. 7. Januar, abdS. neitxb ^odjenu Redakteur Tr. Aiax Quarck, für die At»l l e l sk a n d s v e r - e t n t g u n g der frühere Stadtverordnete Michael Ä ä ui P i und lür die Teniokralle der LandtagSabg. Rudolf Oefer. Ter Wahlkreis Frcmliuri »vuide bisher bciaimliich von einem Sozialdemokraten un Reichstag vertreten, der znletzi mit knapper Mehr- heil wiedergeivöhlt wurde. AIS Gegenkandidat fungierte damals em Temokral, em Jude. Tie Aruifeunlen stimmten für den Sozial- demolraien und gaben damit den Ausschlag. Tiesmal Hal die Temolrane eine- Christ ausgestellt, der sich den Sly wohl erobern würbe, lagen b-a Verhälliuhe nicht wejenllich anders als da-uals. Ta durch, daß auch die anderen Parleien Ziandidaren auhreUteii, werden sich die Stimmen 5 n Gunsten der Sozialdemokratie zersplittern, zumal im deniokratlsch-freilinnigen t'ager keine a"— grobe Einigkeit herrscht. Em großer Teil der Freisinnigen wird voraussichtlich md)t stimmen, denn er ist empör! darüber, daß die Fiaknon keinen eigenen Kandidaten ausgestellt hat. Als solcher war bekanntlich der ^andtagsabg. Funck in Aus- sicht genommen, der aber zu Gunsten Lesers verzichtete. Die Kandidatur Känipf wird von de>i Anlisemilen, den Christlich-Sozialen und der freien evangelischen Volksoeremigung unterstützt. Ter Jungliberale von Laßaulx erfreut sich großer Beliebtheit, doch sind ferne Chancen nach iiage der Dinge gering. In üDiarburg wurde vom Zentrum Negierungscat Klocke in Treysa als Rcichstagskandidat ausgestellt. In Bonn wurde am Sonntag nach einer wirkungsvollen Rede des Generals v. Trotha Oberlandesgenchtspräsident a. D. Hamm zum antiklerikalen Kandidaten proklamiert. Ein paar nationale Arbelterkandldaturen sind von Jntecesie. Die Konservativen haben als Kandidaten Deutsches Reich Berlin, 6. Ian. In E>ojlrci>cn Ijvit ein ts geschenk des Kaisers an den a m e r i k a n is a- e n Bot ch a f t e r Charlarnagne Tower Aussehen erregt. Tas kostbare G» , chenk stammt aus dem Privatbesitz des Kaisers und mar von einem mir Bleistift geschriebenen eigenhändigen Brief begleitet. Der Kaiser schreibt seinem „de ar Mister Joni er", daß er entzückt sei über die augenblicklichen herzlichen Bei Ziehungen zwischen Deutschland und Amerika, weil er darin eine großeGarantiesüroenWeltfriedew erblickt. (Das Ausfallendste daran ist wohl, daß dec deutsche Kaiser in diesem Briefe sich der englischen Sprache bedient hat. D. Rd.) — Gestern besuchte der Kaiser das Kunstgewerbemuseum, um eine von Kommerzienrat Schwederer-Atünchen geschenkte Krippe in Augensckjein zu nehmen. Später konferierte er mit dem Reichskanzler in dessen Palais. — Der Kaiser tzac an den Großadmiral v. Köster eine in den ehrendsten Ausdrücken abgefaßte Lrdre erlassen. — Auf Antrag der Staatsanwattschasi ist durch Beschluß deS Landgerichts das gerichtliche Verfahren gegen den Geh. exp. Sekretär Schneider und den Geh. Sekretariats- assistenten Götz eingestellt worden. Beide standen unter dem Verdacht, amtliche Schriftstücke aus der Kvlonial- abteilung dritten Personen ausgeliefert zu haben., Die über sie verfugte Suspendierung vom Amte ist rückgängig ge* macht worden. , — Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: In dem Bel ei d i g u n g s p r 0 z e ß, den Dr. Karl Peters gegen die „Köln. Ztg. führt, wird, wie wir aus London erfahren, der „F a l l H e l l w i g' der den Reichstag im Dezember 0. I. beichäftigtc, eine neue: Beleuchtung erfahren. Geheimrat Dellwig, der angeb. .che Aw. stifter des ganzen „Falles Peters", wird im Zeugenverhör vernommen werden, ebenso Herr v. Bennigsen, der Korreipondent der „Köln. Ztg." Es ist zu hoffen, daß wir damit endlich zu dem eigentiicfen Untergrund dieser Angelegenheit gelangen werden, die die öifentliche Meinung feit zehn Jahren beichäftigt. — Nachdem mit dem 1. Januar das gesamteSeetrans-i Portwesen für die Kolonien von dem Kolonialamt auf die Seetransportabteilung des Reichsmarineamts übertragen ist, hat diese Behörde sofort die er,oroerlichen Schritte lür weitere-Rucktransporte aus Teuffch-Südwestafrika, eingeleüet. — Professor Sch moller beruft im Verein mit zahlreichen Vertretern der Wissenschaft und Künste für den 8. Januar eine große öffentliche Versammlung ein, in der der Kolonialdirektov Ternburg die erste Ansprache halten wird. Die Ein- berufer, die den verschiedensten poetischen Parteien angehören, verfolgen die Absicht, ine Wähler über die Bedeutung einer entschlossenen Koloniatpolitik aufzuklären. — In dem Be, inden des Ministerialdirektors Tr. Althoff ist eine weitere erhebliche Besserung eingetreten; jedoch ist mit Rücksicht auf eine immerhin mögliche Verschlimmerung des noch keineswegs ganz gehobenen Leidens einftlveUen nicht abzusehen, wann Tr. Ailhon seine dieristliche - Tätigkeit wieder aufnehmen kann. — Wie man von zuständiger Seite erfährt, wird wegen Abschaffung der amtlichen Trichinenschau in den bereinigten Staaten in Zukunft kein amerikanisches Schweinefleisch mehr eingeführt werden. — Im Etatseiit.ours für 190/ wird für beit Präsidenten des Reichsbankdirektoriums ein Gehalts-Mehrbetrag von 10 000 Mark gefordert, und zwar in Geitalt einer Repräsentationszulage. Bis z.e Verabschiedung des Etats lür 1906 roax die Stelle des Reich-bankpräsidenlen im Gehalt mit 30000 Mk. den ^taatsiekre^ceii gleichgestellt. — Nach der Entscheidung im Fall Ceiar ist folgende gemeinschaftliche Erklärung von 14 7 preußischen im Amte stehenden Pfarrern dem Obercirchenrat zugegangen: „Aus Anlaß Der Entschswung im yau Ebsar evipfindeN es tee untaöeiebneten Pfarrer der preußischen LandsÄiLchs^ ® Frau >urch u 'flcboi Synfe ait^Ä: "rcLVA rerein Giessen. ; leer, wf J jdjmaL urs. - pvz. ^enverdienst *®runqen 5 erinch, u en WZ 1 fltfnM dlnz. erbet, |1 etwrnidHn I M awta dein unserer Zollpolitik würde die Hauptursache der Fleischnot beseitigt sein, die man zu Unrecht den Metzgern mit zu- : chreide. Er verbreitete sich sodann noch über die Schäden deL Zolltarifs für den Handwerkerstand, forderte eine Reform der Rechtspflege im volkstümlichen Sinn, insbesondere auch eine Reform des Militärslrafrechts, und verlangte schließlich eine den Interessen der Arbeiterschaft ent- prechende Sozialpolitik, insbesondere die Gleichberechtigung von Arbeitgebern und -Nehmern hinsichtlich deS Arbcitsver- trageS, unbedingte Koalitionsfreiheit, Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. Daß der Redner für die Erhaltung des jetzt bestehenden Reichstagswahlrechts eintritt, ist wohl selbstver- tündlich. Er schloß mit der Versicherung, daß er im Falle feiner Wahl sich bemühen werde, daS Mandat im Sinne der Förderung deS Wohles deS Wahlkreises und Vaterlandes auSzuüben. Nach der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede machte Nealschuldirektor Dr. Pütz einige Bemerkungen über die Stellung des Dr. Wallau in der Fleischnolfrage, worauf der Vorsitzende die Versammlung nut einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß. Wir lesen in der »Köln. Volksztg.*, dem rhein. ZentrumS- organ, folgende Korrespondenz anS Darmstadt: Eine Weinheimer zahlreich besuchte Veriraiiensmanner-Ver- smnmtung der Z e n l r u rn s p a r l e i des Wahlkreiies Bensheim- Erbach beschloß, von der Aiiisiellung einer Zeiilrumskanditdaiiir Abstand zu nehmen und bereus un e r st e n W a h t g a n g e für den christlich-sozialen Kandidaten 9i i p p e l aus Hagen emziurete». Tas Zentrum verfügt im Wahlkreise über 4ü00 Stimmen. Tamil wird veihindert, daß der seuherige naiionalliberale Vertreter, Geir Rat Haas, mit dem Sozialdemokraten in die Stichwahl kommt. Im Wahlkreise F r , e d b e r g - A i, d 1 n g e n handelt es sich für das Zentrum in erster Linie um die B e s e 11 i g u n g des Blockkaudi- dalen Wrn’en Lri 0 la. Tas Zentrum wird un ersten Wahlgauge auch hier auf eine Zentrumskandidalur verzichten und seine 20UU Stimmen direkt auf Den Bauernlstindtcr Bähr vereinigen. Es ist sehr bezeichnend für die Niittelstandsfreundlichkeit deS Zentrums und der von ihm so liebevoll unterstützten .MillelstandS"kandidatiir des Stöckenaners Rippel, daß sic die Wahlversammlung in der vom Wahlkreis ziemlich ent- fernten und nicht sehr bequem 511 erreichenden badischen Stadt Weinheim abhailen. Hoffentlich merkt sich dies der Mittelstand des Wahlkreises VenSh^-n-Erbach für den Tag Der Wahl. Im übrigen überschätzt der Darmstädter Korrespondent deS Polenblattes am Rhein die Anhängerschaft deS ZentruniS in "Äenshcim - Erbach gewaltig. Bei der letzten Wahl erhielt das Zentrum nicht rund 4000, sondern genau 2358 Stimmen. Hoffentlich bereitet bie vorwiegend protestantische Wählerschaft der beiden Wahlkreise den vcr- kappten Zentrumskandidaten Rippel und Bähr den oerbienten Durchfall. Das „Mainzer 2agebl/ teilt der vaterländisch und freiheitlich gesinnten Wählerschaft des Wahlkreises Mainz nut, daß Tr. Friedrich Pagen st tz-cher sich bereit erklärt hat, die Kandidatur für die liberalen Parteien dort anzunehmen. Tie freisinnige Partei unterstützt diese Kandidatur, die Temo- (raten aber sind Gegner Dr. Pagenuechers. Die Lage im Wahlkreis Alzey-Bingen scheint immer verworrener zu werden. Nachdem soeben erst berichtet mürbe, daß der nach dem Scheiter»» einer gemeinsamen Kau- didatur der liberalen Parteien 0011 seilen der Nationalliberaleu ausgestellte Kandidat Lichtenstein die Ueberuahme der Kandidatur abgelehnt habe, verlautet jetzt nach den ,51. H. Vbl.*, auch Laudtagsabg. W0l f-Stadeckeu, der vom Bauernbund ausgestellt »var und der Unterstützung der Zentrumspartei sicher sein durfte, von der Kandidatur zurück- getreten sei. ^•on der Wahlö.wcgung im Reiche. Aus Frankfurt a. 9)1., 6. Jan., erhielten wir folgende Meldung: Nachdem da? Zentrum heilte den Redakteur Erzberger ausgestellt Hal, ist die Kandldaienlisle famliicher Paneien voll- ständig. Es kandidieren nunmehr für die nationalliberale Panel Kaii'mann Fntz von L as j a ulx (der Vorsitzende des jung- liberalen Vereins. T. Red.), für Die Sozialdemokraten für den zweiten Berliner RelchstagSivahlkrciS den Arbeiter Reinhardt ausgestellt und die Nationalliberalen stellten im Wahlkreis Recklinghausen-Borken den Bergmann Zieback aus Harpen als ReichstagSkandi- daten auf. Zwischen den Nationalliberalen und Baucrn- bundlern ist jetzt in den Wahlkreisen der Rheinpfalz endgültig ein Wahlbündnis abgeschlossen worden. AuS Osnabrück wird gemeldet, daß dort die Aufstellung eines Zentrums-Kandidaten von verschiedenen hervorragenden Vertretern der Partei öffentlich mißbilligt wurde. Ferner hat für den Wahlkreis Olpe-Meschede-Ar n S - berg, besten Mandat dem Zentrum gauz sicher ist, die Vei- tretling der westfälischen Zentrumspartei die Kandidatur des bisherigen Abg. Fusangel nicht anerkannt. Dieser, erklärt jedoch, daß er seine Kandidatur aufrecht erhalte. „HillgerS Wegweiser für die ReichslagLwahl." Zur 9ii'ich8tagSwah^ ^önimt rechtzeitig ein ausgezeichnet orientierendes Werlchep «Mü dem Titel „HillgerS Wegweiser für die Verlag von Hermann Hillger. Preis 50 Pfg./ '' Tas 160 Seiten starke Büchlein rnthält ein überaus wertvolles Material. ES befinden sich darin neben einer ausführlichen Chronik über die letzte Legislaturperiode, das Wahlgesetz, das Wahlreglemcnt für den Reichstag, Schilderungen der einzelnen Parteien, sowie eine ganze Reihe sorgfältig aiisgearbeiteter Zufammenstellungen und Uebersichten, ferner die Programme und Die Wahlaufrufe; sämtlicher Parteien, eine ausführliche Liste sämtlicher Wahlkreise mit den 1903 und bei den Nachwahlen für jede Partei abgegebenen Stimmen und vieles andere. Allerdings kann man auch manches Schiefe dann finden, so z. B. wird als Führer dec hessischen Nationallibcralen Freiherr v. Heyl bezeichnet, während doch nur ein Teil sogenannter National- liberaler ziir Hcylschcn Gefolgschaft gehört. Kurz, das Werlchen führt mit Recht den Flamen Wegiveiser für die Reichstagswahl. Man wird nichts darin vermissen, was für einen Deutschen Wähler inbezug auf die bevorftehende Wahl uon. Jnteresie fern kann. ichllmg rk nul la. Lbieki WHuntJ l 11. VUP Mn(iL änr,rbuie »ivb. klnz. ertiwn. I kann freie 1 4 lUobunug BtauffitbiiQunebtr finet C.UQiiantt4, n in bn «rlchalib- enu «mfiiicu, (U nimm» noch j?un- den an tu unb mic. v. Ämlne iellidmjtctt iiänbiat ü-Bühne erleiden. Karl pollmanil, TtUJiifnaoe L H. Ije viel allein iii mng. H)läbdi AAü >1 A A<4SBmäwä werden »m Wechsel mit « Bf MM ■ M M MW diePost Mk.2.-vienel- dem hesfischen Landwirt ■ ■ Ä JF HA K ■ ■ Bx B W ■ ■ ■ Wx III ■ die Siebener Familien. ■ WWW Hr N M Hf HB HU Hf H HL H Hf Annahme von Anzeigen IVl 4411 IVIwIVt Woche beigelegt und W M W ▼ M V tH ▼ ▼ ~ ” Zeilenpreis: lokal 15Pf., zweimal wöchentlich das auswärts 20 Pfennig. KrtUblatt für ben Kreis —— 9 9 zIa < <" ** Berantwortlicb für SS General-Anzetger für Oberhessen MW ahrtd« füt Tepeidjen: Rotatlonrdmcl und Verlag der Brühigen Unlo.-Vuch. und St-indrnckerel. H. lange. Reöattion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. " B-L Anzeiger wie Ben.__ _____y-y-. B Ale üfutiß'. Kummer umlatzr 8 beiten. Zur ZHaylbewegung in Kcffen. Man schreibt unS aus Oden Haus en ^Rabenau): Am 1 Freitag nacymutcig sond hier im tzauvtschen Saale die erste liberale W a h i v e r s a m ..i l u n g ituii, vie von Bürgermeister Lang eröffnet wurde. Lehrer Schweitzer wies in kurzen, markigen Worten auf die Bed>mung und den Ernst dieser Stunde, foiuie uer nun lomu*e..ven Zcic hin. Vie*.auf ertiriff Br. Katb- flcifd) aus Gießen das Wort unb schilderte in ungefähr s/Jtün* biger klarer Rede die Auflösung des Reichsiages sowie die Be- bcuiung unserer suDwestdeutfcüen Kolonien in Afrika. Haupt- fachlich besprach.er bic deutsche Baumwoll-Industrie unb betonte, baß gerade unsere Kolonien zur Erzeugung der hierzu erforderlichen Rohprodukte geeignet seien. Er wies hierauf auf die seitherigen Verdienste tzeyligenstaedts im Reichstage hin, rootauf Kommerzienrat Heyligenstaevt selbst eine kurze Schilderung über seine Tätigkeit im Reichstage gab und versicherte, auch ferner stets für des Vaterlandes Wohl einzutreten. Lehrer ©apoeibtr dankte nun im Namen der Versammelten den beioen Rednern unb sprach den Wunsch aus, daß auch alle, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt, am 25. Januar ihre Stimme Heyligenstaedt schenken möchten. Er scploß mit einem beifällig Qufgeiiommcncn Hoch auf diesen, worauf teuerer dankte. Gegen 6 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. Plan schreibt uns aus Butzbach, 7. Jan.: Gestern abend sprach vor et»öa 300 Wählern der agrarisch- ttationaLibcraie s.ithcr.üe Abgeordnete unseres WahUrcises (Fried- berg'Babingen) Gras Oriola in etwa 1 ^stündiger Siebe. Zu- iiüü)|t bcjd.)d1tigte er iich mit der Frage: Warum ist der Reichs- g aufgelöst iporbe»:. Sodann widerlegte er einzelne Aehaup- . iigen aus einem vor kurzem erschienenen soziaidemokratischLn aigblütt. Er wies ferner darauf hin, daß es bie Sozial- Demokratie fei, die stets fordere, aver mit der gleichen Müiifwucnj nie bewillige. Mit bezug auf die Zahlenangaben ber bie Schmbcnlasten des Reick>eL seitens der soziaibemokrat. itei erkläite et in längeren Ausfüllungen, woraus bic)e bc- . nbi^n, unb kam zu bcm Schluffe, Daß es sich zum großen a al um produktive Schulden handle, bie sich bestens für bau Reich Derintcrei,testen. Die Rcichsfchulden von Hccr unb i.aiine seien deshalb so bedeutend, weil bie meisten übrigen i^juiben )uia# oet ^nizelstaaten leien uub von bieien auch Duett getragen würben. — Bei bem vom Reich zu leistenden Zuschuß von 50 Mutioncn Mark zur Alters- unb JnvaliDeliverftcherung sei bas Reich selbst bet größte Arbeitgeber Otwln »van bann einen lliüablid auf seine leithenge Tätigkeit im Reichstag und hob hervor sein Eintreten für Unterstützung bet Militännvaliben, bas Verlangen einer Entschädigung für bie Verzichtieistung auf den Zivilvctiorgungsschein, Neuregelung der Wohnungsgeid- -uschüste, Etl>öiM»ig ber Naluraivctpftegungsgechet jürs Militär, bas Zustaiidelummen der verfchieDenen inbirelten Beiteurtungen, bic er zu rechtiertigen suchte, bie Ablehnung bet Stempeistaucr, wobei er zu erroalynen vergaß, daß bie Ktachtvt.eiurkundenstempel- Iteuer zustande gekommen i|i. Zugleich erklärte sich der Redner als Gegner ber Reichserbschaftssteuer unb als gwßer Freund einet ReieiBeinkommcnüeu^r. Aus die Fteifchnot ging Redner nicht nüber ein, es üilekessierte nur bie Angabe, baß 72 Proz. aller Schivcine in Dcutschlanb weder von Agrariern noch kleinen Bauern gezogen würben, sondern gerade von Dem kleinen Arbeiter! — Da ber Redner sich bereits vor einigen Wochen erst über die übrigen Punkte seiner Reia-Stagstaffgleit bis ins einzelne verbreitet h-.tte, so sckywß er seine Rebe mit dem Wunsche, baß i.iie bürßctiuyen Parteien vereint gegen bie Sozilllbemo. irutie zuiammengehe»'. möchten. — Zur Tiskujiwn meldete sich buCujtdüniDait Dr. Brücher aus Bad-Rauheim, Schriifführer des dortigen Freisinnigen Vereins. Er verurteilte bejonderS . .e Fahrtartensteuecn und überhaupt daL Verhalten ber Rechts- libctulen Partei, die auch stets zu Ausnahmegesetzen zu haoen fei. Um nicht in das „reaktionäre Fahrwaner" hmeinzugeraten, 'onnc seine Partei unter leinen Umständen für biefen lliberalen Kandidaten eintreten. Nach kurzen Er- oibirungen des ersten Redners »Dutut bie Sknammlung mit einem Hoch auf das Vaterland geschlossen. Aus Bad-Sia u heim, 6. Jan., wird uns geschrieben: Sicherem Vernehmen nach wird die freisinnige Partei dieser Tage ihren e» g e n e u Kandidaten bringen. Es^chiveben zuizeil noch Verhaiidliliißbn mit Parteiangehorigen von yrieDberg und Butzbach. Die freisinnige Partei des WshN^L^seE Alsfeld-Lau ter bach-S^ otten eröffnete'am Sonnlgg ihre Agitatlonstätigkelt für bie Reichstagswahl burch eine von nahezu 400 Personen besuchte Versammlung in Alsfeld. Nachdem der Vorsitzende, Fabrikant Waldeck, die Anwesenden begrüßt halte, legte der Kandidat, Landlagsabgeord. RechtSamvalt und Notar Reh, in etwa ernslündiger Rede die Grundsätze dar, die ihn im Falle seiner Wahl bei der Ausübung des NlandatS leiten würden. Er sprach sich zu Eingang seiner Rede über die Gründe der ReichstagSauflösimg HermafinSl den O’ÄlW B‘llW1\r 10» -?s @%** sSSZ, mtb der öffentlichen Wahrhaftigkeit unseres Kirchenwesens willen alS Gewisfenspflicht, dem evangelischen Oberkirchenrat gehorsamst zu erklären, daß sie grundsätzlich mit Pfarrer CSs ar überein stimmen, in der Anwendung modern- theolo g ischer Erkenntnisse auf ihre Stellung zum Bekenntnis, und daß sie auch fernerhin in ihrer amtlichen Wirksamkeit diesen Standpunkt vertreten, überzeugt, auf diese Weise dem Evangelium am besten zu dienen. — Die Fraktion der freisinnigen Volkspartei hat beschlossen, im Abgeordnetenhause einen Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und allgemeinen Wahlrechts für die Wahl zum preußischen Land- tage einzubringen. Marokkanisches. Tanger, 6. Jan. Durch glaubwürdige Eingeborene ist die Nachricht hierher gelangt, daß die Truppen des Maghsen Zinat, die Festung Raisulis, eingenommen haben. Die Artillerie der Ma- 1 halla schleuderte im Laufe des Vormittags zwei Granaten in die Feste Raisulis. Als keine Antwort erfolgte, man daher die Festung verlassen glaubte, rückte ein Teil der Mahalla vorsichtig vor. Man fand die Tore geöffnet ulnd die innere Festung von den Leuten Raisulis verlassen. Nur Verwundete sind zurückgeblieben, die nicht hatten fliehen können, unter ihnen ein Vetter Raisulis. Man hegt Befürchtungen wegen deS Schicksals von etwa 14 Gefangenen Raisulis, unter denen sich der vor kurzem von Raisulis Leuten gefangen genommene portugiesische Schutzbefohlene Arrar sowie drei seiner Verwandten befinden- Man glaubt, daß Raisuli , sie mitgenommen hat. Den letzten Nachrichten zufolge sind zwanzig Mann gefallen, ' während die Anzahl der Toten auf seilen Raisulis fünfzig beträgt. Raisuli gelang es, abends aus Zinat, das zerstört ist und in Flammen steht, ins Gebirge zu fliehen. Er soll durch etwa siebenhundert Mann von den Gcbirgsstämmen Verstärkung erhalten. Gefangene sind vor Zinat nicht gemacht, doch fielen 2000 Stück Hammel sowie anderes Vieh in die Hände der Angreifer. Kriegsminister GebbaS will den algerischen Offizier Ben Tedera mit der Vertretung des Kommandanten der Stadt beauftragen. Doch haben die dortigen französ. Behörden Bentedera nicht gestattet, der Aufforderung Folge zu leisten. Bentedera wurde angewiesen, Tanger nickt zu verlassen. DaS Neueste aus Rußland. In Petersburg drangen am 4. d. M. vier junge Männer der Terroristen gruppe in die Wohnung deS achtzig- I jährigen Generals Schepkin ein, der unter dem liberalen ! Regime Alexander II. Gouverneur von Sibirien war. Sie banden ihn und seine bejahrte Gattin an Stühle und verlangten Geld für die Terroristensache. Beide Opfer verloren daS Bewußtsein, worauf die Bande einen Schreibtisch erbrach und 1500 Rubel raubte. Eine Dienerin schlug Lärm, worauf die Einbrecher zu entfliehen suchten. Einer wurde ergriffen, doch erschoß er sich bevor er ab- geführt werden konnte. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Januar 1907. * • Stadtverordneter Emil Schwall f. In der Nacht auf Sonntag starb nach längerem Leiden der in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft wegen seiner unabhängigen Gesinnung und seines biederen geraden Charakters sehr geschätzte und beliebte Zigarrenfabrikant Emil Schwall. Herr Schwall, ein geborener Gießener, waram 10. Mai 1851 geboren, i Er betrieb gemeinsam mit seinem Bruder seit 1878 eineZigarren- ; sabrik, fand aber neben seiner erfolgreichen beruflichen Tätigkeit noch Zeit, sich mit öffentlichen Angelegenheiten zu be- , schäftigen. DaS ihm entgegengebrachte reiche Vertrauen seiner । Mitbürger ist daraus zu erkennen, daß er in verhältnismäßig jungen Jahren (Ende der 80 er Jahre) in die Stadt- verordneten-Versammlung gewählt wurde, zunächst auf drei Jahre und dann zweimal als einer der Höchstbestimmten auf neun Jahre. Auch war er seit etwa 20 Jahren ein eifriges Mitglied deS Kirchenvorstandes. Herr Schmall war ein treuer Anhänger der fteisinnigen Partei, wenn er auch politisch wenig hervortrat. DaS Andenken des so früh Verstorbenen wird in seiner Vaterstadt noch lange fortleben. • • Besitzwechsel. Das Geschäfts haus der Firma G. W. Schneider, Marktstraße 30, ging für 128 000 Mk. in den Besitz des Kaufmanns S. Meyerfeld von Großen- Buseck über. Er beabsichtigt, das seither im Hause betriebene Manufaktur- und Konfektionsgeschäft weiter zu betreiben. * • Gestohlen. Einem Dienstmädchen wurde am 2. Weihnachtsfeiertag in einem Tanzlokal das Jackett und der Hut gestohlen. Die Stücke wurden von der Polizei in der Wohnung eines Schneidergesellen gesunden und konnten der Eigentümerin wieder eingehändigt werden. * • Unfall. Am Samstag wurde auf dem Bergwerk der Arbeiter Franz Jankowsky verschüttet und erlitt einen Beinbruch. Der Verletzte starb heute morgen in der chirurgischen Klinik, jedenfalls hatte er auch innere Verletz, ungen davongetragen. • • Unfug. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde am Gymnasium ein Stück der Einfriedigung mit Gewalt umgerissen, auch Straßenlaternen beschädigt. Als Täter wurden zwei Herren beobachtet, die hoffentlich festgestellt werden und ihrer Bestrafung nicht entgehen. Arbeitsvergebung. Die Mobiliarlieferung für den 9leubou der höheren Mädchenschule soll Mittwoch, bett 23. Januar b» I. vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. ____ Looö I. Möbel des Direkwr-, Vorzimmers und Bib- liothek. Loos TT. Möbel deS Konferenz-undLehrertnnenzimmers. Loos ITI. Möbel des Zeichensaales. Loos IV. Schränke und Tische re. deö Lehrmittelraumes. LooS V. Schränke und Tische rc. im Physik- und Sauuw lunasraum. LooS VI. Schiebelaseln, Abschlüsse und Tische re. Loos VH. 400 Stühle und einige Hocker. Zeichnungen, Arbeitsbeschrcibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genanten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlags- frist drei Wochen. Zeichnungen können nicht abgeben werden. Gießen, den 5. Januar 1907. B 7.1. Städtisches Hochbauamt. ______________________c r 6 e l.________________________________________ Neubauer sche Stiftung. An eine bedürftige, in Gienen tvohnende, Rechtsanwalts- oder Advokatenwitwe ist ein Unterstützungsbetrag von jährlich 120 Mark zu vergeben. Anträge auf Gewährung dieser Unterstützung sind an den Unterzeichneten zu richteir. Gieße::, den 3. Januar 1907. Der Pfleger der Neubauer'schen Stistupg Mendels oh n, Rechtsanwalt. [202 " Unsitte. In einigen Dörfern dec Rabenau herrscht der Brauch, daß die Burschen hinter den, den Dienst wechselnden Dienstmädchen her gehen und mit der Peitsche knallen. Hierbei wurde einem Mädchen in Mainzlar mit dem Peitschenriemen in ein Auge geschlagen, sodaß es in die Klinik sich begeben mußte. Die Verletzung ist so, daß das Sehvermögen an dem einen Auge verloren sein wird. "'Verhaftet wurde der von der Staatsanwaltschaft Deffau wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Arbeiter Hermann Müller aus Peiskersdorf. "Die liebe Schwiegertochter. Ein vor acht Tagen verheirätetes junges Paar dahier teilt die Wohnung mit den Eltern des Ehemannes. Bereits gestern kam es zwischen den jungen Eheleuten zum Wortgefecht und als die Schwiegermutter zum Frieden mahnte, ergriff die junge Frau eine Kaffeetasse und bearbeitete damit den Kopf der Schwiegermutter derart, daß das Blut floß und ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden nmßte. *• Das neue Dienstmädchen. Ein hiesiger Metzger hatte vor 14 Tagen ein Mädchen gemietet. Als das Mädchen gestern den Laden putzte, nahm es die Gelegenheit wahr und plünderte die Ladenkaffe. Auf erstattete Anzeige und gestellten Strafantrag hin gestand das schon mehrfach vorbestrafte Dienstmädchen die Tat ein; für das gestohlene Geld waren bereits verschiedene Einkäufe gemacht. △ Lollar, 7. Jan. Der Geflügel-" und Vogelzuchtverein arrangierte am 5. und 6. d. Mts. eine Lokalausstellung, verbunden mit Prämiierung und Preisschießen. Es war durchweg schönes Material ausgestellt. Der Verein hatte diesmal kleine Barpreise ausgesetzt. Die Prämiierung der Tiere fand Samstag mittag von 1 Uhr ab statt. Als Preisrichter fungierte Herr Geflügelzüchter Södel von Nieder-Gemünden. Die Ausstellung war Sonntags gut besucht. — 25 Kroaten, die auf der hiesigen Main-Weser-Hütte beschäftigt waren, wurden am Samstag entlassen, da sie ohne ersichtlichen Grund die Arbeit niederlegten. Da man Ausschreitungen befürchtete, war bei ihrem Abzug Gendarmerie anwesend, deren Anblick auf die heißblütigen Söhne Kroatiens so ernüchternd wirkte, daß sie das Werk trotz ihres vorherigen aufgeregten Benehmens in aller Ruhe verließen. Groß-Gerau, 5. Jan. Das hiesige „KreiSblatt" berichtet über einen Vorgang, der das allergrößte Aufsehen her- vorznrufen geeignet ist. Die Darstellung ist unterzeicknet von zwei evang. Geistlichen, Sanitätsrat Tr. Lahr und einer Reihe sonstiger Mitbürger unserer Stadt. Der Vorgang wird tute folgt dargestellt: „Am zweiten Weihnachtsfeiertaqe wurde die hiesige Gemeindeschwester in eine Fackilie, in der der Mann katholisch, Frau und Kind evangelisch sind, zur Pflege des schwerkranken Mannes gerufen. Da der katholische Pfarrer gebeten hatte, ihm bei solchen ihn angehenden Krankheitsfällen Nachricht zukommen zu lassen, veranlaßte die Schwester die Angehörigen des Kranken, den Pfarrer zu rufen. Er erschien alsbald und ließ, nachdem er etwa eine Viertelstunde mit dem Schwerkranken allein gesprochen, die Frau desselben ins Zimmer kommen. Hier erklärte er ihr, der Kranke habe sich gegen die katholische Kirche versündigt, weil er sich evangelisch trauen und sein Kind habe evangelisch werden lassen. Da er dies einsehe, diese Sünde wieder gutmachen und auch katholisch beerdigt sein wolle, habe er den Entschluß gefaßt, sein Kind der k a t h o l i s ch e n Kirche zu überweisen. Im Anschluß hieran sagte der Pfarrer noch zu der Frau, es sei ihm lieb, wenn auch sie katholisch würde, er wolle sie aber nicht zum Uebertritt zwingen. Hierauf zog er ein Papier aus seinem Rocke, auf dem einige Zeilen mit Tinte geschrieben standen. Hierunter schrieb er noch mit Bleistift: Es ist der Wunsch des Mannes, daß sein Kind katholisch wird, da der M a n n nicht mehr schreiben kann, unterschreibt es die Frau. Nur dieser Zusatz wurde der Frau vorgelesen und von ihr in der begreiflichen Aufregung unterschrieben. Der Pfarrer erklärte ihr wiederholt, daß er von diesem Schriftstück später Gebrauch zu machen gedenke und entkräftete das Bedenken, daß sie als evangelische Frau ihr Kind nicht katholisch unterrichten könne, durch die Zusicherung, daß er selbst es unterrichten werde. Er drückte ihr dann noch ein Geldstück als vorläufige Unterstützung in die Hand und verbot ihr, zu irgend jemand, vor allem nicht znr Gemeindeschwester etwas von dem Vorgefallenen zu sagen. Als 6er Pfarrer kaum das Haus verlassen hatte, starb der Kranke. Die Unterzeichner erklären, daß der Vorfall „auf Grund protokollarischer Aussagen" dargestellt ist. Das Schacht-Unglück im Hunsrück. Boppard, 5. Jan. Wie die „Bopparder Zeitung" zu dem Bahnbauunfall meldet, sind wieder drei Tote ans- gegrciben worden. Man schätzt die Zahl der noch Verschütteten auf 10 bis 18. ES sind meist junge Leute, darunter vielfach Söhne von Witwen. Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig, weil noch etwa 1000 Kubikmeter Erde wegzuschaffen sind und Nachrutschungen befürchtet werden. Koblenz, 5. Jan. Von der Unglücksstätte meldet die „Koblenzer Zeitung" weiter: Kurz vor der Unfallstelle befindet sich eine Unterführung. Hier sind die Leichen, die man bis jetzt auS dem mehrere tausend Zentner betragenden Geröll hervorgezogen hat, untergebracht. Der Berg, welcher zu durchschneiden war, ist etwa 150 Meter lang. In der Mitte des Durchstiches hat sich die östliche Seitenwand, wahrscheinlich infolge des Tauwetters, losgelöst und hat die in der Mulde befindlichen Männer verschüttet. Die Nettungsacbeiten werden von dem Bauinspektor Lemke von der Betriebsinspektion Saarbrücken geleitet. Die Verletzten sind bei ihren Familien untergebracht worden. Sie haben meist Beinbrüche erlitten. Es hat den Anschein, als ob die Böschung zu steil angelegt worden sei, denn die Wände stehen fast senkrecht. Es steht fest, daß das Unglück mindestens fünf-* zehn Menschenleben gefordert hat. Mindestens 4 bis 5 Arbeiter, deren Namen noch nicht festgestellt werden konnten, befinden sich noch unter dem Geröll. Kurz vor NedaktionSschluß wird noch gemeldet: Boppard, 6. Jan. Die beiden Leichen wurden heute nacht geborgen. Im ganzen wurden elf Arbeiter, ein Mädchen von 18 Jahren und ein Schulknabe getötet. Von den umgekommenen Arbeitern sind drei Familienväter. Die Zahl der Verletzten beträgt etwa zwölf. Dermifcfotcs. ' Paris, 6. Jan. Nach dem heule veröffentlichten Ergebnis der letzten Volkszählung vom 4. März 1906 beziffert sich die Bevölkerung Frankreichs aus 39,252,267 Seelen. Die Zunahme feit der Volkszählung von 1901 beträgt 290,322. In vielen Departements hat die Zahl der Bewohner abgenommen infolge der Anziehung der ländlichen Bevölkerung durch die Groß- slädle. Von dem Gesamtzuwachs von 290,322 Seelen entfallen ans die über 30,000 Einwohner zählenden Städte 223,072: im Seine- departement stieg die Bevölkerung von 3,669,130 Menschen int Jahre 1901 auf 3,848,618 in 1906; hiervon entfallen auf Paris allein 2,763,393, das sind 49,325 mehr als im Jahre 1901. * Einen schauerlichen Versuch zur Massenvergiftung völlig harmloser Menschen unternahmen in C h i e a g o st reitende Gesellen dortiger Bäckereien. Sie mischt-en tödlich wirkende Präparate, Karbolsäure und andere Giftstoffe in die Teigmassen, die die Streikbrecher verarbeiteten. Glücklicherweise wurde das Unheil zeitig genug bemerkt, um das Publikum warnen zu können, sodaß bisher niemand dem Attentat erlegen ist. Einige Verbrecher sind verhaftet, die Bäckereien polizeilichem Schutze unterstellt. * Kleine Tagesckronik Bei Lyon sanden infolge eines A n t o m o b i l u n f a l l e s die Frau eines Arztes, sowie zwei Chauffeure den Tod. Ter Arzt, der selbst schwere Verletzungen erlitt, glaubt, das Unglück sei dadurch herbeigeführt worden, daß einer der Chauffeure bei einer Biegung von einer Ohnmacht besaiten wurde. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 7. Jan. (Orig.-Telegr. be5 „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 18.75—00.00, Kurhesfischer Mk. 18.75—00.00, La Plata Mk. 19.50—20.00, Kansas Mk. 16.50—16.75, Roggen (hiesiger) Mk. 16.50—16.75, Gerste (Westerauer! Mk. 17.00—17.75, Franken- selder Mk. 18.50—19.25, Hafer 17.00—18.00, MaisMk. 13.50—13.75, Weizenmehl 27.00—28.25, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.25, 3. Qualität Mk. ‘ 23.25—23.75, Noggenmehl 0 Mk. 25.00-25.50,1. Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Alk. 10.00 bis Mk. 10.60, Noggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 18.00—18.50. Alles per 100 Kg. ab hier. fr. Frankfurt a. M., 7. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht de? »Gieß. Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktvreis e. Zum Verkaufe standen: 409 Ochsen, 126 aus Oestreich, 40 Bullen, 06 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 643 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 358 Kalber, 335 Schafe und Hammes, 00 Schaie aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1769 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPfimd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 80—85 All., 2. Qual 75-80 T?f., 3. Qual. 67—70Mk.: Bullen l.Qual. 78 bis 80 Mk., 2. Qual. 74—76 Mk.: Kühe 1. Qual. 76—78 Mk., 2. Qual. 72—75 Mk., 3. Qual. 62- 64 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kalber: l.Qual. 102—105Mq., Lebendgewicht 61-63 Pf., 2. Qual. 90—95 Psg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 3. Qual. 00— 00 Psg., Schlachtgewicht 00-00Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 00-00 Pfg.,' 3. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 70—71 Pfg., Lebdgew. 56.00—00.00 Pfg., 2. Qu.68-69Psg., Lebend- gew. 55.00—00 Psg., 3. Qual. 60—65 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Markt mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend. Orkg-nal-Drahtmeldungen. Breslau, 7. Jan. Zu den Feierlichkeiten anläßlich des 25jährigen Bischofs-Jubiläums des Kardinals Kopp' wird auch der Kultusminister v. S t u d t in Breslau eintreffen und an dem Festgottesdienst und der Gratulations-Cour sowie dem Diner teilnehmen. München, 7. Jan. Am gestrigen Dreikönigstage wurde der nach siebenjähriger Pause für die Karneüalsdauer wieder erstandene Schäflertanz mit einer Huldigung vor dem Regenten in dem von Tausenden gefüllten Kaiserhof der Residenz eröffnet. Barhaupt über eine halbe Stunde an dem geöffneten Fenster in der Winterkälte zuschouend, vergnügte sich der greise Fürst an dem uralten hübschen Handwerksbrauch und es wurden ihm Ovationen von außerordentlicher Wärme und Herzlichkeit dargebracht. Auch zum Prinzen Ludwig zogen die von einer gewaltigen Menschenmenge begleiteten Schäfler, um in der Wittelsbacher Allee zu tanzen. Der Thronfolger empfing ebenfalls eindrucksvolle Huldigungen von der Volksmenge. Brüssel, 7. Jan. Der 42 Jahre alte aus Mecklenburg stammende Redakteur Paul F o r b e ck verübte in einem Casä Selbstmord. Die Ursache ist unbekannt. Paris, 7. Jan. Die deutscheRegierung hat, wie der „Figaro" meldet, zu der Ernennung Jules Cambons zum Botschafter in Berlin in einer für den hervorragenden Diplomaten überausschmeichelhaftenForm ihreZu- jlimmung erteilt. New-York, 6. Jan. DaS Ziel deS Bomben- merferS war augenscheinlich der 50 Millionen SBert* pdpiere und Bargeld enthaltende Stahltresor, der indeffen wenig beschädigt wurde. Die Bombe enthielt ein Drittel- pflind Nitroglycerin. Die Bank hat 130 Angestellte, von denen der Negerbote Cramp getötet wurde. 14 Personen wurden verletzt. Der Attentäter heißt Steele und war, wie die Fkf. Ztg. meldet, früher Polizist in Chicago Sein Lebensgang soll sehr unstet gewesen sein. Holzversteigerung. Montags den 14. Januar I. IS. werden aus den Distrikten Nainvöder Spies und Gierköpfe versteigert: Scheiter, Rrn.: 673 Buche L Klasse, 42 Buche TI. Klasse, 5 -vainbuche lrund): Knüppel, Rm.: 189 Bucke, 3 Hainbuche, 9 Eiche, 7 Fichte II. Klaffe, 2 Lärche,- gewöhnliches Reisig, Rm.; 708 Bucke, 2 Eiche.- Stöcke, Rm.: 108 Buche, 8 Fickte. Das blau unterstrichene Holz fonunt nicht zum Ansgebot, das zerstreut sitzende wird nicht voraezeigt. Zusammenkimft IO1/. Uhr vormittags am Pflanzgartem Nähere Auskunft erteilt Großherz. Jorstwart Adam zu Rainrod. Eichclödors, den 5. Januar 1907. Großh. Obersörsterei Eichelsdorf. B1/, Mann. ®3*|3heum Schanzenstrasse 18 Schanzenstrasse 18 Täglich grosse Variete-Vorstellung mit stets wechselndem Programm. Sonntags 2 Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr, und abends 8l/2 Uhr. Eintritt ä Person I, Platz 60 Pfg., II. Platz 40 Pfg. Es ladet ergebenst ein 84 L. Wagner. Bekanntmachung. Um für den kommenden Sommer der Schnalcnptage wirksam entgegenzutreten, ist es jetzt notwendig, daß die überwinternden Schnaken in Kellern, Ställen und fonstigen Gelaßen vertilgt werden, ehe sie nuSflieaen und ihre Eier ablegen. Zu diesem Zweck wird demnächst die Stadtverwaltung durch Leute, die hierfür besonders nu§qebilbet sind, die Vertilgungsarbeit in den Kellern vornehmen lassen. Die Einwohner unserer Stadt bitten wir in ihrem eigenen und im allgenreinen Interesse, den hiermit beauftragten Äuten bereitwillig entgegenzilkommeu und ihnen bei Erledigung ihres Auftrages jede mögliche Unterstützung zu leisten. Seinerzeit wird sich hieran die Vernichtung der Schnakenbrut in den stehenden Gewäffern, Waffertümpeln usw. anschließen und steht zu hoffen, daß auf diese Weise die Schnakenplage unterdrückt werden kann. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn die Vertilgung auch in den Gebäuden planmäßig erfolg-n kann und jeder auf seinen Grundstücken die Vornahme der erforderlichen Arbeiten gestattet. Gießen, den 7. Januar 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Cursckmann.B7, Pferdebesitzeri UA Original-H-Stoüßn äHH 1 Fabrikanten: LEONHARDT & C0„ Berlin - Schöneberg. Jll. Kitalog pntlil Tiefbewegt teile ich mit, dass mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater Herr Fabrikant und Stadtverordneter Emil Schwall Sonntag fiüh sanft dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Giessen (Ostanlage 36), den 7. Januar 1907. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 8. Januar 1907, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus. [241 ’ÖT"-.- V r aus statt. (0125 Giessen, den 7. Januar 1907. 248 Königlich Zreuhijche WWW Slolfcn. Lotterie j d ff Ziehung 1. Klasse 216. Lotterie am 10. und 11. Januar 1SO7. pro filüjit GruS Sand 956 Kbm. 475 5vbm. bcr vormittags 9 Uhr hier einzureichen. Die Eröffnung dec D7/, B!' i Gießen. Weitgehendste Garantieen. Rascheste Lieferung. >1 .E Lose geziemend in Kenntnis zu setzen, und bitten, unserem lieben Kollegen recht zahlreich die letzte Ehre zu erweisen. Tie Bedingungen, sowie die Uebersichf der Verteilung einzelnen Lieferungen auf die verichiedenen Strafienstreckcn I Giessen, Grünberg, den 7. Januar 1907. Neustadt 6 Der Erotzh. Kreisbauinspektor Gombel, Bau rat. liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Haingrabeustr. 21, woselbst auch die Anqebotsoordrucke zum Selbstkostenpreis zu erhalten sind, zur Einsicht offen. Für jeden Ltraßcrrmeisterbczirk ist ein besonderes Formular zu verwenden. Die Angebote sind versiegelt, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 19. Januar 1907, Angebote findet in Gegenwart etwa erschienener Bewerber statt. Friedberg, den 29. Dezember 1906. .-Bericht de? ,6üe§. rrklvreNe. Hm iiireicf), 40 Men, sfersen, Stirn und chale 11111*1 Kümmel, :chweine. VezM imfilöf 80-85 -Bit, •n l.Qual 78 bi? -78 M., 2. Qual. -00 Mk, 6. Dual Itroidii 61-63 Hi., I Pig., 3. Qual. >: l.DuaL 78-80, Lckiweme 1. Ona!. )-69ilfg., Lebend- iendgew. 00 M. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagt innigsten Dank Bei Anschaffung von Kraftmaschinen verlange man Katalog und Preisliste der neuesten Die Beerdigung des Herrn August Konrad findet Dienstag, den 8. d. Mts., nachmittags 4 Uhr in Wetzlar vom Portale des Friedhofes Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres heben Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters, des Herrn Michael Göbel sowie für die zahlreichen Blumenspenden unseren herzlichsten Dank. Familie Seeger. empfiehlt, so lange Vorrat Richard Ruehacker. König!. Preun. Lotterie-Einnehmer, Wietzen, Neuen Baue 11. 107 Tausende Motoren im Betrieb. — Glänzende Zeugnisse. Aensserst billige Preise. — Günstige Zahlungen. igen. eiten anläßlich de? Kardinals Kovv Breslau eintretien ilations-Cvur sowie Vergebung vou Strahennnterhaltungs-Materialien für das Jahr 1907. Zur Unterhaltung der Kreisstraßen des Kreises Friedberg sollen die erforderlichen Materialien auf dem Wege des schriftlichen Angebots, wie folgt, vergeben werden: Knegerkameradschalt Giessen. Bon dem am 6. Januar l.J. erfolgten Hinscheiden unseres Mitgliedes und Kameraden. v7/i EmäS SchmaBä Stadtverordneter u. Mitglied Grotzh. Handelskammer setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Dienstag den 8. d. Mts., nach mittags 3 Uhr, von der Kavelle des alten J-rieühofS aus statt. Zusammenkunft V« Std. vorher am J-ricdhosSvortalc. Der Vorstand •SÄ Mötcrtnfabrik Obsrursei baFrÄrt _____________________________ ss” ceikönigslage wurde j alsdauer wieder er« l mtti vor demKc - I ijtiljof der Nefiden'-, an dem geöffneten } I igtt sich der greise ch und es rouTbcn | b tzerzlMit bat* ien die von einer < im in der Dittels' . fing ebenfalls tat- . aus Mecklenburg 1! te in einem CB , Camt°«s iM : be« Form l de? ,hielt «™ $nl „„ 0 W*' I Steel« u"b I i® in ! sein. Kaufmännischer Verein. In den Monaten Januar, Februar und März d. I. findet mit wöchentlich einem Abend ein Mrags-Kursils in Hlin^ltzeogkliphie für Prinzipate und Angestellte statt. Tic Teilnahme in für unsere Mitglieder unentgeltlich. Nichtmitglieder zahlen 5 Mk. Beginn des Kursus: Donnerstag, den 10. Januar abends 8l/, Uhr v3,, Der Vorstand. des Herrn Emil Schmall Fabrikanten und Stadtverordneten «Menen, imtmarktvreile V000' 2a ■Kotiflcn (hiefifler) 1 17.75, kranken- § 13.50-13.75, alital Mk. 25.00 ■ Roqqenmehl 0 eifenfleie ^1110.00 nskeime Mk. 11.00 -18.50. Alles pn Lina Schmall, geb. Sarnes. neuestes Modell 1907 für Antracit- oder Braunkohle Billigste Kraft! '"»eilens. "s < Ä' nieldet: ^'chen eIf Arbei ? ^tötrf. m ,t,enDät«. 12 1851-1901. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Altersgenossen von dem Ableben unseres ersten Vorsitzenden, Bruchsteine Kleiuschlag 930 Kbm. 8998 Kbm. -ich 22. cs ^".''obnte ! bürgte pL °hre 1901 VÖt 5 ^.-ss'enver- Chicago Sle..mii^n töb- «8$ «Ke ■ ^lucklichernieiic dnbltluni warnen ^SMist. Einig, Schuhe unter« Ufr tirVe§, sowie iroei 'd" worden, daß "er Ohnmacht be- Stimmen Reparieren Poiieren in tadelloser Ausführung durch [D/i Wiih. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Pianohandlg. u. Reparaturwerkstätte, Seltersweg 91. -i.-- WM wirkst iflic^intcmben die ub2 „erben, nie«DC1 q„ed wird die '^uroornehmen ^S-un- ** en. «dinakenbu'i Versteigerung. Dienstag den 8. Januar 1907, nachmittags 2 Ubr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 206 1 Dampfmaschine. llKivvmagen, 3Drehbänte, 14Handelswaageru 1 Fahrrad, 4 Gaslüster, 1 Kassenschrank, 40 Paar Herrenstiefel, 21 eichene Bohlen, SovhaS, Konunoden, Tische, Dcrlitows, Kleiderschränke, Stuhle u-Bufier. Born, Gerichtsvollzieher. Versteiaernrrq. Dienstag, den 8. Januar I.J., nachm. 3 Uhr sollen im städtischen Psandlokal lSeltersweg 11) dahier die wegen rückst. Lrtskrankcn- kasse-Vciträgc, Gas- u. Wasscr- gcld und clcktr. Stromgcld gepfändeten Gegenstände: Möbel aller Art, 2 Pferde, 2 Dagen, Kassenschränke, mehrere Paar Schaftensnefel, 1 Waschmaschine u. v. a. versteigert werden. [75 Gemmecker, Pfandmciücr. Eine wertvolle Neuerung 3 auf dem Gebiete der S haütpflege| bilden die nach Vorschrift H des Dermatologen J DJ JESSNER hergcstellteu ^iliu-FTäparate? i^ißilüii-Seiire wird von der empfindlichsten Haut vorzüglich vertragen, ffl gibt einen wundervollenTelnt, 0 hat einen ausserordentlich Q angenehmen Duft und eignet B sich ausgezeichnet zur Bei- H nigungderzartenKinderhaut. ■ Preis pro Stück Hk. 1,—. ifiitin-Oreme angenehm parfümiert, für B kosmetische Zwecke hervor- B ragend geeignet, macht die M Haut geschmeidig u.elastisch, Eg fettet nicht ab. 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