nach dem Uorwaldsen- Jnteresse besahen. Vom ifer uno der König nach Kuno Kischer. nnd dabei waren seine S V r ung als ta ktisch richtig und notwendig ansehen, wenn er Wert darauf legt, daß dem hessischen Volke rn absehbarer Zeit das direkte Wahlrecht be- schieden sein soll. Mehr Blumen als Fruchte. Mü gemischten Gefühlen dürsten die drei Vertreter der akademisch gebildeten Lehrer Preußens an die Audienzen zurückdenken, die sie dieser Tage beim Ministerpräsidenten Fürsten Bülow, sowie beim Finanzminister Frhrn. v. Rheinbaben und beim Kultusminister Dr. Holle hatten zwecks Darlegung ihrer Wünsche wegen Gehalts-Gleichstellung der Oberlehrer mit den Richtern. „Wohlwollende Prüfung" — das war der Tenor des Bescheides an allen drei Stellen. Fürst Bülow verbrämte ihn durch weltmännisch-liebenswürdige Bemerkungen über den Wert der humanistischen Bildung und durch warme Worte der Anerkennung für den patriotischen Sinn des Oberlehrerstandes. Frhr. von Rheinbaben dagegen fühlte sich verpflichtet, wie es bei einem Finanz-Minister nicht anders sein kann, an das reale Moment zu erinnern und auf die „Konsequenzen" der Forderung der Petenten hinsichtlich der Besoldungen anderer Beamtenklassen, sowie auf sonstige Schwierigkeiten milden Ernstes hinzuweisen. Der neue Kultusminister endlich sagte „tunlichste" Unterstützung zu. Die wohlwollende Prüfung dieses längst als gerechtfertigt anerkannten Verlangens wird also wohl nur zu einer Verringerung der betont jedoch gleichzeitig, daß deswegen das Vorgehen der Zensurbehörde befremde! Allein das, übrigens bereits am 7. Dezember 1906 erfolgte, Aufführungsverbot des bezeichneten Stückes erscheint uns, nachdem wir es gelesen haben, vollkommen berechtigt zu sein. Denn das Bastiansche Drama „Im Wald", das kurz nach jdem Kriege von 1870/71 spielt, regt direkt zum Haß gegen die Deutschen und _ das Deutschtum au. Ein ins Land Auch dre Schriften Kuno Fischers bieten dem Leser, selbst dem Laien, keine erheblichen Schwierigkeiten. Sein lebendiger, schöner Stil macht das Lesen dieser Werke geradezu zu einem Genuß. Es ist sein großes, unbestreitbares Verdienst, durch feine Geschichte der Philosophie, dieser heutzutage etwas mißachteten Wissenschaft, viele neue Freunde erworben zu haben. Auch ein eigenes System der Logik und Metaphysik hat uns Fischer hi'erlassen, aber er scheint allerdings bis jetzt noch nicht sehr viele Anhänger gefunden zu haben. Wesentlich neues bringt dieses System nun allerdings auch nicht. Kuno Fischer war nicht ganz frei von einigen kleinen menschlichen Schwächen und Fehlern und der Anekdoten, die von diesen Schwächen handeln, gibt es eine Unzahl. Er konnte mitunter sehr unhöflich werden, aber er war auch wiederum der höflichste und liebenswürdigste Mensch, wenn man ihn richtig zu nehmen wußte. Wer je das Glück gehabt hat, ihn zu hören oder gar ihm persönlich näher zu treten, der wird sich dieser bedeutenden und interessanten Persönlichkeit in unserer nüchternen und an großen Männern armen Zeit gern und dankbar erinnern. Em Philosoph in eigentlichster Bedeutung, wie Kant, wie Hegel, Fichte und Schopenhauer oder etwa wie Wundt, ift der nun Heimgegangene Kuno Fischer nicht gewesen; seinem innersten Wesen nach war er sogar mehr Künstler als (belehrter. Er selbst har es oft genug ausgesprochen, daß es ihm immer ein Herzensbedürfnis gewesen sei, neben der mehr oder weniger trockenen Geschichte der Philosophie auch Vorlesungen über Dichterwerke, vor allem über den Faust, zu halten. Diese Vorlesungen waren stets für einen größeren Hörerkreis berechnet und gerade in diesen Vorlesungen offenbarte sich auch erst die echte Künstlernatur Kuno ocschers. In diesen Vorlesungen, bei denen das große Auditorium IV der Ruperto Carola die Menge der Zuhörer häufig nicht zu fassen vermochte, hatte Kuno Jäscher reichlich Gelegenheit, ganze Stellen aus dem von ihm interpretierten Dichter zu deklamieren. Und wie deklamierte er und in welcher wundervollen Weise verstand er es, alle Schönheiten der Sprache an das Ohr des Hörers klingen zu lassen. Wie belebt war sein Mienenspiel. "Wahrlich, das machte ihm kein Schauspieler nach. Man sagte, daß Kuno Fischer )einen Vortrag vor dem Spiegel einstudiert hätte. Tatsache ist — er hat es selbst einmal bei seinem 70. Geburtstag gesagt — daß er sich seinen Vortrag immer Wort für Wort vorher einstudiere, und dabei war er von Natur einer der elegantesten und geschicktesten Redner, die man sich denken kann. Es wird heutzutage wohl kaum einen Redner geben, der ihm in der ereosamieit gleich käme. Sein Vortrag, der Klang seiner Dorle, seine bilderreiche Sprache berauschten den Zuhörer iärmlich, sodaß es mitunter nicht leicht war, sich über den schönen Worten nicht ihren Inhalt entgehen zu lassen, und dabei waren feine Sätze kurz, prägnant, klar undj Ein Zensurverbot im Reichslarrde. .. Zensurverbot, betreffend die Aufführung eines elsäs- Nschen T l.alektdramas „I nt Wald" von Ferdinand Ba- stran auf der Bühne des „Elsässischen Theaters" in Straßburg beschäftigt gegenwärtig verschiedentlich dortige, sowie alweutsäre Blatter und begegnet einer mißbilligenden Kritik. Nun ist es eine Tatsache, braß dort hic Zensur seit den letzten Jahren sehr gekommener «altdeutscher ''rimdbesitzer, der sich hier angekauft hat, verbietet darin den :..men Leuten das Beeren-und Schwämmesuchen in seinem Wawe, setzt den ohnedies niedrigen Lohn der Holzhauer sofort um 10 Proz. herab und entläßt Knall und Fall ohne jeden triftigen Gruno seinen alten verdienten elsässischen .Förster. Er ist also der Typus eines brutalen, ungerechten und gefühlslosen Eindringlings. Sein Sohn, ein kranker früherer Offizier, wird zw^ar als sympathisch geschildert, er hält saftlose Tiraden gegen die Greuel des Krieges, bekommt aber auf offener Szene, ssüs er einer Elsässerin seine Liebe erklärt, von einem elsässischen Nebenbuhler einen Faustschlag ins Gesicht. Ter Tod zweier Hauptpersonen am Ende des Stückes ist mittelbar ober unmittelbar auf die durch die deutsche Eroberung geschaffenen Verhältnisse zurückzuführen. Teürrtige Situationen, die dura; ihre Tvagik ganz anders wirken als die komisck^n Verspottung m Awskopfscher Lustspiele, die zudem Licht und Schatten zwischen Altdeutschen und Elsüs.ern ziemlich gleich verteilen, können nur dazu dienen, bestehende Gegensätze zu verschärfen, die Elsässer gegen die Ein gewanderten aufzureizen und den öffentlichen Frieden zu gefährden; sie bleiben diaher besser unausgeführt! Ohne im übrigen Mf den künstlerischen und literarischen Wert des Erzeugnisses der Bjastianschen Muse näher einzugehen, vermögen wir es somit der Zensurbehörde nicht zu verargen, wenn sie in diesem Falle eingeschritten ist. Jedenfalls war es nidjt ,chre blasse Furcht vor einiger blau-weiß-roter Mystik", noch roaren es „überängstliche Erwägungen", welckrc das Zensurverbot veranlaßten. Tie Regierung hat auch die Pflicht, nicht zu dulden, daß dergl. Gehässigtetten gegen die altdeutsche Bevölkerung des Landes aus die öffentliche Schaubühne gebracht werden. Fredensborg, 5. Juli. Der König von Dänemark hat dem Flügeladjutant. Oberst L a u e n st e i n, dem Kapitän zur See von Rebeur-Paschwitz und dem Marineattachee M zur See Hintze das Kommandoki^iz des Dannebroa- Ordens ersten Grades verliehen. - Prinz Albert gedenkt, heute noch in Kopenhagen zu lnerben und erst morgen die Rückreise anzutreten. Kopenhagen, 5. Juli. Der deutsche Kaiser und me Kaiserin, Prinz Adalbert von Preußen, der König und die Königin, soloie die übrigen Mitglieder der dänischen Königsfamilie sind 2 Uhr 35 Minuten mittels Sonderzuges aus Fredensborg hier angekommen. Vor dem Bahnhofe hatte sich, eine große Menschenmenge eingefunden, die die hohen Herrschaften ehrfurchtsvoll begrüßte. L , - Sofort nach der Ankunft in Kopenhagen ;uhren sämtlich« kaiserliche und königliche Herrschaften nach der Frauenkirche und besichtigten dieselbe; von dort begaben sie sich nach der deutschen St. Petri-Kirche, wo ihnen die deutschen Pastoren, das Kirchenkollegium und die deutsche Mädchenschule vorgestellt wurden. Nach Be- nchngung der Kirche fuhren sie nach dem P-orivaldsen- Mu;eum, welches sie mit großem Interesse besahen. Vom ^yorwaldsenmuseum fuhren der Kaiser und der König nach dem Zeughause, während die Kaiserin und die Königin sowie dre übrigen .königlichen Herrschaften nach dem tnchenborgschloß fuhren. Vom Zeughause begaben sich der Reifer und der König gleichfalls nach dem Rosenborg- 'ir.ivß, von wo aus gegen 5 Uhr die allerhöchsten und .chchsien Herrschaften nach dem Zollhause fuhren. — Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria Luise statteren heute vormittag dem Thorwaldsenmuseum einen Besuch ab. — Heute nachmittag 5y2 Uhr gingen die kaiserlichen und die kömglrchen Majestäten, sowie die Mitglieder der -oingSfamilie unter dem Salut der Forts und der Kriegs- »chisfe an Bord der „Ho h enz olle rn", wo der Tee cin- Zur Wahlrechtsreform in Kessen, Die „Darmstädter Zeitung" schreibt offiziös: Die „Frankfurter Zeitung" bringt in ihrem Abend- blatte vom 4 Juli - Nr. 183 - längere Ausführungen Mr hessischen Wahlrechtsreform, die sich in scharfer Weise gegen die in der Regierungsvorlage vorgesehenen Zu- gestandmsse an die Erste Kammer wenden. Die Zugeständ- Nisse, die bei den jüngsten Wahirechtsforinen in Wnrttcm- berg und Baden an die Erste Kämmer gemacht worden stnd, werden in diesen Ausführungen damit zu rechtfertigen gesucht, daß in Württemberg und Baden für die Durch- jetzung der Reform die Zustimmung der Ersten Kämmer unerläßlich gewesen fei und daher gegen Zugeständnisse an diese habe crngetauscht werden muffen. Nach Ansicht des Verfassers soll aber gegenüber Hessen gerade darin ein großer ausschlaggebender Unterschied liegen; denn in Hessen sei die Zustimmung der Ersten Kämmer zur Einführung der direkten Wahl, wenn es zum äußersten komme absolut entbehrlich, weil auf Grund des Artikels 75 der hessischen Berfassungsurkunde (Zusammenzählung der Stimmen in beiden Kämmern bei wiederholter Vorlage auf dem folgenden Landtage) auch ohne die Pairskammer die Reform durchgesetzt werden könne. Letztere Auffassung ist wie em Blick auf Artikel 110 der Verfassungsurkunve (2fct 48 der Land stau, "chen Geschäftsordnung vom P7. Juni 13 <4; zeigt, und vc. dem Staatsminister in der Sjtzung der Zwecken Kämmer vom 26. Juni ausdrücklich hervorgehoben worden ist, unrichtig. Ter Artikel 110, Abj. 1 der hessischen Verfassungsurkunde lautet: „Abänderungen und Erläuterungen der Berfassungsurkunde können nie anders als mit Einwilligung beider Kammern geschehen." Diese absolut klare Vorschrift, die den verfassungsrechtlichen Bestimmungen eine besondere Gewähr verleiht, will die Anwendung von Vorschriften, wie sie in dem Artikel 75 der Verfassungsurkunde enthalten sind, in Ansehung von Abänderungen und Erläuterungen der Verfassung gerade ausschließen. Die Worte „nie anders" lassen hierüber keinen Zweifel. Daß aber die Einführung der direkten Wahl eine Verfassungsänderung erforderlich macht, ergibt sich ohne weiteres aus Artikel 4 verglichen mit 51 des Gesetzes, die Zusammensetzung der beiden Kämmern der Stände und die Wahlen der Abgeordneten betreffend, vom 8. November 1872. Artikel 4 setzt das indirekte Wahlsystem fest und Artikel 51 erklärt die Bestimmungen des Artikels 4 für einen Bestandteil der Verfassungsurkunde. Da der Verfasser des Aussatzes m der „Frankfurter Zeitung" selbst der Ansicht ist, daß die „Privilegierten" der Ersten Kämmer in Hessen nicht ohne wecke- teres nachgeben werden, so müßte er, nachdem er sich von der Unrichtigkeit seiner rechtlichen Auffassung überzeugt hat, folgerichtig das Vorgehen der hessischen Re- genommen wurde. Anwesend waren fermer das Gefolge und die dem Käiserpaar attackierten Damen und Herren. Die Musikkapelle der Kaiserjachr konzertierte. Der König Friedrich ernannte den Kämmerherrn der Kaiserin, von ^inrerfed, zum Kommandeur des Dannebrog-Ordens erster Klasse, den Adjutanten des Prinzen Adalbert, Käpitän- leuinant von Harthausen und den Oberhofmarschallamtssekretär Knauf zu Rittern des Dannebrogordens. — Um 6 Uhr verließen der König mnd die Königin von Tänemark und die übrigen Mitglieder der Königsfamilie mit Gefolge unter Salut die Hohenzollern und landete^ am Zollhaus. Von hier aus erfolgte sofort die Abfahrt. Um 7 Uhr verließ „Iduna", geschleppt von einem Torpedoboote, den Hafen und segelte darauf nordwärts. Baid darauf ging „Sleipner" in See. Um 8 Uhr lichtete die Hohenzollern die Anker und Der* üc‘5, begleitet von der „Kimigs'berg" den Hafen. Die Forts und die dänischen Kriegsschiffe schossen Salut. Der Kaiser stand auf der Kommandobrücke. Aus der langen Linie hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Kaiser Wilhelm tritt von hier die diesjährige Nordlandreise an. Tie Kaiserin gedenkt mit dem Prinzen Joa- a)im und der Prinzessin Viktoria Luise auf der Segel- jacht „Iduna" an der deutschen und schleswig-holsterni- jcheii Küste zu segeln. Den Kaiser begleiten auf der Nord- rnudsreije folgende Herren: die Generaladjutanten von Plessen und von Scholl, von Moltke, Graf voii Hülsen-Häse- ler, von Löwenfeld, die Flügeladjutanten Oberst Lauenstein, Kapitän z. S. von Rebeur-Paschmitz, Hausmarschall Frei- Lyncker, Generaloberarzt Dr. Merg, Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, Generalintendant von Hülsen, der Gesandte ^eiherr vorr Jenisch, Geheimer Professor Güß- ,eld und Professor Salzmann. Kopenhagen, 6. Juli. Der Besuch des Kaiser- sein Ende erreicht, nachdem die „Iduna" mit der Käiserin gegen 7 Uhr abends gestern ihren Kurs heimwärts richtete und der Kaiser mit der „Hohenzollern" erst eine Stunde später den Hafen verließ, um ferne Nordlandfahrt anzutreten. Alle Mitglieder der königlichen Familie und die der Regierung nahestehenden personen hatten sich eingebauten, um sich vorn Käiser- paar zu verabschieden. Uebereinstimmend äußert man sich sehr befriedigt über den Verlauf des Besuches. Das ganze Auftreten der kaiserlichen Familie hat hier jedermann entzückt. Der Kaiser ist zum Ehrenpräsidenten des Kopenhagener Seeoffiziers-Vereins ernannt worden. j)otttisehe Tcrgesscharr. Dem Rücktritt nahe? Hartnäckig erhält sich die Auffassung, daß bis zum Herbst wettere Veränderungen in der Regierung zu qe- wartigen seien. Am ausgeprägtesten erachtet man die Amtsmudigieck beim Staatssekretär des Reichsjuftizamts Dr. Nieberding, und zutreffend ist jedenfalls der Hinweis, daß er bei den letzten Justizdebatten im Reichstag eine beträchtliche Nervosität an den Tag gelegt habe Er ist gewiß einer der fleißigsten Arbeiter in Der Neaie- run0, doch die Befähigung zu frischer Initiative, die Spann- kraff zur parlamentarischen Vertretung der großen Justizreformen scheint er nicht mehr zu besitzen. Es ist also immerhin nicht unwahrscheinlich, daß er in naher Zukunft dre schwere Bürde seines Amtes an eine rüstigere Krait weitergibt. Auch dem Staatssekretär des Reichspostamts Kraetke wird die Rücktrittsabsicht nachgesagt. Der Name des Unterstaatssekretärs in diesem Reichsamt, Dr. ^ydow, wurde ja bereits genannt in Zusammenhang mit der Neubesetzung des preußischen Kultusministeriums, sollte hier am Ende nur hinsichtlich des Ressorts vorbei- prophezeck worden sein? Wenn es der finanziellen Wir- kung wegen nicht so schwer fiele, an eine großzügige Reform in der Postverwaltung zu glauben, dann könnte man wohl mit der Möglichkeit' eines valoigen Personenwechsels rechnen. Doch die Spuren der Portoverteuerung schrecken. Sie ist bei der Finanzreform allerdings vom Reichstag angeregt worden, ebenso wie die Fahrtärtensteuer. Von beliebteren wird jetzt gegenüber dem Schatzsekretär Frhrn. v. Stengel gesagt, er habe sich vie Durchführung der Reform durch Nationalliberale und Zentrum aus der Hand nehmen lasien, und er gelte deshalb an maßgebender Stelle nicht als der ^ geeignete Mann, bei den nächsten Steuer- Vorlagen den Willen der Regierung zur Geltung zu bringen. Es werde demgemäß nach einer schneidigeren Persönlichkeit für die Leitung des SrbaKamts Umschau gehalten. Schwer ist es, da ickcht an den ratensrohen preußischen Finanzminister Frhrn. von Rheinbaben zu denken. Tie Parole heißt indessen i abwarten. Wenn Fürst Bülow aus Norderney zurücktehrt, wird vielleicht ein weiteres darüber zu sagen sein. jH« heutige Yummer umfasst 16 Seite«. Kaiserpaar in Aänemarki Kopenhagen,^ Juli. Der deutsche Kaiser wurde zum Ehrenpräsidenten des Seeoffizier-Vereins ernannt. verständlich. Mck geradezu spielender^Leich-I mild gehandhabt wird. Man hebt dies auch anerkennend hervor^ tigkeck verstand er es, seme Schuler in bie tiefsten Tiefen I' - - - der Kantschen Erkenntnislehre hineinzuführen oder ihnen die verschlungensten Faden der mittelalterlichen Philosophen zu entwirren. Erstes Blatt 457.Jahrgang Samstag «. Juli 1807 ääV!IVClllC11ICI ZI Ii iIl.IÄIII I f-. tisblatt für ton Kreis ▼ ■ ■ V ■ W 'SBF Ar ■ KL ■ M- AL Zeilenpreis.-lokalloPf., Gießen. Fernsprech-An- ■ ■ xr ■ auswärts 20 Pfennig. schlnbf.d. Redaktion 112 WM Verantwortlich Verlag u. Expedition 51 X? w- ’ür den politischen Teil: sWsW General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ ^Anzeiger Ä.n: Hotationsbntd und Verlag der Srühl'schen llniy.Vuch- und Steindrnckerei. L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- SchMrake 7. _ Anzekgenteü: H. Beck. Pnnee-HenrLEisenbahu . 134.20 217.20 ISörse, 6. Juli. Antangskurse. . 173.50 Elektriz. Lahineyer . . Elektriz. Schuckert . . Eschweiler Bergwerk . 96.10 87.00 27.80 139.10 . 226.20 . 72.50 140.00 . 154.25 130.40 . 226.20 . 143.80 . 170.50 . 139.80 . 203.40 217.15 27.70 118.90 142.40 4J^0/» russ.Staatsan]. 1905 4X7» Japan. Staatsanleihe 4 -H C'onv. Türken von 1UU3 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner < . . 4>a°/0 Chinesen . . « . Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . filrkenlose . 4% 4% 3% 3% . 121.50 . 10595 . 214.40 . 194.50 3X7< 3% 334% 3% 3^% 3^7« Reichsanleihe do. Konsols . . do. . < Hessen Oberb essen . Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz : fest. Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktieu . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Üesterr. staatsnahn . . 4% Öesterr. Goldrente. . 476 % Oesterr. Silberrente Harpener Bergwerk. . . 198.00 Laurahütte......217.15 Sordd. Lloyd.....118*80 Obeischles. Eisen-Industrie 106.50 8e^okdungsölsferenz zwischen Richtern und Oberlehrern führen. und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 6. Juli. 1.15 Uhr. Perioden von je 14 Tagen mit einer Woche Pause wechseln zu lassen. ** Botanischer Garten. Von der Tirektion des Botan. Gartens geht uns folgende für die weitere Öffentlichkeit bestimmte Nachricht zu: Tie Gartenordnnng über den Besuch des Botanischen Gartens tOr Landes-Universität, die an mehreren Stellen aufgehängt ist, u n te r s a g t den Besuch des Gartens gänzlich kleinen Kindern, welche der Aufsicht bedürfen, und Schulkindern ohne Begleitung Erwachsener. Durch Ueberschreitung dieser Bestimmung sind im Garten in letzter Zeit vielfach Beschädigungen entstanden, dass hier auf die Ordnung hingewiesen wird mit dem Bemerken, daß das Gartenpersonal angewiesen ist, strenge über die Erfüllung der Gartenordnung zu wachen und Kinder auszuweistn. Ter Botanische Garten ist ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken bestimmt, und es darf die Aufwendung erheblicher Mittel nicht dadurch illusorisch gemacht werden, daß Spielkinder mit Puppenwagen, Bällen und anderem Spielzeug, mit Obsttüten oder dergleichen den Garren als Spielplatz benutzen und allerlei Unheil anrichten. Es ist umsoweniger Grund dazu, als den Kindern und ihren Wärterinnen in unseren ausgedehnten, schönen und schattigen Stadtantagen volle Gelegenheit geboten ist, in freier Umgebung sich zu bewegen. Größeren Schulkindern soll der Garten, obgleich in erster Linie für die Studierenden und Freunde der Botanik bestimmt, zum Zwecke der Belehrung in Begleitung Erwachsener nicht verschlossen sein. Es Tann jedoch nicht geduldet werden, daß Schulkinder ohne Begleitung den Garten als Turchgang benutzen oder allein darin spazieren gehen, da der Schaden, her aus Unbedacht augerichtet wird, dem Garten und den berechtigten Besuchern des Gartens zum Nachteil gereicht. Wertvolle Pflanzen wurden abgerissen, das Alpinum geplündert, das Victoria regia-Bassin (sogar in Gegenwart Erwachsener) mit Butterbrotsbrocken zur Fütterung her Fische oder mit Steinen zur Ver- scheuchung her Frösche beworfen und dabei die schönen Wasserpflanzen, deren Kultur viele Mühe und Kosten verursacht, zerstört. Aus diesen Gründen wird die Gartenordnung an dieser Stelle in Erinnerung gebracht. ** Kun st verein. Die Gemälde-Ausstellung nm Brand bleibt von heute nb wegen vollständigen Wechsels der Gemälde, einige Tage geschloffen. Wie vom Vorstand beabsichtigt ist, soll die nächste, Ausstellung, die am 15. Juli eröffnet werden wird, Bilder von vorzugsweise hessischen Künstlern aufweisen, die der hessischen Künstlervereinigung angehören, wie von Prof. Bracht, Prof. Bantzer, R. Kaiser, O. Ubbelohte, W. Thielmann, H. Giebel rc. Ebenso werden auch unsere sämtlichen einheimischen Künstler in der Ausstellung mit ihren Arbeiten vertreten sein. Ferner wird die Ausstellung noch mit einer sehr hervorragenden Kollektion eines leider zu früh verstorbenen talentvollen Künstlers F. Brandt, t in Nom, vervollständigt werden. '' Vogelsberger Schlag. Als jüngst bei der Kaiser-Regatta in Ems die Gießener Mannschaft Wetzlar beim Vorrennen mit großem Vorsprung geschlagen hatte, rief ein unter den Zuschauern befindlicher Gießener Sportsmann, begeistert von dem schönen Erfolg, aus: „’S Gewitter, was unsere Leute aber auch für ein Schlag haben." Trocken erwiderte ein anderer Sportskollege: „Ra, was kanns sein? Simmenthaler Schlag." Als Gießen aber iin Entscheidungsrennen die Emser Mannschaft auf deren eigenem Wasser schlug, meinte der Gießener: „Ach was, bei uns ist schon immer Vogelsberger Schlag daheim gewesen, wenn wir auch nicht immer bannt gut gefahren sind." Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik. Paket!. 134.20 94.15 83.80 94.35 84.00 92.80 94.00 98.50 98.70 93 35 103 40 65.80 66.60 91.20 92.45 94.50 143.00 49.10 84.60 63.00 96.05 Gießener Strafkammer. X Gießen, 5. Juli. Stimmeukauf. Ter Landwirt H. A. I. von Hattenrod ist angettagt, in einer öffentlichen Angelegenheit, her Bürgermeisterwahl ©ix vattenrod im Herbit 1905, eine Stimme gekauft und her ^aglöhn er K. A. VII. eine solche verkauft zu haben, weshalb beide wegen Vergehens gegen § 109 des Strafgesetzbuchs angeklagt wurden. Bei fyer fraglichen Wahl war auPer dem seitherigen Bürgermeister Rock der Kriegervereinspräsident Need als Aus Stadt mhO» Cattö. Abdruck unserer durch Korrespondeuzzeicheu kenntlich gemachten Orgiualartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Auz.) gestattet. Gießen, den 6. Juli. •* Vom Großherzogl. Hofe. I. K. H. der Großherzog und die Groß Herzog in werden am Sonntag, 7. d. Mts., abends, London verlaffen und über Vlissingen die Rückreise antreten. Vom nächsten Mittwoch ab finden voraussichtlich Audienzen und'Vorträge wie gewöhnlich statt. -Des Großherzogs Dank. Auf ein Begrüßungstelegramm des deutschen Schießvereins, der z. Zt. in Darmstadt sein Preisschießen abhält, antwortete S. K. H. der! Groß Herzog aus Loudon folgendes: ,Freue mich sehr über freundliches Gedenken. Ernst Ludwig". ** Landes-Universität. Herr Dr. JanVersluys, der sich für das Fach der Zoologie an unserer Universitä! zu habilitieren wünscht, hält am Mittwoch, 10. Juli, 12 Uhr pünktlich in der großen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Betrachtungen über d ' Organ- b:. lanzlurche". " - •' v r,: .1 Sontrag unseres Abg. Köhler. t Präsidenten des Reichstags cm ausfühA . Ersuchen gerichtet, die Reichstags- ember beginnen und die Sitzungs-j Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . Portugiesen Serie I . Portugiesen „ III Manöver des 18. Armeekorps 1907. 21. Division. Die 41. Infanterie-Brigade hält vorn 9. August (Regiment 88) bezw. 15. August (Regiment'67) bis 4. September bei Nordenstadt bezw. Mainz Regiments- bezw. Brigadeexerzieren ab. Vom 6.-7. September finden Manöver bei Birstein, vom 9.—14. zwischen Nidda-Gelnhausen und Salmünster, vom 16.—17. solche zwischen Nidda-Gedern und Wächtersbach statt. Die 42. Infanterie-Brigade hält (Regiment 80) vom 14.—28. August Regimentsexerzieren bei Nordenstadt bezw. Wiesbaden ab. Regiment Nr. 81 und 166 üben vom 22.-28. August bei Rohrbach, Kreiß Büdingen, tm Negimentsverbande, die Brigade exerziert vom 30. August bis 4. September ebenda. Die Manöver find analog denen der 41. Jnsanlerie-Brigade. 21. Kaballeri ("Brigade, Dragoner 6, exerzieren vom 1.—12. August die Mainz, Ulanen 6 vom 19. Juli bis 14. August ebenda; vom 14.—25. August üben die Regimenter , int Standorte. Die Brigade nimmt daraus an den Kaisermanövern im Verbände der Kavallerie-Division A teil. 21. Feldartillerie- Brigade (Regiment 27) verläßt am 20. August die Garnisonen Mainz und Wiesbaden und nimmt vom 26./8.—17./9. an den Manöoern der 41. und 42. Infanterie-Brigade bezw. her 21. Division teil, ebenso Regiment 63, mit dem Unterschiede, daß die 1. Abteilung desselben die Garnison Frankfurt a. M. am 23. August! verläßt. 25. Division. 49. Infanterie-Brigade (Regiment 115) übt vom 22.-27. August bei Wölfersheim, Reg inte nt Nr. 116 und 168 vom 19.-27. August ersteres bei Steinbach, letzteres bei Wölfersheim. Die Brigade exerziert vom 29. August bis 3. September ebenfalls bei Wölfersheim. Die Manöver beginnen am 4. September bei Friedberg, finden am 9.—14. zwischen Hel- denbergen- Friedberg- Hungen statt und werden am 16. und 17. zwischen Nidda-Gedern-Wächtersbach, 50. Infanterie-Brigade, Regiment 117 übt vom 21. August bis I 1 27. auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt, Regiment 118 in der gleichen Zeit bet Mainz. Vom 29. August bis 4. September Brigadeexerzieren bei Darmstadt. 6. und 7. September Manöver bei Büdesheim und Heldenbergen, vom 9.—17. wie bei her 49. ! Brigade, 25. Kavallerie-Brigade. Dragoner 23. und 24. nehmen ; uotrt 3. September bis 17. an den Manövern der 50., 42., 41. nnd 49. Brigade bezw. 21. Division teil. 25. Feldartillerie-Brigade, Regimenter 25 und 61 nehmen vom 22. resp. 23. August bis 17. September an den Hebungen her 49. und 50. Brigade bezw. her 25. Division teil. Die Unteroffizier-Schule Biebrich wird der 41. Infanterie-Brigade zugeteiü und verläßt am 4. September hie I Garnison. 4 Batterien Fußartillerie Regiments 3 einschließltch Bespannungs-Abteilung und dreißig ermieteter Pferde schweren Schlages nehmen an den Tivisionsmanövern der 21. Division am 16. und 17. September teil. Bei den Regimentern 166 und 168 werden dritte Bataillone formiert Die 49. Infanterie-1 Brigade mit zugeteilten Truppen hat am 9. September Kriegsmarsch. Pionier-Bataillon 21 und Train-Bataillon 18 treten teils zur 21. teils zur 25. Division. Abtetlungen des Telegraphen- Bataillons Nr. 3 Codlenz werden her 21. Division attachiert. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Bandel X Klein - Linden, 5. Juli. Unser K r i e g e r v e r e i n blickt auf sein 25jähnges Bestehen zurück und erhält die K a i s e r s ch l e i f e. 9(u§ diesem Anlaß plant her Verein am 13., 14., 15., Juli ein größeres Fest, zu dein sich bereits 16 Kriegervereine aus der hessischen und preußischen Umgegend angemeldet haben; dazu kommen noch sämtliche hiesige Vereine. Auch haben sich die Jungfrauen des Dorfes zusammengetan, um dem Verein ein Fahnenbandelier zu stiften. An sechs ©ritnher des Vereins werden Ehrenurkunden überreicht. Die Festmusik stellt die Kapelle des Gießener Kaiser W i l h e l m - R eg i m e n l s. Der Fest- platz liegt am Eingang zur Wetzlarerstraße und bietet Sitzgelegenheit für über 2000 Personen. Auch die Gießener Militär- vereine haben ihre Teilnahme zugesagt. Bei her großen Beliebtheit Klein-Lindens als Ausflugsort ist ein zahlreicher Besuch des Festes zu erwarten. O Daubringen, 6. Juli. Morgen feiert der Kriegerverein fein 35jährige8 Stiftungsfest, bei welcher Gelegenheit ihm die Kaiserschleife übergeben luirb. Da die Feier auch gleichzeitig das Bezirks fest des Verbandes Gießen umfaßt, so verspricht das Fest einen recht imposanten Verlauf zu nehmen; etwa 40 Vereine haben gegen 1000 Mitglieder angemeldet. + Saasen, 5. Juli. Unser Dorf steht gegenwärtig unter dem Zeichen der Bür g e rme i st e r w a h l. Unser Bürgermeister Schmidt mußte krankheitshalber sein Amt niederlegen, nachdem er es 26 Jahre zum Segen der Gemeinde geführt hatte. ^Butzbach, 5. Juli. Heute abend gegen 7 Uhr entlud sich über unserer Stadt ein starkes Gewitter mit Hagel. Der Hagel war so heftig und mitunter in der Korngröße von 20—25 Millimeter, so daß er hier und da die Fensterscheiben zerschlug. Die Fruchtfelder besonders östlich der Stadt bieten ein trauriges Bild der Zerstörung. W. Bad Nauheim, 5. Juli. Bis zum 4. Juli sind 15 527 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6481 anwesend waren. Bäder wurden bis wni 4. Juli 175 556 abgegeben. RB Darmstadt, 4. Juli. Das 8. Preisschieben des Schießvereins deutscher Jäger hat am Mittwoch seinen Anfang genommen und zwar unter sehr zahlreicher Beteiligung hervorragender Schützen aus den verschiedensten Teilen des Reiches. Am gestrigen ersten Tag war von früh 8 Uhr ab Kartenschieben und Ehrenpreise aus dem Tontaubenstand. Die Beteiligung war bei allen 'Schießen sehr gut, zu Ende geführt wurde das sog. Sechs- Hasenschießen, wobei Kommerzienrat Hickler, der Vorsitzende der hiesigen Schützengesellschast, den ersten Preis errang. Den zweiten erzielte Herr Scheppler-Straßburg. Heute haben die beiden Hauptschießen um die Meisterschaft auf laufende Wildscheiben ihren Anfang genommen. Die Meisterschaft für Tontauben siel Rentner Mertens-Berlin zu. Für alle Schießen sind sehr wertvolle Preise ausgesetzt. Für die Unterhaltung am Abend sorgen Militärkonzerte und Vorträge des Schubert-Quartetts, sowie Volksbelustigungen mancherlei Art. Amerika und die gelbe Gefahr. Detr amerikanische Kriegssekretär Tast, dessen Reise nach den MNppinen und übet Sibirien nach Europa für den kommenden Herbst angekundigt ist, darf als der staatsmämüsch bedeutendste Mitarbeiter Roosevelts gelten. Ob er bei her Präsidentenwahl int nächsten Jjahre an dessen Stelle kandidieren wird, ist eine offene Fckage. Es spricht jedenfalls für die Schwierigkeit her allgemeinen Situation Nordamerikas, daß grade Mr. Tast aus die Polstische Weltreise geschickt werden wird. Ter politische Eha- rakter der Fahrt ist an der geplanten Reiseroute ohne weiteres erkennbar. Sie führt von San Francisco über die Sandwichsinseln, die Philippmen und Japan zunächst "nach Sibirien. Es wird dabei immer gelber um Mr. Tast tverden, schon auf den Amerikanischen Sandwichsinseln wohnen armähernh 100 000 Ja-! raner, die führende Welle des gegen die Küste der Union brandenden gelben Menschenstroms. Tie Vmikees mögen sich wehren, nrif sie wollen: aus eigener Kraft können sie diesen Strom nicht zurückdämmen. In Sestenläufen, auf hem Wege über Chile, Brasilien, Kolumbien und MexiÄ dringt er in den amerikanischen Kontineirt ein. Rur dort, wo sie den Pankees erwünscht wären, fehlt es an gelben Eimnanderern: in Panama. Tie Fvrtfüh-1 rung des JsthmuskanaV verzögert sich in bedenklicher Weise, lveil nicht hinreichend brauchbare Arbeiter vorhanden sind. Tenn Chinas ^Regierung 'hat, wohl auf japanische Beeinsiussung hin. die Provinzgouverneure angeiviesen, der Anwerbung von Kulis als Kanalarbester den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen. So ist der Zeitpunkt der Betriebsfähigkeit des Panamakanals noch gar nicht abzusehen, ein für die maritime Wehrkraft der Union sehr fataler Umstand. Die im Januar d. I. eröffnete, guer durch Mexiko führende 'Tehuantepee^Eisenbahn präsentiert sich allerdings als treffliche und zukunftsreiche Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozcan, ober Kriegsschiffe kann sie weder ersetzen noch befördern, an denen nach Zahl und Gefechtswert die Union im , Pacific dem japanischen Partner gegenüber bedeutend im Rückstand ist. Ihre Chancen im Falle eines offenen Konfliktes mit hem Jnselreich sind also nichts weniger als günstig, und die Vermutung jlcibt sich kaum abweisen, daß dem klugen Kriegssekretär Taft die ^lufgabe zugewiesen ist, auf seiner Reise burdj Europa an das Solidaritätsgefühl der weisen Raffe gegenüber der gelben zu appellieren, bei den Großmächten der alten Welt Stimmung zu machen! f für eine Störung her Kreise Japans. Bei den zwischen letzterem und England-Frankreich bestehenden Verträgen ist das eine schwierige Mission, und die weitausschauende Politik Englands, die den gefürchteten Weltmarkt-Konkurrenten Amerika mattgesetzt hat, nötigt zu rückhaltloser Bewunderung. Es erscheint vom amerikanischen Standpunkt aus naheliegend, ein ^Einvernehmen mit Rußland und Deutschland anzustreben als Gegenwirkung gegen die englisch-französisch-japanische Entente. Für ^Deutschland liegt aber kein Anlaß vor, den Boden her Neutralität zu verlaffen und sich um her schönen Augen Amerikas willen mit Japan zu Überwerfen, umsoweniger,^ als die Union sich wahrlich nicht beeilt, den loyalen handelspolitischen Ansprücheir Deutschlands gerecht zu werden. Kandidat aufgcstellL In Hattcurod besieht hie Sitte, daß den Mit- gliedern des .Kriegervereins im Erkraukuugsfalle eine wöchentliche Unterstützung von ^wei Mark gewährt wird, insofern sie sich darum bewerben und ihre Erkrankung rechtzeitig melden. Ter L.aglöhner A. war kurz vor der Bürgermeisterwahl stank und hatte deshalb einen Anspruch aus 4 Mk. Unterstüttung, die ihm aber vom Vorstiand wegen verspäteter Anmeldung verweigert wurde Er war der Meinung, her Präsident Neeb sei allein an der Ablehnung ieines Gesuches schuld und toar deshalb dessen offener (pcgner. Als der Landwirt A. in Erfahrung gebracht hatte, daß Daglohner A. den Recb doch wählen würde, wenn ihm die 4 Mk. Unkrirüfeun F» Croon. Fabrik, Laden und Kontor MarburgerStrasse 42a. Hauptladen Mäusbnrg 1. Abholung und Zuwendung der Sachen, sowie Aufträge von auswärts werden pünktlich erledigt. ■ IKMM £n Ülein-Liiiden Feier des 25jährigeu Bestehens ::: d üeberreichung der Kaiserschleife sührungen des Turnvereins. Tanz, Konzert, Volksbelustigung Abends: Stellen von Pyramiden. Montag, 15. Juli: lOUHrFrüh- schoppen-Konzert, 3 Uhr Umzug durchs Dori. Tanz, Konzert, Volksbelustigung. Tie Musik stellt dieKavettcdes Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm 11. nt (Archen. in den bewährten Händen des a D% am 13.. 14. und 65« Juli »mstag abend: Borfeier mit lonzert und Gesangsvorlrägen. mntag, 14. Juli: 1—12V» Uhr Empfang der Vereine. 2 Uhr glzug durchs Dorf nach dem cplatz, Festakt, Uebergabc der serschleife, desgleichen eines ^ahnengürtels von den Jung- rauen, Uebergave von Ehren- irtunden an sechs Gründer. — ^eiangSvorträgc der Gesang- >ereine, turnerische iZluf- r Die JestwirLsckaft liegt lstwirts L. Spuck-Gicneu "ta amüsieren llt Ostend *“uuv will Kaiser-Alle 47 hm. Sonntag de» 7. Inte von o Uhr au: Großes Tanzvergnügen (Tanzen frei.) Für ante Speisen und Getränke stets sorgend tadel freund- lichst em [04876 Fr. Reinartz. liäiifinäniiiseher Verein. Sonntag den 7. Juli: Kvzßpg nach Braunfels Abfahrt 2.18 Uhr (SonntagskarLe). Um recht zahlreiche Beteiligung bittet V5/ Ter Vorstand. Carl Herr, Giessen, Sonnenstrasse 29 II. 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Gemütliches Zusammensein und gleichzeitige Ehrung unserer Preisturner. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. v4/7 Ter Vorstand. Bier 8/io Liter 10 Psg. — Turnerliederbücher mitzubringcn. Liebigshöhe Sportpark Ausflugsort :: u 1000 Personen fassendes Saaletablissement :: :: Dienstag den 9. Juli, nachmittags Garten-Konzert ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Rg. Kaiser Wilhelm Nr .116 unter Leitung ihres Musikdirektors Herrn C. Krausse. An lang 4 Uhr. — Eintritt 40 Pfg. Kinder frei. Kaffee, Thee, Schokolade, Kakao, täglich frische Kuchen, Torten u. dergl. Die Konzerte finden bei trockener Witterung regelmässig jeden Dienstag statt. 4410 Ein Lauterbacher Mäzen 04766t Klein-Linden. Leihgestern er Weg Nr. 13. Kuischer-Verein Giessen sti Z Perfekte Schneiderin g 1KL I Wasßhl" W* "‘"„ÄÄ”4" 0, 11 04685 Wolkengasse 19, p. m j fr Krau 8&m'8&m « . <». &u. is ow Sßhwsn 04685 Ailiiierie-Verei b13/. Meer-Nöllile Prima neue per Pfund 9 Pfg. 4330 Hafer-föahl. 04874 H» v. g. Hassend. 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