WZ Redaktion Expedttion and Druckerei r Schnl- stratze 7. Expedittoa und vertag! eSH* Redaktion:«^ 112. TeL-Ada: Ln»ttg««leßeri. Montag 6. Mai 190? Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UnwerfttätS - Buch- und Steindruckeret. 9t Laag«, Gießen. Die „Gießener ZamNienbliMer" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, dar „Lreirblatt für de« Krds Slehev" zweimal wöchentlich. Der ^hefststhe Landwirt" erscheint monatlich einmal. — Die Vertagung, Schließung und Auflösung des Reichstags in ihren rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen von Tr. jur. W. Kieschke. (Berlin, Puttkammer u. Mühlbrecht. 1907. Preis Mk. 1.20.) Der Verfasser bespricht die Voraussetzungen, unter denen der Kaiser eine Einstellung der Tätigkeit des Reichstags aiiorduen darf, und die Wirkungen, die sich an eine derartige Maßnahme nach deutschem Staatsrecht knüpfen. Es wird dabei eine Menge streitiger Fragen berührt, die in jeder Legislaturperiode und jeder Session eines Parlaments austauchen können, z. B. die Frage der Diskontinuität der Sessionen, der Privilegien der Abgeordneten, ferner die Frage, ob die Kommissionen während einer Vertagung und Schließung des Hauses weiter tätig sein dürfen. . _ „ Berlin, 5. Mai. Zwei koloniale Ergan- -nnas-Etats sind dem Reichstage zugegangen. Danach soll bi£ Schutztruppe vom L Oktober 1907 ab rund 4000 Mann betragen, außerdem soll die Polizeitruppe um zirka 1000 Mann verstärkt werden, darunter 260 farbige Wagenleute und Polizisten. Ausland. London, 5. Mai. Der Daily Ehronicle meldet ans Geui daß während der Eisenoahnreise des soeben hierher zurückgckichrter Königs Eduard ein Attentat auf sein Leben versucht worden sei. Kürz bevor der Königliche Sonderzug sich dem ©im* plontunuel näherte, entdeckte man, daß die Räder eines Wagens zu heiß geworden waren, sodaß Gefahr Vortag. Dieser Waggon wurde abgekuppelt und aus ein Nebengeleise gebracht, vier jano man, daß die Schmierbüchse von den Rädern entfernt worden war. Außerdem machte man die Entdeckung, daß die Riegel, S ch l i e ß n ä g e l und 'A ch s n ä g e l dieses Wagens ebenfalls entfernt worden waren. Die Eisenbahnleute, die den Waggon untersuchten, gelangten zu der Ueberzeugung, daß der Wagen noch vor Ankunft m Vallorbe zusammengestürzr wäre, falls die Entdeckung nicht rechtzeitig gemacht worden wäre. Mau vermutet, daß anarchistischeEiienbahnangestellte chre Hand int Spiele Hanen. (Italienische Blätter entschuldigen das Soriomm* nis mit der übergroßen Fahrgeschwindigkeit und dem Nichtfunk- tionieren der automatischen Kühlvorrichtung.) — Kriegsminister Haibaue erklärte, das britische Heer könne nicht mit dem deutschen mit seiner ausgedehnten Grenzverteidigung verglichen werden. Tie Mimmattoslen des deutschen Heeres, aus der gleichen Basis wie die des bitt., würden 4ßi/2 Millionen Pfund Sterling betragen. Tie Kosten der deut sch en Flotte wüchsen immer mehr, an. Es wäre schwer, zu begreifen, wie irgend eine andere Nation die Lasten der Kriegsausrüstung nach deins deutschen Maß st abeertagenkönn le. Tas briti.che Heer' wäre zu tletn, aber berufsmäßig ausgebüdet, und keine e u r o p. Bataillone könnten gegen Die besten britischen Bataillon e auftreten. — Das Reuter-Bureau meldet aus Washington: Em neuer Attentatsversuch ist gegen den Präsidenten von Guatemala, E. Cabrera, unternommen worden. Ter Gesandte von Guatemala in Washington erhiell die telegraphische Mitteilung von dem Minister des Aeußeren, Barrios, daß am 3. Mai vor der Front der Kaserne der Leibgarde, welche 180 Fuß von dem' Präfidenlschaftsgebäude entfernt ist, eine umfangreiche Mine entdeckt wurde. , . Lodz, 4. Mai. Tie Zwistigkeiten zwischen den hies. Arbeitern dauern noch au. Bei den Zusammenstößen gestern wurden wieder 5 Personen getötet. Auch in Sosnowice bekämpfen sich die in verschiedene Parteien gespaltenen Arbeiter. Gestern wurden dorr sechs Personen verwundet. Earro, 5. Mai. 2000 Personen wohnten gestern der Ferer bei, die aus Anlaß der Abreise des Vizekönigs Lord Cromer veranstaltet war. Lord Cromer hielt eine Ansprache, in der er erklärte, daß die britische Besetzung Egyptens auf unbestimmte Zeit fortbestehen werde. Er schloß: „Ta ich glücklich genug gewesen bin an dem Abschluß des großen Werkes teilzunehmen, so gestatten Sie mir zu sagen: VerzichtenSienie- m als a'uf bie französische Allianz." T a n g c r, 5. Mai. Emer unverbürgten Nachricht aus D-oga- dor zufolge soll Muley Hasiz zum Sultan aus gerufen worden sein. Am 2. Mai sind 300 Mann nach Casablanca abgegangen, um die Ruhe und Ordnung in der Umgebung der Stadt wiederherzustellen. a Mexiko, 5. Mai. Guatemala hat das Verlangen Mexikos nach Auslieferung des der Mitschuld an der Ermordung des ehemaligen guaremalanischen Präsidenten B a r i l l a s bezichtigten GeneralsJoseLimaabgelehnt. Das Kabinett , hat beschlossen, die Beziehungen zu Guatemala unver-» züglich abzubrechen. . ______________' Die Abstimmung ergab aber fchltetztich Die Ablehnung des Antrages Ablaß. Bei dem Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet besagte der Abg. v. Lieber! die Last des Sanfivarvertrages, leider mußte der Kolonialdirektor aber diese Last für zu schwer erklären. Nach einer temperamentvollen Rede des freisinnigen Rektors Sommer, der dem System Dernburg fein Vertrauen ausdrückte, kam der Etat für Kamerun an die Reihe, zu dem Bebel sofort das Wort ergriff, um nochmals auf den Fall Dominik zurückzutommen und seine Beschuldigungen gegen diesen Offizier zum Teil aufrecht zu erhalten. Kolo- nialdirektor Dernburg antwortet und widerlegt Bebels Angriffe Sck)lag auf Schlag, hinter chm stcht die Hünen- aestalt des Oberstleutnants Quade, auf dessen Gesicht Helle Freude strahlt über die Abfuhr, die Bebel zuteil wird. Neben Quade steht der so schwer angegriffene Hauptmann Dominik. Als zweiter Sozialdemokrat ergreift der unvermetd- liche Herr Ledebour das Wort. Er beschäftigt sich mit dem Fall Puttkamer. Nach kurzer Zeit muß der zweite Vizepräsident Kämpf dem aufgeregten Herrn den drit- tenOrdnungsruf erteilen. Ein Appell an das Haus, ob Ledebour trotz der drei Ordnungsrufe weitersprechen darf, wird vom „Antiblock" b e j a h t. Das ist eigentlich ein Mißtrauensvotum für das Präsidium. Die Situation wird kritisch. Inzwischen phantasiert Ledebour weiter und der Präsident verliest, nachdem Ledebour endlich geendet hat, einen Vertagungsantrag. Bevor aber das Haus darüber entseyetden kann, springt der Führer der fteis. Parteien, Dr. Wiemer auf die Tribüne und zweifelt die Beschlußfähigkeit des Hauses an, um, wie er ausdrücklich hervorhebt, den „Mehrheitsbeschluß", welcher .den Abg. Ledebour weiter zu reden gestatte, zu charakterisieren. Damit ist die Situation für den Präsidenten ge- rettet und die Sitzung beendet, und langsam „leert" sich das eigentlich schon völlig ausgestorbene Haus, während !man in e inzelnen Gruppen den Fall Ledebour eifrig dis- .buttert. Wg. Kämpf erklärte in der nach Sitzungsschluß an- beraumten Sitzung der freisinnigen Fraktionen: obgleich er fein Verhalten für völlig geschästsordnungsmäßig erachte, halte er es für angezeigt, sein Amt niederzulegen, da er sich mit der zeitweilig vorhandenen Mehrheit nicht in Uebereinstimmung befunden habe. Die Frak- tionsmitglieder stimmten dem einstimmig zu. Kämpf hat hiervon offiziell dem Reichstagspräsidium Kenntnis gegeben. lleber die Gründe seines Rücktritts hat Abg. Kämpf sich Deutsches Reich. Berlin, 6. Mai. Heber die Wirkung der Bülowrcde über die Stälung Deutschlands zu bestimmten internationalen Fragen schreibt die „Nordd. Mlg. Ztg.": „Wir stehen nicht an, anMerkennen, daß auch die e n g l i s ch e P r e s s c im großen ganzen sich mit der unabänderlichen Entschließung der deutschen Staatskunst in loyaler Weise abgefunden hat. Sollte dennoch irgendwo wiederum die Unterstellung kriegerischer Tendenzen auftauchen, so sind wir dagegen durch die Erkenntnis gewappnet, daß solche Verdächtigungen nur dann dauernd verstummen würden, wenn Deutschland wieder zum geographischen Begriff herabgedrückt werden könnte." — Den Vorwurf, die deutsche Regierung fördere die gegen England, gerichteten Preßkundgebungen, weist das offiziöse Blatt zurück, indem es schreibt: „Von der festen Basis aus, von der die Geschicke unseres Volkes ruhig und nüchtern geleitet werden, braucht die deutsche Politik keine Mittel anzuwenden, deren Vorteile sehr zweifelhaft wären, deren nachteilige Wirkungen sich aber mit großer Sicherheit in zwecklosen Verstimmungen und gereizten Auseinandersetzungen vorausberechnen lassen. Die jüngsten Erklärungen deS Reichskanzlers haben doch wohl mit bündiger Deutlichkeit bargetan, daß bei uns die Offenheit immer noch als beste Waffe in Geltung steht." — Zum Berliner Besuche be* österreichisch-ungarischen Ministers des Aeußern, Frhr. v. Aehrenthal, schreibt Die „ykordd. Mlg. Zig.": „Mit Recht konnte ein Budapester Organ daS Verhältnis zwischen den beiden verbündeten Kaisermächtm als ein solches von beispielloser Intimität bezeichnen. Weder für die Regierungen noch auch für die Völker diesseits und jenseits der schwarzgelben Grenzpsähle bedurfte es einer neuen feierlichen Beglaubigung des unveränderten Fortbestandes beä bewährten Bundesverhältnisses. Gleichwohl ist seine abermalige Bekräftigung vor der Welt als erfreuliche Begleitern scheimmg der Berliner Reise deS Frbrn. v. Aehrenthal zu be-> grüßen. Haben die Völker Deutschlands und Lesterreich-Ungams! allen Grund, mit Befriedigung auf deu Verlauf der vom Frei- Herm v. Aehrenthal in unserer Mitte verlebten Tage zurückzublicken, so liegt anderseits für keine andere Nation ein Anlaß vor, Empfindungen irgend welcher Beunruhigung Raum zu Karlametttarisches. Berlin, 4. Mai. Dem Reichstage ist heute das neue deutsch-amerikan. Handelsabkommen nebst einer Denkschrift zugegangen, in der über Entstehungsgeschichte und Inhalt des Vertrages Bericht erstattet, wird. Daraus ist heroorzuheben, daß man bei den im Herbst o. I. mit der amerik. Tarifkommisston gepflogenen Verhandlungen in erster Linie einen umfassenden Tarifvertrag im "Auge gehabt und die Einzelheiten eines solchen besprochen hat. Es hat sich indessen herausgestellt, daß die Zeit hierfür gegenwärtig noch nicht gekommen ist und es mußte daher ein Weg gesucht werden, wie zunächst eine Regelung nach dem 30. Juni erfolgen könnte. geben. — Im Reichstagsgebaude fand ein geselliges Beisammensein zur Feier des 40jährigen Bestehens der Reichspartei und der freikonservativen Fraktion des Abgeordnetenhauses statt, v. Kardorsf legte den Entwicklungsgang der Partei und ihre Tätigkeit in der Gesetzgebung sür Preußen und das Reich bar. Die Hauptaufgabe in Preußen sei ber Ausbau bes Volksschul- wesens. Auf Veranlassung ber Partei sei bic Selbstverwaltung in Preußen burch bie Einführung ber Kreisordnung von 1873 eingefühi^ worden. Im Reichstage habe bie Partei dem Zolltarif von 1879 und 1902 bie Majorität verschafft. Gemäßigte Konservative unb gemäßigte Liberale müßten eine Parlamentsmehrheit schaffen, der bie Ministerien nicht mehr ausweichm tonnen. Die Hauptaufgaben im Reiche seien die Weiterent-' Wicklung der sozialen Gesetzgebung unter Wahrung berechtigter Interessen der Arbeitgeber. Notwendig sei bic agrarische Ge setzgebung, um der Entvölkerung bes platten Landes enlgegenzuwirken, bie eine Gefahr für bas Vaterlanb geworben sei. Ein Parteiverdienst sei die Schaffung der Anfiedlungskommission. Die Partei werbe auch künftighin bie Sonberinteressen bem allgemeinen Wohl unterordnen uub das Vaterland über die Partei stellen. München, 5. Mai. Die hohen, mit den bedeutend g esunkenen Viehpreisen nicht mehr in Einklang stehenden Aleischprcise haben das Ministerium des Innern veranlaßt, die Kreisregierungen aufzufordern, dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Vor allem soll die Art unb Weise der Preisnotierungen in ben Vieh- und Schlachthöfen zeitweilig durch Sachverständige genau untersucht und jedem Versuche, eine nur auf Ausnahmskäufe gegründete Preisnotierung als maßgebend zu bezeichnen, entschieden entgegengetreten werden. Ebenso soll darüber gewacht werden, daß in den Der kaufslokalen der Metzger das Fleisch auch tatsächlich zu dem Preise abgegeben wird, der auf den Anschlagtafeln verzeichnet ist. Den Stadt- magistraten soll in Erinnerung gebracht werden, daß es ihre Sache ist, sich um die Gestaltung der Vieh- und Fleischpreiw fortgesetzt zu kümmern und mit Nachdruck dahin zu streben, daß diese in Einklang gebracht werden. Zu diesem Zwecke Ht eine fortgesetzte Veröffentlichung der wirklich gezahlten Preise für Vieh und Fleisch dienlich. In Erwägung soll noch gezogen werden, die Landwirte zum unmittelbaren Verkauf von Fleisch in den Städten durch Zusammenschluß unter Hinweis auf ine bestehende Frachtermäßigung für Fleisch zu veranlassen. Aus dem Reichstag. Kampf legt fein Amt als Vizepräsident nieder. H. Berlin, den 4. Mai. Seit vor Jahresfrist Zentrum und Sozialdemokratie das selbständige Kolonialamt zu Fall brachten, ist ber Kolonialetat das enfani terrible geblieben, bei dem die Gemüter am l)eftigsten zusammenplatzen. So geschah's auch wieder mal heute. Zuerst tauchte der Plan einer Kolo- mialakademie in Hamburg meteorartig in der Debatte auf. Man behauptet, daß für die Ausbildung eines brauchbaren Kolonialbeamtennachwuchses eine solche Akademie nötig, wie ein Stück Brot sei und man stellle fest, daß Hamburg die Mittel für ein derartiges Institut zur Verfügung ständen, wenn es die vier Millionen, die eigentlich als für die Gründung einer Universität miAesehen wurden, für eine Kolonialhochschule freimacyre. Die Verhandlung über die Beitraaskosten zu den Kolonialschulen in 'Witzenhausen und Hünfeld rollte nochmals die in der Kommifsion bereits erörterten „Unregelmäßigkeiten" auf. Die Regierung hat vier Jahre lang für eine Kolonialsckmle in Hünfeld Beiträge gezahlt. Dabei exstrert doch gar keine Kolonialfchule. Die nach Hünfeld gerichteten Beiträge wurden vielmehr nach Engelport in der Mofel- geaend weiter geleitet. Und Engelport wurde von einer Reihe von Rednern eine katholische Missionsanstelt, nicht aber eine Kolonialschule genannt In jedem Falle liegt hier ein wenig erfreuliches Kapitel unserer staatlichen Kontrolle vor. Die Debatte führte zum Teil zu recht lebhaften Auseinandersetzungen über den Wert oder die Schädlichkeit konfessioneller Missionen, und bei der Abstimmimg über den Antrag Ablaß, welcher die Ablehnung der für Hünfeld geforderten Beihilfe wünscht, kam es zu recht lebhaften Szenen. Namentlich während der zentrumsfeindlichen Rede des Abg. St o rz war das Zentrum in eine große Erregung geraten, die sich in Pfuirufen Luft gemacht hatte. — Das Abgeordnetenhaus nahm heute ui dritter Lesung die Lehrer-Pensionsgesetze, das Ge- setz betreffend Aenderung des Einkommensteuer- gesetzes und das Gesetz betreffend Abänderung des Ko mmunal-Abgaben-Gesetzes an und erledigte dann die Sekundärbahn-Borlage in zweiter und dritter Lesung. — Das Herrenhaus nahm heute den Gesetzentwurf einer Wegeordnung für die Provinz Posen nach dem Kom- missionsbeschlusse an, bis auf einen Paragraphen, der an die Kommission zurückging. — In der Finanzkommission des Herrenhauses kündigte Finanzminister Frech. v. Rheinbaben eine nennenswerte Erhöhung derEinkommensteuerfür das nächste Jahr an, da die Kosten sür das Volksschul- Unterhaltungsgesetz, Die Ausbesserung der Beamtengehälter und die Regelung für die Lehrer-Be» soldung sowie der Gehälter der Geistlichen aus den laufenden Mitteln nicht zu decken seien. TLricyc uitO »ebuk. — Krü ger, Dr. Gustav, Professor in Gießen, DasPavft - tum. Seine Idee und ihre Träger. Mk. 1 — (Rcligionsgeschickstlicye Volksoücher. IV. Reihe. 3.. 4. Heft.) Verlag von I. C. B. Mohr >Paul Sicbeck)^in Tübingen. — Alle Beschränkung auf bas Tyerna unb alle Sichtung des Materials hätte cs noch nicht möglich gemacht, eine wirkliche Gew) ich a des Papsttums in den Rahmen e'.nes Religionsgeschichtlichcn Boll-->- buches — auch eines Doppelheftes — darzustellcn, wenn nicht ein Künstler seine Kraft an dies Werk gesetzt hätte, ein Stünfrler, bem cs gegeben ist, mit wenigen Worten mehr zu sagen, als lange Auszählungen unb Beschreibungen zu jagen_ vermögen. Krügers Werk ist ein Gefüge aus einem Guß. Hier ist keine Anhäufung von Einzelheiten, sonbern bie Fülle des Details wirb georbnct burch bie Einheit bes künstlerischen SlilS. Aber freilich vorerst muß ber strenge Historiker ben Stoff auf bas gewchen- haftestc vrbnen unb ausfonbern. Es gilt sür Krüger nicht eine Geschichte aller 260 Päpste zu geben, sonbern eine Geschichte bei Papsttums; aber Krüger mcioet auch Den emgegengesetzten Fehler; er ist weit bavon entfernt, etwa eine spekulative Geschichtskon- srruktion von Der JDee Des Papsttums unD ihrer Entwicklung vorzutragen. Sein ganzes Interesse haftet an Der geschichtlichen Wirklichkeit. Darum: inbem er Die JDee Dcs Papsttums unD ihre Geschichte darstcllt, schilDert er ihre großen unb charakteristischcn Träger in plastischen lcbensfrijchen Silberil Weber eine Geschichte bes Katholizismus — noch eine Geschichte bei KirchenUaats barf man bei ihm suchen. Denn der Papst ist nicht der Kolhlizismus, und nicht sür bic Geschichte bes Papsttums sind andere Dmge wichtiger als der Kirchenstaat. — Indem Krüger zu einem rein historischen Verstäiidnis der Idee des Papsttums und seiner Träger anicitet, hebt er seine Darstellung unvergleichlich weit über das Niveau ber gewöhnlichen polemischen.GejchiHtsklittiwung. Will man bei ihm suchen. Denn ber Papst ist nicht ber Katholizismus, wenn man unter Polemik bie geistige Auseinandersetzung streitender Ideen auf dem Boden der Geschichte überhaupt verstehen will. wie folgt ausgesprochen: , Die nachmalige Feststellung, daß daS Haus nicht beschlußfähig sei, konnte für meinen Entschluß zurückzutreten, Nicht maßgebend sein. Denn eS war ja nicht ftstgestellt, ob das Haus nicht in dem Augenblick beschlußfähig gewesen war, als ich an das Parlament die Frage richtete, , ob dem Abgeordneten Ledebour das Wort genommen werden sollte. Ein Prä>ident, der nicht die Mel)rheit hinter sich hat, ist ein Nonsens, Aus dieser einfachen Sachlage habe ich die notwendige Konsequenz gezogen. Andererseits bin ich bereit, mein Amt wieder zu übernehmen, wenn die Mehrheit emeS beschlumähigen Hauses mir ihr Vertrauen durch eine Neuwahl abermals bezeigt. Mit meinen Fraktionsgenossen habe ich auch bereits in diesem Sinne Rücksprache genommen. Besonders der Vorwurf des Abg. Ledebour, daß "ihm so etwas unter einem lioerakn Hckisidenten geschehen tonne, war es) den ich nicht glaubte hingehen lassen zu dürfen." Die Neuwahl des zweiten Vizepräsidenten dürfte Dienstag erfolgen. Aer Kulser m Schlitz. (P.) Schlitz, 5. Mai. Wohl selten haben die Bewohner unseres Städtchens, das schlechte Wetter mehr bedauert als wie gerade gestern, wo man unsern Kaiser wieder erwartete. Trotz des strömenden Regens hatten sich doch wieder viele Fremde em- gefunden, die in Gemeinschaft mit den Schulen und den verschiedenen Vereinen vom Bahnhöfe aus fpalierbildend die Ankunft des Kaiferzuges erwarteten. Tie Absperrung an den verschiedenen Skraßenübergängen wurde wie immer durch die uniformierte Feuerwehr besorgt. Pünktlich um 2.42 Uhr lief der Hoszug, der aus fünf Wagen mit zwei Maschinen bestand, langsam in den Bahnhof ein. Der Kaiser, am Fenster des mittleren Wagens stehend, grüßte schon im Zuge ständig die jauchzende, tücherschwenkende Menge. Zum Empfang am Bahnhofe waren anwe^nd: der Graf von Görtz, Tein Sohn Wilhelm, Leutnant im 23. Tragonerregimenl (Pate des Kaisers), ferner der Bürgermeister der Stadt Schlitz, Iinfer, und der Chef der Hofhaltung, Baron von Egloffstein. Der Kaiser, der in Jägertracht war und sehr gut und wohl aussah, entstieg rasch bem Zuge, begrüßte die Herren auf herzlichste Weife und begab sich durch das Fürstenzimmer in den bereitftehenden offenen Wagen. In nicht sehr raschem Tempo ging bie Fahrt durch die prachtvoll geschmückte Bahnhofstraße nach dem Schlöffe. Der Kaiser wurde überall mit brausendem Nr. 105 Zweites Blatt 157. Jahrgang (5icf|cncr 2lit5^i$CT General-Anzeiger für Gberheffen ranz Liszt, ymed, d) Bisüo* c) Erikirüg, _ D»/. Oll Goethe. i $) Meine Göttin, jwere, 0 Zauber^ lie- ität. A M L Akt 1 Szene der Lotte, -Giessen, üenh&ndlung von eise zur Verfügung. 1 Platz 2.- M 'nen Buchhandl nng. izert MUeg LAS ;”ed»ille ’tspräch- ut an . Frau Stumpf. UJtt* SÄ»" >nge§. Ä* in« ti WM Haftpflicht. Sassiva. i reu 3460,83 \oM 655,— srücklage 760,98 fondS 1069,30 pinn 702'91 6549^02 de 1903 HO . 4 5 1906 . lU '.Wallbott M M. besonders H Cd. 2000 1 Laüsgef. fonrni Vegrüstt uni banBc freirndlich lächelnd nach allen .Seiten. Am Mittag machte der hohe Sberr noch einen Spaziergang in der Umgebung des Parks, wobei er in Bezug auf das kolossale Hochwasser, daL infolge des vielen Regens teingetreten war, scherzweise bemerkt haben soll: „Da hätte sich ja beinahe mit meiner Flottille hierherfahren können". Was man kaum im Traum zu hoffen wagte, es hat sich am heutigen Sonntag nun doch noch eingestellt, näm- lid) das richtige sprichwörtliche Kaiserwetter. Gestern war es noch kalt, stürmisch, trübe und heute wie mit einem Zauberschlage das herrlichste Frühlingswetter, den schönsten, lachenden Sonnenschein. Schon um 8y2 Uhr unternahm der Kaiser und zwar allein, die erste Ausfahrt, nach dem Friedhöfe, wo er längere Zeit an dem Grabe der verstorbenen Gräfin, deren Geburtstag heute ist, sowie an dem der Gräfin-Mutter verweUte. Um" 10 Uhr begab er sich mit der Gräflichen Familie zu Fuß nach der Stadtkirche zum Hauptgottesdienst. Dekan Schmidt hatte seinen .Text aus dem 66. Psalm über das Gebet gewählt. Auch den Rückweg legte der Kaiser zu Fuß zurück. Der Fremden- Attdraug am heutigen Tage ist infolge des prachtvollen Wetters ganz enorm. Heute mittag gegen 4 Uhr begaben sich die sämtlichen Herrschaften in Magen nach dem Jagdhaus auf dem Eisenberg, von wo man eine herrliche Fernsicht genießt. Atöge der Kaiser in unseren Manern und in unserer an landschaftlichen Reizen so reichen Umgebung noch recht frohe erholungsreiche Stunden verleben. Die Mreise ist auf Montag abend 10i/2 Uhr festgesetzt, während der Abfahrt wird der Hinterturm sowie die Burg bengalisch beleuchtet werden. Ans StaOt uno lano» Gießen, 6. Mai 1907. Dow städtischen Voranschlag. L Wie schon kurz mitaeteUt wurde, ist der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1907 nunmehr .fertiggestellt. Wir teilen im nachstehenden die hauptsächlichsten Zahlen desselben mit und fügen zur Vergleichung Hie Ziffern des Voranschlags von 1906 in Klammern bei: Die Vermögensrechnung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 2 344 066,04 (1 943 945,52) SDif. ab, die Betriebs- r e ch n u n g mit 2 316 145,27 (2 032 152,04) Mk., so daß sich der Gesamtvoranschlag aus 4660211,31 (3976097,56) Mk. deläust. Aus der Vermögensrechnung seien erwähnt: R e st aus vorhergehenden Jahren 161730,74 (72 063,95) Mk. Einnahme und 9100 (9241,03) Mk. Ausgabe. Gebäude. An Mietertrag ist vorgesehen 27 241,18 (26 043,18) Mark, davon 10668,18 Alk. wie im Vorjahre auS der städtischen Kaserne in der Kaiserallee. Dle bauliche Unterhaltung der Gebäude einschließlich Reinigung der Feuerungsanlagen imb Gruben- eutleerung erfordert 8940 (5235) Alk., die Gemeindesteuern und Brandoersicherungsbeiträge sind mit 2800 (2600) Alk. eingestellt, als uneinbringlich werden 400 Mk. (wie im Vorjahr) vorgesehen. Während die Mehrkosten der baulichen Unterhaltung sich aus saft alle Gebäude verteilen, rührt der Mehrertrag von Mieten aus dem Zugang «euer Häuser her. Grund st ücke. Einnahme 34 480,83 (32 881,93) Mk. und zwar an Pachten 11527,77 Mk., Erlös für Heu und Grummetgras 19 000 Mk. u. a. m. Die Ausgaben sür Besoldungen, Wiefen- unterhaltung, Gemeindesteuern, Pachten usw. sind mit 11091,29 Mk. (11557,49 Mk.) vorgesehen. Waldungen. Eumahme 98 255,30 (85 332,05) Mk., Ausgabe 42 178^2 (38 467,88) Mk. Der Holzertrag ist mit 93 999,05 (83 226,55) Alk., der Ertrag der Nebennutzungen mit 1140 (1081) Mk. vorgesehen Bei den Ausgaben sind die Hauptposten Holzhauerlöhne mit 21159,28 (17 363,63) Mk., Kulturarbeiten 7455 (7789) All., Unterhaltung der Waldwege und Gräben 2350 (2590) Alk. Gaswerk. Als Betriebsüberschuß sind nach dem besonderen Voranschlag des Werks 85000 Mk. (71 240 Mk.) an die Stadtkasse abzuiühren. Schlachthaus und Fleischbeschau. Einnahme und (Ausgabe beträgt 51 OtO (48 140) Mk. Unter den Einnahmen sind u. a. vorgesehen 28 600 (28 400) Mk. als Schlachtgebuhren, 11 200 (10500) Alk. Fleischbeschaugebühren, 4300 (4500) Mk. Trichinenschaugebühren, 2500 (2400) Mk. Wiegegebühren. Bei den Ausgaben erscheinen u. a. die Besoldungen mit 15 730 (16 145) Alk., Heizung ,nnb Beleuchtung 3600 (3600) Mk., Zinsen 2833,69 (3380,81) Mk., tLilgung der Kapitalschuld 15 060,31 (16 296,19) Mk. * ** Vom Großherz. Hofe. Zur Frühstücks- ft a sie l im Neuen Palais waren nach der Darmst. Ztg. am -Samstag geladen Prinzessin Hermann zu S o l m s - B r a u n- jfels und Prinz und Prinzessin Friedrich zu Solms- Braunfels. ** Ordensverleihung^. S. K. H. der Groß- !jherzog haben dem Feuervisitator Karl Metzendorf L 'zu Lauterbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. ** Der Hessische Richter verein hält Samstag, iben 25. Mach vormittags 11 Uhr zu Frankfurt a. M. seine Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Frage betreffend Gründung eines Allgemeinen Deutschen Rich ter Vereins. — ,5)a werden Weiber zu Hyänen.* In der iWestanlage bot sich heute morgen den Passanten ein sonder- ibaccS Schauspiel. Zwei Frau en waren in Streit geraten, sie warfen sich zunächst mit Steinen, wurden dann handgemein unb rauften regelrecht. Die Stärkere warf ihre Gegnerin zu Boden und bearbeitete sie dann mit den Fäusten, um sie dann zerschunden und mit zerrissenen Kleidern ziehen zu lasten. **DasGießenerKolofseurn, das am Samstag ff eine Räume zum erstenmal öffnete, hatte eine außerordent- üiche Anziehungskraft auf das Publikum ausgeübt, so daß, abgesehen von der Galerie, unser ehemaliger Theatersaal bis auf den letzten Pbatz besetzt war. Insbesondere war das Offizierskorps unseres Regiments, mit Oberst von Lmdenau an der Spitze, recht zahlreich vertreten. Auffallenderweise waren nur sehr wenige Damen anwesend, offenbar weil man die Ankündigung mit Mißtrauen auf- inafjm, das Programm solle stets so gehalten werden, Haß einem Familienbesuch des Etablissements nichts im !Wege stehe, und deshalb sich zunächst abwartend verhielt. «Nach dem allgemeinen Urteil der Besucher hat aber Direktor Rappmann dieses Versprechen wahr gemacht und in gleicher Werse das wertergehende, ein hervorragendes Programm Rieten zu wollen, das auch einer Großstadt nicht zur Unehre gereichen werde. Eröffnet wurde die Reiste der Darbietungen durch Vorträge der Kolosseumvlapclle, die unter Leitung des Kapellmeisters Rich. Hoppe in sog. fran- izöfischer Besetzung spielte und lebhaften Beifall fand. Dann ‘folgte ein auf die früheren Verhältnisse im Gase Leid in launigen Versen anspielender Prolog, den der Humorist, Herr Philipp Nicrel, sprach. Seine Vortragsweise ließ jubrigens erkennen, daß er jedenfalls als Humorist besser sein werde, wie als Deklamator und das hat sich bei feinem späteren Auftreten vollauf bestätigt. Nach dem Prolog lboten die Gesch w i ster Schweitzer, zlvet recht vorteil- ftzaste Erscheinungen ui Gebirgstracht, recht hübsche tchroler Duette mit der dazu gehörigen Fodelei, die den zuhörenden Diriideln und Buaben offenbar recht 'gut gefielen. Tie Kunst," aus Lumpen Bilder zu machen, zeigte Mister Joppo, der mit verblüffender Schnelligkeit einige Landschaften und ein Käiserbildnis auf die Leinwand zauberte. Miß Irena und Max Maxwell erwiesen sich in einer recht nett ausgestatteten pantomistisch-elektrischen Szene „Im Salon" als sehr beachtenswerte Musikexzentriks, bei denen gerad-ezu alles zur Musik wurde, sogar die Tischlampe. Die Gesangskünstlerin, Fräulein Dolly Lank, die schon durch ihre vorteilhafte Erscheinung uiid geschmackvolle Kostümierung für sich einnahm, hat für eine Varietekünst- lerin eine ungewöhnlich hübsche und dabei ausgiebige Stimme und die Auswahl ihrer Lieder schien den (Ä- schmack des Publikums gut zu treffen. Stürme von Heiterkeit erregten dann The Seranos mit ihrem allerliebsten Miniaturtheater. Ihnen schloß sich Mister Bar go l d, ein einbeiniger Akrobat, an, der wohl als der Schlager des im ganzen recht hervorragenden Programms zu bezeichnen ist. Er zeigte sich als guter Reck- und Ringturner, der über eine außerordentliche Körperkraft verfügt. Seine Uebungeii würden auch einem hervorragenden Turner, der zwei Beine hat, alle Ehre machen. Mehr zur Dekoration diente seine Assistentin, Miß Angela. Ueber den Humoristen haben wir uns schon oben geäußert, er sang sich rasch in die Gunst des Publikums hinein und bot namentlich in I seinen politischen Anspielungen mehrere sehr gute Witze. Täuschende Tierstimmen-Jmiiationen und einen großartigen Cake-Walk boten The Kaits, während zum Schluß Tye greatSylveros als komische Jongleure ihre mit großer Geistesgegenwart gepaarte Kunstfertigkeit zeigten. Der Gesamteindruck der Vorstellung war sehr gut, und es ist nur zu wünschen, daß Gießen und Umgegend dem neuen Unternehmen dauernd so viel Interesse entgegenbringt, daß es sich in gleicher Höhe halten kann, wie die Eröffnung sie bot. ** Seb enSrettung. Am Sonntag vormittag 10 Uhr fuhren fünf Mann auf einem Nachen auf der Lahn, die sehr angeschwollen ist. Sie fuhren beim Elektrizitätswerk gegen das Wehr, dabei kippte plötzlich der Nachen um und die Leute sielen in die Lahn. Drei retteten sich durch Schwimmen, die anderen gerieten unter den Kahn. In der Todesangst klammerten sie sich aneinander und gerieten in einen Strudel, so daß sie sicher ertrunken wären, wenn nicht zum Glück ein Arbeiter vom Elektrizitätswerk, der den Vorgang zufällig beobachtet hatte, herbeigeeilt wäre und die beiden in Lebensgefahr schwebenden in letzter Minute herausgezogen hätte. Der wackere Lebensretter ist der Arbeiter Schimmel aus Klein-Linden. ” Die Wieseck schiffbar? Es muß wohl so sein! Konnte man doch am schönen Sonntagmorgen von der Löber- straße aus beobachten, wie die Besatzung eines großen Ruderbootes in heißem Bemühen stromaufwärts machte. Es dürften Fremde gewesen sein, die von der Lahn aus in die Gewässer der Wieseck geraten waren. Oder sollten sie eine Entdeckungsreise nach den Quellen der Wieseck unternommen haben? ** Aus 1848. Ein Leser unseres Blattes richtet an den gesamten Freundeskreis des „Gieß. Anz." folgende Anfrage: Welcher Gießener kann Auskunft geben über folgenden Ausspruch, der hier 1848 in einer Versammlung gefallen sein soll: „Meine Herren, das mit der Seeflott is gut, awwer, meine Herren, die Landflott, die L a n d f l o t t!" ** Der Turnverein Gießen, gegründet 1846, unternimmt am Himmetfahrtstage einen T u r n ga n g , der von Butzbach über Ziegenberg nach Ufingen geht (siche Inserat). Von Usingen ab, wo sich der dortige Turnverein anschließen wird, geht der Gang nach dem wunderschön gelegenen Ncuweilau. Es wird damit den Teilnehmern Gelegenheit geboten, ein herrliches Stückchen Land nn Taunus 311 durchwandern. Auch Nichlmitglieder, die sich anschließen wollen, sind willkommen. X Klein-Linden, 5. Mai. Unter sehr zahlreicher Beteiligung fand heute durch die hiesige „Vereinigung für Volksbildung" eine Besichtigung des Gießener Museums im alten Schloß statt. C. Lollar, 6. Mai. Bei reger Beteiligung fand am Samstag dem 4. ds. die Gemeinde rats wähl statt. Als gewählt gingen hervor: Fr. Back, Johs. Schupp, C. Gerlach, L. Hofmann V. und Ch. Ringleb. Die Einwohnerschaft kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Von 322 Wahlberechtigten machten 229 vom Stimmrecht Gebrauch. □ Grünberg, 5. Mai. Der nunmehr bestimmt beschlossene Bahn bau Grünberg—Ettingshausen—Sich, zu dem gegenwärtig vom Eisenbahn-Baubureau die letzten Vermestungen und.Projektarbeiten stattsinden, macht sich bei der Bevölkerung bereits angenehm bemerkbar. Das frühere Braunkohlenbergwerk „Hessenbrücker Hammer" bei Münster ist unlängst in die Hände einer Frankfurter Firma übergegangen und diese will es jetzt, nachdem es fast zwanzig Jahre stillstand, wieder in Betrieb setzen und mit der Ab- teichung beginnen. Dies wird von der Bevölkerung der gesamten Umgegend freudig begrüßt, wird doch das Bergwerk in der induftnearmen Gegend zahlreichen Arbeitern und kleinen Landwirten lohnenden Verdienst bieten. Auch wird die Braunkohle wieder — wie früher — ein billiges und geschätztes Brennmaterial abgeben. Seither fanden Bohrungen am Buchenwäldchen in der Gemarkung Wetterfeld statt, morgen beginnen die Bohrungen am Judeichenwald in der Gemarkung Münster unweit der Staatsstraße Lich—Laubach. Nach den bisherigen Ergebnissen erscheint das neue Bergwerk gesichert. X. Griedel, 4. Mai. Zur Plege der Hausgarten, zur Verschönerung des Ortes durch Pflanzen- und Blumenschmuck an Häusern und um die auffallende Zunahme an Schädlingen der Obstzucht wirksam zu bekämpfen, hat sich hier ein Verein gebildet, der sich „Gartenbau-, Blumenschmuck- und Vogelschutz-Verein" nennt. Der Verein will dem Schutze und einer geeigneten Pflege der nützlichen Vögel besondere Sorgfalt angedeihen taffen. Der Dienst, den dieser Verein allen Gemcindegliebern durch seine Tätigkeit leisten will, kann außer Pflege des Heimatsinnes auch für unsere Obstzucht sehr segensreich werden, zumal hier besonders viele Sorten feinen Tafelobstes gezogen werden, für die unsere Gemeinde in den Besitz mehrerer amtlicher Anerkennungs-Diplome gelangt ist. O Bu tz ba ch, 3. ALai. Zm hiesigen Zeliengefängnis trafen dieser Tage wieder 45 Gefangene ans Darmstadt ein, die letzten werden am 1. August hier erwartet. Bis dahin soll der im Buu befindliche neue Zellenflügel, vollendet sein; er enthalt 125 Schlafzellen und acht große Arbeitssäle. Die Anstalt ist jetzt mit 500 Gefangenen belegt. Die Erweiterung der Anstalt hat auch die Vermehrung des Aufsichtspcrsonals zur Folge. Es werden deshalb jetzt vier neue Doppellvohnhäuser für Aufseher erbaut. — B ad - Pauhc 1 m, 4. Mai.. In der abgelaufenen Woche- sind 6 36 Kurgäste angefionunen.. Die Gesamtfreqnenz bis 2. Mai beträgt 1903 Personen, wovon am genannten Tage noch 1340 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 2. Mai 17 177 abgegeben. Freiherr v. Maltzahn, General der Kavallerie und General-Adjutant des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, ist nebst Gemahlin zur Kür eiugetroffeu. -m. Friedberg, 5. Mai. (Tel.) Ein Automobilunfall, der noch verhältnismäßig gut ablief, passierte gestern nachmittag vier Herren, die in einem Auto der hiesigen Automobilfabrik eine Ausfahrt nach Homburg gemacht hatten, auf der Rückfahrt. Die Steuerung versagte und das Automobil fuhr in den Straßengraben. Die Insassen wurden herausgcschleudert. Betriebsleiter Er m u s erlitt einen doppelten Armbruch, während die übrigen mit kleineren Verletzungen, Hautabschürfungen u. dgl. daoontamen. cP Friedberg, 5. Mai. Unter großer Beteiligung wurde gestern Lehrer i. P. Using er beerdigt. Er hatte bis vor fünf Jahren in Fauerbach am Taunus gewirkt und erreich- das Alter von 80 Jahren; zahlreiche Lehrer sowie Bewohner von Fauerbach gaben ihm das letzte Geleite. — Im naI)UL Schwalheim wurde bei einem Streit der Gastwirt Hensel durch Messerstiche verletzt. § Ober-Widders heim, 3. Mai. Der S-teinoruch. besitzer Johs. Nickel von Gießen kaufte den Steinbruck) der Firma E. Reuter u. Co., die in Liquidation getreten ist, für 50 000 Mk. Der Bruch liegt neben Herrn Nickels Steinbruch in der Gemarkung Ober-Widdersheim. + Rauschenberg, 3. Mai. Am 30. April nahm Sanitätsrat Dr. Rehm hier die 1000. Entbindung vor. X Altenberg bei Wetzlar, 6. Mai. Prinz Friedrich zu Solms-BraunfelS besichtigte kürzlich mit seiner Gemahlin unser im Jahre 1180 vom Priester Gottfried gegründetes adeliges Prämostratenser Nonnenkloster. In Begleitung befanden sich Negierungspräsident von Hövel- Coblenz, Regierimgs- und Baurat Thielen, Landrat Dr. Sartorius, Pfarrer Allmenröder-Oberdiel imb der fürstliche Baumeister Seiler. Letzterer erklärte die von ihm vor kurzem entdeckten hochinteressanten Wandmalereien über die anfängliche Gestaltung unseres Klosters. Es besteht die Absicht, im Laufe dieses Jahres die neuerdings aufgefundenen Malereien völlig freizulegen und das aus dem 13. Jahrhundert stammende, Altertumsfreunde fesselnde Herren- Refektorium zu erneuern. In der interessanten Klosterkirche (Baujahr 1267) befinden sich der gotische Sarkophag, der die lebensgroße Sandsteinfigur der Erbauerin, Gertrudls, in betender Haltung trägt, und zahlreiche Statuen von Angehörigen des Solmser Hauses, das hier seine Familiengruft hat. = Braun fels, 3. Mai. Eine längst als nötig befundene Einrichtung soll jetzt auf der Kopfstation der Ernst-Bahn getroffen werden: der Bahnsteig erhält eine Ueberdachung, was sicherlich von den vielen hier verkehrenden Touristen usw. mit Freuden begrüßt wird. Trotz der großen Steigungen und Windungen, die diese Kleinbahn zu nehmen hat, sind Unglücksfälle irgendwelcher Art bis Mt noch nicht vorgekommen. II Biedenkopf, 3. Mai. Der Kreistag des Kreises Biedenkopf genehmigte die Erhebung einer einmaligen Abgabe bei der Erteilung von Wirtschaftskonzessionen. Der Etat für 1907 wurde in Annahme und Ausgabe auf 190 894,64 Mk. festgesetzt. — In der Pfingstwoche hält Turninspektor Weidenbusch aus Frankfurt einen etwa 6 Tage dauernden Turn- und Spielkursus für etwa 30 Lehrer unseres Kreises ab. -j- Biedenkopf, 5. Mai. Nach dem Jahresbericht der Hinterländer Viehversicherung erreicht der Versicherungsbestand im letzten Jahre die Höhe von 4 073 490 Mk. Zur Entschädigung kamen 447 Fälle mit 65 388,18 Mk. und zwar verteilen sich diese auf folgende Kreise: Biedenkopf in 71 Orten 38 359,80 Mk., Marburg in 45 Orten 18 014,10 Mk., Brilon in einem Ort 1936 Mk., Kirchhain in drei Orten 3060 Mk., Frankenberg in einem Ort 1540 Mk., Wittgenstein in einem Ort 1036 All.,'Wetzlar in zwei Orten 1672 Mk., Dillkreis in drei Orten 588,50 Mk. h. B a d O r b a M., 3. Mai. Wie die ,M. Pr-" meldet, wurde vom Schöffengericht heute der ZentrumsabU. Müller-Fulda wegen Uebertretung der § 1 und 12 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1850 zu einer Geldstrafe von 15 Mark verurteilt. Müller hatte am Morgen des Stichwahltages (5. Februar) in Wirtsheim, Kreis Gelnhausen, die Stichwahlparole ausgegeben, daß das Zentrum kein Interesse daran habe, daß der Nationalliberale gewähtt werde. Die Versammln.ig hatte nach Ansicht des Gerichts den Charatter einer solchen, in welcher politische Angelegenheiten erörtert wurden, unb die deswegen der Anmeldung bedurft hätte. — Frankfurt a. M., 3. Mai. Im Zirkus Albert Schumann hat jederzeit das Pferd und seine Dressur den Hauptplatz int Programm eingenommen, Direktor Albert Schumann lebt nur für seinen Alarstall, stundenlang währen die täglichen Proben, denen häufig Offiziere und Sportsmen, sowie Damen beiwohnen. Das Resultat dieser emsigen Arbeit ist erstaunlich, denn das Reper'.oir des berühmten Aleisterdresseurs ist unerschöpi- lich. Neneidings reitet Albert Schumann täglich mehrere Schul- pserde unb führt gewöhnlich seine phänomenalen Bierbrauerpferde oder seine Ungar-Nummer, bestehend aus Schimmeln und Rappen vor. Als da Capos präsentiert der geniale Direktor seinen berühmten Bacsoi, der die hohen Barrieren im Fluge nimmt oder eins der zahlreichen Springpserde seines Alarstalles. Auch die intelligenten Polopferde gelangen fast täglich zur Vorführung. Neben ihm tritt in jeder Vorstellung eine kleine Armee von Reukünstlern auf; die ersten Namen der artistischen Künstlerwelt zieren gegenwärtig das Programm des so beliebten Zirkus. Den Schluß bildet stets die sarbenprächlige Pantomime mit den prachtvollen Auszügen und dem feenhaften Licht und technischen Effekten. Gießener Strafkammer. Gießen, den 3. Mai. Eine unterlaffene Abmeldung. Gegen den Stabsarzt a. D. Dr. M. S. ans Berlin, der tm vorigen Sommer als praktischer Arzt in Bad-Nauheim tätig war, erging wegen nicb£ rechtzeitiger Abmeldung eines Kurgast es ein Strafbefehl über 2 Märck. Er wehrte sich gegen die Bestrafung, indem er auMhrte, daß nach beu jetzig gültigen Bestimmungen eine rechtzeitige Meldung während der Saison ungemein schwierig ist, weshalb auch eine Aenderung dieser Bestimmungen in Aussicht genommen sei; die verspätete Abmeldung ist auch die einzige von über 100 von ihm gemachten Vkeldungen. Weiter hat er die Rechtsgültig- keck der in Betracht tommenden Verordnung besteckten unb dem Kreisamt Friedberg, das sic erlassen hatte, die Befugnis abgesprochen, solche Bestimmungen zu treffen. Nach seiner Ansicht kann niemand unter Strafe gestellt werden, der von ihm beherbergte Kurgäste nicht bei der Kurfvemdenliste an- oder ab» meldet, da diese Meldungen lediglich znr Führung der Kurliste dienen und mit der polizeilichen Regelung des Meldewesens nichts zu tun haben. Auch bei Annahme der Rechtsgültigkeck d^r,Verordnung fei er nicht strafbar, da die Meldeordnung nur das Unterlassen der Attldung unter Strafe stelle, nicht aber auch die verspätete Meldung, die. in? vorliegenden Fall erfolgt ist. W sA rti c-' bc so NE staglA;jn B der, der " AegMF int: t-rf 1W 5ben Der MM' 5n'4uIbiS' ot saft finnt den Dienst S -Usgenom 1 Gießen » eingetreten, W möglich war. nachgewiesen, « Wm, HE die GenehmM wurde ihr aber bewohnte. HM Mt eniMcht ftagliche gesetzlichen BW gcricht hielt die gebens gegen, 0 liegend, da es > handelt Die An Aufnahme lolmer ihrem Zusammen darstellen. Eine, nicht als emeji sie in eiligen Fi feien nicht zu wid Vciveises zum F tarn die Strasta befehl angesetziei dem Umstande, sich bietenden E md ihr Haus Zwischenzeit zu Sache nichts. ' Berli zu Mecklenb Hon in das Meinen tfontm Friedrich Megtci) Verzog vor sein Lcr Herzog ist । Wegen schwer« Bildhauer 8 Hausbewohner U jährigen 2o> tingeftanben. ' Unhej t von einem Ken in Melchina d sührt. Zn Thi Monaiei, in den 700 Persone wann der Volk? NchMen hingl die Räuber den Zuschrisl an die "oUe Anzeichen c megierungsdeaint Maltegieumg ' Sturm ^meldet. 93on Meldung: Arn . vleisachen Sc^ab ^"fec würben flötet und Maribo auf öec 3 "Nigeri ZL LZr Äfe fc * “»»“üb" l'-g-n, j|, ? lot lüt bi* (Mn. Würzte» V' < Möem doppel) u|£ N Gegenwärtig haben Nichtstätten hingen voll von Köpfen. In der die Räuber den Schauplatz ihrer Tätigkeit verlegt. des 95.501 Elektnz. Lahmeyer Hamburg-Amerik- Paket! 135.50 Italien. Rente . 4% 3% Portugiesen Serie I . 3-l . . 142.4U Törkenlose . . 99.00 . 97.10 232.5U Börse, 6. MaL Anlangskorae. ] Chem.Waschanstalt Gebr.Röver.Färberei. 79.90 144.90 23.10 147 JO 140.00 Elektnz. Schuckert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk 176.70 133.70 i JahreSbrricht neichi btt Pu- a 4 ML 44b M. M,18M. mb fe: Biedenkopf in en 18 014,10 WL, lin in drei Oden 40 Ml., Wittgen- fi Orten 1672 W., Harpener Bergwerk uauraliütte .-uinuarden E. B. .Xordd. Lloyd . . l urkenlose . 84.10 95.55 84.10 93.50 32°/« 3% 3 >4°/, 3% 3>4°/o öK°lo . 129.00 . 113.00 . 234.25 . 202.10 Reichsanleihe do. Konsole do. Hessen Oberhessen 211.60 233.00 122.30 115.00 157.00 133.60 229.30 172.00 173.40 145.00 208.20 Gesten. Goldrente. . 41/» % Gestern Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . • Kleine Tagcscbron ik 3 e r 11 n gerieten on ber Ecke der Rricbricf)- und Iägerstraßc derStraßenhändler Front und die Händlerin Martha Max in Streit. In der Erregung aog die RL eine Flasche Lysol hervor und geb die ätzende Flüffigkeit dem F. inS Gesicht. Tie Attentäterin wurde feftgenommen. — Im T - Zuge Berlin- Köln wurde eine ältere, sein gekleidete Tome sterbend ousgesundeu. AIS der Zug in Stendal eintvof, und der Schaffner die Wagentür öffnete, sand er in einem Eonvee -weiter Klaffe eine Tome bewußtlos aus dem Boden liegend. Man brachte die Bewußtlose in das Stendaler Krankenhaus, wo sie infolge eines Gehirnschlages verstarb. In der Toten ist die Gattin des Fabrik- direktors Fuhrmann auS Hagen in Westfalen ermittelt worden. — In Kempen starb nach dem Genuß von verdorbenem Fleisch das elfjährige Schulmädchen Zatajski an Vergiftung. Andere Mitglieder der Familie sind ebenfalls erkrankt, aber außer Lebensgefahr. — In W i e n wurde der hochbetagte Bildhauer H u t t e n e r von einem entlassenen Gehülfen durch Mefferstiche g e - tötet. Ter Täter wurde festgenommen. — Eine mächtige vom Vatschstuhl niedergegangene Lawine bei Bad Gastein hat einen Teil der neuen Tauernbohn und die Straße nach Backstein zerstört. Eine Arbeiterbaracke wurde aus dem Fundament gehoben. Ein Arbeiter ist v e r u n g l ü ck t. — In M a r b u r g in Steiermark e r - hängte sich der Regimentsarzt des 4. Tragouerregiments Dr. S w a t o u , welcher beschuldigt wurde, durch unrichtige Behandlung den Tod deS Dragoners Bernegger verschuldet zu haben. — Aus San Francisco wird gemeldet, daß Graf Otto von W a l d - stein, ein österreichischer Aristokrat, auf tragische Art sein Leden einbüßte. Er ging außerhalb der Stadt bei den .Willows", wo ihn die Sheriffs und deren Beamten irrtümlich für einen von der Polizei gesuchten Mörder hielten. Der Graf leistete den Polizeibeauiten, die sich auf ihn stürzten, verzweifelten Widerstand und wurde aus der Stelle erschösse n._______________________________________ als nötig be> psstation der hnsteig erhält den vielen hier i begrüßt toird. ungen, die diese lle irgendwelcher stag des Kreises einmaligen Ab- tskonzessio. me und Ausgabe ZsmgDoche hält ftranfhirt einen eltnrfuS /Br Harpener Bergwerk. . . Laarahntte...... Nordd. Lloyd..... Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank Deutsche Bank . « . Deutsch-Asiat Bank . . Diskouto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- hiseAi ahn . . . Gotmardbahn . . . . Lomoard. Eisenbahn . . Gesten. Staatsoann . . . P r in ce-Henn-hisen b ahn . vermischte». * Berlin, 6. Mai. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg tritt demnächst eine Jagd - Expedi - t i o n in das Innere von Afrika an. Nach dem Kleinen Journal Hot der König der Belgier Herzog Adolf Friedrich telegraphisch nach Brüsiel eingeladen, um mit dem Herzog vor seiner Abreise nach Afrika noch zu sprechen. Der Herzog ist gestern Abend nach Brüsiel abgereist. — Wegen schwerer Sittlichkeits-Berge hen wurde der Atldhaiier Gräf festgenommen. In dem Atelier hatten Hausbewohner wiederholt beobachtet, wie Gräf an seiner 14 jährigen Tochter sich vergriff. Gräf hat sein Verbrechen eingestanden. * Unheil in China. Der Köln. Volksztg. wird von einem Kenner der Verhältnisse in China mitgeteilt, daß in Mittelchina die Hungersnot fortgesetzt ein Schreckensregiment führt. In Thautschufu seien etwa 20 000 Soldaten seit Monaten in dem der Präfektur unterstellten Kreise stationiert. 7 00 Personen wurden enthauptet. Der Gewährsmann der Volksztg. berichtet, die Bäume in der Nähe der Sport. — Beim Radrennen um dasGroßeGoldene Rad von S t e g l i tz bei Berlin wurde G u i g n a r d erster. Robl, der erst die Führung hotte, kam durch einen Rellendesekt seiner Führungsmaschme zu Fall, sodaß er von der Bahn getragen werden mußte. ______________ 4>$°/0 russ.Staatsaul. 19ub 4>iv,e japan. Staatsanleihe 4>0 Couv.Türken von 1903 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Bandel und Industrie, Giessen. Frankfurter Korse. 6. Mai. 1.15 Uhr. Rni7hqro H mit wird am besten gepflegt durch den rWl£U