schien. eivtiuerg jiir bii ,-tyiei)ier tieh. fcofrüt MTiS amte itoei t. We sich gen üben?® eines ^men toitb Safe ?Ä *** ä?Äs Jt*3**s »Lxi ?ls .Wir- vom Ennest., kam es « Wlqie» pvotefiieneu öeruilg der cu||i|cüeu Ulten als Liorder unc ■öeu üenenveltsköiper Jieu und eine grobe udjt zu linbe gespielt sieben: Tem Pro, -usiverle Auszeichnung gi. Akademie jur un= luev hohen lieisiungen inainii. tiiduje, daß Professor seine Mhgieit niüHtahiuje Äedauma meyr quu) seine (siel, toi uno 'iitigent eer uno üewjig uiriüiien kjegtuniki« der beui- ■ iaotveiujei l^gorE en tiloac'; die toö: r llleiieii btimi, an erwirtschaft. i. kxiu en,Müe1 um MMver teuxetto ; 22370 1'^ 187. j' >' . 217-^ .143.00 . 125.40 äjtfÜ die Klagen fib« Eisend ahn wageii. jtrede Franlsurl in ben ÄZeihnachlstegcr , 128 unitugs voiuj 4 an Rüipicht am w igl werden tau«. JM gbie W« ichteNs ■jy£2 SdW«"“ ■ ^K«»™,ndlL uer Bauk ; . ^°uui O* .128$ ?ul«lin ' ' • ■ «< •Äi* ' '.1^ Jtd . olSDUl^ * ' LI’ *• , Lahmeyet ■ t.Schlickert' ' 'MO M .-H ! :i|i Handel««’ • jii.1 • - U°"K • ' 243'2 Stags für die Regierungsvorlage waren, und die freisinnige DolkS- partei hat sogar einen Vermittelungsantrag eingebracht, dessen Annahme der Regierung akzeptabel erschienen war. Das hat den Kanzler von der Partei, deren einstiger Führer auch sein sck»ärfster Gegner in Sack>en der Kolonialpolitik war, am meisten gefteut, und darum sagt er dem Freisinn Komplimente und einige Schmeicheleien. Ernst aber sind diese schönen Worte nicht zu nehmen, denn Versprechungen stecken ganz gewiß Nicht dahinter. Nun hat die Wiener Preste, die ja zum großen Teil freisinnig ist, wenn auch im österreichischen und nicht im reichs- deutschen Sinn, den Worten des Kanzlers eine ganz merkwürdige Deutung gegeben. M an glaubt in der Kaiserstadt an der Donau nämlich, der deutsche Reichskanzler sei auch in Sachen der inneren Politik ein ausgesucht feiner Diplomat, und imputiert ihm, er wolle durch sein Verhalten gegenüber dem Freisinn diesen nur von einer eventuellen Verbindung mit der Sozialdemokratie zurückhalten und ins Schlepptau der agrarisch reaktionären Parteien bringen. Wenn unser Vertrauen in die Politik des Fürsten Bülow schon nicht besonders groß ist, soweit es sich um die Be» friedigung der Interessen der Nicht-Grundbesitzer handelt, so halten vir Bülow doch für keinen politischen Intriganten dieser Art. Wir trauen ihm ein esolche Diplomatie wider Treu und Glauben picht zu. Und außerdem ist doch bei uns keine Gefahr vorhanden, daß der deutsche Liberalismus mit der Sozialdemokratie ginge. Dr. Barth und die Seinen vielleicht in gewissen Dingen, aber sonst doch wohl niemand. Nein, so schlimm ist unser Kanzler nicht! Was er wollte, das war vielleicht: den linken Liberalismus durch schmeichelhafte Worte sich ein wenig verbinden, damit fie• wacker bei der kommenden Wahl die nationalen Kandidaten unterstützen, auch wenn diese nicht sehr liberal sein sollten. Daß der Kanzler mit dem Freisinn wirklich einmal regieren wollig, das glaubt bei uns kein Mensch; daß er die Freisinnigen an die Junker verkuppeln will, das bringt er nicht fertig, weil der Freisinn sich nicht um der schönen Augen de« Fürsten Bülow willen würde verkuppeln lasten. Da liegt also keine Gefahr. Immerhin aber muß, wenn der Reichstag wieder zusammen- getreten ist, einige Vorsicht seitens der Liberalen der Regierung gegenüber geübt werden, besonders wenn es sich um Fragen der inneren Politik handelt. Wer weiß, welche Absichten bei der reaktionären Rechten bestehen? SüdwcstafrikanischeS. General von Trotha, der frühere Oberkommandiercnde kn Südwestasrika, hat sich in seiner gestern bereits kurz erwähnten Bonner Rede auch mit der Frage der Kolonial» arrnee beschäftigt und als Gegner des Wißrnann'schen Gedankens der Errichtung einer kolonialen Landwehr bekannt, lieber das in Sübwestafrika militärisch Gebotene mag General von Trotha allerdings zutreffender urteilen als Herr von Wißmann, aber man gewinnt aus den Darlegungen deS Generals, soweit Berichte vorliegen, nicht den Eindruck, daß die Regierung schon eine Entscheidung getroffen habe über die Organisation der Kolonialtruppe. In Südwestafrika wird dauernd eine die gewöhnliche Schutztruppenstärke übersteigende militärische Besatzung belasten werden müssen, von der das Zentrum bekanntlich wünscht, daß sie auf höchstens 2500 Mann begrenzt werde. Doch diese Formation ist nicht etwa gleichbedeutend mit der eigentlichen Kolonialtruppe. Unter der letzteren versteht man in militärischen Kreisen einen besonderen, in der Heimat zu stationierenden militärischen Verband, der, auS Freiwilligen zusammengesetzt, eine im Notfall über See eingreifende Kolonialreseroe darstellen soll. Diese Austastung hat wenigstens den Abhandlungen höherer Offiziere in Fachzeitschriften zu gründe gelegen und es ist, um Mißverständnisse zu verineiden, für die Kolonialtrupve die Bezeichnung .AuSlandStruppe" in Vorschlag gebracht worden. Wie daS Zentrum über solche Neusormation urteilt, daS war in der .Germania" zu lesen. Man ist auf jener Seite nicht grundsätzlich Gegner einer .Auslands- truppe", wünscht sie aber im Rahmen der Präsenzstärke derart, daß zwei Reiterregimenter von der Armee abgezweigt und für den Kolonialdienst auSgebildet werden sollen. Einer .Schwächung" der' Armee in diesem Sinne dürste die Regierung umsoweniger geneigt sein, als von allen Militärforderungen die für die Kavallerie in der Regel am wenigsten Gnade finden vor den Augen des Zentrums. ES ist also wohl nach alledem anzunehmen, daß die Regierung mit ihrer Entscheidung über die Organisation der Kolonial- ober Auslandstruppe zurückhalten wird, bis die Stellung der Mehrheit deS neuen Reichstags zu den Kolonialforderungen ersichtlich ist. Beim gegenwärtigen Wahlkampf erscheint eS angezeigt, über daS Wesen der Kolonialtruppenfrage Klarheit zu schaffen, wenn auch die Erwartung ausgesprochen werden darf, daß daS Streben der Regierung nach Sparsamkeit in der Kolonialwirtschaft die Entschließung in der Kolonialtruppenfrage beeinflussen wird. Die .Nordd. Allg. Zig." schreibt: Ter .Vorwärts" bringt in seiner Nummer vom 6. Januar au« bet .KönigSb. VolkSztg." die angeblich einem Briete eines Beamten in Sübroeftafrifa entnommene tolgenbe Nachricht: „Am 2. Dezember wurde in Windhuk bekannt, daß sich 120 Hottentotten ergeben haben. Oberst Deimling hält damit den Feldzug im wesentlichen für erledigt, denn er bestellte bereits für ben 4. Dezember sein Automobil nach KeetmanShoop, nm ben Kriegsschauplatz zu verlassen. Am 1. Jan. 1907 soll der Krieg alS deftniliv beenbigl erklärt werden." Demgegenüber wird hiermit festgestellt, daß die von dem Oberst Deimling an den Generalstab gerichtete Meldung über die Unterwerfung Jo harnEb^stianS mit berr Stamm der BonbelzwartS, darunter 120 Manner mit 105 Kleinkalibergewehren, am 24. Dezember 4 Ohr nachmittags von KeetmanShoop abging, In Berlin am 25. Dezember um 12V. Uhr vormittags ehitraf und alSbald durch daS Wolfibureau veröffentlicht wurde. Die .Nordd. Allg. Ztg." schreibt ferner unter dem Titel .Die kolonialen Möglichkeiten": „Alle?, was über die künftige Entwicklung Südwestakrikas Hoffnungsvolles gesagt wird, läßt das Zentnim jetzt in der Ko- lomalbroichure ErzbergerS mit dem Worte: Möglichkeiten abtun. Als die Hollander die Kapkolonie gründeten, handelte eS sich auch nur um eine Möglichkeit: aus dieser Möglichkeit ist aber, nachdem die Engländer sich ihrer angenommen hatten, mit der Zeit ein Besitz geworden. Der Außenhandel pro Jahr mit 700 Millionen Mark verbucht. 220 Millionen Ausgaben und 280 Millionen Einnahmen, ungerechnet die Verzinsung und Erhaltung von 4000 Kilometer Eisenbahnen. Tie eigentliche Kapkolonie ist genau halb so grob wie Sudwestafrika und beherbergte im Jahre 1904 ca. 400 000 Weiße. In unseren Kolonien sollen nach Erzberqer nur 100 000 Weiße Platz haben; er teilt daS ganze Land einfach in 10 000 Drob- farmen auf und multipliziert mit 10. Dabei wird vergeßen, daß eS doch noch eine erhebliche städtische Bevölkerung geben kann und gibt, daß die Tlinen eine große Anzahl von Menschen beschästigen, und daß auf einer Kleinsiedelung von 10 Hektaren gerade fo viel weiße Menschen leben, wie auf einer großen Farm von 7000 Hektaren. Das sind Dlöglichkeiten der Entwicklung, aber für die .kolonialen Möglichkeiten" gibt Erzberger nichts mehr. — Blicken wir einmal auf die heimischen Verhältnisse: Ter preuß. Staat besitzt für 40 Millionen Mark Mutungen im Rheinlande und bat weitere 60 bis 70 Millionen hineinzustecken, biS die betreffenden Kohlenlager aufgeschloffen sind. WaS steht denn diesen 110 Millionen heute gegenüber noch nach seinen Grundsätzen? Und doch hat der preußische Staat eine sehr nützliche Anlage gemacht, die ihm eine gewisse Unabhängigkeit sichert. Von der Privatwirtschaft ist bei der Kohlenerzeugung in Zukunft gerade so wie in den Kolonien für die Zukunft eine gewisse Unabhängigkeit der deutschen Arbeit und deS deutschen Hanbels vor ben Kombinationen auf bem Weltmärkte zu sichern. Hier wie bort werden Anlagen auf Möglichkeiten hin gemacht: In Preußen auf die durch Untersuchungen gewonnene KenniiuS der Lagerungen und auf die Kenntnis der bei anliegenden privaten Feldern aufgewendeten Kosten; in den Kolonien au’ PrienS Erfahrungen, die sich aus unserer bisherigen Tätigkeit und auS den Erfolgen anderer Kolonialmächte ergeben. Wenn aber Erzberger nichts von Möglichkeiten wiffen will, so sollte er doch wenigstens Tatfachen nicht verschweigen. ?lber zum Beispiel von dem Farmer Schlettwein, der in kurzer Zeit in der Kolonie durch Viehzucht zu einem wohlhabenden Manne geworden ist, weiß des Sängers Höflichkeit nichts äu vermelden, trotzdem Erzberger in der Budgetkommtssion seinen Ausführungen mit Spannung gelauscht und trotzdem ein Fraktionsgenoffe, Spahn, damals erklärte, die via vox habe heute wiederum einmal ihren Wert bewiesen; bis jetzt habe jede zuverlässige Darlegung über die wirtschaftliche Bedeutung der Kolonien gefehlt. Die heutige Sitzung habe aber dahin klärend gewirkt, daß tatsächlich ein höherer wittschastlicher Wen konstatiert worden sei." Ein Telegramm auS Windhuk meldet: Reiter Anton A sierta g aus Patrouille bei Tassiefontein gefallen. Gestorben: Gefreiter Gustav Voigt an TyphuS, Reiter Paul Manke an TyphuS und Skorbut. Seit dem 25. Dezember bei Otjea- monciombe vermißt: Gefreiter Roben Trichterborn.______ Apolitische Tagesschau. Tie Wah avSfichtcn, wie sie sich nach statistischen Berechnungen etwa stellen werden, faßt das für jeden Wähler höchst schätzbare Buch: Hillgers Wegweiser für die ReichstagSwahl wie folgt zusammen: Für die Beurteilung der Wahlaussichten ist von Be- deutung die Feststellung bc8 sicheren B.sitzstandeS der Parteien. Bei jedem einzelnen Wahlkreis ist darum angegeben, feit wann ihn die letzte Besitzerin innegehabt hat. Eine Zusammensaffung ergibt folgendes: ES besitzen Wahlkreise überhaupt erstmals bei feit 1R71 seit 1890 erobert SesiionS- und früher und früher 1902—08 fchlnß Zentrum 56 89 8 100 Polen 12 13 9 16 Ellässer 3 8 — 7 Wellen 2 8 — 6 Dänen 1 1 — 1 Sozialdemokraten —- 23 15 79 Nalionalliberate 7 16 1 öl Freisinn 2 17 4 86 Unabh. Lothringer — — 2 4 Resorinp. iu Wirtfch. Vgg. — 1 11 23 Teulswe Reichspartei — 5 8 22 Deutfch-Konferoative R 28 2 53 Summe «6 200 48 897 Von den sogenannten sicheren Wahlkreisen, in denen 1903 kein Gegenkandidat deS Gewählten 1000 Stimmen bezw. alle Gegenkandidaten zusammen keine 1000 Stimmen erhielten, besitzt daS Zentrum 17, die Deutsch-Konservativen 2, Unabh. Lothringer 1. 60 Proz. und mehr der 1903 im ersten Wahlgange abgegebenen Stimmen erhielt das Zentrum in 65 Wahlkreisen, die Polen in 12, Elsässer in 4, Lothringer m 1, Dänen in 1, Konservative in 15, Reichspartei, Deutsch- Soziale, Nationalliberale in je 1, Sozialdemokraten in 15 Wahlkreisen, zusammen 116 Wahlkreise. Die Nachwahlen 1903—06 geben naturgemäß keinen Maßstab für die Beurteilung der Wahlaussichten 1907, da Nachwahlen unter ganz anderen Bedingungen ftattfinben, als Hauptwahlen. Die Parteiverschiebung durch die 45 Nachwahlen ist außerordentlich gering. Die Antisemiten gewannen 3 Sitze (Deutschsoziale 2, Neformpartei 1), die Sozialdemokraten verloren 2, die Freisinnige VolkSpartei 1. Immerhin haben 16 von 45 Wahlkreisen ihre Parteivertretung gewechselt, nur hob sich bei den meisten Parteien Gewinn und Verlust auf, denn es gewannen und verloren Nationalliberale 5, Konservative 2, Zentrum, Welfen und Polen je 1 Sitz, die Sozialdemokraten und Freisinnige Volkspartei verloren je 3, erstere gewannen 1, letztere 2, die Antisemiten Gewinn. Etwas anderes ist das Ergebnis hatten nur nach dec Stimmenzahl: eS gewannen verloren also in Tausenden Konservative 18,1 26,1 — 13 Anlifemiten und Agrarier 29,8 12,5 4- 17,3 Nationalliberale 49,4 48,4 4- 1 Freisinnige 31,8 20,4 + 11,4 Zentrum 8,2 47,6 — 44,4 Polen 83,9 2,2 + 31,7 Wellen 4 0,6 + 3,5 Sozialdemokraten 15,6 40,1 — 24,5 Bürgerliche Parteien 165,2 157,7 + 7,5 Tie Frage der Erhebung von Schiffahrtsabgaben ist durch die Auflösung des Reichstags in ein ncues Stadium gerückt. Allmählich schien dem nachhaltigen Drängen der vreuß. Regierung alles zu erliegen, Einzelstaaten und Interessenten. Durch den Appell des Fürsten Vülow an das deutsche Volk ist nun mit einem Schlage die Situation verändert. Man kann sich im Reiche nicht vorstellen, daß derselbe Reichskanzler, welcher alle nationalen Kräfte zum Kampfe für Deutschlands weltherrschafrliche Stellung aufruft, der preußischen Regierung gestattet, seine besten Hülfstruppen aus Handel, Industrie und Schiffahrt durch die beständige Bedrohung mit Schiffahrtsabgaben u erbittern! Man kann sich auch nicht vorstellen, daß ein Reichstag unter der jetzigen Wahlparole gewählt, die preußische Verwaltung zu ihrer rücksckwittlichen Auffassung vom Verkehrswesen ungestört ließe. Namentlich kommt alles jetzt auf die Wähler an: Regierung und Reichstag müssen erkennen, daß die freien deutschen Ströme keine Abgaben tragen wollen. Es ist sicher jetzt der letzte Augenblick, um von den Schiffahrtsabgaben loszukommen. Das Bewußtsein von dem Emst der Lage unter den Schiffahrtsinteressenten ;u wecken, ist der Zweck einer kleinen Broschüre „Preußischer Parttkularis- mus" (Ed. Lintz, Düsseldorf, Preis 30 Pfg.), welche der „Verein zur Wahrung der Rheinschiffahrtsinteressen" herauSge?eben hat, enthaltend zwei Referate des badischen Landteg?abg. Tr. Binz und deS Vereinsgeschäftsführers Tr. Bartsch. Beide Redner behandeln von verschiedenen Gesichtspunkten aus die Schiffahrtsabgaben als eine Folge des preußischen Parti kularismuö, der sich entgegen der Haltung bedeutender Bundesstaaten nicht scheut, die Reichsverfassung in einer ihm passenden Weise auszulegen. Preußen, im 19. Jahrhundert der fortgeschrittenste Staat auf wirtschaftlichem Gebiet, benutzt jetzt seine Macht, um den Bundesstaaten seine rückschrittliche Verkehrspolitik aufzuzwingen. In der Tat liegt hierin, in dem Hinwegsetzen über die Reick^verfassimg und in dem Truck auf die Bundesstaaten der Kernpunkt der Schiss- fahrtsabgabenfrage. Und von hier aus muß sie daS Interesse aller derer erwecken, welche die Aufrechterhaltung der Reichs- versassung und die Bekämpfung des preußischen Part-ckularismus für ihre Pflicht halten. An alle diese Leute wendet sich bi«* Broschüre, und es sind treffliche und ernste Mahnworte, die sie an die Wähler richtet, die Zeit der Wahl nicht ungenützt vor- übergehen zu lasten, damit möglichst viele Abgeordnete als Gegner der Schiffahrtsabgaben in den Reichstag einziehen, und so das Schlimmste abgewendet wird.__________________________________ Attrche rind Schule. — Zeugnisse für die ForibtldungSschüler. In mehreren Kreisen Hessens ist die Anordnung getroffen worden, daß die ForibtldungSschüler nach Beendtauna ihrer, Schulpflicht zukünftig Entlassungszeugnisse erhalten. Diese Einrichtung bekundet aufS neue, wie unausgesetzt man die Hebung und Förderung deS Fortbildungsschulunterrichts im Auge hat. Die Zensuren werden in Zukunft nicht bloß in die Schülerliste eingetragen, wie daS schon in früheren Jahren geschehen ist, sondern jedem abgehenden Schüler wird ein Zeugnis über Fleiß, Betragen, Leistungen und Schulbesuch eingehändigt. Ganz abgesehen davon, daß derartige Zeugnisse zwecks Ablegung der Gesellen- und Meisterprüfung jetzt schon vielfach verlangt werden, können sie auch späterhin in anderer Hinsicht von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein. Ohne Zweifel darf diese Einrichtung als ein Mittel angesehen werden, unsere Fortbildungsschüler aufzumuntern und anzuspornen, die ihnen zu ihrer Weiterbildung zur Verfügung gestellte Zeit gewisienhaft auszunutzen. Es geschieht dies durch regelmäßigen Schulbesuch und rege Beteiligung am Unterricht. In allen Stunden muß das ernste Bestreben sich zeigen, nicht nur die früher erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu befestigen und zu erweitern, sondern auch das vorhandene Wißen und Können für daS berufliche Leben nutzbringend anwenden zu lernen. AuS diesem Grunde stellen auch die neuen Lehrpläne die Forderung auf, den künftigen Beruf des Schülers in allen Fächern, soweit als möglich, zu berücksichtigen. Soll die Fortbildungsschule das ihr gesteckte Ziel erreichen, so dürfen bei der allzu kurzen Unterrichtszeit Urlaubsgesuche nur höchst selten vorkominen, und eS darf erwartet werden, daß Ettern, Lehrherren und Arbeitgeber nur in ganz dringenden Fällen um Erlaubnis nachsuchen. Nur wenn alle Faktoren: Schulbehörde, Lehrerschaft, Ellern und Schüler in der richtigen Weise zusammenwirken, kann unserer Bevölkerung aus der Arbeit m der Fortbildungsschule Segen erblühen. Das AuSgeben von Zeugnissen wird unstreitig ein vorzügliches Mittel sein, die Schüler zu Fleiß und gutem Betragen anzuspornen. ES wäre dringet zu wünschen, daß alle Kreise diesem Beispiel folgen würden. Jahresversammlung der freie» laudcStirchltche» Bereinigung. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) Am 2. Januar tagte zu Darmstadt die freie landeS- kirchliche Vereinigung für das Großherzogtum Hessen. Die sehr zahlreich besuchte Mitgliederversammlung legte durch die Zal^ der Erschienenen und die gesamten Verbandlungen Zeugnis ab für das energische Borwattsschreiten der Arbctt in der Bereinigung. Sie ist mit ihren 439 Mitgliedern die stärkste tirchenpolttische Vereinigung des Großherzogtums Hessen. Die Verhandlungen ließen keinen Zweifel, daß sie gesonnen ist, mit Mut und Energie ihr Werk sortzusühren. Sie will weiter im hessischen evang. Volt Verständnis für die Vereinigung von modernem Denken und echter Frömmigkeit erwecken, die in ihr selbst herrschend ist, und die Menschen dadurch in ihrer Frömmigkeit vertiesen und festigen. Sie will aber auch eine dieser freien Art der Frömmigkeit entsprechende Gestaltung des kirchlichen Lebens anstreben. Niemand soll in der Kirche vergewaltigt werden, Platz geschaffen werden für die verschiedene Art frommer, christlicher Ueberzeugung und Betätigung. Der Höhepunkt der Tagung war der Vortrag von Professor Weinel aus Jena: „Wie überwinden wir den Zweifel an Gott?" Da die Versammlung öffentlich war, so hatte eine sehr große Zuhörerzahl den Saal völlig gefüllt Mit last atemloser Spannung folgte sie den schlichten Worten des Vortragenden, die von eurer reinen, begeisterten Frömmigkeit Zeugnis ablegten: Denn — das war einer der Grundgedanken des Vortrags — zur Frömmigkeit kann man den Menschen nicht zwingen. Man kann sie ihm nur in ihrer Art darstellen. Tann erwacht das Aehnliche in ihm und seine Frömmigkeit wird gestärkt oder erweckt. Viele Menschen werden in unserer Zett irr an dieser Lebensäußerung des Geistes im Menschen, weil sie durch falsche Vorstetlungelr von Wesen und Begründung des Gottesglaubens zur Verzweif- lung daran gebracht werden. Ein Weg zur Verzweiflung an der Religion ist schon der Gedanke, daß man Gott beweisen könne. Wir wissen seit 100 Jahren, daß es keinen Beweis fürs Dasein Gottes geben kann und warum es keinen geben kann. Kant hat das fdjon ausgesührt. Der Redner wies an zwei Beweisen für das Dasein Gottes nach, daß solch ein Beweisen unmöglich ist. Man will Gott beweisen aus Wundern. Aber kein Wunder ist so, daß man es nicht anders erklären könnte. Dasselbe gilt für die Gebetserlchrungen. Ihnen steht die große Masse der Gebete gegenüver, die nicht erfüllt werden. Wer bie Menschen anleitet auf Gebetserhörungen zu warten, arbeitet daran, daß sie am Glauben irr werden, denn die Menschen werden dann enttäuscht. Rechte Frömmigkeit betet freilich, aber int Sinne Jesu. Sie wlll Gottes Willen nicht ändern, sondern sich in Gottes Willen ergeben, da sie weiß, daß Gottes Willen ein Wille zum Guten ist. Ebenfoweilig ist Gott zu beweisen aus der zweckmäßigen Einrichtung der Natur. Diese erklärt die Naturwissenschaft durch das Gesetz der Anpassung und Entwicklung, ohne daß sie gezwungen ist einen Gott aus diesem Gruiide anzunehmen. Der einzige Weg zu Gott ist das eigene fromme Erleben des Menschen. Wir müssen erleben, daß in uns und um uns in der Welt, in der Leitung unseres Lebens besonders etwas unsagbar Erhebendes, Helliges, Edles zu uns spricht, eine Hoheit, die uns überwältigt, vor der wir uns so klein Vorkommen und der wir Uns doch wieder verwandt fühlen. Dann ziehet gewaltig und fest die Gewißheit in unser Herz, daß da um uns ein mächtiger Wille zum Guten die Wett lenkt zum hohen Ziel. Das ist Gottes- alauben, diesen Willen heiliger Liebe ahnen und ihn so lieben, daß man sich ihm ergibt, ihm sein Schicksal anvertrauen kann, nach ihm die eigenen Taten prüft, ihm ähnlich werden möchte. — Den ernsten, tieffrommcn Ausführungen des Vortragenden schloß sich noch eine Diskussion an, in der die Herren Professor Eck-Gießen, Dr. Preuschen-Darmstadt und Pfarrer Fuchs- Rüsselshcim ihrer wesentlichen Uebereinstimmung mit dem Vor- tragenden Ausdruck gaben. Aus K.aor uuo Luno. Sprechstunden .... . ^7 —>/^8 Uhr abds. Gießen, den 6. Januar 1907. ** In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Samstag u. a. Oberstleutnant Schmidt, Kommandeur des Gendarmerie-Distritts Qberhessen, Professor W i e s e h a h n von Friedberg, Professor Dr. Röschen von Gießen und Generalinteiidant v. P o f s a r t aus München. * * Personalien. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben den Kreisbauinspektor des Kreises Woniis Baurat L i m p e r t zum Kreisbauinspektor des Kreises Bingen, und den Finanzaspiranten Hunsinger in Darmstadt zum Bibliothekgehilfen an der Technischen Hochschule ernannt * * Vom Großh. Hofe. S. K. H. der Großherzog folgte am Freitag einer Einladung des Freiherrn v. Heyl zur Fasan e n j a g d in den Waldungen seines Fideikornmißgutes bei Gundernhausen. Es waren noch 10 Herren, darunter der Fürst zu Solms-Lich, Fürst Leopold zu Jsenlmrg-Birstein, Oberstallmeister Frhr. v. Riedesel, Oberkammerherr Frhr. v. Riedesel Tettnehmer der Jagd. 2aü Iagdergebnis war sehr gut, es wurden u. a. 250 Fasane-:, 35 Lapins, 18 wilde Welsche, 12 Königsfasanen, 2 Bantam Hähne und 1 Silber fasan erlegt. Nach Schluß der Jagd sochloj; sich ein gemeinsames -Liner a., an dem auch S>. K. H. der Großherzog teilnahm. , * * N euer französischer Konsul. Der bisherige jrVLösijche Generalkonsul is Lorju, Mik Kaptzepille, rst zum französischen Generalkonsul in Frankfurt a. M., dessen Amtsbezirk sich auch auf das Großherzogtum erstreckt, ernannt und ihm namens des Reichs das Exequatur erteitt worden. •• Jüdische Abiturienten in Hessen. In den sechs Jahren 1901 bis 1906 gingen nach der Darmst. Ztg. von den Gymnasien 76 und von den Realgymnasien und Oberrealschulen 15 Schüler mit dem Zeugnis der Reife ab. Davon wählten als künftigen Beruf: 28 Rechtswissenschaft, 27 Medizin, 7 Philologie, 5 Chemie, 3 Mathematik, 3 Architektur, 3 Kaufmannschaft, 2 Jngenieurwissenschaft, 2 Maschinenbau, 2 Bergbau, je 1 Elektrochemie, Bankfach, Nationalökonomie, Naturwissenschaften, StaalSwissenschaften, Kunstgeschichte. Bei drei lagen keine Angaben vor. Ungefähr ein Drittel der jüdischen Abiturienten widmet sich der Rechts- wlflenschaft, ein zweites Drittel der Medizin, das dritte Drittel verteilt sich auf die verschiedensten Berufe. Nur ausnahmsweise wurde die Kaufmannschaft (viermal) gewählt. Bei der Vorliebe für das juristische und medizinische Studium ist es auch nur natürlich, daß die jüdischen Schüler die Gymnasien den Realanstalten vorziehen. "Eugen d'Albert-Klavierabend am 20. Januar. Zu den bedeutendsten Darbietungen, die uns der Konzertverein in diesem Winter bringt, zählt ohne Zweifel der d'Albert-Abend. Der Künstler zählt nicht bloß zu der kleinen Schar erstklasiiger Pianisten, die durch ihre Technik verblüffen, sondern ihm ist eine universelle Bildung zu eigen, die ihn befähigt, in den Geist der Kompositionen einzudringen. Darmn ist d'Albert ein ebenso bedeutender Beethoven-Interpret, wie er Schubert, Chopin und selbst die modernsten Meister in voUkouimenster Treue wiedergibt. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß auch weitere Kreise auf die Bedeutung des Klavier-Abends hingewiesen werden; für die zahlreichen Verehrer d'Atbert's ist ein einfacher Hinweis auf daS hochinteressante Programm vollkommen ausreichend. ** Darmstädter Kunstgewerbeausstellung. Mit dem Bau des Turmes zu dem Ausstellungsgebäude für die Kunstgewerbeausstellung im Jahre 1908 wurde vor einiger Zett begonnen. Die Arbeiten schreiten ziemlich rasch vorwärts. Der Turm, der auf der Mathildenhöhe über dem städt Wasserhoch- referooir errichtet wird, soll dauernd erhalten bleiben und wird, da er auf dem höchsten Punkte der Stadt zu stehen kommt, eine Zierde und ein Wahrzeichen der Stadt bilden. " Kavallerieverein. Man schreibt un§: Gießen ist um einen weiteren Verein bereichert worden und zwar durch den Kavallerieverein, der sich gestern unter zahlreicher Beteiligung und unter großer Begeisterung konstituiert hat. Der Verein hat sich die Pflege der Kameradschaft zur ersten Aufgabe gemacht und das Motto vorangestellt: „Kavallerie allezeit voran!" Möge eS dem jungen Verein vergönnt sein, den schon recht zahlreichen Mttgliederkrets zu erweitern und seinem Motto gemäß em Vorbild echter Kameradschaft zu werden. x Wieseck, 8. Jan. Rentner Jakob Oswald und seine Ehesrau Marie, geb. Reuter, feiern nässten Freitag, 11. Januar, ihre goldene Hochzeit. Sie sind noch alle beide sehr rü]tig. — Der Gesangverein „I u g en dg r u n d" feiert in diesem Jahr am 8., 9. und 10. Juni sein 25 jähriges «Stiftung^ s e ft Das Fest wird in dem Garten des Gastwirts Adam Ziegler abgehalten. O Pohl-Göns, 7. Jan. Hier feierte der Gemeinde- und Kttck)enrechner I o h. Kollmar sein 50 jähriges Dienst- jubiläum; er steht im ganzen 52 Jahre im Staats-, bezw. Gemeindedienst und hat jetzt die 32. Gemeinderechnung fertig- gestellt. Vor 10 Jahren gründete er die Spar- und Dattehns-- kasse. Der Jubilar erhielt die Ordensauszeichnung „Für langjährige treue Dienste"". T Butzbach, 7. Jan. In den letzten Wocheü haben hier Verhandlungen zwischen hiesigen Interessenten und einem Vertreter der Firma Lenz u. Co. ftattgefunben über die Erbauung einer Bahnlinie Butzbach — Rockenberg und einer Linie Butzbach-Ebersgöns. Beide sollen ihre Zentrale im Bahnhof Butzbach-Ost Haven und gemeinsame Züge erhalten. In hiesigen Kreisen glaubt man nicht an die Erbauung einer Wettertalbahn Griedel—Bad-Nauheim, sondern hofft auf die Errichtung einer Verbindungsbahn zwischen Butzbach und Rockenberg, welche Orte bekanntlich die beiden größten hessischen Strafanstalten besitzen. b. Hungen, 7. Jan. Gestern abend hielt der Gemein- nützigeVerein seine gut besuchte Jahresversammlung ab. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Rechtsanwalt Sandmann erstattete Ingenieur S ch i f f m a n n die Rechnungsablage. Rechtsanwalt Sandmann schilderte dann die rege Tätigkeit des Vereins. Ein besonderes Verdienst hat der Verein im abgelaufenen Jahre sich dadurch erworben, daß er die Pflege geistiger Kultur in den Rahmen seiner Bestrebungen ausgenommen hat. Dabei ging man von der Ueberzeugung aus, daß materielle Arbeit und Sorge allein das Leben nicht lebenswert machen ko,nnen. Zur Erreichung dieses Zweckes wurde zunäckK eine Bibliothek begründet, die bereits auf etwa 300 Bände angewachsen ist und außerordentlich ft ar kbenutzt wird. Durch unentgeltliche Vermittelung nur guten Lesestoffes nimmt sie den Kampf auf gegen die schlechten Kolportageschriften. Nach der idealen Seite hin sucht der Verein wetterhin durch Veranstaltung von Vorträgen und Volksunterhaltungsabenden eine wahre Gemütsund Herzensbildung zu fördern. Im vergangenen Sommer befand sich die dem Nhein-Main-Verband für Vvlksvorlesungen gehörige Kun st Wanderausstellung hier; sie wurde äußerst zahlreich befudjl. Zur Pflege des Heimatsgefühles ist ein Alter tums- mufeum begründet worden, das noch in diesem Monat der Be- sickstigung zugänglich gemacht wird. In dankenswerter Weise hat sich der hiesige Ortsgewerbeverein bereit erklärt, zu den von ihm veranstalteten Vorträgen den Mitgliedern des Gemeinnützigen Vereins freien Zutritt zu gestatten. — Auch in anderer Hinsicht ist manche vorteilhafte Einrichtung getroffen worden. Währelid der Feldbereinigung hat die Gemeinnützige Baugenossenschaft, eine Tochter des Gemeinnütz. Vereins, Baugelände erworben, auf dem im kommenden Sommer zunächst drei Häuser errichtet werden sollen. Von der Stadt Hungen hat unser Verein ein etwa 11 Morgen großes, hübsch gelegenes Stück Oedland, das z. T. mit Strauchwerk und Bäumen bestanden ist, gepachtet, um durch Anlegung von Wegen, durch Errichtung von Bänken und einer Halle sowie durch teilweise Aufforstung einen angenehmen Ausflugsort für Spaziergänger zu schaffen. Der bungemben Vögel hat man durch eine Anzahl von Fütterungsvorrichtungen gedacht. Die Herstellung eines Schwimmbassins und einer Badeanstalt an der Horloff ist für dieses Jahr vorgesehen. Durch Vermittelung des Gemeinnütz. Vereins ist der Bahnverkehr wesentlich günstiger gestaltet worden; weitere Wünsckje in dieser Hinsicht sollen der Bahnbehörde unterbreitet werden. Auch der Fernsprechverkehr ist besonders gefördert worden. Die Beleuchtungsfrage konnte bis jetzt noch nicht gelöst werden, da man das Resultat eines größeren Projektes der östlichen Nachbarschaft abwarten will. Der Schaffung einer Eisbahn haben sich bisher stets größere Sckjwierigkeiten entgcgengeftellt; doch hofft man auch hier die berechtigten Wünsche erfüllen zu können. Man sieht, die Ausgabeii, die sich ein gemeinnütziger Verein — namentlich üi kleineren Orten — stellen kann, sind mannigfacher Art. Möchte der hiesige Bereis auf der betretenen Bahn wetterschretten zum Wohl und Segen unserer Stadt! — Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder und die Neuwahl des Hofapothekers Hahn. Im weiteren Verlauf der Versammlung kamen eine Reihe von Anregungen und Wünschen zum Ausdruck, denen nach Möglichkeit stattgegeben werden soll. § Laubach, 7. Jan. Der hiesige Zweigverein deS Evangelischen Bundes hielt gestern abend im Solrnser Hof eine Versammlung ab, die sich emes so starken Besuches zu erfreuen hatte, daß der Saal kaum ausreichte, die Zuhörer zu fassen. An die Worte »allzeit gut deutsch und gut eoangelifct)' schloß Pfarrer Volp Betrachtungen über die nahestehende Neichstagswahl an. Lehrer Döll gab treffende Erläuterungen zu den durch Konlmerzienrat Bröckelmann vorgeführten Lichtbildern aus „Luthers Leben", Schüler der 1. Stadtfchulklasse brachten die nötige Abwechslung durch den Vortrag vortrefflich eingeübter Gedichte und gut eingeschulter mehrstimniiger Gesänge. Die Darbietungen des Abends befriedigten die Zuhörer in jeder Beziehung. ---Von der Eder, 7. Jan. Mit der Jahreswende war auch eine Aenderung im Wetter eingetreten. Mildes Tauivctter am 1. brachte Regen, am 2. und in der Nacht auf den 3. brach das Eis und „ging*, wie man an der Eder sagt. Infolge der Eisversetzung hat die Eder bei dem Torfe Ungedanken ein neues Bett gewühlt und bedroht den Eisenbahndamm. Ein Kommando Artillerie aus Fritzlar ist zur Hülse requiriert. Desgleichen sind Pioniere mit Spreug- munition aus Hann.-Münden beordert worden. )( Kaulstos, 7. Jan. I. K. H. die Großherzogin hat bei der siebenten Tochter des Landwirts Friedrich Usinger II. Patenstelle übernommen. ** Aus dem Kreis Alsfeld, 7. Jan. In Nieder- Ofleiden wurde Veig. Johs. Schmidt 11. als Bürgermeister! geiuaijit. — Der Bürgermeister und Ottsgerichtsvorstefrer Gg. Fink zu B e r n s b u r g ist heute vormittag geworben. ? Nodhei rn a. d. Bieber, 5. Jan. Auch dem zwetten Werkführer der Firma I. B. 9?oQ, Herrn Andreas Schäfer, wurde für seine langjährigen treuen Dienste die gebräuchliche 'Auszeichnung zuteil. S. M. der König hat ihm das Allg. Ehrenzeichen verliehen. ----Oberndorf b. Wetzlar, 5. Jan. Die weitbekannte „Kühle-Eiche", welche unweit unseres Dorfes stand, hat leider gefällt werden müssen. Der Baumriefe hat bei nur 4 Meter Stammhöhe acht Kubikmeter Inhalt und wurden auS seiner Krone 24 Meter Prügelholz und 80 Wellen gewonnen. Sein Alter wird auf 500 Jahre angegeben. O) Braunfels, 5. Jan. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß eine Baugewerk sch ule für unser Gemeinwesen höchst segensreich ist, regt man sich hier sehr, das Institut baldmöglichst zu erlangen, die dabei entstehenden Geldopfer wenig scheuend. Wie aus einem Bericht deS „Vereins selbständiger Handwerker" in Wetzlar über seine letzte Generalversammlung hervorgeht, bemüht man sich auch dort, die Gewerkschule nach Wetzlar zu bekommen. [] Marburg, 7. Jan. Die kath. Studentenverbindung „Nhenania" beabsichtigt, sich in einer der schönsten Lagen unserer Stadt, am Fuße des Cappeler Bergs unterhalb der Bismarcksäule, ein eigenes Vereinshaus zu bauen. das Kind zur Schule Jeht! — ------ Ja, und es ist eigentlich nie krank. Hat eben eine kluge Mutter: dte laßt oa i Kind nie ohne ein paar Fans achte Sodener Mineral-Pastillen zur Schule gehen, sie schützt damit also daS Kind gegen ungünstige Einwirkungen auf die Schleimhäute, gegen trockene, staubige Schstllnst. Fand ächte ©ebener betämpien auch vorhandene Erkältungen gleich in den Anfängen. Man kaust sie für «5 Pfa. btt Schachtel m jed. Apocheke, Drogen ob. Lllneralwasserhanb^ I Verkauf durch die Apotheken in Flaschen und Dosen ä 2.50 M. Fabrikant: H. BARKOW SKI, Berlin 0. 27. der besten von allen Aerzten glänzend empfohlenen Nähr- und Kräftigungsmittel lür Blutarme, Bleichsüchtige, Krauke und Rekonvaleszenten sind psrdynamm perdynamin-Kakag T 'DiittroodiKenfl ^nnnflrüJü? oim L Groß!). Bürgermeisterei Lollar. 273 69 93 Gießen, den 8. Januar 1907. [264 I 12 und am B e ck e r. : i',6 0171 mittag- 3 Uhr vom neuen Friedhöfe au8, statt. waldeS soll folgendes Eichenstammholz auf dem Wege der Submission SD L. A 265 Stein. >x RrilhstilPi»chl ao zu führen. V«/, 1 Jtr KandM irr lilirmkn Ml-! Couverts mit Kirma liefert billigst - Heyligenstaedt Vrühl'sche Univecsiläts-Dructerei. , iäW ? 1,69 12,95 10,28 0,65 2,67 12,10 21,71 2,19 Fnr. Fm. Fm. Fm. 1 42 ,Ä * Acker auf d. AscherSbcrg, Acker daselbst, Acker daselbst, Acker norm Wald und Wiese daselbst M 737 24 24 5« likttlt WahlMsschtz Z. A.: Metz. Kirch, HoizvcrfteigerttNft im Mnschcnhekmer l^emeindewald. Montag den 14. Januar 1907 kommt folgendes Holz zur Versteigerung: Das Comptoir-Personal der Firma Gebrüder Schmal! Ließen, den 8. Januar 1907. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. d. MtS. nach- Fichten-Stämme mit 18,95 Festmtr. und 10-7-22 Mtr. Länge, Kiefern-Stämme mit 89,15 Festmtr. nnd 7—16 Mtr. Länge, Eiche mit 0,49 Festmtr., 10 Mtr. Länge, Fichten-Derbstangen mit 3,59 Festmtr., 7—14 Mtr. Länge, Reisslängen mit 9,86 Festmtr., ; Rmtr. Riefcrn-Rnüppel, ; Rmtr. Buchen-, 24 Rmtr. Eichen-, 49 Rmtr. Kiefern-» 13 Rmtr. Fichten-Reisig, ! Rmtr. Kiefern-Stoekholz. Anfang vormittags 10 Uhr im Hintcrwald bei Derb- Reisslangen. Muschenheim, am 7. Januar 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. A Nach den bisher während der Wahlbewegunq gemachten Erfahrungen sehen wir uns veranlaßt zu erklären, daß wir allen schriftlichen oder mündlichen Angriffen gegen die Person irgend eines gegnerischen Kandidaten, einerlei ob dieselben durch die Presse, Berichte über Wahlversammlungen oder sonstwie erfolgt sind, völlig fern stehen. Wir haben die Absicht, den Wahlkampf nach wie vor streng sachlich DaS Volz ist m i t Rinde gemessen und lagert in nächster Nähe der Chaussee, etwa 2 km von Station Kesselbach, bczw. 2 km von Station Londorf der Oberhessischcn Eisenbahn. Gebote nach Klaffen getrennt, beliebe man bis zum 22 Januar 1907, vormittags 11 Uhr bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, an welchem Tage auch die cingelaufenen Gebote in Anwesenheit der etwa erschienenen Käufer eröffnet werden. Weitere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle, sowie der Forstwart Kämmerer zu Londorf, von welchem auch auf Wunsch das Holz vorgezeigt wird. Kcffelbach (Oberheffen), den 6. Januar 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Kesselbach. Todes-Anzeige. Gott dem Herrn hat es gefallen, gestern vormittag meinen innigst geliebten Gatten, unsem guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Ernst Gehrke nach kurzem Krankenlager abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Gehrke, geb. Laudon. Glessen (Weidengasse 12), den 7. Januar 1907. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Januar 1907, nachmittags 3'/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 280 in Flasch M. Berti” Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein treuer Arbeiter Johannes Bürger 6. d. MtS. sanft entschlafen ist. Ludwig Jochem. w Fm. Zm. Fm. Fm. 338 212 200 244 3288 17.71 werden int Bieker scheu Saale — Neustadt Bö — versteigert: Nackm. 2 Uhr: SovhaS, Danksagung. c*fir die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines geliebten Gatten, unseres guten Bruders und Onkels Herrn Jean Heydt Stationsvorsteher 1. Kl. i. P. sowie für die zahlreichen Blumenspendcn sagt innigen Dank Im Namen der Hinterbliebenen Die tieftrauernde Gattin Margaretha Heydt. 17 a ob ruf. Sonntag früh verschied sanft und unerwartet unser veiehrter Chef Herr Fabrikant Emil Schmal!. Wir betrauern in dem leider so früh Heimgegangenen einen uns stets liebevollen nnd wohlwollenden Prinz.pal. dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Giessen, den 7. Januar 1907. verkauft werden: a. Schnittholz. I. Kl. (60 cm und mehr Mittendurchmeffer), II. Kl. (50—59 cm Mittendurchmeffer), III. Kl. (40—49 cm Mittendurchmesser), IV. Kl. (30—39 cm Mittendurchmeffer). b. Bauholz. II. Kl. (50—59 cm Mittendurchmeffer), III. Kl. (40—49 cm Mittendurchmeffer), IV. Kl. (30—39 cm Mittendurchmeffer), V. Kl. (25 — 29 cm Mittendurchmeffer). Bekariknu,,»chmig. Der Voranschlag der (Scmchtbc Lollar für das Rechnungsjahr 1907 liegt vom 9. Januar 1907 an acht Tage lang auf ht cf in er Bürgermeisterei von vormittags 10—12'/, und nachmittags 5-6'/, zur' Einsicht dbr 'Interessenten offen. Lollar, am 7. Januar 1907. Hollvcrstcisietung. Montag den 14. Januar L IS. werden auS den Distrikten DMnröber SvteS und Gierkövse versteigert: . Scheiter, rm: 673 Buche I. Kl., 42 Buche H. Kl., o Hainbuche Irunbk ShtÜDrel, rm: 189 Buche, 3 Hainbuche, 9 Eicke, 7 Fickte H. Kl., 2 Lärche: gewöhnlich Neisitt, rm: 708 Buche, 2 Eiche,- Stöcke, rm: 108 Luche, 8 Fichte. DaS blau unterstrichene Holz kommt nickt zum Auögebot, daS zerstreut sidende wird nickt vorgezeigt. Zusammenkunft 10y. vormittags am Pflanzgnrten. Nähere Auskunft erteilt Grogh. Forst- warl Adam au Nainrod. EichelSdorf, den 3. Januar 1907. Großherzogliche Öberförsterei Eichelsdorf. Mann. und Stallung 2C., 356 qm Acker aus dem Hain, Acker daselbst. betV"®«!! •ÄW,b« S-Ä » " bfr N°ch, ” b“ S bei Semii6pti* Unbreitts Frieds -^ur8ftmtN -gertchtsvoglehn ß)fl °g gestorben. ««4 dem zweiten Andreas Schäft^ 'st« die gebräuchlich! hat ihm das Aüg. in» Die weitbekannte 1 Dorfes stand, hat 'umriefe hat bei nur Inhalt und wurden lj und 80 Wellen )ohre angegeben. i der Ueberzeugung i e für unier Wemein« man sich hier sehr, die dabei entstebenben einem Bericht deS i Wetzlar über feine remüht man sich auch bekommen. j. Studentenver. h in einer der schönster, »peler Äergs unterhalb inshaur zu bauen. 55 Aar große? (Mänte. MM Ans unseren Kolonien. Alltii KslsyialsrMdcri diene mit der erg. Mitteilung, daß ich heute durch die Deutsche Dsiafrikanische Plantagen-Gesellschast eine Sendung scinslen Usani- bara; Marke: „Ssalrarre“ hereinbekommen habe^ Die Kaffees zeichnen sich in dieser Saison durch eine verblüffend seine Qualität an-Z, und bitte ich um einen Versuch. 276 Preis pro Pfand gebrannt SB. 1.40. M©sf Caisse.-, freiwillig versteigert werden. Grünberg, am 5. Januar 1907. Großh. QrtSgericht Grünbera. Zimmer. 261 lusfchuffes. 'feen, 5. Samiat iu&ie&en j 6r» nroirtiöa\t wurde x Weiß zu Trais- mbt: Weis; will eine xb hat hierzu um 0t- lippi verlangte nun, daz der Scheuer als Arand« tteisamt Friedberg hielt m MV Ministerium die Frage zu euücheiöen L aibaue» mit 3iM' .kl 1 Cpjet fordern wurden, uoitW wldmvreche. Frage. Der dagegen achtlichen Aeußnungw -im Hut das W« cubauten am Kurhaid i Abfuhr des )crnwiien wurde tuest it war, für bie ;en zu machen iner mit einem Beittag forderte ihm den sich beichverbeiuM «s䮫 ist brr Waschtag von der Zeit ab, wo die beIieBte Original- RiEel - Dampf - Waschmaschine in Gebrauch ist. Auf Wunsch eine Maschine zur Probe. 106 3"serab WHIauSfchu jitntfll Heyst cb, du ouc grüßt werde' ditser oder ji mehr anzuer keine periünl Blad) dieier Wmpfcm der «Mellen, u rMitzrn, t btt uni in Echnurn -aslwirir. eine sojia chilge trat auch n sich, bevor (in SlaS 1 tun, Milten der Kedner außerdem m Ter Wirt, jein Mchver( JedenM a ^oMemol btt Wirt ro leinen Btty In Lc abend im S log flott, Wann nö au4 ließen ixöligen trag, ltt bi Dienst der fötroilien sag AeichstagZabo n des bon jreifinnigi Jon ihm gen WB er imme b^be n F, ^mquarti «tun feine ! W-'°schlo so tou Jia eines St MltStärt 8Uil miifid) £; »raus! flerootbenen h Aus Bu ... ^'"e stark Stühle von geringster bis zu feinster Ausführung. ttohrstühle, l/t Dutzcnd von 20 Mk. an. (Eigenes Fabrikat.) Bei Bedarf bitte mein reichhaltiges, au8 nur erstklassiger War« bestehendes Lager zu besichtigen und meine ganz autzcrgcwöynlich billigen Preise zu beachten. Iu5 Ankrilannt öiste und bissigste Bezugsquelle! Eigene Stuhl» und Äindcrstuhlfabrikation. V. Henkel, Btulb^rcincrei 14 Sonnenstratze 14. Slk.0 pfchc^ Tie Krell»1111 Gesellenprüfung. Die dicsjäbrigrn Gefellenvrüsuugeu fiudeu im Mouat März und ütoril statt. Au derselben können alle jungen Handwerker teilnehmen, deren Lehrzeit sp.bestens am Schlub der Prüfungen beendet nt Atm.eltungen zur Prüfung sind un.er Benutzung des vorge- sckriebel^n Forn u nrs (bei dem Unterzeichneten erv-älruch) bis zum 2^. Februar an den unterzeichneten Ausscyu'; zu richten. Tir Prüfungsgebühr bet. .ißt 3 Mark und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten e izuse.chen. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, dasi die Ablegung der tzleseUenprüsungen u. A. als Vorbei.rrgung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erfordert.ch ist, ihre ^eri^umniS daher später emdftud- liche Nachteile tni Gefolge bat. Giehen, den 5. Januar 1907. Der Prüsuugöauöschutz des OrtsgewerbevereinS zu Giesien: Zu unserem am Mittwoch, dem 9. Januar beginnenden Inventur-Ausverkauf !°r bür von d ! auch q? Bent ate6*1' s,Si ts k ‘‘ldxn ! "zL? ^laniS'L^ri ■nm» Erstklassige Fabrik mit tadellosen Erzeugnissen sucht für Sieben evtl, für gröberen Bezirk einen oder mehrere größere Abnehiner für feste Rechnung gleich,welcher Art, bei Einräumung besonder- günstiger ttonditwnen und Preise. Lchriftl. Ai'.sragen unter 2ü3 an d. Gießener Anzeiger erbeten,! PinfrittQlf firt^TI riutx Mk. 5.—, II. Platz Mk. 4.—, III, LlluU lllühdl lull ßtudeutenkarten Mk. 1.—.sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Chai lier Musil werke zu vermieten. Sin großer Auswahl Lieferung 18 $ * kompl. Ausstattungen • | sranlo jeder Bahllstatwn i 6. Zimmermlimi! 3 eigene Schreinerei, gegr.1832 Ä * Aellesles Geschält ain Platze ® E 15 Neuen Baue 15 □ Giessener Konzert-Verein.1 FUnftes Konzert Zweiter Künstler-Abend Klavier-Abend des Herrn Engen ti'Alberl im grossen Saale des Gesellschaftsverehis am Sonntag, dem 13. Januar 1907, abends 57* Uhr Stets vorrätig: 25 Flügel | von Bechstein, Blüthner, Berdux, 150 Pianlnos J Kaps, Schiedmayer etc. 100 Harmoniums von Mannborg, Hofberg etc.