Erstes Blatt L57. Jahrgang Montag 1. Juli 1907 krieg, wie Wolf ein-»' Nr. 151 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familienblätter viermal in d- Woche beigelegt um zweimalwöchentlich das XreiLblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schluß s. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Gi-K?«."' «otÄioiirdruck und Verlag der vrühl'schen Uuiv.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei; Zchulstratze r. Abg. Joutz erklärt sich mit dem Antrck verstanden, man frage auch sonst nicht viel/ wohlerworbenen Rechten. Eine Rücksichtnahme Kammer sei lächerlich. ' Aba. v. Brentano legt Verwahrung dagi durch die sogen. Bauernpartei die Kammer i nach sogen, auf die Erste egen ein, daß ,rnd die der- SieMer Aiyeia c General-Anzeiger für Oberhessen auswärts 20 Pssmtg. Verantwortlich den polit. und auges®. Teil: P. Witiko: für „Stadt und ßanb* und „GerichtSsaalE; Ernst Heß-, für den An- zeigentell: HanS Beck Zur Limesforschuug. Zu den Anregungen, welche der Abgeordnete Steindl in der oÄ9 (iä R-ichSlagz voin 18. April d. Jz. in bezug auf bie l-imesforschung gegeben hat, wird uns nachstehendes mitgeteilt; ««■äs u 1,tcIJ Kösching wird demnächst im Lüneswerke veröffentlicht werden. Auch der Abschnitt des Limes, der sogenannten *',e? 1 s m au e r, von Kipfenberg bis zur Donau, wird, ivenu gel^ngcl?0115*1^1 lC^ er 1 ^^er, im Limeswerke zur Darstellung I des römischen Gebiets liegen und mit dem Limes nichts zu c tun haben. - ~ . Was die am Schluffe seiner Rede von dem Abgeordneten Steindl ausgesprochene Bitte wegen der Konservierung der L i m e s t ü r m e in seiner Heimatgegend anlangt, so mag es sein, daß bei der Wiederherstellung der Türme an jenem Abschnitte der Teufelsmauer nicht das beste Material verwendet worden, oder daß die Konservierung nicht sachgemäß ausgeführt ist. Aber selbst die mit allen Mitteln der Technik auf das solideste und sorgfältigste konservierten Reste dieser Art bedürfen, wenn sie nicht den Unbilden der Witterung nach wenigen Jahren zum Opfer fallen sollen, ständigen Schutzes, fortwährender Nachbesserung und regelmäßiger Erneuerung. Die dauernde Ueberwachung der Ueberreste des Limes kann die Limeskommission indes nicht ausüben, denn sie ist keine dauernde Einrichtung, nnb es fehlen ihr die für eine solche Aufgabe notwendigen Organe und Mittel. Die Erhaltung der von ihr ailsgegrabeneli Reste ist vielmehr Ausgabe der einzelnen Landes- regierungen und Provinzen, der totalen Behörden oder Vereine. Es laßt |id) daher annehmen, daß die Bayerische Regierung für die Erhaltung der Wachttürme enizutreten bereit sein wird, und es wird vermutlich nur einer Anregung an zuständiger Stelle in Bayern bedürfen, um die von dem Abgeordneten Steindl gewiß nut Recht in Anregung gebrachte Wiederherstellung der Limes- turme in seiner engeren Heunat in die Wege zu letten. Abg. Molthan wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. David, der ihm den Vorwurf des Rückzuo^b gemacht hatte. Erwünscht wäre ihm eine Erklärung, der Regierung bezüglich der Ablösung der früheren Rechte. Abg. Bähr, der schon gestern in Rücksicht auf den heutigen Provinziallandtag in Gießen gegen die heutige Satzung der Kammer protestiert hat, bezeichnet es als eine von den Anwälten verschuldete Vergewaltigung!, daß Gießener Provinziallandtagsmitglieder heute hier in Darmstadt itzen müßten. ^gegen ist auf Reichskosten nicht unter- da es auf dein südlichen User der Donau liegt, die Q>'«z=aif ">CL des Arbeitsgebiets der Limeskommission gilt ®te* konnte um so eher unterbleiben, als die von dem Dom- kapltular Schreiner und den Lehrern Sellmeier und Schadenfroh daselb,l unternommenen Ausgrabungen unter Leitung des Generals Popp ortgesetzt und zu einem gewissen Abschlüsse gebracht warben [mb. lieber das Ergebnis hat General Popp in den Verhandlungen des histonschen Vereins für Riederbayern vorläufig berichtet ^"^ausführliche Veröffentlichung des Kastells in Aussicht Stellt. Wenn nun auch General Popp inzwischen verstorben ist, » w^den, daß die Königliche Akademie tu München für bie Vollendung der Publikation und für die etwa notwendigen Arbeiten rn Eming auch fernerhin Sorge tragen wird. -m ^uden Frankreichs führte der Versuch der Winzer, durch ein plötzliches Versagen ihrer staatlichen Pflichten das sihrem Willen zu beugen, wie sich vorhersehen ließ, nicht zum Ziel. Es zeigte sich zunächst, daß es unmöglich ist, einen Aufruhr ohne Gewalttaten zu bchaupten. Es ist überall Blut geflossen, wenn auch zum Glück fein eigentlicher Bürgerkrieg, wie zeitweilig gefürchtet würd', ausbrach. Auch die Meuterei des 17. Lmienregiments trug mehr einen regionalen Charakter. i Ten Eindruck eines The-atercoups machte aber der Besuch, den Marcellin Albert dem Ministerpräsidenten abstattete. ' Clemeneeau soll gescholten, Marcellin geweint haben, schließlich ■ ist der „Rädempteur" durch eine Hintertür und durch den Garten . des Präsidenten ins Freie geführt worden, eine Troschfe hat ihn zur Eisenbahn geführt, und da der Zug, der ihn nc.ch Süden zurückführen sollte, bereite ab gegangen war, har er in aller Ruhe gefrühstückt, sich en Passant noch interviewen lassen, und ist dann mit dem nächsten Zug abgefahren, während Clemeneeau seine Ministerkolh:gen zusammenrief, um ihnen von seinem Abenteuer zu erzählen. Beide, der Tribun des Südens, und der alte Tribmi auf dem Ministersessel, haben der Welt nicht verraten, welche Abmiachungen sie getroffen haben, um den glücklichen Abschluß des Dramas herbeizuführen, in dem jene Pariser Episode Marcellins als tragikomisches Jnbe-rmezzo figurieren wird. Ter Text des spanisch-französischen Abkommens ist 'inzwischen verösfentticht worden. Aber während zunächst ein großer Teil der französischen Blätter bemüht war, ihm einen rem formellen Charattcr beizumessen, fintel man heute bereits gut, von einer französiscy-englisch-spanischu: Tripelallianz zu reden und auf den bevor,tehenden Anschluß Italiens hinzuweisen. In Rußland Bombenattentate, Raubanfälle, Verhaftungen und Haussuchungert — Zolles wie früher. Vorläufig zerbricht man sich den Kvpf üver die Bedeutung des neuen Wahlgesetz^. Man wird darüber aber erst urteilen können, loenn man seinen Effekt sieht. Sicher ist, daß der Großgrundbesitz bominieren wird. Tie Ojlseeprovinzen werden diesmal durch Deutsche vertreten fein, die alle auf dem Boden bei Verfassung ßehm werden. Von den russischen Großgrundbesitzern läßt sich das nicht mit gleicher Sicherheit Sagen. In der Versammlung der SemftwoVertreter, die jetzt in Atoskau tagen, sind von 150 Personen 15 Mitglieder der äußersten Rechten, 15 Kadetten, der Rest Lemüßigte Rechte, Liberale und Oktobristen. Bleibt dies das Verhältnis, so wird die nächste Duma lebensfähiger werden. In der o r i e n t a li s ch e n W e t t e r e ck e gärte wieder einmal und trotz allem Optimismus soll man sich nicht darüber täuschen, daß in der Tat der Orient politisch lebendig wird. Die egyptischen, indischen, chinesischen Zeitungen lasseir darüber keinen Zweifel. In einem egyptischen Blatt sanden sich dieser Tage folgende Zeilen: „Die Völker des Orients sind erwacht von ihrem langen Schlummer, seit Japan über Rußland triumphierte. Dieser Triumph ist die Folge eines lebenerweckenden Windes, der über die Völker des Orients wehte Pertten hat ein Parlament und über 100 politiscye und wissenschaftliche Zeitschriften geschaffen. Dieses Auferstehen wird dem Ehrgeiz der Fremden ein Ziel setzen. Die Inder, die 150 Jahre lang sich der Tyrannei beugten, stteben nach Freiheit, getrieben vom Geist einer neuen Bildung. China bereitet sich vor, dieselben Wege zu gehen, und wendet sich dem Studium zu. Hält diese Bewegung an, so wird einmal der Orient mit dem Occident in Bildung und Politik rivalisieren." Niemand wird den Orientalen diese Wünsche und Hofftmngen verübeln. Nur glauben wir nicht, daß die Entwickelung in den osmanischen Landen so schnell vor sich gehen wird, wie es in Japan geschah und vielleicht in China geschehen wird. 13. Aus Frankfurt wird uns unt. 28. ds. Mtö.^ geschrieben : Tie gegenwärtig im Re siden z the ater gastiere , zumeist aus Bres-lauer Tarstellern bestehende Truppe, die eine oche lang vor vollen Häusern Schalom Aschs unerquickliches Dr^ma „Der | Gott der Rache" auf geführt hat, brachte gestern zum^erstenmale.! Bernard Schaws bislang noch ziemlich feiten ? v 'aufgeführtes Drama „Frau Warrens Gewerbe!" . Warrens Profession) zur ersten Aufführung, das wohl I er den Titel führte „Frau Warrens Berusi, denn die „pi»ofession" der Frau Wjarren, das Halten von „Häusern" ober/1 ?0Üe sie euphemistisch sagt, Familienpensionattn in Berlin, BrwM.- Budapest und Wien, will die edle Tsame durchaus als ihre!»', bürgerlichen Beruf angesehen wissen. Um ein „Gewerbe'^ zitt. betreiben, dazu ist sie viel zu elegant. Tas Stück, das äTjn^ lich wie „Ter Gott der Rache" die Reinheit der connne il saut erzogenen Tochter zum schmutzigen Gewerbe der Mutter — das doch zu dieser Erziehung die Alittel geleistet hat! — in Gegensatz bringt, fand, dank vor allem der ulwergleichlichen Kunst der Frau Hedwig Mangel vom Deutschen Theater in Berlin einen sehr lebhaften Erfolg. Es ist übrigens ein Stück aus Schaws Frühzeit, alö er noch stark in den Bahnen Jbseite lvand'ckte und noch nicht klar über seinen eigenen Stil war. Immerh : ist es als Einführung in das Wesen und Schaffen dieses eige: artigen Kvpscs, der einer der modernsten englischen Geister ist, fe.u ? zu empfehlen. Tas Publikum mar lebhaft angeregt und nahm mft Leidenschaft Pjartei, teils für, teils gegen die Mutter. KMche Zweite Kammer. R. B. Darmstad't, 29. Juni- Am Reaierungstische: Staatsminister Ewald, Ministerialrat L o r b a ch e r, Oberfinanzrat Dr. Fuchs, Ober- forstrat Grünewald, Regierungsrat Spanier. Nach Eröffnung der heutigen Sitzung um 9Vs Uhr wird zuerst ein Antrag Hir-schel und Gen., betr. den Automobilverkehr auf öffentlichen Landstraßen, dem zustäridigen Ausschuß überwiesen. Abg. Bäh r-giÄ. bei dieser Gelegenheit zu erkennen, daß er heute ausführlich sprechen werde (damit das Jagdgesetz noch verfchi^hpt wird. D. Res.) und ergeht sich dann bei sehr schwach besetztem Hause des Längeren über Auto-^ mobrlunsälle. BezugSvretSr monatlich 75 Pf., vierteljährlich ML. 2J?0; turrch Abhole- u. Zweigstelle« monatlich 6ß Pf.; durch diePostM. 2.—viertel jährl. ausschl. Bestell^. Annahme von Ln-et-e» für die Tagesnummer 1848 noch von dem alten reaktionären Landtag geschahen worden sei. Redner liest verschiedene Ausführungen der damaligen Redner vor. Während der Rede haben die Abgeordneten zeitweilig bis auf acht den Saal verlassen, die Anwesenden lesen oder unterhalten sich so lebhaft, daß der Präsident wiederholt um Ruhe ersuchen muß. Nachdem Präsident Haas dem Redner etwa 3/< Stunde zugehört, überträgt er das Präsidium dem Vizepräsidenten Köhler und verälßt unter Heiterkeit des Hauses den Saal. Präsident Köhler hört dem Redner dann eine Zeitlang ruhig zu, dann aber schwingt er die Glocke und macht den Redner daraus aufmerksam, daß seine allgemeinen Ausführungen nicht zur Sache gehörten. Später sagt er ihm, daß das Ablesen längerer Reden nicht gestattet sei. (Heiterkeit.) Nach etwa I1/2 stündiger Dauer schließt der Redner. Abg. Dr. Osann kritisiert scharf die Dauerrede des Abg. Bähr, er wisse nicht, was der Redner damit bezwecken wollte; sie habe sich nicht im geringsten mit der vorliegenden Materie beschäftigt, sondern nur ganz allgemeine Redensarten gemacht. (Vizepräs. Köhler erklärt diese Kritik für unzulässig.) Der Redner wendet sich dann mit Entschiedenheit gegen bie eingebrachten Anträge der Abgg. Wolf, Ulrich und Genossen auf Streichung des Artikel 17. Gerade durch den Art. 17 solle ja ein Privilegium beseitigt, indem die Erwerbung des Jagdrechts von einem besonderen Vertrag abhängig gemacht werde. Man sollte also gerade ■,ür diese Neuregelung eintreteu, um zu verhindern, daß Die Grundbesitzer neue Jagdbezirke errichten. Uebrigens konstatiere er, daß auch der juristische sozialdemokratische Vertreter im Gesetzgebungsausschuß für die Annahme des Art. 17 gestimmt habe. Redner ersucht schließlich um einstimmige Annahme des Artikels und Ablehnung der Anträge Wols-Ulrich. Abg. Reinhart spricht sich gleichfalls gegen die verschiedenen Anträge gegen Art. 17 aus und betont, daß man alte Verbriefte Rechte doch nicht einfach hier durch Anträge beseitigen könne. Abg. Mo l t h a n bemerkt, man habe keine Veranlassung, auf die Erste Kammer besondere Rücksichten zu nehmen. Er stehe auf dem Standpunkt, daß die Sonderrechte von früher beseitigt werden sollten, und würde gern bereit sein, sie abzulösen, wenn die Kosten dafür auszubringen wären. Mit Rücksicht auf die jetzt gegebenen Aufklärungen werde er für Art. 17 stimmen. " Staatsminister Ewald gibt die Erklärung ab, er habe bei seiner gestrigen Bemerkung, daß die Ablehnung des Art. 17 das Scheitern der ganzen Vorlage zur Folge haben würde, keineswegs nur an die Stellungnahme der Ersten Kammer gedacht, sondern auch an die der Regierung. Auch diese werde wohl schon wegen des in Betracht kommenden Staats- und Domanialeigentums ebensowenig geneigt sein, eine Konfiskation wohlerworbener Rechte zuzulassen. Abg. Dr. David begründet den Antrag seiner Partei auf Streichung der Art. 17—24 und empfiehlt dessen An--^ nähme. Die „sogenannten wohlerworbenen Rechte" ständen im Wderspruch mit höheren Rechten, nämlich mit den Rechten der Gesamtheit des Volkes' und deshaL müßten sie beseitigt werden. Abg. Wolf verteidigt seinen gestern dargelegten Standpunkt und erklärt in erregter Weise, daß er das ganze Gesetz für feilt Unglück betrachte. Die wenigen guten Bestimmungen ständen nicht im Verhältttts zu den vielen Nachteilen, die mit ihm verbunden seien. Er schäme sich auch nicht, in dieser Frage mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen, denn es handle sich hier uw die Wahrung der Bolksrechte. Iie sieu-ige Kummer umfaßt 10 Seite». -----' 'UJJ—■ —'-------- .1—? politische Wochenschau. Gießen, 1. Juli. Nichts ist bezeichnender für die gegenwärtige politische Sage in Hessen, als der Umstand, vaß die drei wichtigsten Gegenstände, mit denen sich die 2. Kammer bei ihrer kurzen Sommertagung in dieser Woche beschäftigte, fast ausschließlich von dem Gesichtspunkt aus behandelt wurden, die Volksrechte, bezw. die Rechte der Volkskammer, gegenüber der Herrenkammer zu vertreten. Bezüglich der WahlrechtsvorlagL ist man dadurch bereite auf dem toten Punkt angelangt. Der zweite Gegenstand, die Wormser Dvmbauftage, hat bewiesen, daß tatsächlich in der 2. Kammer mehr^ Verständnts für die persönliche Freiheit und mehr modernes Empfinden auch auf künstlerischem Gebiet vorhanden ist, als im anderen Hause, das sich leider nur allzu oft von der betriebsamen Geschäftigkeit eines einzelnen Mitgliedes leiten läßt. Es ist nicht zu leugnen, daß Uerdurch die Stimmen derer, die in der 1. Kammer lediglich einen Hemmschuh für den Fortschritt unseres öfsentlichen Lebens erblicken, eine mächtigen Rückhalt bekommen und es wäre polttisch klug von der Herreukammer, wenn sie sich Manchmal etwas weniger von Worms beeinflussen ließe. Das Mißtrauen und der Unmut über die jetzigen Zustände ist nun einmal da und es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, daß man die Tätigkeit der 1. Kammer manchmal auch da vermutet, wo sie nicht in Erscheinung tritt. Dies scheint uns auch beim Jagdgesetz der Fall zu sein und deshalb ist es durchaus mit Freude zu begrüßen, daß das Gesetz noch einmal an den Ausschuß gelangt. Hoffentlich gelingt es hier, das berechtigte Verlangen zu erfüllen und das berechtigte Vorrecht der großen Grundbesitzer nicht für alle Zeiten zu verewigen, sondern die Ü-i.ög- lichkeit der Ablösung zu schaffen. Drei Tage gingen ins Land, ehe der Reichsanzeiger Zeit fand, dre V e r ä n d e r u n g e n i n d e n M i n i ft e r i e n amtlich bekannt zu geben. Dafür tischte er aber gleichzeitig zwei Neuheiten auf: Erstens die Nachricht, daß Herr v. Studt Herrenhausmitglied wurde — boshafte Leute meinen, in diese parlamentarische Institution gehöre er hin. Und zweitens: Herr v. Rheinbaben erhielt den Schwarzen Adlerorden als Trost und Pflaster auf bie brennende Wunde, daß ihm die Vizepräsidentschaft im preuß. Staatsminifterium in unabsehbare Ferne entflogen ist. Der stolze Vogel bedeutet nun keineswegs, daß die staunende Menge in dem Beglückten etwa einen lebenslänglichen Minister zu erblicken habe. Im Gegenteil, die Norddeutsche Allgemeine hat sich mit zwei Worten verraten, die geradezu Bände sprechen. Auf eine Preß- uotiz hin, Rheinbaben fei das „Haupt einer preußischen Fronde" erklärt sie bekanntlich: „Wir können versichern, daß sich Fürst Bülow mit dem Finanzminifter Frhrn. von Rheinbaben in gutem Einverständnis befindet." Wer das Wörterbuch offiziöser Auslassungen kennt, weiß alles. Denn diese unsagbar kühle und unverbindliche Bemerkung bestätigt gerade, daß es mit dem „guten Einverftändnis" einen großen Haken hat. Der Reichsanzeiger brachte aber noch eine dritte Offenbarung, indem er nämlich zunächst nichts brachte für den gestürzten Staatssekretär Grafen v. Posa- dowsky. Warum es übrigens erst langatmiger Erörterungen in Ar gesamten Presse bedurfte, bis endlich das die Verdienste Posadow^lys würdigende kaiserliche Handschreiben veröffentlicht tourbe, bleibt rätselhaft, wenn man nicht annehmen will, daß mit der Nichtveröffentlichung der Anschein erweckt werden sollre, daL mit Posadowskys Weggang mit der seitherigen Sozialpolitik gebrochen werden solle. Erfreulicherweise scheint dies nicht der die Sports- ii nb Ren nzmecken dienen, gesperrt werden. Universitäts-Nachrichten. 5d: Ali £i( «Sc bei ilti @ii Saateustand in Deutschland Mitte Juni. durch Dezimalen bezeichnet—: Le 1906 S)i< 2,2 2,6 ijagu TO ier s Handel Beichsanleihe Elektriz. Schlickert 3)z Portugiesen Serie I . 213.50 Börse. Lei inöbi 2,0 2,0 . 223.70 . 72.00 138.40 63.30 95.90 197.60 216.40 iito 139.50 2,2 3,4 2,3 1. Juli- Anfangskurse. Harpener Bergwerk. Laura hütte . e Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . l'iirkenlose . . 9435 83.95 92.80 94.00 98.50 98.60 9350 103 50 65.70 65.40 91.20 92.00 94.50 139.80 . 214.00 . 192.70 I do. Konsole do. liessen 3% W% 3% ^7o . 223H . 141.00 . 169.60 . 138.60 . 203.75, . 95.10 * 27*40 . 140.60" . 180^0 Winterweizen ...... Sommerweizen Winterspelz (auch mit Beimischg. I von Roggen oder Weizen) . ! Winterroggen ...... Sommerroggen ..... Sommergerste Haier Kartoffeln ...... Klee (auch mit Beimischung von Gräsern) ....... Luzerne ...... Bewässerungswiesen .... Andere Wiesen 4% äussere Argentinier o°/0 Mexikaner . l>6u/o Chinesen . . < Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W Tendenz: fest.) Berliner Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. dem Lande fast ausschließlich auf die Initiative der Genosse»,, ^schäften zurllckzi,führen seien. Auch volkswirtschaftlich fei bbik Regelung zu verwerfen, weil sie dem Bestreben, den Gel), ausglcich bereits im Dorfe beginnen zu lassen, entgegenmirlx > ES wurde beschlossen, den Vorstand zu ersuchen, bei der kgll' , Regierung zu beantragen, die Schnlsparkassen auf dem Sonine I bei den Spar, und DarlehnSkassen zu bclasfen, soweit deren 1 Geschäftsführung einwandfrei sei. Ans StaSt Abdruck unserer durch Korresp-ndeuzzetchcu tenuttich ge- machten Orgiualartikcl ist nur unter genauer Oucstcuauaäbc ((Sicfe. Auz.) gestattet. 1,9 N: y ihm und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse 1. Juli, 1.15 Uhr. Regierung um Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, wonach die öffentliche» Landstraßen im Großhcrzogturn für Auto- mobile, 1' ' Xu Mte N xlbei öüch As JKur 1 eäefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für + Grebenhain, 30. Juni. Das Unwetter am letzten Freitag, das von Sturm begleitet war, hielt etwa eine Ltiinde an. Gegen 1/il Uhr trat fast vollständige Därnrncr- ung ein. Hier schlug der Blitz in der Nähe der Oberförsterswohnung in die Telephonleitung an der Straße, sowie in eine Erle am Seegraben ein. An dem Haltepunkt Craiu- feld traf ein Blitzstrahl das Statioushäiischen. In Herbstein wurde das Haus des Kansnianiss Reiß uom Blitz getroffen. In Burkhards zündete der Strahl und legte ein Hails in Asche. Auch im freien Felde und in, Wald gingen Blitze nieder. Für die Heuernte ist das Wetter eben nicht günstig, bereits hat ziemlich Heu gelitten. V. Offenbach a. M., 30. Juni. Gutem Vernehmen nach besteht hier die Absicht, die Vorschulen für die Realschulen zu beseitigen. Eine dahingehende Vorlage wird den betreffenden Instanzen in nicht zu ferner Feit zugehen. 4*/6 % Oesterr. 8ilbetreute 4/6 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . H. Friedberg, 30. Juni. Nach Beschluß der letzten Gencralvcrsaininlung wird der vor einen, Jahre gegründete und schon über 180 Mitglieder zählende Verein ehe- maliger Friedberger Landwirtschaftsschüler seinen diesjährige» StudienauSflug von, 12.—14. Juli nach Rheinhessen und der Nheinpfalz ninchen, ivoran sich über 50 Mitglieder beteiligen werden. Die Leitnng hat Direktor Dr. v. Peter in Friedberg übernommen. Es werden bedeutende Güter, auf denen intensive Landwirtschaft, sowie Pferde- und Rindviehzucht betrieben wird, besichtigt, unter andern die Güter des Herrn Römer in Alzey, der Schmahl- selber und Schriftenberger Hof. Ain 13. wird in Alsenz in der Rheinpfalz mit dein Verein ehemaliger Alsenzer Land- wirtschnftsschüler ein gemeinsamer Diskussionsabcnd statt- finden. Zum Schluß gemeinsame Fahrt über Münster a. St., Kreuznach yach dem Niedcrwalddenkmal. " Ober-Bessingen, 1. Juli. Unser allseitig sehr geschätzter und beliebter Bürgermeister Adam Kühn I. kann am 30. ds. Mts. auf eine 25jährige Dienstzeit als Bürger- meister zurückblickcn. Ans diesem Anlaß wncde ihm von Er. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für langjährige treue Dienste" verliehen. Provinzialdirektor Gehciinerat Dr. Breidert weilte hier, um deut Jubilar unter herzlichen Worten der Anerkennung für seine gewissenhafte Aintsführung die Auszeichnung zu überreichen. I Carl Ludwig Leib Kirchstrasse 2 Telepho, " •• Kunsthandlung 2 - Vergoldcrei • Bildereinrahmungsgescbl a rr Umfangreiches Lager ig Bildern s Mirt ,8u " Der Automobiloerkehr auf öffentlichen L anduraßen. Bei der Zweiten Hess. Kammer haben die Ar > Hirschel, Bähr, Brauer, Breidenbach, Erk, Hauck, Joutz, Köhler, Korell, 2eun, Schmalbach, Senßfelder, Tc. Weber uno L ols den Antrag eingebracht, die Großh. Staats- Großen-Linden, 29. Juni. Gegenwärtig sind mehrere größere Gemcindeprojekte in Ausführung begriffen: die Wasserleitung, die Kanalisation, die Herstellung eines Wasserhaiises „nd eines Maschinenhauses an der Bauernmühle. Die Bauemmühle ist von der Gemeinde als Pumpstation angekauft worden und wird jetzt als solche eingerichtet. Daneben wird das Maschinenbaus mit einem Motor errichtet, der neben der Wasserkraft benutzt wird. Das Wasserhaus wird auf der Höhe der Bahnhofstraße erbaut; es wird dreistöckig und nimmt im Dachgeschoß das 300 Kubik-1 nietet* fassende Reservoir auf. Die Rohrleitung ist schon durch verschiedene Straßen gelegt, und damit die Kanalisation. Die Wasserleitung soll am 1. September in Betrieb gesetzt werden. Die Quellen liegen an der Anhöhe zwischen hier, Lützellinden und Mendorf. Die Kosten dieser Gemeindeprojekte belaufen sich auf rund 200 000 Mk. Be- merft sei noch, daß unser Ort recht günstige Gemeindesteuer-1 Verhältnisse hat, entfällt doch der größte Teil der Komnmnal-1 steuer auf die großen Jndustriewerke: Braunsteinbergwerk Fernie, das Has'sche Kalkwerk und die Zigarrenfabriken. 2 Lich, 29. Juni. Ein mit Kühen bespannter Heu- wagen fuhr gestern abend nach Birklar zu durch unsre Stadt. An der Wetterbrücke stürzten die durstigen Tiere auf das Wasser zu die steile Böschung hinunter, wobei der Wagen umkippte. Eine auf dem Wagen sitzende Frau b^ach den Atm, während drei Kinder, die auch auf dem I Wagen saßen, mit dem Schrecken davonkamen. Gießen, den 1. Juli. Ein Achtzigjähriger. Das 80. Lebensjahr vollendete am 29. Juni der in Traunstein in Oberbayern lebende General der Infanterie z. D. Frhr. Westerweller v. Anthoni, der frühere Generaladjutant und Ober-Hof- marschall Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs. In Darmstadt geboren, begann General W. v. A. seine militärische Laufbahn am 1. Juli 1843 im Großh. Hess. 2. Jnfanterie-Regi- went, machte 1848 als Leutnant den Ausmarsch nach Baden mit und wurde 1859 nach Stuttgart zum Generalstab des 8. Armeekorps, im folgenden Jahre jedoch zur Dienstleistung beim Prinzen Ludwig kommandiert. Im Jahre 1862 begleitete ec den Prinzen Ludwig auf dessen Reise nach England, wo sich der Prinz mit der Prinzessin Alice vermählte, und erhielt 1864 ein Patent als dessen Hofmarschall und persönlicher Adjutant. 1866 begleitete er den Prinzen in den Feldzug und wohnte dem Gefecht bei Aschaffenburg bei. Als Major machte er den Feldzug 1870/71 mit, nahm an den schlachten bei Gravelotte und St. Privat, an der Einschließung von Metz, den Schlachten von Roisseville und Orleans und mehreren Gefechten teil und erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Am 1. Januar 1872 wurde Major SB. v. A. tn den Verband der preußischen Armee ausgenommen, 1876 zum Obersten befördert und 1877 Ftügel- adjutant des Großherzogs mit dem Range als Regimentskommandeur. Fünf Jahre darauf ernannte ihn der Großherzog zu seinem Generaladjutanten und verlieh ihm 1884 daß Prä- öifat Exzellenz. Am 22. März 1887 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant, worauf er am 5. Mai 1889 in den Ruhestand trat. Nachdem er dann noch am 27. April 1890 den Charakter als General der Infanterie erhalten hatte, nahm er am 24. Dezember 1906 seinen Abschied als Ober- Hofmarschall. Am 12. Januar 1907 wurde der General vom Großherzog in Anerkennung der Verdienste um den Großherzog und das Großherzogliche Haus in den Freiherrn- stand erhoben. za 7o Oberhessen . . % Oesterr. Goldrente. II Marburg, L8. Juni. 2as Schölsengericht ver- u r t eilte den Reisenden einer auswärtigen Firma, der einen« hangen Geschastsmanne mitteilte, es sei ihm zu Ohren gekommen daN er einen großen Konkurs vorbereite, und dabei seinen Gewähr mann verschwieg, wegen Beleidigung zu 50 Mk. Geldstrafe. - Ein Standesbeamter aus dem Kreise Marburg schloß eint Lampertheim, 29. Juni. Gestern abend 1/ 12 LU)r brach m der Zlgarrenfabrik der Gebrüder Eberhardt ein großer Brand aus, der das Gebäude vollständig, bis auf die Umfassungsmauern, vernichtete. Die hiesige Wehr griff sofort tatkräftig ein, von auswärtigen Wehren sandte die Wormser freiwillige. Feuerwehr eine Löschsektion. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Gegenwärtig ist noch eine Brandwache auf dem Gebiet tätig. — Weiter wird der! ^Worms. Ztg." noch gemeldet: Der Brand ist im Hof, im Transitlager, ausgebrochen; er griff so rasch um sich, daß bald auch das an der Straße liegende Fabrikgebäude ergriffen wurde. Jetzt stellt das Anwesen nur noch eine Trümmerstäite dar. Der Wassermangel machte sich sehr unangenehm bemerkbar, so daß sich unsere Wehr darauf beschranken mußte, die anliegenden Gebäude zu schützen. Offenbar ist der Brand durch Selbstentzündung entstanden I Das Fehlen einer Wasserleitung hat sich wieder einmal bemerkbar gemacht. Wie seststeht, beträgt der Schaden annähernd 400000 Mark, dec nur zum Teil durch Versicherung gedeckt ist. Die Fabrik beschäftigte etwa 300 Arbeiter und Arbeiterinnen, die nun brotlos geworden sind Die ganze Gemeinde wird also durch die Vernichtung eines blühenden Betriebes, der zahlreichen Familien Lebensunterhalt bot empfindlich betroffen. Die Arbeit soll in 8—10 Tagen im vollen Umfange in dazu gemieteten Räumen wieder be-1 gönnen werden. Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket! 130.80 Harpener Bergwerk. . . 197.00 Laurahütte 216,40 Nordd. Lloyd 116*90 Oberschles. Eisen-Industrie 101.20- Berliner Handelsges . . 152.40 Darmstädter Bank 130.10 Deutsche Bank . , Deutsch-Asiat Bank . Diskontu-Kommandit. . Dresdner Bank . , Kreditaktien .... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbuhn . Brince-Henri-Eiseubahn 3-o Portugiesen „ III 4>^7o russ.Staatsanl. 190d 4>Co japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 1% Griech. Monopol-Anl. . ;,, -------- ----- -"‘uivuilj JUJlVb cme ... Ehe, ohne daß für em aus erster Ehe stammendes Kind ein Pfleger bestellt war. Tie Strafkammer verurteilte ihn deshalb zu 10 Ml Geldstrafe — Ter Kuhschweizer Hoppe aus Dornishof stahl einenj fc ^"echt em Portemonnaie mit 15Pfg. in bar und 150 Mk. in Papier & gelang ihm, einen 50-Mark°Schein zu wechseln, trotzdem diese- - ebeiiso wie die anderen Scheine auf der Rückseite Geschäftsreklam N trug. -Lie Strafkammer verurteilte den Mann zu 4 Atonatei lA£ Gefängnis. ... München 29. Juni. Im Wucherprozeß hab« Ä amtliche $eritrtetlten mit Ausnahme von Maffei Vater und Zehr ” - Revision beim Reichsgericht eingelegt, ebenso der Staatsanwil, wegen der Angeklagten Harting und Biber. Das sreisprecheudi Urteil gegen Schmidt und Ebner hat Rechtsanwalt Krait erlangt X. Gelnhausen, 30. Jnni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten i Versammlung wurde Bürgermeister Dr. Schmidt ermächtigt, wegen Ausnahme einer neuen städtischen Anleihe in der Höhe von 300 000 Mk. au 4 Proz. mit Bankhäusern in Verhandlung zu treten. L', 30" 3uni. Ter Landwirtschastskammer- Ausschuu für Genossenschasts-, Kredit- und Vevsicherungs. wesen beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung auch mit der gcage der Beeinträchtigung des Genossenschafts, wesens durch d-e Kreissparkassen. Vom stelloertttteuden ^rf,eruailchtigt weroen. In den Festtagen selbst swerden die ^gauptliste und ihr Nachtrag in der Eppe- .drtwn des A'azergers käuflich zu haben sein. Es leuchtet -^tts^^^n^offentlichung ihren Zweck umso besser erfüllt, je vo llbondiger bereits bie erste Hauptliste ist, und es ergeyt Patzer noch einmal an alle Unschlüssigen bie dringende Bttte ihre Anmeloung, wenn irgend möglich vor ^dem l.o. ernzusenden. 8 erwerbstätiger Hirt oer. ^ur -rurchjuyrung oer Krantenversicherunq er- S ,iöcts. werden gegenwärtig Erhebungen an- geirellt, .welche Attnber tn (bewerben und Betrieben oder ™ Forstwirtschaft gegen Lohn beschäftigt wero.n. / Die Lranrenvrwcherung dieser Kinder soll nach Verfugustrg des (ftroph. Ministeriums des Inner» für dm ^um/nsr durchgeiuhri werdeit. Alle Arbeitgeber, auch die iand- und i^rstwirtschaftlichen Betrieben, find verpslich- ^'^^ b" lhnen gegen Lohn beschäftigten Kinder unter /1‘1 ber.^rtspouz-lbehorv« bekannt zu machen, um s sie den zeweuo für die Versicherung in Betracht kommenden Krankenkassen zu uberwetsen. Bis zum Schlüsse dieses Wahrer gelten zur Vemesiung der Beitrage die ortsübsichen Lohumtze für jugendliche Aroeiter, von da ab werden tür erwerbstätige tn.-; besondere ortsübliche Lohnsätze fest- Kandel. ' R e , ch z a n l c i h e n. Entgegen den umlaufenden Gerüchtm D'" von dem möglicherweise baldigen Erscheinen einer neuen 3” Reichsanleihe wird in einem längeren Artikel der Berliner ' Ltt Pol. Nachr. von maßgebender Seite in bündigster Weise erklärt, ^ daß Allheit nicht einmal die Höhe des Decklmgsbedarfs des Reichs ' | für 1908 ermittelt ist und daß schon au§ diesem Grunde dre Absicht, eine neue Reichsanleihe herauszubringen, nicht bestehen kann.st Tann mird scharf getadelt, daß einzelne Zeitungen mit aller Macht PU und mu allen ihnen zu Gebote stehenden Alitteln darauf au5 sind, \?ni] bie Finanzlage und Kredttmirtschaft des Reiches vor dem In- und <*- Ausland nvein ungünstiges Licht zu setzen. Patriotisch sei dies nicht und entspreche auch nicht dem Interesse der Besitzer deutschkr Reichsanleihen. Tas zitierte Blatt sieht m der fortgesetzten Ankündigung einer neuen Reichsanleihe ein gefährliches und un- patriotisches Spiel. Es liege nicht in der Absicht der Regierung im laufenden Rechnungsjahr mit einer Anleihe an den Markt nr komuien. Auch die offenen Kredite die dem Reichsschatzamt zur Berfugimg stehen, fönnen nn Bedarfsfälle realisiert werden ohne daß zu einer neuen Anleihe gegriffen werden muß. Jür die gesamte Redaktion verantwortlich in Bertr. Ernst £»4 u* ^ommerdiarrllöen verhütet man am leid)1 ^rnft5(runß. Binder mit „Mufefc'' SfinbciniebL welches leicht ucrbuulidi ist, den Magen u. Dariii schont II den Tarisi butterten einen schlechten Rährboüen öurbietet Bet fdion he flehe ii6cn Ausschluß der Attlch. ‘ -Mehl stets . 94.15 | Elektriz. Lahmeyer • 84.15 Elektriz. Schlickert 1 hu . 119.30 . 1O5.9Ö 1907 Ium Mai April 2,9 3,0 3,2 2,4 2,5 — 2,4 2,4 2,6 2,7 2,9 2,9 2,3 2,4 — 2,3 2,3 _ 2,3 2,4 _ 2,5 — — 3.0 3,0 3,0 2,6 2,6 2,7 2,2 2,2 2,4 2,7 2,7 2,9 Mr. Lit. F. 13, 104, 116 . . „ G. 77, 100 . . . 04720 Gänzlichem b»/6 Bekanntmachung ober Laden mit Wohnung zu vermieten. 4304 Giessen. B“/( B2a/a qBg"-!S--■-iaii.mr JK, 9. 13 200 at Jiluminations-Lämpchen 4298 J. Happel 3926 CEntralTheizunq 1000 500 300 Während 1906 gingen zu .... . Daher Stand der Mitglieder Ende 1906 Hungen, den 28. Juni 1907. Mitgliederbestand Ende 1906. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1905 Während 1906 gingen ab .... . l/^Z 603 707.72 303 857.52 48 242.57 15 600.’— 200 306.48 9 679.49 91 787.14 N Mein Holz- und Kohlengeschäft befindet sich von Heute an in meinem neuerbauten Lager Neustadt 35. Mühlgasse 20 Rockenberg, 28. Juni 1907. Großh. Bürgermeisterei Rockenberg. Wettner. 3 Wochen. Gießen, den 28. Juni 1907. Städtisches HochbauanU. 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Nr. 65710, im Ort 2. Flur I. Nr. 657/10, daselbst. B*% 1. 2. 3. 4. 5. Verlosung der EMiM-MBmen z» Rorkefiberg. Heute wurden ausgelost: 1. Lit. A Nr. 12 zu 1000 Mark 2. Lit. C Nr. 40 zu 200 Mark. Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober d. I. gegen Rückgabe der Schuldverschreibung nebst Zmskoupons bei der Gememde- kasje in Rockenberg und dem Bankhaus I. Grünewald in Gießen, und hört an diesem Tage die Verzinsung auf. Der Vorstand der Spar- uud Leihkasse zu Huugen eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Fendt. Ehr. Jokel. Gustav Kohlheyer. Lit. A. 29, 92, 130, 199 „ B. 47, 52, 142, 193, 231, 235 .. . „ C. 2, 59, 178, 185, 254, 326, 359, 429, 433 „ D. 20, 123,131 „ E. 70, 142, 149 ..... . Frima Kognak Spezialmarke, garantiert franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks unter Originalverschlutz als die besten, welche der Markt bringt. E. Dort, Walltorstr. 45. [1416 Lieferung von Fußbodenöl. Die Lieferung von ca. 1870 kg ^ußbodenöl für die städtischen Gebäude soll Samstag. den 6. Juli d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Eiuficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhättltch, jmb bis zum genannten Zeitpunit an uns einzureichen. — Zuschlagssrist zu 2000 Mk. „ 1000 „ „ 500 „ „ 300 „ „ 200 „ 176 Quadratmtr. Hosreite 1200 98 Quadratmtr. Hofreite 12 000 Zwangsversteigerung. Dte unten bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsoermerks auf den Namen 1. des Gastwirtes Philipp Rhodius in Klein-Linden, 2. dessen Ehefrau, Luise geb. Spohr daselbst als Gesamtgut der Errungen- schaftsgemeinjchaft im Grundbuch eingetragen waren, sollen Montag, den 8. Juli 1907, nachmittags 3 Uhr durch das unterzetchnete Gericht im Schulhause (Ortsgenchts- idienstzimmer) in Klein-Linden im Wege der Zwangsversteigerung versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt auf Antrag des Rentners Philipp Strack in Gießen wegen der diesem zustehenden Forderungen in Höhe von 332,44 Mark, 86,70 Mark und 175 Mark auf Grund des vollstreckbaren Urteils der I. Zivilkammer Großh. Landgerichts Gießen vom 18. II. 07; die Forderungen sind an dritter Stelle hypothekarisch gesichert. Der Versteigerungsvermerk ist aut 6. April 1907 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung desVersleigerungs- vermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, finb | sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufjorderung: zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten -Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Gießen, den 2. Mai 1907. Großherzogliches Amtsgericht. ,» H. 71, 72, HO „ J2 38 . . Reparaturen an Filzhüten, Strobhüten tmb Mülren führt schnell, gut u. billigst aus Konrad Bramm, 4269] Hutgeschäst, Marktplatz 18. auf deu Lebenssall bei d. 1838 gegr. Preussischen Kenten-Versiciieruugs-Anstalt in Berlin Leib I tuen O Miehe Verskiienrngsaiisiail MaschinenfabrikWiesbadens. werden zum Universitätsfest geliefert, auch alte frisch gefüllt. Gebrüder lautens, Seifenfabrik Marburger Strasse. 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Bewerber, welbe mit den Besitzverhälttüssen m der iZeld- gemartung vertraut find, werden bevorzugt. Gesuche um Uebertragung der stelle smd bis zum 10. Julr 1907 bei der unterzeichneten Behörde einzureichen und denselben Lebenslauf, Zeugnisse über bisherige Beschädigung, Führung , und Gesundheit sowie Angaben über die Harnittenverhättniffe beizufngen. Nkilttäranwärier haben bei gleicher Befähigung den Borzug. Gießen, den 28. Juni 1907. . Grotzherzogttche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 116 6 110 6 116 [4299 K. 41 . . - • n 200 „ I Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Einlösung dieser Schuldverschreibungen und zwar vom 1890er Auleben: e bei der Stadkkasse Gießen und bei der Dresdener Bank-Frankfurt a.M. vom 1892er Anleben: „ bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Gießen, und bei den Bankhäusern Ephraim Meyer L Sohn- ^annooer, Mauer & Plaut-Kanel eriplgen kann und dag die Verzinsung mit Ende September 1007 aushürt. Bon den in vorhergehenden Jahren ansgeloüen Schulover- schreibungeu uud uocv nicht zur Rücrzabluua vorgclegt worden Lit. B. sJIy. 21 über 1000 Wtt. ,, H. „ 74 „ 500 „ (Sieken, den, 28. Juni 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Meeum. in der Turnhalle am Oswaldsgarien. Frühlings-Erwachen . • • L. Bach. Liebesliedchen (Pizzicato) . . • W. laubert. Adagio a. d. 6. Violin-Concert , . bpohr. Meditation-Präludie . . • • *!• Bachl Deutschland, Deutschland über Alles, a. d. Kaiserquartett • • • g.^ydn- 6. Schlesische Lieder (2 Viohn-Solo) f üse. 7. Intermezzo a. d. Op. „Cavalleria Kusticana Mascagm. 8. Canzone (Violin-Solo) , • • vi-Laax-i L. Loreley-Paraphrase . , • 101 Dp^>Ugrkmme ä 50 Pfg., welche zum Eintritt berechtigen, sind im Vorverkauf bei Herrn Gustav Sonntag, C^^rrenge- schäft. Schulstrasse und Seltersweg zu haben- Preis an der Abendkasse 75 Pfg. Der Beinertrag diese» Concerts wird zu gemeinnützigen Zwecken verwandt. __ I Wghmq% neuesten sparsamster einfachste fallein in Wie 5bade ca35QF|rlagen amaqeiv Systems ^'Betrieb Bedienung Prima > Referenzen Edelweiss G-gr. 1898 Friedrich Römer Krosdorser Straße 12 AkilligUß SM SlisS- «aö Sa!el-WWe jeder Art unter Garantie absoluter Schonung. 141 Spezialität: Feine Damen- und Herrenwäsche. Ncnvlätterei. Abholen und Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk. Nur Waschen und Trocknen 40 Proz. PretsermüNtguug__j Bekanntmachung. Bei der am 27. Juni 1907 vorgenommenen planmäßigen Verlosung wurden auf 1. Oktober 1907 folgende Schuldverschreibungen der Stadt Gießen zur Riictzablung bestimmt: a) vom 1890 ec Anlehen wohnt jetzt 4295 Säid-Anlage 7. ^ruse’s Mrsikschnle (Vioimkiasss). Sonntag, den 7. Juli, nachm. 5 Uhr präcis g, &chü8er-i*rüi:ungs-ti«>nc®rt Täglich frische Erdbeeren stets zu haben. (4023 I. Hankel, Neuen Baue 7. a. neue Kartoffeln empfiehlt zu billigen Tagespreisen 4256 H. 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