Nr. . Erscheint täglich außer Sonntag-. T em Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien, blüner viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich das Kreilblatt für den Kreis Sieben. Feruspiech-An- schloß f.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Tepeschen: Anzeiger Gieße«. Januar 1807 1S7. Jahrgang Erstes Blatt Ve-ngSprei»: AdS-wy 4% "TTTT ö monatlich 7öPf.,viert el- XSaj» V M M V iührlich Alk. 2.20: durch Anzeiger ausivärts 20 Psetmig. General-Anzeiger für Oberhessen WM Rotatfonsörucf und Verlag der vrlihpschen Unlv.-Vuch- und Lleindruckerel. R. lange. Reöaltion, Grpebition und vruckerei: Schulstratze 7. ^eu%ab„'l’s^ nach einer bisher unwidersprochenen Blätterineldiing Herr Kühler im Wahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb als Kandidat der deutschen Reform pari ei proklamiert worden. Welcher Köhler tfl eigentlich der richtige, der dentsch-soziale in Gießen oder der deutsch.reformerische in Hanau? Wenn der letztere der allein Wahre ist, kann eS zu ergötzlichen Kon. flikten kommen, falls die Zimmermannsche Richtung ihre früher ernstlich aiiSgesprochene Absicht verwirklicht und unseren Kan- didaten mit einem weiteren antisemitischen Kandidaten beglüekt. In denselben Zwiespalt ist mit den beiden Kandidaturen KöhlerS der Bund der Landwirte geraten. In unserem Wahl, kreise ist Herr Köhler Kandidat deS Bundes der Landioirte und im Hanauer Wahlkreis steht der Bund, der dort den Rationalliberalen Lucas unterstützt, auf der Seite der Gegner KöhlerS. In einer Darmstädter Wöhlerversammlung sprach der Kandidat der LinkSltberalen Pfarrer Ko reit u. a. and) über Die dcntsche Wirtschaftspolitik. Er geißelte dabet insbesondere »ach der .Tarrnst. VerkehrSztg.* die Frivolität, nut welcher der verflossene LandivirlschafiSniinlsler v. PodbielSli und in Hessen derAdg. K ö h l e r-La n g S d o rf die Fleisch- teuerung behandelt Haden. Er wicS zahlenmäßig nach, wie sehr die Teuerung auf allen Volksschichten laste, nicht nur auf den Rur-Konsiiiuenten (Arbeitern, Be- amten, kaiifm. und techn. Angestellten, Handwerkern) soiidern auch auf dem Kleinbauern st and, den man mit Un. recht als den. Urheber der Teuerung bezeichne. Durch hohe Futtermittel- und Zuchtoiehpreise habe man dem Bauer die Produktion verteuert, dieser selbst lege sich Beschränkungen un Fleischverbrauch auf. Er halte die Forderungen au fGehaltSerhöhungen, insbesondere auch der Lehrer, für völlig berechtigt. Er schrecke dabei vor einer Steuererhühung nicht zurück. Die Verantwortung für letztere treffe diejenigen, d»e die Teuerung verursacht hätten. Für den Mittelstand, den K l e i n ka u f m a n n und den Handwerker seien die patentierten Mittel- itanbSretter eine sehr bedenkliche Hülfe. Diese hätten durch ihre Zoll- und Steuerpolitik dem Mittelstand die LebeiiShaltung verteuert, die Produktion erschwert und die Kaufkraft der Masse geschwächt. Dabei kaufen die ärgsten Schreier bet Rudolf Hertzog in Berlin, anstatt beim Kaufmann ober beim Handwerker. Im Reichtztagswahlkreise Alzey-Bingen hat der auf der letzten Vertrauensmänner - Versammliing der national- liberalen Partei aufgestelltc Kandidat, Oekonomierat Lichten- itein, die Uebernahme der Kandidatur, wie vorauSzusehen mar, abgelehnt. In Michelstadt wird die Freisinnige Volkßpartei auch bei dec diesmaligen Reichstagswahl von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten absehen. Aon der Wahlkewegung tut Reiche. Alis dem Wahlkreise Wetzlar wird uns geschrieben: Am 3. Januar hielt der chiist.ich-so^iale Reichstagskandidat Behrens in Hörnsheim einen ^stündigen Vortrag. Die Ver- sammlung war sehr gut besucht und spendete dem Redner Beifall. Am Abend spraci) Behrens in Lochel he im. Am 4. Januar nachm. stellte sich Behrens in Dornholzhausen vor. Dort meldete sich nach heuen U,L stündig em Vertrag der soz.-dem. Kandidat Kremser zum Wort. Er wurde mit Lärm begrüßt, bis Behrens die Versamm.ung aufjorbette, den Herrn ruhig anzuhören. Das geschah denn auch, aber viel Lachen begleitete seine Ausführungen. Ten Schluß bildete die Antwort des öeirn Behrens, der ihn so schlug unter großer Anerkennung der Zu. Hörer, daß -öerrn K. Hören und Sehen verging, und er das Kaiserhoch veriäumte. Hosicntlich wird Kremser nun den Boden des Klecbachtals verlassen, wo für ihn keine Hojfnuug ist. Uevii- gens haben ihn frier keine Parteifreunde in Empiang genommen; er staiid frier ganz allein, wie wir es ihm prophezeit hatten. In Frankfurt a. M. ist, nachdem sich die Temotiaten, Fortschrittler und Nationalsozialen für die Kandidatur des Landtagsabg. Oeser ausgesprochen haben, im wesentlichen die Einigkeit unter der bürgerlichen Linken her- gestellt. Töchterschuldircktor Keller, der als nat.-lib. Kandidat in Aussicht genommen war, hat zu Gunsten Oesers auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Gegen den bisherigen Abgeordneten für Marburg, Herrn von Gerl ach (Freis. Vereinigung), haben seine antisemitischen Gegner einen VerleumdungSseldzug unternommen, indem sie die Tatsache, daß er als /Alter Herr* aus dem Verein deutscher Studenten ausgeschlossen worden ist, auf ehrenrührige Tinge zurückzuführen suchen. Herr von Gcrlach fühlt das auf seinen wahren Wert zurück, indem er in der »Hess. LandcSztg.* folgendes feslllellt. Sein Anschluß erfolgte aus drei Gründen: einmal, weil er die studentische Ehleniatsbewegung unterstützt halte, die die Verminderung der Duelle zum Ziele hatte, sodann, weil er öffentlid) 1 erklärt hatte, er bedauere, daß der Sozialivissenschaftliche , Ltudentenverein nicht mehr Mitglieder habe, und drittens iveil er in einer Versammlung gesagt, die nationale Geünnung . innerhalb der Studentenschaft beschränke sich nicht auf den V. D. St. und seine Verbündeten. > Wie verlaiitet, werden die Zentrumsleute im Wahl- i kreis Herborn- Dillenburg-Rennerod gleich bei der Hauptwahl für den christlich-sozlalen Burckhard eintretcn, . dem auch die Konservativen und der Bund der Landivirle . chre Unterstützung zugesagt haben. Als Gegenleistung sollen ) un Wahlkreis Weilburg-Limburg-Diez die Christlich» Ate Heutige Aummer umfaßt 12 Seiten. Aur zöahlbcwcgung in K ffen. Gießen, o. Januar 1907. Nachdem vor zwei Tagen Kommerzienrat Hey li gen- ' ftaebt ai5 gemeinsamer liberaler Kandroat proklamiert worden ist, hat der aus Angehörigen der nationatliberalen, freiiinnigen und nntionatio^aien Partei zusammengesetzte Wahlausschuß gestern mit oer eigentlichen Agitalionsarbeit begunnen. In ö Versammlungen Obrnhausen, Kcfsclback), Londorj, Al.mdors a. d. Lumda und Treis a. d. Lumda, die durchweg gut und tellweise sehr gut besucht waren, sprachen sre.,innige und liberale Redner über Die Ursachen der Re.chslagsau.chfung .) die Ausgaben des neuen Reichstags. Tie Tatsache, da, oer seitherige Reichstagskandidat toieocruin als gemeinsamer Iioeiaici Kandidat ausgestellt wurde, hat überall den besten Eindruck gemacht. In den Bei >ammlungen, in denen Herr Hey.igenstacdt sechst sprach, benchleie er über seine seitherige Reichstagststiigkcit und über d.e zukünsiigen Arbeiten des Reichstags. Ec betonte auch insbesondere, daß er und die liberalen Parteien, den Lrahlkampl streng sachlich führen werden. Wenn dies im gleichen Maße auch von den anderen Parteien geschieht, ist em ruhiger Bercauf der Wahlagitation zu erwarten. Rian schreibt unS heute auS TreiS a. d. L. vom i. dS. RltS.: Heule abend acht Uhr land hier tm Bennerfchen Saale eine liberale Wahiverfammtung stakt, welche von Mehrer G o r i e l ei- osiuei ivinve. Herr Ernst Weidner aus G,eveu sprach über die Liuüosung deS Rcichviags und »orderte zu reger Beieiligung an der Waiit HeyligenstaediS aut. Siadio. Löber hob Heyligenilaedi DcrbienliflCbüDxenö hervor. Zehrer Gürtet leqie in eindringlicher Weise dcit Wen unserer Kolonien, besonders von Demfch-Lüdwesl- airifa dar. Auch em Berireier der Sozlatdemokiaile kam zum Wort, der mit den üblichen Redensarten jener 'lariei unter dem Gelächter der Anwesenden hausieren ging, Lehrer WÖvtel und andere Redner wiesen dessen AuSmhrungen zurück, woraus die Versammlung gegen 10 Uhr geschlossen wurde. Ans kleingewerblichen Mittelstandskreisen wird uns geschrieben: Ter 2ö. Januar wird ein Pickllsteln batür sein, ob daS deutsche Volk die Periode der politischen Lchiväche und Unrcde, in die es leider leit einer Reihe von Jahren versmiken ist, überwunben hat. Tie Teuerung, die gegenwärtig Die großen Maßen, naineiu- lich and) den Alittelsland, schwer bedrückt, ist eine Folge bei verteilten Willicha'tspolitik des Reichstages. L e i d e r haben nur zii lange bei uns m Hesfeti breite Massen b e 6 Bürgertums hierin da» A g r a r »e r t u ,n u n t e i ft ü § t unb Abgeoidneie m den Reickiüiag gewählt, die wenig Verständnis tür Pandel und Industrie, für Teiitschlands flnaiizielle Entwicklung und seinem Export bewiesen haben. Es ist klar, da», wenn die Teuerung in Deutschland weiter anhalt und noch mehr zuninnnt, hierdurch die Koiiknnenz'ähigkeit mcht nur unserer JnduUite aus den, Weliinarkte, sondern auch des Hatibiverks gegenüber der Industrie immer ntehr geschtvächl tvtrd. Tie durch Männer von» Weine Köhlers inaugurieite Teile- rungsvoliiik bedroht somit nicht nut die Finanz- unb Wehrkrait, die Zntumt des deutschen Reiches, sondern auch die Existenz des 11 e i n g e id e r b 11 d) e n 'li 111 e l ft a ii D e s. Tie Teiltjche Mitlelstands-Bereimgimg, die sich fälschlich an- maßt, die Veilieterm des tlemgeiverblichen 'Mittelstandes z»i sein, hat sich als politische Partei, die mit dem Bunde der xianöiuuie Hand in Hand gehl, entpuppt und eigene Kandidaten tür den Reichstag au'gesteUt. Sie unterstützt sontit dte Teuernngspolitik des Vundes der Landwirte, anberei|eit9 aber verfolgt sie real- 11 o n ä r e Beitrebungeii, bereu Verwirklichung das Kleingewerbe aut das schwerste schädigen wurde. Tie Deutsche Mitieiilands-Vereinigung ist daher m Wahrheit der schlimmste Feind des dentscheti Bürgertums und 'Mittelstandes. 91 u r die liberalen Parteien sind die wahren Vertreter il n d Förderer des d e u t \ d) e n Mittel- standes, nur diese haben ein wahres Verständnis dafür, was bem gewerblichen Mittelstände notuu. _ Darum ist Kommerzienrat veyligenstaebt, der Vorsitzen de des Gießener Ortsgewerbevereins, unser uliann! Tas Neueste: wir haben außer Heyligenstaedt unb den Herren von der deutsch-sozialen und von der sozialdem. Partei, zu denen wohl noch em Zentrnins-Zählkandidat bejd)lnßgemaß sich finben wird, ber cs das legte 'Mal aus ca. 1UU Summen brachte, noch einen vierten ober fünften ReichStagSkanbibaten in unserem Wahlkreise, nämlich einen Herrn Peter Güngerich in Grünberg. Dieser Herr, nad) bem neuesten Kre,sadreßbuch ^Rentner" seines Zeichens, hat sich soeben den Lesern des Grünbeiger Lokalblattes als Kaii- bibat selber proklamiert, wie eS Ahlwarbt un Kreise 9ku- stettin getan hat. Er verspricht, bie Interesien so ziem lick) jeden Standes zu vertreten zu wollen, nur die .Groß-Geschäfte, die Warenhäuser, Aktien-Rtühlen und Syndikate" entfesseln feinen Zorn. AIS ein leidlicher (Segenfanbitat Köhlers ist dieser Herr, der behauptet, ,fcit einigen Dezennien im Kreise landwirtschaftlich tätig gewesen zu jein", keineswegs ganz zu unterschätzen und wir wollen ihm möglichst viele Stimmen unter seinen ,Freunden, Bekannten und Parteigenosien' wünschen, an die allein er vorsichtigerweise sein .Ersuchen" richtet, ihm .das Vertrauen zuzuwenden und die Stimme zn geben*. Jedenfalls hat Herr Peter Güngerich aus Grünberg nicht nur Courage, sondern er ist, so glauben wir, em Schall, bem man unter Umständen wohl gut fein könnte. Landtagsabg. Köhler, der früher der deutschen Reform- partei angehörte, ist vor etwa einem Jahr mit seinen übrigen hessischen Parteifreunden zur deutsch-sozialen Partei übergetreten, da die unter der Leitung des Herrn Liebermann von Sonnenberg stehenden Antisemiten, bie sich baS soziale Mäntelchen umgehängt haben, nut bem Bunbe der Landwirte mehr gestteS- und wesensoerivandt sind, als die Anli- femiten der Zimmermannschen Richtung. Nun ist kürzlich Sozialen bet der Stichwahl den Zentrumskandidaten CahenSly unterstützen. Unter bem Druck der Zcntralleitung in Stuttgart hat die Leitung der Deutschen Partei in Heilbronn eine Der» bluffende Wendung vollzogen. Sie hat in bie offizielle Mitteilung des Beschlusses, die liberale ftu.ibibatur Naumann zu unterstützen, die Bedingung hineinformuliert, nur bann für diese Kandidatur eintreten zu können, wenn die Volkspartei erkläre, bei einer •eocnL Stichwahl zwischen der Sozialdemokratie und dem Bauernbund im dritten württembergisck)en Wahlkreise keine Parole für die Sozialdemokraten auszugeben. Dieses Ansinnen hat die Bolkspartei in einer gemeinschaftlichen Besprechung z u - rückgewiesen. Tie Kandidatur Naumann bleibt jedoch bestehen unb dürfte von einem großen Teil deutschpartcilick)cr Mitglieder, die ihrem Mißmut über bie Haltung ihrer Partei unverhohlen Ausdruck geben, Unterstützung finden. In der entscheidenden Sitzung der Deutschen Partei war nur davon die Rede, daß der zu bildende bürgerliche Wahlausschuß im Falle einer Stichwahl keine Stellung zu der soziatdemokratisck-eii Kandidatur nehmen dürfe. Von Trierer latpotischen Wählern, die mit Dasbachs polit Haltung unzufrieden sind, wurde der zentrumssreunoliche Oberlehrer Stark- Birburg als Gegenkandidat ausgestellt. — Für den Wahlkreis Lublinitz-Tost-Gleiwiv, den bisher ReluMagsprchi- Dcnt Gills Ba11estrem vertrat, hat das Zentrum den Pjarcer Dr. C h r z a s z e z in Preiskretscham ausgestellt. Ta Roe re ns Kandidatur in Merzig-Saarlouis eine Spaltung feiner Wählerschaft hervorgerufen hat, wurde ihm von feinen Parteigenossen nahegelegt, auf seine Wiederwahl zu verzichten. Eine große Zent rums wähler-Versammlung für Berlin fand am 3.d.M. statt. Erz berg er erktärte, er fei nicht Der Meinung, in Berlin durchzukommen, hoffe aber in feinem bisherigen Wahlkreise zu siegen. Tie Wahlfreudigkeit der dciitschen Zentrumspartei sei groß. Er kritisierte den Brief dcS Reichslanzlers. DaS Zentrum fei ihm dafür zu Dank verpflichtet. Zivlschen den deutschen Parteien und den großen deutschen Orgamjatlonen der Provinz Posen ift ein Kompromiß jur die Reichstagswahlen nunmehr abgeschlossen worden. . „ ■■■ ■— ■ ......— ' » politische Lagesschan. Mit dem Silvester-Wah.brief scheint sich, wie von Tag zu Tag klarer wird, Fürst Bülow vergebliche Arbeit gemacht zu haben. Die Anerkenn- ungen etlicher Parleiblätler, an deren Inhalt sick; hente die .Diordd. Allg. Ztg." erbaut, nützen nichts; es kommt daraus an, ob und wie weit die Parteileitungen der Führung dcS Kanzlers folgen. Damit sieht es betrüblich auS. Selbst ein io reglernngsfreundliches Blatt rote der .Lakalanz.* ipufj resigniert bekennen: .Tie Vorbereitungen der Parteien für den Reichätagswahllampf nehmen ihre» Fortgang, ohne daß bisher einejieiere Einwirkung der Kundgebung des Reichskanzlers auf die Slellungnayme der Nlinderheitsparteien vom IS. Dezember zu erkennen wäre." So ist es. Rian kann sogar die Wahrnehmung machen, daß seit der Veröffentlichung des Wahlmanifefles die konservativen Zeitungen mit doppelter Schärfe die liberalen Parteien befehden und auf der anderen Seite das Zentrum immer eifriger in Schutz nehmen. Die .Kreuzztg." läßt es sich angelegen sein, fast in jeder Rümmer insbesondere mit den Rationalliberalen ab* zurechnen. Heute macht sie sich das malihöfe Vergnügen, öffiziöje Zeitungsstunmen zu zitieren, zum Beweise, baß ber Regierung die Stärkung des Liberalismus am Herzen liege. Ter Liberalismus hat zwar von den Sirenenklängen, bie ihm einen gesteigerten Einfluß bei .Wohlverhalten* verhießen, sich diirchaus nicht in einen Rausch bes Entzückens bringen lasten. Drotzbem finb bie Konservativen augenscheinlich nicht ohne Besorgnis, es könnte ihnen burch Zugcftänbniste ber Regierung an ben Liberalismus Boben verloren gehen. Es wird kaum ui Verwunberung setzen, wenn schließlich als Wahlparole der Rechten herauskommt, wenigstens in Preußen: Für ö en Zentrumskandidaten, gegen den Libero len« Fürst Bülow wird wohl im preußischen Abgeordnetenhaus« sehr bald die Gelegenheit ergreifen, über die kühle Nicht- beachtnng seiner Wahldicektiven mit dem .Chor der Land- iäte* sich auSemanderzusetzen. Aber helfen wird die Grmafrnung anch nicht. Das hat sich bei den Kanalvorlagen gezeigt, daß die Konservativen eisenfest bleiben, gegen Zorn wie gütliches Zureden, wenn sie nicht wollen. Tu Antwort des Gießener sozialdem. Blattes aus den Artikel im „Gieß. An;.", Der die Erhöhung der Abgeordnetengehälter in Frankreich kritisiert, hat den Verfasser in vieler Beziehung gefreut. Er stellt daraus mit Vergnügen folgendes fest: 1. Der fozialdemokratisaie Verfasser erlaubt, ja billigt, daß Abgeordnete sich Staatsgelder bewilligen, um sie nachher teilweise für Parteizwecke zu verwenden. Was icmant) mit feinen privaten Mitteln macht, ist feine Sacye. 2. Er meint, die Republik kann sich schon 13 Millionen für ihre Volksvertreter erlauben, da sie keine Fürsten zu bezahlen habe. Dazu fügen wir folgende Notiz, die das D. B. Hd. neulich über die finanzielle Lage Frankreichs verkündete: „Der Finanzminisier drückte fill) in einer Unterredung über die finanzielle Lage Frankreia-s folgendermaßen aus: ,,^ch kann nicht behaupten, daß die finanäiell^e Lage Frankreichs eine glänzende sei, aber die -Lchwierigkeiten jino bedeutend uvertrleben worben. .Eä. ist richtig, daß das Budget pon Frankreich von Jahr zu Jahr zunimmt, oder die erngesührten Reformen zur Herstellung der 6 Ft' e r I) e i t des Landes" — also Ausgaben für milu tariiche Zwecke! — „können ohne Geldmittel Nicht gemacht werden." Will das sozialdem. Blatt einmal fernen Lesern nuttetten, tote grob die Schuldenlast Frankreick-s ist? Unsere Reichsschuld hat . es ja mit 4 Milliarden dick gedruckt angegeben. Will es viellerckst auch seinen Lesern zur Kenntnis bringen, daß der französische Staat 1906 über 400 Billion Franks aus dem Tabakmonopol zieht, daß man in Frankreich keine anständige Zigarre unter 12 Pfg. bekommen kann, daß der französ. Staat 10 Pro z. Fahrkarten st euer erhebt, das ist viermal so viel als bei uns für die dritte Klasse erhoben wird, und daß die billige Fahrgelegenheit der vierten Klasse in Frankreich nicht besteht, der kleine Mann also viel teurer fährtals hier; daß man infolge des Monopols für ein Scl)ächtclchen sogen, .schwedische Streichhölzer 8 Psg. zahlen muß, daß das Bier in Frankreich viel teurer als bei uns ist (Steuer!); daß Frankreich unS um unsere sozialpolitisä-e Gesetzgebung beneidet rc. rc.? Interessieren dürste auch noch, daß dem „Anzeigermann" ein Pariser Arbeiter, der früher in zwei deutschen Rheinstädtcn gearbeitet hat, gesagt hat: ,Ln Paris nützt man den Arbeiter ganz anders aus als in Deutschland. Was man in Deutscl)- land in 6 Tagen arbeitet, das muß man hier in 3 Tagen machen." Der Mann war Sozialdemokrat, kein Reaktionär. Ein deutscher gelernter Arbeiter, der seit 2 Jahren in Paris ist, Halle dies gehört und b e st ä l i g t e die obige Behauptung. „Wenn ich nicht hier wäre wegen der Sprache, wäre ich schon längst wieder nach Deutschland zurückgegangen", fügte er hinzu. 3. Frankreich hat außer der Deputiertenkammer auch noch einen aus 300 Mitgliedern bestehenden Senat. Auch die Herren dieser Körperschaft bekommen sehr erhebliche Diäten. 4. Bekommen die französischen Gesandten nichts? Alles in allem: eS sieht eben in der Welt doch ganz anders auS, wenn man sie nicht durch eine Parteibrille, sondern durch die deS objektiven Zuschauers betrachtet. Tcr Wirrwarr in Serbien macht eS nicht unwahrscheinlich, daß Tcutichland in die Lage kommt, der habsburgischen Monarchie den .Sekundanten- birnfl* zu vergelten, den diese ihm in Algeciras leistete. Eine EtaatSum wälzung zur Entthronung der Kara- georgewitsch scheint tatsächlich in Belgrad in Vorbereitung zu sein. Wenn es nun vielleicht auch nicht bis zu diesem Aeußersten fommt, so dürfte doch der Moment nahe sein, da Oesterreich-Ungarn mit Nachdruck seine politischen und wirtschaftlichen Interessen geltend zu machen sich genötigt sieht gegenüber einem Staate, der offenbar einerseits der Spielball skrupelloser Politiker ist vom Schlage des Ministerpräsidenten Pasitsch, andererseits der Schauplatz internationaler Machenschaften, die auf Schwächung des Einflusses Oesterreich- Ungarns im Orient abzielen. Die Quertreibereien richten sich mittelbar auch gegen dessen Bundesgenossen Deutschland, das man mit zu treffen meint, wenn man dem Wiener Kabinett Schwierigkeiten bereitet. Der genannte Herr Pasitsch, ein etwas dunkler Ehrenmann, hat niemals ein Hehl gemacht aus seiner Vorliebe für den Anschluß Serbiens an Frankreich, dem er die Kanonenlieferung für die serbische Armee in die Hände spielte gegen Gewährung jener Anleihe, deren Ertrag teilweise zu Bestcchungszwecken verwendet sein soll. Ein klarer Einblick in die serbischen Verhältnisse dürfte auch Räherstehenden kaum möglich sein. Sicher scheint, daß die Regierung keinen Rückhalt mehr im Volk hat, dessen Lebensinteressen sie schwer schädigte durch den Zollkonflikt mit Oesterreich-Ungarn, dein Hauptabsatzrnarkt für die serbischen Erzeugnisse. Auch mit der Beliebtheit der Regentenfamilie scheint es vorbei zu sein. Inwieweit das durch Mißgriffe deS Königs Peter und durch die skandalösen Ausschweifungen des Kronprinzen Georg verschuldet ist, läßt sich nicht klar erkennen. Die schleichende Krisis hat allem Anschein nach den Höhepunkt erreicht, das serbische Staatsgcbäude kracht wieder einmal in den Fugen — eine Notwendigkeit für Oesterreich- Ungarn, seine Mission auf dem Balkan kraftvoll durchzusetzen, wenn es sein muß, gegen ein internationales Element. Des Rückhalts an Deutschland darf die Habsburgische Monarchie gewiß sein. UebrigenS soll, nach einem Telegramm der „Tagcsztg.*, König Peter an den König von Italien geschrieben haben, er wolle gern abdanken, gönne aber keinenfalls seinenThron einem deutschenPrinzen. 111 ■ ■ ■■ — - ■ - -1 1 ... 1 ~ Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. Januar 1907. — Eine Ordensauszeichnung von politischer Bedeutung. Se. Kgl. Hoh. der Grobherzog haben am 2. Januar dem Staatsmiiuster Karl Ewald Exz. das Großkreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Auch in dieser Auszeichnung, die gleichzeitig nut der Ernennung des Minislerialpräsidentcn Braun zum Minister des Innern erfolgte, ist ein Anzeichen dafür zu erblicken, daß S. K. H. der Großherzog den seitherigen politischen Kurs weiter zu steuern gedenkt. • * Gießener V o l k s b a d. Im Dezember 1906 wurden 7 844Bäder verabreicht gegen 9623 im November 1906 und 9022 im Dezember 1905 oder im Durchschnitt pro Tag 237 Bäder gegen 821 im November 1906 und 291 im Dezember 1905. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3578 Männer, darunter 731 zu 10 Pfg., , 557 Frauen, , 91 „ 10 , Wannenbäder 1. Klasse 200 Männer, 74 Frauen, „ 2. , 636 , 367 Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zus. 130 Männer, 19 Frauen. Brausebäder 1. Klasse 7u7 Männer, 93 Frauen, , 2. , 885 , 98 , Tie Personenwage wurde von loO Personen benutzt und das Bad von 3 Personen besichtigt. • • Freiwillige. Alle Leute, die beabsichtigen, freiwillig bei der 1. Abteilung des Feldarilllerie-Regunents 9tv. 61 in Darmstadt, nn Cftober 1907 einzulrelen, mögen sich Dienstags vormittags in der Kaseriie Vessunger Weg melden. Mttbrlngen des Melde- scheineS enorderlich. ” Der Finanzausschuß der hessischen 2. Kammer hielt am Donnerstag und Freitag S i tzu nge n ab. Gestern erledigte derselbe zunächst Vorstellungen und Gesuche aus Beamtenkreisen um Verbesserung ihrer Verhältnisse und stimmte auch dem Antrag Haas tnbciieff der Bahnlinie Reichelshein—Fürth zu, doch bleibt hierüber noch die Stellungnahme der Regierung zu erivarlen. In Gegenwart der Minister Braun und Gnauth und der 'JJiituiteticilräle Best und Backer erfolgte bann die Einzelberatung über den G.setzentwucf. Der Gesetzentwurf ist mit nur wenigen unwesentlichen Aendertingen nach den Vorschlägen der Regierung zur vorläufigen Annahme gelangt, doch wird die Abstimmung über die einzelnen Artikel erst später erfolgen, sobald der vom Abg. Tr. Gutfleisch zu erstattende schristliche Aus- schußbericht vorliegt. — Rach Erledigung dieser Vorlage begann der FinanzauSschitß die Generaldebatte über den Staatshaushaltsetat für 1907 und zwar, wie üblich, zunächst ohne Regierungsverlreler. Die Debatte begann mit einer Erörterung Über den 'Nachtrag zum Hauptvoranschlag und die Vorlagen über den Wohnungsgeldzuschuß der Staatsbeamten, die Aendeiung des Gesetzes, betr. die Gehaltsverhältnisse der seminaristisch gebildeten und der technischen Lehrer an den höheren Lehranstalten, sowie der Volksschullehrer, und endlich der damit in Verbindung stehenden Vorlagen über die Abänderiing des Urkundenstempelgesetzes und des Gesetzes über die Bildung eines Ausgleichsfonds voni 26. März 1904. Besonders eingehend wurde die Aendernng des Urkundenslempelgesetzes erörtert. In erster Linie ist die Erhöhung des Jmmobiliarstempels m Aussicht genommen, durch die die Regierung ein Mehr von 1 100000 Mk. erwartet. Zum Ausschußreserenten über diese Vorlage und für die Wohnungsgcldvorlage rourbe Abg. Dr. Gutfleisch ernannt, für die Lehrergehaltsvorlage Abg. Hirschel und für die Abänderung des Ausgleichsfonds- gesetzes Abg. Ulrich. • • In Am erika verstorbene Hessen. Am 29. Nov. starb zu Allegheny, Pa., Frau Margarethe Deibel, geb. Reuter, 51 Jahre alt, aus Wieseck. — Am 9. Nov. zu Spencerville, O., John Konrad Egly, 75 Jahre all, aus Kirchbrombach. —- Zu Chicago, Jll., Ludwig Grieb, 44 Jahre alt, aus Holzheim. — Zu Holt, Mich., Wilhelm Lott, 80 Jahre alt, aus Vonhausen. □ Reiskirchen, 4. Jan. Unsere Gemeinde erbaut gegenwärtig ein neues Pfarrhaus, das sich im jetzt vollendeten Rohbau bereits recht stattlich präsentiert. Die Fertigstellung soll im Frühjahr erfolgen. Tas alte Pfarrhaus wird zu Gemeindezwecken eingerichtet. Der Neubau wird nach den Plänen des Baurats Diehm erbaut und wird ca. 23 000 Mk. kosten. X Kinzenbach, 4. Jan. Die Spar- und Darlehn 8 kasse hat mit dem 1. Okt. v. IS. den Sparkartenverkehr eingcführt, um ganz besonders den Sparsinn unter der Jugend immer mehr in Anregung zu bringen. Danach können schon Beträge von 10 Pfg. allwöchentlich eingelegt werden und die Einrichtung hat sich im abgelaufenen ersten Quartal aufs beste bewährt. Der Erheber erzielte bereits bei seinem ersten Rundgang einen Verkauf von 125 Karten nut einem Beitrag von 60,90 Mk. Auf diese Weise haben bis jetzt 141 jugendliche Einleger (Kinder und Fabrikarbeiter) von Oktober bis Dezember die schöne (Summe von 1063 Mark bei der hiesigen Kasse eingelegt. In der jüngsten 9lummec der „Landw. Genossenschafts-Zeitung" wird allen kleineren Spar- und DarlchnSkasscn die gleiche Einrichtung empfohlen. — Bad Salzhausen, 4. Jan. TaS neue von Bad- Nauheim hierher verbrachte Badhaus ist jetzt im Rohbau fertig; dem Kurgcbrauch wird es mit Beginn der Bade- Saison im Mai übergeben. Vom neuen Badehaus nach dem Kurhaus wird ein maifiver Brendelgang ais Verbindung hergefieQt. Tie Arbeiten werden in aller Kürze in Angriff genommen und sollen ebenfalls bis Frühjahr vollendet sein. 0 Hirzenhain, 4. Jan. Bei dem herrschenden Glatteis stürzte dieser Tage der hiesige Lehrer und brach das Bein. — Die Schule wird zurzeit von mehr als 90 Schülern besucht, sodaß die Errichtung der zweiten Schulstelle von Ostern an beschlossen worden ist. — Auch die Schulstelle im nahen Merkenfritz bei Gedern zählt eine hohe Kinderzahl, sodaß auch dort die Errichtung der zweiten Schulstelle und die Aufführung emeS SchulhauS-NeubauS in Erwägung gezogen worden sind. bvs örn LlsvörsgLisrkplstrrn brr Maüi kltßkü. Aufgebote. Dez. 29. Paul Adolf Hornberger, Rechtsanwalt dahier, mit Klara Marcus m Dessau. — Jan. 3. Karl Lchaich, Xiofonioitubcijcr dahier, nut Sofie Maus l)ierjelb|L — 4. Kari Friedel, Stuliur- lecyniker dahier, mit Ense Tccberl m Niedermoos. Eheschließungen. Dez. 29. Georg Wlssig, HoteidireUor dahier, mit Anna Hell, geb. Höhnte hierscidit. — Georg Christian Schütz, Belriebsbeamier dahier, nut Adele Hannmg, geb. Hublitz l)iei|clb|t. — Wilhelm Stork, Spengler imb Jmtallateur dahier, nut Katharine Schneider hierfelbst. — 31. Heinrich Magel, Taglohner dahier, mu Eltiabeihe Dietz hicrselbsi. — Jan 4. Hemrich Scycher, Sergeant dahier, mit Karoliite Drescher hterselbst. Geborene. Dez. 24. Dem Bauauijeherajplranten Daniel Polster eine Tochter Margarete Magdalene. — Dem Bauauiseherajplramen Georg Bicleihaupt eine Tochter. —r 25. Dem Flaschenbierhäudler Peter Birlenstock eine Tochter Margarete. — 26. Dem Kauimann Ludwig Wilhelm Heinrich Gifsey eine Tochter Tons Eva. — Dem Taglohner Heuinch Ehnstiair Panz cm So hm — 27. Dem Cber- postassistenlcn Johann Melchior Rupp eme Tochter Margarete. — 30, Dem Stadlkasfegehül'en Ludwig Nöhnch em Sohn Karl. — 31. Tenr Taglöhner Peter Schomber eme Tochter Paula Franzt-la Aiarte. — Dem Metzger Max Lehmaiur eine Tochter Gertrude. — Jan. 2. Dem Eisendreher Karl Martm Schäfer eine Tochter Katharine Luise. Gestorbene. Dez. 31. Max Herrscher, 19 Jahre alt, Schauspieler, Ludwig- straße 4. — Jan. 2. Marie Köhler, geb. Aff, 36 Jahre alt, Bruch- slrage 3. — Johannes ’-Hagner i L, 66 Jahre alt, Maurer, Wetz- sleingasse 40. — 3. Johann Michael Göbel, 82 Jahre alt, Tag- löhiier, Acne Baue 5.____________________________________________ Handel miiö Verkehr, Volkswirtschaft.^ Märkte. Gießen, 5. Jan. Marktbericht. Au! heutigem Wocbenmaikte kosteten: Butter pr. Pld. 0.80—0.90 Alk., Hühnereier 1 St. 9—10 Big., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—Ott Psg., Enteneier 0 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Ps., Käsematte 2Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.Pid. 18-24Psg., Linsen p. Psd.25-40Pig., Taubeii pr.Pr.0,80— l,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Psd. 70—80 Psg., Lchsensletsch pr. Psd. 82—88 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 86—90 Psg., Schivemesleisch, gesalzen, pr. Pstind 94 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pjund —.— Karioheln pr. 100 Kg. 7,00—0,00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepiel per Zentner 15 bis 24 Alk., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 50—00 Pig., Birnen per Pid. Alk. tt.08 -^0.12, per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Alk. 0.00- 0.00. - Alarklzeil 8—2 llhr. Ä-irteorologtsMe Drvvucyruugen der Station Gieße». Weiler Januar 1907 E Z 3 c Zj V ia za .E c: d - <- O t* o #-» O q ; - « * O cu Z Q e = G« Z 4. 2’5 745,7 23 4,6 91 W 4 Vew. Himmel 4. 751,9 0,8 4,4 90 NW 2 KlarerHimmel ö. 734 756,8 0,6 4,2 89 W8W 4 Bew. Himntei Höchste Temperatur am 3.-4. Januar 07. = + 4,4*0. Niedrigsle , „ 3^—4. 07. — + 0,6/c. im Taunus. * Sommerkur für am Südcbhanga des Taunus. Bchag- CUaW «rra. ______lieh eingerichtete kleine Anstalt, ® DH» Rh Bpexlnlbellnnstnlt. Central.Hei- ImMB IfUfl Eg. zung u Beleuchtung, geheizte Liege- *3 mUB d ■X■ ■ balle und Gorndorf« Kor;ntuiie « W H w U 9 Behandlnn-r und Vcrpac^an^. »ifltfcnren. (D^pendancefOr M,nderbemitt'-!t<') Prospekte franko Dr. M. Schntzc-'iahlcyas. hervenarzt. in der Entwicklung ober beim Lernen z,,rückbleibende Binder, soivie blut« arme, sich mattsühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Krästigungs- miitel mit großem Erfolg Dr. Hommcl'S Haematogen. Der Appetit erwacht, die geifligcn und lürperliche» Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärkt. C*A Alan verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel's^ Hacmatogen und lasse sich kemeder vielen dtachahmuirgen auireden. Der „Kathreiner" — das deutsche Familienftetränk! Millionen Menschen trinken täglich Kathreiners Malzkaffee mit Behagen und fühlen sich wohl und frisch dabei l Verschaffen Sie sich auch diese Wohltat und führen Sie Kathreiners Malzkaffee als tägliches, gesundes und wohlschmeckendes Familiengetränk bei sich ein! — Scheuen Sie nicht einen Versuch, der so große und dauernde Vorteile verspricht! — Achten Sie aber beim Emtaufe ja recht genau darauf, datz Sie auch wirklich den echten „Kathreiner^ erhalten und keine minderwertige Nachahmung. Sie erkennen den echten „Kathreiners Malzkaffee" unfehlbar an den aus unserem Bilde ersichtlichen Kennzeichen, nänilich: L Dem fest verschlossenen Paket in seiner bekannten Ausstattung. 2. Dem Bild und dem Namen des Pfarrers Kneipp und 3. Tcr Unterschrift des Pfarrers Kneipp als Schutzmarke. 4. Der Firma „Kathreiners Malzkaffce-Fabriken". [(?/, 7. 3 M Ä AH Varf- wird sainmctweiÄ, gcfdjmtlblg imb jugcnd.rijch durch Qocrmcyer's fiu haben in allen Apoch., S hvu/R mit drehbarem KleischgestelY, billigste und praktischste Räucherei für jede Haushaltung. Vorrätig bei: 100 A. Iläsiser, Eisenhandlnng, Giessen. H Ernst Challier (Rudolphs Nacht) Giessen. d Special-Geschäft für Musikwaaren aller Art. g Gro**e Auswahl, solide Preise. Ä Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-IIandlung und -Lcihanstalt E -J Spezialität: Billige Ausgaben. D5/1 M BVi nach kurzem Krankenlager im 67. Lebensjahre Die Beerdigung findet Sonntag den 6. da. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 3. 4. 6. 6. der Traber, Vorsitzender. D'.'l US | bis einschl. Wilhelm Köhler, Mnichtt, bis einschl. und Kinder. 0101 bis einschl. Todes-Anzeige Otto. 204 2120 Wellen Eichen-Reifig, Jlnbcl- 3010 gez. Dr. Roembeld. D*/1 I. 83.: Curfchmann. B5/, Kindergärtnerin. (202 bei BVi M * kl 6 3 l G das PrüfungSzeuqnis über die Gesellenprüfung, oder der Nachweis darüber, das; der Gesuchsteller die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen nach § 129 der Gewerbe-Ordnung sich erworben Hat, der Nachweis über eine mindestens 3 jährige Tätigkeit als Geselle. die Zeugnisse über etwaigen Besuch gewerblicher UuterrichtSanstalten, ein polizeiliches Führungszeugnis. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank. Durchmesser aufwärts, b) zirka 100 F,u. Fichtenderbstangen von 8 11 cm Durchmesser, c) zirka 48 Fm. Kiefernstammholz von 12 19 cm Durchmesser, d) zirka 60 Fm. Kiefernstammholz von 20 43 cm Durchmesser In tMer Trauer: Anna Rflhrle, jreb. Ehrmann Louise Ehrmnnn Gotthilf Röhrle zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die trauernde Gattin: Margaretha Heydt, geb. Schuler. Prüfungsgebühr von 25 Mark einzuzahlen. Eine Quittung hierüber i(t dem Gesuche beizulegen. Gießen, den 2. Januar 1907. Tie Meister-Prüfungskommission für die Provinz Oberhessen: Vergebung von Glnserarbeiten. Zum Neubau der Fest-Aula sollen ca. 80 qm Eichen. Holzfenster unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Amte, Stephanstrassc Nr. 18, eingeschen, Angebotsformulare und Bedingungen (keine Zeichnungen) dorther gegen Selbstkostenpreis. soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Er- öffnunaStermin Donnerstag, den 17. Januar 1907, vormittags 10 Uhr Birken- „ Eichen-Knüppelholz, Birk.'n- „ Sichen-Stockholz, Nadel- „ dieses Vergleichs. Lich, den 4. Januar 1907. Grossherzoaliebe Bürgermeisterei. durch Submission vergeben werden und können die Offerten bis dahin portofrei auf unterzeichnete Bürgermeisterei eingereicht werden, wo dann die Vergebung unter den daselbst gestellten Bedingungen erfolgen wird. Beuern, den 4. Januar 1907. Grosih. Bürgermeisterei Beuern. Giessen, den 6 Januar 1907, Marburger Strasse 7. uns einzureichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 3. Januar 1907. Grossh. Hochbauamt Gießen. Becker. Frödels Kindergarten. Beginnt wieder Montag, den 7. d. MtS. Anmeldungen nehm« ich vi jederzeit in meiner Wohnung West-Anlage 10 entgegen. Frau Hermine Fortong Frau Giessen (Alioestr. 28), den 4. Januar 1907. 088 -— Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte Mutter und Schwiegermutter _____ Frau Elise Ehrmann Ww. nach langem, schweren Leiden heute morgen durch einen sanften Tod zu erlösen. Unterzeichneten zu richten. Gießen, den 3. Januar 1907. Der Pfleger der Neubauer'schen Stiftung Mendelsobn, Rechtsanwalt. Für die Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Sohnes und Enkels sagen herzlichen Dank Fran Emma Rosenbahn Wwe. 11 60 3 B3.5 61,2 Veröffentlichung! Bei der am 2. d. MtS. vor unS stattgefundenen Sühne- Verhandlung kam folgender Vergleich zu Stande: „Heinrich Schmidt VII. nimmt die gegen Elisabethe Damm in der Wirtschaft zur Rose zum Ausdruck gebrachten beleidigenden Aeußerungen als von ihm in frivoler Weise begangene Lügen reuevoll zurück. Als Sühne zahlt er 60 Mark, die Roitcn deS Verfahrens und der Veröffentlichung des Tenors Mlischtt Arbeitsnachweis Kietzen. Gartcustratze Nr. 2, Zimmer Nr. 2. ES können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 1 Schmied, 1 Küfer, 2 Schreiner, 2 Laufkranen, 1 jüngerer Schreibgebilse. Lehrlinge: 1 Schmied, 2 Schlesier ES suchen Arbeit: B*/, 1 Schlosser, 1 Leizer od. Maschinist, 2 Schreiner, 1 Strickerin, 2 Wasch- oder Putzfrauen, 1 Kaufmann, 1 HauLbursche, 8 Lausstauen, 8 Arbeiter, 1 Schreidgehtlse. Holzverftcigerung im Gießener Stadtwald. Donnerstag, den 10. Mannar 1907, vormittags 9V. Nbr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Giessen im Distrikt Jcrncwald versteigert: 1825 Fichten-Tcrbstangen mit 117,78 Festnr, 95 „ Nei kitan gen „ 1,41 „ 86 Rmtr. Eichen-Scheitholz, Vor der Anmeldung zur Prüfung ift an da? Sekretariat Handwerkskammer zu Tannltadt, Waldstrasse 1*/,, eine Holzvergebuug. Donnerstag, den 10. Januar 1907, nachmittags 2 Nhr soll das im Beuerner Gcmeindewald in 1907 zur Fällung kommende Ban- und Stangenholz, als: a) zirka 200 Fm. Fichteustammholz von 12 cm mittlerem AHeWliches Seljr er innen - Seminar zu Mainz. Die -lusnahmeprkfttng für das Lehrerinnen-Seminar wird am 8. April d. I. von 9 Uhr vormittags an im Schul- Hause der Höheren Mädchenschule (Alte UniversitätSstroße 17) abgehalten werden. Selbstgefertigte Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung oder um Aufnahme in das Seminar sind bis spätestens zum 1. März 1907 bei der unterzeichneten Direktion einzureichen. Dem Gesuche ift beizufügen: 1. ein selbstgeschriebener Lebenslauf, 2. ein GcburtS- oder Taufschein, 3. ein Impfschein, 4. Zeugnisse über bisher empfangene Schulbildung. Wer in das Seminar eintreten will, muß am 30. September d. I. daS 16. Lebensjahr vollendet und daS Ziel einer zehnstufigen höheren Mädchenschule erreicht haben. Zii weiterer Auskunft ist die unterzeichnete Direktion jederzeit gerne bereit. Mainz, den 15. Dezember 1906. Die Groffh. Direktion des Lehrerinnen-Seminar-. MeiKer-WsilMn für Hanlüverktr in der Provinz Obcrhcssen. Die diesjährigen Prüfungen zur Erlangung deS Meister« titelS i§ 133 der Gewerbeordnung) werden innerhalb der Monate Januar bis Juni d. I. abgehalten. Die Gesuche um Zulassung zur Meisterprüfung sind unter Benutzung deS voraeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) spätestens biS zum 1. Juni d. I. an die unterzeichnete Prüfungskommission zu richten.. Bet- zurügen sind nach § 2 der MeisterprüfungS-Ordnung folgenbe Unterlagen: 1. ein kttrzer eigenhändig geschriebener Lebenslauf, 2. eine Geburtsurkunde, Kaufmännischer Verein. In den Monaten Jannar, Februar und März d. I. findet mit wöchentlich einem Abend ein MlHS-Knrsns in HandklsgelMphie für Prinzipale und Angestellte statt. Tie Teilnahme ist für unsere Mitglieder unentgeltlich. Nichtmitglieder zahlen 5 Mk. Beginn des Kursus: Donuerötag, den 10. Jauuar abend- 87, Uhr A Der Vorstand. Gott dem 5»errn hat eS gefallen, heute früh nach ES langem Leiden unseren guten Grossvater und Urgrob- K pater Herrn August Konrad | Graveur im hohen Alter zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die Beerdfemnir findet Montapr, den 7. ds. Mts., mittags 12 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. ■ ■ Die Zusammenkunft ist an der Ecke Laubacher Strasse und Hauptstrasse. Giehep, den 3. Januar 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei Sieben. Vertilge unter Garantie nach neuer Methode — für -Haustiere gefahrlos — Natten, Mäuse (7»cldmäufc rrtro billig), Wanzen, Schwaben, Ameisen, Hausschwamm: ferner emoleble Witterungs- mittel HIt Marder, Iltis, i^-lichse, Fischotter, Nische, Tauben. (McbcimreAentc und Auskunft jeder Art. Anleitung zur Naubzeug- vertllgunggratis. Wir Natten und Mäuse versende WIttetnngSkucheu 75 Pfg., Witterung für Raubzeug ufio. 1,50 Aik. KreiSamtl. konzessionierte Kamrncrjägcrei W. Westermann, Lollar, Obeihesscn. [074 jwar für eme Wohnung mit einem lährlichen Thctmert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Alk., von mehr als 300 Mk. bis 600 Mk. einschließlich 0,60 Alk., und von mehr als 600 Alk. 1,00 Mk.- ausserdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. ju hmterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. Nenbancr'fche Stiftung. An eine bedürftige, in Giessen wohnende, Rechtsanwalts- oder Advokatenwitwe ist ein Unter ftützungsbetrag von jährlich 120 Mark zu vergeben. Anträge auf Gewährung dieser Unterstützung fmh an den Mstisltzcr Wotzilillißsnlilhivcls Kictzk«. Gartenstrasse 2. Zimmer Nr. 2. (GeschäslS|tunden von e—1 und von B-—6 Uhr.) ES sind »n vermietear 1 Wohnung von 7 Zimmerii, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, Wohnungen voii 5 Zimmern, 4 Wohnungen von 4 Zimmern, Wohnungen von 3 Zimmern, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, unmöbliertes und o möblierte Zimmer, 1 Werkstatt. Zu mieten gesucht: 82 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und ÄÄ Kriegerkameradschalt Kw Giessen. Bon dem am 4. Januar I.$Y. erfolgten Hinscheiden unseres Mitgliedes und Kameraden v»/i Jean Heydt, £(iition§Dortor I. fil. i. $. setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Sonntag den 6. d. MtS., nachmittags 4 llbr, von der Kavelle deS neuen Friedhofs auS statt. Zusammenkunft '/«Std. vorher am FriedhosSvortale. streik OmnibuSsahrt 3>/« Uhr ab Marktplatz. DcrVorstand. Todes-Anzeige. Verwandten, freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegcruuttter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante gron MarMthe Schneider geb. Kling gestern nachmittag 2 Uhr nach kurzem, schwerem Seihen uu Atter von 62 Jahren sanft entschlafen ift Die trauernden Hinterbliebenen: Theodor Schneider und Kinder. Wiefeck, den 3. Januar 1907. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Januar 1007, nachmittags 2 Uhr in Wiefeck statt. [207 Ferdinand Schott Weinhandlung und Weinstuben w Bahnhofstrasse Ecke Wolkengasse 27, Telephon 330 Statt jeder besonderen Nachricht Gott dem Herrn hat es gefallen, heute nachmittag 4 Uhr unseren innigstgeliebten Gatten, Bruder und Onkel Herrn Jeas'a Stationsvorsteher I. Klasse, Ritter hoher Orden B 072 nebst Angehörigen. Gießen und Eischleben, 5. Januar 1907. Berlin, (Sieben, Wetzlar, den 5. Januar 1907. Die trauernden Hinterbliebenen'. Familie Peter Castan, 222 Marburger Strasse 29. Die Beerdigung findet in Wetzlar statt. "■ ' n KheinucnM - - - - — t Technikum Bingen t 205 ytj 3-tiag! 8-tsüg! Der Vorstand 0X0 Orpheum GENERAL-DEPOT Sclianzenstrasse 18 Schanzenstrass3 18 2 ^staarart ZvlMl j?si ftnöaber: Edmuud Wild Inhaber: Edmuud Wild D‘/i Vorsicht beim Einkauf! G Kegelbahn. q Billard. ■ ^®©o®3©d®eo®®@®®eo®ö Ziehung 1. Klaffe 210. Lotterie am 10. und 11. Januar 1007. D Klosse so Reparaturen Singer Co. Nähmaschiren Act Ges, A. I. Eutzbacfo | Lindenplatz 1 ©ieSSeäl Lindenplatz 1 und 11. Januar. von nach aussei halb lö Pig. exua, Ff. Ssliaaf >1' 177 Wetzsteinstraüe 41 cüdaiilage 5 Fernspreciier Nr. 82 Koo nstrasse 3 180 Telephon ßGS la. Referenzen Prompte Bedienung. IW Die Versteigerung findet bestimmt statt. 8 । Beste Marke. BERGER. POESSHECK. '4? 1 Lose -Ulf. 40 Preirtzislhe Lotterie cmpfieblt sich zurNeintgung und Instandhaltung alter und neuer Entwässerungsanlageu m und auster Abonnement. 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