jolice. ia£$ eriin« ^78kK L4887124L Giessen. D* ort Berlonen M mieden jine. terverdittK fc. S ierttng./* rotmunbAio rt JJÄ, S - S5rto rt 2,0 Elfte »?r iv ä =v D v-7? adere Garantie, imatik M.54. 8 bis M 11& J5, Ariadne- itie. Decken .M. 3 bis MA sten Preisen, talog N°. 61. rt a- Main niBstr. 31. !5 v-». q 2: ä§95 aa ja 3??»; ' ^2 *5 ; rt v tellenfl d6.r 0 -rS- ineoksiM )OM- io m lO H*. i" )O K II LOt*yO?i 6ener8hDurgi.£ , Str»85’ r l07 f L*D(^ .... . xd.E ■’G.t* ÄS'? 5 ?n ' Sfr rt = 6? ©Ä fr5£ ~e.fr NZ" 1fr» 'a-flQ* Äff F® fp t rt hi :s.2a ' V« | Mittwoch 1. Mai 1807 157. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 101 Ale heutige Dummer umfaßt 14 Seiten. Die gestrige BLilow-Nede l Konflikten mit feinem Arbeitgeber aussetzt", bemerkt das hiesige Sozialistenorgan. Das wäre auch höchst töricht, ebenso töricht aber von Arbeitgebern, morgen dem Begehren der Arbeiter Folge zu leisten, statt Arbeitserleichternngen oder auch einmal vielleicht Freigabe von der Arbeit dann eintreten zu lasten, wenn es die Geschäftsverhältniste ohne Schaden gestatten. Treten solche Umstände zufällig atn 1. Mai ein, dann mag der 1. Mai freigegeben werden; wer aber ängstlich der Arbeiterschaft den Willen tut, der hat es sich dann selbst zuzuschrelben, wenn sie von Tage zu Tage begehrlicher und übermütiger wird. Was wir aber in jedem Falle sehr bedauern würden, das wäre eine Uebcrspannung dec Gegensätze, gleichviel ou welcher Seite die Schuld läge. Die .schärfere Tonart" möchte sich freilich immer auf beiden Seiten gern durchsetzen. Mit Gewalt aber ist dem Friedenstage nicht zu helfen, sie widerspricht seinem eigenen Grundgedanken. Auswärtige IoiuiL im Reichstage. 9t Berlin, 30. April. Em Bild der Gesundheit und der Zuversicht — so präsentierte sich heute bereits vor Beginn der Sitzung au bet Cxxmiag*. Dem ®tebener Anzeiger werben im Wechsel mir dem hessische, Landwirt die Siebener ZawUiew Hätte» viermal tn der Woche betflelegi un zweimal wöchentlich bat Kretsblatl für 6ee Kreta Sietzea. Fernst»ech-Am- fdjlufj i. d. Äeöaftton 111 Bering n. ExpedMon 8u>refle tüt Develch«, und Dtrlaa ta* vrühNchen Unw.rvuch. und StehtöntdereL B. tange. vedatttiM, «xyeditton und Örnderd: rchulstraße T. «azetger ©leben. । „ । -------- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Acr erste Mai. Ideell genommen, ein ganz schöner Gedanke, der ,Weltfeiertag" der Arbeiter. Ein FrühjahrSfest voll schöner Weltlichkeit, im Blüienmond, frei von steifen, in ihrem tieferen Sinne weiten, dem praktisch Nüchternen unterworfenen Kreisen nicht mehr recht verständlichen, stark unterwühlten Traditonen, eine menschliche Feier der AcbeitSruhe, aus modernem Geist geboren, eine Sitte auS freier Bestimmung, em Gesetz ohne Zwang. Ein schöner Gedanke, aber — sagt eia triviales Wort — ,eS kam anders". DaS Fest, daü dem Weltfrieden und dem Achtstundentag gelten sollte, hat schon oft Unfrieden und Unrast mit sich gebracht. Im Anfang der Bewegung ganz besonders, als die Maifeiernden ihre Macht überschätzten und mit dem Kopfe durch die Wand wollten. Allmählich sah die Arbeiterschaft, daß sich der Weltfeiertag nicht erzwingen liest. Sie liest die Arbeit ruhen, soweit eS, ohne daß die Arbeitgeber Aussperrungen entgegensetzten, anging; aber sie verlegte die Haupt- feier auf den ersten Sonntag rm Mai. Und diese Einrichtung bewährte sich. Diese gemeinsamen sonntäglichen „roten Maifeste" wurden volkstümlich, und auch die Nichlsozialdemvkraten, oweit sie den Arbeitern alles Gute gönnen, sahen gern, wie sich das werktätige Volk an diesem Sonntag nut Weib und Kind ein harmloses Extraoergnügen leistete. Ader den Nadikalsten unter den Radikalen ist mit einei solchen zahmen Maifeier natürlich nicht gedient. Sie brauchen »Aufregung", und sie machen immer wieder den ersten Mai zu einem Datum beS Streites und der gegenseitigen Verbitterung. Im Vorjahre schritt die französische Arbeiterschaft an der Spitze derer einher, die ,alles oder nichts" in Sachen der Maifeier forderten. Dieser Mai bringt den Parisern und anderen französ. Großstädtern durch den Streit der Arbeiter der Nahrungsmittelbranche und die Verhaftung der drei anarchistischen Haupthetzer der Pariser Arbeiterschafi wieder besondere Aufregungen. Man ist dort wieder auf vieles gefaßt; davon spricht die Konsignierung von Truppen. Wieder einmal scheint die französ. Regierungsgewalt nervöser ge- worden zu sein, als nötig. — In Preußen demon- ftrierte die Arbeiterschaft im Vorjahre gegen das Landtags- Wahlsystem. Damit verfolgte man zwar ,ein Ziel aufs innigste zu wünschen", aber man wich von der ursprünglichen Absicht der Maifeier, die Erreichung öeS AchlstundenarbeitS» tage«, ab und hatte zudem die ganze Sache vorher weit über alle bestimmten Pläne aufgebauscht. Denn eS gab schließlich nur ein höchst harmloses Gerede darüber, das man ver- nünftigerwelse nicht mit so prahlerischen Drohungen hätte an- kündigen sollen, um dadurch unnötig die Polizei auf die Seine zu bringen und gegenseitige Erbitterungen zwecklos hervorzurufen. Diesmal ist in verschiedenen deutschen Groß- und Industriestädten von der Polizei jeder Maifestumzug verboten worden, von der Arbeitgeberschaft aber wird vielfach jedes Fortbleiben von der Arbeit mit sofortiger mehrtägiger Aussperrung geahndet werden. In Ludwigshafen dagegen hat der Stadtrat bereits im Vorjahre die Idee gehabt, den städtischen Arbeitern die Mai- feier ohne Lohnzahlung anheimzustellen. So unvermittelt stehen sich die Ansichten noch gegenüber. Das Gießener Gewerkschaftskartell hat „bie Partei- und Gewerkschaftsgenossen aufgefordert, in diesem Jahre den 1. Mm durch Arbeitsruhe zu begehen, soweit dies dies dem einzelnen möglich ist und hat dementsprechend Ver» anslaltungen arrangiert." Welcher Art diese Veranstaltungen sind, wurde nicht bekannt gegeben. Wir wissen nichts taoon, daß sich Arbeitgeber hier bereit gefunden haben, einen ihnen aufoftroierien Feiertag in ihrem Betriebe eintreten zu lassen, weil es die Herren Arbeiter so wollen. Einige Frühspaziergänger wanderten heute freilich nach den Philoso- phemvald nach Wieseck, wo sie eine Versammlung abhielten, in den Fabriken aber wird, soweit uns bekannt, natürlich heute allenthalben gearbeitet. .Selbstverständlich wird niemandem zugemutet, daß er sich deshalb wird in der Presse im Allgemeinen ziemlich gürt sti ß tow montiert. Vielfach wird die zögernde Art und Weise öe- merit, in welcher der Reichskanzler seine Ausführungen machte. Tie „Tägl. Rundschau" fü^t aus: Die Friedensliebe beä deutschen Volkes ist von allen Rednern betont, vom Reichskanzler in der unzweideutigsten, klarsten Weise bestätigt worden. Ter Reichskanzler, der natürlich das Wichtigste gab, war gestern noch vorsichtiger als sonst. Besonders im ersten. Teil seiner Rede schien er sich die Worte fast abzuringen^ Meisterhaft war seine Auseinandersetzung über die Abrüstuugsjrage. Tie „Nationalztg." bemerkt: Die Rede des Fursteni Bulow enthielt nichts Neuses, kaum etwas, was nicht schon dutzendmal offiziell oder offiziös erklärt worden wäre. Aber allen nervös Gewordenen zeigte sie den Ariadne-Faden, an dem sie sich aus bau Labyrinth wilder Kombinationen wieder zum klaren Tageslicht sachlicher und nüchterner Beurteilung der Tinge zurückfinden können. Tie „Germania" schreibt: Offenbar stand Bülow unt:t dem Eindruck, daß feine Erklärungen über die internationale Lage und über die auswärtige Politik des deutschen Reiches das Ohr der ganzen politischen Welt in gespannteste Aufmerksam> feit versetze. Darum war er auch sehr vorsichtig, so vorsichtig in seinen Ausdrücken, daß man unwillkürlich an das aetannte Wort eines Diplomaten erinnert wurde: die Worte feien dazu gegeben worden, um die Gedan ken zu verbergen, Tas „Berl. Tagebl." schreibt: Der bisher heitere Optimist, der uns so viele rosige Silber vorgemalt, sprach mit zögerndem Abwägen u nb einer hamletha ften Bedenk- iidjEcit. Fürst Bulow sagte im Grunde dort, wo er die Beziehungen Deutschlands zu den anderen Mächten berührte, nichts, was selbst nervöse Gemüter erschrecken könnte. Das Auffallendste war die Kürze, mit der er die ganzen internationalen Verhältnisse behandelte, und auffallend waren auch manche Details, manche Wendung, manches, was zwischen denWorten hindurch zu klingen, schien. Es unterliegt feinens Zweifel: der Bulow von gestern ist nicht der alte, angen nehm tänbelnbe Philosoph. Der „Vorwärts" schreibt: An dem Bankerott bet bürgerlichen Parteien ändert es nichts, daß die Rede Bülows den politischen Eunuchen des Bürgertums seinen ersichtlichen Tank aussprach und außerdem den Charakter einer Chamade trug. Er hatte alles erreicht, was er ermcfcrt wollte, und konnte deshalb den Wunsch des Zentrums mit Nichtachtung! abtun.___ _ _ politische LagerschK«. Zur Berliner Reise des Barons von Aehrenthal, schreibt die „Wiener Neue Fr. Presse": Der Zufall will es, daß dieser neuerliche Anlaß zu persow sicher Aussprache sich in einem Augenblick bietet, in welchem oie öffentliche Meinung durch Vorgänge, die in Deutschland tief berühren mußten, stärker als seit langem beivegt wird. Al.e Welt hat empfunoen, daß durch die internationale Politik eine Bewegung geht, über deren letzte Ziele man verschiedener Meinung fein, deren Nachdrücklichkeit und Erfolgs- a u s s i ch t e n man verschieden beurteilen kann, von der es aber nicht zweifelhaft ist, daß sie i n T e u t s ch l a n d n i ch t, e r f r e u - lich wirten könnte. In diesem Moment trifst der öfterrcichiich- ungarische Minister des Äeußern in Berlin ein. Tie Reise ist seit langem beschlossen und das Datum ist seit langem festgesetzt, und niemand wird daher einen gewollten Zusammenhang zwischen ihr und den politischen Vorgängen der letzten Zeit vermuten dürfen. Unwillkürlich aber hält man das Ge- säiehene und den Ministerbesuch, der die alte Intimität zwischen den beiden Reichen neu bekundet und neu bekräftigt, nebeneinander, und mehr als es fonu vielleicht der Kall sei, wird man sich darüber klar, daß, wenn ernsllich versucht werden sollte, die europäischen Machtverhältnisse zu Dcrfcyiebcn, solchem Versuche noch immer eine Straft e n t g e g e n |t e I) e, mit der heute ebenso gerechnet werden muß, die KraftdertreuenFreundschäft,öieOesterreich- Ungarn und das deutsche Reich verbindet. Ter entschiedenste Vortell liegt darin, daß wir uns gegenseitig den Rücken decken, und daß wir uns die Möglichkeit einer Entwickelung sichern, die uns von außen nicht erh^.ch gestört werden kann. Dabei pflegt das Wiener Kabinett nach wie aor seine guten Beziehungen zu Englano und Frankreich, die es immer ermöglichen, allzu scharfe ~ t bergen i e n zwischen diesen Mächten und Deutschland zu mildern, natürlich kann Oesterreich-Ungarn in außerenrop, des Reiches Kanzler den erwartungsvoll Harrenden, . )ie den gewaltigen Saal Sis auf den letzten Platz füllten. - Dte fremdländische Diplomatie war nahezu vollständig zur Stelle, das beste Kennzeichen der außerordentlichen Bc- beutung des Tages. Ihr entsprach bie vortreffliche Rede, mit der der Vertreter des Zentrums, Wg. Frhr. v. Hert - ltng, die hochpolitische Debatte eröffnete. In der klugen Wahl und Abwägung der Worte hat dieser bayrijche Baron und Professor un Zentrum keinen Rivalen. Das ist von jruher her bekannt. Aber so großzügig» und doch nicht Die kleinste Einzelheit in der Ausmalung des politischen SituationsgemäloeS vergessend, hat er wohl noch nie gesprochen, tote heut. Es ist keine Frage, daß zwischen Frhrn. o. Hertling und dem Kanzler recht gründliche Vorbesprech, ungen stattgesunden haben, denn der Redner mußte dte Fragen so formulieren, daß er dadurch der Antwort des Kanzlers verarbeitete. Tarauf ist zunächst zu schließen aus Besserung in den Beziehungen zwischen dem eitenden Staatsmann und dem Zentrum. Frhr. v. §crtling hob auch hervor, daß bei Behandlung jer auswärtigen Politik die Erinnerung an innere Zwistig- teiten zurücktreten müsse. Durch seine Rede ging ein optimistischer Grundzug, und auf nichts anderes grunoet sich Diese Zuversicht als auf „des mächtigen Deutschlands Friedfertigkeit und — Kriegsbereitschaft". Unter stürmischer Zustimmung erklärte er: „Tie Abrüstungsfrage ist eine akademische Doktor- trage, an deren Erörterung sich Deutschland am besten gar nicht beteiligt. Wenn diese Frage au, ein Jahrzeynt von der Tagesordnung verscywinden wurde, xinn wäre der Sache des Weltfriedens der beste Dienst er- .oiesen." Den wirrsamen Schluß der Rede, in der auch König Edi'ard nach Gebühr gewürdigt wuroe, bildete die Betonung der Einigkeit der deutschen Volks- oertretung, wenn es die Wahrung bei nationalen Ehre gilt. Eine friedliche Politik, aber unter Vermeidung des Scheines, als ob wir uns von einem Gefühl der Schwäche leiten ließen! Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit nahm Fürst Bülow diesmal nicht schon an zweiter Stelle das Wort. Seine Rede sollte also offenbar das Ganze krönen. Es kam zunächst Wg. Winkler (kons.) an die Reihe, dessen nüchterner Vortrag — sachlich im Sinne der Hertlingsc^en Ausführungen — etwas ,^preußisch-korrekt" anmuiete und Leine befonoere Note aufwies, es sei denn der Dani an den preußischen Kriegsminister für die Feststellung der Schlagfertigkeit der Armee. Abg. Bassermann tann sich der Erinnerung cm seine sorgenvolle yrovember-Jnterpellation über die auswärtige Politik nicht entfchlagen. Er ist, anders als Frhr. v. Hertling, der Meinung, die internationale Spannung habe zugenommen, nicht zuletzt infolge der englischen M i 11 e 1 m e e r p o 1 i t i k und Ein- ireisungstaktik. Deutschland könne aber seine Isolierung mit einem Gefühl des Stolzes tragen, mancher Unzulänglichkeit in der diplomat. Vertretung. Der Redner der Reichspartei, Abg. Fürst Hatzfeld, gab dem Vertrauen in die Leitung der auswärtigen Po- lilif durch den Fürsten Balow Ausdruck. Deutschland sei gewissermaßen im Reigen der Völker „Emporkömmling", aus diesem Umstande heraus erkläre sich seine Isoliertheit. Wenn aber das kleine Preußen sich gegen eine Welt in Waffen behauptet habe, so brauche das geeinteDeutsch- land auch nicht eine Vereinigung von Mächten zu fürchten. Zu den seekranken Passagieren des Reichsschiffs gehört Fürst Hatzfeld nach alledem nicht, aber er hält zur Beseitigung des allgemeinen Unbehagens im Lande draußen eine beruhigende Erklärung des Kanzlers für erwünscht. Der Konferenz im Haag wünschte Wg. Dr. Wiemer (srs. Dp.) gedeihlichen Verlauf, besonders für die Frage der Regelung des Seerechts, denn von der Wrüstungs- diskussion verspricht auch er sich nicht so leicht einen praktischen Erfolg. „Die Augen offen, das Pulver trocken, das Schwert scharf" bleibe die beste Losung für Deutschland. Nunmehr hielt es Fürst Bülow an der Zeit, in die Debatte einzugreifen. Er nahm zum Ausgangspunkt die Haager Konferenz, deren Wert für die Gesraltung der politischen Zu tun st dadurch außer Zweifel gestellt wird. An der Ab- rüstungsdiskussion beteiligt sich Teutsch- lan d nicht, weil es das für zweckwidrig hält, und die Einmütigkeit der deutschen Regierung und der bürgerlichen Parteien in dieser Frage wird nach der Meinung des Kanzlers der Position Deutschlands im Haag zugute kommen. Die Forderung, dem Reichstag periodisch Weißbücher über die auswärtige Politik zugehen zu lassen, lehnt Fürst Bülow ab, weil ihm hier eine gewisse Diskretion unumgänglich erscheint. Mll Glück erinnerte der Kanzler an die Antwort, die in der französischen Deputierrentammer Ministerpräsident Clö- menceau auf die Frage gab, ob eine französisch-englische Militär konvention bestehe. Clßmenceau habe hierauf „schlankweg erwidert": „Ich weiß es nicht, aber ich glaube es nicht." Fürst Billow ging bann über zu einer Erörterung der internationalen Situation, die unerwartet kurz gehalten war. Er stellte fest, daß keine Streitfrage herrsche zwischen Deutschland und England, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nichts Beunruhigendes haben, und daß Italiens Freundschaft mit England keineswegs unerwünscht [et Fürst Bülow wendete sich eindringllchen Tones gegen oie hier und da herrschende Nervosität; als em Zeichen von Selbstbewußtsein könne sie nick)t gelten. Zugespitzt auf eine alarmierende Rede Bassermanns in Magoeburg war bie Bemerkung, er, Fürst Lütow, stimme bann überein mit Bassermann, daß die allzu vielen Reben nicht nützlich feien. Trotz alledem: obwohl der Kanzler die internationale Lage mir beruhigenden Worten schilderte — aus der außerordentlich vorsichtigen Art, wie er sprach, langsam, nachdrücklich und zuweilen etwas zögernd, hat wohl die große Mehrzahl der Hörer den Eindruck empfangen, daß bie Situation nicht frei von Sorgen ist, und daß bie Leitung der auswärtigen Polllik auch ihrerseits sich darüber keiner Täuschung hingibt. Durch starten Beifall bekundete am Schluß der Siede bas Haus Zustimmung zu bem Satz: „Einmütig in ber Friebensarbe it, einmütig nötigenfalls in ber Berteibigung bes Vaterlaub es!" Das ist ein Stanbpunkt, ber nicht mißdeucet werden kann. Weder von den Freunden, iwch von den Widersachern Deutschlands. Keine scherzhafte Bemerkung über „Extratouren" Italiens, keine seullletoinstische Weii- oung. Dafür — wenn auch indirekt — zugegeben die Vereinsamung Deutschlands, des tun Een Reiches oas am mächtigsten allein ist. Es kann jetzt wohl niemand mehr unverständlich sein, warum Deutschland eine Beteiligung an ber Abrüstiingsdebatte ab lehnt. Abg. v. Volkmar sieht darin zwar einen groben Fehler, beinahe einen so schweren, wie in der „schimpjiichen" Behandlung der Sozialdemokratie, doch er steht mit dieser Anpassung allein. Die Aogg. Liebermann von Sonnenberg (Wirtsch. Berg.), Schrader (Frs. 5krgi), Zimmermann (Rejp.) vervollständigten den Reigen der viebner, bie ben nadonaten Gedanken vor ber Welt auf- leuchten ließen. Dem Ausianb gegenüber gibt es kein uneiniges Deutschlanb, kein nervös beunruhigtes deutsches Volk — bas ist das für bad mternaimnale Ansehen bes Reiches wichtige Ergebnis ber heutigen Parlamenrsverhcmblung. mokithchTÖ oterttU Kirch ’JJtt 2.20 durch ole- u. Rn>eialteQ« monatlich 66 PI.; durch dte Post üJU.8.— otertd» jährt. auSlchl bestell-, Hnnübmt ooi 2n»et«« für dre iagetinummtt bie oormUtag» lü Uhr. ZeilenpretS lokal 16 außtpatte 80 t'lemda, Beiantiportlt* ch, den poltt unb lüyr«. Teil: P. ,Sladt und Uanö" e®cnd)tS|aal". Graft Heß, fut Den Anzeigenteil: van, Bert ^Fragen nur in beschränktem Maße diplomatisch eingreifen, aber cs rann durch seine Haltung verhüten helfen, daß jene Tendenzen, b t e gegen Deutschland gerichtet sind und deren Erfolg auch uns den Stürmen aussetzen würde, den Sieg erringen. Von einer wirklichen Isolierung Oesterreich-UngarnsoderDeutschlands kann natürlich nicht die Rede sein, da sie aufeinander allezeit zählen können, daß aber eine Potenz, wie das befestigte Friedenslager, das die beiden Reiche in der Mitte des Erdteiles bilden, eine starke Anziehungskraft ausübcn muß, hat sich gezeigt, als I t a l i e n sich ihnen anschloß, und trotz aller verdrießlichen Stimmen, die man dort über den Dreibund vernimmt, hört man doch immer nieder die Stimme der Vernunft durchdringen, die davor abwarnt, ein Verhältnis aufzugeben, das ohne Kosten die Geltung Italiens vermehrt. Ter Besuch, den Baron v. Aehrenthal im Sommer dem Minister des Aeußern, T i t t o n i, abzustatten ^beabsichtigt, soll der Welt zeigen, daß die leitenden Staatsmänner .das beiderseitige Interesse an der nicht nur formalen, sondern Lebendigen Fortdauer des Bündnisverhältnisses anerkennen. Ein Bombenattentat gegen -en Präftdeuterr von Guatemala. Hamburg, 30. April. Dem hiesigen Generalkonsul von Guatemala ist heute folgendes Telegramm des Ministers Les Auswärtigen, Barrios, zugegangen: Heute morgen explodierte in der Hauptstadt von Guatemala eine Bombe in dem Augenblick, als der P r ü s l d e n t E st r a d a Cabrera im Wagen vorbeifuhr. Der Präsident ist unverletzt äeblieben, dagegen sind der Chef des Militür- Habinetts (Äneral Jose Maria Qrellana und der Kutscher des Wagens verwundet worden. Die Ruhe ist rncht gestört. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Deutscher Reich. Berlin, 30. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir vernehmen, ist das Schloß Achilleon auf Korfu pon der Privatschatulle des Kaisers käuflich erworben worden. Besitzerin des Schlosses war seit dem Tode der Kaiserin Elisabeth ihre mit dem Prinzen Leopold von Bayern vermählte älteste Tochter, die Erzherzogin Gisela, die Nutznießung hatte Kaiser Franz Josef. Den Kaiser hat zu dem Kauf der Wunsch bestimmt, für die Mitglieder der kaiserlichen Familie eine Besitzung zu erwerben, die in mildem Klima als Erholungsaufenthalt dienen kann. Stuttgart, 30. April. Das Gesamtkollegium der Zentralstelle für Gewerbe und Handel hat einstimmig den lAuschlußWürttembergsandieWasserstraßen- gemeinschaft auf Grund der preußischen Vor- «sch läge gut geheißen, Ausland. Paris , 30. April. Im Elysee fand ein Diner zu Ehren des Königs der Belgier statt. Präsident Falliöres brachte auf den König einen Trinispruch aus, wobei er erwähnte, mit welcher Freude der König in ganz Frankreich !-bei seinen Besuchen begrüßt werde. Er freue sich mitteilen zu können, das; zwischen beiden Ländern die besten Beziehungen herrschen. König Leopold erwiderte in demselben Sinne, indem er auf die Bande der Freundschaft, welche zwischen beiden Ländern bestehen, hinwies. — Ein von der Regierung vorbereiteter Ge sctzcnt- swurf betreffend den allgemeinen Arbeitsvcr- Dand soll diesen die Syndikate umfassenden Verband zwingen, sich ausschließlich mit den sachlichen Inter- kessen zu befassen und seine politischen Treibereien fein zu stell en. — Ministerpräsident Clemenceau erklärte beim Empfange einer Abordnung der Postangestellten, die Regierung verfahre mit solcher Strenge, weil sie einer Aufleh- UungvonBeamten gegenüber stehe, die sie nicht dulden »dürfe. Der Ministerpräsident weigerte sich, die Frage der ^Wiedereinsetzung der entlassenen Beamten zurzeit zu be- lsprechen. Die Abordnung bestand auf der Forderung und gab die Erklärung ab, diese Weigerung verstimme das Personal, welches gar nicht daran denke, der „Konföderation der Arbeit" angehören zu wollen und auch für die Beamten kein Recht uns Ausstand beanspruche. Clemenceau bemerkte schließlich, die ergriffenen Maßnahmen würden auf- ftecht erhalten werden. Rom, 30. April. König Eduard ist aus Neapel hier eingetroffen. Am Bahnhofe wurde er vom König Viktor Emanuel empfangen. Nach herzlicher Begrüßung bestieg König Viktor Emanuel den königlichen Magen und unterhielt sich lebhaft mit dem König Eduard. Bei der Trennung umarmten sich die Monarchen, der künig- 'liche Zug setzte alsdann die Reise nach Florenz und dem Simplontunnel fort König Eduard trifft morgen in Pa r i s jein — Newyork, L Mai. In den Kreisen der hiesigen Fabrikanten und solcher Importeure, die keine Konsignationsware importieren, wäch st die Oppositiongegenden Abschluß eines deutsch-amerikanischen Handelsvertrages. Die Bundesverwaltung soll angegangen werden, vor einem definitiven "Abschluß ernes solchen Abkommens sämtliche Bedingungen zu veröffentlichen, um '«£ den Interessenten zu ermöglichen, ihre Einwände vor- zubringen. Der französische Botschafter soll in einer Unter» Haltung mit dem Sekretär Cortelyou für Frairkreich eine ,gleiche Behandlung wie für Deutschland verlangt haben. Neues aus Rußland. Die „Nvwvje Wremja" berichtet weiter über die nichtöffmt- liche Sitzung der ReichÄuuna am 27. April: Unter fo r t- roährendem wüstem Lärm erklärt der Präsident Golowin den Zwischenfall für erledigt Sofort erheben sich die Aoge- «rbneten der Rechten, Gemäßigten, Okwbristen sowie der Pactei- ftosen und verlassen unter Prvtestrufen den Saal. Auf den Antrag der Kadetten hin ordnet der Präsident eine Pause an, die sich auf 1J/2 Stunden ausdehnt Die Sitzung wird darauf um 7 Uhr abends wieder ausgenommen. Präsident Golowin erteilt dem Abg. Surabow eine neue Rüge und entzieht ihm das Wort. Er fordert gleichzeitig für sich tüt Vertrauensvotum des Hauses. Hierauf erheben die Abge- jorimeten der Linken einen furchtbaren Lärm und toben. Sozialdemokrat Seretelli springt auf das Podium und s-votestiert gegen die Maßregelung Surabows. ; Golowin entzieht ihm das Wort, Zeretelli fährt aber trotzdem fort zu reden. Der Särnt nimmt immer größere Dimensionen an. Zeretelli stürzt in den Gang zwischen den Sitzen und ihm folgen alle Abgeordneten der Linken, die beim Verlassen des Saales furchtbare Bedrohungen und Beschimpfungen aussdoßen und mit den Fäusten drohen. Nur 10 Mitglieder der Arbeitsgruppe bleiben von den linksstehenden Parteien im Saale. Tie Duma hat gestern die Regierungsvorlage inbetreff der Festsetzung des Rekruten ko ntingents angenommen Das Haus bereinigte ferner 6 Millionen Rubel zur Beihilfe für die von der Hungersnot betroffenen Gebiete und stimmt' bann einer Interpellation zu, die darüber Klage füh't, daß die Maßnahmen der Regierung betreffend die Förderung der Auswanderung vonBauernnach Sibirien Schwierigreiten zwischen den Eingesessenen und den Einwanderern schaffe. Die Sozialdemokraten, die über die Haltung des Präsidenten Dvlowin aufgebracht sinh, bringen einen Antrag ein, demselben cm Tad'elsvvkunt auszusprechen. Golowin weigert sich, den Antrag zu verlesen und verweigert den Führern der Sozialdemokraten das Wort, während die äußerste Linke feindselige Rufe ausstößt. Das Haus beschließt dann einstimmig die Abschaffung der Feldkriegsgerichte. Nach Meldungen- aus Jekaterinoslaw ist in der Station Gorjainowa ein Personenzug von einer Räuberbande überfallen worden. Geraubt wurde eine Kassette mit Staatsgeldern, welche 30000 Rubel enthielt. Beim Versuche, die Passagiere zu plündern, wurden die Räuber durch die Schüsse, welche das Bahnpersonal abgab, in die Flucht gejagt. Nach einem neuen Befehl haben die Gendarmen das Recht, bei Dunkelheit Passanten auf 1000 S chritt Entfernung anzurufen, und wenn daraufhin^nicht stehen geblieben wird, zuschieße n. Wie das „Königsh. Tagebl." meldet, gingen in Franzschacht bei Bendzin (Polen) zwei ältere Damen, Verwandte des Gouverneurs, spazieren, wurden von einem Gendarmen durch lauten Zuruf zum Stehenbleiben auf- gesordert, könnten dem Befehl aber keine Folge leisten, da sie schwerhörig waren, worauf der Gendarm zwei Schüsse ab- gab und beide Damen tötete. Aus S»aot miio Luus. Gießen, 30. April 1907. • * Ein Kaisertelegramm. Auf das Telegramm der Gießener 8. C. an S. M., das folgendermaßen lautete: Ew. Meßest. erlaubt sich der auf dein Korpshause der Teutonia versammelte Gießener 8. C. die alleruntertänigsten Gruße zu entbieten. Zugleich erlaubt sich untericrtiqter 8. C. Ew. Majestät zu bitten, huldvollst das Gelübde unwandelbarer Treue entgegen- nehmen zu wollen. Der S. C. zu Gießen des zur Zt. präsid. Korps Hassia i. A. Pilger (x) ging folgende Antwort ein: Homburg H. Schloß 1907. 25. IV. An das Korps Hassia Herrn studiosus Pilger Korpshaus Teutonia. Ich danke dem 8. C. zu Gießen für die herrlichen Blumen und den korpsstudentischen Gruß, welcher mich sehr erfreut hat als Beweis, daß die dortige korpsstudentische Jugend fest steht in der Treue zu Kaiser und Reich. Wilhelm I. E. * * Zurn 7 0. Gehurtstag des Prof. Gorban in Erlangen hat nicht nur unsere Universität in einem Telegramm gratuliert. Wie uns heute mitgeteilt wird, hat auch die Gießener philof. Fakultät nicht unterlassen, dem Beoeutenben Gelehrten, der seine akademische Laufbahn hier begonnen hat, in einem längeren Schreiben ihre Glückwünsche auszusprechen. * * Das Bahnprojekt Ulrichstein — Mücke. Der vom Abg. Molthan erstattete Bericht des Finanzausschusies der Zweiten Kammer über diese Angelegenheit lautet: Die Abgg. Schmalbach und Brauer haben den Antrag gestellt, die Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, den Landständen eine Gesetzesvorlage über die Erbauung einer Bahn von Mücke nach Ulrichstein mit der Aiöglichkeit der Fortführung nach Rixfeld demnächst vorzulegen. Eine Vorstellung des Eisenbahnkomitees Mücke-Ulrichstein-Rixseld unier- nützt diesen Antrags und bekämpft eine weitere Vorstellung des Eisenbahnkomitees für Grobfelda, welche die projettrertc Bahnlinie über Grobfelda mit Einmündung in Nteder-Gemünden geführt reiften will. Die Gemeinden Groß-Eichen und Höckersdorf sprechen sich gleichfalls in einer Vorstellung für den Bahnbau Mücke-Ulrich- stein aus und verlangen, es möge bte Gemeinde Groß-Eichen, soweit dies technisch möglich sei, berücksichtigt werden, so daß sie einen möglichst nahen Anschluß an die Bahulinte erhält. In einer weiteren Vorstellung des Eisenbahnkomitees für Großfelda erhebt dasselbe Widerspruch gegen die Vorstellung des Eisenbahnkomitees Mücke-Ulrichstem. Die Großh. Regierung erklärt sich bereit, falls die in Betracht kommenden Gemeinden und Interessenten ihr Interesse am Bahnbau praktisch beteiligen, dem Bahnbau Mücke-Ulrich- stein näherzutreten. Tie Weiterführung nach Rixfeld oder Lauterbach bleibe mit Rücksicht auf die schon bestehenden Schwierigkeilen in der Finanzierung vorerst offen. Die Linienführung über Großfelda wird von der Regierung als unwirtschaftlich abgelehnt. Tie allgemeinen Verkehrsbedürsniffe des nordwestlichen Teils des Vogelsberges weisen nach Ansicht der Regierung auf die V e r= bindung von Mücke mit Ulrichstein hin. Diese Linie würde durch eine Führung über Grobfelda um 11 Kilometer verlängert, ohne daß damit nennensiuerte größere wirtschaftliche Vorteile erlangt würden. Tie Einbeziehung von Groß-Eichen wird von der Regierung als wünschenswert bezeichnet. Der Ausschuß pflichtet dieser Stellungnahme der Großh. Regierung bei und beantragt, den Antrag der Abg. Schmalbach und Brauer a n z u n e h m e n und die Vorstellungen des Eisen- vahnkomitees für Mucke-Ulrichstein und für Großfelda sowie der Gemeinden Groß-Eichen und Höckersdorf für erledigt zu erklären. * * Der Taschen-Fahrplan wird morgen der Stadtauflage beigelegt werden. " Die Gewerbebank Gießen, e. G. m. u. H. hielt am Dienstag abend im Cafs Ebel ihre 48. General-Versammlung unter Anwesenheit von ca. 100 Mitgliedern ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, L. Petri II., konnte, wie im vorigen Jahre, auch diesmal mitteilen, daß die Genossenschaft sich in erfreulicher Weife weiterentwickelt und ein Reingewinn sich ergeben habe, der diejenigen früherer Jahre weit übertroffen; die günstige Entwicklung fei zu danken dein erfreulichen Aufschwung des Gewerbes und der Industrie, dem gesteigerten Vertragen der Geschäftswelt zur Bank und vor allem der Umsicht und dem Fleiß der Beamten und Gehülfcn der Bank, denen er im Namen des Aufsichtsrates für ihre ersprießliche Tätigkeit danke. Die Generalversammlung mußte diesmal später emberufen werden, weil infolge Erkrankung des Vorstandsmitgliedes 2. Walther der Abschluß der Bücher nicht früher erfolgen konnte. Der Vorsitzende spricht sein Bedauern über den Austritt des Aussichtsratsmitgliedes Heinrich Leib und den Tod des Auffichtsratsmitgliedes G. E. Möhl aus; das Andenken des Verstorbeneu wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Weiler berichtet der Vorsitzende, daß bei der an mehreren Tagen ohne vorherige Anmeldung vorgenommenen Revision Bücher und Bestände der Bank in bester Ordnung befunden worden seien. — Der vom Direktor Loos erstattete Geschäftsbericht bestätigt zunächst das vom Vorsitzenden bezüglich der Entwickelung der Bank Gesagte. Die infolge des Aufschwunges der Industrie und der regen Bautätigkeit gesteigerten Anforderungen an die Bank konnten, allerdings unter großen Opfern, befriedigt werden; die Spannung un Geldmärkte und die dadurch hervorgerufenen Schwierigkeiten in der Beschaffung von Hypotheken hatten zur Folge, daß der Rückfluß von Darlehen öfters gestundet werden mußte. Redner verbreitet sich eingehend über den Geschäftskreis der Gewerbebank, namentlich un Hinblick auf Personalbürgschaft, den Chekverkehr, die Spareinlagen, behandelte eingehend die Aufgaben der Bank in ihrer Eigenschaft als den Interessen der kleinen und mittleren Gewerbetreibenden dienenden Genossenschaft und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Genossenschaft auch in Zukunft in der Lage sein möge, zu wirken zum Wohle der werttätigen Einwohnerschaft und damit der ganzen Stadt. — Tie Jahresrechnung und Bilanz wird genehmigt und damit dem Vorstände und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. — Uebec die Verteilung des Reingewinnes entspann sich eine längere Debatte, indem einerseits eine erhöhte Dividende, andererseits verschiedene Zuwendungen an gemeinnützige Anstalten in Vor- schlag gebracht wurden. Es wurde, nachdem die Vertreter des Vorstandes und Aufsichtsrates die einschlägigen Erläuterungen zum Anträge des Aufsichtsrates gegeben, beschlossen/ die Dividende in der seitherigen Höhe (6 i/g %) zu belasten und dem Gewerbeverein zur Erbauung des seiner Vollendung entgegengchcnden Schulhauses 2000 Mk. zu bewilligen. — Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, C. A. Faber, Louis Fuhr, Justizrat Dr. Gutfleisch wurden wieder- und anstelle des verstorbenen Herrn Georg E. Möhl und des aus der Genossenschaft freiwillig ausgeschiedenen Herrn Heinr. Leib die Herren Bcauercibesitzer E. Asprion und Uhrmacher Otto Schmidt neu gewählt. Ter ebenfalls in Vorschlag gebrachte Stadto. und Kalkwerks, besitzer Aug. Gabriel lehnte die Wahl unter Hinweis auf seine vielseitige anderweitige Inanspruchnahme ab. — Uebec die»beantragte Erhöhung des Geschäftsanteils aus 1000 Mk. wird eine demnächst einzuberufende Generalversammlung beschließen, da zur Beschlußfastung darüber die Anwesenheit von mindestens einem Viertel aller Genossen erforderlich ist; doch ist die besonders cinzuberufende Generalversammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig. Wie m dem (dem Gieß. Anz. beigelegten) Geschäftsbericht bereits mitgeteilt ist, soll die obligatorische Einzahlung auf den Geschäftsanteil nur auf die Höhe von 500 Alk. festgesetzt werden, die Auszahlung der Dividende wird sonach schon auf die Höhe von mindestens 600 Mk. zur Auszahlung gelangen; es bleibt dem Ermesten jedes Mitgliedes vorbehalten, sein Anteil auf bte Höhe von 1000 Mk. zu ergänzen. — Die am 17. Mai 1906 abgehaltene Revision der Bank durch den VerbandSrevifor hat unwesentliche Anstände ergeben, deren Abstellung, soweit solche nicht inzwischen erfolgt ist, den Beschlüstcn des Vorstandes und Aufsichtsrates entsprechend vorgenommen werden soll. Der Revisionsdericht bestätigt die vorzügliche Geschäftsführung und gute Einrichtung der Bank. — Ter vom Aufsichtsrat beantragten Regelung der Gehälter der Beamten und Gehülfen stimmte die Versammlung zu. Beamte und Gehülfen sprachen ihren Tank für die Bewilligung aus mit der Versicherung, auch fernerhin ihre ganze Kraft dem Gedeihen der Genostenschaft zu widmen. Mit dem Wunsche, daß auch fernerhin die Bank sich in der bisherigen Weise entwickeln möge, schloß der Vorsitzende die Versammlung. "Wohnungen für dieUniversitätsfeier. Die Frist für die Anmeldung derer, die als ehemalige Studierende und Assistenten an der hiesigen Universität zu deren Jubelfest geladen worden sind, geht heute, die Anmeldungsfrist für die ,Ehrengäste^ (ehemalige Dozenten der Gießener Universität, Vertreter von Behörden rc.) in 14 Tagen zu Ende. Für die Unterbringung der Gäste ist noch eine erhebliche Anzahl von Wohnungen nötig. Demnächst werden eine Anzahl Herren die Familien der Stadt besuchen, um sich mit ihnen wegen Bereitstellung von Zimmern ins Benehmen zu setzen. Zu rascher Erledigung der Angelegenheit märe es sehr dankenswert, wenn die HauS- vorstände sich schon zuvor überlegen rvollten, ob sie Zimmer zur Verfügung stellen können und zu welchem Preis (wöbet un Allgemeinen das erste Frühstück mit einzurechnen ist). * • D i e Gießener Freiw. Feuerwehr hielt am Montag im Restaurant Wigandt ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Brandinspcktor Wiegandt begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und forderte sie auf, auf den hohen Protektor der hessischen Feuerwehren, S. & H. den Großherzog ein dreifaches Gut Wehr auszubringen, welcher Aufforderung die Versammlung freudig entsprach. Sodann erstattete dec Brandinspektor den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß die Wehr im abgelaufenen Jahr 11 Hebungen abhielt, die Schlußübung wurde am 30. Sept, in Verbindung mit der freirrn Sanitätskolonne an der Stadtmädchenschiile abgehalten. Alarmiert wurde die Wehr zweimal, sie war ferner bei kleineren Bränden (Zimmerbrände) vereinzelt tätig. Vorstandssitzungen fanden elf statt. Der Personalbestand der Wehr mit Chargen beträgt 168 Mann, leider hat sie den Verlust eines Kameraden durch den Tod zu beklagen. Zum Ehrenmitglied wurde Oberrechnungsrat Dr. Wagner ernannt, der den hiesigen Feuerwehren stets mit großem Interesse gegenüber stand. Hierauf erfolgte der Bericht des Rechners über die Kastenverhältniste, es wurde ihm Entlastung erteilt und auch dec ausgestellte Voranschlag für 1907/08 fand Genehmigung. Bei dec Ersatzwahl wurden zu Obmanns-Stellvertretern des 2. Steigerzuges Kamerad Seidl und am 2. Hydrantenwagen Kamerad Kraus geioählt. Punkt 5 der Tagesordnung war Vorlage des Entwurfs der neuen Satzung. Da seit nahezu 3 Jahren die Wehr in Loschzüge eingeteilt ist und auch noch andere zeitgemäße Aenderungen in der Wehr vorgenommen wurden, sind die alten Satzungen den jetzigen Einrichtungen der Wehr nicht mehr angepaßt. Die Versammlung nahm fast durchweg die neuen Satzungen an und in einer demnächst noch emzuberufenden Versammlung wird die endgültige Annahme der neuen Statuten erfolgen. Sie bedürfen dann noch dec Genehmigung des Kreisamts und der städt. Behörde. Da hiermit die Tagesordnung beendet war, forderte noch Brandinspektor Wiegandt die Kameraden auf, die am kommenden Montag beginnenden Hebungen recht eifrig zu besuchen und schloß mit einem kräftigen Gut Wehr auf die fernere Weiterentwicklung der Gießener Freiwilligen Feuerwehr die Versaminlung. sd. Darmstadt, 1. Mai. (Tel.) Der parlamentarische Abend, den Staatsminister Ewald gestern abend für die Mitglieder der 2. Kammer veranstaltet hatte, war von etwa 36 Abgeordneten besucht. Die Sozialdemokraten roar:n nicht vertreten, reie man glaubt, wegen der Nichtbestätigung , der sozialdemotratifchen Beigeordneten in der letzten Zett. S. K. 5). der Großherzog, der um 8 llhr erschien^ verweilte in lebhafter Unterhaltung mit fast alten Abgeoronetv bis 1 Uhr im Mm'.sterhotel. Auch die Minister Gnautg ur& Braun, Geh. Staatsrat Krug von Nidda und die meisten Mmiite- rialräte waren anwesend, evenso die Abteilungsvorstände des Mu- seums, ine bei dec am nachmittag von den Abgeordneten Borge- nommenen M-seum-oesicift^ung Oie Fuyrung hatten. Vermischtes. * 2u dem Sun o c a n z .v r o e r Bestechungs- Prozeß ereigne.e sich em ,en^ioneller Zwischen «all. Bürgermeister Scymitz errlärte zurück zu. treten. itätsf eiet, als ehemalig.' Universität zu ie, die 5lnmi* Dozenten 6« !n ic.) in U Gäste ist noch ngen nötig. Familien dec itfleQiing von r Erledigung in bie $au$» sie ßimmer ZreiS (wöbet ;nen in). t)t hielt am chr Haupt, ibt begrüßt« »ecke sie aui, »ehren, 6. R. auszubringen, big entfach. )resbericht, abgelaufenen g wurde am [älSlolonne an ert wurde die eren Branden jungen sanden mit Chargen l eines Karne« Ehrenmitglied mnnt, dec den ’ ^"gere 5, ;r,Qnbererit„ ?en Mfr b,e Bertr^ ' bkschlo^ ) zu b,[£ ■r Nenh -iz-n^A ‘"flW ®u‘fnk sich in der Vorsitzende die hners über die erteilt und auch b Genehmigung. lloecke/ecn deS mbrontenmogen Krönung war ;fl seit nahezu und auch noch vorgenommen Einrichtungen nntung * ;iner bewnuch" bie endgültige bedürfen danr. ftabt.B-hö^ forderte n°q aus, bie fl'J «i)t £ W-hr «ul , ld PK. »« als«® ' si* w--°» B M* *Ä “'S kKL st|ie4«”ä l-DV'" l£ttdäu Weißdinderarbeit 2506 Leuchtgas, Benzin, Benzol, Spiritus, Ergin, Acetylen etc. Unter Hinweis auf die morgen stattfindende Wl M Aiidtlsliiiiiiiiirl Gießener Fischhaus 30 Sonncnstrahe 30 Labnbcchte, Baccfiict) in allen Gröizen, Ä» 'stschc, Schellftsch, (Sabliau, ^aiiter, jungen, Schollen iriid) vom Lang zu den billigsten Preisen. [03101 Gießen, den 29. April 1907. Großherzogliches Amtsgericht. Gießen, den 1. Mai 1907. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. Weimer. Mainz, 30. April. Der Cbexleutnnnnt und BataillonSadjutant Zipper vom LI. Pionier-Bataillon in Kastel halte sich wegen vorschriftswidriger Behandlung nut teilweiser Bele i d i g u ix g von Untergebenen vor dem Go uv er« n ementsgericht zu verantworten. Wegen Gefährdung militär- dienstlicher Juteresseu wurde die CcReulhcbfeit ausgeschlossen. Wie aus früheren Blätternachrichlen hervorgeht, Hane die Kapelle in» September nachts im Militärkasino konzertiert. Weil dein Angeklagten ein Marsch nicht gefallen halte, mußte die Kapelle deS morgens fünf Uhr im Flur der Wohnung des Cbcrleutnanis an** treten und den Marsch dort längere Zeit wiederholen. Im Februar hatte die Kapelle wieder etwas „verbrochen", sie mußte deshalb morgens in aller Frühe bei bitterster Kälte im Kchernenhoi antreten und bts zur .Bewußtlosigkeit" spielen.. Ein Sergeant, der unwohl war, und sich krank melden ließ, mußte trotzdem antvctcix und spicleii, auch xvcnn er, wie sich der Angeklagte geäußert haben soll, zilgrilnde ging. Ter Sergeant wirkte mit, er stürtte aber schließlich zusamuien und xvuxdc ms Lazarett verbracht, woselbst er längere Zeil bewllßtlos lag und zwischen Leben und Tod schwebte, (rrst nach Wochen trat Bessexung bei dem Erkrankten em. Tas Gericht Hal den Angeklagten ui fünf Fällen für schuldig befanden und ihn zu a ch t T a g e n S t u b e u a r r e sl verurteilt. Mbristh Liarktstliiste. Gut erhaltene Türen, Fenstern, Trcvvcn, Jalousien und Rollladen, Lchoruüeinplatlcn, 2 ar. Glastüren für Korridor sowie Eichen Rutz- n. Brennholz billig abzugeben. Marktttraße 27. Gasmotoren Fabrik Deutz Zweigniederlassung Frankfurt a. BI. Börsenplatz 7. Kauvel. Düffeldorf, SO. April. Ter StahlwerkSverband wurde auf fünf Jahre verlängert. Wer ei» Grundstück, Geschäft oder sonstiges Anwesen kaufen oder verkaufen will, Teilhaber od. 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Ter Angeklagte versichert bei seiner Dernehutung, daß er sich nicht bewußt sei, Gebührenüberhebungen begangen zu haben und geht dann an Hand der Akten die emzeMen unter Anklage stehenden Fälle durch. Tie Abrechnungen seien auf seinem Bureau angeiertigt worden und von ihm abends ohne nähere Prüiung unterschrieben worden. Merkwürdig sei, daß nach seiner Vernehmung durch den Staatsanwalt Tr. Maurer die Angelegenheit in allen Einzelheiten sofort am anderen Tage aus den Bureaus besprochen worden sei. Staatsanwalt Tr. Ai au r er verwahrt sich gegen diese Aeußerung. Hierauf wirb in die Zeugenvernehmung ein- gctreten. In der Nachmittagssttzung entrollte sich vor den Lütgen des Publikums ein recht eigenartiges Bild, indem fast ein sogenannter „Fall" nach dem anderen zusammenbrach. In dem Falle Kögel gab z. B. der Angeklagte zu, daß bei der Aufstellung ter Rechnung ein Kvltenscitsetzungsbeschluß übersehen wurde, er hob aber gleichzeitig hervor, bau ihm daraus keine Doric^lichleit unterstellt werten könne, denn er müsse lon- statieren, baß er in berselben Sache einen größeren Kvstenbe- trag zu liquidieren vergessen habe. Die beiten als Sacyver- ftänbige vernommenen Justizräte Massot unb Gallus bestätigten dies. Am bemerkenswertesten ist ber Fall Delp. ES dreht sich hier um zwei Wechsel, die ter Tiefbauunternehmer Delp von Psunguabt eines Abenbs Tr. Mainzer überbrachte mit dem Ersuchen, sie einzuziehen. Dabei soll es vorgekommen sein, baß bei einem Wechsel am Verfalltag sosort nach ter Präsentation bie Wechselklage erhoben wurde. Der Schuldner Gerlach kam wütend zu dem Angeklagten und machte ihm bittere Vorwürfe und bas Resultat ber Unterhanblung war, daß Dr. Vkainzer bie Rechnung um 11 Mark kürzte. In ter Verhandlung erklärte Tr. Mainzer, daß ihm Delp ausdrücklich den Auftrag erteilt hatte, mit diesem Wechsel sachgemäß vorzugehen; er habe auch sofort die Prozeßvollmacht unterschrieben. Ter Angeklagte gab zu, daß er durch sein rasches Vorgehen etwas unzwectmäßig gehantelt habe, aber durchaus nicht gegen _ die gesetzlichen Vorschriften. Zeuge Delp erklärte nun, er könne sich nicht erinnern, ob er eine Prozeßvollmacht ausgestellt habe, unb befuntete weiter, ihm sei es hauprsächlich darauf an- gcEommen, daß er sein Geld erhalte. Dr. Mainzer fei heute noch sein Anwalt und habe sein Geld immer sehr gut beigetrieben. Aus Befragen erklärten die beiten Sachverständigen, daß Dr. Mainzer formell im Rechte war, a ls er bie Klage anstellte. Spediceur Gros, ter bei den Verhanblungen zugegen war, spentete ber anwaltlichen Tätigkeit des Angeklagten das größte Lob. Des wetteren wurde durch die Sachverständigen festgestellt, das als auffällig bezeichnete ÖZcment, daß tei ter Rückgabe ber tzandakten an den Klienten ber Briefwechsel bezüglich des Kostenbetrages fehlte, sei vielfach im anwaltlichen Geschäftsbetriebe üblich. Dem Angeklagten wirb ferner in zwei Zwingenberger Fallen vorgeworsen, daß er bie Reisekosten jur Prozeßverhandlung nach dort doppelt berechnet Hütte. Die Sachverständigen stellten jedoch fest, daß er bei Berechnung der verschiedenen Reisekosten tatsächlich im Interesse seines Klienten gehandelt Hütte. Die Verhandlung wurde dann abgebrochen. Aotitt» . 1024 an Haaien- stcxn & Vogler A. G., Äöln. Visitenkarten Uefert rasch and billigst Brührscbe Uoiv^ÜrackereL mtb seine sowie der Übrigen Beamten Erpressnngs- unb Bestechungsvergehen zu gestehen, wenn er damit Straflosigkeit erlange. Es hantelte sich ui diesem Prozeß um Unterschlagung von Unterstützungsgelberu iür die Leibtragenten am Erdbeben. »Sleirre Tageschronil In Ludwigsburg (Wutt- temberg) ist nach dem Genuß von Lebe 1 wurst das gesamte Pflege-Personal der Wernex'schen K i n d e r-H e i l a n st a 1 l erkrankt. Bei 20 Personen des Pflege-Personals und etwa 100 Mann von der Handwerks-Kompagnie deS Belleidungsainles zeigten sich V e r g i f t u n g s - E r s ch e 1 n u n g e n mit teilweise starkem Fieber. — Am S t ö ß e n s e c in der Stähe von Pichelsberge (Prov. Brandenburg» wurden die Leichen eines Liebespaares gesunden, zwei junge, gut angezogene Personen, über deren Identität „och völliges Tunkel schwebt. Ter Diann, em etwa 19— 20iahnger Jüngling, mig dunkelgrauen Uebcrrod, Jackettanzug mit weißer yvcfle und Schnürstiesel mit Ladbesatz. — Ter Bremer Kauf- ixann Ferdinand Atorsberger ist im Walde von Montmorency, unweU Pans als Leiche ausgefanden woxden. Nach den behördlichen Feststellungen hat Aiorsderger Selbstmoxd begangen. Er wür Neuraicheniter und hatte sich m den Kolonien eine Fieberkrankheit z.igezogen. — In St. Chaifrey (Fraickr.) zerstörte eine Feuersbrunst 50 Wohnhäuser. Eine Frau kam in den Flammen um. — In Rheydt erkrankte an Wurstvergiftung eine aus sieben Personen bestehende Lehrersamilic. Eine bei der Familie beschäftigte Näherüx ist gestorben. — Ter Elektromonteur Probst und der Acotorwächter Edingen aus Dölkingcn, die die Saargegend mit falschen Fünimark st ü den über- schweniinlen, wurden in Saairvellingcn bei der Ausgabe von falschen Fünfmarkstücken vexhastet. Fn ihrer Wohnung ^wnrde eine Falscl)- münzenverkstätte gesunden. — In S t e u d n i tz (Lhiiringen) schlug ein kroat. Wätter einen jungen Landsmann mit einer Eisenstange tot, weil er m eine Baracke einbrechen wolle. Ter Tater wurde verhasiet. — Fn H e u b ach wurden zwei Wohnhäuser durch Feuer zerilött, wobei ein el'jähnger Knabe verbrannte und zwei Pexlonen schwere Brandwanden erlitten. — Im Apollo-Theater zu Paris r.ß daS iür die Evolutionen zweier Tänzerinnen oberhalb eines Löwenkäsigs gespannte Seil. Tie jungen Ltadchen stürzten in den Käfig, em§ wurde von einem Löwen am Halse gepackt und zerfleischt. Turch eiserne Stangen wurde das Tier von seinem Opfer zurückgedräugt. Im Publikum wurden mehrere Damen ohnmächtig. — In O b e r l t a 1 i e n ist nach einigen außerordentlich warmen Tagen plötzlich wieder großeKälie eingetreicn. Zn Lecco am Cornersee fiel reichlich Schnee, ber in ten Alpenlälern stellenweise meterhoch liegt. Ferner fiel in Appen- »eü 80, m Engelberg 20 cm. Schnee. Auf dem Rigi sind 8 Grad, au* ter Pilaiusjpitze 10 GradKälte. Aus dein Gotthard und Pilaluskulm liegt der Neuschnee em Halden Bieter hoch. Prozeß gegen Rechtsanwalt Dr. Mainzer. RB DarmftaDt, 30. April. Das Strafverfahren gen den am 17. Aiärz 1875 geborenen Rechtsanwalt Tr. Moritz edrich 2>i a i n z e r II. Hal heule vormittag 9 Uhr im allen -wurgerichlssaal seinen Auiang genommen. Tas schon im »origen Sommer eingeleiietc Verfahren lautet auf Gebührenüberhebung, Betrug und qualifizierte Urkundenfälschung. Tie Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Dr. Maurer, die Verteidigung führt Justizrat Hallwachs, die Sieben» [lager werden von Geh. Jiistizrat Aiassot und Fultizrat Gallus vertreten; es sind zu der Verhandlung mrhr als 50 Beugen geladen. Tie meisten Punkte der Anklage beziehen sich aus vorsätzliche Gebührenüberhebungen, deren im Ganzen sieben erhoben sind, darunter ist cm Fall aus dein Jahre 1901, in welchem Jahr der Angeklagte seine Praxis im Bureau seines Vaters begann, die übrigen Fälle beziehen sich aus die Jahre seit 1904. Tie Anklage wegen schwerer Urkundenfälschung kommt daher, daß Alainzer sich von einem Klienten em Blankoakzept mit der Unterschrift geben ließ und dann nachträglich eine Summe von 500 Mk. hineuischrieb, natürlich ohne Zustimmung des ersteren. Tie Gebührenüberhebungen geschahen in vier Fällen gegen Tr. Ruderhausen in Viernheim, indem der Angeklagte Gebühren für amtliche Verrichtungen erhob, von denen er gewußt haben soll, daß der zur Zahlung »Tinoxa = war, ist u. bleibt baS beste Schutzmittel gegen Klotten ä 20 Pfg. zu hoben m der Adler- drogcrie Lettersweg 39. 12887 ___________Otto Schaaf. DF* Hochfeine Saiat-Gurken eigene Züchtung, jeder Posten lieierbar, zum Tagespreise. 127® Eduard Birger Kunst- und Handels-Gärtner Marburg. Str. 83 Aftcrweg 3 Haus mit Ladenß auf dem SetterLweg preisw. mit kk-Anz.zu verr. Nah. Lergftr.7, II. Achtung! (tzclcgcubeltskaui: Berk. m. hochfeine Dalmatiner Rüde, ca.60emSchulterhöh.,welk; m. wundervoll, schwarz. Punkt, üb. d.ganz.Kärp. 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