Montag 7. Januar 1907 Zweites Blatt Nr. 5 157. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen dknMächtendle Entsendung von zwei hohen Justizbeamten'gebiet und alles, was mit den fremden Handelsgebieten um Herrscher statt. Die sehr rege Beteiligung — so wird uns heute cauer, -der Leiter der Flersheirnschen Erziehungsanstalt, in F. K. tigsten und Seltensten gezählt hatte. M!. von von aber ^anipW SL. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen UnwersuälS - Buch- und bleindruckerei. R. Lange, Dießen. Tie „Gltfctner ZamillenbläUer" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Der „hefstfche tanbölrt" erscheint monaUich einmal. ersetzlichen. Jetzt trat Herr Auerbach vom Frankfurter Schauspielhaus an bi& Bahre. Er hat zuerst das Talent des Verstorbenen in seiner vollen Bedeutung erkannt und gewürdigt und ihn nach allen Kräften gefördert. In wenigen Worten nahm der Tiefergrifsene Abschied von seinem jungen Freunde; er rief ihm nach, daß sie beide sich allezeit verstanden hätten. Zum Schlüsse sprach Herr Meier, der Vorsitzende des Vereins ehemaliger Philanthropiner, bei dessen festlichen Veranstaltungen der junge Künstler häusig mitgewirkt haue. Er widmete dem Verstorbenen im Namen des Vereins warme Worte der Erinnerung und des Dankes. Auch er legte, wie seine Vorredner, einen Kranz am Sarge nieder. Die durchaus würdig verlaufene Feier hinterließ bei jedem der Anwesenden das Gefühl, daß hier ein Mensch gestorben war, den man trotz seiner Jugend schon zu den Tüch- mindestens die, wenn eingerechnet dann also Redaktion, Expeditiön und Druckerei: Sckml- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: 112. Tell-Adra AnzeigerGreßen. Pfeil leisteten Tüchtiges. Der darauffolgende E y k l o p Euripides wurde auch recht gut gegeben, besonders den Herren Bogelmann, Bauer und Szika, hat weniger angesprochcn. — Die Breslauer Kunftdeputation erließ ein mit 4000 ' und hob hervor, daß seine tiefwurzelnde Begabung schon frühe Lehrern wie Kameraden Anerkennung abgenötigt hätte. Nur — Man schreibt uns unterm 6. Jan. aus Frankfurt a. M.: Die gestrige Erstaufführung der Elektra von Sophokles in Wilbrandts guter Bearbeitung fand unter der Regie des Dr. Carl Heine eine ausgezeichnete Wiedergabe. Das Publikum wurde von dem Stück mächtig angezogen und spendete warmen Beifall, wobei besonders die glanzvolle Leistung des Fräulein R o t t - mann große Anerkennung sand. Auch die Herren Kirch und Koloniale Kauko en und Koloniale A.sz phn. Tie „Nordd. Allg. Ztg.' schreibt zu dem Wahlkampf unter der Ucberschrijl: „Koloniale Baukosten*: Der bisherige Abg. Erzberger ließ eine Ueverficht über die Tätigkeit der ZcntrumSfrcrltion in der letzten Legislaturperiode erscheinen. Hinter der scheinbaren Sachlichkeit seiner Darstellung stoßen ivir da auf eine Reihe von tatsächlichen Irrtümern, besonders von logischen Schnitzern. So macht Erzberger eine Rechnung auf, nach welcher abzüglich der ostasialischen Expedition das Vaterland für die Kolonien bisher 815 Millionen Mark aufgebracht habe. Es pafsiert ihm nur dabei der Irrtum, daß er die abgelchnten Nachtragsetats für die Expedition mit 29 Millionen, bie noch nicht genehmigte Eisenbahn mit 21 Millionen und die Forderungen für den noch gar nicht verhandellcn Hauptetat für 1907 mit 61 Mill, emstellle, außerdem die Schätzungen für die Untofien der Post- und Telegraphenverwallung von 7 Millionen und die Ausgaben für die Mcrrmeverwaltung mit 20 Millionen. Als ob wir für die Kolonien bisher unfern Flottenetat erhöhten und die Tampfersuboention für die Ostafrika-Lmie, welche doch zum großen Teile für die Entwicklung des deutschen Handels nach Britlsch-Südafclka geschaffen worden sind! Diese Posten machen zusammen 152 Millionen Mark aus. ES blieben also nur 663 Millionen übrig, welche das Reich in 22 Jahren für die Kolonien aufbrachte, in einer Zeit, in welcher sich der nationale Wohlstand in Deutschland mindestens um 30 000 Millionen vermehrte. Zu dieser falschen Rechnung kommt nun aber noch eine zweite ebenso unrichtigeAufstellung. Seinen 850 SöliUionen Ausgaben, die 1907 emschließen, setzt er nämlich den Gc- samthandel von 318 HJliUionen entgegen. Diese Summe rechnet er nur zusammen aus den Jahren 1885 bis 1904 nicht auf 318 Millionen Gesamthandel, sondern auf 528 Millionen. Nur der Handel mit dem deutschen Zoll- nach Mazedonien an, die nut dem Generalmspekior eine Verbesserung beS Justizwesens studieren sollen. In Budapest hat am Sonntag eine österr.-ungar. Ministerkonferenz zur Fortsetzung der HandelSoertragS- oerhandlilngen begonnen. Ter japanische Botschafter in Petersburg, Motono, erklärte, daß, sobald die während des letzten Krieges zerstörten Bahnstrecken wieder hergestellt sein würben, der Transitverkehr zwischen der Transsibirischen und der Transmandschurischen Bahn aufgenommen werden solle, und daß Rußland zu diesem Behufe ein besonderes Eisenbahnabkommen abschließen werde, welches übrigens bereits ini Friedensvertrage von Portsmouth vorgesehen wurde. Tiefes Abkommen werde auch die guten politischen Beziehungen zwischen Rußland und Japan noch mehr befestigen. Rußland bietet dasselbe Bild wie bisher. Mordanschlägen erlagen der Gouverneur von AkmolmSk, Generalmajor von Litmivow, und der Sladlhauptmann von Petersburg, von der Launitz. In Jekaterinoslaw explodierten ein paar Bomben, durch welche drei Giriere und ein Schutzmann gelötet wurden. Ein Polizeiofstzier wurde schiver ver- mundet. Dazu kommen Arbeiterrevolten in Lodz, wo sich die Parteien auf baS heftigste bekämpfen. Tie Ruhe der letzten Monate war also nur scheinbar, unb man ist im moskowitlschen Reiche von der Herstellung normaler Zustände noch weit entfernt. So sieht das neue Jahr die Welt kaum anders, wie baS alte ^sahr sic verlassen hat. Von einer Besserung ber internationalen Weltlage kann nur insoweit gesprochen werden, als zurzeit zivischen den Großmächten ferne besorgniserregenden Differenzen bestehen. Kleines Feuilleton. — DieBeerdigungMaxHerrschers. Am Donnerstag morgen (den 3.) um 10 Uhr fand, wie wir bereits kurz meldeten, auf dem israelitischen Friedhöfe zu Frankfurt a. M. die Beerdigung des so plötzlich verstorbenen Schauspielers Max Auf diesem kündigt der Herr „Direktor" das erste Auftreten seines neuengagierien Regisseurs in dem Kadelburg-Schönthan- schen Lustspiel „Die berühmte Frau" an. Dieser eine Titel des Stückes erscheint ihm jedoch nicht ausreichend zu sein, deshalb gibt er jedem einzelnen Akte noch einen ober mehrere Untertitel. Diese lauten: 1. Akt: „Moderne Kinder'" oder „Die Verlobung durchs Telephon", 2. Akt: „Liebe, wie süß bist du" oder „Zum i Aufs", 3. Akt: „Noch eine berühmte Frau". Doch das genügt1 ihm noch lange nicht. Zur weiteren Aufklärung fügt er eine Kritik über die Erstaufführung des Stückes in Marburg bei und schreibt wie folgt: „Hochgeehrtes P. T. Publikum, liebet dieses, die ganze gebildete Welt in fieberhafte Spannung bei seinem Erscheinen versetzende Werk wurde nach der ersten Aufführung in Marburg geschrieben: „Gestern wurde die von vielen Seiten als Wagnis bezeichnete Aufführung „Die berühmte Frau" in unferm Theater zur Wahrheit! — Ein großartiges Bild gigantischen Geistes, der den Realismus auf seine Fahne geschrieben, vielleicht in der richtigen Verfassung, daß die Zukunft aus-, schließlich dieser Richtung angeboren wird — angehören muß! lieber den Wert unb bie Bebeutung bes Schönthan-Kadelburg- schcn Werkes toerben wir in einem besonderen Artikel unsere' Ansichten aussprechen, für heute wollen wir den überwältigenden Eindruck konstatieren, welchen das Stück auf das Publikum gemacht:, Tas Theater war voll, die feinsten Kreise unserer Stadt waren' erschienen, unb vor Beginn der Vorstellung herrschte eine un-> nennbare Stimmung, welche uns erfaßt, wenn wir zur Beurteilung eines von den angewohnten Lebensanschauungen nach allen Richtungen „verurteilten" Problems stehen. Da rauscht der Vorhang in die Höhe, unb vor unseren Augen entrollt sich ber giganiijche Geist bei Dichter, der von Szene zu Szene bä* Publikum unaufhallsam gefangen nimmt. Unb noch jeüem ,2luf«j iuge durchbraust tut allgemeiner Beifall das Theater." locr Kaufmann, i, mit umiatiflt. Kami' lOlonialro., iianuianur- v.aidieu. betten!, unto Kontor gleich Wik UÄ perU0?wW» liö.od.a-nfö°>-en,mogl sHwje bei bei#. ÄM- tL Angebote unter egenerAnMtt erberen. imädchen Witt. 12 H. (243 bet schwache Trost bliebe jetzt den Trauernden, daß der Tod des Künstlers wahrhaft schön gewesen wäre, unb sein Bild nun ewig in jugenblidjcr Frisa-e vor uns stände, nicht entstellt durch spätere Leiden unb unausbleibliche Enttäuschungen. Nachdem der 9tebner geendigt hatte, ergriff Herr Bayrharnmer vorn Frankfurter Schauspielhaus das Wort, indem er, wie er sagte, zugleich bie Empfindungen seiner Gattin ausdrückte, die von Gießen mit noch mehreren Tarnen zur Beerdigung herbeigeeUt war. Er beklagte lief das jähe Ende seines jungen Kollegen und wies daraus hin, daß sein ungewöhnliches Können unb sein hoher künstlerischer Ernst zu den glänzendsten Hoffnungen berechtigt hätten. Im Namen des gesamten Gießener Theaterpersonals sprach hieraus Direktor Steingoetter. Er knüpfte an die Worte aus der „Braut von Messina" an: „In sein stygischeS Boot Raffet der Tod Auch der Jugend blühendes Leben", Worte, die ber Verstorbene noch kurze Zeit vorher gesprochen hatte unb bie nun Schicksalsworte für ihn geworden waren. Er dktoüts neben der schauspielerischen Begabung Herrschers vor allem ™ MKJ? eine "'M ‘^stelle Wer. E an U r aUcX Hin er « "Juli, amt °a ^iitteUJJ!8njort8 Jofor? ’Uei'ie8 und läßt dabei den Gesamthandel von 210 Millionen Mark der folgenden Jahre, eine Gegenüberstellung überhaupt logisch wäre, werden müsien, außer acht. Lian kommt dotiertes Preisausschreiben für ein Denkmal, das die Sage vom Glockenguß zu Breslau verherrlicht. — Unfreiwilliger Theater Humor Tie Poesie des wandernden Thespiskarrens unb Die Riesenphantasie i^rft Unternehmer Schmier endirektorcn nennt ber Polls mund löwaW ).ut «nuchl ircieWohnuogNA MbergeEW k/LLS« richt fltl*. . lÖciinU,««® S 1 - fliehen Wraiic^^ UC iteL ^iflitr.17. WS- res " "—■ Wahlen gesetzt ist, wird einfach aus der Rechnung gestrichen. Wenn Erzberger mit dem deutschen Handel so verfahren würde, also etwa allen Export nach dem Uebersee und allen Import von der Uebersee striche, dann würden seine Ziffern gerade die Hälfte des tatsächlichen deutschen Handels ergeben. Seine ganze Rechnung hinkt aber. Denn wenn man dasselbe Rezept auf 1906 anwenden würde, würde sich ergeben, daß die 19 Millionen Zuschüsse im Ordinarium und die 110 Mill. Kosten der Expedition den 70 Millionen Handel gegenüber- gestellt iverden können, und wenn bie Expedition nach Südwest abgewickelt sein wird, wird man vielleicht 20 Millionen Ausgaben 80 und 90 Millionen Handel gegenübcrslellen müsien, und da wäre nach der Rechnting Erzbergers ein überaus glänzendes Bild geschaffen. Wir geben dieses Bild aber ohne weiteres preis, weil die ganze rechnerische Operation Erzbergers unsinnig ist. Will man den ReichSzuschuß und den Kolonialhandel überhaupt in Beziehling setzen, so könnte es höchstens in der Weise geschehen, daß man die Zuschüsse als ein in die Kolonien gestecktes Kapital und den Handelsgewinn als eine Verzinsung darstellte. Dann käme man etwa zu folgendem Ergebnis: Die Zuschüsie zu den Kolonien, sagen wir 30 Millionen, 10 Prozent Nutzen auf 89 Millionen, und den Handel mit 8 Millionen, das ergäbe immer noch 26 Prozent Verzinsung für die deutsche Nationalwirtschaft, was doch keine schlechte Sache wäre. Aber, wie gesagt, der ganze Gedankengang ist unrichtig. Wollen ivir ein Bild gebrauchen, so müssen wir uns die Ausgaben für Kolonien als Baukosten für ein Haus vorstellen. So lange gebaut wird, ist keine Verzinsung erwartbar. Ebenso wie ein Haus, brauchen unsere Kolonien lange Zeit für ihren Aufbau. In den für sie abgegebenen Millionen stecken große Summen für werdende ReichSunternehmungen, bie noch im Bau sind, also noch nicht rentieren können, und bei alledem ist im Auge zu behalten, daß Deutschland, welches seiner Fläche nach die drittgrößte Kolonialmacht der Welt ist, selbst unter Einrechnung der Kriegslasten, für bie nationale Wirtschaft bisher verhältnismäßig bessere Resultate erzielt hat als irgenb ein anderes Land. Die „Nordd. Allgem. Zkg.^ schreibt ferner unter der Ueberschrist „Zweierlei Maß': Soziatdemokraleu und Zentrumsleute wetteifern in Flugschriften und in Wahlreden darin, gegen die kolomallreund-, liehen Parteien durch bie Erzeugung einer Gänsehaut Stimmung zu machen. Nach wie vor wird der alte Klatsch über) Grausamkeiten unserer Beamten breitgetreten, mögen die Geschichten noch so alt oder noch so unwahr sern. Ta auch | eine Zentrumsbroschüre über die Tätigkeit der ZentrumSsrakiion die von Roer en im Reichstag oorgebrachten Schauergeschichten wiederholt, so erinnern wir an folgendes: Eine große Reihe der Roerenschen Anschuldigungen sind absolut unbewiesen. Seme sämtlichen Behauptungen wegen Kersting stellen sich als u n iv a h r heraus. Seme Anschuldigungen gegen Schmidt wiederholte Roeren trotz wiederholter Aufforderung in der Leffentlichkeit, wo er durch seine Immunität Nicht gedeckt wäre, nicht und gab somit Schmidt nicht bie Möglichkeit, sich zu rehabilitieren. — Was die Prügelstrafe betrifft, so erklärte övr jtolonialdirektov mehrmals, daß die Schwarzen so behandelt werben müssen, wie es der Würbe der deutschen Nation, sowie unserem Gerechtigkeitsgefühl eiitsprache. Lhne Strafen kommen wir in den Kolonien natürlich nicht aus; das deutsche Reich muß in den Kolonien nicht bloß die Kultur verbreiten, sondern auch regieren, den Schutzbefohlenen Rcspekr ernfloßen unb den deutichen Ansieblern Sicherheit gewähren, man kann ben Eingeborenen nur solche Strafen zu- bitneren, welche für sie von Wirkung sinb. Hier müssen eben Politik unb Menschlichkeit soweit als möglich vereinigt werben. Roeren zeigte dem Reichstag einen Knüppel vor, mit bem Eingeborene geschlagen worden sein sollen. Mit dem Knüppel steht es wahrscheimick) ebenso wie mü der Patrone, bie der Sozialdemokrat: Bernstein nach den Breslauer Krawallen dem Reichstag zeigte, und die bei näherem Zusehen sich als nicht abgeschvssen heraus- stellte. Warum erzählt man denn aber nicht von tatsächlich erwiesenen Grausamkeiten, die von Eingeborenen gegen die Weißen begangen worden sind? Wie sie unsere Krieger aufs scheußlichste mißhandelten, sie bei lebendigem Leibe verstümmelten, den Halbtoten das Genick umdrehten, weißen Frauen in viehischster Weise Gewalt antaten, unschul^ big en Kinbern den Kopf am Türpfosten zerschmet- 1 e r t e n?______________ •___________________ I politijcbc Wochenschau. In das Chaos der Wahlbewegung hat auch der Kanzlerbrief keine Ordnung gebracht. Noch immer schießen in den Wahlbezirken neue bürgerliche Kandidaten auf. Em zielbewußteS Vorgehen zeigen die wenigsten Parteien. Wahrscheinlich wird die Hauptschlacht fast allenthalben, im Reiche wie bei uns in Gießen und wie überhaupt in Hesien, nut einer kolossalen Stimmenzersplinerung enden und eine Menge von Stichwahlen notwendig sein. Bemerkenswert ist es, daß man just in jenem Lager, wo Fürst Bülow die festesten An- Hänger feiner Politik vermuten muß, nämlich im reaktionären, herzlich wenig Lust zeigt, für die Wahlparole des Kanzlers durch dick und dünn zu gehen und eS vorzieht, zufammen mit dem Zentrum Nationalliberale, Freisinn und Sozial- demokratie zu bekämpfen. Die „Kreuzztg.* hat sich offen ge- nug in diesem Sinne geäußert, und es war ja auch eine andere Stellungnahme von den Reaktionären nicht zu erwarten. Wie Fürst Bülow daran denken kann, die konservativen und liberalen Elemente zu einer Mehrheit unter einen Hut zu bringen, das bleibt sein Staatsgeheimnis. Harden fragt sehr richtig in seiner Zukunft: Die Roiijeroauoen waren jahrelang des ZentnimS BundeS- f cnofien • waren« gestern noch: und sollen heule die Pariei be- negen, Die sie für ihre Agrarpolitik nicht entbehren können? Unter einem Banner mit Denen marschieren, die ihnen Brotwuckier, Fleischwucher, Lchnapswucher u. a. vorwerfen? Etwa im Reichstag kosen und im Xlanbiag Kugeln wechseln? Nur, weil eine Regierung, die unter vier Augen von Allen unbarmherzig öeruvieilt wird, zur «Znstrmg ihres Lebens eine neue Mehrheit wünscht? Daß der Kanzler sich seine RegierungSzukunst so vorstellt, daß ihm sich zwei Möglichkeiten einer parlamentarischen Mehr- heilSbildung eröffnen, eine in Verbindung mit den nationalen Elementen des Zentrums und die andere mit den hoffentlich in starker Zahl in ben Reichstag gelangenden liberalen Abgeordneten, ist sehr zu beachten. Rian sieht, daß Fürst Bülow nicht gesonnen ist, die Brücken gänzlich hinter sich abzubrechen. Immerhin ist aber jetzt die Möglichkeit gegeben, auf den RegierungSkurS von liberaler Seite emzuwirken. Ter Wert einer solchen Möglichkeit darf nicht unterschätzt werden. An dem Volke ist eS, durch sein Votum, durch seine liberale Stimmabgabe diese Möglichkeit zur Wirklichkeit zu machen. Dazu ist es in erster Linie nötig, daß der Liberalismus ber sozialdemokratischen Fraktion eine Anzahl von Mandaten entreißt. Wenn auch die bozialdemokratie mit liberalen Argumenten operiert und sich dem Volke gegenüber im liberalen Mantel präsentiert, so stand sie und steht sie doch taktisch aus Seiten dec Reakiion, sie war eS, die dadurch dem Zentrum zu seiner Suprematie verholfen hat. In unsereni Wahlkreise steht der Kampf gegen die Sozialdemokratie und das antisemitische Agranecium im Vordergründe. Jeder Sozialdemokrat im Reichstage ist taktisch em Förderer der Zentrums- Herrschaft und jeder Agrarier em Erhöher der LebenSmittelpreise in Stadt und Land. In 9)1 arotfo folgte auf die Absetzung RaisukiS als Gouverneur die Besetzung von Tanger durch bie marokk. RegierungStruppen. Raisuli leistete Widerstand, Ben GabbaS aber, der marokkan. Kriegsminister, eröffnete am 6. d. MtS. nut seinen Linientruppen baS Feuer gegen bie Festung Rai- suliS und Raisuli sah sich in größter Gefahr, ist aber boch in unbekannter Richtung in bas Gebirge entwichen. 9)lan vermutet, daß er sich in ben Felsen beS GebirgSkammeS verborgen hält; seine Verluste sinb noch unbekannt. Gelingt eß dem Kriegsminister GedbaS, ben Räuberhauptmann gefangen zu nehmen, so liegt für bie französisch-spanische Escabre kein Grund vor, Truppen zu landen. Andernfalls aber ist ein sofortiges Eingreifen der beiden Mächte mit Bestimmtheit zu erwarten, und bann wird ber Marokko-Rummel wohl von neuem loSgehen. Der Aufenthalt bes franz. KriegSministerS Picquart in Tunis wird nicht ohne Zusammenhang mit ben marokkanischen Ereignissen gewesen sein. Das türkische Minlsterium bes Auswärtigen zeigte c u, welche ün Kochen "beit geioanbi sind, “’y ln bS Häusern. Lonnensir.8 ies iViflDdicn gciudji __ Musiadl 8, erfahrenes Mädchen hö Hausarbeit nefufit chnuLt.LelierSweM OOStart Iiuix. XHC |CVL icgu xjcicuiyuiiy — |u ivilu uiu» yuuit. ■ UuilUSnitl- Slw^ geschrieben — bewies, baß der jugendliche Künstler auch in wei- ücren Kreisen eine hohe Achtung und Liebe genossen hatte. Vor der kranzgeschmückten Bahre sprach als Erster Pros. Dr., Kra - welcher der Verstorbene ausgewachsen war. Er rühmte die strenge fltffle . Pflichttreue und zielbewußte Energie seines ehemaligen Schülers ................‘...... seine liebenswürdige Bescheidenheit, bie ihm die Herzen und neid- diese Braven — find selbst unferm nüchternen Jahrhundert er»' lose Achtung aller Kollegen, auch der älteren, erworben hatte. Den halten geblieben. Einen Beweis hierfür gibt der Theaterzettel \ Verlust, der ihn betroffen, nannte er für seine Bühne einen un- einer kleinen westpreußischen Stadt, der uns im Original vorliegt. oneinPitsseijraiükül rchlige fticuoajin. iu Herr, LonneufttL »aich- und Puüira» beiöenßaile 111 oiffi 7 erfahrene etm für ) Hauä neiudji Mheluisw. 211 tätiges Mädchen Aushilfe gefuchi Äadnhoimaße 221 in Madchsn weil aushilfsweise. Lieditzirr. 3? patt. Unser seitheriger Aus uuo Luno Sprechstunden der Handel des 90.15 EIcktriz. Lahmeyer 87.00 Portii»iesen III . 123.30 l'nuce-Heun-Eisenbabn . 150.00 Börse, 7. Januar. Anfangskurse. Elektriz. Schlickert . . Eschweiler Bergwerk . 35 40 148.20 . 196.70 . 140.80 . 243.10 . 87 7u . 150.30 69.50 6970 91.90 94.45 9410 132.30 147.50 Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Harpener Bergwerk Laurauütte uuiuuarden E. B. Nordd. Lloyd . . l’urkenlose . . . 143.00 125.40 254.00 Harpener Bergwerk Lanrahütte . . . Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kominandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eiseulahn . Gotthard bahn . . . Lonioard. Eisenbahn Uesterr. Staats Dann . . 66.90 . 97.35 4% Oesterr. Goldrente. . 4X/S‘,o Oesterr. Silberrente 90.30 87 05 96.9t- 95.20 99.80 100.30 96.45 . 217.60 . 245.90 3M7< 3% W/< 3% 3^7, 3^7< . 246.80 . 131.- . . 175.50 . . 141.10 . . 243.20 . . 174.90 . . 187.40 . . 159.40 . . 217.20 Reichsanleihe do. Konsols do. . . Hessen . . Oberbessen 3°/0 Mexikaner . 4u/o Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W Tendenz: fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lest. 0 itiSM. Staatsaul. 19uo 0 i.pan. Staatsanleihe Conv. Türken von l»Gu Wagen hierher zurückbefördert wurde. b L a u D e n h a u s e n, 6. Jan. Gelsenkirchen Bergwerk . 223 70 Hamburg-Amorik. Paketf. 157.25 218 25 24550 .Xordd. Lloyd ..... 132.10 Obeischles. Eisen-Industrie 126.25 Gießen, den 7. Januar 1907. •* 3 u r Fleischteurung wird uns von der Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt geschrieben: Im Binnenverkehr der preußisch-hesslsch-oldcnburglschen Slaatsbahnen sowie im Wechsetverkeyr mit den badischen, bayerischen, sächsischen, ivürttembergischen Staatsbahnen, der Reichsbahnen und der Pfalzbahn ist mit Gültigkeit vom 1. Januar bis einschl. 31. Dezember 1909 ein Ausnahmetarif für Fleisch von frischgeschlachtetem Bieh (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen, auch Kälber, Ferkel, Lämmer, Zicklein) in Kraft getreten. Bel Aufgabe von frisch geschlachtetem Fleisch als Stückgut- sowie als Wagenladungssendungen erfolgte bereits feit 15. Dezember v. I. die Beförderung und Frachtberechnung nach den Bestiminungen des Spezialtarifs für bestimmte Eilgüter. Für den obengenannten Zeitraum tritt jedoch für Sendungen in Wagenladungen zii 5 und 10 Tonnen auf Entfernungen über 101 km eine weitere Ermäßigung gegenüber den Sätzen der allgemeinen Wagenladungsklassen A1 und B ein, sodaß bei zunehmender Entfernung — bis über 300 km — die Fracht!ätze entsprechend billiger werden. Es steht zu erwarten, Dob diese Tarymaßnahme auch auf die Preisbestimmung an den BerbrauchSorlen einwirken wird. ** D i e Kosten d c.r beiden S t ä n d e k a IN m e r n. Wie fast alle Kapitel des neuen Staatshaushalts für 1907 teilweise nicht unerhebliche Mehran,orderungen an Den Staatssäckel stellen, so auch Kap. 13, der Mat der Landstände. Im vorjährigen Staatsvoranichlag waren ne Gesamttosten für beide Hammern mü 116 3/0 sJkc ui oen Etat eingestellt, während diesmal ein Aufwand von 132 8/0 Mk., aifo 14 oÜJ Mt. mehr, eriorderlich wird. Die gemeinfamen Kosten beiher Kammern und tns land- ständischen Archivs loeroen nach für 190/ nur, wie int Borjahr, 18uU0 bciiuyen. Zugegen erfordern die laufenden Ausgaben der ersten Kammer infolge der Anstellung unts besonder.>n Kanzleidirektors einen Meifraufwand von 1900 Mk., nänindj 12buu Mt., und dann wird für austerordenliiche, einmalige Bedurfinye (Verbesserung des Mobiliars und Der Biblioiyet- einnchiung) em Betrag von 2u00 Mk. verlangt. Bei der äiuciiun Kammer fteigen die Anforderungen von 86 120 auf 96 liO Mart, alfo um 10 000 Mk. Sie kosten für die Deiuutiu un- gefiellten Beamten iKanzleichreckor, KanzieiiNfpelwr, 2 Kauz.iswn und Manjicibiener) iteilen iid) auf ca. 14 uOO Mk., löie im Vorjahr, bugeoen sino die allgemeinen Ausgaben, d. h. Diäten, Drudfachen, steiwgraphifche Berichte usw., Die im Vorjahr ans 72buU Mt. bcruiHajiugt waren, durchschnittlich aber in den lebten vier Jahren je / 7 358 Mk. betragen Haven, auf 82 UuU Diuif erhöht iooiDen. Die Erhöhung i,l neben der faktischen höheren Ansorderutch, wie ui Den Erläuterungen betont uui>, befonders in Rüdfichl aus Die deuinüchst zu erledigenden größeren Gesetzgebungswerke und der bevorstehenden veruusgaoe einer Landtag slorres po n de nz btDuigi. i ballte Du» Buteau Der zweiten Stummer auch Ll. uvweisenden Äi'uit, Die das geplante llnternehmen bei dein größten T«.ck der hier in Bete aast tom- menDeii h^siischen Presse erfahren hat, überhaupt noch große Lust zu einem Versuch nut einer Derartigen „eigenen Landtngstorre- spondenz" btiipuxen? .D. Ref.) *• Großfeuer in Steinbach. In unferm Nach, barort Steinbach brach Samflagnacht auf noch nicht aufgeklärte Weise in der Hofrcite des Schuhmachers und Land, wirts Philipp Nicolaus Feuer aus, das vier gefüllte fjecr ititb Flotte. Der Kaiser hat sechs preiitzifchc Osiiziere aui eine Kosten eine Reise n a ch A m c r i k a machen lassen, htm ihnen Gelegenheit zu geben, Land und Leule zu sludicren. gung dienen. , . zum Vertreter einer öffentlichen Meinung macht, ohne genügende Informationen eingezogen zu haben. Daß ein so leichtfertiges Landein eines Abgeoroneten geradezu eine Volksgefahr bedeutet, bedarf keines Beweises. ! Kohler wird tapächlia- ineijr b e m i t l e i d e t als gehaßt, seiner 4% 1 4 p6 : 3 ,Jo J 3% ■ 4)5° 4 V 4 zo 1 Te!e?oniscSie Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter ÜörNe. 7. Januar, 1.15 Uhr. Roch einmal das erste Wahlslugdlatt der deutschsozialen Partei. Man schreibt uns vorn Lande: Es ist unbegreiflich, warum Köhler und seine Hintermänner sich immer wieder bemühen, Professoren am Zeuge zu sticken. Man sollte meinen, gerade Köhler müßte manche unangenehme Erinnerung an diese in seinem Tagebuch vermerkt haben. Die Professoren, die der Langsdorser Exbürgermeister gelegentlich als Volksversührer bezeichnete, haben ihm doch zur Genüge gezeigt, daß man mit bäuerlichen Kraftausdrücken, mit Bezeugungen des Mißtrauens gegen die Wissenschaft und ihre Vertreter den gebildeten Schichten unserer Bevöllerung nicht imponieren kann. Aus gewisse Kreise Der Wählerschaft mögen diese Mittelchen ihre Wirkung ja ausüben; vorurteilslose Leute finden für eine solche HAmpfesweise nur ein mitleidiges Lächeln. Die Frage, ob Köhlers Vizepräsidentschaft mit ihren einseitigen agrarischen Tendenzen einen Segen für Hessen bedeutet, lassen wir heule unentschieden. Viele vaterländisch gesinnte Männer glauben nicht Daran. Sie sind auch nach wie vor Der Meinung, Daß Köhlers maßloses Verhalten in Der Eberstädter Affäre, sein unerhörtes Vorgehen gegen Recht und Wissenschaft bet dieser Gelegenheit eines gebildeten Mannes, inSbesonDere eines LanD- tagsabgeordneten, im höchsten Grade unwürdig war und darum eine exemplarische Bestrafung verdiente. Selbst dann, wenn Köhler „nur aus Den edelsten Beweggründen als Mann und Freund des Voltes damals vorgegangen" wäre, kann die Bemerkung, daß er falsch berichtet war, nicht als Entschuldi- Ein schwerer Vorwurf trifft jeoen, Der sich Verschrobenheit wegen; vor allem dann, wenn sein Bemühen einem guten Willen zu entspringen scheint, bedauert. iDen „guten Willen" kann man Herrn Köhler wohl überhaupt nickst absprechen; ehrliche Absichten hat der Wackere gewiß immer. Ader fein völliger Mangel an Objektivität, eine Folge seines zügellofen, stets Darauf lospolternden Temperamentes, ieiner Leiastgiäuvig- feit und Der engen Begrenztheit feines Gesichtsfeldes, üerDunteli ihm nur zu ost den tlaren Blick,, und Die Avsunderlichleiten Der Jnszenesetzung seiner mitunter geiunoen Zoeen nehmen selbst diesen Den Ernst und machen sie unsachlich. D. Red.) Da nach Köhlers Plan eine Crgamiarion des ländlichen .Fortbildungsschulwesens angebahnt ist. Die nach Dem Flugblatt „von der ganzen Welt anerkannt wird", wird Die Zukunft lehren — vielleicht bald! —> inwieweit Durch Diese einseitigen Bestrebungen Die Aufgabe Der ForwildungsschUle, Die eine allgemeine Ausbildung aller Schüler erstreben soll, ,oon den verschiedenen Berufskreisen beurteilt wird. Köhlers Flugblatt fordert „Freiheit in Rede und Schrift, so- .toeit diese nicht gegen Recht und Sitte verstoßen." Wie Diese "Forderung zu verwirklichen ist, sagt uns Der Aufruf, Der sonst nur allgemeine Redensarten unter Der Ruvrik „oorDerungcir bringt, an Der Stelle, wo von Der „liberalen Juden- presse" Die Rede ist. Dieser Ausdruck verstoßt gegen das Recht, und zwar bewußt; Denn Herr Philipp Köhler weiß ganz genau, Daß hinter D e t liberalen Presse — wir im Großh. Hessen haben beiannuia) überhaupt reine „Juden"-Presse — Die große Mehrheit Der GedilDeten und Einsichtigen steht. große Scheuern nebst Stallungen und Nebengebäuden einäscherte und einige wertvolle Nuß- und Obst» bäiune sowie landwirtsch. Maschinen und Geräte und große Futtervorräte vernichtete. Tas Feuer entstand um Mitter- nacht, als alles im tiefsten Schlafe lag. Zum Glück tagte in der „Krone" die Schweineversicherungskasse, deren Mitglieder um V21 Uhr den Feuerschein sahen, das Dorf alarmierten, die bedrohten Bewohner weckten und das Vieh aus den bereits brennenden Ställen retteten. Im Nu stand auch die Ho freite des Karl Horn in Flammen. Die Feuerwehren aus Albach, Garbenteich, Hausen und Annerod eilten der hiesigen Wehr zu Hülfe und selbst von Lich trafen Mannschaften cm. Gegen 7,6 Uhr schien das Feuer auf beide Hofreiten beschränkt zu sein und die Wehren aus Garbenleich und Hausen waren bereits abgerückt. Da stand plötzlich auch die angrenzende Scheuer der Witwe Balser in Flammen, das Feuer griff auf das Anwesen der Witwe H. Nicolaus über und äscherte beide ein. Die Wehr aus Garbentelch mußte telephonisch zurückgerufen werden. Erst gegen Mittag gelang es, des Feuers Herr zu werden und die auswärtigen Wehren konnten entlassen werden. Tank deS energischen Eingreifens der Wehren konnte em weiteres Umsichgreifen des Feuers verhütet und die bereits angebrannle Scheuer des Landivirts Gerhardt gerettet werden. Die Feuerwehren waren noch den ganzen Tag mit Löschen beschäftigt. £ie Besitzer sind wohl versichert, aber nicht den Werten entsprechend, sodaß sie noch beträchtlichen Schaden erleiden. Allgemein wird Die pflichteifrige Tätigkeit der Feuerwehren gelobt. Man vermutet, daß das Feuer durch Brandstiftung entstanden ist. Gestern wellte bereits das Gericht von Gießen auf der Brandstelle. (*) E11ingshauseu, 5. Jan. Unser K r i e g e r v e r e i n hieli dieser Tage seine Generatversamintiing ab. Bel dem Jahresabschtup zeigle sich, daß Der Verein finanziell recht gut fleht und auch un abgelauieuenJahr wieder feilt Vermögen vermehrt hat. AnKrauken- uuierflützung ivurden an Die Kameraden 2 Mk. für Die Woche be° zahlt. Tie Mugllederzaht flieg auf rund 55. Im abgetan,enen Jahre erhielt Der Verein aus Aulaß seines 30 jährigen Bestehens Die K a i f e r 1 ch t e 1' e. Bei Der Feier erhietien auch Die Veteranen von 1866 und 1870/71 eine Auszeichnung verliehen. Es luurDe beschlossen, un begonnenen VereuiSfahr Vorträge abzuhaiten und an dem Jubiläumssefl Des hiesigen Gesaugverems ieitzunehmeü. Bei Der V 0 r fi a n d 2 w a h t rouroen roieDergeibätjlt: 1 Vorsitzender Joh. Reil, Stellvertreter Joh. Lpper, Rechner Bürgermeister Steil, Kontrolleur Joh. Munch, ferner wurDen Beisttzer H. Schomber und H. Schmidt. stp Butzbach, 5. Jan. Gestern entwich aus der hiesigen Strafan ftalt em berüchtigter Einbrecher und sein Verschwinden hielt alle ängstlichen Gemüter der Stadl m Slufregung. (sine Verletzung am Bem, die er sich beim Ausbrechen zugezogen hatte, verhinderte ihn aber, sein Vorhaben durchzusühren und er stellte sich bereits am Abend der Polizei in Bad-Rauhenn, von wo aus er per Türkenlose......147.20 X% Griccb. Monopol-Aul. 52.10 X% äussere Argentinier . 89.20 mhO Lvistzenjchaft. — Bei Der Ausführung Des Schauspiels ,5Bir' vom Chefredakteur Der Lemberger Amtszlg., Krechowieski, kam es tu Lemberg zu großen Skandalen. Sozialisten yrotefnerteu gegen Die Tendenz des Stuckes, das bei Schilderung der russischen Revotiuionstampie in russisch Polen die Sozialisten als Mörder und Anarchisten darskellt. Von Den Galerien luurDen Feuerweikslörper ui Das Parquet geworjen, iva sie explodierten und euie große Panik verursachten. Tas Stück tonnte nicht zu Ende gespielt iverden. — Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Dem Prof Josef Olbrich, ist eine neue sehr beineneuswerle Auszeichnung zu Teil geiuoiDcn. Er luurDe von Der Königl. AkaDemie für bil» oeiiDe Mui nie in MailanD in Anerkennung seiner hohen Leistungen uuo VerDiensie zum Ehrenmitglied crnanni. — 'ztuiiei/en erreyt i.i Teipg^g Die xatiauje, Daß Vrose,sor Heinrich Zöllner, Der vor einiger Zeir feine Tätig leit um königlichen Konservatorium und D^ nmiitahiaie SteDauion am „Leipz. Tagebl." auigegeuen i)dt, na.imeyr auch feine Si et- lung als llniversitätsmusitdirettor und Dirigent oer aitoerübmten „Pauiiner" nieberiegen uuo Leipzig venas,en toin. yornter ist Der einzige Soyu Des Begründers Der Deui- lajen Maniiergesaugvereine uuD Konipoiiist zahlreicher Ehvr.ver.e und Opern, unter uitoeren Der „Ver,unteueu Eloae"; Die Gründe iur feinen diuatrilt find in eingewechteu Kreisen bekannt, an Dieser Stelle jedoch nicht zu erörtern. Gingejanvt. ^Für Form und Inhalt auc. u.ua uicitr jiubrif stehenden Artikels übernimmt die Redaltiou Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bei kalter JahreSzell meyttn |ia; alljährlich Die Klagen über mangelhafte Erwärmung der i s e n b ahnwagen. Besonders schlecht scheint es Damit auf Der Strecke Frankfurt — Sieben bestellt zu {ein. 'Ramentiich war in Den BZeihnachtstagen für Die Peiz^ng Dc» Zuges uö Frankfuic 1J.8 niitll.gs voiug ungenügend gejvrgi. H^er liegt ein ivcuiigel an Rüui>cht aur Die Reuendcu vor. Der nichc scharf genug geragt werden tauu. Vielleicht üLiamuBt Die ö,,eiittiche Bllstcechung Die Behörde zu einer, besseren lleberwachung. L. Bürgermeister Kühl hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt und sein dies bezügliches, an das Großh. Kreisamt Lauterbach, gerichtetes Gesuch ist genehmigt worden. Herr Kühl hat 23 Jahre an der Spitze unserer Gemeinde gestanden und mau kann ruhig behaupten, zur größten Zufriedenheit seiner Atiibürger und zum Wohl unserer Gemeinde, die Neuwahl findet voraussichtlich Anfangs Februar statt. c Bl 1 tzenr 0 d, 6. Jan. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich vorgestern hier ereignet. Der Kutscher der Firma Wegener, ein junger Atann von 20 Jahren, wollte die von seinem Herrn neu angeschafften Pferde im Fahren probieren, sie gingen durch, der Kutscher, Der sie halten wollte, kam unter Die Tiere und erhielt einen Schlag, Der eine schwere Kopfverletzung zur Folge hatte. Der Bedauernswerte wurde in das Krankenhaus zu Lauterbach transportiert; es ist Hoffnung vorhanden, ihn am Leben zu erhalten. a Lauterbach, 6. Jan. Bei der am vergangenen Samstag abgehaltenen Generalversammlung Des hies. KriegervereinS wurDe Rechtsanwalt und Leutnant D. R. Scheer zum VorstanD gewählt. sd. Darmstadt, 6. Jan. Priuzesfin Dorothea zu Solms-Licy ist am Freitag zum Besuch des Grouherzog- lichen Paare am vofe eingetroijen und wird einige Zeit hier verweilen. Prinz und Prinz.,siu L u d w i g v 0 n B a 11 e n b e r g lichen Paares am Hose emgitroffen und wird einige Zeit hier Samstag Das Großh. Hoftheater besucht, wo man „Die lustige Witwe" gco. Rach Dem Vheater wurde im Reuen Paiais gemeinschaftlich das Souper eingenommen. Die Battenberger Herrschaften fuhren abeuDs nneoer nach Schloß Heingenoerg zurück. — Verhaftet wurde gestern Der türkische ötuDent Djasar a g i e f f aus Balu, der vor einigen Tagen, in Der Absicht, seine in der Lungenheilanslait bestnöliche Fr'i.u zu besuchen, ui Wiuieriasten sich suern an einem Akadchen und dann an einer orau jiitlici) verging. Er scheint Den in seiner Heimat übliajtn sittlichen Anschauungen zu huldigen, Denn er nimmt die Sache nicht ernst. p. Wetzlar, 7. Jan. In unserem Kreise trifft man viele interessante alte Fachwerkgebäude an; das neue Kleid, Das man so nianchcm alten Holzbau mit Bewurf unD Anstrich gegeben hat, verDeckt oft Dessen ursprüngliche malerische Schönheit. Durch sem Jahrbuch lenkt nun Der „Wetzlarer Geschlchtsvereln" unsere Aufmerksamkeit .speziell auf Die alten Gebäude Wetzlars. Aus Veranlasfung Der Kreisbchörde unD Bauinspektiou wird Das sehr hübsche Eichenfachwerk Des Feilingfchen Hauses auf Dein Eisen.markt mit seiner chromographischen Inschrift freigelegt. Dieses Haus stammt aus Dem Jahre 1599 und hieß „Zur alten Rkünze". Dr. Landau aus Kassel sagt mit Recht: „Es ist hohe Zeit, Das zu retten, was Die noch erhaltenen alten Bauten uns bieten. Jeder Tag reißt ein Stück Davon fort/ würdiges Benehmen wahrnahm, heimlich an Die Polizei. Inzwischen stellte der Unbekannte das gleiche Verlangen an den Kassierer und warf Darauf eine Bombe. Durch Die Exploswn wurde Der H ü l f s k a f s i e r e r M a c l e a r getötet, 6 toc 1 Beamte tödlich und einige andere Beamte leicht verletzt; ferner wurde Das Bankgebäude in Brand gesetztt Auch per Mann, der Die Bombe warf, wurde getötet. Er hatte sich Williarms genannt und war ärmlich gekleidet. Alle Fenster der Bank sind zertrümmert. Bücher und Geld liegen überall verstreut umher. .Die Vierte-Straßen-Nationalbank ist eines der ersten Institute des Landes; bei ihr sind 40 000 000 Doll. Deponien hinterlegt. . * Der König von Siam ^ichulalongkong wird im Sommer dieses Fahr es nach Deutschland kommen. Schon vor zehn Katzren war der Beherrscher Siams mit großem Gefolge nach Europa und zu uns gekommen und als König offiziell und mit fürstlichem Gepränge am deutschen Kaiserhof empfangen worden. Diesmal reist Tschulalonglong als Privatmann, Der Die Fahrt aus Den Rat seiner Aerzte unternimmt. Der König leiüet ,eit einiger Zeit an chronischer Malaria. Die Aerzte erhoffen ourch einen Aufenthalt in einer trockenen Gegeno Deckung von diesem Leiden. * Kieme Tageschronit. In Eschweiler envlgle in dem Farbwareugeschäft von Nicolais auf noch unauigetläne Weise eine folgenschwere Benzin-Explosion, welche das HauS stark befchadigie. Drei Personen ivurden schiver verletzt. Per Besitzer 11110 cm Gehülfe kamen mit leichteren Verletzungen davon. Em Dienstmädchen, das durch Die Explouvn mit Benzin überschüttet und auf die Straße geschleudert luiuDe, ist sterbend in em Hospital eingeliefert worden. — Jnwlge eines starken Sturmes scheuene em Schift an einem Zeisen am Eingang Des Halens von Ancona. Zivolf Personen haöen DaDei ihr lieben verloren; eine Leiche wurde geborgen. Tas Schift war der von Genua gekommene griechische schmier „llrauia". Vermischte». * Brände. In Der sranzo,ischen Hafenstadt Toulon zerstörte eine heftige Feuersbrunst einen Teil des Stadtviertels Eaup Gueriu, ui welchem sich be^nders viele Wohnungen ärmerer Leute befinden. Truppen kämpften mit der Feuerwehr gegen dos uerheereitDe Element. Die Bewohner Hudjieten, nur notbüritig bctivmei. Die inettungSarueiten wurden dadurch erschwert, Daß viele Ki^uke unD Greise mit Rettungsleitr^n m Sicherheit gebracht werden mußten. Der Schaden ist beDeutenD. — Der rui.iauuche Ort Baicvt geriet gleich,alls in Flammen. Ein Petroleum-Turm explodierte. Es gab viele Tote und schwer Verivunoete. '■ Ein Bombenattentat in einer Philadelphiaer B a n k. Aus Philadelphia wird gemeldet: Zn oer Viertens traßen-Nationaibank verlangte ein nnuetannter aOUu Dollars von Dem Präsidenten Der Bank Rushton. Girier ließ Den Mann eine Wecke warten und telephonierte. Da er an ihm ein Burt* Lruiverjitäts-Nachrichten. — Zum Pioreiwr occ uniöt.r|tiui yetueioerg für das nächste ötuDiemai)r wurde Der Sira,rechtsiehrer Geh. Hofrot v. Lil i e n t ha l gewählt. __ handel uiiO Verkehr, Voltswirtschaft. a,er neue i a 11 a o 11 iy e ^uiiturii. ou. 'jiuüembcr vorigen ZahreS in Dem taiiuoischeu Parlament Der Entwurf eines neuen Zoiitariss unterbreitet wurden. Der ursprünglich erst nach Der un Marz 190/ in Iwnoou ftattsiuDenDeu Kouieceuz oer bri= iischeii Kolonien in Kraft treten sollte. Er ist indessen »ur )3ert-iuderuug von Spekulationen proviior uch sogleich i n K r a f t gesetzt ivorden. Das Seiretariat veS ^»anoeisvertragsoereins ^Berlin W. 9, ^löthenerstratze 28/29) befindet sich im Besitz Des neuen Tarifs uuD i|t berej 1. Aus tun u 3u erteilen. Sport. — Tas Ausschreiben für Duy Diesjährige Gordon-Bennet- R enne »i Der Luuballons ist erfolgi. Die Weiüahrt finbet von (5 t. Louis m Amerika aus statt, Da Die Amerikaner den Preis zu verteidigen Haven, und zwar un Oktober. uolh; . i Uhc abds. Lainiliett-riachriehten. G e st 0 r b c n : Herr Jean D u moni 111 Vad-Nauheim. Airchtictze Nachrichten. iyvtuiflcUid)c Gcmcittoe. Montag, Den 7. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde int, Lukasjaal. Text: Phil. 1, 1 ff. Pfarrer Euter.