Erstes Blatt il 1 - ( E i 3 157. Jahrgang Mittwoch 7. August 1907 £?k BezugSpretSr monatlich 75 PD viertel- vA A A jährlich Mk. 2.20: durch Tg|r jffSSk Abhole- u. Zweigstellen M monatlich 65 Pf.; durch W N W W die Post Mk. 2.—viertel- W M W $4 % jährl. ausfchl. Bestell^ ÖL W W Zeilenpreis: lokal IbPf^ auswärts 20 Pfennig. ^*-v5Z Verantwortlich ß u KrieberrsKundgebung in Sicht? Wie ein Nebelbild steht am politischen Horizont der Haager Friedenskongreßsaat mit seinen wohl schon diskussions- nüben Insassen. Wer fragt noch nach diesen Trägern der »ehrenvollsten Mission? Wer erwartet noch bedeutsame Ergeb- 1 uisse ihres Meinungsaustausches? Sie wahrscheinlich selbst «nicht. Aber etwas anderes erwarten sie, wie es heißt. Eine ■j noch nicht näher zu kennzeichnende Kundgebung, die alle I Friedensfreunde mit Genugtuung erfüllen soll. Und zwar ? rechnet man auf diese Ueberraschung unmittelbar nach der Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard in WilhelmS- hühe. Eine etwas mysteriöse Ankündigung, indessen die 1 politische Welt ist gern kommender Dinge solcher Art ge- b möriig. Wenns nur keine Enttäuschung gibt! Die Sache \ wäre wohl so zu verstehen, daß der Zar und König Eduard | sich des Einverständnisses Kaiser Wilhelms versichern wollen, ■ ehe die bewußte Friedenskundgebung in aller Form proklamiert । wird. Dec Zar als Vater des Gedankens der Haager Kon- * ftrenz und König Eduard als politischer Vertrags-Virtuos hätten immerhin besondere Veranlassung, sich zu solchem Zweck mit dem Herrscher des Landes ins Benehmen zu setzen, I auf dessen Einkreisung es bis vor kurzem noch abgesehen h schien. Man kann füglich nicht annehmen, daß die bedeiitsamste I internationale Frage, die der Abrüstung, auf diesem Wege j der Losung nähergeführt werden soll, denn in dem parlamentarisch regierten England müßte das Kabinett um solche Absicht des Königs wissen, und der Premierminister hätte dann unlängst 1 zur Abordnung der Friedcnsliga sich zuversichtlicher über die iJ Möglichkeit einer internationalen Einschränkung der Rüstungen । geäußert. In welchem Sinne sonst die angeblich bevorstehende I Friedenskundgebung der Souveräne gehalten sein sollte, ist f! nicht zu ersehen. Beachtenswert erscheint in diesem Zusammcn- ,j hange immerhin, daß König Eduard auch mit Kaiser Franz ] Joseph zusammentrlfst. Die nächsten Tage sollen also Klar- j heit schaffen. Es gibt wohl Niemanden, der nicht den süßeste Hoffnungen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus". . Lßhar schrieb dazu eine im allgemeinen m lieblichem Schwünge sich schaukelnde Musik, die durchflossen ist von der schönen blauen Donauwelle seines Talentes, bald munter plätschernd, bald übermütig ausschäumend, im ganzen reinlich lind erquicklich, ivenn auch mitunter stark banal. Seine Spezialität ist, wie bei seinem großen Vorbilde Strauß, die Tanzmelodie, der Walzer. Darum geben ihm ferne Librettisten immer Gelegenheit zu Walzern, und immer wieder stecken neue Walzermotive ihre Köpfchen heraus. Schade nur, datz seine Melodien eine so unerhörte Popularität erworben haben, daß sie heute allenthalben als musikalische Stadt- und Landplage gelten und die Witzblätter mit gutem Grunde ihnen aus der Massen gram sind und sie mit ihrem bitterbösen Spotte überschütten. Trotzdem möchte manchmal der grießgrünligste Kritiker da capo rufen, zumal wenn er von der Klavierseuche wie von den durch noch üblere Musikapparats erzeugten Martern im wesentlichen verschont geblieben ist. Zu einer wohlgelungenen Vorführung dieser charmanten Pariserischen Operette gehören die arügen Formen der eleganten Welt, gehört vollkommenster gesellschaftlicher Schliff, gehört Jugendblüte, Glanz und Pracht und strahlende, leuch, lende Schönheit. Wie jämmerlich wohl hätte sich bei allen Bemühungen dieses kokette musikalische Spiel in unserem alkn Stadttheater ausgenommen. Der Ball im Palais des Ge- sandten, das pontevedrinische Gartenfest und die Grifttten- saturnalie, sie boten dekorativ und kostümell überraschen) hübsche Bühnenbilder. Die nach unseren Begriffen geineezu Paris gibt den Librettisten, Victor Läoa und Leo Stein, den Hintergrund, die Metropole der Eleganz und Arroganz, die mit unnachahmlicher Grazie Luxus und Lüste rn sich birgt Und durchs Libretto wie namentlich dre Musrk weht, unsere Nerven prickelnd und bestrickend, unsere Sinne wohlig erregend und umkosend, Pariser Luft, trippeln mit kurzen raschen Scyritten seidenrauschend schicke kleine Pariserinnen und andere reizende Frauetl von internationaler Abenteuerlichkeit und bezauberndem Charme, mit schalkhaft teccem Lächeln und versül-rerischer Scheinheiligkeit, die der Manner Lust und Glück sind - und :hr Schicksal. ES wird iins eine kuriose Geschichte aufgetischt von fröhlichen herzlichen Wünschen, zu denen freilich ein paar alberne Karikaturen an§ der Zeit des Tiefstandes der Operette sich gesellen. Wir sehen nur feiten verbrauchte Situationen, (die übelsten davon waren hier, im Gegensatz zu dec sonst über- ails glänzenden und musikalisch vorzüglichen Frankfurter Auf- führimg , geschmackvoller Weise gestrichen) hören ein ein paar gute und einige bei den Haaren herbeigezogene Spässe und erleben eine im wesentlichen nicht gar so unmögliche und aniüsante Handlung, die Liebesgeschichte eines exotischen Gesandlschaftsattachss und einer unermeßlich reichen lustigen Witwe, die aus Gründen der natürlichsten Staatsraisoii dem exotischen Vaterlande, das nach berühmten Mustern sich in ewigem Dalles befindet, treu bleiben soll. DiplomcitijchcS Brimborium wird dazu angewandt, von operettenhaster Unvcrnunsl. Nach unsäglich buntem Intrigen- spiel erfüllen sich des Märchenstaates Pontevedro reale wie das über die Massen warmherzigen und ehrbaren, daS Geld ,vie die Sunde hassenden Attaches und der lustigen Witwe Ans StaSt tmd CanO. Gießen, 7. Aug. 1907. ** Ludwig- und A l i c L - S t i f t u n g. Die in diesem Jahre errichtete Militär-Darlehenskaste der Stiftung gewährt Mitgliedern, die Der 5. Abteilung Der Sterbekasse (1000 Mk. Sterbegeld) angehören und ihrer Militärpflicht als Einjährig- F.reiwillige genügen wollen, gegen Bürgschaft des Landes- Lehrervereins oder sonstige Sicherheitsleistung Darlehen bis zum 5)öchstbetrage von 600 Mk. Die Darlehen sind mit 4 v. H. zu verzinsen und nach Avlauf der Militärzeit in vierteljähr- lichen Teilzahlungen von mindestens 20 Mk. zurückzuzahlen. ** Erledigt ist die mit einem cuang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bisses. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. *' Bejttzwecyjel. Das Anwesen des Weißbinder- meisters Nicolaus in der Sieinstraße 52 ging für 28 000 Mk. an Phil. Brunnengraber über. ' *" Tageblatt der Lud oviciana. Die auf Seite 14 der 9lr. 2 des Tageblatts der Ludoviciana erwähnte Stiftung rührt von Kommerzienrat Siegmund Heichelheim her. — Der in Nc. 4, Seite 27, als Kommersredner erwähnte stud. Krack e ist Angehöriger der Burschenschaft Germania. ** V om alten Schloß. Es wird uns mitgeteilt, daß der im Schlafzimmer im allen Schlosse aufgestellte Ofenschirm von der Gießener Aliceschule, nicht von Friedberger Damen hergestellt und gespendet wurde. ** Der neueste Stadtplan von Gießen ist im Verlag von Emil Roth erschienen. Der vom städtischen Bauamt bis auf die neueste Zeit ergänzte Plan, der 40 Pfg. kostet, ist recht übersichtlich und kann bequem in der Tafcye mitgeführt werden, da er zum Zusammenlegen eingerichtet und mit einem Umschlag versehen ist. ~ , ** In Amerika verstorbene Helfen, b-rau Kath. Schneider, geb. Hartmann, aus Alsfeld, 77 Jahre alt, zu Brooklyn, N. Y. — Julius Parthesius aus Gemünden an der Wehra, aO Jahre aiW zu Troy, N. Y. — Valentin De iß aus Auerbach, 76 Jahre alt, zu Eleveland, O. — Frau Sybilla Vorst, geb Mai aus Köngernheim, 77 Jähre alt, zu Madison, Nebr. — Nathan Berg aus Offenbach, 73 Jahre alt, zu Chicago, JU. „ _ _ . n , = Grünberg, 5. Aug. Veute wurde fiter Zeugfabrckant Hch Schmidt zur letzten Ruhestätte gebracht. Ein Schlaganfall, der ihn in voriger Woche betraf und von dem er sich nicht wieder erholte, hatte dem Wirken des Entschlafenen, der im 65. Jahre stand, ein plötzliches Ende bereitet. Aus ganz kleinen Anfängen, vom einfachen Lohnweber, hatte er fein Ge- chäft durch eigenen leiß und Tüchtigkeit zu seiner ^tzb. (Siebener Stadttheatev. Die lustige Wittwe. In unser prächtiges neues Stadttheater war, nachdem drei der größten unserer Nationaldichtung und der schönheitsvollste der deutschen Tonheroen als die ersten in ihm zu Worte gekommen find und nachdem es dann während der alänzenosten Universitäts-Jubelfeier dem Festeszauber gedient hat als großartigste Stätte für einigesrohsinntge Stunden, reich an Geist und Grazie und sattrtsa.)em Humor, ans einen Abend die Operette gehüpft, das kecke Tochterlein der ehrenwerten und vornehmen Dame Oper aus rhrer slüchtiaen Verirrung mit dem burlesken Herrn Polichinello, genannt Hanswurst. Sie ist heute, nach vielen, vrelen Irrfahrten und Acetanrorphosen, eine „lustige Wttwe . Wenn man nämlich heute von der Operette redet, dann meint man nur „die lustige Witwe" des Herrn Franz Löhar aus Wien, der übrigens teineswegs zu den Toten, sondern vlel- mehr zu. den höchst Lebendigen zählt. Lebeuspruhend ist sein Werk, und unterhaltsam, wie eines fröhlichen Wieners fröhlicher Jugenomut, und neues Leben bringt es m me arg verödete Operettenliteratur. Unbestritten stellt es em en der größten'Wiener Opereilenerfolge der neuen Seit bar, den man um |o höher einzuschüpen hat, al» er im wesent- lichen mit Wn,clerischen Rütteln ohne "US" we^l^ve Ävn- Zessionen un Da., 'y.ublitum errungen ward. Ldhar bescht ein eindringliches melodisck>es Talent, das Arglos Mene- rische jranzdsische, Ualienische uno uilgarnsche ToMverte an- einander reiht Und doch ist et keiner von den Operetten- komponisten, die allzu ojt sremoe Minden Mlen und sort- während in den Gehölzen von Strauß uno Offenbach re. zu ertappen sind. für untunlich erachtet. Man hat im Ausland über den deutschen Paradedrill wiederholt gespöttelt, und es mag seinerzeit in China unter dem Grasen Waldersee aus diese Art von Darbietungen vielleicht zuviel Eifer verwenoet worden sein. Gleichwohl fesselt der Schneid der deutschen Truppen bei den Paraden die fremdherrlicheu Offiziere immer aufs neue. An der Heerschciu im Zusammenhang mit Manövern wird auch von Rußland und Frankreich sestgehalten, während Oesterreich--Ungarn sie weniger regelmäßig veranstaltet, und Italien neuerdings überhaupt davon Abstand nimmt, was von einem Teil der dortigen Presse als demokratische Errungenschaft bezeichnet wird. Ungeachtet der friedlicher gewordenen Weltlage hat übrigens der italienische Generalstab den diesmaligen Manövern mehr als bisher die Kriegsmöglichkeit zugrunde gelegt. Es wird deshalb ebenso sehr auf die Nahrungsmittelzusuhr und den Dienst des Roten Kreuzes als auf die Erprobung des neuen Wasfenmakerials Bedacht genommen. Die G e n e r a l i d e e ist: Abwehr eines über den Simplon und Großen Sankt Bernhard in das oberitalienische Seengebiet herniedersteigenden Feindes. Was bisher über das deutsche Kaisermanöver — dem italienischen wird der König gleichfalls beiwohnen — bekannt geworden ist, läßt erkennen, daß es sich im besonderen um eine Belastungsprobe auf die Leistungsfähigkeit der schweren Festungsarlillerie und der Marschleistung Der Fußtruppen handett. Das lenkbare Militärlustschiff wird vor dem Manöver dem Kaiser in Berlin vorgeführt; bei dieser Gelegenheit dürfte darüber entschieden werden, ob das Luftschiff während des Manövers in Aktion zu treten hat. Nr. 188 Erschein« täglich außer Sonntag». Dem Gietzenei Anzeiger werden im Wechsel mit Dem hessischen Landwirt Die Gießener Kamlllen- bläUer viermal in der Woche beigelegt unb zweimal wöchentlich das Krdsblatt für den Kreis Gietzen. Fernsprech-An- kchlutzf.d.Redaktion113 w MM S-imal-AMiger für Gbechchen FM U 00ttnütogTiönui)“ Rotationsdruck und Verlag der vröhl'schen Rniv.-Buch- und Stsindruckerei. B. Lange. BedaMon, Expedition und Druckerei: Schnlstrah« T. Delegierten un Haag wünschte, daß der letzte Abschnitt ihrer ttibeit unter einem günstigeren Stern stehen möge. Zum englischen Abrüstungsantrag liegt übrigens eine neueste Meldung des „B. T." vor, derzufolge Deutschland geneigt sein solle, den „Wmischantrag" Englands anzunehmen und der Aufsagung beizutreten, daß die Wiederaufnahme des Studiums der 'Abrüstungsfrage dringticher sei als jemals. Tie Richttgkeit der Meldung muß bezweifelt werden, wenngleich eine derartige Stellungnahme Deutschlands schließlich nichts weiter bedeuten würde als eine Beteiliguitg an dem „erstklassigen Begräbnis" des englischen Antrags. Tie bei Der Abschiedsseier vor Swine- münde zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren gewechselten Trinksprüche lassen sich ja fiar erkennen, daß es um den wirklichen Beginn der Rüstungseinschränkung schlecht bestellt ist. „Ter eingeleitete Ausbau der russischen Flotte möge erfolgreich durchgefuhrt werden" — diese Worte hat Kaiser Wilhelm, wie es üblich ist, im Einverskandnis mit dem Zaren gesprochen. Cine Friedenskundgebung mit Waffengeklirr! Warten wir ab, was der Tag von Wilhelrnshöhe den Tele- gierten im Haag und den Freunden des weniger Betoajj* neten Friedens bringen wird. polrtische Lages?chan. Vor den Manövern. Jrn Bereich des 10. Armeekorps sind die Vorberettungen zuni Kaisermanöver in vollem Gange, und die Staot Hannover, in deren unmittelbarer Nachbarschaft das militärische Schauspiel seinen glanzvollen Anfang mit der Kaiserparade nehmen wird, erwartet einen Fremdenzustrom, wie nie zuvor. Das vom Fürsten Bülow in Aussicht gestellte Bestreben aus Ersparnisse im Militärwefen soll, wie es heißt, beim Kaisermanöver betätigt werden. Der Forksall der nicht unerhebliche Kosten verursachenden Parade wird aber woyl Größe gebracht, dabei aber immer der einfache schlechte Ätanu! geblieben. Im öffentlichen Leben beteiligte sich der Verstorbene hier an fast allen gemeiitnützigen Bestrebungen und Vereinen. Tie zahlreichen Vereine, denen er fast alle als Vorstandsmitglied angefiörtc, gaben ihm das letzte Geleite zum Friedhof. Vorau ging der Turnverein mit seiner Fahne. Tiefem gehötte er als Vorstandsmitglied seit dessen Begründung an, und der Verein betrauert in dem Verstorbenen einen feiner, eifrigsten Förderer. Am Grabe legten Kränze nieder mit Wörter^ der Dankbarkeit und Verehrung für den Entschlafenen: Spengler-^ meister Schröder namens des Turnvereins, Fräutcin Z o ck l e r für die Tamenabteiliing des Turnvereins, Dekan Wagner für, die Friedhofskommission, Steinfiauermeister L e o tt h a r d für ben; Gewerbeverein, Dr. Krausmüll 8r von Gießen namens des' Gewerbevereins und Nationalliberalen Vereins Gießen, Beig. F u t b a t für den Vertehrsverein Grünberg, dessen eifriger 1. Vorsitzender der Verstorbene schon seit Jahren war, Werk'' sührer Schweden namens der Arbeiter der Firma. Ter Ver-^ »wrbene hinterläßt int öffentlichen Leben Grünbergs, nammtlich bei allen gemeinnützigen Vereinen, eine empfindliche Lücke. + Bad-Salzhausen, 5. Aug. Von den auf Häusers Gerten veranstalteten ersten privaten Konzerten war das, Konzert am Donnerstag, 1. Aug., wenig besucht, dagegen war 'Sonntag, 4. Aug., starre Beteiligung zu verzeichnen. Es sollen seshalb vorläufig art Wochentagen keine Konzerte mehr statt- finden, dagegen wird in Bad-Salzhausen künftig jeden Sonntag Konzert sein. x Bad-Nauheim, 6. Aug. Ter Herzog Paul zu Mecklenburg hat nach vorzüglich gelungener Kur und sechswöchigem Aufenthalt Nauheim verlassen, unb ist nach München abgereist. -j- Lauterbach, 6. Aug. Der Hoteldirektor Ernst Gern mer in Bad-Nauheim erwarb das Hotel-Restaurant zum Anker von Valentin Hedrich sür 62 000 Mark. ? Gedern, 5. Aug. Gestern stürzte ein Mann von einem fiofielt Kirschbaume fierab und wurde besinnungslos nach. Hause verbracht. Hier koristatierte der Arzt Debeutenbe Verletzungen int Rücken. , d. Mainz, 6. Aug. Nachrichten aus Parts zufolge pt Oberbürgermeister Dr. Götte!mann das Kreuz der Ehrenlegion von dem Präsidenten bet französischen Republik verliehen rvorden. Die ^iachricht war von einigen Blättern verfrüht Ende vorigen Jahres verbreitet worden. Es war wohl anzunehmen und die Annahme hat sich jetzt : als richtig erwiesen, daß Frankreich sich der Stadt Mainz und ihrem Oberhaupte für die am 30. Okt. v. I. auf dem hiesigen Friedhöfe veranstaltete pietätvolle Feier erkenntlich 1 zeigen werde. ü Frankfurt a. M., 5. Aug. Auf der Wander- : Versammlung der Imker fand am Samstag hier eine ' Einigungsversammlung statt, die Erfolg hatte. Ter deutsche Bienenwirtschaftliche Zentral-Verein und der ’ deutsche Neichsoerein haben sich zu einem deutschen Imker- bund zusammengeschlossen, der nun eine Mitgliederzahl ; von rund 200,000 Bienemvirteu umfaßt. In dem neuen Verband sind sämtliche deutsche Jmkerverbände und Vereine vertreten und es darf nun mit Sicherheit ein fernerer Aufschwung der deutschen Bienenzucht erwartet werden. Aus allen deutschen Gauen, aus Oesterreich-Ungarn und der Schweiz sind Imker mit Familie hierher gefommem Die Ausstellung wird überaus gut besucht. ___ Gießener Strafkammer. )( Gießen, 6. AuguU Nach Feierabend. Anfang vorigen Monats verlangte der Steinbrucharbeiter Gg. G. zu Bingenheim in einer dortigen Wirtschaft, nachdem , Feierabend geboten war, noch ein Glas Bier, das ihm von der, , Wirtin verweigert wurde. Hierauf ergmg er sich in beleidigeuDe Aeußeruugen gegen sie und überhäufte fie mit den unflätigsten; Ausdrücken, weshalb die Frau ihren bereits! zu Bett gegangenen; > Miami rief. Als dieser den Angellagten ranafinte, letzt nach : Hanse zu gehen, stürzte G. sich mit gezogenem Mesier auf ben Wtrc , unb brachte ihm eine Schnittwunde an dem Knie bei. .ter Wirt , versuchte ben Angeklagten von sich zu halten und es entstand : ein Ringen, wobei der Angeklagte noch 15 bis 20 mal Dem Witt nach den. Beinen stach imd^ihn^der^^verlMe^daß^r des Handel . 83.90 Pnnce-Henri-Eiseubahii . 65.10 Es ist ja wirklich hübsch hier, Herr Wirt, S* Mets* ätä äE F ~ .»rt««.. A-, .Md f„i... «»,«u, 31 60 140.20 129.00 92.60 82.20 92.95 82.30 91.70 SBisrse, . 170.80 . 126.10 92.50 103 05 66.40 67 30 9150 90 — 94.60 144.60 48.80 83.70 62.30 95.60 Tieichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen Oberhessen' . . 149.80 126.00 < 221.25 . 143.C0 . 167.40 . 136.00 . 203 30 . 214.70 . 31.50 . 115,50 . 144.50 115.00 100.30 203.- 186.75 130.50 189.75 214.70 115.80 99.80 aber eins vermisse ich doch: es gibt keine Geschäfte, wo man Fays aafte Sodener Mineral-Pastillen kaufen könnte, imb tue fehlen nur sehr — ich hab' leider keine mitgenominen. — Eh meme Gnädigste — wieviel Schachteln wünschen Sie? Tjct) hab Fays ächte Sodener auf Vager, da fie immerfort verlangt werden und da sie in der Lat ganz ausgezeichnet und, wenn man von der Sommerfrische oder einer Tour den vollen Genuß haben und nicht mit Erkältungen heimkommen will. — Man kauft sie für 85 Pfg. in jeder Apotheke, Drogen- oder Mineralwasserhandlung. [hv28/« W/o 3% 3^7° 3% 3^7o 3^7o ttoü) in der nämlichen Nacht den Arzt in Anspruch nehmen Mußte und 14 Tlage bettlägerig war, auch jetzt noch mit den Verletzungen zu tun Ijüat. Tie ihrem Mann zu Hilfe eilende Wirtin verletzte der Angeklagte ebenfalls an der Hand. Schließlich gelang es einigen hinzugeeilten Männern, den Angeklagten zu entwaffnen. Tie Untersuchung ergab, daß der Angeklagte infolge Schniapsgenusses in seinen Vermögensverhältnissen heruntergekommen isst wesbialb den Wirten durch kreisamtliche Verfügung verboten worden ist, dem Angeklagten geistige Getränke zu v>er- labreichen, wovon ldn'e Wirte jedoch nichts wissen wollen. Weiter -wurde festgestellt, daß der Angeklagte im angetrunkenen Zustande fcu Exzessen neigt. Ex selbst wollte an das ganze Vorkommnis keine Erinnerung mehr hlaben und behauptete, zur Zeit der Tat sich in einem Zustande befunden zu haben, der seine freie Willensbestimmung ausschloß. Ta ein Teil der Zeugen Bedenken gegen seine Zurechnungsfähigkeit vorbrachte, hielt es das Gericht für fangezeigt, den Angeklagten durch einen Sachverständigen auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Es gab auch der Staatsanwaltschaft anheim, hinsichtlich des Vorlebens der Angeklagten, der über ihn verhängten Wirtshaussperre, und über die Höhe des von ihm Kim genannten Tage verkonsumierten Alkohols Ermittelungen einzuziehen, zu welchem Zwecke Vertagung eintreten mußte. Untreue ufHL Gegen den Bierverleger D. Sch. aus Buoch in Wests., Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommaudit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio« Eisenbahn . Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . LL'refkLHftE oev ticfcaffion, (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) M. Der preußische Finanzminister heißt Freiherr von Rhein- haben. Der Nachfolger des Grafen Posadowsky als Staatssekretär im Reichsamt des Innern ist von Bethmann-Hollweq (seither vrenß. Minister des Innern), prenß. Minister des Innern wurde der seitherige Oberpräsident von Ostpreußen, von Moltke solcher Sommer- Das neue Haus machen im Ver- P. W* Witwe" — das Te5efoms©lfoe echte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Mörse, 7. Äug., 1.15 Uhr. ungen. Herr Schlegel, früher Reimer genannt, und Herr Lippert gaben ein paar lustige Charakterfiguren, und für ihre köstlich durchgeführte kleine Charge verdient Frau Bon 6 noch ein Extralob. Kandel. = W etzl ar, 6. Aug. In der heutigen Apflichtsrats- s r tz u n g d e r B u d e r u s s ch e n Eisenwerke wurde her Rechnungsabschluß sur das 1. Halbjahr 1907 vorgelegt, aus dem Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schuckert . , . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket!. Harpeuer Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd . . . Obeischles. Eisen-Industrie aus dem Atelier Falck in Berlin von der Direktion be° Zogen, einem Atelier, dem Qitd) ein Teil der eigenen Dekorationen des neuen Stadttheotecs stammt. Neue prüch- tige, buntschillernde und glitzernde, slldslavisch sich gebende Kostüme hatte die Direktion von dem Atelier Löw in Frankfurt Herstellen lassen, und die neuen stilvollen, schönen, auffallend hübschen Möbel lieferte der Direktion das Atelier von Prof. Lütkcmeyer in (t obnrg. Ganz besonders gelungen war die Gartenfestszenerie mit ihrem fnnkelndcn Farbenreichtum von blendender Märchenpracht. Der einbrechende Abend verführte freilich zu ein paar seltsam wechselnden Belenchtungsoersuchen Sonst aber stand dieser, der zweite Akt, sowohl szenisch wie namentlich darstellerisch nnd mnsikalisch weit vor den anderen. Frl. Großkopf, die „luftige Witwe', der im ersten Akte »och eine gewisse Gezwungenheit sowohl stimmlich wie darstellerisch zu eigen gewesen war, erfreute im 2. Aufzuge sofort beim Eingangsliede durch reizende Munterkeit, graziöses und humorvolles, fesches Spiel, sowie durch die Kraftfülle und den Metallreichtnm ihrer umfangreichen Stimme. Herr Mahlau hatte als Graf Danilo darstellerisch gleichen wohl- verdienten Erfolg. In Spiel und Sprache stellte er einen aristokratischen Vollblut-Pontevedriner dar, d. h. einen in das verschleudernde Lustleben der großen Welt zum Teil verfallenen, blasierter Uebersättigung nahen jungen Diplo- ziiaten von leichtem Anstande und gefälliger Haltung, zu deutsch gewöhnlich Pli genannt, doch mit der naiven Un- Verdorbenheit des Naturmenschen, dessen so harmloses als genußfrohes Herz auf der gemütlich radebrechenden und plauschenden Zunge liegt. Von seinem Gesänge indeß schweigt des Rezensenten Höflichkeit. Die musikalischen und dar- stellerischen Leistungen des zweiten Liebespärchens, des an- mutigen Irl. Görgi und des sympathischen Herrn Bauer, Bochum Guss .... Buderus E. W . . Tendenz: ruhig. Berliner Canada E. B. . . , . Darmstädter Bank . , Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: ruhig. _ Das Ensemble bemühte sich, von Beweglichkeit, Schick, Schnitt nnd Schneid so viel als ihm möglich zu geben. Jedenfalls war die fleißige Arbeit der Regie bemerkbar. Einzelne besonders ansprechende Nummern, wie das temperamentvoll empörte Antiweiberlied der Männer, der Maxirn- marsch, besonders aber der lustigen Witwe wehmütig keckes Lied vom „dummen Reitersmann" schlugen dermaßen ein, daß das ganze, zu hellster Freude versammelte, in Beifall unerschöpfliche Publikum sie da capo verlangte, und rauschende Beifallsstürme füllten das Haus, unser kostbares Schmuckkästchen der Kunst, das übrigens bis zum letzten Plätzchen in den äußersten Ecken droben besetzt war. Die Aufführung der „lustigen Witwe" war ein glänzender Erfolg, auch unserer sehr wacker sich zeigenden Militärkapelle, ein größerer als der der Eröffnungsvorstellung. Beschert uns vielleicht nicht noch ein paar theaterabende Herr Direktor Steingoetter? i|t ganz dazu angetan, um unersättlich zu langen nach theatralischen Genüssen. 7. Aug. Anfangskurse Harpener Bergwerk. Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . , Türkenlose . . 204.75 . 112.— 4% Oesterr. Goldrente, . 4Lz % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 414% japan.'Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/o Mexikaner < . . 4>$0/0 Chinesen . . < . Aktien: Patti als „Luftige ist das Allerneueste. Nach der Erzählung einer englischen Wochen- ^bercttenföngcrin in Lohars „Luftiger Wttwe debütiert Allerdings Mar diese Darbietung nur pri- ”'• H11*? Iem gewöhnlicher Sterblicher wird Wohl noch emmal Gelegenheit haben, Adelina Patti in dieser Rolle zu hören. Are bam es, daß Adelma Patti zur „Lustigen Witwe" wurde? Dre Künstlerin wellte mit ihrem Gatten Eederström auf der Durchl- rerie von Pttris nach Stockholm, wohin sie zum Besuch ihrer LM'Ulx eilte, vor einiger Zeit in Berlin, Im Holet hörte sie : gefühlt habe. Auch seine Gemahlin kehrt nach langer Ab- . Wesenheit zurück. ' * Der Rekord der „Lusitania". Der neue Cu- nard-Dampser „Lusitania", das größte Schiff der Welt, scheint, wie man dem „Hamb. Fr.-Bl." aus London schreibt, auch in der Schnelligkeit die stolzen Hoffnungen zu er- ■ füllen, die die Engländer darauf gesetzt haben. Bei einer 48 stündigen Schnelligkeitsprobe, Lei der eine Strecke von 300 englischen Meilen viermal zurückgelegt wurde, erreichte, wie bereits kurz erwähnt, das Schiff eine Turchschnittsge- schwindigkett von 25i/4 Knoten. Wenn die „Lusitania" diese Schnelligkeit über 3112 Meilen von Plymouth nach Sandy Hook durchhalten kann, so wird sie die Ueberfahrt in vier Tagen 14 Stunden 39 Minuten machen können, also den Rekord der „Deutschland", der 5 Tage 7 Stunden 38 Min. beträgt, ganz bedeutend schlagen. England hätte damit sein Ziel, das „blaue Band über den Ozean" zurückzuerobern, erreicht. * Es kam anders. In einer bergischen Stadt trug sich, wie der „Tägl. Rundsch." geschrieben wird, an der höheren Mädchenschule das Folgende zu: In der ersten Klasse ist Geschichtsstunde. Die französische Revolution wird besprochen. Der Direktor verlangt die verschiedenen Epochen zu hören. Als die Schülerin nach „Convent" sich nicht auf „Direktorium" besinnen kann, sagt der Direktor: „Sehen Sie mich an." Darauf prompt die Schülerin: „Schreckensherrschaft." _ * Kleine Tageschronik. Vor einiger Zeit erlag der' Sohn des begüterten Bauern Keller zu Reutsachsen bei Rothenburg o. T. angeblich Verletzungen infolge epileptischer Anfälle. Jetzt ist- der Vater oes Verstorbenen unter dem Verdacht, den eigenen Sohn erschlpgen zu haben, verhaftet und in des Gefängnis von Schwäbisch-Hall eingeliefert worden. — lieben dias Vermögen der Aktien-Gesellschaft Bautzener Kun st- mühle Vetriebsgesellschaft ist das Konkursberfahren eröffnet wov- den Ter Hauptverwalter Florenz ist unter Hinterlassung eines Kassenfehlbetrages von 6000 Mark spurlos verschwunden. Ter Fabrikdirektor ist entlassen und dem Mühlenpersonal gekündigt worden. — In Mannheim erstach der Tagelöhner Kügler in vergangener Nacht den Arbeiter Lehrer. Ties geschah aus nichtigem Anlaß nach einem Biergelage. — Bei einer Bergtour in dsas. Brettgebiet stürzte der Schuhmachergehitfe Pela- kowitz über ein Schneefeld ab und erlitt schwere Verletzungen — Ter Schnellzug Triest —Wien stieß bei der Station Spielfeld mit einer Lokomotive zusammen. Ein Heizer wurde getötet, beide Mjaschinisten, 2 Postbedienstete und 3 Reisende verletzt. — In Marseille wurde ein Mann und eine Frau verhaftet, die aus Montecarlo kamen und in deren Besitz ein Koffer gefunden wurde, in welchem sich die in Verwesung über- gegangette Leiche einer zerstückelten Frau befand. — In ?^^od Wurde gegen 5 Polizeibeamte vom Untersuchungsrichter djas Disziplinarverfahren eingeleitet, weil sie nicht die Verhaf- te - Ä feÄ Ästigen Sekretärs der dortigen sozialistischen Parter, Ernst Klopfstein veranlaßt haben, der in einer Versamm- .ung öffentlich zum Königsmord äusgefvrdert hatte. — Auf dem Broaoway, der Hauptverkehrsstraße in New York, wurde gestern erne reiche 19jährige Erbin Miß Mac Muttert von 5 Männern lnKeil-eTrV- entführt — Aus Kingston wird gemeldet, daß ern starker Erdstoß in Nord-Antonio im nördlichen Ja- P1'?1 kn - Herrn Karl Schlenk in Barnsdorf gehörenden, in Staffel bei Limburg an der Lahn gelegenen Abflußröhrenfabrik Karlshütte. Bekanntlich beabsichtigten die Buderussch,-« Eisenwerke eine neue Abflußröhrenfabrik in Wetzlar zu erricht-m Dieser Plan ist durch diesen Ankauf hinfällig geworden, für ben im übrigen ungefähr die gleichen Gründe svrechen, die seinerzeit für den Erwerb der Eisenwerke Lollar maßgebend waren Die Karlshütte stellt gegenwärtig jährlich etwa 10 000 t Abflußrohren her. Die Uebernahme erfolgt nach Maßgabe der Bilanz vom 31. Dezember 1906. Der Betrieb geht vom 1. Januar 1907 ab für Rechnung der Buderusschen Eisenwerke. Der Kaufpreis beträgt 1 100 000 Mk., der aus den flüssigen Mitteln der Olesell- schast gezahlt werden kann. Berücksichtigt man den Kasfen- bestand, die ausstehenden Forderungen, deren Güte gewährleistet wird, die Warenvorräte, den geschätzten Gewinn bis zum 1. Sew kCT des Jmmobil-Besitzes auf etwa 600000 Mark. Die Verwaltung beabsichtigt die Geuehmiguna zu dem Erwerb der Karlshütte in einer ai'f Ende September d I einzub:rvs nden außerordentlichen GenerllrellammOung nachträa^ lich einzuholen. 4 Heer rrirtz Flotte. $ Militär-Hinterbliebenengesetz vom 17. Mui 19 0 7. Im Verlage des deutschen Offizierblattes (Gerhard Stalling in Oldenburg) ist soeben eine Zusammenstellung des neuen Militar-Hiuterbliebenengesctzes erschienen. Was diese Veröffenllichung besonders ivertvoll m.acht, sind die Erläuterungen der wesentlichen Unterschiede gegen die bisher geltenden Gesetze Dem Büchlein sind 'ühlreiche Beispiele beigefügt, so daß auch der Laie es mit Nutzen gebrauchen kann. Derleihanstalt Sundheimer A dichte Mrilpp Frankfurt a. M. h-/. pro qin und Woche 10 Pm. ^Telephon 4017. Telegramm-Adresse: Industriebedarf. während der Abend täfel die lieblichen Klänge eines ihr unbe- kannten Walzers. Als der Walzer verklungen war, erkundigte fie fich, wias das für eine weiche, einschmeichelnde Melodie gewesen sei. Mm gab ihr zur Antwort, daß es der Walzer aus der Wiener Operette „Tie lustige Witwe" von Lßl/ar sei. Die Künstlerin zeigte nun dlas Verlangen, das ganze Werk kennen zu lernen, ließ sich ben Mavierauszug kommen und studierte ihn (auf der Reise nach Stockholm, von der zurückgekehrt, sie (aus der Durchreise in London sich das Werk ansah, das dort leit kurzem in englischer Sprache gegeben wird. Adelina Patti hatte Men Entschluß gefaßt. Einer heiteren Laune folgend, ließ sie sich, ihren ständigen musikalischen Begleiter kommen und beauftragte ihn, das Werk mit geeigneten Mitteln einzustudieren, um es lauf ihrem Schloß von Craig-y-Nos bei Brecknock in England auf ihrer eigenen Bühne aufführen zu lassen. Sie selbst studierte die TitelMrtie der Hanna und in diesen Tagen fand nun vor geladenen Gästen die Erstaufführung der „Lustigen Witwe" im Schloft-Theater der Patti statt. Tie Ensembleszenen wlaren naturgemäß merklich geitnchen, und man legte den Hauptwerk auf die Lieder der „Lustigen Witwe" und ihre Duette mit Alanilo. Was Adelina Patti aber aus der Lsharschen Operette zum Besten gvb, war so reizvoll daß die Gäste des Cederströmschen Ehepaars außer sich vor Entzücken waren, vor allem über die Kunst, mit der die Patti das Walduladchen-Lied sang und nicht Minder über den Charme, mit dem diese, im Anfang der Sechziger stehende F-rau, den berühmten Walzer tanzte, mit ihrem Partner, einem jungen Sänger, Mr. Simons, der sich z. Z. für die englische , £Wettenbübne ausbildet, als Danilo. Nach Schluß der Vorstellung vereinte eine festliche Tafel die Gaste und Künstler imb mlan feierte in frohester Stimmung das Debüt der Patti als Operettenfüngerin. — Der kühne Amerikaner Walter Wellman rüstet sich, trotz des Untergangs der Andreschen Expedition zu einem Ballon fluge zum Nordpol. Er befindet sich zurzeit auf der kleinen Danesinsel, nahe Spitzbergrn. An der Batton- ftlllung wird Tag und Nacht gearbeitet. Major Herseh und gerbten beabsichtigen ihn zu begleiten. Herfey erklärte, am lo. d Mts. mit allem „all right" zu sein. Wellman vertraut felsenfest auf einen erfolgreichen Aufstieg. Er erklärte, daß er juehr als jemals ' on der Fähigkeit des Luftschiffes, seinem Witten zu lvlgeu i..... dem Nordpol zu nahen, überzeugt sei. Besenthal im fast vollendeten 75. Lebensjahre. Hie trauernden HinterbSiebenen Giessen (Frankfurter Strasse 53), den 7. August 1907. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. August, nachm. 4 Uhr vom Portale des israelitischen Friedhofes aus statt. Kondolenzbesuche und Blumenspenden dankend verbeten. Gestern vormittag um 9 V2 Uhr verschied sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser innigstgeliebter, besorgter, unvergesslicher Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel 5? V Nachruf! Herr* üathan Rosenthal Giessen, den 7. August 1907. B7e DM/< Vertreter aus allen Ständen überall gesucht. Gestern verstarb nach längerem Leiden das seit dem Jahre 1888 dem Vorstand der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde angehörige Mitglied Schmerzlich empfindet der unterzeichnete Vorstand und die Kultusgemeinde diesen Verlust. Die grosse Arbeitsfreudigkeit und der ausgesprochene Gerechtigkeitssinn des Verstorbenen gereichten der Gemeinde zum Wohle. Dauernd ist sein Verdienst und unvergänglich der Dank der Gemeinde. Falls Sie beabsichtigen eine Lebensversicherung abznscliliessen lesen Sie den neuen Prospekt der Newyorker „Oermania“ Lebensversicherungsgesellschaft in ßerfiin. Versicherungen in Kraft Ende 1906 . . . . Mk- 479786416. Effektives vermögen Ende 190o ..... Mk. 148 871-4L Dividenden schon nach einem «fahre. Unanfechtbarkeit — Unverfallbarkeit — Weltpolice. Automatische Versicherungsverlängerung. Prospekte und Auskunft erteilt kostenfrei A. Fröhlich, Nord-Anlage 31, Giessen. 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