157. Jahrgang Donnerstags. Januar 1907 Zweites Blatt Nr. S Eichener Anzeiger General-Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der vrüdl'fctzea UniversuätS - Buch» und kteindruckeret. R. Lange, Dietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sctzui» stratze 7. Grpebtrion und vertag: fcss) Bl. Redaktion:112. Tei.-?ldr>AnzeigerDletzen. Erscheint täglich mit Ausnahme de4 Sonntag*. Tie „Eietzeuer SamlllenMötter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleat. da4 '.rlmtrverfllndigvngtdlatt fflr den Krd$ «letzen" zweimal wöchentlich. Ter „hesstfche Landwirt" erscheim monatlich einmal. Z,r Wahlvewegung in K ff-n und im Stiche. Die RkichStagswahlbewegung irn Großherzogtum D essen wird von der offiziösen „Südd. Rejßhslorr." im wesentlichen folgendermaßen beurteilt: Von den 9 Reichstagsmandaten hatten von 1898 biS 1903 die Rationalliberalcn 3, die Antisemiten und Sozialdemokraten je 2, das Zentrum und die freisinnige VolkSvartei je eines inne, während 1903 sechs Nationalliberale, zwei Sozialdemokraten und ein freisinniger VolkSparteiler gewählt wurden. Angesichts dieses hohen liberalen Mandatsstandes hätte man annehmen sollen, daß bei einigermaßen gutem Willen eine allgemeine Einigung der Liberalen hätte zu stände kommen sollen, aber der große Augenblick fand ein kleines G e - schlecht. Die am 16. Dezember angebahnten Einigungs- bestrebungen der beiderseitigen LandeSausscsxüsse zerschlu - gen sich, und zwar nicht ohne Schuld auf beiden Seiten. Die Nationalliberalen verlangten Anerkennung des beiderseitigen Besitzstandes und für Darmstadt eine parteilose Kandidatur, ohne daran zu denken, daß sie schon 1903 die Hälfte ihrer Mandate nur durch freisinnige Hülfe gewonnen hatten und daß letztere Partei es als eine Ehren- pftidrt betrachtete, ihrem wegen seines politischen Wirkens gemäß- regelten Parteigenossen Korell abermals die Darmstädter Kandidatur anzubieten. Die Freisinnigen verlangten Unterstützung in Darmstadt und Bingen-Alzey, boten ihre Unterstützung an für VcnSheim-Erbach, Alsfeld-Lauterbach und Offcnbach-Dieburg. Für die übrigen seither nationalliberalen Mandate glaubten sie ihre Unterstützung versagen zu müssen, weil als nationallib. Kandidaten die seitherigen Abgeordneten in Betracht kamen und diese der äußersten Rechten der Nationalliberalen angehörten. — Daß die Linksliberalen in WormS nicht für den Frhrn. v. Hehl und in Friedberg-Büdingen für den Grasen O r i o l a stimmen wollten, erklärt sich auS deren extrem-agrarpolitischer Tätigkeit, aber auchfürAgrarierwollten dieFret- sinnigen eintreten, wenn sie nur politisch liberal waren, wie D a a S in DenSheim-Crbach und W a ll a u in AlSfeld-Lauter- bach. Trotzdem wäre wohl noch eine Einigung erzielt worden, wenn beide Parteien bei den Verhandlungen mehr die Verhältnisse im ganzen Landederücksichtigt hätten, anstatt die Verhandlungen lediglich unter dem Gesichtswinkel zu führen, wem daS Darmstädter Mandat zufallen sollte. Hier waren die Gegensätze allerdings unüberbrückbar, ■ In Sprendlingen in Rheinhessen fand am Sonntag eine von etwa 100 Vertrauensmännern an5 allen Teilen des Wahlkreises Alzey-Bingen besuchte Vertrauens- münnerversammlung der nationalliberalen Partei statt. Rechtsanwalt C a l m a n n - Alzey berichtete über die großen Schwierigkeiten, die sich der Einigung der liberalen und freisinnigen Partei im Lande entgegcnsteuen. Es wurde mit allen gegen 1 Stimme beschlossen, Schmidt zu wählen, wenn auch der Freisinn die hessischen nationaltweralen Kandidaten unterstütze. Kaum war dieser Beschluß gefaßt, als eine Depesche auS Darmstadt eintraf, die das völlige Scheitern des Kompromisses Wischen den beiden liberalen Parteien meldete. Die Versammlung stellte nunmehr in Herrn D. Lichten st ein einen eigenen Kandidaten auf. Dieser Beschluß entbehrt nicht einer gewissen Tragikomik. Lichtenstein ist bekanntlich Anhänger der frei- sinnigen Volkspartei und hat, wie wir schon gestern meldeten, erklärt, eine Kandidatur nicht anzunehmen. Er hat sich außerdem ausdrücklich für die Kandidatur Schmidt ausgesprochen und es ist deshalb nicht ersichtlich, was daS Vorgehen der Rationalliberalen (und Alldeutschen) in Bingen-Alzey für einen Zweck haben soll. Sollte man beabsichtigen, damit Verwirrung in die Reihen der freisinnigen Wähler zu tragen, so könnte dies dock nur dem antisemitischen Bauernbündler von Zentrumsgnaden Wolf- Stadecken nützen. Wenn man allerdings bedenkt, daß die Nationalliberulen in Wörrstadt im trauten Verein mit dem Zentrum demselben Herrn Wolf vor kurzem ein Landtagsmandat aus Kosten der Freisinnigen zufchanzten, kann man sich auch über die neuesten Vorgän^ nicht wundern. InMainz ist die Kandrdatur des alldeutschen Rechtsanwalts Winkler fallen gelaßen; neuerdings wird von dem freisinnigen Handelskammerpräsidenten Dr. Ga stell gesprochen. Auch find, wie wir hören, Verhandlungen mit einem Gießener Mitgliede der freif. Partei, einem Juristen, angeknüpft worden, haben aber noch zu keinem Hiele geführt. In Oppenheim sprach der sozialistische Kandidat Dr. David; es entspann sich zwischen ihm und dem seitherigen liberalen Reichstagsabg. Dr. Lecker ein Redekamps, der nahezu acht Stunden dauerte und am Tage darauf feine Fortsetzung fand. In Darmstadt wird das Zentrum, das dort über 1000 Stimmen verfügt, Wahlenthaltung proklamieren. Der Ausgang der Wahl in Bingen-Alzey, das jahrzehntelang eine Domäne des Freisinns war, ist von großem Interesse. Dort kam 1903 der Zentrumskandibat v. Brentano als Höchstbestimmter mit dem Freisinnigen Schmidt in die Stichwahl, und schließlich fregte der Freisinn. Diesmal will, wie die „Köln. Volksztg." versichert, das Zentrum dort sein taktisches Vorgehen so ernrichten, daß Schmidt das Mandat verliert. Für den Wahlkreis Erbach-Densheim haben die So- tziatdemokraten den kürzlich in Mühlheim zum Beigeordneten gewühlten Peter Zahn IIL als Kandidaten aufgestellt. „ Die Sozialdemo kraten entfalten eine planmäßige Agitation. Sie überschwemmen das Land mit Kalendern und Flugschriften. Frankfürt a. M. ist leider, nach längeren Verhandlungen zwischen Nationalliberalen, Freisinnigen und dem demokr. Verein das liberale Kartell, das geplant war, nicht zustande gekommen. Nachdem Funck die Kandidatur endgültig abgelehnt hat, ist als Kandidat der Demokraten und Freisinnigen Landtaasabg. Oes er in Ansicht genommen worden. Die NatwnalliLeralen werden gesondert vorgehen. Die Mittelstandsvereinigung hat den Oberen Stadtv. Michael Kämpf nominiert, so datz im ganzen fünf Kandidaten ausgestellt werden. Tie deutsche, Reformpartei stellte im Wahlkreis Rinteln-LviLeismLL-WoljsHagen den Hauptmann a. D. SimonS, den Erfinder deS „Simons-Brotes" als Reichstagskandidaten auf. Die Kandidatur N cm mann zum Wahlkreis Heilbronn kann nunmehr doch noch als gesichert gelten, nachdem der Ausschuß der Deutschen Partei unter Vorbehalt einer Mitgliederversammlung diese Kandidatur einmütig akzeptiert hat und auch Naumann seinen ablehnenden Standpunkt aufgegeben hat. In einer Vertrauensmänner-V.'rsammlung de? Wahl- Vereins der freisinnigen Vvlkspartei im 2. Berliner Reichstagswahlkreis wurde als Kandidat für die Reichstaaswahl Bürgermeister Dr. R e i ck e einstimmig aufgestellt. Reicke nahm die Kandidatur an. Die Niederlegung der bündlerischen Kandidatur für Homburg-Kusel, die zu dem Zweck erfolgt war, eine E stn i g u n g zwischen Nationalliberalen und Dündlern für die ganze Pfalz herbekuführcn, hat diesen Erfolg nicht gehabt. Bei dem am 31. Dezember in Neustadt a. d. £>acrbt stattgehabten Verständi^unaSversuck blieben die Nationalliberalen aus ihren alten Forderungen bestehen und daraufhin fyat der Bund der Landwirte die Verhandlungen endgültig abgebrochen. Die Kandidatur Stauffer ist wieder ausgenommen worden. * Ter Ausfall deS Schulunterrichts am Tage der NeichStagSwahl, ist von der bayrischen Regierung verfügt und wird wohl auch In allen anderen Bundesstaaten angeordnet werden. Dm Tage der Stichwahl gift daS gleiche für die Bezirke, denen er ff der zweite Wahlgang die Entseheidung bringt. Soweit sich auf die 3V> Millionenpartei der Nicktwähser einwirken läßt, soll nicktS unversucht bleiben. Aus sie, die allerdings weder zum Anhang des Zentrums noch zur Sozialdemokratie zu rechnen ist, setzt die Reichsregierung die größte Hoffnung. ES muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß jeder, der sich deS allgemeinen Wahlrechts für feine Person leichtherzig begibt, am Ende, wenn auch wider seinen Dillen, Bestrebungen begünstigt, die auf Aenderung diese- Wahl- recht- in einschränkendem Sinne abzielen. Die ^erflnrr über AÜ-ows Waylp ogramm Die Mehrzahl der Berliner Morgenblätter widmet der Kund- gebunq deS Reichskanzlers Leitartilel. Besondere Aufmerksamkeit wird den Ausführungen über den Liberalismus zuteil. Tie „D e u t s ch e T a g e S z t g." erklärt: Im einzelnen können wir unS nicht verhehlen, daß die Kundgebung deS Fürsten Bülow tm großen und ganzen kaum den Eindruck erwecken wird, den man sich vielleicht von ihr verspricht. Er ist auch in diesem seinen Schreiben mehr Diplomat als führender, pfadweisender Staatsmann. Tie „T ä g l. Rundschau" begrüßt die Wahlkundgebung deS Reichskanzlers, glaubt aber, daß die Tätigkeit der Regierung mit diesem Briefe nicht abgeschlossen sein kann. Die „N a t.-Z t g." schreibt: Die Kundgebung des Reichskanzlers ist in ihren schlichten Darlegungen von musterhafter Klarheit. Von besonderem Wert aber ist es, aus dem Schreiben des Kanzlers zu ersehen, daß die Negierung an einen Frontwechsel auch nach Eintritt der günstigen Nachrichten aus Südweftafrika nicht denkt. Die „Voss. Ztg." schreibt: Bemerkenswert an dem Plan ist in erster Reihe die Frontveränderung gegenüber dem Freisinn. Fürst Bülow sieht ibn nicht mehr als Gegner sondern als Verbündeten an. Es ist ein politisches Ereignis, daß der leitende Staatsmann auch auf dem Wahlplatz erscheint, daß er seinen Wahlaufruf erläßt, daß er im Namen der Reichsregierung die Kriegserklärung an das Zentrum und gegen die Sozialdemokratie richtet. DaS „B erl. T a g e b l." erklärt, die liberalen Wühlermassen werden von der Epistel schwerlich sehr erbaut sein und selbst diejenigen freisinnigen Wahlvereine, die dem Reichskanzler Huldi- gungS-Telegramme gesandt haben, werden ihr Depeschengeld zurück- wünschen. Der „Vorwärts" schreibt: Der Kanzler selbst zeigt in dieser Botschaft dem Freisinn seine Zukunft an, führt ihm selbst das Schicksal des Zentrums vor. Diesem reaktionären Wunsche zeigt er sich gefügig. In dem Augenblick, wo es endlich einmal einige minimale Abstriche an dem Milliardcn-Budget der Kolonialpolitik zu machen wagte, mußte es die schimpstichsten Brüskierungen sich gefallen lassen. Welcher Dank winkt da erst dem Freisinn! Am bemerkenswertesten sind die Ausführungen des Berliner Zentrumsorgans, der „Germania": Wir gestehen von vornherein: Dieser Silvesterbrief gefüllt uns gar nicht so Übel. Das Zentrum kann in Anbetracht der Umstände sehr damit zufrieden sein. Mit ihm verpufft die Wahlparole gegen die ultramontane Herrschaft und das unnationale Zentrum in die Luft. Der Reichskanzler wehrt sich gegen das Parteiregiment, das heißt im letzten Grunde gar nichts anderes, als: der Reichstag solle überhaupt nichts zu sagen haben. Eine Partei, sei sie wie sie will, will, wenn sie für die Regierung unentbehrlich ist, auch mit zu reden haben, sie will nicht bloß eine Jasage-Maschine sein. Daß das Zentrum das auch nicht sein wollte, wird ihm jetzt als Partei-Regiment ausgelegt. Die Kundgebung des Reichskanzlers wird uns die Wahl nicht verderben. Sie ist ein gutes Zeugnis für das Zentrum, aber wenig geeignet, die Regierungsparteien zu begeistern und zu geschlossenem Vorgehen zu reizen. Bar Aeöandluna andcrssp achiger Untertanin in Aculschlar.d und Frankreich. Wir erhielten folgende Zuschrift: In dem Reichstage fand vor kurzem wieder einmal eine Polendebatte statt. Anscheinend drehte es sich dabei nur um den Gebrauch der deutschen Sprache im Religionsunterricht, der von den Lehrern im Rohmen der Schule erteilt wird. Der die Polenfrage in den letzten Jahren mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt hat, wird nicht darüber im Zweifel sein, daß es sich nicht um den Gebrauch der deutschen Sprache im Religionsunterricht allein handelt. Das zeigt auch das Eintreten von Bebel, dem es gewiß nicht daraus ankommt, ob die polnischen Kinder den Religionsunterricht in ihrer Muttersprache erteilt erhakten, das beweist das Auftreten des Dänen Jessen, der ja ausdrücklich vor Erkaltung der Nationalität und der anaefUnnmten Sprache redete, ferner das Eingreifen deS Elsässers Röl- finger, der den Gebrauch der Muttersprache als unleugbares Menschenrecht bezeichnete und dem Dorsohren der preußischen Regierung da§ Verhalten der französischen Regierungen während der 2f'0j übrig en Zugehörigkeit des Elsasses zu Frankreich ar5 Muster cntgegenfteHte. Den Gebrauch der Muttersprache kann keine Regierung unterdrücken, wenn die junge Generation im täglichen Leben Gelegenheit hat, sich ihrer zu bedienen. Ok lernt wird sie im Elternhause. Verlernen bei uns die Dorskinder durch Gebrauch des Hochdeutschen im Unterricht ihren von den Eltern erlernten Dialekt? Herr Röllinger scheint die Gk- schickte seine? Heimatlandes in bezug auf die Sprache nicht zu kennen. Weiß er nicht, daß fett 1814 alle Regierungen Frankreichs sich bemüht haben, die französische Sprache in Elsaß mit seiner kerndeutschen Bevölkerung einzuführen? Der Erfolg war freilich lange Zeit mäßig, da es fein geeignetes Mittel gab: denn im Elsaß wie im übrigen Frantz- reich konnte man die allgemeine Schulpflicht nicht. Erft Napoleon III. war erfolgreicher. Sein Mittel war die Schule, für die der Gebrauch der französischen Sprache angcorbnct wurde. Welche Ansichten gelten nun in dem republikanischen Frankreich? Dieses Land besitzt bekanntlich weite 6kbiete mit nichtfronrösischer Bevölkerung. Im Nordosten, in Dünkirchen und Umgebung, wohnen (Germanen (Flo man der), in den Pnrenäen die Basken und in der Bretagne Kelten, deren Vorfahren nicht aus Britannien eingewandert sind, und deren Muttersprache von dem Französischen so verschieden ist, wie das Polnische vom Deutschen. In diesen Gegenden ist der Gebrauch der französischen Sprocke im Volksschulunterricht vorgeschrieben. — (Religionsunterricht wird in den französischen Schulen bekanntlich gar nicht erteilt, sondern Moralunterricht). — Die Kinder können dort bei ihrem Eintritt in die Schule ebensowenig fronzösisck als die polnische Jugend bei unS deutsch. Die Lehrer müssen sich tm Unterricht deS Französischen bedienen. Warum verlangt man in Frankreich, daß daS Französische dort die Unterrichtssprache ist? In einer pädagogischen Zeitschrift von 1888 ist folgendes zu lesen: „3ft eS denn nicht wahr, daß bie Unmöglichkeit, in der sich ber bretonisch« Bauer befindet, durch die Sprache mit dem Übrigen Frankreich ni verkehren, ihm einen Zustand her Absonderung und der Minderwertigkeit schafft, der seinen Interessen nachteilig ist? Ist cs nicht auch wahr, daß die Bretagne mit ihren RückschrittSideen für den Fortschritt deS ganzen Landes ein Hindernis bildet?" — Es wirb bann darauf hingewiesen, daß die Laisierung der Gesellschaft gerade in der Bretagne den meisten Widerstand findet und dort am meisten aufgehalten wirb. „ES licgt also ein Interesse ersten Ranges vor, baß alle Bretonen die nationale Sprache verstehen und sprechen. Nur unter dieser Bedingung werben siewirklichFranzosen sein. Besonders durch die Schulen wird man dieses Ziel erreichen." In einer Nummer der gleichen Zeitschrift vom April 1891 heißt es: „So lange wir nicht dazu gelangen, bei den unserer Herrschaft unterworfenen Völkern die Kenntnis und den Gebrauch unserer Sprache einzuführen, ist zu fürchten, daß wir für sie Fremde und Eroberet bleiben, b. h. Feinde, die man haßt,undman nährt die Hoffnung, sich von uns zu befreien, sobald man kann." An einer anderen Stelle wird die Behauptung aufgestellt, daß die Unterwerfung anderssprachiger Völker dem Sieger die Pflicht auferlege, sie in seine eigene Zivilisation einzuweihen und dazu sei die Ausbreitung der Sprache des herrschenden Volkes das sicherste und am raschesten wirkende Mittel. Von französischen Republikanern wird also erklärt, eS sei das Recht und die Pflicht der Franzosen, den von ihnen beherrschten Nichtfranzosen „ihre Sprache, ihre Ideen, ihre Empfindungen, ihren Geschmack" beizubringen, d. h. sie zu franzöfifieren. Handelt aber Deutschland, bezw. Preußen, nach demselben Grundsatz, dann wird das von Polen, Dänen, Elsässern und — gewissen Deutschen — als verwerfliche Tyrannei bezeichnet. L. Politische Tagesscharr. Minister a. D. Die Zahl der inaktiven preußischen Minister beträgt nach der Nordd. Allg. Ztg. jetzt 18. Gestorben ist im letzten Jähre der frühere Minister dec öffentlichen Arbeiten von Thielen, während der Landwirtschaftsminister von Pod- bielski in Jnaktivität trat. Der älteste ist der frühere Justiz- minister Dr. von Schelling (geboren 19. April 1824, im Januar 1889 zum Staatsminister ernannt und seit 1894 inaktiv), ihm folgt Freiherr von Harnmerstein-Lorten (geboren 6. Oktober 1827, im November 1894 zum StaatSminister ernannt und seit 1901 inaktiv), Dr. von Hofmann (geboren 4. November 1827, im Juni 1876 zum StaatSminister ernannt und seit 1880 inaktiv), Botho Graf zu Eulenburg (geboren 31. Juli 1831), Dr. von Boetticher und Dr. von Schönstedt (beide am 6. Januar 1833 geboren), Dr. von Scholz (geboren am 1. November 1833), Dr. t’frfyr. LuciuS von Ballhausen (geboren 21. Dezember 1835), Brefeld (geboren am 81. März 1837), Dr. Graf von Zedlitz und Trützschler (geboren am 8. Dezember 1837), von Heyden (geboren 16. März 1839), von Möller (geboren 10. A -gust 1840), von Köller (geboren 8. Juli 1841), Frhr. Marschall von Bieberstein (geboren 12. Oktober 1842), Dr. Frhr. von Berlepsch (geboren 80 März 1843), von Podbielski (geboren 26. Februar 1844), Dr. Frhr. von Thielmann (geboren 4. April 1846, erhielt 1903 bei seinem Ausscheiden auS dem Reichsdienste als Staatssekretär des Reichsschatzamtes den Rang und Charakter eines StaatZministerS) und Dr. Frhr. v. d. Recke v. d. Horst (geboren 2. April 1847). Von den inaktiven Staatsministern waren drei Minister deS Innern, zwei Justizminister, vier Landwirtschaftsminister, vier Handels- Minister, zwei Finanzminister, einer Kultusminister. Em inaktiver StaatSminister (Frhr. Marschall von Bieberfteinl tfl vlS Botschafter im NeichSdienste tätig, zwei sind Ober- Präsidenten (D. Graf von Zedlitz-Trützschler und Dr. Frhr. v. d. Necke v. d. Horst), einer (von Köller) Staatssekretär in Elfaß-Lothringen. Unpolitische Gewerkschaftler in Frankreich. In Frankreich wurde bekanntlich in diesem Sommer die Sonn- taysruhe eingeführt, oder genauer gesagt: ein Ruhetag pro Woche, der in der Regel der Sonntag sein soll. Für gewisse Berufe gestattet das Gesetz auch, den Ruhetag auf einen Wochentag zu legen. Diese Erlaubnis der freien Wahl führte zu lebhaften Kämpfen. In zahllosen Versammlungen wurde diese Frage besprochen und die Zeitungen füllten Wochen hindurch täglich mehrere Spalten mit Erörterungen und Versammlungsberichten. In dem in Lille erscheinenden „Echo du Nord" findet sich ein Bericht über eine von den vereinigten Bäckern von Lille und Umgebung gehaltene Versammlung. Hierin heißt es u. a. : „Personen, die nicht aus dem hiesigen Bezirk sind und solche, die unserer Körperschaft nicht angchören, werden in den verschiedenen Versammlungen, die wegen des wöchentlichen Ruhetages stattfinden, nicht zugelassen, da wir unsere Ange- legenheiten selbst regeln und einzig und allein auf dem wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Gebiet bleiben und keinen politischen Gedanken hineinmischen wollen." Das heißt also: Sozialdemokratische Hetzer bleiben vor der Tür! Ist das bei uns auch so? Deutsches Aekch. Berlin, 2. Jan. Der Kaiser begab sich heute zum Reichskanzler Fürsten Bülow und verweilte in dessen Palais etwa eine Stunde. Später hörte er im Schloß den Vortrag des Chefs des Zioilkabinetts. — Heute abend fand bei den Majestäten anläßlich der Anwesenheit der kommandierenden Generale Tafel statt. — Zu 9 Uhr waren zu einem ThL dansant bei der Kaiserin Einladungen ergangen an das Kronprinzenpaar, den Prinzen und Prinzessin Eitel Friedrich und die übrigen kaiserlichen Kinder sowie an eine Anzahl Damen und Herren der Umgebungen und der Hofgesellschaft. Kiel, 2. Jan. Ein Spionage-Märchen tischen dänische Blätter ihren Lesern auf. Ein deutsches Torpedoboot soll in der Nacht auf den 28. Dezember im kleinen Belt zwischen Fredericia und Middelsburg bei abgeblendeten Lichtern, Vermessungen des Fahrwassers auSgeführt haben. Die ,K. N. N.* stellen hierzu fest, daß ein deutsches Torpedoboot in dem oben erwähnten dänischen Fahrwasser sich in der fraglichen Nacht nicht befunden hat. ReueS aus Nutzland. Nach Meldungen aus Riga gährt es dort auf dem Lande noch immer. Bei Altenwoga (Kreis Riga) wurden zwei Guts- Pächter auf bestialische Weise ermordet. JnLibauüber- fielen Revolutionäre den Kassenboten der Firma Bühler. Zwei Polizisten wurden erschossen. Der Kassenbote und der Kutscher wurden schwer verwundet. 2000 Rubel wurden beraubt. ££)ie Räuber entkamen. än Warschau wurden zwei Gendarmen auf der Straße erschossen. Als darauf berittene Schutzleute mit den Säbeln auf daS Publikum eindrangen, wurde tut Manu getötet, mehrere Leute verwundet. Da» Neueste aus Marokko. Langer, 3. Jan. Der Sekretär RaisuliS wurde bt dem Augenblicke, al» er sich anschickte, die Flucht zu feinem Chef nach Zlmtt zu ergreifen, von dem bisherigen Lhalifen Ben Mansur und einigen bewaffneten Leuten fest genommen und als Gefangener nach Tanger abgeführt. Der Vorfall ist für die Aufrechterhaltung der Ruhe in Langer nicht unwesentlich. Die Bevölkerung der Umgebung fährt fort, der Regierung ihre Unterwerfung cmzubieten. Auch der Kaid von Fahs wurde verhaftet, weil er trotz der Absetzung Raisulis dem Wachsen Ankommende bedeutende Geldbeträge nach Zinat geschickt hatte. Der Kaid wurde von einem Stamme der Bergbewohner sestge- nommen, welche hierdurch die Aufrichtigkeit ihrer Reue über ihr früheres Verhalten kundgeben wollten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Januar 1907. Gedenket der hungernden Vögel! **EinGedenktaa. Heute vor 25 Jahren, am 3. Ja- truar 1882, kam Feodor Gnauth, der jetzige Ehrenbürger unserer Stadt, nach Gießen zu dauerndem Aufenthalte. Er war als Kreisingenieur hierherberufen worden. Nach mehrjähriger ersprießlicher Tätigkeit als solcher wurde der ungewöhnlich begabte junge Baubeamte am 11. November 1886 von der Stadt Gießen zum Beigeordneten und am 1L Mai 1889 zum Bürgermeister gewählt. Es braucht hier nicht näher auseinandergesetzt zu werden, welche außerordentlich hohen Verdienste er sich in seiner Stellung als Oberhaupt unserer aufstrebenden Stadt erworben hat und wie groß die Achtung und das Vertrauen war, das er sich in allen Kreisen der Bürgerschaft zu erwerben verstand. Und doch mischten sich 1900 in das Gefühl des Bedauerns um seinen Weggang auch Gefühle der Freude und des Stolzes, daß S. K. tz. der Großherzog gerade Gießens Bürgermeister zur Ordnung der verfahrenen hessischen Finan- zen an die Spitze des hessischen Finanzwesens berief. Die Verehrung der Stadt Gießen für Gnauth kam zum beredten Ausdruck durch seine Ernennung zum Ehrenbürger, der höchsten Ehrung, die eine Stadt einem Bürger erweisen kann. Auch die Landesuniversität erkannte seine Verdienste um das öffentliche Wohl durch die Verleihung der Würde eines Ehrendoktors an. Was Dr. Gnauth in seiner Stellung als Finanzminister geleistet hat, ist hinlänglich bekannt, und seine großen Verdienste um das Land werden auch dadurch nicht geschmälert, daß einige einflußreiche Gegner ständig am Werke sind, seine Stellung durch maulwurfartige Arbeit zu untergraben. Dem allzeit aufrechten und ehrlichen Verfechter einer gerechten und ausgleichenden Finanzpolitik, und dem um Fürst, Land und Volt bockverdienten Staatsmanne wünschen wir am heutigen Ge» dachtnistage seiner ersten öffentlichen Tätigkeit in Hessen, daß es ihm noch lange vergönnt sein möge, an verantwortungsvoller Stelle für das Volkswohl zu wirken. *• Unser Wandkalender für 1907 ist bereits am letzten Tage des alten Jahres unseren Abonnenten in der Stadt zugegangen, und m den nächsten Tagen werden auch unsere Landabonnenten ihn erhalten. Er ist entworfen von dem Maler E. R. Weiß in Berlin, einem Künstler von bedeutendem Ruf in allen deutschen Kunstkreisen. Der Kalender wird, diesmal dem Biedermeierstile sich nähernd, wiederum, wie wir hoffen dürfen, allgemein als rvückunasvoüe Zierde der Wohnung überall willkommen sein. Möge er unseren Freunden nur glückliche Tage anzeigen! •• Eine Sitzung beS Provinzial-AuSschusseS der Provinz Oderhessen findet am Samstag, 5. d. MtS., oorrn. 9 Uhr beginnend, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Georg Klar! zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Automatenwirtschaft. 2. Baugesuch des Wilhelm Weiß zu Trais-Münzenberg. 3. Heranziehung des Peter Stamm III. zu Bad-Nauheim zu den Unterhaltungskosten der Krcisstraße Bad-Nauhelm—Nieder-Mörlen. " Eine größere militärische Uebung findet in den nächsten Tagen zwischen dem Kaiser Wilhelm-Regiment und dem Butzbacher 1. Bataillon der 168 er in der Gegend von Langgöns, Ebersgöns, Hörnsheim und dem Kleebachtal statt. •* Lebensretter. Der Beigeordnete Reichardt zu Nierstein hat am 1. August 1906 einen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von Sr. Kgl.Hoh. dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden. — Die Neujahrstafel am Großh. Hof fand, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, am Mittwoch abend 7 Uhr im Kaisersaal des Residenzschlosses statt. Im ganzen nahmen 84 Personen teil, außer dem Großherzogspaar u. a. Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg, die diplomatischen Vertreter von Preußen, Rußland und England, die drei Minister, die Spitzen der Zivil-, Hof- und Militärbehörden usw. Die Tafelmusik stellte das Garde- Dragoner-Regiment Nr. 23. ** LandeSlehrerverein. Die für Mittwoch nachmittag vom Vorstand des LandeSlehrervereinS nach dem großen Turnhallensaal in Darmstadt einberufene außerordentliche Versam mlung war von ca. 1300 bis 1400 Lehrern aus allen Teilen des Landes besucht. Der von allen Seiten freudig begrüßte, bewährte Führer der hesilschen Lehrerschaft, Rektor Backes, hielt eine einleitende Ansprache, in der er die langjährigen Kämpfe der hesilschen Lehrerschaft um eine berechtigte Besserstellung näher daclegte. Hebet die Wünsche und Forderungen der Lehrerschaft referierte sodann der Schriftführer des Landeslehreroereins, Herr Huff, der die in der neuen Vorstellung des Vereins aufgestellten Gehaltssätze und Vorschläge eingehend erläuterte, die von der Versammlung einstimmig gutgeheißen wurden. Dem Referat schloß sich noch eine rege Diskussion an, wobei die einzelnen Redner teilweise in scharfen Worten ihre Mißbilligung darüber aussprachen, daß die neue Gehaltsskala für die Lehrer ganz erheblich hinter den Gehaltsaufbesierungen zurückstände, die man den Beamten durch die vorgeschlagenen Wohnungs- geldzuschüsie zu Teil werden lassen wolle. Der Einladung an eine Anzahl Abgeordneten, zur Teilnahme an der Versammlung war auch Landtagsabg. Dr. Osann gefolgt, der für die berechtigten Wünsche der hessischen Lehrerschaft aussprach einzutreten sich bereit erklärte. Auch Geh. Rat Ha a§ hatte in einem Telegramm an den Vorstand sich sympathisch über die Forderungen der Lehrerschaft geäußert und zugesagt, sie in der -wellen Kammer nach Kräften unterstützen zu wollen. ** Zwecks Durchführung eine» besseren Vogelschutzes wird im neuen hessischen Staatshaushalt erstmalig ein besonderer Betrag von 8000 Mk. unter der Bezeichnung »Kosten für Vogelschutz und Bekämpfung von Forstschädlingen* angefordert. Von der hessischen Forst« oerwaltung ist schon seit Jahren zum Schutze unserer gefiederten Sanger in Wald und Feld viel geschehen, sowohl durch Belehrung und Unterweisung der Forstschiitzbeamten, wie durch direkte Schutzanlagen, doch wurden die Kosten dafür bisher aus dem Etatsposten von ca. 400 000 2)!?. für »Kulturkosten* bestritten. Die erhöhte Bedeutung, welche jedoch in neuerer Zeit der Vogelschutz als Vorbeugung und Abwehr von Jnsektenschäden erlangt hat, erfordert jetzt die Bereitstellung eines besonderen Betrages hierfür, der auch zur Bestreitung der sonstigen zur Bekämpfung der Forstschädlingen dienenden Maßnahmen mitverwendet werden soll. □ Friedberg, 1. Jan. Der Kreistag hat den für die gesamte Bevölkerung höchst wichtigen Beschluß gefaßt, eine Wander-HauShaltungsschule einzu richten und noch im Laufe deS Winters mit den Kursen zu beginnen. Die Dauer der Kurse beträgt 6—8 Wochen, der Unterricht findet täglich von 8—12 und 2—5 Uhr statt. Der Unterricht erstreckt sich auf alle Gebiete der Hauswirtschaftlichen Ausbildung der weiblichen Jugend. Auch wird Unterricht in Krankenpflege und über die erste Hülfeleistung bei Unglücksfällen erteilt. Schon jetzt haben sich einige Gemeinden zu Kursen gemeldet. Der Lehrerin wird auch die Revision beS HanbarbeitsunterrichtS an den Volksschulen übertragen. 4- Friedberg, 2. Jan. Der Schaden, den der Bahnunfall am 31. Dezember verursachte, wird von Sachkundigen auf 40 — 50 000 Mk. geschätzt. =z Vom Vogelsberg, 2. Jan. Infolge beS plötzlich eingetretenen Tau- und Regenwetters beginnt ber Schnee rapid zu schmelzen. Die Bäche des Vogelsbergs beginnen bereits langsam zu steigen und über die Ufer zu treten. Bei anhaltendem Tauwetter ist in den nächsten Tagen für den Vogelsberg und die Wetterau Hochwasier zu befürchten. § Marburg, 2. Jan. Am 1. April tritt ber Untersuchungsrichter des hiesigen Landgerichts, Geh. Justizrat Landgerichtsrat Kind in Ruhestand. — Archioasiistent Dr. Gundlach, durch seine Arbeiten tm hessischen Geschichtsverein bekannt, tritt aus dem preußischen Staatsdienste aus, um daö Archiv der Stadt Kiel zu übernehmen. (sc.) Frankfurt a. M., 3. Jan. Am 28. Dezember wurde in der Eschershcimer Landstraße ein Mann halberfroren ausgesunden, der in das Heiltg -Geisitz o s p i t a l verbracht wurde und jetzt noch bewußtlos ist. Man vermutet, daß der Gefundene der 28jährige Karl Knoll aus Offenbach ist. Vermischtes. * Der Eisenbahn - Zusammenstoß bei Bremen führte zur Entdeckung zweier Hamburger Schwindler namens Weilheimer und Bender, die im Begriffe waren, nach London zu entfliehen. Sie hatten für 10 000 Pfund Waren auf Kredit entnommen und diese well unter dem Preise nach London und nach den englsichen Kolonien verkauft. Beide befinden sich jetzt unter polizeilicher Ueberwachung im Hospital. Der durch die Eisenbahnkatastrophe angerichtete Bahn-Materialschaden ist amtlicher- ieitS auf über 800000 Mark festgestellt worden. Die sechs leichtverwundeten Beamten wurden sämtlich zur weiteren ärztlichen Behandlung entlaßen. * Ein seltsamer Brauch vereinigt feit dem Jahre 1888 alljährlich am 28. Dezember die Berliner Schornsteinfegerlehrlinge als Gäste des englischen Botschafters. Srr Malet war der erste Botschafter, von dem die Anregmrg zu einer derartigen Festlichkeit ausging. Auch in diesem Jahre wurde den Lehrlingen der Berliner Schornsteinfeger-Innung die Weihnachtsfreude vom englischen Botschafter Sir Frank Lascelles bereitet. Nachdem 42 L^rlinge angesichts des im Lichterglanze erstrahlen* den Weihnachtsbaums einige Wechnachtstieder gesungen hatten, nahmen sie an der schön gedeckten Tafel Platz und ließen sich Speise und Trank vorzüglich munden. Während des Essens richtete Oberst Trcnck) an die Lehrlinge eine Ansprache, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Darauf nahm Obermeister Schmidt das Wort zu einem Toast auf den König von England, worauf einec der Lehrlinge in wohlgefe^ten Worten deren Dank zum Ausdruck brachte. Nach der Tafel erhielt jeder der jungen Leute ein hübsches Geschenk. • DeS Taschendieb st ahls beschuldigt. Frau Alexander Traut mann, die Gattin eines ber rneist- beschäftigsten Aerzte Rew-Porks, befand sich in einem Laden, um noch einige Weihnachtseinkäufe zu machen, als plötzlich em neben ihr stehender Mann sie feslhielt und nach der Polizei rief. Einem hinzukommenden Polizisten erklärte er, die Dame habe ihn einige Tage vorher angesprochen und ihm bei dieser Gelegenheit 13 Dollar aus ber Tasche gezogen. Frau Dr. Trautmann wurde nach der nächsten Polizeiwache gebracht, wo sie vier Stunden lang eingesperrt wurde. Am nächsten Tage mußte sie im Polizeigerichte erscheinen, wo sie durch Zeugen einwandSfrei feststellte, daß sie an dem Tage, an dem der Taschendiebstahl begangen worden sein soll, krank zu Bett gelegen hat. Bei der glänzenden gesellschaftlichen Stellung, die Frau Trautmann einnimmt, gibt sich große Entrüstung über das Verhalten der New-Porker Polizei kund. * Kleine Tageschronit Im schles. Torf K l u tz s ch a u bei Groß-Strehlitz entstand nachts durch das Umfloßen einer brennenden Lampe in der Wohnung der Witwe Bienick em Brand, der erst morgens bemerkt wurde. "£ie Inhaberin der Wohnung wurde total verkohlt, ihre erwachsene Tochter tödlich verbrannt, aufgefunden. Gericht-saat. — Ein kaum g l a u b l i ch e S B i l d s i t t l i ch e r D e r « irrung wurde am Mittwoch der Strafkammer des Landgerichts II. zu Berlin in einer Verhandlung vor Augen geführt, bei der sich der Kaufmann Hoffmann aus Schöneberg wegen Beleidigung nnd Körperverletzung und dessen Ehefrau Ella wegen Kuppelet unter Anwendung hinterlistiger Kunstgriffe zu verant- luovicn halte. Die Angeklagte, die Mutter zweier Kinder ist, ist in einem Zuslande sexueller Perversität, der kaum noch übertroffen werden kann. Wie durch die Strafanzeigen der Eltern zweier bei ihr in Stellung befindlich gewesener Dienstmädchen bekannt geworden ist und durch die Verhandlung Bestätigulig gefunden hat, hat sie diese Dienstmädchen an ihren Ehemann verkuppelt und diesen durch nervöse Lärmszenen gezwungen, in ihrer Gegenwart mit den Mädchen unzüchtige Handlungen vorzunehmen, die aller Beschreibung spotten. Ter Angeklagte hat sich dadurch, daß er sich dieser sexuellen Laune ber Ehefrau tilgte, der Beleidigung der Mädchen und in einem Falle, wo er mit einem Kanlschu auf da- eine Mädchen loSgeschiagen, auch der Körperverletzung schuldig gemacht. Nach dem Gutachten des über den Geisteszustand der angeklagten Ehefrau befragten Nervenarztes Dr. A. Atoll ist diese eine nervöse, in sexueller Beziehung entartete Frau. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ehemann 1 Jahr Gefängnis, gegen die Ehefrau IV, Jahre Zuchthaus. Stach dem Anträge des Rechtsanwalts Leonh. Friedmann schied der Gerichtshof bet der Eheirau das erschivereilde Moment der hinterlistigen Kunstgriffe aiis und erkannte gegen sie auf 1 Jahr Gefängnis. H. wurde zu 4 Atonalen Gefängnis verurteilt. QanM und Verkehr, Volkswirtschaft. Von der Berliner Börse. Die erste Börse deS neuen Jahres war fest, aber still. Tas Geschäft war durch die bekannten technischen Umrechnungen usw. für die (Soiiponabtreimung und auch durch Postslörungen erschwert. Besonders gesucht waren dte4proz. Russen, die bis 81,50 stiegen. Am Monlanakiienmarkt war ziemlich allgemeine Besserung zu beobachten. Gelsenkirchener notierten nach 8 proz. Abschlag sogar 3 Proz. höher. Bei Konsolidationen zeigte sich nach 28 proz. Abschlag 4 Proz. Steigerung. Amerikanische Bahnioerle waren ebenfalls gebessert; auch Orientbahnen wurden flott umgesetzt und notierten 127,75 auf die Absicht der bulgarischen Regierung, eine Teilstrecke anzukaufen, obwohl die Börse an eine Verwirklichung dieser Absicht nicht glauben will, zumal dem Orient- bahn-Syndikat die gewünschte Strecke noch nicht feil sei. Banken waren ui guter Haltung auf den offenbar recht günstigen Jahresabschluß hm, und auf die hohen Zinssätze. Im weiteren Verlaus machte sich sogar eine ziemlich lebhatle Bewegung geltend auf die Verbilligung täglichen Geldes bis imier 6 Proz. Bet Schluß ber Börse stimulierte ber Rückgang bes PrivatblSkonts aus 6 Proz. Vom ö ft e r r e i tl) i i ü) e n Tabakmonopol. Aus den Statistischen Mlltellungcn über bas österreichische Tabakmonopol für bas Jahr 1905 gehl hervor, baß ber Verbrauch von Zigarren in stetigem Rückgang begriffen ist, während der Verbrauch von Zigaretten steigt. Die Maste bes verbrauchten Tabaks wird geringer, ber Gelderlös bagegen höher. Auch ber Ävnsumptions- preis, im Durchschnitt berechnet, steigt: man raucht teurer. Unter den Zigarren nimmt die „gemischte Ausländer" vulgo „Kurze" mll 474 Millionen Stück die erste Stelle ein. Dann folgen „Portoriko" mit 190, „Kuba" mit 168, „Virginer" mit 161 Millionen Stück Insgesamt wurden rund 1190 Millionen Stück für 78 Millionen Kronen umgesetzt Unter den „Zigaretten" ist es die „Sport" mit 1820 Millionen, die an ber Spitze marschiert. „Drama" wie bie „Sport" ohne Atmll)stück rangieren mit 1228 Millionen Stück an zweiter Steile; insgesamt würben 3824 Mill. Stück Zigaretten für 62 Millionen Kronen umgesetzt. Interessant ist, baß ber Gelderlös für verkaufte Schnupftabake noch immer rund 4 Millionen Kronen beträgt Für Rauchtabake wurden 64 Millionen Kronen eingenommen. Unter den importierten Zigarren stehen die Fabrikate der Firma Henry Clay mll 358 000 Stück an der Spitze. Dann folgt Upmann mit 232 000 Stück. Insgesamt wurden 1,7 Millionen Stück importierte Zigarren; für 983 000 Kronen verkauft Unter den importierten Zigaretten erfreuen sich die Produkte von Laurens mit 4 Mill. Stück der größten Verbreitung. Dann folgen Dimitrino und Gianelis, beide mit rund 31/» Millionen Stück. Die meisten Zigarren werden in Niederösterreich geraucht Dann folgen Schlesien, Böhmen und Salzburg. Auch im Verbrauch ber Zigaretten steht Niederösterreich an erster Stelle, bann folgen bas Küstenlanb, Schlesien, Böhmen, Krain, Kärnten Steiermark. Alle Tabakerzeugnisse zu- sammengenommen, steht Salzburg an ber Spitze. Im Herzogtum Siüzburg wirb also am meisten geraucht. Auf ben^Äopf der Bevölkerung wurden im Berichtsjahre 2,08 Kilogramm Tabak verbraucht Interessant ist ein Rückblick auf die Entwicklung des TabakionsuuiS in den letzten 30 Jahren. Im Jahre 1875 entfielen auf den Kopf der österreichischen Bevölkerung 49,7 Zigarren, heute 44A Im Jahre 1875 2,3 Zigaretten, heute 145,5. Der Kvnfum der Zigaretten ist also um das Siebzigjache gestiegen. Der Wort des konsumierten Tabaks, auf den Kopj I iut “Ä hem u-rZE K»Ä 1-yäS itet iS W W *“< bta^ 1 hab,chez ^QU ■ ber meift- ,n emem Ladcn Jn' Ql6 Plötzlich .Unb nach d« |ten trflirte er Men und jhnl "lchk gezogen. cn Polizeiwache wurde. Am erscheinen, wo 6 sie an dem 'n worden sein länzenden gesell, einnimmt, gibt der Aew.Yorler ^«luhschau lwven einer bren- ’rf em Brand, der ' Wohnung wurde 2lll'l, Qufger’unben. lttlicher Der« mmer bc5 Land- or Augm geführt, neberq wegen Be- jeivau Ella wegen slgrisse zu veranl- :r Kinder ist, ist in n noch übertroffen : Ellern zweier bet r bekannt geworden ien hat, hat sie diese diesen durch neroöft t den Mädchen um teibung fpotien Ter Quellen Laune der iö in einem [falle, den lo«g,schlagen, lch dem hdutachten Ehefrau beiragien e, in sexueller Le- mttagte gegen den r 1*/, Jahre Zucht- i Leonh. Friedmann schivereude Moment gegen sie auf 1 Jahr is verurteilt. wirtschaft. >e Börse bei neuer, urch die bekannten 'rennung und auch I waren dre 4 pro), markt war ziemlich >ner notierten nach iohbaiionen jeiflie nq Amerikaiitlche -ientbahnen würben tdu der bulganichen l die Börse an eine zumal bem Cnent- mA fei} sei. Banken hl günstigen Jahr im werteren Lei ,rau® von o1»1* it AcreM wgeiK Ä ‘““"Si »]iabfer ,,rten Iren wlpochenegggg :q Llaz».?W StüL mit 23t ßigarttn ßigaretIcD iporit^en ö g d t 4 RtU-Z7 beiße ounb^^fterben ten Zigo^Zöhinen jatetteLhW'1£I1' ^Äugnis'-L 6^ iUf W'pSI aus JJ 49,7 cen- henv trafiteii. Markte. berechnet, ist in dreien 3U Zayren von o.b au, ö * fronen ge- ßiegen Zum Schluß seien noch einige Ziffern dcS Drbattnono^S als kaunnännischcs Untcnicl;mcn angcsuhtt. Die Geramtemnahmen betruaeiT^m »CTkbtßiafrr &4 Millwncn, tre Angaben 89 Wirt. Ter Uebcrichus; somit 145 Mlllio.ien. Berkuast wurden b6b 'Uuetc^rnrer Tubaksabrikate in 69 671 öffentlichen Tabak. fe rankfurt a. M., 3. Jan. (Tetear. Cria.-9cri»t des (Uien* Anz.".) Amtliche Notierungen der bcuiigcn Biebrnarkt- nrerfe Zum Verkaufe standen: 97 Qchsen, 00 au« Ccfterreid) 2 Lullen, 0 au« Ccfterreid), 78 Hübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 au« Rumänien, 649 Nalder, 117 Schafe und Hammel, 5 Ziegen, 0 'tiegentainmer, 0 Schastämmer. Bezahlt _ wurde für bas' Imuiiö Schlachtgewicht: Cchsen 1. Cualtiäl 85—90 9)iL, 2 Duolriät 76—80 9JiL, 3. Dualität 67—70 TiL; Dullen l Dual. 75-77, 2. Dual 71—73; Rübe 1. Qualität 74-76 SIL, 2* Qual. 68—70 SiL, 3. Qual. 57—60 SIL, 4. Qual. 00—00 SIL, 5* Dual. 00—00 SIL Nalder l.Qr.al. 95—98 Big., Lebendgewicht 56-58 Pfg., 2. Di alitäi 82-88 Big., Lebendgewicht 48-52 Pfg., Schlachtgew. 65—7u pfg.; Schafe: 1. Qual. 78—60 Pig., 2. Dual. 00—00 urg. Geschän: bei Hornvieh flau, Uedersland bedeutend; bei Nlemoieh gut, kein UeberitanD. Kuiift M1IÖ wlsstnschast. — Der erfie weiblicheOpernkomponist. In Leipzig wurde kürzlich die Cper .Strand recht- aufgeführi, die von einer engliläiHi Dame, St in Ethel Sinylh, (ompomert wur de. Stig Sniyih kann Heb rühmen, die erste Cpeiiifonipoiirfun zu fern. Nach dem Schlug der '-boificUung winde die Rochier Albions dreimal bcrDorgeruien. SliB Sinhlh ist die Tochter des engliichen Generals I. h. Smylh und hat schon früher mehrere musrlalrsche Wette geschaffen, die in Berlin, Weimar und Karlsruhe aufgeiührt wurden. Sluch eine .Steife', die von ihr komponiert morden ist, errang bei ihrer eriien 'Aufführung m der ,Albert Hall' m London einen groyen Erfolg. Stif) Smith erfreute >rch befonder« der Gunst der Deriiovbeiieu Hönigru Bütoria, Öre ihren Werken das größte Interesse enlgegenbrachle. Arbeitcrbewegnng. Berlin, 2. Jan. Wie die 'Abendblätter melben, brach ein Rrafiroagcnftreit in Berlin am öleujabrsiage in großem liniiange aus. Tie Fahrer, die sich nicht nut der Neuregelung de« övaelui|ujt: iAtugmMvgviuv.uvv. HottesdienN tu der Kpeagoge l-üdankage). Sarn-Iag» den b. Januar 19 0 7. Dorabend 4.30 Uhr. Morgen« 9.00 Uhr. Nachmittag« 3Lo Uhr. Sabbatausgang 1x25 Uhr. 11 _______1 1 -■__l'J Griginal-Vrahtmeldtrngen. Berlin, 3. Jan. Der aus sanitären Rücksichten so empfehlenswerte Einzelkelch beim Abendmahl soll neben dem bisherigen allgemeinen llelch auch in der hiesigen Jerusalemer Gemeinde eingeführt werden. London, 3. Jan. DaS Rettungsboot »Ryde* der Insel Wight ivar bei hohem Seegänge auSgesahren und kenterte. Neun Ntann der Besatzung hielten sich krampfhaft an dein Fiel des BooleS fest. Nach 6 Stunden waren zwei derart ermattet, dast sie loSlietzen und m den Wellen untergingen. Die übrigen sieben konnten kurz darauf von einem anderen Rettungsboote geborgen werden. 91cwyort, 3. Jan. Zu dem Gisenbahnunfall bei Topeka wird noch gemeldet: Beide Züge fuhren in voller Fahrt aiifeinander. Ntehrere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Ein Teil derselben sing Feiler, ohne üatz es möglich war, den unter den Trünunern liegenden Verletzten Hülfe zu dringen. Fünf Wagen verbrannten völlig. 29 Verletzte sind nach Topeka gebradjt worden. Was Klein-Eischen dem Lehrer erzählt: Meine Mama gibt mir jeden Tag em paar Fays ächte Lodener Mineral-Pastillen mit auf den Schulweg und daher kommt'«, dast ich nie erkältet bin und nie die schule verjäinnen muy. Mama sagt, wer'« gut mit den Kindern meint, der sollte ihnen regelmäßig Fay« ächte Sodener Mineral-Pastillen geben. 'Man fault Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen in sämtlichen Apotheken, Trogen- und Mmeralivafferbaiidlimgen, die Sd)achtel zu 85 Pig^ hüte sich aber vor 9lad)at)nuingen. Um [124 Die Beerdluno von ManrerardeiL. Die Maurerarbett für die Ueberwölbung des Stadtringgrabens zwischen Plock- und Goecheftrage soll Tonnerdtag, den 10. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Zeichnung, ArbeiiSbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dlenstitunden bet uns aus Ziuuner Str. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf Bordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens blS zum vorgenaimlen Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 4 Wochem Giegen, 2. Jrtnuar 1907. Städtisches Ticsbauamt. B’/i Braubach. Verlobte Luxemburg Neujahr 1907. 13« Ricka Stern Isi Herrmann Giessen Ludwlgäiraeee 19. H I Ziehung 1. Klasse 216. Lotterie am 10. und 11. Januar 1907. Königlich Klaßen- Prelltzische Lottttie. empfiehlt, Lose !o lange Vorrat Kichard iluchacker, ßönigl. Srcuft. Lotterie-lLiimehmer, (Sieben, üleuen Baue 11. 107 } --1 - pro Klossc Stt. 20jMk. 40 " 1«O *1- 1 *1* Ltk. 4 Tif. 5 |'Uit. 10 Bekanntmachung. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Emil Schön zu (Äießen wird infolge eines von dem Gemcinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangs- vergleich Vergleichstermin auf Mittwoch, den 23. Januar 1907, vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht (Zimmer Nr. 6) anberaumt. Dieser Termin ist gleichzeitig zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen bestimmt. Der Vergleichsvorfchlag und die Erklärung des Gläublgerausschusses sind auf unserer Gerichtsschreiberer zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 31. Dezember 1906. BVi •®.oi;t)e.-,i>g; . I .'- Hl,eracht. Bekanntmachung. In heutiger Borstandssitzung wurden nadigenamtte Obligationen unserer ReligionSgemeinde zur Rückzahlung per L April 1üu7 aus- °el0ft: Lit. A 9Zr. 86 mit SM. 400 Lit. 8 Nr. 22 - , 200. Ab L April 1907 hört deren Berzmsung auf. w Die Auszahlung erfolgt durch das BanehauS I. Grünewald, (Sieben, und unseren Rechner, Herrn ^iuum Straub, hier. Jriedberg, den 30. Dezember 1906. Tcr Vorstand der iir. Rcltgtonsgemetnde. __Isidor Stern.___________________133 WndudkilsWe --> Fri. ftniiniana Gießen, Süd-Anlage 7. Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten sowie Uunstarbciten, Brandmalerei, Dtefbrand, Schnitzerei, Lederplastit ujw. vL Donnerstag, den 3. Januar 1907. Für Auswärtige ganze ober teilweise Pension im Hause. Chi*. Zimmer, Giessen Bahnhotstr. 12 InstallationSgCSClläft Telephon 388 für Gas-, Wasser- und Dampfleitungen Badeöfen neuester und bester Konstruktion. 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ÄL — 12,17 9m-; 1 9ichren-Derdjtange. Zufammenkunft vormittags 10 Ubr auf der Abtriebs stäche am Schöneuweg. Das Volz lagert 5 km von Station Renzendorf an chauffierter Straffe. 76 Lliefern 3., 4. und 5. StL; 2 Lärchen und 33 Fickten aus verschiedenen Distrikten der Forst- roartei Schwarz werden bet der Berfleigerung nicht vorgezeigt. Alte Nadelholzstämme sind vollständig entrindet. Nähere Auskunft erteilt der Grvstherzogliche Forstwarl Sandmann zu Schwarz. Auszüge auS dein Bergeigerungsprotokoll iverden bet frühzeitiger Anmeldung voll der unterzeichneten Lberförjlerei unenttgeltlich abgegeben. AlSfeld, den 1. Januar 1907. Grvstherzogliche Oberförsterei Alsfeld. D*/i______________________■yaberfotiu________________________ Mobilien- Versteigernng Montag, den 7. Januar nachrnittags 2 Ubr, werden Neustadt 55 (Bieters Saal) gut erhaltene Möbel, als drei komplette Betten mit Sprungfeder und dreiteiliger Matratze, Älcider- fchräuke, Tische, Stühle, Küchenschrauk mit Aufsatz, gutes Weißzeug, SUeiocr, sowie sonstiges Haus- und Küchen,gerate gegen Baarzahlung verfletgerl. Tie Versteigerung findet bestimmt statt.____________________"" Heule Donnerstag den 3. Januar a. c., abends 81/, Nhr pünktlich, im Restaurant K a t s e r h o f, I. Stock des liberalen Wahlausschusses, wozu ergebens! einladet NameuS des freisinnigen Vereins r Metz, Justizrat. NameuS deS natioualUberalen Vereins: Jean Kirch, Stadtverordneter. Das Wahlbureau befindet sich im Kaiserhof, L Stock, und ist täglich nachrnittags geöffnet. v' , Leibrenten and Kapitalien »uf den L«b.,neiail bei <1. ins« k”*- i‘rwu**l*vheu Beuten-VuralcueraugtcAu»tait in Berlin Oelk'iillielie fersicheraiigsansiall Elnkommeneerhöhnngr, Al lernvernorgr. 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