akademikern zu einer allgemeinen Bildung verhelfen, wie sie die jetzige Universität mit ihrer Fachwissenschaft nicht geben kann. Leider werde viel zu wenig Gewicht daraus gelegt, den jungen Studenten allgemein zu bilden. Man begnüge sich damit, ihn mit Fachwissenschaft vollzupropfen unb ihm einige allgemein gehaltene Vorlesungen aufzuerlegen. Der erste Versuch eines kultur- und universalgeschichtlichen Seminars sei an der Universität Leipzig gemacht worden. Hier würde von. der nationalen Geschichte aus der Boden der allgemeinen Skultur- geschichte betreten. Hinzu kommen dann noch die Hilfswissenschaften, nämlich Nationalökonomie, Soziologie, Rechtsphilosophie und Politik, Religionsphilosophie unb Ethik, Völkerpsychologie und Psychologie des Kindheitsalters. An der Kulturgeschichte des eigenen Landes müsse sich der Blick des Studierenden stärken; durch die Betrachtung der Kulturentwicklung anderer Nationen müsse er sich weiten. Besondere Aufmerksamkeit müsse der ia- panischen und chinesischen Kultur geschenkt werden, weil fie sich völlig ohne fremde Einflüsse entwickelt habe. — Kleine Theater- und Kunftnachrichten.. DiL vorjährige Theater-Saison in Mainz hat dem Theaterbirektor eine Reineinnahme von rund 40 000 Mk. gebracht. Ein solch hoher Getvinn ist bisher in Mainz noch niemals erzielt worden. — Zum erstenmale seit der Herkunft des am Donnerstag abend ein Könzert tm ^^chlosse W l l h e l m s - höhe seitens der Kasseler Hoftheater-Mitglieder vor der Kaiser- familie statt- Die Damen erhielten Broschen, die Herren Buseipq nadeln als Andenken- „ . ..... — Demnächst begeht die berühmteste aller Universitäten bet muhammedanischeii Welt, die in Kairo, ihr Tausendjahrjubi^ laiim- In der Zeit, da diese Universität entftani), bildeten, sich in Europa erst die frühesten Anfänge unseres Unwersitatswefeiis, und zwar entstanden diese, wie B. die berühmte Hochschule von Salerno, gleichfalls unter arabischem! Einflüsse- Die Universität von Kairo ist in einer der ältesten Moscheen Kairos untergebracht und zwar bereits feit dem Jahre 988- Freilich die arabisches Wissenschaft ist längst erstarrt, weil sie sich aus der Zwangst haft der Theologie nicht zu befreien imstande gewesen ist- * Sie drei Ordensarten- Ein hoher Herr, ein sehr hoher Herr, der viele Orden zu vergeben hat und deshalb ihren. Wert ganz besonders zu bewerten versteht, soll laut „B- Z. a- M." im Gespräch mit einem feiner Intimen die Orden ebenso kurz wie schlagend folgendermaßen eingeschätzt haben: „Es gibt drei Sorten von Orden: erbiente, erbten erte und er- dinierte!" - r r — Kinder m n n d. Eine Großmutter erzählt uns folgenden Scherz: Ein Büvlein, das die unterste Klasse der Vorschule besucht, kommt aus der Schule nach Hause und berichtet: ^Großmutter, morgen haben wir frei, weil Reseda n tag ist. V-< W 8 2ßns Reichsanleihe 82.75 do. 4l/6 "o Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Rente III vermischte» Tiirkenlose . . 93.00 Berliner Börse, iWDMMM ry/l BREMEN W gs?jh Anstalt. 5399 bciuiau^tc. Seine 207.40 114.80 194.50 30*60 112.60 . 165.50 . 223*70 . 65.50 . 137.10 93.45 82.65 91.50 90.00 7. Sept. Anfangskurse Harpener Bergwerk. Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . . 3% 3^7. 98.00 92 50 103.05 66.00 66.40 91.40 89.20 93.20 140.60 47.00 83.60 61.50 94,95 . 30 80 . 140.50 . 126.50 ** An: Geburtslage 17. September, bleiben auf . 151.40 . 125.75 . 223.59 . 140.00 . 168.50 . 137.50 . 198.90 Canada E. B. . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. Grösste Giessener Dampf- Schönfärberei und chemische Reinigungs- do. Konsols Agenturen in Giessen: Carl Loos. Grünberg: Julius Carl. Friedberg: Isidor Schuldorf. D7/n Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank* Diskonto-Kommaudit. Dresdner Bank Kreditaktien . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . , Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn * Oesterr. Staatsbahn . Priuce-Henri-Eisenbahu Bild Las-H. Gießen, 7. Sept. 1907. der Großherzogin, am Abhol. u. Zusendung d. Sachen, sowie Aus- träge von auswärts werd, schnellst, erled. Fabr., Vdb. u. Kont.: Alarburg.-Str. 42 a. Hauptladen: Mäusburg 1. C.F.Croon, ^LirchUche Nachrichten, Israelitische Religionsgemeiuve. Oottesdienu in oer Synagoge (Südanlage). Montag den 9. und Dienstag den 10. September 1907; „ _ Neujahrsfest. 1. -4, a g: Vorabend 6.30 Uhr. Sachen, 6. Sept. Der Sultan von Sansibar ast heute nachmittag, von Belgien kommend, hier eingetroffen. Oberherrlingen (Oberamt Blaubeuren), 6. Sept. Gestern ist der Staatsrat Frhr. Eugen von Maucler, bis 1893 württembergischer Gesandter in Wien, gestorben. Kaiserslautern, 7. Sept. Zum 9. Vertretertag öes Reichsverbandes der V e r e i n e d e r n a t i o n a l l i b e - raten Jugend sind bereits über hundert Delegierte hier eingetroffen. Gestern fand eine mehrstündige Vorstandssitzung statt, in der die Tagesordnung besprochen wurde. Hieran schloß sich eine Versammlung der preußischen . jungliberalen Vereine, in der die Gründung eines Landesverbandes der preußischen jungliberalen Vereine beschlossen wurde. Ratibor, 7. Sept. Der freikonservative Abgeordnete des Landtags -Wahlkreises Pleß-Rybnik, Kreisschulinspektor Rzesnitzek, ist zum Direktor des katholischen Lehrer-Seminars in Nogasen ernannt worden. Er wird sein neues Amt am 4. Oktober d. I. antreten, .aber zur Vermeidung einer durch diese Beförderung notwendig werdenden Neuwahl nur nach Rogasen beurlaubt werden. Anordnung des Ministeriums sämtliche Schulen des Landes geschlossen. n ü ( . c. l rV -e— abznschnewen. Die Ueberfallene wehrte cncrgifaj und ichrie nm Hilfe. Der Kanonier Bauer wurde auf der Fahrt ins Manöver- fa^rcn^ und^e t ö t^e m 6 a ^a^>ern) von der Eisenbahn über- = a lingshausen (ffiJcftf-) geriet das Töchterchen des Landwirts Arns. in einem unbewachten Augenblick irr dieDre f cki- maschine und wurde sofort getötet. ' ^tadtrentmeifter Rumpf in Oberhausen wurde verhaftet ^tadtkasse ein Fehlbetrag von 30 000 Mark entdeckt worden war. .. 18. Armeekorps: Birstci n, 7. Sept., 7 Uhr 36 M. vormittags. Pferdevor-- m u st e r u n g in Oberhessen ist heute bis s p ä t e r verschoben worden. Bedaure, über Klagen der Bevölkerung nichts erfahren zu haben, sonst hätte ich Musterungsgeschäft schon längst einstellen lassen. Kommandierender General 18. ** Brand. In vergangener Nacht entstand in dem Mansardenstock eines Hauses in der Schulst raße ein Schadenfeuer. In der Küche war eine Kiste mit Kohlen in Brand geraten. Dem Umstand, daß dasselbe vom Turm-1 Wächter sofort bemerkt wurde, ist es zu danken, daß ein Umsichgreifen des Brandes verhindert werden konnte. ** Verhaftet wurde ein fremder Bilderreisender wegen Urkundenfälschung. Er hat fingierte Bestellscheine seinem Arbeitgeber übermittelt und sich die Provision zahlen lassen. Im Kolosseum sind von Montag ab neue her-! vorragende Progranimnummern zu sehen. U. a. wird das WunderNnd Angelika Walter auftreten, das im Schumann-Theater zu Fcantsurt a. M. berechtigtes Aufsehen erregte und auch der Kinematograph wird neue Brlder zeigen. ** Kirchweihen finden morgen u. a. in Annerod, Garbenteich, Gruningen, Eberstadt und Saasen statt. i. Klein-Linden, 6. Sept. Vor mehreren Monaten wurde hier em „Kaninchen-Zuchtverein" gegründet der bereits eine grolle Anzahl Mitglieder zählt. In seiner Generalversammlung beschloß der Verein, dem Mitteldeutschen Kaninchen-Zuchtverein beizutreten und nächsten Sonntag \ oei Gastwirt Hinterlang ein Preisschießen abzuhalten. Im Oktober beabsichtigt der Verein bereits eine Lokal-Aus st elluna abzuhalten. J Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Bande) und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 7. Sept., 1.15 Uhr. ik~ 93.001 Elektriz. Lahmeyer . K. Kl c i n-Lind e n, 6. Sept. Eine große Ungeziefer- herrscht gegenwärtig in der Umgegend. Mäuse, Ratten und Hamster richten enormen Schaden an. Nachdem die Frucht zum groszten Teil vorn Felde weggebracht ist, wendet sich das Ungeziefer fetzt an Kartoffel, Dickwurz und an die Gemüse- Manren, auch befürchten die Landwirte für die Aussaat der Winterfrucht. Auf alle mögliche Weise sucht man sich der Schädlinge! zu erwehren, man legt Gift, schüttet Wasser in die Löcher, stellt große Dvpfe mit Wasser in düe Erde und fängt sie zu Dutzenden aber man merkt kerne Abnahme. Auf Kartoffel- und Getreide- ackern findet man nicht selten beim Flügen ganze Vorratskam- ^Kartoffeln, Getreide, Obst usw gefüllt sind. Jeden- falte t|t es das Werk der so äußerst schädlichen Wühlmäuse und Hamster. ^utzellinden hat sehr unter der Hamsterplage I L^lden, die Gemeinde zahlt deshalb für die Hamster ein be- trachtliches Fanggeld. Kinder und Erwachsene verlegen sich auf das Hamsterfangen, und die Gemeinde hat bereits in diesem Sommer etwa 550 600 Mark verausgabt, um der Plage zu steuern. y 8 or e r bei Lich, 7. Sept. Tie von dem Ingenieur aus Friedberg ausgesührten Bohrungen nach Braunkohle auf dem Grubenselde des ehemaligen Bergwerks Hessenbrücker Hammer, die seit März dieses wahres ausgesuhrt wurden, haben ganz bedeutende Kohlenmachtigkeiten fesigestellt, so daß eine Rentabilität aus Meie ^zahre gesichert ist. Es hat sich jetzt eine Gesellschaft gebildet, welche die Ausbeutung dieser Kohle unternimmt. Mit den Schachtanlagen wird in den nächsten Tagen begonnen, die hierzu benötigten Maschinen wurden bereits heute angefahren. lieber die mißlungene Flucht eines D eserteurs aus syp m- o r l i n - Kö n i g s b e r g ünrd gemeldet: Ein Marine.oldat, der wegenDesertation und Diebstahls verurteilt worden^war, so.lte von Köln nach Königsberg transportiert wer- ^-^Sangenen Nacht sprang er aus dem Abort des D-Zuges Berlin-Königsberg m der Mhe von Vietz. Der Flücht- ? r schivere Kdpf-, Kchie- und innere Verletzungen. Er jourhe besinnungslos aufgefunden. Der Gefangene hatte die Vütz aU5 began9Clt- Er stammt aus der Nähe von Bei einem in einer Fabrik in Hohenbirken (Schlesien) ausgebrochenen Feuer verbrannten zwei junge Arbeiter- .. . 77 dbs Wiener UniversitätsprofessorsRiehl tot ätC vom Herzogsfall ab und war sofort II mf $ Qnhze5 d' bcr Nizza wurde Gas beim Umfucken infolge Zerreißens eines Ventilss jn eine Gasretorte zu- wo die Berührung mit dem Kesselfeuer eine Ex- Tce Vorderseite des Gebäudes stürzte em, 13 Arbeiter wurden dabei verletzt- 8 L in Lawine ist das Zollhaus auf Bent Puncul in den Ko rdi. le r e n mit a 0 Personen, die sich dariw besanden, verschüttet worden. Gießener Wetterdienst. ~ Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonninn hPn ^T°g° n.cift h°.t°r und trocken, . ------v- . . . 114.30 Elektriz. Schuckert . . . 101.10 Eschweiler Bergwerk . . __.__ Gelsenkirchen Bergwerk . 191.90 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.10 Harpener Bergwerk. . . 191,80 Laurahütte...... 220.50 Nordd. Lloyd .... 112.90 Obeischles. Eisen-Industrie 99^25 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . ... Kleine Tageschronik. m,a in Unfrieden lebende Hausbesitzer Zettl hann^1 tötete seine Frau und erschoß sich D Wölfersheim, 6. Sept. Auf dem Gelände zwischen Wölfersheim und Echzell werden gegenwärtig Bordereitungen getroffen für das am 9. September stattsindende Scharfs eh i e^ß e n einer gemischten Truppe, bestehend aus der 25. oeldartillerie-Brigade und Infanterie-Abteilungen. Das Schießgelände wird begrenzt von den Orten Berstadt,' Utphe, Treis - Horloff, Wlddersheun, Grund-Schwalheiim Echzell, Gettenau, Heuchelheim, Weckesheun, Beienheim' Melbach, Södel, Wölfersheim und Berstadt. Die „Römer-! straße"^ von Dorheim nach Echzell wird gesperrt. (P.) Schlitz, 0. Sept. Soeben wiro die V e r l o b u n q der fungsten 21 Jahre alten Tochter des Grafen von Schlitz genannt von Gör^',, der Gräfin Aniia Margarethe mit dem Kaiserlicheii Korveitenkapilan Magnus v Lebe tz o w bekannt gegeben. Höchst a. M., o. S?pt. Ein Mordversuch ist in Hattersheim in der Wohnung der Witwe Tirnpel verübt worven. Dort hatte siu) gegen 11 Uhr der Zunmer- ges^le Rres in das zimmer eingeschlichen, m dem die er- wachsene vomier der Frau T. schäft. Als die Tochter sich zu Bet begeoen hatte, wuroe sw von Ries überfallen der ihr mehrere sehr gefahr.iche :.\e • - ~ -- - - ~ ■ I Absicht war, oem Mävchen den * Eine se! tsame Feuermeldung. Das Depeschen- 4% Gricch- Monopol-Aul. bureau Herold verbreitet heute folgende Nachricht- ünssere Argentinier Wittenberge 7. Sept. Gestern nachmittag zerstörte f/»^kaner . Grollfeuer die Ortschaft Itosendorf bei Lenzen an her Elbe /o Lhlneseu • - « den 23 Gehalten p^s Dorfes wurden 20 in kurzer Zeit Aktien: em Raub der Flammen. Menschen sind nicht zu be-IBochum Guss. .... i la gen. dagegen sind die gesamten Erntevorräte und viel I Buderus E. W. . . . Vieh verbrannt- * I Tendenz: schwächer. Wir sollten meinen, die Menschen in Rosendorf seien sehr ^,r^e sa^€nz 6rnte und Vieh verloren haben, waß dagegen der Verlust von Menschenleben nicht zu beklagen ist, glauben wir daraus mit besonderer Freude schließen zu können- ö c Städtlschkr ArbeitsNlhmis Kietzen. Gartenstraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: 4 Bauschlosser, 1 Bauschlosser lauswärts), 2 Tapezierer, ein r ^uSw.), 2 Glaser, 1 Glaser lauswärtss, 5 Schreiner, ÄEjI. ll9QrÄ \ lauswärts), 1 landwirtschaftl. 5 ^usw.), 2 Schuhmacher, 2 Laussrauen, 1 Lausmädchen, a ^/oustniadchen, 2 Waschkauen, 3 Hausburscheu, 40 Arbeiter. 1 } Mechaniker, 1 Glaser, 1 Schlosser lausw.), 1 Installateur, 1 Schreiner, 1 Schreiber. ES suchen Arbeit: R7/ Schuhmacher, 2 Arbeiter, 1 Ausläufer, 1 Haus- Arli^e^Mech^Üer^ tiouf,raucn' 2 »-"^burschew |?er Täter chtete dann durchs Fenster. Die Polizei von» s»ats$i"6“,cw-"""M Heiert morgen das ^est seiner Bannerweihe in Verbindung mit 11 ....... 1 OOOjrifyrigen Kirchweihe - Der 19. Sängertag des Ohm-Lumda- ©ricxinabStabhltciöititaeti« tal-Sang erbundes findet Sonntag, 8. September, nach-1 ' m p T f: „ 7 qrL= Q “ mlttags im Saale des Gastwirts Bock zu Stangenrod statt. — Sin Lp H 3 c 11 ? u,n ? tf ü r den Besuü! Selters feierte dieser Tage Bürgermeister R n p p seinen 76 Ge- Kaiserpaares in England ist nacl bnrtstag, ans welchem Anlaß ihm die dort eingnartierte Kapelle ^mber''d^? fn Dom 1L 18- Nr> des Jmanterie-Regiments Gersdors ein Ständchen brachte. - Karl L" 7 ^A^^nomrnen. Heinrich Schmidt I. von N 0 m r 0 d ist als Beigeordneter der L- ^Q1 S-ruF V L Leutnant Thoel le vom hst Gemeinde Romrod gewählt und bestätigt worden. - Als der ^en 81. ^nsanterieregiment, der vor drei Wochen bei emci Inhaber einer Waffenhandlung in Frankfurt seinen Laden öffnete, I T^ovung mit seinem Pferde stürzte und schwer verletzt wurde entlud sich ein zum Schutz gegen Einbrecher angelegter Selbstschuß, isi heute nacht im hiesigen Garnisonlazaret gestorben er abzusiellen vergessen hatte. Die S ch r 0 t l a d u n g drang Gelsenkirchen, 7. Sept. Nach amtlicher DarÜ-i dem 36ial)rigen Gemüsehändler Hemrich Schröttl er aus Ober- lunq beziffern sich die U n t e r f rfi f n n n n rr p J r, • LJ 6 ursel m die Beine. — Der Schreiber Paul Ke tschau, der in re r,cy la gungen bei der: panan einen Mordversuch auf seine Geliebte unternahm und sich U e r k a s s e auf etwa 30 000 Mk. Als Täter kommen^ ^ann selbst eine Kugel m den Kopf schoß, ist an den Folgen der bie Beamten Loos und Bock in Betracht. Geaen hm Sch.eßverletzung gestorben.__Polizeisekretär Thiemann hat die (5taat§a^toü^ti^^a^^ s^llSjNß 6115 deu ^tandrßainiörfülßHÖ der SlaM ihje^eo. ^^brfahren wegen Unterschlagung von Jagdschein Aufgebotes gebühren eingeleitet; Sekretär Bieck, der gleichfalls in Angust. 30. Friedrich Schneider, Kallsniann in Groß-Geran, Machenschaften verwickelt ist, verübte Selbstmord ^barlotte Elisabeth,, gen. Else Schuchardt dalner. Saarbrücken, 7. Sept. Die Strafkammer vernr 31. Diedrich Kuhl, Former m Staufenberg, nut Wilhelmme Groß- teilte den Chauffeur Rausch her pth idiäLino? Haus m Gruningen. September. 2. Friedrich Ludwig Paul U ^yauJ'eur der ein 14jähriges Mädchen Walter Lemp, Berbaudsdirektor wid Kgl. Leutnant a. D. dahier mU fetnem Automobiltotgesahren fyatte, zuzwei mit Sophie Friederike Katharine Beider in Nienstedt. 2. Wilhelm 0 n a t e n Gefängnis. I 9 (x* 1 n 1 11 t S US a| kni \ U ' . rr- < - z , / ® Q tl 1 C l« I Innsbruck, 7. Sept. Der Postassistent ans 2. Edmund Helbing, Brauer, mit Elisabeth Jung, beide dahier Stuttaart h p r it V a r ü 9 Uä ' 2. Johannes Fleischhauer, Bahnarbeuer, mit Mana Schäfer, beide ? U QJ ^0;0 japan. Staatsanleihe 1 4% Uonv. Türken von 1903 Morgens 7.30 Uhr. P r e d i g t um 9 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. 2. Tag: Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 7.30 Uhr. P r e d i g t um 9 Uhr. .uv. . . Nachmittags 4 Uhr. 3^% Hessen . . Kio t FesteSanSgang 7.30 Uhr. 3^0/0 Oberhessen . wahrend der Predigt ist der Eintritt n i ch t gestattet, 4% Oesterr. Goldrente I äv 0 < Ooctorr Qi 1 Vi nw/' Är’S? nach^—1 r ^Amerika NewYorKJ Baltimore J ^4 direkt - Cherbourg ; Riesenschnell.-«Posfdampfern Norddeutschen Lloyd Bremen Statt jeder besonderes! Anseäge geb. heisse TO* Blumenspenden auf Wunsch der Verstorbenen dankend verbeten. Die Beerdigung findet Montag, 9. September, nachm. 3 Uhr auf dem alten Friedhof statt Die trauernden Kinder Eise Schellhaas Heinrich Schellhaas Maria Schellhaas ■> C^K‘L«,i£YA..w-r)ttf.a«h. fr S>-s^i.i-< M * jv« E •fe !WM^ «'WK'. ■ MLL-, IM' - mutter, Schwester und Tante 5648 Vorgestern verschied nach längerem Leiden Die trauernden Hinterbliebenen. 5644 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Gross- Köln, Kalk, Giessen, Ellwangen den 7. Sept. 1907 Die Beerdigung hat in Köln stattgefunden Elisabeth Voipert, geb. Schleich im 56. Lebensjahre, heute abend 10 Uhr nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heim1. Voipert, Ober-Postschaffner Giessen (Hillebrandstr. 7), Assenheim, Laubach, den 6. Sept. 1907. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 31/«, Uhr von dei Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Herr Blarl Thomas Braumeister in Köln. MA M§ N M H U M # M W ■ 8 W K H O W M - Wz E -D M W ■ P ■'A*T.' 1 V'l/VvrL*;• *?-• ** Marke. Wi Prächtige Geschenke liegen Gentner’s Veilchen- seifenpulver AMORMPSR^S „Marke Kaminfeger“ bei, nur nlltzlichc Gegenstände, die viel Freude machen. In den meisten Geschäften ä 15 Pfg. zu baden. Borsicht beim Einkauf! Man achte aus den ges. gesch. 9camen „Goldperle" und den Kaminfeger! Ihv'^/s Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen. Todes-Anzeige Die trauernden Verwandten. Alten-Buseck, den 7. September 1907. Die Beerdigung findet Montag, den 9. September, nachmittags Zi/z Uhr statt. 5680 M liefert MMM Filiale in Frankfurt a. M., Kaiserstrasse 75. N Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Ludwig Ott. morgen 9 Uhr verschied sanft nach schwerem mit Geduld Leiden, unsere liebe, treue und unvergessliche Schwester, und Tante Heute ertragenem Schwägerin zeigen. 5657 Gießen (Schifsenberger Weg), den 6. Sept. 1907. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. dss. Lltts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. MM W hn \ W Frau Katharine Wagenbach, geb. Benner Witwe des verstorbenen Grossh. Bürgermeisters Joh. Wagenbach dahier, im 73. Lebensjahre, was wir Freunden, Verwandten und Bekannten schmerzerfüllt mitteilen. Hliuspähne u. Absallholz zu haben bei Julius WeUböfer 4800 Wtarburgerslrage 34. Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innlgstgeliebte Tochter u. Schwester im Alter von 13 Jahren, was wir Freunden und Verwandten üefbetrübt mit der Bitte um stille Teilnahme an- MAGDEBURG- BUCKAU torbare und feststehende Satidampf- und Patent- Heissdampf» Hokomobüen bis zu 500 Pferdestärken. Wirtschaftlichste, dauerhafteste und zuverlässigste Betriebs- tausch inen der Neuzeit Leichte Warta aß, Verwendung jedes Brennmaterial». Vcrwertncg des Abdampfes. Grosser KraTtGbcrschuss. Vor Einkauf verlange koltenfrelen Pracfifkafafog, WW Er III wertvoller Ratgeber bei Farben- u. Formen- wähl. 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Voll Öen TchOmWeibllllgeil der M Grünberg wurden am Heutigen durch Auslosung zur Rückzahlung Ende Dezember l. I. bestimmt: T2L BWJZMISZgaPT" MÄimMM In: Stricken sowie Anstrickeu von Strümpfen empfehle ich mich angelegentlichst. 1466 Strickgarne (beste Qualitäten) habe stets vorrätig. IW" Preise billigst. Ernestine Hopfner _______Roousrraßc 20. Ladung: 1) Tagelöhner Georg Krick, geb. 5. Oktober 1872 in Leihgestern, ev., zuletzt in Leihgestern wohnhaft, 2) Rollführer Hermann Heinrich Greuling, geboren 7. November 1876 in Frankfurt a. M.,-Sachsenhausen, ev., zuletzt in Gießen wohnhaft, Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr-: Schweineseuche in Londorf. . Unter dem Schweinebestand des Gutspächters' M Schudt rn Londorf ist Schwemeseuche festgestellt und Sperre verhängt rootöcTt- Gießen, den 4. Septenrber 1907. Großherzogkiches Kreis amt Gießen. _ 3- g.: Langer mann. Louis Schüssler und Frau Emma, geb. Stein. Bekanntmachung Wir haben bei der letzten WinterbagarNochf, Hahnerbgrg.RMo. Sehr kleidsame Formen. Prima Qualitäten Aparte Farben Redoif Richter .Giessen Marktstr. 24-26 UN Kreisamtskeller ea. 40 Zentner Frübbirnen »Gute Graue" vorzüglich zum Einmachen das Pfd. 4U 10 Pfg. in jedem gewünschten Quantum zum Berkaus. B7/o Gießen, am 7. September 1907. Der Großh. Kreisbauinspeklor des Kreises Gießen I. B.: Kalbfleisch. KEBiCiSTRASSe X Art RJCCELFTAD. hSUBNBKTRiaO I AN CBN OAHNtjÖFAa, Unsere Maike .MÜNZ" allein garantiert die Echtheit unseres Isis'- V; * )« und unseier b2Va LaEwIm-isieäfe „Nachahmungen weise man zurück.“ n Vereinigte (Jlieniiselie Werke Aktiengesellselialt. Dr r 11 PÄW^1 Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfelde, _________ r rtiLvi Charlottenburg, Salzufer 16. Nr. 59. 143. „ 25. 78. 82. 95. „ 27. 43. 45. 54. 127. „ 7. 189. 197. Bekanntmachung. Betrifft: Bildung der Schöffengerichte und Schwurgerichte. ~ Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt vom Samstag, den 7. bis Samstag, den 14. September dss. Js. auf der Bürgermeisterei- Zimmer Nr. 9 - zu jederinanns Einsicht offen. Offen egungsmll kann gegen die Nichtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste Einfpruch erhoben werden. Gießen, den 4. September 1907. ps/ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. .__I. B. Curschmann. wn?k?^nunß üon r Simmern, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 6 sRtn?nunöen XJOn o Zimmern, 8 Wohnungen von 4 Zimmern, 5 Q^hp»UninL&öf?n bZimmern, 2 Wohnungen von 3 Zunmern mit ^aden, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 1 Werkstatt, 5 möblierte ■o immer. Zu mieten gesucht: . 26 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Neuanfertigung und Reparaturen von Maschinen und Apparaten Eijene Werkstätte für Gips- und Zement-Dekorationen 5670 Gießen, den 1907. 6. September Der Evangelische Gesamt Kirchenvorstand. D. Schlosser. Horridoii! Waffen, Munition und Jagd, gerate. Neuheit Hühnerdrachen» Termos - Trinkflaschen, vollstand, wasserd., Jagd-Eapes 280 Gramm chwer. [5275 Jagdpatronen mit bestem Schwarzpulver und prima Schrot geladen, per 100 Stück 5 Mark, dito mit rauchlosem Pulver ge. ladene, Marke „Tiger", än« erkannt beste Patrone, vcv 100 Stück 8.50 Mark. Arrguft Kiidmger, jetzt Seltersweg 79. Telefon 276, Prima gewaschene Nußkohlen „ „ Anthrazittohlcn Nnßkoks r Union-Briketts SÄT" Zur yoiiz! Man kann bei den sich massenhaft mehrenden zweifelhaften Mttetn gegen Haarleiden nicht genug auf oas bereits seit 39 Jahren sich be- rvahrende, von Autoritäten cm= vmhlene, sich durch Güte u.Billigkeit auszeichnende [hv”/j Haarwasser von Retter, München aufmerksam machen, welches wirk- sich leistet, was es verspricht: Kon- servierung u. Kräftigung der vorhandenen Haare, Neinigurtg von Slhupen, weich u. glänzend machen d. Mare. Z.h.um40Pfg.u.Mk.l,10 bei .1.21. O'nhr. Sonucustr. 25. Pferdestkufteruug die Wahrnehmung gemacht, daß einzelne Pferdebesitzer unserer Aufforderung, ihre Pferde rechtzeitig zur Musterung zu gesteüen, nicht entsprochen haben. Da hierdurch unliebsame Störungen im Mustcrungs- geschäft vorkontmen, müssen wir hierauf bestehen, daß die Pfcrve bis spätestens um 9-/. Uhr auf den- Trieb gc- stellt sind. Wir werden alle Säumigen, die bei der Vor- Musterung am 9. d. Mts. mit ihren Pferden nicht rechtzeitig zur Stelle stnd, unnachsichtlich zur Anzeige dringen lassen. Gießen, den 6. September 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. , I» B.r Curschm ann. 3^ Montag, ten 9. dss. Mts., vormittags 10 Ubr findet in der neuen Kaserne Berkans von 302 alten zu Packzwecken noch brauchbare Konservenkisten start, wozu Kaufltlstigeeingelad.wcrdeiL B7/9 Garuiwu-Vcrwaltuug. Ü Kolonial- L Ausstellungs- Lose ä Q Mk. Hauptgewinne im Werte von Mk« GOGOO 4OOGO W«OG ZOOOO usw.. ZUS. 16 891 Gewinne iw Gesamtwerte von Mk. ZETZW Lose ä 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. ■■ Porto u. Liste 20 Pfg. extra. A. I^OLLIKG, Berlin W Kaiserhofstrasse 1. D In Giessen zu haben m bei d. Kgl. preuss.Lott.-It m Einnehmern, sowie in H allen d. Plakate kenntl.B H Verkaufsstellen, [ss21/ Versteigerung. Montag, den 9. dss. Mts., nachmittags Ä'/s Ubr sollen dahier Walltorstr. 6 sDarmst. Haus) 5 Koffer, 3Schließkörbe, 1 Buch, 1 Ballen Leinen lStoff), 7 Stücke Drell, 2 Stücke Leinen, 2 Ballen Krollhaare, 4 Pferdedecken, 7 Ballen Juteleine, 2 Ballen Gurt, 15 Pack Zwirn, 1 Kassenschrank, 1 Partie Ellenwaren, 1 Partie Schuhwaren, Hauö- und Küchengeräte aller Art, u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 5669 Gießen, den 7. September 1907. Seipel, Gerichtsvollzieher. ^BCohle^ X von den besten Zechen Nusikohlen, Authracit, la rhein. und oberheff. Briketts, Koks dT Tannen- und Buchen-Brennholz liefert billigst (4663 Andreas JLuler. Dienstag, 22. Oktober 1907, vormittags 9 Nhr, . m .. „ . . „ , - - ooc das Grotzherzogliche Schöffengcricht in Gießen, Zimmer von SchMdve/sch?ejbuliaen"8el°Ev^acMcken Mrchc^ ylt. 6, zur Hauptverhandlung geladen. |B81/ ließen wurden nachverzeichnele Stücke zur Heimzahlung gezogen: Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf 1-Von den 3 früheren Anlehen: Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem D Z -M ra- Gr. Bezirkskommando Gießen ausgestellten Erklärung ver- » Z D =. 500 urteilt werden. „ „ E = 1000 „ Gießen, den 26. August 1907. 2. Von den späteren Anlehen: Der Großherzogliche Amtsanwalt. T ___Dr. Keller. \ DieRückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Ok- toher 1907 zum Ilennwerte gegen Einlieserung derseibrni nebst den noch nicht verfallenen Zinsschetnen und zugehörigen Zmsschein- Anwetsungen bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen. Vom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der aus- geloiten Schuldverschreibungen auf. 176 ' ?!T HW.