Wr. 155 Zweites Blatt 157. Jahrgang Lrichetnt S-Nch mit Auknahm« bet Sonntag». A S V ®ie „ftitßenet Z-mIttendlStt«.- werden dem IM! BI l| iti Ai iiAV .Anzeiger« viermal wöchentlich beigelegt, da» Wf ® & IL, U B V D . i ® » ..««"blatt fflt den Krei. Gletzen" zweimal Kg wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint r General-Anzeiger für Oberhessen Freitag 5. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag der vrühNchen Untversttät» - Buch» und etttnbuidml W. Laag,, Vteßen. Redaktion, Expedition and Druckerei: Schul- siraße 7. Expedition und Verlag: eg®6L Redaktion: 112. TeU-Adra AnzetgerGteßen. Die Friedenskonferenz. ,T . H a a g, 4. Juli. In der heutigen Sitzung der zweiten unterkommission der ersten Kommission, gelangten die deutschen und englischen Anträge betreffend die Einrichtung eines Internationalen Prisen-Appellations- Gerichts Hofes zur Beratung. Der deutsche Delegierte Freiherr Marschall v. Bieberstein hielt eine Rede, in der er daraus hinwies, daß gegenwärtig das Gerich eines jeden kriegführenden Landes, welches die Prise gemacht hat, über die Gültigkeit derselben abzuurteilen habe. Man könne von einem solchen Gericht immer annehmen, daß es keine genügende Gewähr für die Unparteilichkeit biete, weil Prisen im allgemeinen für Rechnung der Staaten gemacht würden. Der Staat sei demnach Richter in eigener Sache. Es handle sich also darum, einerseits die Interessen der Privatleute zu schützen, anderseits Reibungen zu vermeiden, die aus dem Verdachte der Par- teüichkert erwachsen können. Man wende ein, daß man erst der Abfassung einer Gesetzessammlung bedürfe, bevor man einen Gerichtshof errichte, der das Gesetz anzuwenden habe. Die Herstellung einer Gesetzessammlung bilde aber einen Tert des Programms der Konferenz. Vielleicht werde man nicht soweit kommen, aber nichtsdestoweniger dürfe man hoffen, daß einige Regeln ausgestellt werden würden. Außerdem habe man Konventionen, wie die Pariser Erklärung von 1856 und andere, auf die man sich stützen könne, und endlich besitze man die allgemeinen Regeln des internationalen Rechtes, welche zu entwickeln der neue Gerichtshof berufen sei. Der d e u t s ch e V o r s ch l a g will, daß dre Berufung den Beteiligten selbst gestattet sein soll, was die Staaten davon befreien würde, die sonst bei einer Zusluchtnahme zu einem internat. Gerichtshof Schwierigkeiten begegnen könnten. Der Vorschlag gesteht den Untertanen der Kriegführenden und der Neutralen dasselbe Be- rufungsrecht zu, was den modernen Grundsätzen gemäß scheine, nach denen der Krieg nicht gegen die Untertanen, sondern gegen die Staaten geführt würde. Der deutsche »lag setze die Berufung nach dem ersten Urteil fest, as Verfahren vereinfachen und abkürzen und zugleich Lmpsindlichkmten fernhalten würde und eine Kritik der Urteile des nationalen Gerichtshofes wachrufen könnte, besonders wenn diese Urteile aufgehoben würden. Der Vorschlag wähll Haag als den Sitz des Internationalen Prisengerichtshofes und gibt dem Bureau des schon bestehenden permanenten Gerichtshofes die Funktionen der Kanzlei der neuen Einrichtung, der so durch die Autorität bes stündigen Schiedsgerichtshofes höheres Ansehen verliehen werde. Der deutsche Vorschlag möchte, daß dem internationalen Prisengerichtshos zwei von den Kriegführenden zu ernennende Admiräle beigeordnet würden. Dieser Vorschlag bezwecke, in den Gerichtshof durchaus fachmännische Elemente einzuführen. Die Zuziehung von zwei Admiralen würde keinen überwiegenden Einflug ausüben. Die Idee der Einrichtung eines PrisengerichtsHofes habe ^chon 30 Jahre lang das Institut für internationales Recht beschäftigt, dessen Arbeiten den deutschen Antrag beeinflußt hätten. Redner schließt, indem er dre Hoffnung ausspricht, man werde schließlich die Schwierigkeiten überwinden können. Dafür scheine ihm eine Garantie zu sein die Art und Weise, wie diese Idee von den beiden größten Mächten ausgenommen sei. Darauf beginnt die Diskussion über den Fragebogen. Fry-England ist einverstanden besonders mit dem ersten Punkt: Ist nötig, einen internationalen Appellgerichtshof für Prisen zu errichten? Erhält es für notwendig, den Gerichtshof aus Richtern zu ulden, die sozusagen ohne Nationalität seien. Davon lammt der Charakter des englischen Antrages, der nur internationale Richter wolle. Redner möchte, daß man erst aas Prinzip der Errichtung eines Gerichtshofes im allgemeinen und später die Details berate. Bourgeois gibt dann ein Resümee der Lage und schlägt als Präsident aor, die Frage zuerst im allgemeinen und nachher im besonderen zu erörtern. Im Laufe der Debatte schlägt Bourgeois ferner vor, ganz frei zu diskutieren, ohne ab- Mstimmen, um sich später über die Entwürfe zu entscheiden. i)er Vorschlag wird angenommen. Hieran schließt sich in Meinungsaustausch inbetresf der Frage, ob' der Staat aber die verletzte Privatperson die reklamierende Partei ein soll. Barbesa-Brasilien möchte die Möglichkeit der Reklamation allen beiden offen lassen, aber dem Staate )as Vorrecht einräumen. Er erörtert den Artikel des Frage- )ogens, der die Frage betrifft, ob der Gerichtshof von ulen Prisenfällen Kenntnis nehmen solle, oder nur von olchen, bei denen es sich um Interessen neutraler Regie- ungen oder Einzelpersonen handelt. Man geht darauf jUm Artikel 4 des Fragebogens über, der die Frage be- -andelt, wann der mternationale Gerichtshof in Funktion reten soll. Die vier Präsidenten der Kommission einigen sich dahin, daß, um die Arbeiten zu beschleunigen, rach dem nächsten Samstag neue Vorschläge nicht mehr angebracht werden dürfen. Nachmittags trat die erste llnterkommission der dritten Kommission zusammen, um wer das englische Projekt zu beraten, welches bezüglich interseeischer Minen verschiedene Abänderungsvor- chläge betrifft. Präsident Hagerup-Norwegen gab eine stufammensajsung der Vorlage und aller Amendements, vorauf man in die vorläufige Diskussion eintrat. Schließ- .ch erklärte Ottley, der seetechnische Delegierte Englands, >aß die englische Regierung für die Ausnahme stimmen oürde, welche Italien und Japan zu machen wünschten (u Gunsten der Treibminen, die mit einer Vorrichtung zu versehen sind, die sie ungefährlich macht, vorausgesetzt, >aß die Vorrichtung nach einem sehr beschränkten Zeit- :aume funktioniere. Punkt zwei des italienischen Vor- chlags nehme er an, wonach verankerte Minen so kon- truiert sein müssen, daß sie unschädlich werden, sobald >ie Verankerung gerissen ist, die Minen infolgedessen frei n See schwimmen können. Tscharykow-Rußland erklärte, einer Regierung hätten, als sie die Minenfrage auf das Programm der Konferenz setzte, die Interessen der fried- ichen Schiffahrt vor Augen geschwebt. Rußland halte eine ingehende technische Prüfung dieser Frage jür nötig. Hier- iuf wird die: Weiterberatung vertagt. Depltsches Reich. Berlin, 4. Juli. Das Kaiserpaar hat anläßlich des ersten Geburtstages seines Enkels eine Prinz Wilhelm- Stiftung errichtet, aus welcher alle Jahre 20 Kleinkinderausstattungen beschafft und an würdige und bedürftige Ehepaare in der Mark Brandenburg verteilt werden, denen im Monat Juli das erste Kind geboren wird. — Wie die „Deutsche Tageszeitung" entgegen anderweitigen Meldungen erfahren haben will, denke die preußische Negierung nicht daran, in absehbarer Zeit das Wahlrecht zum Landtage zu ändern. München-Gladbach, 4. Juli. Reichskanzler Fürst von Bülow erwiderte auf eine Zuschrift des Vorsitzenden des Gesamtverbandcs der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands anläßlich des Rücktrittes des Grafen von Posa- dowsky, in der Sozialpolitik solle nicht gerastet, sondern auf den altbewährten Bahnen weiter gearbeitet werden. Oldenburg, 5. Juli. Bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl im dritten oldenburgischen Wahlkreise für den Reichsgerichtsrat Burlage wurde Graf von Galen (Zentrum) gewählt. München, 4. Juli. Der päpstliche Nuntius Caputo ist nicht unbedenklich erkrankt und befindet sich in der chirurgischen Klinik. Ob ein operativer Eingriff sich als notwendig erweist, hängt noch von weiteren Beobachtungen des Patienten ab. Nach der Münchener Allgemeinen Zeitung handelt es sich um ein Leberleiden. Nürnberg, 5. Juli. Bei der gestrigen Landtagsersatzwahl int Wahlkreise Nürnberg 6, wurde der sozialdemokratische Kandidat Rollwagen aus Augsburg mit 4600 Stimmen ohne Gegenkandidatur gewählt. Dinkelsbühl, 5. Juli. Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl im 5. mittelfränkischen Wahlkreise wurde der konservative Kandidat Niederlöhner mit etwa 1200 Stimmen Mehrheit gewählt. Stuttgart, 4. Juli. Bei der Beratung des Eisenbahn- etatS in der Zweiten Kammer teilte Ministerpräsident v. Weizsäcker, mit er habe aus der Konferenz in Frankfurt a. Main in der Gemeinschastsfrage folgende Erklärung abgeben lassen: Dec Verlauf der Verhandlungen zerstreute unsere Bedenken nicht, die dahingehen, daß aus der Grundlage des bayrischen Vorschlages einer Güterwagen, gemeinschaft eine dem nationalen Gedanken entsprechende wirksame festgesügte Gemeinschast nicht zu erreichen ist. Die Frage der Betriebsmittelgemeinschast oder einer sonstigen wirksamen Gemeinschaft kann von Württemberg nicht als erledigt angesehen werden. Es behält sich vor, zu einem geeigneten Zeitpunkte auf diese Gelegenheit zurückzukommen. Selbstverständlich ist Württemberg bereit, wie bisher sich in loyalster Weise an den iveiteren Arbeiten für die Frage der Güterwagengemeinschaft zu beteiligen. Der Minister fügte hinzu: Ich begrüße es, daß der preußische Eisenbahnministec anerkannte, daß die württenibergische Regierung in dieser Frage die Initiative ergriffen hat, und daß er sagte, sie habe sich ein Verdienst mit dec Aufrollung dieser Frage erivorben. Wir verfolgen bloß sachliche Zwecke und haben nicht die Absicht uns unnötig in den Vordergrund zu stellen; wir begnügen uns zunächst mit dieser Llnerkennung. Es soll uns sehr, freuen wenn sich nun andere Seiten ihrerseits ein Verdienst in dec Sache erwerben würden. Ausland. Paris, 4. Juli. Clemenceau hat angeblich beschlossen, das Unterstaatssekretariat des Innern abzuschaf- fen und dieses Amt durch ein Generalsekretariat zu ersetzen, wie ein solches vor seiner Uebernahme der Regierung bereits bestanden hat. Zum Verwalter dieses Postens soll der Präfekt deS Departements Pas!de Calais ausersehen sein. — Die Mitglieder der persischen Spezialmission sind heute nachmittag um 5 Uhr von Calais kommend, hier einge- twsfen. Tie Mission wird morgen vormittag vom Minister des Auswärtigen Pichon und nachmittags vom Präsidenten Falliöres empfangen werden. Am Samstag findet ihnen zu Ehren ein Festmahl im Ministerium des Aeußeren und darauf im Elh- söe statt. Lissabon, 4. Juli. Tie Blätter verzeichnen das Gerücht, in Angrta de Heroisme (Azoren) seien aus örtlichen Ursachen Unruhen entstanden und zur Unterdrückung der Unruhen herbeigerufene Truppen hätten sich geweigert, gegen die Bevölkerung vorzugeheu. Infolgedessen sei die Entsendung anderer Truppen aus Ponta Telgada veranlaßt worden. Rom, 4. Juli. Tie Beratung über die Gemeinde- wtahlen in Rom hat gestern in der Kammer einen derartigen Tumult verursacht, daß der Vorsitzende sich gezwungen lah, die Sitzung aufzuheben. Rlapallo, 4. Juli. Heute früh fand die Beisetzung des Grafen Nigra in Gegenwart des Königs, des Ministev- prasidenten, des Präsidenten des Senats und zahlreicher Nota- bilitäten statt. Budape st, 4. Juli. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses gaben die kroatischen Mi^tglie-- der die Erklärung ab, daß sie nicht weiter an den Sitzungen teilnehmen könnten, well die ungarische Regierung das Grundgesetz der Verfassung, nämlich des ungarisch-kroatischen Ausgleichs, verletzt habe. Hierauf verließen sämlliche kroatischen Abgeordneten den Saal und reisten in ihre Heimat ab. Caleutta, 4. Juli. Ein Berichterstatter des Reuterschen Bureaus hat die Distrikte Bengalens, in denen Unzufrieden heit herrscht, besucht. Als bezeichnende Tatsache sei hervorzuheben, daß man den Geburtstag des Wuigs überall unbeachtet habe Vvrübergehen lassen, einige Mohammedaner ausgenommen. Tie unter dem Nümen „Nationale Freiwillige" bekannte Orgianisation predige überall den Auf stand und dränge zur Boykottierung der englischen Waren. Polizei und Militär seien außer Stande, die Verfolgung der Loyalisten zu verhindern. Die ' chlimmste Erscheinung sei, daß sich die Angriffe gegen Europäer vermehrten. Allein gegen Fahrgäste der Eisenbahn Assam-Bengalen seien in letzter Zeit 15 solche Angriffe vorgekommen. Ein anderes charakteristisches Merkmal sei, daß in ganz Bengalen nationale Schulen errichtet würden, für welche die Kosten lediglich von den Eingeborenen getragen lvürdeu,, und für die jede Be- ziehuug zur Regierung gbgeielM werde. Bon den Studenten Veriämmlungm^kun^!^, Plien niißuujieT. ________ Aas Kaiserpaar in Dänemark. FredenSborg, 4. Juli. Um 12% Uhr beaaben Uch die Majestäten und die Mitglieder der Königlichen Familie mit Gefolge in offenen Wagen nach Frederiks- borg. — Die Majestäten fuhren in vierspännigen Wagen. — Im ersten Wagen saßen der Kaiser und dec König, Prinz Adalbert und Pcinz Hawala, im zweiten die Kaiserin, die Königin, dec Kronprinz und Prinz Hans. Voc dem Schlosse hatte sich eine zahlreiche Menge versammelt, welche die Majestäten mit Hurrarufen begrüßten. Es stellte sich Regen ein. Hiller oed, 4. Juli. Gegen 12% Uhr trafen die Herrschaften aus dem Schlosse Frederiksborg ein. Kurz nach 1 Uhr fand im Rittersaal ein Frühstück statt. Auf dein Zuge dorthin hatte König Friedrich die Kaiserin geführt, Kaiser Wilhelm die Königin, Pcinz Adalbert die Prinzessiil Thyra. Beim Frühstück hielt König Friedrich eine Rede, ivorin er seiner lebhaften Freude darüber Ausdruck gab, ben Kaiser und die Kaiserin als Gäste bei sich zu sehen. Kaiser Wilhelm dankte in seiner Erwiderung für die ihm und seiner Gemahlin erwiesene n; .ordentliche Liebenswürdigkeit und brachte dec erinnecungssuchen Stätte gedenkend ein Hoch aus auf Dänemarks Königshaus. Um 3% Uhr verließen die Majestäten und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie mit Gefolge das Schloß Frederiksborg und fuhren durch die mit Fahnen geschmückte Stadt nach Fredensborg zurück. Fredensborg, 4. Juli. Um 5 Uhr nachmittags kehrten die Majestäten hierher zurück. Nach der Rückkehr unternahm der Kaiser einen Spaziergang im Schloßpark. Um 5 Uhr versammelten sich die hohen Herrschaften zum Tee. Um 6 Uhr fand Familientafel mit 50 Gedecken im Gartensaale statt, wobei das Ntusikkorps der Garde spielte. Um 9% Uhr fand das Souper statt, zu dem die dänischen Minister, das diplomatische Korps, Mitglieder des dänischen Adels und eine größere Zahl höherer Würdenträger Einladungen erhalten hatten. Die hohen Herrschaften soupierten im Speisesalon, die Gäste im Kuppelsaal. Nach dem Souper hielten die hohen Herrschaften Cercle ab. Dann fand im Gartensaale eine musikalische Soiree statt, bei der u. a. die dänischen Kammersänger Herold und Rissen mitwirkten. Kopenhagen, 4. Juli. Die Jacht ^Jduna" der Kaiserin ist heute abend, begleitet von einem Torpedoboot, hier eingetroffen. Dom ZSlnzerklieg in Arankreich. Narbonne, 4. Juli. In der heutigen geheimen Sitzung dec absolut Unversöhnlichen wurde unter dem Vorsitze des Präsidenten der Winzerausschüsfe beschlossen, voni passiven Widerstand zilm aktiven Widerstand überzugehen. Kein Teilnehmec wollte aber nach dec Sitzung auch nur andeuten, welche Mittel numnehr zur Zlnnahme gelangen sollen. Alle der Mäßigung verdächtigen Elemente waren von der Teilnahme an dec Sitzung ausgeschlossen worden. Paris, 4. Juli. Die Bürgermeister von drei G e m e»i n d e n der Süddepartements haben ihre D em issio n en zurückgezogen. In Ceret fand eine große Versammlung dec Winzer statt, es wurde eine Tagesordnung angenommen m der die Begnadigung dec verhafteten Winzer sowie dec Meuterer des 17. Infanterieregiments verlangt wird. ------ - ■ " ■ ■ ----— -as- ' J!—L... » Die Garibaldifeier. Rom, 4. Juli. Der hundertste Geburtstag Garibaldis, der durch das Gesetz zu einem Nationalfeiertag erklärt wurde, roufb im ganzen Lande durch patriotische Veranstaltungen in überaus festlicher Weise gefeiert. Der König unterzeichnete einen Erlaß, durch den für gewisse Vergehen, darunter Majestätsbeleidigungen und gewisse politische Vergehen Amnestie erteilt und bestimmte Geldbußen erlassen werden. — In der heutigen Kamm erst tzung ist dec Saal und die Tribüne gedrängt voll. Man beuierkt auf den Tribünen viele Gacibaldiancr in roten Hemden. Gleich nach Eröffnung der Sitzung hält Präsident Marcra eine Gedächtnisrede auf Garibaldi. Die ganze Versammlung hört die Rede stehend an. Der Präsident weist besonders auf die Vaterlandsliebe und die Menschenfreundlichkeit Garibaldis hin. Die Rede wird oft von Beifall unterbrochen und am Schluß mit Hochrufen auf Garibaldi aufgenommen. Gio- litti dankt Rlarcra für die glänzende Verherrlichung Garibaldis und ersucht die Kammer, eine Dankbarkeitskundgebung für Garibaldi zu veranstalten, indem sie gleich einen Gesetzentwurf zu Gunsten der Veteranen der nationalen Kriege genehmigen möge. Man schreitet zur Abstimmung über ben Entwurf der mit 250 gegen 6 Stimmen angenommen wird. Der Präsident schlägt vor, die Sitzung zu Ehren Garibaldis aufzuheben. Der Vorschlag wird angenommen und die Sitzu.'.g unter Hurrarufen für Garibaldi geschlossen._________ Zur Lage in Marokko. London, 4. Juli. Folgende amtliche Mitteilung wurde heute abend veröffentlicht: Tie englische Regierung, von dem englischen Gesandten in Tanger von der Gefangennahme M-acleans in Kenntnis gesetzt, steht mit dem Gesandten bezügl. dec Frage dec besten Mittel zur Befreiung Macleans in Verbnc- düng. Es ist durchaus unrichtig, anzunehmen, daß Forderungen, im eigentlichen Sinne des Wortes an den Sultan gestellt werden. Ter Fall ist ein sehr delikater unb wird durch die Tatsache tonv pliziert, daß Maclean, obwohl geborener .Elrgläuder, Beamter der maurischen Regierung^ i|t~ Paris, 4. Juli. Mit Spannung verfolgt man hier dw Entwickelung der Angelegenheit Maclean. Raisuli verlangt die Zahlung von 500 000 Franks, seine Ernennung zum Gouverneur von Tanger, sotvic zum Ches jener marokkanischen Truppen, welche für das Resorm^Polizeikorps zu ftcUen sein werden^ den Wiederaufbau der Burg Zinat und die Kaltstellung seines, be^ Kcregsministersl Geb bas. Ter allgenieine Eindruck ist, daß Raisuli die 500 000 Franks erhalten werde, aber unter der Bedingung, Marokko zu verlassen. Diese Abfindungssumme war ihm ohnehin läugist zugedjacht, nur suKe man stets nach einem Rechts- titeL Dieser scheint nun dank Macleans Ausflucht gefunden zu sein. Raisuli fordert die Garantie Englands für die Erfüllung seiner Bedingungen. Tanger, 4. Juli. Die Bed in gun ge n für M a c le a ns Freilassung sind hier nicht bekannt. Die Verhandlungen werden von Fez aus geführt. Ter englische Gesandte, der von Maclean einen Brief mit der Mitteilung erhalten hat, daß Maclean gut behandelt wird, wird bei den Bemühungen für die Freilassung Macleans von der Hofpartei kräftig unterstützt. — Eingeborene vom Stamm der Antjaras, die heute hier eintrafen, versrcherten, dtzrß Raisuli und Maclean von Leuten aus Elkmes beobachtet wurden, die mit dem Plane umgingen, je nach .den Umständen Maisuli auszuliefern oder mit ihm die Vorteile der Gefangennahme Macleans zu teilen. Eine Bestätigung der Nachricht bleibt abzuwarten. ' Aus Stadt und Land. Gießen, 5. Juli. ** Professor Onckens Nachfolger. An Stelle von Prof. Dr. Hermann Oncken, der als Nachfolger von Erich Marcks nach Heidelberg übersiedelt, ist Professor Dr. Felix Rach fahl in Königsberg i. Pr. auf den Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte an der Landes- Universität berufen worden. Prof. Rachfahl wird voraussichtlich das Gießener Lehramt übernehmen. Dr. Rachsahl (geb. 1867 zu Schömberg in Schlesien), promovierte 1890 in Breslau mit der Dissertation: „Der Stettiner Erbfolge- srreit 1464—1472", habilitierte sich Ostern 1893 in Kiel für Geschichte, wurde im Herbst 1898 auherordentl. Professor für Geschichte und historische Hilfswissenschaften in Halle als Nachfolger von Pros. Dr. W Friedensburg und Ostern 1903 ordentlicher Professor in Königsberg als Nachfolger von G. Erler. Sein Arbeitsgebiet ist mittlere und neuere Geschichte. Er schrieb: „Die Organisation der Gesamtstaatsverwaltung Schlesiens vor dem 30 jährigen Kriege" (1894), „Margarete von Parma" (1898), „Deutschland, König Friedrich Wilhelm IV. und die Berliner Märzrevolution" (1901), „Oesterreich und Preußen im März 1848" (1903/04), „Wilhelm von Oranien und der Niederländische .Aufstand" (1. Bd. 1906). ** Die Beerdigung des Lehrers Adam Lehr am Mittwoch nachmittag gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerkundgeöung, die von der Achtung und Wertschätzung, die der Verstorbene in weiteren Kreisen genoß, besonders Zeugnis ablegte. Die Trauerrede hielt der der Familie befreundete Pfarrer Frenndlieb zu Vilbel, der die Stelle Römer 8,28 „Wir wissen, daß allen denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen" seinen tiefempfundenen Worten zu Grunde legte. Am Grabe sprachen unter Niederlegung ivon Kranzspenden Direktor Dr. Stört ko für die höhere und erweiterte Mädchenschule, Beig. Curschmann für die Stadt und das Kuratorium der Anstalt, ferner ein Vertreter des Offizierkorps für das Regiment Kaiser Wilhelm und Lehrer Spitz für den Gießener Lehrerverein. ** Das III. Rhönturnfest wird am Sonntag, 11. August, aus der Wasserkuppe bei Gersfeld abgehalten; jedes Mitglied der deutschen Turnerschast kann sich beteiligen. Als Wettübungen sind bestimmt im Vierkampf Stemmen 75 Pfd., Stabhoch, Weir-Hoch und Hürdenrennen (100 Mtr. mit 4 Hindernissen von je 1 Mtr. Höhe). Im Sonderwettkampf ist Kugelschocken festgesetzt worden; hierbei werden die drei besten Turner ausgezeichnet. Am Vorabend ist in Gersfeld gemütliches Beisammensein im ,Deutschen Kaiser*. ■ Allendors a. d. Lahn, 5. Juli. Der Eisenbahn- !bedienstete Viehmann von hier wurde gestern auf dem lRangierbahnhof bei Klein-Linden beim Rangieren von -emem Wagen ersaßt und gedrückt, sodaß er am Rücken und Kopf erhebliche Verletzungen davontrüg. Er mußte sich in die Klinik begeben. 0 Altenburg (Oberhessen), 4. Juli. Auf der B a h n - strecke Gießen —Fulda ereignete sich gestern bei unserem Dorfe eine aufregende Szene Kurz bevor der Zug von Lauterbach eintraf, stürzte das Pferd eines Fuhrwerks auf dem Bahnkörper zusammen. Schon brauste der Zug heran, und nur der Geistesgegenwart des Bahnwärters gelang es, durch Notschüsse und Signalfahnen den Zug kurz vor der Unsallstelle zum Stehen zu bringen, andernfalls hätte sich ein schlveres Unglück zu- getragen. = Burkhardsfelden, 5. Juli. Am Sonntag, 7. Juli, feiert der Gesangverein „Germania" in Verbindung mit seinem 5jährigen Stiftungsfest • das Fest der Fahnenweihe. Mehrere auswärtige Gesangvereine werden sich an dem Fest beteiligen und nach den getroffenen Festvorbereitungen ist bei gutem Wetter ein schönes Fest zu erwarten. Märkte. th. Gießen, 4. Juli. . Ter gestrige Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 450 Tieren. Trotz des für einen hiesigen Markt nur kleinen Auftriebs war das Geschäft so schlecht, wie auf keinem Markt in den letzten Jahren. Tie Kundschaft war aus- geblieben, wohl weil man auf dem Lande in der Heuernte ist. Unter den Umständen konnten die erzielten Preise nicht als Norm angesehen werden für eine solide Preisbildung. x Butzbach, 4. Juli. Ter heutige Schweinemarkt war gegenüber seinen Vorgängern weniger stark befahren. Auch vermißte man mehr die ganz jungen 5 bis 7 Wochen alten Ferkel. Tas was angefahren war, bestand meistens aus stärkeren, besser entwickelten 8 bis 12 Wochen «alten Tieren, ein Beweis dafür, daß die Zucht in der letzten Zeit, wohl durch die gedrückten Schlachtvieh- preiie etwas eingeschränkt worden ist. Der Handel war anfangs stockend, später aber äußetft rege. Die Preise dürsten auch etwas -angezogen haben. Man erzielte für Tiere von 8 bis 12 Wochen für das Paar 32 bis 46 Mk. [] Welter, 5. Juli. Bei dem gestrigen Schweinemarkt waren die Schweine so billig, daß man ein Paar Ferkel schon ii'.i 15/1^(11'1 fünfen ton nie. Sport. — Radfahren. Gießen, 4. Juli. Bei der am Sonntag vom Nadler-Vereiii „D i a n a" veranstalteten Zuverlas s i g k e i t s s a h r l wurden A. Flick erster unb F. Burck 2. Beide erreichten trotz strömendeni Regeii, ohiie jeden Desekt das Ziel. Stuttgart, 4. Juli. Das 3. Renne n des hiesigen Motorrad-Klubs, das am 7. Juli aus der etwa 8 Kilometer langen Strecke Stnttgart--L-olitude statlsinden sollte, ist von der Regierimg v e r b o t e n worden. Das Rennen hatte iii den beiden letzten Jahren stattgefundeli. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag, den 6. Jiili: Teilweise heiler. Trocken, wärmer. Schwache südliche Winde. Kuno Kischcr f. Heidelberg, 5. Juli. Ter berühmte Philosoph Geheime« rat Professor Tr. Kuno Fischer ist nach mehrjährigem Siechtum heute nacht gestorben. Mit K. Fischer ist eine der markantesten Persönlichkeiten Heidelbergs aus dem Leben geschieden, aber weit über Heidelberg hinaus wird diese Todeskunde mit schmerzlichem Bedauern ausgenommen werden. Kuno Fischer wurde am 23. Juli 1824 zu Sandewalde in Schlesien geboren, studierte in Leipzig zuerst Philologie mid dann in Halle Theologie und Philosophie. Nach Beeudiguiig seiner Studien wurde er Hauslehrer in Piorzheun. Jur Jahre 1850 habilitierte er sich in Heidelberg für Philosophie, aber schon drei Jahre daraus wurde er durch ein Ministerialreskript gezwungen, seine Lehrtätigkeit ein- zustellen. Fischer wandte sich dann nacf) Berlin, wo ihm nach Lleberiüuibung vieler Schwierigkeiten im Jahre 1856 die Habilitation erlaubt wurde; er machte von dieser Erlaubiiis jedoch keinen Gebrauch, sondern nahm erneu Rus als Professor nach Jena an und lehrte dort, wo einst Schiller, Fichte, Hegel und Schilling gelehrt halten, mit großem Erfolge. Im Jahre 1872 folgte er einem Rufe nach Heidelberg, wo er dann eine glänzende Lehrtätigkeit entfaltete. Bei seinem 70. Geburtstage sagte Kuno Fischer seinen Zuhörern: „Wenn ich einmal fühlen werde, daß meine Kräfte« nachlassen und daß ich meinem Lehramte nicht mehr ganz gewachsen bin, gehe ich." Kuno Fischer hat bann noch ein volles Jahrzehnt seine Lehrtätigkeit ausgeübt und erst vor wenigen Semestern seine« Vorlesungen eingestellt. Griginal-DrahtmelSungen. R. B. Darmstadt, 5. Juli. In dem Beleidig gungs-Prozeß gegen Fabrikdirektor Fischer zuV Gustavsburg, der in drei Artikeln im Mainz. Anz. denj Bürgermeister und dcnGemeinderatzuGins-'V heim beleidigt hatte, kam heule ein Vergleich zustandeII Fischer nahm die Beleidigungen zurück, zahlt eine Geld-Z I büße von 300 Mark zu wohltätigen Zwecken, übernimmt» sämtliche Kosten und verpflichtet sich, weitere Angriffe ßj gegen den Gemeinderat und den Bürgermeister von Gins-- l| heim zu unterlassen. Reims, 5. Juli. Bei einem Manöver ritt das zehntes Dragoner-Regiment eine Attacke gegen das 132. Jnfan-I terie-Regiment, wobei mehrere Pferde stürzten, Ein«! Soldat ist tot, ein Rittmeister und ein Wachtmeister wur^K den schwer verwundet. Toulon, 5. Juli. Gestern nachmittag explodierte» während der Schießversuche im Militärlager bonlj Orchardmond eine Granate, wodurch ein Offizier,» ein Unteroffizier und 2 Mann schwer verwundet wurden.« Das Geschoß explodierte in dem Augenblick, wo eS in den! Geschützlauf eingeführt wurde. Nach einer anderen BersionW soll die Granate explodiert sein, als Leutnant Manley fiel untersuchte. Rom, 5. Juli. Während des Festzugs zur Garibaldi-I feier fiel es auf, daß die ö st e rreich is ch e Bo t sch a s bl nicht geschmückt hatte. Es ertönten aus der Menge Ruse:« „Nieder mit Oesterreich! Hoch Trient! Hoch Triest!" Diel Versuche von Anarchisten, Gewalttätigkeiten zu begehend hatten keinen Erfolg. Die Botschaft wird militärisch beD wacht, der Botschafter ist gegenwärtig abwesend. Rom, 5. Juli. Die Wärter der hiesigen Irren.» anstatt sind in den Streik getreten. Das Irrenhaus»' wurde militärisch besetzt. . j| Mailand,5. Juli. Die letzten Verhaftungen in F e rJ I rara haben eine Abnahme^ der Agitation herbei-I^ geführt. In verschiedenen Teilen der Provinz wird diel- Arbeit wieder ausgenommen. B o z e n, 5. Juti. Großes Aufsehen erregt hier die Aus--»! Hebung einer Lasterhöhle, in welcher 50 11- biss 13 jährige Mädchen zu unsittlichen Zwecken benutzt wurden.V! In die Affäre sind angesehene Personen der Stadt BozenD verwickelt. B u d a p e ft , 4. Juli. Heute vormittag fand wegen politischer» I Differenzen Mischen den Abgeordneten L e v a s s y und F a r b a <5 * | hazi ein Säbelduell statt, bei welchem beide leicht verletzt^ wurden. Tie Gegner versöhnten sich darauf. Sofia, 5. Juli. Tie „Agence Bulgare" erfährt aus Kon-ßl ftsantinopel: Von Kairo fei ein anarchistischer Anschlagj! auf das Leben des Sultans avisiert worden. Es seien»4 daher viele Armenier verhaftet und einem strengen Verhör unter-! 1 zogen worden. Tie aus demselben Grunde beranstalteten Haus^Ii suchungen seien hingegen ohne Erfolg geblieben. Moskau, 5. Juli. Jümitten der Stadt beschlagnahmte die Polizei eine Geheimdruckerei, in Wel-N cher die revolutionäre Zeitung Borba sowie revolutionäre I Proklamationen an die Bauern gedruckt wurden. DrerU Frauen und ein Mann wurden verhaftet. Die Verhafteten'! weigern sich, jede Auskunft über ihre Person zu geben./ N e w y o r t , 5. Juli. Dem „Herald" zufolge hat Admi^ ral Evans Instruktionen erhalten, das atlan-! t i s ch e G e s ch w a d e r für eine längere Kreuzfahrt bereit zu halten. Das Datum der Ausreise ist noch nicht bekannt. — Hinsichtlich der geplanten Verlegung des atlantischen Geschwaders nach dem Stillen Ozean macht sich in Marinekreisen eine lebhafte Gegenströmung geltend. Als Flotten-Basis sind die Philippinen oder Hawaii ausersehen. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Zur Vornahme von Rohrlegungsarbcncn wird die O r t s ° -durchfahrt Treis a. Lda. int Zuge bet Kr eisstraße -Lollar-Londorf vom 10. bis ‘20. 3 u l i für beit Verkehr gesperrt. Gießert, den 3. Juli 1907. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____________I. V.: Froelich. _________________ Bekarmtumchsmg. Dabrikkrankenkafse der Firma Gebrüder Hornberger und »soLne ist nach (Anstellung des Betriebs geschloffen, lieber das vorhandene > vermögen dieser Kasse ist folgendermaßen : verfügt worden. ' _ r Jür: jede \ die bei Einstellung des Betriebs mindestens ;3 Jahre bet der 6-irma Gebrüder Hornberger & Söhne tätig war, - wird em Sterbegeld von 50 Mark ausgesetzt, ohne Rücksicht darauf, ob ne in Gießen oder auswärts wohnt. Die Summe wird der Groghe^oglichen Bürgermeisterei Gießen mit dem Auftrage über* mieten, böS Geld verzinslich anzulegen und den Betrag jeweils nach dem Ableben der berechtigten Personen an deren Angehörige aus- zuzahlen. Der Rest wird der Ortskrankenkasse Gießen überwiesen. ‘ , Wir fordern hiernach alle Personen, die bet Einstellung des Betriebs mindestens 3 Jahre bei der genannten Firma tätig waren, auf, das innerhalb 14 Tagen unter Angabe der inbetracht kommenden Beschäftigungszeit hier anzuzeigen. Gießen, den 1. Juli 1907. b5/7 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Curs ch m a n n. Bekanntmachung. Betreffend: Die Ebelstiftung. B5/7 Zur Ausführung der Cbelttistung sind in diesem Jahre im Wege des öffentlichen Ausschreibens zu vergeben: 1. Die Lieferung von etwa 20 Knabenanzügen aus kräftigem Stoff iJovve und Hose) 2. 60-80 m Stoff zu Winterkleidern für Mädchen 3. 70—80 m Baumwollflanell zu Hemden 4- 50—60 m wollene Lama zu Unterröcken 5. Die Anfertigung der Mädchenkleider, Knaben- und Mäüchen- bemden und der Unterröcke. „ Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis svatettnts Sv. d. Mts. beim Städtischen Armcuamt, Neuen Bäue 25, Zmuner Nr. 2. einzureichen. Gießen, 2. Juli 1907. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ____________________Curschmann. Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberiiHischen Tete- graphenlime an der Straße von Gießen nach Wißmar vom Uebergang über die Main - Weserbahn bis zum Hause Am Rodberg Nr. 13 liegt bei dem Kaiserlichen Postaint in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 4. Jul: 1907. d5/7 Kaiserliche Ober-Postdtrektwn 3* V.: Dingeldey. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezüge von Kleidungsstücken für arme Kinder aus der Ebclstiftuug sind bis spätestens 20. d. Mts. auf dem Städtischen Armcnamt, Neuen Baue 25, Zimmer Nr. 2, einzureichen. Gießen, 2. Juli 1907. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ______________________Eurschmann.__________________B5/6 Bekanntmachung. Von der Mitteldeutschen Kreditbank, sowie Herren L. & E. Wertheimber, hier, ist bei uns der Antrag auf Zulassung von Mk. 3,000,000 — 4% Schuldverschreibungen der Stadt Gießen zum Handel und zur Notierung an der hiesigen Börse eingereicht worden. Frankfurt a. M., den 4. Juli 1907. Die Kommission sür Zulassung von Wertpapieren I>/7]______________an der Börse zu Frankfurt a. M.________ An der Provinzialsiechenanstalt in Gießen tft die Stelle eines Direktors nut einem Arzte zu besetzen. Der Gehalt beträgt 5000 Mark und steigt um je 500 Mark von 3 zu 3 Jahren bis 6000 Mark. Die Bestimmungen über unwiderrufliche Anstellung, Ruhegehalt und Hinterbliebenen- versorguug entsprechen den für die Hessischen Staatsbeamten geltenden Vorschriften. Bewerbungen sind unter Beifügung eines Lebenslaufs und der Prüfungszeugnisse bis zum 25. Juli d. Js. an den Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberheffen in Gießen zu richten. ds/t Gießen, den 3. Jult 1907. NamenS des Pcovinzial-AusschuffeS: Dr. Breidert. Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung der Marktlauben nötigen Weißbinder arbciteu sollen Mittwoch, den 10. Juli dss. Js., vorm. TI Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt au uns einzureichen. — Zuschlagsftist 8 Tage. Gießen, den 5. Juli 1907. Städtisches Hochbauamt. ___________Ger bei. ________ _______BV7 Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung der Gebäude des Realgiimnanums und der Realschule nöligen Schreiner- und Weiffbinderarbeitcu sollen Ureitag, den 12. Jult Js., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Berbingungsunlertagen liege:i bei uns zur Einsicht offen. Angebote, aus Bororuck, ber oaselbu erhältlich, sind bis zum ge- nannten Zeitpunkt au uns emzureicycn. — Zuschlagsftist 14 Tage. Gieven, den 4. Juli 1907. Städtisches Hochbauamt Gerbet. B5A Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung des Forsthauses Hochwart nötige Schreiner- bezw. Zimmerarbeit soll Mittwoch den 10. Juli d. Js., vormitt. 10 Ubr, öffentlich vergeben werden. Die Berdingungsunterlagen liegen zur Einsicht der Interessenten bei uns offen. Angebote auf vor geschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an miß1 einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 3. Juli 1907. Städtisches Hochbauamt. ____________ Gerbet. ... ____________ B*/r Arbeitsvergebung. Zum Neubau einer Nudelfabrik für Herrn A. W. Heil, Butzbach, sollen folgende Arbeiten auf dem Sub- missionswege vergeben werden: 1. Maurerarbeit (ohne Material), 2. Zimmerarbeit, 3. Dachdecker- und 4. Schlosserarbeit (mit Material), 5. Bruchfteinlieferung frei Baustelle am Ostbahnhof. Baupläne und Voranschläge liegen vom 6. bi§ 8. Juli d. Js. auf unterzeichnetem Bureau für die Interessenten offen. Zu- schlagsfrist 3 Tage. 4409 K. I. Wentzel. Das Einmachen der Früchte beginnt intb jede Hausfrau schützt die Früchte gegen Schimmel durch (ng5^ nr. Oetker’s «Salicyl ä 10 Pfg. Diese Menge genügt für k 3H 10 Pfund Früchte mit Zucker. Bk «■ Rezepte über das Einmachen gratis und franko von Dr. A. Oetker, Bielefeld. Mein Holz- und Kohlengeschäft befindet sich von Heute an in meinem neuerbauten Lager Neustadt 35. Mühlgasse 26 J. Happel- L 3926 M ■Ä; Harrn Wilhelm Gibb Kaufmann in Zurich nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Bismarckstrasse 40), Darmstadt, den 4. Juli 1907. Die Beerdigung findet am Samstag, den 6. d. Mts., nachm. 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 4436 Schmerzerfüllt teilen wir- Verwandten, Freunden und Bekannten mit, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben, unvergesslichen Sohn und Bruder T odles-Anzeige- 1 WWW» Ij I ?! l I V- c ■ ' ■.. - - - > - 4447 Grossen-Buseck, den 4. Juli 1907. Allen werten Geschäftsfreunden und Gönnern die traurige Mitteilung, dass unser bewährter Geschäftsteilhaber Herr Johannes Demper 2immermeister heute früh 6 Uhr im Alter von 60 Jahren sanft entschlafen ist. Wir bedauern den Heimgang des Verstorbenen und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Doret St Walter05 Zimmergeschäft. Kirchenplatz 21. Geschäftsgründung 1857. Erste und älteste Giessener Dampf-Färberei : chemische Wäscherei und Decaturanstalt : ZllMMtMS- Lämpchen, Dekorations-Fähn- cheu, Gnirlaudeu, Lampions empfehlen 4387 U. Gregori & Sohn. Todes-Anzeige. Gestern Abend 10 tUn: verschied sanft nach längerem Leiden unsere liebe, gute Gattin, Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin grau Eleonore Gerdes geb. Busch im 27. Lebensjahre, was wir hierdurch tiefbetrübt Mitteilen. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.. Hrch. Gerdes nebst Kind. Die Beerdigung findet Sonntag den 7. d. Mts., vormittags Ve12 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.' 04834 J. C. Wallenfels, Giessen bringt sein aufs Beste maschinell eingerichtetes Etablissement für alle Art Damen-, Herren- und Kinder-Garderoben, Uniformen, Handschuhen, Gardinen, Stickereien, Möbelstoffen etc. in empfehlende Erinnerung, bei anerkannt, tadelloser, schnellster Lieferung und billiger wie jede Konkurrenz, da sämtliche Unkosten, wie hohe Ladenmiete, Transportspesen etc. wegfallen. ;; Auf gefl. Wunsch abholen und zurücksenden ohne Mehrberechnung. :: .: 4445 Kondensierte MLZ.DL Marke Milchmädchen führten wir neu ein. Hochachtend ßebrider Berdiix Babnbosstraire. |a\7 9. I Vollständiger Ausverkauf Kaplansgasse 18 GIESSEN Telephon 399 i. 2. 3. 4. 5. 6. Schwitzen Sie leiden Sie an Fußschweiß, so brauchen Sie doch [4247 Fedol ä 60 Pfg., 1 und 2 Mk. allein echt bei Adolf ßieäer* Victoria-Drogcric, Marktstr. 5 schäft, Schulstrasse und Seltersweg zu haben. 04642 Preis an der Abendkasse 75 Pfg. 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