Zweites Blatt 157.1 Erscheint täglich mit Ausnahme des sonntags. Erneral-Anzeiger für Gbrrheffen Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion. ^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Die ..Gletzener Famittenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Dienstag G. August 1907 < AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen d 1|^ Universitäts - Buch- und Steindruckerei. ; H R. Lange, Gießen. nach Ter englische Kreuzer „Antrinf Lasablanca abgegangen sei. Gibrialtar, 5. Äug. Die französischen Generalratswahlen. Paris, 5. Aug. Gestern haben die Ersatzwahlen zum Generalrat stattgefunden. In Montpellier würben in 13 von 20 Bezirken Winzer gewühlt. Dr. Ferroul ist mit 16 000 Stimmen in Montpellier und ein zweites Mal in Aigues-Mortts, Departement Gard, gelvählt worden. Nach Feststellung des Ministeriums des Innern über die Gcneral- eatswahlen gewinnen die Nepublikaner der Linken 14 Sitze, Die Radikalen und sozialistischen Radikalen 77, die unabhängigen Sozialisten 4, die vereinigten 6 Sitze. Die Reaktionären verliereil 23, die Nationalisten 19, die Progressisten 58 Sitze. auch sonst so getreu zu kopieren weiß. Doch ihr war das Wort „accepi" entfallen. Deshalb ging sie ins Arbeitszimmer ihres Mannes unb sah dort im lateinischen Wörterbnche nach, wie „empfangen" wohl zu übersetzen wäre. Sie fand „concipio, con- cepi, conceptiim, concipere." Das Stammwort „cepi" muß ihr nun ,nieder ins Gedächtnis getreten sein: Flugs schrieb sie also hin: „Concepi, Therese L. den . . Der junge Studiosus konnte sich diese Mitteilung über die — Konzeption der Fran Prosessoriil zuerst nicht erklären, bis er allmählich zu der Uebcrzeugung kam, daß Fraii Therese von der spezifischen Bedeutung des „Empfangens" ün Sinne von „concipere" eben keine Ahnung habe." * — Die bedeutendste litterarische Publikation auS Anlaß der 3. Jahrhundertfeier unserer Universität ist eine zweibändige, sehr voluminöse von der Universität selber y e r a u § g e g e b e n e F e st s ch r i f t. Sie ist „Sr. Königl. Hoh. Ernst Ludivig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, dem durchlauchtigsten Rector Mngnificentissimus der LudwigS-Universität, in tiefster'Ehrfurcht dargebracht", imb enthält, mie sie bescheiden mit dem Titelblatt bemerkt, Beiträge zur Universitälsgeschichte. Doch man darf sie als den grundlegenden Baustein zum Geschlchtswert der hessischen Landesuniversiläc bezeichnen. Wir müssen uns für heute nur auf eine kurze Inhaltsangabe beschränken. Den ersten, 476 Quartsellen zählenden Band füllen eilte sehr umfangreiche Arbeit des Oberlehrers Dr. Will). Martin Becker aus Darinstadt über „Das erste halbe Jahrhtmdert der hessen-darmstädtischen Landes- Universität" und eine Ehronik der Uitiversität Gießen, in Gemeinschaft mit Dr. phil. Lehnert bearbeitet und im Auftrage der Landes- Universität herausgegeben von Prof. Dr. Heim. Haupt, Direktor der Universitätsbibliothek. Diese Ehronik knüp't zeitlich an die mit dem Jahre 1650 abbrechende Darstellung von Dr. Becker an und daran schließt sich ein TozentenverzeichniS von der Gründung bis ans ilnsere Tage, das ivohl als nahezu lückenlos angesehen iverden kann. Ten Inhalt des zweiten Bandes bilden: eine Geschichte der Gießener Slipendialaiistalt von ihrer Gründung im Jahre 1605 bis zum Abschluß der Reformen des Ministers v. Moser im Jahre 178u von D. tlieol. Dr. phil. Will). Diehl, Pfarrer in Hirschhorn; Tie Anfänge des Pietismus in Gießen' von J689 bis 1695 von Lic. theol. Dr. phil. Walther König, ,a.-o. Professor der Theologie; Ter ivissenfchaitliche Betrieb der prall. Theologie in der theolog. Fakultät zu Gießen von D. theol. Paul DrewS. o. Profeßor der Lias Palmas, daß das! Kanonenboot „Bazan' Toulouse, 5. Aug. Infolge des Steges der Sozialisten bei den Stichwahlen für den Generalrat kam es gestern zwischen Sozialisten und Radikalen zu einem Krawall. Drei Personen wurden verletzt, darunter ein Gendarmeriehauptmanu, ferner eine Frau tödlich. Truppen besetzteit verschiedene Teile der Stadt. Argelliers, 5. Aug. Marcellin Albert ist hier gestern abend der Gegenstand einer feindseligen Kundgebung gewesen. Man hatte einen Anschlag gegen ihn vorbereitet und er war gezwungen, sich in seiner Behausung einzuschlicßeu. Neues aus Sübwestasrrka. Berlin, 5. August. (W. B.) Aus Deutsch-Südwestafrika wird gemeldet: Klein-Hendrik, der zweite Sohn Hendrik Witbois, ist aus dem englischen Gebiete zurückgekehrt und hat sich in Keeuuaunshoop dem Unterstaatssckre- tär von Lindequist gestellt. Wie fein Bruder Isaak Witboi, der in Otavi Wohnsitz erhalten hat, wird auch Klein- Hendrik mit feinem Anhänge voraussichtlich im Hererolande angesiedelt iverden. Seine Ergebung bedeutet einen großen Schritt ziir völligen Wiederherstellung der Ruhe im G r o ß - 9!a ma lande. An der Südgrenze dagegen erscheint der Friede noch nicht gegen alle Möglichkeiten endgültig gesichert. Morenga begab sich nämlich nach seiner Freilassung von Kapstadt nach Upington unweit der deutschen Grenze angeblich um Nach seiner Frau zu forschen. Es sind aber Nachrichten über die Grenze gelangt, nach denen sich der Nebellensührer im Grenzgebiete bereits mit einigen A n h äuge r n getroffen hat. Auf deutscher Seite iverden die Bewegungen Moreugas aufmerksam verfolgt. Die Grenze wird scharf bewacht, für den Fall, daß Moreuga aus anderen Gründen, als um sich dem Unterwerfungsabkommen seiner früheren Kampfgenossen anzuschließen, die Rückkehr auf deutsches Gebiet versuchen sollte. ling heute wach Casablanca in See. Pharis, ö. Aug. (W. B.) Dies Truppen, welche unter Führung des Gener»als Drude nach Casa- olianca geschickt werden, umfassen zwx,i Bataillone algerischer Schüßen Ms Blidah und Aöostaganem und ein Bataillon der Fremdenlegion aus Sidi Belabbes, zusammen 2400 Lstann Fußtruppen, ferner eine schwache Abteilung Artillerie und 300 Reiter, die den Chasseurs d'Afrique aus Blidah und den Spahis aus Aumale entnommen sind. Die Truppen werdet: in zwei Staffeln eingeschifft, die erste Staffel in Oran auf Kreuzern, öfa zweite in Algier aus der „Nive". Paris, ö. Aug. Aus zuständiger Quelle verlautet, daß die B e s e tz u n g von Casablanca am Mittwoch abend er- falgen soll. ______________________________ Deutsches Reich. Berlin, 5. August. Der König von Siam, der gestern hier eingetroffctr ist, begibt sich morgen nach Nauen zur Besichtigung der Funkenstation und besichtigt übermorgen das hiesige Virchow-Krankenhaus. Am 9. August reist der König nach Wilhelmshöhe bei Kassel 'und am 10. August nach Braunschweig zum Besuche des Herzogregenten. — Dem „Neichsanzeiger" zufolge genehmigte der Kaiser, daß den in den Stellen für die Unterdirektoren bei t)ett Post- bezw. Telegraphen- oder Fernsprechämtern verwendeten Beamten die Amtsbezeichnung Vizepostdirektor bezw. Vizetelegrapheudirektor mit dem Range der Post- und Telegraphendirektoren verliehen werden. — Die Ratifikationsurkunden zu der am 8. April 1906 in Paris unterzeichneten Uebereinkunft zwischen Deutschland und Frankreich, betreffend den Schutz an Werken der Literatur und Kunst, sowie an Photographien sind in Paris ausgewechselt worden. — Das „Berl.Tgbl." meldet aus Witten: Or. Peters erklärte auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahle, von einem der vielgenannten Giesebrechts sei ihm ein Erpressungsbrief zugegangen, in welchem mit weiteren Veröffentlichungen gedroht wurde, wenn Peters nicht binnen acht Tagen 10000 Mark zahle. Der Brief ist der Staatsanwalffchaft übergeben worden. — Das „Berl. Tgbl." meldet aus Straßburg: Gegen die prunkhafte Prozession anläßlich des Metzer eucharistischen Kongresses legte das reformierte Konsistorium scharfen Protest ein. Hohensalza, 5. August. Der gestern hier abgehaltene polnisch-sozialdemokratische Parteitag für die Provinz Posen ist polizeilich aufgelöst worden. Posen, 5. August. Sämtliche Schulvereine Preußens Xtv vroroyttche Lage Der Europäer in Marokko. 2 ö l n , 5. Aug Ter Gewährsmann der Kölnischen Zeitung in ganger bedangt die Meldung von einem erfolgreichen Jeu erge sccht der Sta d t b e m a nn n n g von Casa- Hoca gegen bie S an bar a 6 er. Ter englische Konsul in Noazagon verlangte ein Kriegsschiff, da di e Sta d t b e d ro ht ick- 'T'te Oiegiemng lehnte jedoch nib, da Frankreich mit dem Ichutze der Engländer beauftragt sei. Heuten werden weitere Flüchtlinge aus Casablanca erwartet. — Tie meisten Europäer, xirunter einige Deutsche, auch Herr und Frau Mannes^ aann, derentwegen Besorgnisse gehegt wurden, da sie im Innern geweilt hatten, haben sich an Bord des vor Casablanca liegenden deutschen Dampfers „Arcada" begeben. 19 deutsche Herren ind 2 Damen sind 'einstweilen in Casablanca geblieben. Sie vollen sich im Hmffe des Herrn Brandt, das in der Nähe deA vanzösischen Konsulats liegt, im Notfälle halten, bis sie befreit uerben. Gewehre und 'Munition sind vorhanden. Tianger, 5. Aug. Nach Briefen aus Rabat vom L. August ist die Lsage ziemlich ernst. Ter Stamm der 0zer in der .Umgebung der Stadt ist Unruhig. — Tie Fran zo s e n verlangen die Entsendung eines Kreuzers, andem- alls werden sie die Stadt verlassen, die von einer ganz geringen Zahl von Truppen bewacht wird. — Tie Muhalla befindet sich ungefähr 14 Meilen >on Raisuli. In Briefen, die gestern hier eingetroffen sind, :eilt M>ac Lean mit, daß er während des letzten Kampfes ins Gebirge geschickt wurde unb einige Tage bei sonstiger guter Be- Mndlung Mangel an Nahrung und Schlafgelegenheit erlitten i)ätte, was sich jetzt aber gebessert habe. Tie Mahalla habe l k.a s sa r verlassen und marschiere nach der Gegend der Hl'mais, um auf einem anderen Wege die Verbindung mit der Mahalla Ben Bagdadis herzustellen. Paris, 6. Aug. Fünf Spanier unb bret Italiener, die feit einigen Tagen als vermißt gemeldet waren, sind voll Sultanodeamteu unter Ruinen, wo sie tagelang ein .'lendes Dasein gefristet hatten, herausgeholt worden. Mehrere andere Personen entgingen, wie jetzt ermittelt wurde, der Ermordung. In Tanger sind tausende von Flüchtlingen aus Casablanca versammelt. Tie Zahl der an Bord europäischer Schiffe untergebr-achtcr Manner unb Frauen, die alle ihre Habseligleiten in der Stadt zurückgelassen haben, beträgt mehrere hundert. London, 5. Aug. Nach einer Meldung des Daily Chro- nicle aus Tanger ist der französische Dampfer „Constantin" mit 800 Flüchtlingen ,aud Casablanca angenommen. 400 Spanier bewachen das Konsulat. Tie Dore der Stadt sind noch immer geschlossen. Unter den Mauren entstanden häufig Streitigkeiten. Es kam zu einem heftigen Kampf, wo - bei viele getötet wurden. Weitere Todesfälle von Europäern sind nicht zu verzeichnen. Viele Mauren plünderten >aS Gepäck, während die Flüchtlinge sich einschifften. Die Er- cegung der Bevölkerung von Tanger ist sehr groß. Siedrohen )ie Europäer niederzumetzeln, wenn die Fr,an- ;osen landen. Madrid, 5. Aug. (W. B.) Der „Jmparcial" meldet aus Klcittcs Feuilleton. — Von dem Gießener Univerfitätsjubiläum hat feltfamerweife, so weit wir sehen, nur ein sehr kleiner Teil unserer Unterhaltungszeüschristen 9iotiz genommen. Die bekannte Stuttgarter Halbmonatsschrift „Ueder Land unb Meer" brachte einen hübsch illustrierten kleinen Aussatz über Gießen und seine Universität aus der Feder eines Gießener Professors, und eine weit über Gebühr beachtete Berliner Wochenschrist ocrösfentlichte einen Artikel über eine Anzahl Gießener Professoren, bereit Bildnisse sie auch vorführte; jedoch ist der anonyme Verfasser auffallend parteiisch verfahren. Alancher Gelehrter von roeitem Ruf und hoher Bedeutung ist völlig unerwähnt geblieben. — Das ist alles, was uns bisher über unser schönes Universitätsfest in den belletristischen Üeiijchristen begegnete. Daß bie Fachpresse besser auf dem Posten war, versteht sich von selbst. Doch hierüber zu berichten, ist unsere Sache nicht, um so weniger, als uns nur bie „Tierärztliche Rundschau" in Berlin ihre 'Nr. 31 vom ö. August bisher Vorgelegen hat, bie einen Aussatz enthält über „Die Veterinärmedizin an der Universität Gießen" von Dr. Schäfer in Friedenau, sowie bie Porträts bei jetzigen unb früheren Gießener Dozenten der Tierheilkunde unb Abbildungen des neuen Velermarmstttuts an Der Frankfurter Straße. -Folgendes amüsante G e s ch i ch t ch e n teilte die .Fr. Ztg." mit: „Im Osten Deutschlands lehrt cm berühmter Professor des Rechts, berühmter vielleicht noch als Dichter beim als Jurist. Treu zur Seite steht ihm in allem seine Gattin. Dieser Professor erfreut sich einer großen Bibliolher und läßt, altruistisch wie er mm einmal ist, auch andere, namentlich seine Studenten aus dem Seminar bereu Schatze benutzcn. Wenn er nun auS ihr ein Buch verleiht, so muß der Entleiher thim der Ordnung halber, einen Quittungszettel ausstellen: Bringt er s dann zurück^ so erhält er diesen Zettel wieder, und der^gretie Pro- sessor vermerkt auf ihm: „Accepi, X . . den. . . , b.J). er quittiert über den Rückempfang des Buches. Eines Tages nun brachte wieder einmal ein Student ein folcherwetse entliehenes Buch dem Professor zurück, dieser aber war nicht zu Hause, weshalb an seiner Statt seine Gattin den Studiosus empfing und ihm Das Buch abuahm. Sie wollte nun auch über die Rückgabe des Ruches quittieren, unb zwar ebenso wie ibr Gatte es tut, den ne Theologie; Christof Helwig (Helvieus) als Didaktiker (1605 bis 1617) von D. theol. Dr. phil. Herrn. Siebeck, o. Prof, der Philosophie; Zur Geschichte des neusprachlichen Unterrichts an per Universität Gießen von Dr. phil. Tietr. Behrens, o. Prof, der neueren Sprachen; Zur Geschichte der inebizinisthen Fakultät von Dr. med< Jul. Geppert, o. Professor der Medizin; Aus Briesen Justus v. Liebigs von Dr. phil. Kurt Brand, Privatdozent; und Die Pokale und Szepter der Universität Gießen (mit Illustration) von Dr. phil. Bruno Sauer, o. Prof, der Archäologie unb Kunstwissenschaft. Beide drucktechnisch mustergültige Bande sind mit Bildnissen, u. a. des Landgrafen Ludwig V. unb des Großherzogs Ernst Ludwig, geziert, sowie mit mancherlei Textabbildungew einigen Faksimile re. reich ausgestattet. * — Deutschlands Universitäten. Im Hinblick auf den 300. Geburtstag unserer Landesuniversität dürfte nachstehende Aufzählung der 20 deutschen Universitätes in der Reihenfolge ihres Alters von Interesse fein. An der Spitze steht die 1386 als ältere der beiden badischen Universitäten in Heidelberg errichtete, es folgte 1403 Würzburg, die älteste der drei baycr. Hochschulen, 1409 die sächsische in Leipzig, 1419 Rostock in Mecklenburg-Schwerin, 1456 Greifswald als erste preußische, 1457 Freiburg als jüngere badische Universität, 1477 Tübingen in Württemberg, 1525 Marburg, die vormals kurhessische, jetzt zwcit- ältefte preußische Hochschule, 1544 Königsberg in Preußen, 1558 Jena als gemeinsame Universität von Sachsen-Weimar und den sächsischen Herzogtümern, 1607 Gießen, bie, Jubilarin, 1665 Kiel, vormals in Holstein, jetzt in den preußischen Elbl-erzogtümcrn, die weiteren preußischen Universitäten Halle 1694, Breslau 1702, Göttingen (nicht zu Hannover gehörig) 1734, ferner Erlangen, die weitere bayerische Hochschule, 1743, dann die beiden fiingften in Preußen: 1810 Berlin und 1818 Bonn, weiter 1826 die jüngste in Bayerns Hauptstadt München, und als jüngste deutsaie Universität die von Frankreich übernommene, 1872 zu Straßburg im Elsaß neuerrichtete. Während sonach Heidelberg, die älteste deutsche Musenstadt, int vorigen Jahre bereits aus eine 520jährige Geschichte als solche zurückblicken konnte, steht Leipzig im nächsp- solgenden Jahre (1909) die Feier eines halbtausendjährigen Bestehens bevor, und auch die fast jüngste deutsche Universität in des Reiches Hauptstadt. Berlin, kann 1910 schon die Mät'ular- feier begehen. halten bcumdcl)ft ihren Verbandstag in Berlin ab. Der Zeitpunkt soll noch bekannt gegeben werden. Bochum, 4. August. Die in dem holländischen Städtchen Wintcrwyk abgehaltene Versammlung sämtlicher Polen-Vereine des rheinisch-westfälischen JttdustriegebietZ beschloß die Gründung eines Zusammenschlusses aller westdeutschen Polen-Vereine, die Errichtung von polnischen Konsum-Vereinen in Westdeutschland und Erhebung einer ständiger Kopfsteuer für den polnischen Nationalschatz. Würzburg, 5. August. Die Mitglieder des Schell-. Denkmalkotnitees erlassen eine Erklärung, worin sie entschieden gegen die Veröffentlichung des Papstbriefes an Commer durch das Würzburger Diözesan-Amtsblatt pro- testieröit. Stuttgart, 3. Aug. Die Zweite Kammer nahm heute einen Gesetzentwurf betreffend die Beschaffung von Geldmitteln für Eisenbahnen und für außerordentliche Bedürfnisse der Verkehrsanstalteitverwaltung für die Finanzperiode 1907/08 an, der insgesamt 38 Millionen erfordert. Dar es Sala am, 3. Aug. Der Dampfer „Feldmarschall" ist heute Morgen hier eingetroffen und mit Salut empfangen worden. Staatssekretär Dernbürg nahm zunächst Meldungen an Bord entgegen und begab sich dann an Land. Dort schritt er zunächst mit Oberstleutnant Ouade die Front der von der Schutztruppe gestellten Ehrenkompagnie ab und nahm dann deren Parademarsch ab, worauf Konferenzen und Atelduttgen im Gouvernementsgebäude erfolgten. Der Lunch wurde bei dem Gouverneur Freiherrn v. Rechenberg ein-» genommen. Der Staatssekretär wurde von dem zahlreich erschienenen Publikum begrüßt. Wien, 4. Aug. Tie polnischen Blätter Galiziens fordern die polnischen Abgeordneten auf, von der Regierung die Ausweisung Professor Meyers und anderer preußischer Agitatoren zu verlangen. Tie Ausweisungen werden als Repressalien gegen die häufigen Polen-Ausweisungen aus Preußen gefordert. Ischl, 4. Aug. Kaiser Franz .Joseph empfing heute vormittag den Fürsten von Bulgarien in einstündiger Audienz unb stattete ihm später einen fast halbstündigen Besuch ab. Ter Fürst mit seiner Begleitung war zum Familiendiner geladen; er reiste nachmittags ab. Haag, 3. Aug. Der Schluß der Friedenskonfe-^ r e n § wird, wie halbamtlich berichtet wird, am 24. d. M. erfolgen. Florenz, 5. Aug. Gestern kam es anläßlich der von den Radikalsozialisten veranstalteten Meetings zu schweren Straßenkrawallen. Der Mob steckte zwei Kirchen in Brand unb es mußte Militär herbeigerufen werden, um der Feuerwehr^ die Löscharbeit zu erleichtern, und um die Menge zu zerstreuen. Vier Gendarmen, zwei Torwächter und ein Polizeikommissar wurden verwundet. Einer der Rädelsführer, der Sozialist Spiraccini, wurde verhaftet. Der Berliner „Lok.-Auz." meldet: In Lugano wurde der italienische Anarchijt Bonometti und der Redakteur Pro- tefta Unjana verhaftet, weil sie in Proklamationen zur Ermordung König Emanuels aufgefordert haben, um den Tod Brescis, des Mörders König Umbertos, zu rächen. London, 5. Aug. Die Internationale Konferenz für Schulhygiene wurde heute nachmittag durch Lord Crewe eröffnet. Sir Lauder Brunton hielt die Eröffnungsrede und skizzierte zum Schlüsse die Arbeiten des Kongresses. — Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Bill einstimmig an, nach welcher ein Appellationsgericht für Kriminalsachen errichtet wird. .Pjatigorsk, 5. Aug. Heute früh wurde im Zentrum der Staot der frühere Generalgouverneur von Odessa, General Ka- rangorow durch drei Revolverschüsse getötet. Die Täter, drei an der Zahl, sind entkommen. Simbirsk, 5. Aug. Politische Gefangene ent* * waffneten und banden den Gefängnisaufseher. Requiriertes Militär wurde mit Revolverschüssen empfangen. Die Truppen erwiderten durch Gewehrfeuer. Ein Gefangener wurde getötet und einige verwundet. Die Ruhe ist w i e d e r h e r g e st e l l t. Simla, 5. Aug. (Reuter.) Tie Behar-Grundgesellschaft, eine einftußreiche und repräsentative Körperschaft, ..faßte eine versität Gießen in unseren Besitz durch folgenden Umstand 45. Stiftungsfest der Burschenschaft Alemannia. und die Ruhe der Ferienzeit einstellen. D. Aus SlaSL und Land. Gießen, 6. Ang. 1907. ** K u n st v e r e i n. Wir wollen nicht unterlassen, | nochmals auf die gegenwärtige interessante Ausstellung hin- zuweisen, da sie voraussichtlich nur noch bis zum kommenden Sonntag geöffnet ist. Wie bereits erwähnt wnrde, haben unsere sämtlichen einheimischen Künstler ausgestellt. Ferner verbleibt noch bis zum Sonntag die Kollektion Brandt-Nom, die dann nach Wiesbaden zur Ausstellung gelangt. Auch die Bilder von Bantger, Bracht, Kaiser, Thielenan, Giebel und Waenting befinden sich noch in der Ausstellung. Neu zur Ausstellung ist eine schöne Kollektion Kunst-Töpfereien von Ludwig Keßler-Wieseck gekommen. -s- R a d s a h r e n. Bei dem am Sonntag, 4. August von dem Nadfahrer-Berein »Durch Wald und Flur" in Fulda veranstalteten Mei st erscha ftsf a h ren über 20 km gelang es Herrn Otto Dechert vom »Nadlerverein Diana" Gießen unter sehr starker Konkurrenz den 2. Preis zu erringen. Der Preis, bestehend aus einem silbernen Pokal, ist in dem Schaufenster des Herrn Karl Bourgeois, Papierhandlung, Marktplatz 1, ausgestellt. ** Bauliche Herstellungen a u s dem S ch jr. , fcnberg. Die gestrige Notiz rührt vom Vorstände des , Großh. Hochbauamtcs her; durch ein Versehen blieb bi. - Unterschrift weg. -r Londorf, 4. Aug. Heute nachmittag fand die feierliche Einweihung der von Frau Baron Adalbert von Nordeck zur Nabenau gestifteten und für die Gemeinden Londorf und Kesfelbach bestimmten Klein kinderschule statt. Eine große Anzahl von Bewohnern der beiden Orte hatte sich dazu auf dem geräumigen Hose des Schulhause^ versammelt, sowohl um ihr Interesse an der neuen Schul? als auch der hochherzigen Stifterin ihre Dankbarkeit 3U bekunden. Dekan Wagner von Grünberg hielt eine kurze eindrucksvolle Weiherede, während die Festrede Kirchenrai Weber von hier hielt. Er wies darin aus die Notwendigkei, einer solchen Anstalt hin und forderte die Eltern aus, i^ Kleinen recht fleißig zur Schule zu schicken. Nachdem Dekar. Wagner die neue Kleinkinderschulschwester in ihr Amt eingeführt hatte, schloß die schlichte, eindrucksvolle Feier, bu durch Gesangsvorträge des hiesigen Kirchengesangvereins unb des Gesangvereins Frohsinn verschönt wurde. r. Heldenbcrgen, 5. Aug. Gestern hielt der Bezirk Friedberg der Kriegerkameradschaft Hassia seinen zweiten Bezirkstag im Gasthaus zum Adler hier ab. Es waren 29 Vereine mit ca. 60 Vertretern hier anwesend Feuerbach v. d. H., 5. Aug. Auf der Straße nach Osthetm trug sich ein Automobilunfall zu, als das Auto im scharfen Tempo um eine Ecke sauste. Es streifte eine entgegenfahrende Chaise, dec Führer verlor die Herrschaft über die Maschine und sie stürzte in den Straßengraben. Die Insassen flogen heraus. Einer erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, der andere leichte Verletzungen, der Führer blieb unverletzt. Der Wagen erlitt einen Nadbruch, konnte aber am Abend wieder nach Frankfurt zurückfahren. O Friedberg, 5. Aug. Nachdem die Stadtverordneten die Erbauung einer städtischen Turnhalle beschlossen haben, ist dieser Tage ein Preisausschreiben ergangen, das für die drei besten Entwürfe Preise von 600 Mark, 400 Mark, bezw. 200 Mark vorsieht. Die Pläne müssen bis 1. Nov. eingegangen sein. Die Turnhalle soll auch als Fest. 'Halle, Konzert- und Theaterhalle dienen, eine geräumige Bühne und Gallerien besitzen. Im Erdgeschoß wird ein Nestaurationsraum, im Dachgeschoß eine Dienerwohnung unter« gebracht. Die zu bebauende Fläche beträgt 430 Quadrat, meter. — Die Erbauung eines Wasserturms auf dem Wartberg, der zugleich als Aussichtsturm dienen soll, wurde dem Architekten Lenartz übertragen. Der Turm ist zu 50 000 Mark veranschlagt. △ Unter-Seibertenrod, 5. Aug. Zur Vorsicht bei bem jetzt üblichen Besteigen der Kirschbäume (Vogels, kirsche) mahnt ein gestern hier vorgekommener ernster Un. fall. Ein Bursche von 15 Jahren bestieg einen an der Landstraße stehenden Kirschbaum. Dabei brach der Ast, worauf er stand, und er fiel aus die Straße. Mit gebrochenen Armen blieb er liegen. Dec Arzt stellte außerdem Rippen- brüche und Bruch der einen Kniescheibe fest. X Ober-Ohmen, 5. Aug. Auch in unserer Ge. nicinbc zeigte die Wahl zum Gemeinderat eine ganz andere Beteiligung, wie in den früheren Jahren. Gewählt wurden Johann Stcitter II. mit 75, Peter Berst mit 66, Joh. Konrad Stein mit 60 und Karl Rühl mit 51 Stimmen. § Groß-Eichen, 5. Aug. Vorgestern fand hier die Wahl zum Gemeinderat stätt. Eine solche Beteiligung der Wähler war hier noch nicht vorgekommen. Da zwei Mitgliedec des Gemeinderats durch Tod ausgeschieden sind, so mußten fünf Genieindecatsmitgliebec gewählt werden. Aus der LÜahl gingen hervor: August Zimmer mit 110, Heinrich Faust VII. mit 95, Karl Merz mit 78, Karl Schombert mit 75 und Friedrich Faust mit 69 Stimmen. sd. Darmstadt, 5. August. Verschiedene wesentliche Umänderungen in den: von dem Großh. Paare bewohnten „9leuen Palais", die demnächst ihrem Abschluß entgegen- gehen, veranlaßten heute S. K. H. den Groß Herzog die Räume einer Besichtigung in Gemeinschaft mit dem Hos- marschall Freih. von Ungern-Sternberg zu n nterziehen. Tie Ankunft und Abfahrt erfolgte im Automobil. »ewb.r'rWM ■ i . - - ■ ■ «K 1 - r - 1 ■h • die Burschenschaft Alemannia hatte sich das Umversitatchubllaum zu Nutze gemacht, um mit den von allen Seiten zu dem Feste herbeiströmenden alten Herren die tfeter ihres 45 jährigen Bestehens zu begehen. Errich- n1 ■ ei,nerl derartige Neugründungen wenig günstigen '1' fle tm Laufe ihrer Entwicklung eine cinfluß- Stellung zu erobern vermocht.iem ^ubjuig au, uen öcqinenoerq, uno ZT DOr Dmgen Zeugnis ab das stolze, vor nun wird sich durch allmähliches Verlaufen des lustigen "^Ur-^)ep OT1-!'rflrneLr bie außer- Schwarmes langsam wieder die Stille des Alltagslebens ordentlich erfreuliche Starke ihres Mitgliederbestandes bie y L ~ ’ " ' ' " - gerade auch bei dem Feste so recht zur Geltung kam Gleichsam als Vorspiel zu den Feierlichkeiten wurde am Sonntag, 28. Juli im neuen Saalbau ein Garte n- fest größeren Stiles arrangiert. Wenn es auch bis tun vorher ziemlich intensiv geregnet hatte, so konnte man doch in dem schonen Garten einen hübschen Aufenthalt im Freien genießen, der, gewürzt von den klangrcichen Darbietungen unserer Militär-Kapelle, von Zeit zu Zeit in angenehmer Weise durch Tänze in dem herrlich gcschmück- ten Saale unterbrochen wurde. Als traditionelles Nachspiel dieser Veranstaltung wurde am Montag auf dem Alemannenhause ein gemütlicher Damenfrühschoppeu kfc^cCtÜciL so präparierte man sich denn langsam auf d e Freuden des Stiftungsfestes, das am Mittwoch «ÄÄT"1 Empfangsfrühschoppen auf dem "haus begann. Hier konnte man außer den ca. 90 erschienenen alten Herren eine stattliche Anzahl von Vertretern befreundeter Burschenschaften begrüßen. Es waren vertreten die Burschenschaften: Germania-Berlin, Fran- koma-Bonn, Dresdensia-Leipzig, Rugia-Greifwald, Ale- manma - Marburg, Frankonia - Freiburg, Ennbria - Würzburg, Germania-Straßburg, Franlonra-Erlangen, Ger-j Prämiierungs-Resultate des am 29. Juli in Alsfeld abgehaltenen Prämienmarktes. 11. v. Rinde r. 1. Heinr. E. Koch-Alsfeld 12 M., 2. Wilh. Georg-Hellhof 12 M.; 3. Joh. Feldpujch-Leusel 12 M., 4. Eduard Haberkocn-Windhausen (2 Stück) 12 M., 5. Hch. Geiß-Windhaufen 12 M., 6. Hrch. Kobec-.AlZfeld 10 M., 7. Konrad Oestreich-Hellhof 10 M., 8. Otto Dörr-Billerlshausen 10 M., 9. Konstantin Bieter- Vockenrod 10 M., 10. Lorenz Hartmann-Alsfeld 10 M., je 8 M. erhielten: 11. Gustav Lang-Alsfeld, 12. Karl-Hahn-Alsseld, 13. Andreas Werner-Vockenrod, 14. Rudolf Fint-Leufel (2 Stück), 15. Kaspar Rüger-Eudorf, 16. Friedr. Heddrich-Unter-Sorg, 17. Heinrich Häbermehl-Liederbach, 18. Heinrich Weiß-Schwabenrod, 19. Joh. Schäfer V.-Eudors, 20. Wwe. Adam Schmalbach-Windhausen, 21. Heinrich Schäfer-Renzendorf, 22. Konrad Gieß-Romrod. — Vogelsberger: 1. Hrch. Peter Schmidt-Romrod 6 Wt — Schivitzer: 1. Karl Geisel-Reibertenrod 8 M., 2. Augüsk Becker-Alsfeld 6 M. L. B u l l e n. a) ^S ch w i tz e r: 1. Gutspächter Engeland- Altenburg 15 M. b) Simmentaler: 1. Gemeinde Brauer- schwend 18 ’JDL, 2. Gemeinde Billertshausen 18 M., 3. Otto Kaspar- Zell 15 M., 4. Karl Geisel-Reibertenrod 15 M., 5. Karl Hesse- Otterbach 15 M., 6. Heinr. Ludwig-Engelrod 12 M., 7. Wilhelm Hanack-Zell 12 M., 8. Peter Pfannmüller-Maar 10 M., 9. Hch. Euler I.-Achar 10 M., 10. Johs. Weiß III.-Storndorf 8 Al., 11. Kaspar Schott-Groß-Felda 8 Al., 13. Hch. Alerschrod-Zeilbach 6 Al., 13. Johs. Ort-9lieder-Breidenbach 6 M. F. Ziegen. Klasse 1, ältere Böcke: 1. Heinrich Gerbig I.°Brauerschwend 4 M., 2. Gustav Horst-Leusel 3 M., 3. Heinrich Schneider-Alsfeld 2 M. Klasse 2, jüngere Böcke: 1. Heinrich Zulauf-Liederbach 3 M., 2. Heiiwich Kalbfleisch-Liederbach 2.50 M., 3. Heinrich Henkel-Ängenrod 2 Ai., 4. Johs. Keil-Billerts« hausen 1.50 Al., 5. Karl Raab I.-Romrod 1.50 Al., 6. Joh. Weicker- Leusel 1.50 M., 7. Joh. Kalbfleisch lII.°Strebendorf 1 M., 8. Hemr- Haberkorn-Romrod 1 Al., 9. Ko irr. Schäfer-Altenburg 1 M. Klasse 3, ältere Ziegen: 1. JohZ. Alartin-Anaenrod 4 M., 2. Wilhelm Georg-Hellhos 3 M., 3. Heinrich Hahn-Schwabenrot 2 Ai., 4. Johannes Müller-Leusel 2 M., 5. Robert Koch-Alsfelk 2 M., 6. Friedrich Thowas-Alsfeld 2 M., 7. und 8. Johs. Feld- pusch-Lcusel 3 Al., 9. Will). Hahn-Alsfeld 1.50 Al., 10. Georg Wett- laiifer-Alsfeld 1.50 M., 11. Heinrich Volp-Romrod 1.50 M. Kl asst 4, jüngere Ziegen: 1. Julius Kampa-Alsfeld 4 M., 2. Kar Berüng-Alsfeld 3 Dl., 3. Louis Haberkorn-Leusel 3 M., 4. und 5 Koirrad Ouel-Alsfeld 3.50 Dl., 6. Gg. Dieiner-Billertshausen 2 M. 7. Peter Martin-Angenrod 2. Dl., 8. und 9. Philipp Röhrig Schwabenrod 3 M., 10. Daitiel Siegfried-Leusel 1.50 Dl., 11 Heinrich Hahn-Schwabenrod 1.50 M., 12. Heinrich Roth-Altenburg I nur in dem echt vaterländischen Sinn der Liebe zu Kaiser und Reich, sondern auch in steter Rücksicht auf die später von ihnen als Staatsbürger einzunehmende Stellung; sie sollen lernen, sich in allen Fragen ncitionalcn, geistigen wie wirtschaftlichen Lebens ein klares, unbefangenes Ui> teil zu bilden und stets zum Wohle des Vaterlandes tätig zlt fein. Das Hoch des mit stürmischem Beifall belohnten । Redners galt der Alemannia, als dem allzeit tüchtigen Gliede der deutschen Burschenschaft. Nmimehr begannen die Dankes- uni) Glückwunschreden der Gäste und Vertreter, voran Major von Wunsch, der namens des Offizierkorps für die stete Aufrechterhaltung des schönen Verhältnisses zum Regiment in warmen Worten eintrat. Endlich toastete iiad) Verlesung zahlloser Glückwunschtelegramme sehr launig und witzig Dr. Prochownik auf die wiederum in sehr reichem Maße anwesenden Vertreterinnen des schönen Geschlechts. Altehrwürdige Klänge mahnten dann zu der feierlichen Handlung des Landes- oaters, . der den offfziellen Teil schloß. Die Dauer der Fidulität konnte leider nicht mehr ermittelt werben, vielleicht hält sie heute noch an. Den Beschluß des ganzeir in wohlgelungener Weise verlaufenen Festes machte am gestrigen Tage ein Ausflug auf den Schiffenberg, und Itag wurde eingeleitet durch einen großen Frühschopven in dem alten Verkehrslokale der Gießener Burschenschaften, dem Andres, der, obwohl zum alleinigen Gebrauch der Alemannen reserviert, kaum deren Menge fassen konnte. Abends fand dann unter Leitung von acht Ehargierten in Vollwichs und imter Beteiligung von mehr als 200 Per- sonen der große Festkommers im neuen Saalbau statt. Er wurde eingeleitet durch eine Ansprache des ersten 'Chargierten, bie in ein Hoch auf Kaiser unb Lanbesfürst ausklaug. Die eigentliche Begrüßung brachte bann Ober- stnanzrat Glas sing aus Darmstabt als Vorsitzenber bes A. H.-Verbanbes, verounben mit einer ebenso formvoll- enbeten wie fein burchbachten unb von echtem historischeir Verstänbnis ^zeugenben Auseinanbersetzung über unsere heutige beutsche Burschenschaft. Die veränberten Zeit- umstänbe, bie veränberte unb verfeinerte Form bes aka- bemischen Lebens brachten es von selbst mit sich, baß bem L)tubenten bie Möglichkeit eines aktiven Eingreifens in _ - . -------o-------- vw Politik genommen wurde, wie sie vielleicht in ihrem scyaster erne dichte undurchdringliche Mauer bildete. In übergroßen Idealismus heißblütige Burschen von 1815 oarrrenSwerter Werse hatten die Burschenschaften aus eine erträumt haben; eine Beteiligung an aktiver Politik ist Treiben aus allernächster Nähe zu beobachten. Es war ^,?Ä^ebankenZ, ' hat die Burschenschaft in dem Werke auch ein buntes, Vewegtes Bild, das sich dem Auge der erleben dürfen, der wohl wußte und es auch zahlreichen Zuschauer darbot, die vielfärbigen Mützen bie 9enie anerkannte, was die Burschenschaft wollte und ersten Herren in weißem Bart mit Band 'und ^rebte. Daher muß die neue Burschenschaft, wenn anders ein ftohes Wiedersehen feiernd und sich sie zur Existenz und zur Führung ihres Namens berechtigt ihrer Burschenschaften freuend. Fröh^- sein will, als neues Ideal aufstellen und als obersten €n ^bert Kehlen Grundsatz betrachten die Erziehung ihrer Mitglieder nicht schollen werthrn über 0 en prächtig geschmückten Platz.' - 1 1 - - - Es herrschte eine rechte Feststimmung, weiche die Teilnehmer ^llzahlrg zusammenhielt, bis die Stunde des Beginns des Phrlofophenwaldfestes zum Aufbruch drängte. Den Teilnehmern wird das Fest unvergeßlich sein. Aber auch alle die- lenrgen, bie dem studentisch-burschenschastlichen Leben sern- stehen und als unparteiische Zuschauer den prächtigen Umzug und den fröhlichen Frühschoppen miterlebten, hab-en damit ein noch nie erlebtes studentisches Schauspiel ae- noften; es mutzte ihnen zum klaren Bewußtsein kommen welch wichtige Rolle bie burschenschajtliche Bewegung im studentrschen Leben auch unserer Stadt spielt. Die Kunsthandlung H. Noll-MausbUrg hat bie Gelegenheit nicht ver- faumt, in ^rhlreichen wohlgelungeuen Bildern Szenen aus diesem Burschenichafterseste auf der Platte sestzuhalteiu ^Resolution, in'der die Loyalität aller Hin du kl assen erklärt, die Besserung in der Verwaltung hervorgehoben, dagegen nachdrücklich die heftige unkonstitutwnelle Agitation verurteilt wird. Are dritte Säkularftier der Ludovrciana. V. Weitere Audzefchnungen. S. K. H. dec Groß Herzog haben dem Kompagniechef der Ehrenkompagnie, Hauptmann Stephan das Nitterkceuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ordonnanzoffizier, Oberleutnant See b old das Ritterkreuz 2. Klaffe desselben Ordens verliehen. Gin Gruß aus der Ferne. Bei der Festleitung ist von Bischofsheim v. d. Nhön, 2. Aug., folgendes Schreiben eingegangen: Zu unserer ganz besonderen Freude ist heute früh gegen Vs 9 Uhr ein Gruß vom 300 jährigen Jubiläum der Uni- mania-Halle, Cimbria-München, Germania- und Arminia-Marburg, Alemannia- unb Hannovera - Göttingen, Germania- unb Derenbmgia - Tübingen, Teutonia-Jena, Germama-Erlangen unb die beibcn Gießener Schwester- burjchenschasten Germania unb Frankonia. Nachdem man sich am Abenb an bem Fai^Izug beteiligt hatte, rüstete man zu bem Tags darauf stattfindenden Burschenschafterzuge. Es darf wohl ohne Ueberireibung die Behauptung aufgestellt werden, daß unsere Universitätsstadt wohl kaum einen solch' achtunggebietenden Feftzug gesehen hat, der von einem einzigen studentischen Verbände ins Werk gesetzt worden wäre. In dem ungeheuren, an 600 Personen fassenden Zuge der drei Marburger und der drei Gießener Burschenschaften erregte wiederum die am zahlreichsten vertretene Alemannia, die den Schluß bildete, durch ihre kolossale Stärke berechtigtes Auflehen. Als nun auch die schönen Stunden echter origineller Burschentätigkeit auf dem freien gelangt: Auf einer Rhöntour begriffen.' gelangten w.r heute I ?“ früh Hn hns ffht-nnr•» /Pient.y. qaa 1 ^or ^jubel Uno Trubel des Phllofophenwaldfestes fein Ende SttTwl’AÄS -mi*.»-«—»-sich«i m»i«y. festgeklammert etwa 30 Stinberluftba11on§ mit einem 'Üen Damen auf dem blau-weiß-grünen Fähnchen und der Inschrift, „300jührige allwo wiederum ~an$ auf Tanz die froh-i Jubelfeier der Universität Gießen 1607—1907.« Wir 3“famn'ern^teI^ ^ach gar erwidern den unerwartet erhaltenen Gruß aufs herzlichste und ft,,, ,, q!i Uhr ^°?:?CrUsn9eiX bitten ergebenft, den verehrl. Absendern unseren herzlichsten tonD„ 11= ®C,t = Dank übermitteln zu wollen. Vielleicht haben bie $trr™ h Lb, ■ ? mrw ? m r. r. rx * *...... iS,e ■-&*«m» ****** Burschenlchafts'Fruhschoppcn. richtige FesteZstimmung hervor. Im Saale nahm man Jber iSitierOfL nu^hnm^h'p0 n (?n9emcL!ien ben Kaffee ein unb schwang wieberum beß mit Recht so dentenschaft sich beteiligen konnten unb sich au^^ain feUener I Abenbs beteiligte man sich an.bem Einmütigkeit beteiligt hat, berichtet, so soll nun noch ^u^oisitatstommerV, auf ben wieberum em gemiilllches eines Sonberfestes gebacht werden, bas nicht per-!V^^^onlem auf bem Burschenhause folgte. Der Sams- gessen werben barf. “ War es boch — abgesehen vom Fackelzug — bie einzige Festlichkeit, von der die Bürgerschaft Gießens und die zahlreichen Fremden etwas hatten. Ter Gießener D. C., die drei Burschenschaften Germania, Alemannia und Frankonia, vereinigte sich am Donnerstag mit dem Marburger D. C. (Arminia, Alemannia und Germania) zu einem gemeinsamen Frühschoppen auf dem Landgraf Philipp-Platz. Tie Burschenschafter versammelten sich um 10 Uhr mit ihren in selten großer Menge erschienenen Alten Herren am Bahnhofe, wo )te den Marburger T. C., der in einem Sonderzuae eintraf erwarteten. Um i/2ll Uhr setzte sich der stattliche, nicht enden wollende Zug in Bewegung, voran die Musik und die Chargierten in Wichs mit den Fahnen. Die Musik stellte | das Infanterieregiment Nr. 168. Eine gewaltige Menschenmenge war in den Straßen versammelt, um diesen Umzug, den Gießen in solcher Größe noch nicht gesehen hatte, an ftch vorüberziehen zu lassen. Auf dem Landgraf Philipp- Platz angekommen, entwickelte sich alsbald ein fröhliches studentisches Treiben. Der Platz war von einer Zuschauer- menge umlagert, die rings um die Tische der Burschen-! Äl L> e fio lir 8. $1 12 Li K f g' ll b> in S1 in tr 5 v H b d ö 62. Lebensjahre verschieden ist, Oie Wiiwe Giessen (Nord-Anlage 13), den 6. August 1907 Nach Gottes uncrforschlichem Ratschluss entschlief Montag früh e eines Herzschlages meine unvergessliche, treusorgende Die Beerdigung erfolgt in Giessen von der Kapelle des neuen Friedhofes Mittwoch den 7. August, nachmittags 5 Uhr. Hierdurch mache ich die schmerzliche Mitteilung, dass heute morgen 5 V2 Ohr mein geliebter Gatte Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. d. M., nachm. 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 5077 Gattin, unsere liebe Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Ottilie Hennings, geb. Gelhar • - H DH Wt "SS ■Ci. des Handel Portugiesen III . 94.25 Prince-Heuri-Eisenbahu . 129.00 Hörse. 6. Aug. Anfangskurse. Obeischles. Eisen-Industrie 99.05 Berliner Handelsges . 149.— 126.10 221.80 . 143.00 . 167.00 . 135.70 . 263.10 4% Oesterr. Goldrente. . 41/, % Oesterr. Silberrente 4% 3% 3% 97.70 97 90 92.50 103 15 66.40 67 30 9195 90.15 94.60 Ungar Goldrente . . Italien. Rente . . Portugiesen Serie I . 171.20 . 126.40 . 221.00 65.— 135.50 3105 140.00 3^*7, Wl. Harpener Bergwerk. Laurahütte . . . . Nordd. Lloyd . Harpener Bergwerk. Laui’ahütte . . Lombarden E. B. . Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . 203.75 . 112 — . 190.00 . 215.50 . 116.00 Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- EisenLahn . Gotthardbahn . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staats bahn . . 142.20 . 48.80 . 83.80 . 62.50 . 95.60 93.55 82.10 92.95 82.60 91.80 4)^% russ.Staatsanl. 1905 4^° 0 japan. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903 Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Sch ackert . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Reichsanleihe do. Konsols . , do. . . Hessen Oberhessen 115.50 101.00 202.75 187.00 130.80 Türkenlose..... Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner 4^°/0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. 189.75 . 214.30 . 31.00 . 115.90 . 142.30 Te?ef©msche Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter 85i>r«e, 6. Aug., 1.15 Uhr. 3^°/< 3% 3 Bi0/, — Der Gesandte Frerh err v. -jeni] ctj, Vertreter des Auswärtigen Amtes, erklärte, daß die Zusammenkunft der Monarchen den Zweck habe, die außerordentlich guten Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zu be-< festigen und vor aller Welt darzutun. Die Zusammenkunft vor Swinemünde habe keinerlei Spitze gegen eine dritte Macht. Bei den Festmahlen wurden keinerlei Toaste ausgebracht. Die Monarchen tranken sich lediglich gegenseitig zu. London, 6. Aug. 2er Dreadnought verließ gestern Portsmouth mit dem Königspaar und anderen Mitgliedern der königlichen Familie an Bord, um auf hoher See S ch i e ß v c r s u ch e aus großkalibrigen Geschossen vorzunehmen. Diese Versuch die unter ähnlichen Bedingungen wie im Kriege gemacht wurden, zeigten ein glänzendes Resultat. Von 21 Schüssen wurden 19 Treffer erzielt. Der König war von diesem Ergebnis so befriedigt, daß er unverzüglich den betreffenden Kanonier zu sich befahl und ibm eigenhändig eine Auszeichnung verlieh. 1 M., 13. Heinrich Arendt-Alsfeld 1 M., 14. Heinrich Renner- Als'eld 13)1., 15. Julius Kampa-Alsfeld 1 M. Klasse 5, Lämmer: 1. Louis Laberkorn-Leusel 3 M., 2. Heiur. Hcchn- Scbwabcnrod 2 M., 3. Julius Kamvn--Alsfeld 2 M., 4. Karl Ehrhardt-Leusel 2 M., 5. Gg. Tiemer-Bitlertshausen 1.50 M., 6. Valentin Pseffer-Llederbach 1.50 M., 7. Hrch. Schnewer-Alsleld 1.50 M., 8. Job. Müller-Leusel 1.50 M.. 9. Hcinr. Ochs-Alsield 1 M., 10. Phil. Röhrig-Schwabcnrod 1 9)1, 11. Joh. Gonter-Alsseld 1 M., 12. Adam Kröling-Schmabenrod 1 M. G. Sch iv eine. Eber: 1. Gemeinde Leusel 10 M., 2. Lißberaer-Wiudhauic'ii 8 M. sammenstotz eines Automobils mit einem Fiaker die Insassen des Automobils Verlagsbuchhändler Frehtag und Nichte, der Wiener Advokat Hans Mauthner, Herr Robert Hillig und ein Herr Karl Rendsch aus Leipzig ziemlich schwer verletzt. * Kleine Tageschronik. In Essen (Ruhr) überfiel der Fuhrmann Wiesinaer nach hef- trgem Wortwechsel den Wächter der Wach- unb Schließqesell- schaft Tahsbach. Er bearbeitete ihn mit einem eisernen Schilde solange, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Tann durchbohrte ihn der Einbrecher mit einer spitzen Eisenstange. Er konnte erst nach heftigem Kanipfe von mehreren Sicherheitsbeamten festgenommcn werden. — In dem Thürniger Dorfe Tettau starb ein Kind nach dem Genüsse von Kuchen. Außerdem erkrankten die Mitglieds zweier Familien, die gleichfalls von diesem Kuchen gegessen hatten, lebensgefährlich. In dem Reste des Mehles, das für den Kuchen verwendet worden war, sand man große Mengen Arsenik. — In D e s s a u ist bei einer Hebung des Anhaltischen Regimentes ein Musketier an H i tz s ch l a g gestorben. — In Wertingen (Schwaben) wurde ein bedeutender Fund von goldenen und silbernen Münzen gemacht. Die meisten Münzen sind mit den Bildnissen der Kaiser Sigismund und Karl V. versehen.^- Der internationale Anti- alkoholgongreß in Stockholm, der soeben zu Ende gegangen ist, hat 1)ie Errichtung eines internationalen Bureaus zur Bekämpfung des Alkoholismns mit dem Sitz in Lausanne beschlossen. Ter nächste Kongreß findet 1909 in London statt. — Aus Skala (Galizien) wird gemeldet, daß nachts der Sohn des Gutspächters aus Gusztynka, Salomon Äxclrad, ermordet wurde. Den Raubmord verübten sechs Banditen. Sie raubten Bargeld und Goldsachen im Werte von mehreren tausend Kronen. — Tie Polizei der Brüsseler VorÄadt St. Gillc,s verhaftete den Grafen T. österreichischer Herkunft wegen Sittlichkeitsverbrechens gegen Kinder. Märkte. Gießen, 6. Aug. Marktbericht. Aw heutigem Wochemncnkte foftetcit: Butterpr. Pfd. 1.15—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfg. 2 Stck. 00—00 Big., Gänseeier 10—00 Vfg., Enteneier 8 Pig., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Vfg., Erbsen p.Pid. 18-24Pfg Linsen p. Psd.25-4OPsg., Tauben pr.Pr.O,8O —l.OOMk., Hühner pr.St 1,00—1,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Wik., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Gänse vr. Pfd. OO—OO Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 64—84 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 10—12 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Kirschen das Pfund 25—30 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—1 Uhr. vermischtes. *Newyork, 5. Aua. Tie starke Zunahme der Kapitalverbrechen in der iüngsten Zeit hat die Polizeiverwaltung veranlaßt, die Schuß Mannschaft um 1000 Mann zu verstärken. Heute sind zwei neue Morde vorgekommen. An einer Stelle wurde ein Tienstmädchen von unbekannten Einbrechern getötet, das Haus ausgeraubt und dann in Brand gesteckt. Ferner wurde ein reicher Kaufmann A. M. Tylar in seiner Wohnung überfallen, totgeschlagen und in den Kamin geworfen. Beide Opfer wurden flerbend aufgefunden. — Erregt durch die fortwährenden unsittlichen Angriffe aus junge Mädchen versuchte die Menge hier gestern verschiedene vermeintliche Schuldige zu lynchen. Ein Russe, namens Georg Kestner, der beschuldigt wurde, ein Haus betreten zu haben, um ein Kind fortzuschleppen, wurde beinahe tot geschlagen und dankt sein Leben nur dem Eingreifen der Polizei. Achnliche Fälle ereigneten sich an mehreren anderen Stellen. Ein ganz unschuldiger Italiener wurde derart gemißhandelt, daß er voraussichtlich sterben wird. Tie Lage wird täglich schlimmer. * Tie ersten Berichte über die Eisenbahn- Katystrophe von Pont-de-Ce bei Angers in Frankreich, die von 50 Toten sprachen, scheinen übertrieben gewesen zu sein. 2 bis 3 Personen mag die reißende Loire fortgeschwemmt haben. Den letzten Meldungen zufolge sind bisher 25 Leichen geborgen. Die Brücke, aus welcher das llnglück erfolgte, hat eine Länge von 318 Meter und ruht auf 5 Pfeilern. Beim Bau der Brücke, die jetzt 30 Jahre alt ist, hatte man auf eine Geschwindigkeit der Züge von 30 Kilometer pro Stunde gerechnet, während die Mehrzahl der Züge die Brücke jetzt mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometer pro Stunde passiert. Die Katastrophe Angers Hütte noch größeren Umfang angenommen, wenn dem Anpralle der Lokomotive an die Brustwehr nicht sofort ein Riß der Kette zwischen dem ersten und zweiten Personenwagen gefolgt wäre. Von den Passagieren waren einige aus den Fenstern geschleudert und auf die Metallplatten geworfen worden. Sie wurden von den unversehrt geblieben Fahrgästen, nachdem diese sich von dem ersten Schrecken erholt hatten,aus ihrer qualvollen Lage befreit. Herzzerreißende Szenen spielten sich während der Landung der die Leichen bringenden Boote ab. 15 Schwerverletzte befinden sich im Hospital. Ter Bautenminister Barthou stellte dem Präfekten des Departements vorläufig 3000 Fr. zur Verfügung, zur Verteilung an die Notleidenden. Die Beisetzung der Opfer erfolgt auf Kosten der Staatseisenbahn. * Automobilunfälle. Bei MoulinZ (Frankreich) überfuhr ein Automobil eine Frau, welche Gänse hütete. Ter Kvaftwagen stürzte, infolge des Versuches auszuweichen, in einen Graben, wobei der Führer des Autos sofort getötet wurde. — In Wien wurden durch den Zu- Grsginal-Ds'ahtmeLdrLngeK« Swinemünde, 6. August. Während sich nach Beendigung der Manöver die Flotte in Marschformation setzte, um wieder nach Swinemünde zu gehen, wurde von der „Deutschland" signalisiert, der Zar und der Kaiser sprächen der Flotte ihre Anerkennung für ihre Leistungen aus. Die Torpedoboote erhielten ein besonderes Lob. Der Zar hat, wie jetzt aus Gesprächen bekannt wird, während seines Aufenthaltes vor Swinemünde den Leistungen der deutschen Flotte wiederholt warme Lobesworte gezollt. Der gestrige Torpedo-Angriff hat dem Zaren lebhafte Aeußerungen der Anerkennung entlockt. Nach einer Meldung hat er sogar den Ausspruch getan: Mit einer solchen Flotte könne man den Erdball bezwingen. Carl Ludwig Leib Kirchstrasse 2 Telephon 466 :: :: Kunsthandlung r. u Vergolderei • Bildereinrahmungsgeschäft v s Umfangreiches Lager ia Bildern rr a «es Solingen, Giessen, 6. August 1907. Die trauernden Hinterbliebenen: Willy Hennings und Kind Familie J- Gelhar, Schillerstrasse 19 Familie Fr- Hennings, Seltersweg 14 5081 Ossr® ©a ©■ StaHcenbMrg Rössler Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere lieben alten Herren und auswärtigen Mitglieder von dem Tode ihres lieben alten Herrn, des Apothekers W. Oehlsen dzt. Schriftart, 5084 Giessen, den 6. Angus* 1907, Die Beerdigung findet am Donnerstag, ■ I Akt-Ges. Hamburg Qch»cusleiicü In der Zeit hiesiger Stadt gefunden: 2 t^ank ) 51 Psg. I Namens der Hinterbliebenen: Heinrich Lea»ci$, Verwalter der Proviiizial-Sleclienanstalt. den 8. ds. Mts., nachmittags 41/, Uhr von der Kapelle des neuen Vorzüglichste Fabrikate. Allseitig anerkannt. Zu haben in den meisten Colonialwaren-, Drogen- und Delikatessen-Handlungcn. hv7/a Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben E. M. E. M. A. H. A. H. und von dem am 4. August zu Giessen erfolgten Ableben seines lieben A. H. Montags, Mittwochs, Hrettaa^ frisch “im |4ti47 WWWW Vertreter gesucht! Cainions Asbestschiefer hervorragendstes und billigstes Bedachnngematerial seuerbeständig — wetterfest — wasserdicht — isolierend argen HUrc, Sidltc und Feuchtigkeit. ss5/e :A- iud Gammiwer e Alfred Cainion am L August geziemend in Kenntnis zu setzen. Neue Heringe 3 Stück 20 Pfg. W Oieneuer «pzjchoans “W 30 Louuenitr. 30. to5014 nach kurzen, schwerem Leiden meine innig Schwester, Schwägerin und Schwiegertochter Lerch, geb. Schwarz verloren: 1 ledernes Portemonnaie mit 10 Mk. Inhalt, 1 ledernes Portemonnaie mit 24 Mk. Inhalt, 1 schwarzer Damenschirm, 1 Hundertmarkschein, 1 Wnfzigmarkschcin und 1 goldene Brosche. Entlaufen: 1 weißbrauner Jagdhund. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung d e r g e f u n d e n e n G c g e n stä n d e kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 3. August 1907. GroßherzogliMes Polizeiamt Gießen. __Herberg. per Zentner 1,- Mk. empfiehlt Ha Tr«chsier Steinslr. 48. U.,) Telephon 581. ueoeS Quantum frei Haus, i Bekanntmachung. vom 27. Juli bis 3. August 1907 wurde in Broschen, 1 Dolch, 2 Portemonnaies nut Inhalt, 2 Kneifer, 1 Peitsche und Geld; Oie Burschenschaft Frasikoma zu Wessen I. A.: Pensionat« verwenden lC«/8 ■ V rV $ ISIiim-^. am vorteilhaftesten i V K7Ä Hi PaJ EfeS Sh! bP7P großen plombierten ■ L 1 a & u Eli fej «wMI ÄeV Maschen No. 5 (ca. 1 SLLjLf P i I u . Liter) zu Mk. 0—. ” bestens empfohlen von —--- €arl Schwank, Hof liefe rant. Frau Elise 39, Lebensjalire. 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