an lmoPhona ^öen e-L \JSyin Vk ?p i !Qt>[ Werten, a«, |l*fc, et.fi ' roiril in lebem 1463 ieiitels Telephoi 163 > Obst losen - Birnen .en, Felgen eto. iFnudel •oni ; Verwendbarkeit Oll ’J nwGrfel, on-Kapseln. L Weg 1A__ gibst die feinsten eit auf neu Edelweiss" Telefon 487 iaiiöfi sämMe 1U3 hÄ 61/, Uhr alt gegenüber ÄjerStadtkircbe. strasse 10 Ä-üw KL» «*■"* .bei Bcbllle»."1* ff» **** n KrJuniöU Kleines Feuilleton. Damit die meinet vollen Befriedigung und Anertenuung darlwer Ausdruck zu geben, daß es den beiden von mir eingesetzten aommillionen gelungen ist, meinen Intentionen in so ausgezeichneter Wetze zu entsprechen und ein einzigartiges musikaluches Denkmal futf das deutsche Volk zu soffen. Allen, welche die,em bedeutungK. vollen Werke ihre opserwulige, treue Mitarbeit geliehen haben, »üble ich mich zu au.richtigem Danke verpslichtet, und ich er- niächlige Sie, den Kvmmissionsmitgliedern — loweit ich das mdg selbst zu tun Gelegenheit hatte — meinen wärmsten ^ank noch besonders auszusprechen." Indem ich mich die,es allerhöchsten Auftrages mit besonderer Freude hierdurch entledige, suge ich hinzu daß Seine Majestät im Einblick auf die reiche^ Fülle und die vorzügliche musikalische Bearbeitung der nt der Sammlung vereinigten Volkslieder der Hoffnung Ausdruck zu geben geruht haben, tab d>as Werk aus den deutschen Männergeiang wie auch — durch einte sachgemäße Bearbeitung für gemilchten Chor und Einzelstimmen — auf den Volksgesang überhaupt weitreichenden und v<,roiidlick)en Einfluß ausüben werde. Seme Majestät haben zugleich ausgesprochen, daß Allerhöchstdieselben es im Interesse der gesamten nationalen Entwicklung mit Freuoen begrüßen würden, wenn es gelänge, der Pflege des Geianges uiid seinem veredelnden Einsluß im Volksleben wieder einen breiteren Schaum zu gewähren, ^ur Erreichung disfes Zietes mitzuwirken, sei insonderheit die Schule .berufen., v. Stuot.- mm—■wr’WM—a— zeitigen Freifahrt durch ganz Lessen auch die G e w ä r u n g v o n D i ä t c n an oie Darmstädter und die in der vcäh^ wohnenden Mitglieder. ,, . _ Abg. Bähr (3)6.) wünscht, daß den auswärtigen Abgeon^ neten auch eine Entschädigung für versäumte Arbeit gezahlt werde. Abg. R e i n h a r t halt die freie Fahri durch das ganze Lantz — Ein Vortrag Bruno WilleS in der Freidenker-Vereinigung. Am kommenden Samstag abend werden wir zum drittenmal das Vergnügen haben, Herrn Dr. Bruno Wille in der hiesigen Fretdenler-Vereini- g u n g sprechen zu Horen. Das Thema lautet: „Gottesverehrung uiid MertschheitSdienst". Es darite deshalb wohl angebracht sein, in (wenigen großen Zügen eine Uebcrsicht über die bisherige Lebe n »arbeit dieses aus Fechners Spuren wandelnden Naturphilosophen zu geben. Dr. Brutto Wille wurds am G. Februar 1860 zu Magdeburg geboren. Er studierte 1881 hi 4>oiih und Berlin Theologie, nachher Philosophie und weilte Don .1885 bis 1886 als Hauslehrer im kaufe der rumänischen Tichterin Mite Premnitz in Bukarest und Sinaia soivie als N-ttsebeglcittr des Geographen Kiepert in Kleinasien. Nach Berlin juruckgekehrt, widmete er sich der Literatur, promovierte in Stiel und wurde Sprecher und Lehrer der freireligiösen Gemeinde in $3 crlin. 18S0 gründete er daselbst die „Freie Volksbühne", 1892 bie „Neue freie Volksbühne", 1900 den Giordaito-Bcuno-Bund, 1201 'mit Wilhelm Bäuche u. a. zusammen die „Freie Hvch- fdbule" und 1906 mit dem Maler Hermann Hendrick) die Sagen- Abg. Molthan (Ztr.) macht darauf aufmerksam, daß die Erhöhung des Jagdstempels eine Voraussetzung für die Erhöhung bet Lehrergehalte bilde. Wenn also die Kammer die Jagdstempel- erhöhung ablehne, so würden damit auch die jetzt vom Finanzausschuß vorgeschlagenen höheren Sätze scheitern. Im übrigen wolle der Ausschuß die Erhöhung aus 60 Mk. für alle Nicht- Hessen, nicht nur für Reichsausländer, wie Abg. Reinhart be- Leun (Bb.) spricht gegen den Antrag auf die Jagd- stempelerhöhung. Derselbe betrage jetzt schon 25 Mk., in Preußen dagegen nur 15 Mk. Man müsse auch auf die In- teressen der Gemeinden Rücksicht nehmen. Abg Dr. Heidenreich (natl.) ist für die Erhöhung. Es handle fick'- hier nicht um eine neue Belastung des „armen Mannes". Abg. Wolf (Antisemit) wünscht die Ausstellung der Jagd- karten von Januar zu Januar. Abg Dr. Weber (wild) ist für die Erhöhung des Stempels für Ausländer, von denen vielfach „Raubbau" betrieben werde. Weiter wünscht der Redner die Jagdbesteuerung je nach bCC Abg^ »Ürau^?wünscht die Einführung einet Reichssteuer für $Ö0'ULbg1” U 11 i d) spricht sich gegen den Jmmobilienstempel im allgemeinen aus und wunfüjt dachr eine höhere Stenerprogresswn. Abg Brauer fordert, daß auch die Fvrstwarte, die die Jagd auSÜbten, einen Wafienschein lösen sollen. Die ÄLgg Hirsch el, Weber und Brauer beantragen die Erhöhung des Jagdstempels von 25 auf 40 Mk. Ma Finger (iiatL) stellt den Durag, den Satz von 25 Mk. für Hessen zu belassen, Mgegen für Reichsdeutsche auf 40 und sür Ausländer auf 60 Mk. zu erhöhen. ~ Apg Leun wünscht die Ausgabe von Tageskarten und beantragt, Dagespässe L 1 Dtt. und Wochenpässe für 5 ?)JIL aus- 3 9 Abg. Dr. Weber verteidigt das Forstpersonal gegen die Bemerkungen des Abg. Brauer, und bemerkt, daß dasselbe nirgends besser ausgebildet fei, a'.s in Hessen. „ „ , Ministerialrat Dr. Becker erklärt sich gegen die Ausgabe von Tages- oder Wo ch-n mitten. Die Einnahnien würden bei der Einführung solcher Karten sehr geschmäteit werden. Wenn z. Ä. Karten für drei Tage zu 3 Mt. ausgegeoen würden, so wurden Diele Pächter weniger als zehnmal fotche Warten lösen. Dem Abg. Finger fei es nicht gelungen, datz bei Erhöhung des Stempels von 25 auf 30 Mk. der kleine Mann geschädigt werde. Abg. Best (natl.) bittet, die Erhöhung für Auslandpässe abzulehnen. . Abg. Dr. Osann trat!.) bespricht die Position direkte Stcuerstrafeu und weist darauf hin, drtz die da,ur als Einnahme ongesetzte Summe ioon 80 000 M'l in der Siegel twch stark überschritten werde. Es sollte jeder, der sich Steuerhinterziehungen zu schulden kommen lasse, durch Nennung seines Namens öffentlich an den Pranger gestellt werden. Das liege im Interesse der Allgemeinheit. , „ , „ , . Finanzminister Dr. Gnauth dankt oem Vorredn-w dafür, daß ' er Den Steuerpinttrziehern einmal kräftig ins Gewissen geredet habe, aber soweit zu gehen und die Namen öffentlich zu nennen, könne doch wohl nicht beiürwortet werden. Erfreulich sei übrigens, daß die Zahl der Steuerhinterziehungen immer mehr zurüllgehe. Der Minister macht hierüber einige nähere Mitteilungen und bemerkt: Man sieht daraus, daß es immer noch genug Sünder gibt! Abg. Reinhart schließt sich ganz den Aus uhrungen Dr. Osanns an und bemerkt, daß man jetzt für das abscheuliche Wort Steuerdesraudation „Steuerirrung" eriunbcn habe. Redner bitte, unter Ablehnung aller zur Jagd, (HeinerHöhung gestellten Anträge Den vom Ausschuß gestellten Aiitrag anzunehmen. Da alle diese Anträge mit dem Kap. 116 b in Zusammenhang stehen, wird die Abnimmung über dieselben bis zur Erledigung dieses Kapitels verschoben. Vizepräsident Dr. Schmitt hat inzwischen den Vorsitz übernommen. Bei Kap. 13, Landstände, Ausgabe 132870 Mk., regt Abg. «Pennrich (Zentr.) wieder die Frage der Freikarten für die Eiscubahufahrten der Abgeordneten an und ersucht die Regierung, auf eine baldige Erledigung dieser Sache bedacht zu sein. i Abg. Adelung (Sozd.) weist auf die ungünstigen Platze auf den Tribünen beider Kammern für die Journalisten hin, die eng zusammengepfercht sitzen und arbeiten müßten und dabei schlechte Beleuckstung hätten und auch die Redner oft nur schwer verstehen 'könnten. Er bitte dringend um Abhülfe. Staatsminister Ewald erklärt, er habe in Sachen der Freikarten für die Abgeordneten beider Kammern schon mit dem ver- ftorbenen Eisenbahnminister Budde verhandelt, aber jetzt mit dem neuen Minister noch nicht darüber kon,erieren können. Er werd: aber bemüht bleiben, den Wünsck-en des Hauses in dieser Hinsicht Rechnung zu tragen. . Abg. M othan erkennt die Klagen über die schlechten Platze der Journalisten durchaus als berechtigt an. Das Haus müsse doch bestrebt sein, den Jounialisten das Leden so angenehm wie möglich tu machen! Die Debatte über die freie Eisenbahnfahrt spinnt sich nun wohl noch eine Stunde lang weiter. Die iÄbgg. Ulrich uno Raab verlangen neben der jeber- lebendige All" und fein wohl bedeutenDstes Werk „Offenbarungen M Wachholderdaums". Zurzeit verläßt ein Werk Willes über „Darwin" die Presse, und ein größerer Roman „Die Abendburg" ist in Angriff genommen. Tie glänzende Begabung dieses Dichterphilosophen erzwingt sich in steigendem Maße die Beachtung weitester Kreise. Besonders ist cs der schon oben erwähnte Roman eines Allsehers. Tie „Offenbarungen des Wachbolderbaumes", der sich trotz feiner seltsamen, ganz aus dem Rahmen fallenden Eigentümlichkeit einen begeisterten Leserkreis erworben hat. Der Professor der Philosophie Friedrich Paul, en in Berlin hat diesen Roman seinerzeit glänzend besprochen, und dem Verfasser wurde der Schillerpreis dafür zuteil. Bruiw Wille besitzt eine wunderbare Rhetorik, und versteht es sowohl durch Form wie durch Inhalt «eines Vortrages seine Zuhörer außerordentlich zu fesseln. Zuhörer in ihrer Aufmerksamkeit nicht gestört werden, findet der Vortrag diesmal ohne Reslvuration statt. — Das Volksliederbuch des Kaisers. Man schreibt aus Mainz: Tas hiesige Mitglied der vom Kaiser ernannten Kommissstn des „Bollsiieoerbua,s iur Männerchor", Prof. Dr. V o 1 b a ch, erhielt vom Kultusminister v. Studt nachstehendes Schreiben: „S. M. der Kaiser und König haben mir aus Anlaß d.r Vollendung des „Vottsttederouches ,ür Mannerchor" eine allerhöchste Kundgebung zugehen zu lassen geruht, vi welcher es heißt: „Nachdem ich das mir übergebene erste Exemplar des „Vo^slieoeroucys für Aeännerchor" einer näheren Durchsicht unterzogen habe, ist es mir. ein herzliches. .BedürspiS, Kie Heutige Aumrner umfatzt 12 Seiten. ( Keusche Zweite Kammer. 11 R. B. Darmstadt, 5. März. 1 Am Ministertisch: Staatsminister Ewald, Finanzmiluster > E n a u t h, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat strug ‘ dPräsident HaaS eröffnet die Sitzung U3t 10l/i Uhr. Aui der Tagesordnung steht zuerst bu Beratung der Re- , gitruiigdüörloge betreffend die I n st and , etzung des Schlosses Lichtenberg (Jnnenraume). Die Raume Jollen bekanntlich zum Teil dem Reichsverband der deutschen landwirt- schastlichen Genossenschaften für Erholungsbedürftige überlisten weiden; die Kosten für die Herstellung der Jnnenraume sind auf 62 000 Mk. berechnet. # Das Haus stimmt der Regierungsvorlage dem Ausschußantrag u Fortsetzung der Etatsberatung wird Kap. 3 Dein- baubomänen, Einnahme 171500 Mk., Ausgabe 138400Mk., ohne Debatte genehmigt. Kap. 4, Bad Salzhausen, ist mit Kap. 8, Nauheim, verfchinolzen und kommt daher hier in Wegkali. Kav. 5, Oolzmagazin zu Darmstadt, Einnahme 10 507 Mt., Ausgabe 1105 ülkt., Kap. 6, Kapitalzinsen und Sonstiges, Einnahme 41)500 Mk., Ausgabe 7000 Mk., Kap. 7, Staatsdomänen, für ßanieral» und Forstdomänen, Einnahme 261235 Mk., Ausgabe 12b 537 Mk. und Kap. 7 a, Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung, Einnahme 263 700 Mk., Ausgabe 216 812 Mk., werden genehmigt. Abg. Ulrich gibt zu der Position „Ludw i g S ho s sn u n g" eine kurze Erläuterung seines Ausschußreferats, in welchem es hnßt: Im Ganzen macht d»er Voranschlag den Eindruck, datz bas Geschäft sich bessert, wenn auch nur langsam. Der Ueberfchuß beträgt diesmal 46 888 Mk. gegen 31175 Mk. im ißoriabre. Es wurde im Ausschuß darauf aufmerksam gemalt, daß man in Ludwigshoffnung rationeller arbeiten könnte. So seien im Winter keine Kohlen zu hoben gemefen, gerade in füier Zeit, wo der Absatz am größten hätte fein können. Ebenso Knute man zum Tagbau übergehen und wäre bann der stark nisgcsundene Lett und Ton recht gut zu Ziegelbrennereien und wideren industriellen Unternehmungen, wie Röhrenherstellung und Steinplatten, usw. Fabrikation zu verwenden, während letzt gar nichts in brr Richtung geschieht; man könnte außerdem aber auch darauf sehen, daß die abgebauten Gelände der Landwirt- ftyaft wieder zugängig gemacht würden. . Finanzminister Dr. Gnauth sagt zu, die tm Ausschußbericht gegebenen Anregungen in Erwägung zu ziehen. Abg. H i r s ch e 1 wünscht, es möge Fürsorge dafür getroffen werden, daß das Werk die ihm gemachten Bestellungen rascher zu liefern in b er Lage sei. Bei Kap. 8, Saline, Badeanstalt und Tiesbauamt Vad-Rautzcim und Bad-Salzhaujeu Einnahme 1218 976 Mk., Ausgabe 1 118 976 Mk., wünscht Abg. Breitenbach (Bb.) die Herstellung eines schön angelegten Weges von Bad-Nauheim nach Schwalheim, der im Huteresse der Kurgäste bringenb erwünscht sei. Weiter wünscht Webner eine Vergrößerung der Anlagen beim ehemaligen fiskalischen Brunnen in Schwalheim> und empfiehlt den Ankauf des MänbeS zwischen dem Frauenwald und dem Johannisberg bei Lad-Nauheim. Durch die sich dort zahlreich aufhattenden „Pollacken" würden die Kurgäste vielfach belästigt. Abg. Damm (freif.) bemerkt, daß die jetzige Kurlapelle in Nauheim ausgezeichnet fei und dankt dem Füianzminister für dic Verbesserung derselben. Finanzininister Dr. Gnauth dankt dem Vorredner für die Anerkennung und sagt tunlichste Berücksichtigung der vorgebrach- tat Wünsche zu. Ä Das Kapitel wird darauf bewilliat. Kap. 9, ©amen- llenganstatt zu Gammelsbach L O., Einnahme 34 921 Mk., Ausgabe 33 595 Mk., Kap. 10, Staatseisenbahnen, Einnahme 15 Mill., ülusgabe 380 000 Mk., und Kap. 11, Lotterie, Einnahme 800 000 Dtarf, werden ohne Debatte genehmigt. Bei Kap. 12, Direkte Steuern, Regalien, indirekte Anlagen re., hat Abg. Reinhart den Antrag gestellt: Hohe Kammer wolle hcschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, die Verordnung, die Jagvwaffeupasie betreffend, im Falle der Annahme der in Kap. 116 b finanziell mm Ausdruck gebrachten Vorlagen dahin zu ändern, daß kstnftig bie Jagdwaffenpässe nur Gültigkeit bis zum Ablauf des Kalenderjahres haben, baß die Jayresabgabe von 25 auf 30 Mk. für Reichsdeutsche zu erhöhen und für Reichsausländer der doppelte Latz, 60 Mk., einzuführen ist." Abg. Reinhart begründet diesen Antrag. Finanzminister Dr. Gnauth beleuchtet kurz die Stellung der Regierung zu diesem Antrag. Der Erhöhung der Jagd- wasfenscheine auf 30 Mk. werde die Regierung ihm Zustimmung [eben, dagegen hege sie bezüglich der Erhöhung auf 60 Mk. üc Reichsausländer das Bedenken, baß manche Gemeinden da- mrch geschädigt werden könnten. Abg. Finger (natl.) möchte der Erhöhung beS Jagbstempels bon 25 auf 30 Mk. nicht beistimmen. Dagegen habe er gegen die Erhöhung von 60 Mk. für Reichsauslänber nichts einzu- tr enden. nicht für geboten. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. HaaS, v. Bren^ t a n o , Pennrich il n. nimmt bttS Haus gegen vier Stimme^ einen Antrag Ulrich an, die Regierung zu ersuchen, beiml Eifenbahnminister in Berlin dahin zu wirken, baß den Mitgliedern beider Kammern im Grolcherzogtum freie Fahrt gewährt wird. Ein weiterer, darauf bezüglicher Antrag Pennrich wird 1168darauf vertagt sich HauS um i/s2 Uhr. Nächste SitzungL MUtwoch früh 9 Uhr. * Von anderer Seite uns aus Darmstadt, 5. MLrz, geA schrieben: Bei dem Kapitel Direkte Steuern qab eS heute eine mehr al» einstündlge Debatte über die vom Ausschuß vorgeschlagene Er« bohung des Stempels für I a g d w a f i e n p ä s s e. Bekanntlich Hal die Regierung neuerlich vorgejchtagen, die Skala dev vier unterstell Stufen der Lehrerqehälter weiter zu erhöhe n, um den Wünschen der liebtet enlgegenzukommen. Tas dadurch erforderliche Mehr an Mitteln für bie Lehrerbesoldungen oll nun teilweise durch Erhöhung der Gebuhten lut den Jagd- wasjenpaß aufgebracht weiden. Reichsdeutsche sollen stall bisher 25 Atait kün'tig 30 Mark zahlen, Ausländer die doppelte Gebuht. Tie Regierung erwartet hiervon eine Mehreinnahme bis etwa 25 000 Mark. AunaUendetweise träum mehrere Abgeordnete, vor» nehmlich aus Rheinhessen, gegen die geplante Erhöhung des Jagd« stempels auf; sogar gegen die Belastung der Auslandet-Jage« wandtrn sich einige Redner mit Rücksicht auf die jagdverpachtenden Jäger. Und doch ist es nur zu richtig, was der Abg. Dr. H e t d e n- i-cid) zur Begründung des Ausschuß-Antrags ausfuhtle, das es sich in dieser Frage doch um die Belastung eines Vergnügens reicher Leute handelt. Ter Abg. B r a u n-Alsheim steUte den Antrag, bie Regi tung zu ersuchen, im Bundesrat für Einrichtung eines Reichswafsenpasies emzutreten. So weit vergaß man Zweck und Ziel des Ausschußantrags. füllt Recht fragte darum auch Aiinilterialrat Tr. B e c£ e r den Antragsteller, ob er wirklich glaube, dos Reich würde den Bundesstaaten etwas von einem Reichsiagd- Itempel abgeben. Schließlich wurde bie Abstimmung über den Aus- schußantrag bis zut Beratiing des Nachtragsetats ausgesetzt. Warum man nicht auch diese Debatte für fpäter aufsparte (wenn sie überhaupt notwendig war l) ist nicht ersichtlich. Wie kleinlich diese Diskussion war, ließ auch der Regierungsoertreter durchblicken, al8 er aut des Abg. Ulrich Kritik an der Emw'cklung unserer totcuer- yolitif antwortete mit der ironischen Wendung ,um von Großem auf Kleines zu kommen". Man mag zur Steuerpolitik stehen, tote man will, wer die Lehrerbef old un gS a u s b e f f e r n n g, die W o h n u n g s g e l b z u s ch ü f s e der Beamten will, bem bleibt unter den gegebenen Umständen nichts übrig, als m den sauren Apfel der Stempelbefteuerung zu betten. Darüber sollten sich alle Parteien klar fein. Eine endlose Debatte gab es noch über bie Frage der Freifahrt der Abgeordneten auf berErsenbahiu Hoffentlich gelingt es der Regierung, bei bem neuen preußischen Elsen- bahnmulister mehr Verständnis für bie Wünsche ber hessischen Volksvertretung zu sinden. Tenn es ist u. E. ein billiges Verlangen, daß den Abgeordneten die Möglichkeit gegeben wirb, an jeden Ort zu reifen, um sich dort informieren zu tonnen. Aller- dmgs gab es vier Slitglieber der Kammer, bie gegen diesen An- lCa9 Bemerkenswert ist noch die Annahme eines Antrags Raab, der auch tür bie in Darmstadt wohnya'ten Abgeordneten Ent- schabigungSgelber (Diäten) fordertt Tie Regierung schwieg zu diesem Antrag. __ Parlamentarische-. RB 30jährigeS Kammerjubtläum. Am 7. März sind 30 Jahre feit bem Tage verflossen, an welchem Frhr. Heyl zu Herrnsheim zum Mtlglted der Griten Kammer der hessischen Landstände ernannt wurde. Nach dem kurz vorher erfolgten Ableben seines Vaters, der ebenfalls Mitglied der Ersten Kammer war, wurde durch Entschlteßung deS damaligen Großherzogs Ludwig III. vom 7. Marz 1877 Frhr. von Heyl tm Atter von 34 Jahren zum Mttgltede der Ersten Kammer auf Lebenszeit berufen. Zu Beginn deS 23. Landtags (1878) wurde er in den Finanzausschuß der . Ersten Kammer gewählt, dem er auch jetzt noch als hervor. : ragendes und eifrig tätiges Mitglied angehört. Bon den zur ; Zeit der Ersten Kammer angehörenden Mitgliedern i|t . Frhr. v. Heyl am längsten Dtttglied dieser Körperschaft. Kö Die Finanzausschüsse beider Hess. Stände- : fammern hielten am 5. d. M. noch einmal eingehende ’ Beratungen tn Betreff des Staatshaushaltsetats und feines , Nachtrags ab. Der Finanzausschuß der I. Kammer tagte jlr. 55 Erstes Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 6. März 1907 Erscheint tögllch Q moi.ttttch7öPf^otettek- exSs iZj AI* 1| HI A sBSS Woche deigelegt und M WM ” ▼ V *** ä W ” V ZellenpreiS. lokal tbPf^ .weimal wöchentlich da« MM auSwättS 20 Pfennig. ES General-Anzeiger für Oberhessen MW ut>re§ 4. Mai, als es bei Geißler brannte, um 2V2 Uhr fcren Angeklagten vor der Gastwirtschaft zum Grünen Baum angetroffen. Am andern Tag hat er Rohrbach befragt, ob er von dem Feuer nichts gesehen hat, was dieser verneinte. Es sei ihm dies damals schon auffällig gewesen. In der Nacht darauf sei der Angellagte in einer Wirtschaft als der Brandstifter bezeichnet worden. Der Zeuge Frey habe dem Rohrbach gegenüber eine Bemerkung gemacht, die düsen unzweideutig als Brandstifter bezeichnete. Der Angellagte erklärt, er habe eine solche Aeußerung des Frey nicht gehört. Zeuge Frey bemerkt, Rohrbach sei an jenem Abend in der Wirtschaft betrunken herumgetaumelt und habe gesagt, wenn mich die Leute so ansehen, wäre ich schon längst draußen aus der Wirtschaft, er hat nicht daran denken können, daß jemand den Rohrbach als den Urheber des Brandes bei Geißler ansehen könne. Friedr. Geißler, dem am 4. Mai die Scheuer niederbrannte, erllärt, er habe anfangs nicht an Brandstiftung gedacht. Später sei bas Gerede gewesen, Rohrbach habe ihm die Scheuer angezündet. Der Zeuge hat mit dem Angellagten nie eine Differenz gehabt und kann sich gar nicht denken, weshalb R. ihm die Scheuer angesteckt haben sollte. Die Vernehmung der beiden Gendarmen, die am Morgen nach dem Brande sehr ftüh in Lollar waren, um den Tatbestand festzustellen und den Angeklagten in Haft zu nehmen, ist insofern von Wichtigkeit, als einer der Beamten ebenfalls die Fußspuren in den Garten hinter der abgebrannten Scheuer in Augenschein genommen hat. D'¥er erklärt, es habe nur eine Fußspur von der Zaunlücke von Bieraus Garten her nach der Brandstelle hin unb wieder zurück geführt. Er würde eine weitere Fußspur gesehen haben, wenn noch eine vorhanden gewesen wäre. . Die einzige an die Geschworenen gerichtete Frage lautete auf V r a n d st i f t u n g. Der Vertreter ber Staatsbehörde, Assessor Dr. Hetzel, wies darauf hin, daß / Staatsanwaltschaft nach beendeter Vorunter- nkchuug bei der Strafkammer die Einstellung des Verfahrens beantragt hat, weil nicht hinlänglich Beweise für die Schuld deS Angeklagten Vorlagen. Die Strafkammer habe jedoch anders entschieden und den Geschworenen den Fall zur Entscheibuug unterbreitet. Dr. Hetzel erklärt, daß die Staatsanwaltschaft nicht nur dazu da sei, unter allen Umständen für eine Verurteilung des Angeklagten einzutretcn, sondern daß sie auch verpflichtet sei, dafür einzutreten, daß nicht ein Unschuldiger ober ein nicht überführter Angeklagter verurteilt werde. Dr. Hetzel weist darauf hin, daß der Angeklagte in nächster Nähe am Tatort war, als der Brand ausbrach und daß alle Momente der vorsätzlichen Brandstiftung gegeben seien. Die Beweisaufnahme habe aber eine Reihe von Momenten gebracht, daß die Täterschaft Rohrbachs nicht unbedingt feststeht. Aus diesen Gründen erklärt Dr. Hetzel, '«ine Fußspur gesunden haben, die von nach der hin unb wieber zur: . Die Fußsp. ren zeigten einwärts 1 Am Morgen nach gefallenen Schnee öderen Zaunlücke Lücke hinsührte. th. Gießen, 6. März. r Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den auf der Main-Weserhütte zu Lollar beschäftigten, am 13. Dezember 1884 ; iii Loli ar geborenen Former Ludiv. Rohrbach wegen B randstiftuu g. Tie Anklage vertrat Gerichtsasscstor Dr. Hetzel, bie Verteidigung führte Nechtsanw. Tr. Jung. Es waren 30 Zeugen zu hören. Die Verhandlung dauerte dis abeuds gegen ■TL Uhr. Ter Tatbestand war der folgende: In der Nacht vom heiligen Abend zum 1. Weihnachtsfeiertage brach um 3 Utzr in der Scheuer des Hülisweichcustellers Karl Moos, dessen Ho'reile in der Hauptstraße liegt, Feuer aus. Das Gebäude und bie angrenzende Scheuer des Philipp Junker brnimle nieder. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf den Angeklagten, der kurz vor Ausbruch des Brandes bie Wirtschaft von Wenglortz „Zum Stern", bie. von ber Brcmbstelle 3-4 Almuten entfernt, ebenfalls in bei Hauptstraße gelegen ist, mit einem Ramerabeii verlassen hatte, um nach Hause zu gehen. Auf bem Wege bahm mußte er mumttcl- bar am Tatort vorüber gehen. R. soll mit bem Eigentümer ber niedergebrannten Scheuer, 'Moos, Tisfercuzeu gehabt und bieser- halb aus Rache bas ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen Haben. s Ter Angeklagte erklärt, er habe gegen V3 2 Uhr den Stern verlaßen, nachdem er eine Bierreise durch verschiedene Lokale unternommen und dabei etwa 18—20 6)las Bier getrunken höbe; er fei aber nicht betrunken gewesen. Als er den Stern verlassen, in Dem er zuletzt mit Hch. Moos allein geicHen, habe ihn biejer bis kurz vor bie nachherige Braubslelle begleitet und sich bann von ihm getrennt. Rohrbach erklärt, daß ihm beim Passieren der Moosjchcn Hofreite riichts aiügetaClcn fei. Er will sich zu Haus joiort meöergelegt haben. Etwa 10 Minuten später habe er ben |cl)arten Psifj ber Alarmpfeiie von ber Hütte her unb gleichzeitig Feuerlärm vernommen, sei wieber oiügcltcmben unb nach ber iBraiibstelle geeilt, uachbem er seinen Bruder unb seine Mutter ba- vou verstäubigt hatte, baß es breuue. Polizelbleuer Schmidt, der in ber Nachbarschaft wohnt, habe er geweckt. Auf Beiragen bcs Porsitzeubeu erklärt ber Angeklagte, baß er am Adenb Leberschuhe getragen hat. Als er sich wieber aii£leibele, habe er Türnichuhe ans Segeltuch angezogen, bie er als Hausschuhe, auch ab und zu über bie Straße, "getragen hatte. Es fei zwar in ber Branbnachl Schnee geiallen, aber es sei nicht kalt gewesen. Rohrbach erklärt ferner baß er mit einer brennenben Zigarre zur Braubslelle gegangen sei unb untätig bort herumgeslanden habe. Auf bie Frage des Borsitzcuben, Lanbrichter Tr. Jricbrich, ob ber Angeklagte aui der Brandstelle sich geäußert hat: „Es ist ein schönes Feuer" meint Rohrbach, er wisse dies nicht mehr, es könne aber möglich sem. Rohrbach ist gleich nach bem Branbe in noch brci Wirtschaften gewesen, bis er gegen 9 Uhr von ber Genbarmene verhaftet würbe. Tie Anklage nimmt an, baß ber Täler von hinten burch bie an die Hofreiteu ber Hauptstraße grenzenden Gärten in der Rohr- bcichfthen Scheuer den Brand angelegt har. Rohrbach erklärt, baß ihm bie Situation bes Tatortes nicht bekannt sei, er sei nie bort* Feuer d Familie i .fahrlässig den Brand oeruriaci.'t haben kam. bem Brame will der Zeuge in dem ¥ hin gekommen unb habe nicht gewußt, baß Karl Aloos hinter seiner Ccheiier noch einen Garten habe. Nachdem den Geschworenen an Hand eines Situationsplanes Klarheit über die Deitiidjfcit gegeben worden war, wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Kvrl Moos deponiert, daß,der Vbere Teil der abgebrannten Scheuer mit Stroh und Heu gefüllt War, während der zu ebener Erde gelegene Teil des Gebäudes als Stallung diente. Dicht an der Scheuer nach der Straße zu habe das Häuschen gefJinben, in dem seine Familie wohnte. Nach der Straße ist sein Besitztum durch ein Hostor abgesc.ftvlfen, das nachts meist unverschlossen mur und dessen Riegel man von der Strasze leicht habe önnen können. Der Zeuge hat damals nm 6 Uhr nachmittags seine Wohnung perlassen, um in Dienst »u gehen. Ms er um 3 Uhr nachts nach Hanse eilte, habe seine und des Jung Scheuer in hellen Flammen gestanden. Weiter bekundet der Zeuge, daß die abgebrannte Sck>euer nach dem dahinter gelegenen Garten eine Tür hatte, die nie fest verschlossen war. Er will nach dem Brande loahrgenommen haben, daß die Heiden Zännc, die seinen Garten rechts und links abschließen, vorher nicht vorhandene Lücken auttoiejen, durch bie ein Mensch bequem Lurch kriechen konnte. Er ist ber Überzeugung, daß das Feuer durcy Brandslistung entstanden ist, da niemand von seiner Familie in der Dunkelheit die Scheuer meor v.rreten hat und etwa Die Beratung der Geschworenen dauerte kaum eine Minute? Der Obmann, Stadtverordneter Kirch-Gießen, verkündete, daß die Schuldfrage verneint sei, worauf der Gerichitshof auf Freisprechung erkannte, die Kosten, mit Ausnahme der für die Verteidigung (Rechtsanwalt Dr. Jung war Wahlverteidiger) wurden der Staatskasse auferlegt. Der Verteidiger hatte den Antrag gestellt, dem Angeklagten für die erlittene Untersuchungshaft ent- sprechend gesetzlicher Bestimmung eine Entsckiädianna zuznbilligen, verinischtes. * Wien, 0. März. Heute fand zwischen dem Schriftsteller Fritz Grün bäum und dem H n s a r e n - O b erteil tn an t ElekeS von Szentkatelno wegen eines Nen- fontreS in einem Veraniigungslokal ein Säbeldnell statt. Ersterer wurde an der Schulter, letzterer am Arme verwundet. Tie Gegner schieden unversöhnt. Der Postschnellzug von Chicago nach New-Port erlitt in der Nähe von Barrytown einen Unfall. Es wurde niemand getötet, drei Personen verwundet. Die Lokomotive unb der erste Wagen blieben im Geleise, die übrigen Wagen stürzten in einen Graben. * Zuviel des Segens. Die Ehefrau des Pferde- ivärters Maier in der gräflich v. Montgelasschen Brauerei in Aham bei Frankenhausen in Bayern, die bereits dreizehn Kindern das Leben geschenkt hat, überraschte dieser Tage ihren Mann mit drei kräftigen Knaben. Mutte und Kinder befinben sich den Umständen nach wohlauf. e „Glückwunsch verbeten". Im Anzeigenteil des „Lauenburger Kreis- und Lokalblatt" lesen wir folgende Geburtsanzeige: „Die glückliche Geburt von Vierlingen zeigt an . . . (folgt Name). Glückwunsch verbeten." * Kleine Tageschronik. Im Deutschen Museum zn München stürzte am Montag abend tut sogenannten Schiffssaale die ganze Tccke ein., Cämtliche^AIodelle und Aiisstcllimgsgegen- stänbe würben verschüttet. Ter Schaben bürste sich als beträchtlich erweisen. Tas Museum tvar am Tienslaq gesperrt. Ter Zutritt zu ber Uisiallstelle war für Jebermann verboten, selbst für bie Presse. — Bei einer Skipartie auf bie Rolwanb (Oberbayern) verunglückten schwer ein Kaufmann imb em Banibeamter aus 'München. — Beim Spielen mit einer Pelrolenmkcnme am offenen Verdiener sind die beiden 4 unb 5 Jahre allen Sohne bes Alaschinen- iührers Lein in Ebersbach (Kgr. Sachsen) verbrannt. — Im Lolicricverein in Zlrnheim in Hollanb würben llnlerfdileife im Betrage von einer Million entdeckt. — In Lissabon wurde die Kirche von St. fMagbaleiia bureb eine Gasexplosion, bie während des Goitesdicnsles staltiond, zersltrt. Ein Priester tvurde lebens- geiährllch verletzt. Tie Amveseuden drängten 1 anifditig nach den Ausgängen, um zu entkommen, wobei im Gedränge viele Perioiien verletzt mürben. Schöffengericht Gietzen. O Gießen, 5. März. Beleidigung durch die Preffe. Im Auftrage eines Geschäftsmannes in Alsfeld hatte ein hiesiges Inkasso-Institut einen schon mehrere Jahre in Hanau wohnenden Arbeiter zur Begleichung einer angeblichen Warenschuld aufgefordert, die aus dessen früherem Aufenthalt in Alsfeld herrührte. Da er keine Zahlungen leistete, drohte ihm das Inkasso-Institut in dem Briefe vom 18. Sept. 1906 an, es werde von dem ihm nach reichSgerichtlicher Entscheidung zustehenden Rechte Gebrauch machen und seinen Namen auf die „Liste der säumigen Schuldner" setzen. Gleich-zeitig wurde der Arbeiter darauf aufmerksam gemacht, daß diese Listen geeignet wären, seinen Kredit vollständig zu untergraben, da sie eine weite Verbreitung unter Gewerbetreibenden jeder Art fänden. Diesen Vries hatte die „Frankfurter Volksstiinme" am 22. Sept, v. I. zum Gegenstand eines Artikels mit der Spitzmarke „E r - Pressung" gemacht. Es wurde darin dem Jnkasso-Jnstiiur der Vorwurf gemacht, das saubere Institut spekuliere daraus, daß der Arbeiter aus Furcht vor der angedrohtcn planmäßig betriebenen Denunziation sich selbst zu solchen Zahlungen verleiten lasse, zu denen er sich nicht für verpflichtet halte. Das Inkasso-Institut erhob wegen dieses Artikels Privatklage wegen Beleidigung gegen die betr. Zeitung. Der verantwortliche Redakteur machte geltend, daß die dreimonatliche Antragssrisl nicht gewahrt sei. Der Artikes sei dem Privatlläger alsbald nach seinem Erscheinen bekannt geworden, lieber die ^Person des dafür verantwortlichen Redakteurs hätte er sich sofort genau und ohne Mühe vergewissern können. Der Kläger habe nun aus eigener Schuld irrtümlich einen anderen Redakteur verklagt und infolgedessen die dreimonatliche Frist seit Kenntnis des Artikels verstreichen lassen. Mit Rücksicht auf dieses Verschulden des Privatklägers sei die Klage wegen Nichteinhaltung der Frist abzuweisen. Das Gericht beschloß, über diese Frage vorab zu entscheiden. Die Verkündung der Entscheidung soll demnächst erfolgen. DaS falsche Schlafzimmer. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember ö. I. begab sich ein hiesiger Taglöhner in angetrunkenem Zustande in eine Wirtschaft im Neuenweg und legte sich, ohne daß ihn jemand bemerkt hatte, in einem der Logierzjmmer zu Bette. Erst am nächsten Morgen wurde er entdeckt. Er wurde wegen Hausfriedensbruches im Sinne des tz 123 St.-G.-B. in eine Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. 2lltcs Eifeu. Zwei Arbeiter hatten bemerkt, daß auf einem Bauplatz in der Nähc der Kliniken öfters Radsätze die Nacht über liegen blieben. Sie machten sich die Gelegenheit zu nutze und nahmen zweimal Rollwagenradsätze mit, die sie als altes Eisen bei einem hiesigen Althändler verkauften. Der eine der Beiden erhielt wegen Diebstahls im Sinne des § 242 St.-G.-B. eine Gefängnisstrafe von drei Wochen; sein Komplize ist flüchtig und konnte bis jetzt nicht ergriffen werden. Tetefomsche BCtarsbersc ite des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank fllr Hande) und Industrie, Giessen. Frankfurter Itör*#*. 6. Härz. 1.15 Uhr. 3^°/0 Reichsanleihe . 97.50 3% do. . . 85.90 3>$°/0 Konsols .... 97.40 3% do. . . . . 85.90 Hessen . . . . 9610 3^°l(l Oberbessen . . . 95.50 4% Gesten. Gold reute. . 99.70 4l/6 ®o Oesterr. Silberrente 100.— Ungar. Goldrente . . 95.45 4% Italien. Rente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I . 69.00 3% Portugiesen „ 111 70.— 4 XA°(b russ.Staatsanl. 1905 91.60 4/5° 0 Japan. Staatsanleihe 92.55 1 °6 Couv. Türken von U'u3 95.30 Türkenluse.....145.80 \% Grieeh. Monopol-Anl. 51 80 4% äussere Argentinier . 87.— 3% Mexikaner . • . 66.60 4>au/0 Chinesen .... 98.— Aktien: Bochum Guss..... 233.50 Buderus E. W .... — Tendenz: schwach. Berliner Hörse, 6 Cai da E. B......182.50 Da Städter Bank . . . 135.80 Du ne Bank .... 241.50 Doi dcr-Uniou C. . 82.10 Dre.iu.j.1 Lank .... 155.— ; schwach. Elektriz. Lahmeyer . . .138.— Elektriz. Schnckert . . . 112.75 Esch weil er Bergwerk . 243 - Gelsenkirchen Bergwark . 208.20 Hamburg- Amerik. Paketf. 148 90 Harpener Bergwerk. . . 217.75 Lanrahiittc..... 234.30 Nordd Llojd ..... 128.50 Obciachtes. Eisen-Industrie 115.— Berliner Handelsgos . . 169 20 Darmstädter Bank . . . 136.50 Deutsche Bank . . 241.90 Deutsch-Asiat Bank . . 171.— Diskonto-Keinmandit. . 182 30 Dresdner Bank . . . 154.75 Kreditaktien.....213 50 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 109.20 Gotthard bahn . . . . — Lombard. Eisenbahn . . 29 70 Oesterr. Staatsuulin . . . 145.40 Prince-Henn-Eiseubahu . 142.00 März. Anfangskurse. ilarpener Bergwerk. . . 217.50 i.auraiiütte .... 234 30 r.umbnrdeu E. B. ... 29.50 .Xurdd. Lloyd ..... 128.30 l ilikenluse . ... 146.30 inte he,-L N •’ ZM ÄltzL ebie-^(0"2= Ubl’^ Wage« •oefrau bc§ m- , bereits drei. ."b'MIG, hi - ’A“«". < lySS „ K-ss ^»Aen cr verantwortliche fr monatliche Anttagssrir n Privatkläger aI3bi!) en. lieber die Perser hätte er sich sofort men. Ter Kläger W neu anderen Kedaitein tliche Frist seit,KenL tif Rücksicht auf hielt? Klage wegen W» mg bet «Mw I“ WietHW S ELT egle M *' “ÜJ Äierymmet zu Bem. l'Z Er wurde wegen °z tz 123 et« tn verurteilt. «ff einem DauM « Ä ;t uni *™S «SS Mr- SS- in.' i-t. 213* ‘ 29" ' H»;, . 112.« 169?’ 136» 241» ;nlabD ■ “rtJen* ' U«»delK« ' idtet »k ■:. tti.KoWi"alld,tl ,;"5 ier Hank ' S9PI). ärz. I-'5 l"ir’ . 138* \iAMWV ' , ii2.fi 7 Schnckert . 243 - -iler Iter^erk ' e'r Bergweru. • ilttc • ’ ‘ . 128» iirdeu J* . 1. LMd ' 29» 'E .0* . yW** .«•? ;«,****• ■.«? Plockstr. 14—16 Giessen Plockstr. 14 [hvV, 6-u—" MBMM ScrmSLug, Sen März, c, g, Kleinhenn vormittags 9 Uhr Telepiion 66 Bahnhofstrasse 59 1191 [1467 Stockholz 1780 2780 1300 221 151 Dtlikatessen-.Fisch- u. Geflugel-Handlung Gießen, den 5. lDiärz 1907 Ausgabe neuer Conponsbogen zu den 37» Obligationen, Serie A. Ergänzungs-Netz, Em. I bis III der k. k. priv. oesterreichisch-ungarischen Staats- Eisenbahn-Gesellschaft, Nr. 1 bis 365000. „ ,, Knüppel Kiefern-WeUen Wir sind bereit, behufs kostenfreier Besorgung neuer Couponsbogen zu den vorgenannten Obligationen, letztere von heute ab, entgegenzunehmen. Die Obligationen sind nebst Verzeichnissen, in denen die Nummern arithmetisch geordnet angeführt sind, bei unserer Couponskasse einzui eichen. Darmstadt, den 4. März 1907. hv*/, onfangend, Stamm- und Brennholz-Vcrstcigerung tut Leihgesterner Gemeindewald und zwar in den Distrikten Schindanger, Hang und Forst. Zur Versteigerung kommen: Betamttmachmlg. Mir Bezugnahme aus unsere öefanntmadjuny vom 12. Dezember 190U in yir. 293, 294 und 29o des Giegener Knzelgers uiaujcn wir alle darin zur Einreichung der Eutwnfierungsvlane für tyte (jivuiiöiiüde Qumeioröcricu Erundstückseigentämer, lüiocit ue die Ptane iiüdj majt vvrgeiegt Haden, nochmals daraus nurniertfaui, oatz die grät zur tiuircicouiiß der Entwastcruugsvlaue am lö. o.'jjt» ouluuit und da» es unenaglich tu, dag dis zu incieut .-jctUiuiille aue ipiane zur Vortage gedrachr werden, damit eine geregelte Dnrch- fubruiifl der Anjchluiie in den einzelnen ^.tragen ernwQiiajt wuo unb >mch veriieuung der Strahen neue Au,drücke derieibdn mcht mehr nouvenüig iverdew Bietzen, den 1. März 1907. . Groizherzogliche Bürgermeisterei Giegen Utecu m.______________________B7s Bekanntmachung. Samstag, 16. März 1907, nachmittags L'/, lUir sollen bei dem Turmhaus am Brand die stadtiicheu Marktlauben und die Keller unter dem Turmbaus für die Bell vom 1. Avril 1907 bis dahin 1908 äsfentlich mentbietenö verpachtet werden. Gietzen, den 2. Mär- 1907. Grolzherzogtiche Bürgermeisterei Gietzen. Meeum. ____________B7s Spezialität: Lieferung für GcfcllschaftS-Effen. — Anerkannt vestrenommierLes und ältestes Ge,chast btcier Branche am platze, euipstehlt von täglich frischen Zufuhren: Alle sollen fiuss- und See-fisciie sowie idastgeilugel aller Art in anerkannt nur erstklassiger Qualität zu billigsten Preisen. Fische werden sachgemag geputzt und au, Wumch, wie alle übrigen Pareti, frei ins Haus geliefert. i"l .'7— In Konserven führe nur allerbeste Marken. ■ — la. fft gemäss. Stoüsisch täglich vorrätig. Holzversteigerttttg. Montag, den 11. März, vormittags 10 Uhr werden versteigert im Uörnberg bei dec Ganseburg: 5 Kiefecn-Stänune — 0,78 Fm. 13 Fichten- , ----- 3,35 „ 1304 Fichten-Derbstangen = 93,19 „ 36 Fichten-Nelsslaligen — 0,41 , Brennholz. 13 Rm. diverses Prügelholz l 250 Stück Buchen-Wcllen in Glasbüci'sen von Mk 1.25 an, kiuTr zu. Tabletten gepresst, in Glasröhrchen mit 5 Tabletten (zu je 1 Tasse) für 25 Pfg., bestens empfohlen von Emil I'iechbach, Seltersweg 24. Bekaunrninchinig. Anmeldungen zum Bezüge der Schottfchen Stiftungözinseu für 1907 (Oitergeld) niuiuu das Stadtiichc Ltrmenamt in der Zeit vom 11. bis zi. dö. Atis. während der Amtsimnden entgegen. onesjeii, den L wtärz 1907. bAh Die Armen-Depulation der Stadt Giehen. C u r s ch m a n n.__ Mittwoch, den 6. März 1007, 87, Uhr abends iv4/, Strr Pslmer Börssh-lild|m6tim: (2L m lang», 42 Nuu Scheit «hiervon G Rm. su Luser- Holz geeigilet), 52 ötm. Lnüvvel, 71 Nm. Stock>)Olz und 1530 ^>tua Wellen. Buchen: 2 r)Lm. Scheit, 21 Rm. Kinivvel, 2 Rui. Stochnstz und 320 Stuck Utieilen. l-Ob/3 Grog-Rechtenbach, den 4. März 1907. Las Bürgermeisteramt. Dm RnTYimPFtiemester beginnt am 8. April Die Schule ist staatlich konzessioniert. Sie hat al?e Klassen? von SeX bis Oberprima, mit Real- und Gyumasialabteilungen In besonderen K^sen erfolgt die Vorbereitung zum Einjährigen-, Primaner- und Abi turlenten-Examen. - An der Anstalt unterrichten eit Lehrkräfte. - bilheres durch den Vorsteher ______________________________________Jl. räias. jUesern-Stäiume mit 22,22 Fni. Fichten- , „ 60,98 , „ Derbstangen „ 13,26 „ Rm. Kiefern-^tutzscheit 51 „ -Stock. Zusanuneiikunft im Distrikt Schindanger. Leihgestern, den 1. März 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei. Heb. Akutzlzoizvertauf Das nachverzeichnete, im laufenden Winter bereits gefällte Nutzholz soll auf dem Wege der Submiffion verkauft meroen. Gebote sind oerschlosten mit der Ausschnst „Holziudmiuion" und getrennt nach Waldeigentümer bis ivatestens den 11. Marz 190/ bei unter- jeiajneter Stelle einzureichen. Eröffnung der Gevo.e erfolgt am 11. Marz 1907, vormittags lu Uhr, im Rathaus zu Vtd). Die Ler- kaulüveöingungen, denen sich die Lkäuser mit Glnreichmig ihrer tic- bow unterwerfen, liegen beidenbetresteiidenGro8h.Biirgei:meistereien zur Glniicht vifen. , ,. .w Rauere Auskunft erteilen auf Wunsch die unterzeichnete Stelle sowie die betreifende Grogy. Oberfürsterei. . , DaS Holz ist mit Rinde gemelsen. Wegen Vorzeigung des Holzes wolle man sich an die Lors'warte Lextor in ^ich uud Pauli m vangsdon wenden. _. , rz 1. Gemeinde Lich. a) Forstwarter I. Eichen: 20öeftm. 2.Äl. von 60-öü cm Durchur, 100 Gestüt. 3. Kl. von 40—49 cm Durchni. o i ebten: 7 &euui. 2. Äl. von 40—49 cm Durchm., 133 Feirm. 8. LU. von 30—39 cm Durchm., 87 Festm. 4. SIL von ZS—2S cm Durchm., 143 Üestm. 5. SIL unter 25 cm Durchm. Kiefern: 1,32 öcIuil 2. S£L von 40—49 cm Durchm., ö tzenm. 3. KL von 30—39 cm Durchm., 24 Z-estm. 4. KL von 2^—29 cm Durchm., 43 Z-estm. 5. SU. unter 25 cm Durchuu Bucken: U Fe,tut. 2. KL von 50—ob om Durchm., 23 F-euuu von 21—38 cm Durchm. Hainbuchen: 2o,3 Runr. Rollen. 2. (ycmctnoc LangSdorf. Ei chen: 3,50 Festm. L Kl. von 60 u. mehr cm Durchm., 12 Feitm. 2. StL von 50—59 cm Durch., 21 Fc,mi. 8. KL voii 40—40 cm Durchnu, 45 Festnu 4. StL von 30—m cm Durumr., 30 Festm. 5. StL, von 25—29 cm Durchm., 18 Feitm. U. KL von 13—24 cm Durchuu Kiefern: 15 Fe,rm. 5. SU. mucr 2j cm Durmm. Buchen: 2,82 Festm. L StL von 60 u. meyr cm Durchuu, 2^2 Feiruu 2. StL von 50—ad cm Durchuu, 3Z4 Feimu 3. KL von 40—49 cm Durchuu Hainbuchen: 0^2 Feimu 3. StL von 40—4o cm Durchm., 4,<6 oestnu 4. KL von 30—39 cm Durchm., 0,20 Festm. 5. SuL von 25—29 cm Durchuu, 19,80 Feimu 6. StL von 18—24 cm Durchuu tzich, den 22. iVeuruur ivü7. . , irlroirverzogUche Bürgermeisterei Ltch. Dö r me r._____________________BVs Darmstädter Pädagogium BF Hochstrasse 58 T3 Quaker Oats wird von Kindern leidenschaftlich gern gegessen und deren blühendes Aussehen beweist schon bald die vielen Vorzüge dieser schmackhaften Nahrung. 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