15ö. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 5 General-Anzeigrr, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen War pVtlu 280 1 Ans! and Chamberlain machte gestern &8% des eng t 190®' finde« infer oder Ihabei* frisch bei ! -r Eo!l urg 12. rtrofitu. M SciDlhot E^chetnt ttgNch mit Ausnahme des Sonntags. Lte »Stehener ZamillenblStler" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelcqt. Der EHMjHr Laadwtrt" erjchewt monatlich einmal. Are Zustände in Rußland. Einer unserer Berliner Korrespondenten Samstag (5. Januar 1 VOS Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'sch« UnwerstlätSdruckeret. 9L Lange. (Stetzen. Redaktwn,Expedition ».Druckerei - Schulstr.V. Tel. Nr. 5L Le!egr.-Adr.: An-elger Gieße». r BücKiiDge 1 tmuMU d'°F nott, Lonnenslr. 30. 'cieqvöiisRÖioiöä über WvW^» l liiltift, tvagö. Aus tztadl iinö Land. Gießen, den 6. Januar 1906. " Personalien. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurde der Veterinärarzt Dr. Bernhard Stolpe zu Darmstadt zum veterinärärztlichen HilfS- offtln vmbonum und In (ÄtLuschens billigsten Tages- Frec&sler, ^cscrstrabr 8. J-,1 Onrert.: < Dame p. Lln^aintner. tjiess- i. Luna. • Glökcheu d£ ch. <1&- Jihi” le^ Eyslet. H. potp. Thielel Veutdebes Re«-. Berlin, 6. Ian. Für die Feier des Geburtstags des Kaisers ist an militärischen Veranstaltungen nur großer Paroleempfang in der Nuhmeshaste des Zeughauses in Aussicht genommen. Die silberne Hochzeit des Kaiserpaares wird im engsten Familienkreise begangen werden und von keinerlei militärischem Gepränge begleitet sein. Die Hochzeit deS Prinzen Eitel Friedrich mit der Herzogin Charlotte von Oldenburg dürfte nicht am Tage der silbernen Hochzeit des kaiserlichen Elternpaares stattsinden, sondern, wie in Hofkreisen verlautet, auf einen früheren Tag im Februar gelegt werden. — Zu den Preßerörterungen, ob General v. Trotha demnächst im Reichstage auftreten werde, um die Vorwürfe gegen seine Kriegführung zurückzuweisen, teilt die „National- zeitung" mit, daß Trotha chr in einem Briefe unter anderem schreibt: Ich habe nie die Absicht gehabt, im Reichstage mich irgendwie verteidigen zu wollen. Das habe ich nicht nötig. — Die „Rordd. Allg. Zig.* schreibt: Wir erbrachten gestern den Beweis, daß der „V o r w ä r t §" in völlig wahrheilswidriger Weise der Staatseiicnbahnvcrwaltung den Vorwurf mache, dem rheinisch-westfalischen Kohlen- s i; n d i k a t einen unberechtigten Vorteil von über 9)1 f. 50 000 durch Verzicht auf rückständige Kohlenlieserungen zugewendet zu haben. Der „Vorwärts" sucht seine Bloßstellung jetzt durch reiche, an uns gerichtete Tetailfragen, zu verdecken, die den Eindruck seiner Sachkunde erwecken sollen, in Wirklichkeit aber ebenso nichtig und ungereimt sind, wie sein ganzer Vorstoß. Wir können diesen Kreuz- imd Quersprüngen gegenüber nur nochmals klipp und klar erklären, daß daS Kohlensyudikat die Nachlieferung an Rückständen zu den jetzigen Vertragspreisen niemals abgelehnt, vielmehr noch au§- drücklich zugesichert hat. Ter jetzige Versuch, die früheren Behauptungen mit vagen Andeutungen zu stützen, zeigt, daß der „Vorwärts" nicht ansteht, frivole Anschuldigungen gegen die Staats- regierung trotz tatsächlicher Widerlegung aufrecht zu erhalten. — Der deutsche Tabakverein hat eine umsangreiche Denkschrift dem Reichstage znstellen lassen, in der unter Beibringung eines großen statistischen Materials die Erhöhung der Tabaksteuer und die geplante Zigarettensteuer bekämpft wird. — Der „Reichsanz.' veröffentlicht die Gesetze betreffend die Feststellung des zweiten Nachtrags zum Reichshaus- haltSetatS von 1905 und zum Hausbaltsetat 1905 für die Schutzgebiete vom 24. Dezember 1905. — Köln, 5. Jan. Ter ehemalige langjährige Reichs- tagSabg. und Vorsitzende der westfälischen Zentrumspartei, Graf Galen, ist auf Burg Dincklage gestorben. Dresden, 5. Jan. Gestern zogen zum ersten Male zwei Sozialdemokraten in das Stadtparlament ein. Der Oberbürgermeister Beutler kündigte für 1906 eine 5proz. Steuerermäßigung an. Eine von bürgerlich liberaler Seite in Aussicht genommene Wahlrechtsversammlung wurde verboten! München, 5. Jan. Freiherr von Soden, der Gesandte Württembergs an den Höfen von München, Karlsruhe und Darmstadt, wird im April dieses Jahres sein bOjährigeS Dienstjubiläum begehen. Er hat seinen Souverän gebeten, unmittelbar nach diesem Tage in den Ruhestand treten zu dürfen. Freiherr von Soden wurde 1831 in Ellwangen geboren. entladet- kbonbons Ither, Balle aA ?U 15 Sah"« BDiln,, ise^L abend bei einer WahlversauiNilung in Derby unangenehme Erfahrungen. Als er seine Rede beginnen wollte, wurde er von Liberalen niedergeschrien. Chamberlain mußte die Rednertribüne verlassen, ohne sich Gehör verschafft zu haben. Run folgten wüste Szenen in dem Versammlungslokal. Tie Anhänger Chamberlains käiiipften gegen die Ruhestörer, wobei Blut vergossen wurde. Tie Versammlung ging schließlich in wilder Unordnung auseinander. Wien, 5. Jan. Die deutsch-böhmischen Abgeordneten hielten heute eine Besprechung über die Wahlreform ab. Den Mittelpunkt der Diskiission bildete die Wahlkreis- einteilung. In der Debatte wurde die strenge Scheidung zwischen städtischen und ländlichen Bezirken, die Vermehrung der Mandate für die deutschen und spezielle Berücksichtigung der böhmischen Jndiistrieorte, die eigene Wahlbezirke bilden sollen, gefordert. Diese Wünsche werden dem Minister des Innern unterbreitet, und gegen Bevorzugung der Tschechen soll remonstriert werden. Dagegen meldet das Brünner Tschechenblatt, die Regierungsvorlage über die Wahlreform sei bereits fertiggestellt. Den Chriulich- sozialen würde das Zugeständnis der zweijährigen Seßhaftigkeit gemacht. Für Galizien werden indirekte Wahlen zugelassen. Fac die Deutschen ser die Zahl der Abgeordl- neten überall vermehrt. Im ganzen seien es 448 Abgeordnete. In Mähren entfalle ein tschechischer Abgeordneter auf 61535 Einwohner, ein deutscher auf 35 293. Szatmar (Ungarn), 5. Jan. Anläßlich einer polit. Versammlung kam es zwischen den Teilnehmern und der Gendarmerie zu einem blutigen Zusammenstoß, wobei der Kommandant und zwei Gendarmen lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Petersburg, 5. Jan. Das Kaiserpaar empstng heute nachmittag in Zarskoje Selo in Audienz den deutschen Botschafter v. Schoen zur Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens. Das kaiserl. Paar unterhielt sich etwa eine halbe Stunde mit ihm. v. Schoen trug die Uniform des Hess. Leib-Dragoner-Regiments, besten Chef Kaiser Nikolaus ist. *8.) Kr. 118 225 tausse. lie5lghrikem^‘ E' ien, MMs en schreibt uns . Man führt hier die Zurückberufun lischen Kreuzers „Saphir" von d, der zunächst Segelordre für ei:: düngen der englischen Presse befindet, ist es der r u f f t * scheu Regierung endgiltig gelungen, über- allderrevvlutionärenBeweguug soweit Herr zu werden, daß Befürchtungen für die Sicherheit der Ausländer nicht mehr bestehen. Nicht zuletzt auf Grund dieser amtlichen R^erche, deren Ergebnis vertraulich teilweise Befarmt gegeben sein soll, sieht man jetzt in Londoner FinanZirkeln die Lage in Ittrßland hoffnungsvoller cm; vor allem hat sich die Ueberzeugung befestigt, daß das Zarenreich über seine finanziellen Schwierigkeiten zur Zufriedenheit seiner auswärtigen Gläubiger hinwegkommen wird. In Moskau, wo immer noch zahlreiche Leichen selbst unter freiem! Himmel auf Höfen übereinandergeschichtet liegen sollen, ^erregt es Erbitterung, daß die Bestattung der Leichen großen Schwierigkeiten begegnet. Tie Polizei verlangt, bevor sie die Erlaubnis zur Beerdigung gibt, Ausweise über die Ur* achen des Todes. Ta aber in vielen Stadtteilen überhaupt feine Polizei zu treffen ist, wäre die Beibringung dieser Ausweise beim besten Willen unmöglich. Tie Leichen bleiben daher unbeerdiat. — Daß in Moskau auch viele Frauen an der Spitze Ser Revolution kämpften, ist wiederholt beobachtet worden. Mit welcher Wut diese Frauen bei der Sache waren, beweist, daß eine Frau bemerkt wurde, die eine ganze Zeit lang an der Seite ihres 17jährigen Sohnes auf den Barrikaden kämpfte und selbst, als ihr Sohn erschossen neben ihr niedersank, nicht Zeit fand, sich um ihn zu kümmern. Tie Anstifter )ieser Unruhen, die meistens an5 Genf eingetroffen waren, haben sich jetzt schleunigst aus dem Staube gemacht. In den Fabriken und Werkstätten des industriellen! Teiles der Stadt wird gearbeitet. Angesichts der großen Bedürftigkeit, in welche die Arbeiter durch die Ausstände versetzt sind, erhalten sie Vorschüsse. Die Verluste, die durch die Ausstände verursacht worden sind, werden auf zwei Mill. Rubel geschätzt. Tie Arbeiter glauben, daß -ein Ausstand in Zukunft nicht zu erwarten sei. Ter Verkehr der Güterzüge im Moskauer Bezirk ist wieder aufgenonrmeL, Nachrichten an8 Petersburg. Tie Petersburger extremen Parteien beginnen unter den Arbeitern Vorbereitungen für eine bewaffnete Er* Hebung am 22. Januar, dem Jahrestagedes Petersburger Blutbades, zu treffen. Infolgedessen finden nächtlich Hunderte von Haussuchungen nach Waffen statt. In der letzten Nacht wurde Maxim Gorlis Wohnung 5 Stunden lang durchsucht, jedoch nichts Verdächtiges gefunden. Unter den Arbeitern herrscht totale Verarmung und Hungersnot, die von den Monarchisten und konstitutto* neilen Parteien durch Verteilung von Unterstützungen und Gewährung von Freitischen geschickt ausgenutzt wird, um die Arbeiter der sozialistischen Propaganda ju entreißen. Unter den arbeitslosen Elementen hat ein Massenabzug in die Dörfer begonnen. Der Minister des Innern ordnete Erleichterungen für die jüdischen Rekruten an, deren Familien durch Unruhen geschädigt worden sind. Die Regierung beabsichtigt, der Mehrza'I der Hochschullehrer das Gehalt völlig und anderen zur Hälfte zu entziehen, weil diese infolge Schließung der Universität überflüssig geworden sind. Der Londoner „Dail) Expreß" (ein tzineswegs ernst zu nehmendes Sensationsblatt) meldet aus Petersburg: Ministerpräsident Witte habe beschlossen, die Politik der Repressalien mit großer Strenge durchzuführen. Die reaktionäre Partei übt einen Druck auf den Zaren aus, um den Monarchen zu bestimmen, daß er die in seinem Manifest versprochenen Reformen zurückziehe. Tie Haltung des Grafen Witte hat die größte Erbitterung unter der demokratischen Partei hervor- gernfen. Graf Witte soll an-eblicb die Worte gesagt haben: „Wenn das Volk Blut wünscht, kann genügend davon vergossen werden." Blnttate». In Riga hält die Unsicherheit noch immer an. Gestern wurde ein K a n d i d a t der Mathematik in dem Zen- ttum der Stadt von Revolutionären angegriffen uns lebensgefährlich verletzt. Zwei Polizisten wurden meuchlings erschösse ■-< In Dünaburg wurde ein von Revolutionären bewohntes Haus von Militär erstürmt, ein Teil der Bewohner getötet und die übrigen vergiftet. Aus Warschau wird berichtet, daß auf der Bahn^ station Skarzyska der M o n t a g e - Vo r st e h e r durch einen Pistolenschuß getötet wurde Ter Täter ist unbekannt. Ter Versuch, die Dahnstatton in die Luft zu sprengen, mißlang. In Wierzbu wurde des nachts das Stations-Gebäude geplündert imb Bücher und Apparate zertrümme^. Auch auf mehreren anderen Stationen derselben Strecke wurden Uebersälle ausgeübt. In Nikolajew haben Fabrikarbeiter große Ausschreitungen begangen. Als der Polizeichef Truppen requirieren wollte, wurde e* erschossen. In Rostow am Ton fanden neue blutige Zusammenstöße zwischen der Polizei, den Truppen und einer großen Volksmenge statt, wobei zahlreiche Personen getötet und verwundet wurden. Nach einer Nachricht oer Frkf. Ztg. ist das 1300 erbaute - Schloß Groß-Rop in Finland, im Kreise Wolmerschen, von einer Bande Revolutionären zerstört worden. Finland. In ganz Finland Haven dieser Tage Kundgebungen zugunsten des allgemein er unb gleichen Stimmrechts stattgefunden. In Helsiugfors nahmen 15 000 Personen an dem Umzuge teil, ot gleich eine Kälte von 20 Grad 1 herrschte. Die Demonstranten sangen revolutionäre Lieder; ähnliche Umzüge fanden in anderen Städten statt^ nach England, der zunächst Segelordre für einen russischen Hasen gehabt haben soll, auf einen amtlichen Bericht zurück, welcher dem engt. Auswärtigen Amte vorliegt und die russischen Unruhen in einem wesentlich milderen Lichte schildert, als dies bisher durch die Telegraphenagenturen der großen englischen Zeitungen geschah. Zufolge dieses amtlichen Berichtes, der zurzeit noch der Oeffentlichreit vorenthalten wird, weil er sich in gar zu scharfem Widerspruch mit den bisherigen Mel- möchte. Für das deutsche Volk aber entsteht die schwerwiegende Frage: Ist Kaiser Wilhelm II. den großen Aufgaben gewachsen, die er im Glauben an sein Können im Ernstfälle zu übernehmen gewillt i? Man müßte ein Buch schreiben, um das Für und Wider zu erörtern. In aller Kürze läßt sich nur sagen: Kaiser Wilhelm ist ohne jebc Frage als Soldat hervorragend begabt. Er hat Moltkes Lehren als junger Prinz begierig in sich ausgenommen, er hat Waldersee nahe gestanden wie einem Freunde, er ist 15 Jahre lang mit Fleiß und Eifer in Schliessens Schule gegangen. Er hat Napoleon I. so gründlich studiert wie Friedrich II. und hegt ein fieberhaftes Interesse für alle Forts chr i t t e der Waffentechnik und Taktik. Ueber Friedrich lächelte die Welt, als er sich der schier erdrückenden Uebermacht der Zahl entgegensetzte, Moltke war dem Auslande ein Unbekannter, als er Königgrätz schlug, Napoleon setzte durch die Kühnheit des Glaubens an sich zum ersten Male die Welt von seiner Existenz in Kenntnis — diesen Männern des Erfolges stehen Theaterhelden gegenüber, die 6eint ersten Auftreten eine klägliche Blamage erlebten! Zu Waldersee und Schlieffen hatte die Armee Verttauen, daß sie im Kriege unsere Fahnen zum (Siege führen würden, — und Keiner von beiden hat in der Praxis beweisen können, daß er dieses Vertrauens würdig war. Wer also wollte hier den Propheten spielen! Die wertvollsten Eigenschaften, die den Soldaten zum Feldherrn prädestinieren, — die besitzt der Kaiser. Ob es das Schicksal so fügen wird — wer vermöchte das vorauszusagen! Anders steht es um die F r i e d e n s a u s g a b e, die in den Händen des Generalchefs der Armee ruht, die stete, stille Arbeit der Weiterfortbildung eines musterhaften Generalstabsoffizierkorps, um das, wie Graf Schlieffen in seiner Abschiedsrede mit Recht hervorhob, alle anderen Nationen. uns beneiden. Diese Aufgabe, die der Kaiser jetzt auf die Schultern de» Generals von Moltke gelegt hat, erfordert Können und Arbeitslust unb -kraft, zugleich aber um so mehr Zielbewußtsein und Persönlichkeit, als Neigung zu ihrer Unterschätzung vorhanden ist. Ter König von Sachsen zeichnete den Grafen von Schlieffen anläßlich seines Ausscheidens aus der Armee durch ein .Handschreiben aus. Tas außerordentlich gnädig gehaltene Schreiben erkennt warm die vielfachen, bleiben- oen Verdienste des Generalstabschefs an. Amtliche Nachrichten über Vichseurven. Die in einem Gehöfte zu Bleidenrod (Kreis Alsfeld) j Unter dem Rindvieh ausgebrochene Milzbrandseuche ist erloschen und die über dieses Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben. ; Die Nottaufseuche unter dem Schwemebestcmde zu Fleckenbühl (Kreis Marburg) ist erloschen; die Sperre i|t aufgehoben. I 3 im Wcrlons w.tfiM im Großen Kenera ste.S wird gemeldet, den jetzigen Chef habe die Berufung auf seinen Posten zuerst erschreckt, und er habe sie a b g e l e n t mit der Begründung, daß er sich den Aufgaben dieses Amtes ganz und gar nicht gewachsen fühle. Ter Kaiser habe ihn darüber mit dem Hinweis beruhigt, daß er selbst ihm wirksam zur Seite stehen werde. „Im Kriege", habe Sc. Majestät bemerkt, „bin ich mein eigener Generalstabschef, und das bißchen Friedensarbeit müßten Sw doch bewältigen können." Tie „Nordd. Allg. Ztg." ist ermächtigt, festzustellen, daß es sich hierbei von A bis Z um Erfindungen handelt. Als Bismarck noch in Amt und Würden war, tat er den bekannten Ausspruch, Wilhelm II. werde bald sein eigener Kanzler sein. Waldersee sagte als „Kaltgestellter" in Hannover einmal im Freundeskreise: . Er wird, denken Sie an mich, meine Herren, sobald er ausgelernt hat, auch sein eigener Chef des General st abs sein!" Auf eine Gegenfrage, ob der Kaiser das schwere Metier erlernen werde, erwiderte der Feldmarschall voll Ueberzeugung: „Ich glaube daran, er hat Talent dazu, sein Ehrgeiz und Fleiß werden rhn wesentlich fördern; ein guter Taktiker ist er heute schon . . ." Also auf Waldersee ist wohl das obige Gerücht zurückzu führen. Heute wird uns aus Derltn geschrreben: Der Augenblick, zu dem Kaiser Wilhelm glaubt, „ausgelernt" zu haben, scheint mit dem NeujahrStage 1906 eingetreten zu fein, sonst hätte er schwerlich seinen besten S o l d a t e n den Generalobersten Grafen v. Schlieffen in einer PolNgch so überaus ernsten Zeit durch den General von Moltke ersetzen können. Vielfach ist dieser Wechsel so angesehen worden, als wollte der Kaiser durch ihn nach außen hm seine Friedensliebe durck ein neues deutliches Zeichen dokumentieren, da naturgemäß der neue Generalstabschef sich erst in feine Arbeit einarbeiten muß, — was nicht von heute auf morgen ^"urteilt, kennt die Psyche Wilhelms II schlecht,. Mit mehr Berechtigung könnte man schließlich die Verabschiedung Schlieffens zu einem so kritischen Zeitpunkte als einen Beweis dafür erklären, daß der Kaiser sich für alle Eventuali- ka t e n kriegsbereit halten will. Denn niemals wurde tl. feine Soldaten unter einer anderen Leitnngals feiner eigenengegen den Feind marschieren lassen. Es ist noch gar nicht lange her, daß der Kaiser sich mit einigen Generalen über das Problem der Kriegführung unterhielt und auf die Behauptung, Mter, Arbeit und Erfahrung zeitigten den Leerführer, wohlwollend, aber fest erwiderte: ,,,Ach^ was, als Friedrich auf Lowositz marschierte, war er viel jünger als ich." Wenn man annehmen wollte, welche Kriegshelden, der Kaiser am höchsten sck'ätzt, so müßte man zu allererst Friedrich den Großen, dann Napoleon und erst an dritter Stelle Moltke nennen. Es geschah daber gewiß nicht ohne Absicht, daß Graf Schlieffen in seiner Rede bei der Enthüllung des Moltke-Denkmals hervorhob, Moltke habe weder eine Settacht an der Beresina noch ein Waterloo gehabt: was Moltke geschaffen und aufpeöaut habe, sei nicht wie das Werk des gewaltigen Korsen wieder vernichtet worden unb zusammengebrochen. Weit über Napoleon und Moltke stellt der Kaiser seinen großen Ahnherrn, Friedrich II. Der ist das Ideal, dem er nachstrebt und — das er erreichen London, 5. Jan. heftigen Manne „ . . v wnfcfipisrwim 811 (794), Nendel 797 (815), Rockenberg TLTO ... Mm ^mn M JE Ab.°-lung für -ff°nt.I des W.Mn MM« Äunb^pff.««, »eneat lg0B. b-°a«-nd-n Väai^^aDon 9ben anderen Anstalten ^ll rtcttcr, wie er mi$?r^eiS ®r. Becker nur fe^ftetoÄ Ortichaftem ^zulaiEn 47^Ä /ri« qno\ Eheschließungen 184 (189). — Die et . * ., inn(,f>mhar als eine Belastung der teueren Fahr- Einwohner ausweisen. Die Gesamtzlinabme betragt nur 1063 Pe geHammerten Zabl-n buchen sich f in Bedacht 'kämmt Nach >-bbast-- “ * Ä >Ä « gleicht man die Geburtsziffer mck der der -l UVersammlung eine nut feinen Ausführungen sieb deckende fjnb bie§ durchweg kleine Gemeinden, weil absests von den großen 2lbu a ber (Seburt5- unb SobfBfaHe inr ftlmtf imb> 'inltatT , Ein Nachspiel zu der Versammlung Verkehrswegen, hier maelst sichalso die! Landflucht besonders stark fo beUt die Zahl der Geburten 567. die der Stebefalle J< )oumon ^n der bekannten Sorte des .geistigen bemerkbar?Eine stärkere Zunahme weisen nur Erbach und Michel- 319, d. Oh. ein Leberschuß von von 248 Geburten für ba§Becker von gewisser Seite feit habt r Ausstellung verbleiben lann, da eine größere Anzahl IbQ§ Fuhrwerk zu entfuhren. Pferd und Wagen,Naube,m 1617 (171 = 12 Pro i.), Raunheim 1583 (174--12 Pro-.), n^mälde uou der Ausstellimg der freien Bereinigung 2.arm- Acute morgen bei Niederrad im Straßengraben ge- -- ^Känstlrr sur die Lher sundem Leider ist es nicht geglückt, die würdigen „Politiker' Gießener Strafkammer. ®n halber Besuch der Mg°"w°rtrgen Ausstellung .st daher l 6elbcntot JU ertappen (Off. Ztg.) Mißhandlung f e^nkr^hkfrku Le der iU EÄu"' dem Bureau des S t a d t t h e ° t e r s Marburg, S. Jan. In den letzten Tagen wurden zu Bad-Nauheinr durch das Sch-ffeu. ' ni(lcn NachmittagS-Slnfführung von hier abermals zwei E.nb ruchsd.eb ttah le verübt. Son gCTidjlt JU 14 Tagen Gefängnis v-rnrteilt. Seme Mutter, die ®®ieC,®e1ibfiCt von Sankt' Bernhard- darauf hm- den Dieben "->4°!" der El.fabethenkirche kürzlich «...brachen, ^^«haMung« aeroiefen daß es voraussichtlich die letzte Aufführung der hat man ebenfalls noch keine p . (SMnhntA 2,, davonkam' Aus dem von den Angeklagten angefochtenen und Novität 'sein dürfte — Am Abend geht »Alt Heidelbergs [] Laasphe, 5. Jan. Astern wurde im Stembruch zu I ber Strafkammer bestätigten Urteil ging hervor daß dw 9covität sein ouisi ä Niederschelderbütte der Steinbrecher Utsch 5. aus Mudersbach Schwiegermutter der mißhandelten Fran die Hauptschuld an den rn Szene. . . c: b.± mnr(1Pn Sonntag um durch berabfallendes Gestein getötet vorgekommenen Streitigkeiten trug, da sie ihren Lohn gegen ferne - Prom-n°dcnk0nz-rt sindet morgen sonniag um ->urq.°>-r°o au->,°- . „ll8 Seff, ,, und d-nsirau -usheht-. Im Wege der KeiratSvrrmUtluug kam die >ung- 1 1.30 Uhr in der Sudanlage mit folgendem P g Nachbarstaaten. Jü Hungen brachte der 18jährige Fried- Frau, welche als selbständige Schneiderin in Frankfurt a. Vt 1 Ouvertüre zu .Martha^ von Flotow. 2. ^ima-- —al;er! uou Villingen in der Holzschneiderei von August gewohnt hatte, in das Sckröbericke Haus, wo neben bar Lohm- non Vincke. 3. Fantasie aus „Mignon« von Thomas. b n f $anb in bic sireiefäge, ivobei ihm. groei ginger Hutfdjcrei audi San^mrirtfctprt ^?c5c?Jle!mIrfen^rauU6mü "Ä Nr. 126 von Sl-autz. - NochmillogS 5 Uhr Ivurd-N Jii « r u ch - n b r u-k-nstarb datz ^.hr ME^^ooA . mm stiner $*£%^** konzertiert die Regimentskapelle im Neuen Saalbau. dei Buraeimnsti—J--- .44_’ . .. =■ Da sie sich beim Pferdeputzen usw. schlecht anstellte, war sie -Der Gernhardt'sche Zither- und Mando- Der Konkurs des Gesandten. bei ihrer Schwiegermutter bald überflüssig. Dicw erklärte ihr, linenchor- '(Dirigent: Musiklehrer Wigand Gernhardt) Heber die Umstände, die den bisherigen braunschweigischen sie könne gehen, wann sie wolle- &Pm-Lm^LLI£ fc Mtte MTW in nächster Zoll ein : ,u veranstollen und Gestndteu unb MtiÄe K2 ÄS Uj macht iefet schon Freunde der Zithermusik und der vom Verein vazu verani Br d , in Aussicht. Weinte sie bei der ihre Kräfte ubenteigenben Arbeit, gepflegten verwandten Gebiete (Violin-Mandolme.GesangS- Die'Ursache der Zahlungsschwierigkeiten, in denen Baron so erhielt sie Schläge in^das Gesicht, wobei ^ Lchwl^ennutter Musik usw) darauf aufmerksam. Nähere Angaben darüber Cramm sich befand, bestand zum Teil in großgeplanten Obst- ihrem Sohn inner: ^lag nur tüchtig ^au . oas werden im Anzeigenteil erscheinen. Um Mißverstandnlssen ^.ckst^ien,^ die er^tn^ Seben ^eruf^ batk.^etatt ^eine . ^e- ^enf.^u^r Hause wohnenden Kurgast klagte vorzubeugen, sei darauf aufmerksam gemacht, daß sich Obstbaugesellschaft Verluste über Verluste. Ms und dieser ihr riet, die Hilfe-der Polizei m Nnstmrch zu nehmen, gestrige Notiz detr. Namensänderung nicht auf bieien von einiger Zeit verschiedene Banken gleichzeitig auf Zahlung benuNe die Alte die Gelegenheit, H-rrn' Gernh'ordt 9eteite*en B.-om besieht. ftVÄ " Äk Ä Mcjt »17- «Wf Ä W - Zur Afsaire CheliuS. Ueberdn bereit- gestern 9 wäre ^auch^wohl von statten gegangen, wenn sich nicht geschlagen und mehrmals zu Boden geworfen, er hieltchr bm gemeldeten unerwarteten Ausgang des Falles Chelms bringen im gleichen Momente die Anzeiclien dafür gezeigt hätten, daß Mund zu, um sie am Schreien zu verhindern. Die ^chsmeger- die N S V- folgende nähere Miitettunpen: Serr». Gramm für GefAiigkeiten, die er der Frau eines p-rcundes mutter Meppte ste zur Treppe und st, esi n° Munterworauf Eine !entot7neüe Meldung bnrcbciltebeute(Freitap)iriih die Stobt. I ernüesen, infolge vvu deren unerhörter SandlungÄvesie selbst sie Ze ta äÄ » Drosessor Chelins bat durch Selbstmord geendet! Als früh um in Anspruch genommen werden konnte, -vcrr v. Cramm war seit m der Nahe wohnmder^^ntzmann mEe dcw ^a^ e^ 6 Ubr seine Zelle geöffnet wurde, land man ibn an dem Kloben vielen Jahren mit dem in Hannoviw lebenden pvrtugieigcheil Ge- nchein. er die halb Ohnmächtig^ m daS KrankenWis schasste, des Fens ers erb ängt vor Außerdem hatte er sich die Puls- .leralkonsul Dr. F-reih. I. W. v. K o n i g s w a r t c r bcfreundet, wo sie lungere Zeit an den F^gen der Mißhandlu^en la^ adern neöffnet. 'Bit seiner Tat benutzte CH. einen Strick, den dessen Gattin, die Baronin Helene geborene Ionas aus Hamburg, Da die Cheschechung bereits im^ange^rs^ düi^te sch,^baw er sich wie ans seinen hinterlassenen Ausieichnungen hervorgehi. einst unter dem Namen „Jolanda" eine gefeierte -L. unserer Gemarkung von einer Gießener Jagdgesellschaft gc« ^lufHäning setzte A:au Königswarter Ausflüchte oder Stckl- 5u 60 Mk. Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wurkw von beiden haltenen Treibjagd wurden 96 Hasen geschossen. In dem schweigen entgegen. Teilen, angefochten, und der Vorsitzende des Berufungsgertchts, vorhergehenden Treiben wurden 26 Hasen und 11 Rehe zur Die Sanierung zerschlug sich infolgedessen, und als t>ad ber die unerquicklichen Verhältnise der Gemeinde Van U^er t , ,, . , . ■ r "t. • Ai I wirksamste gpittel tiöflia1' ^'(arfpit au schaffen, sich 'und den I früheren Tätigkeit als Oberamtsi'lchter zu Hungen kennt, gab Streck- gebracht unb auch bie Huhneriagb war recht ergibig, ^™ite Wt Barm IiÄ alle erdenklick,- Mühe, im Interesse d-r Religimisz-m-ind« ** Lich, 6. Jan. (Eigener T^ahtbericktt.) Unser lang- Cramm nur noch den einen Ausweg, den cr jetzt gewählt hat: sowohl, als nn Interesse der Parteien einen Vergleich zustande jähriger hochverdienter Bnroermeister Philipp Heller Ü. selbst Konkurs zu beantragen. Bis jetzt ist kein Anzeickwn dafür zu brirrgm. Die Feindschaft der Parteien ist w groß, daß von äst nach langem, schwerem Deiden (yeute vormittag V28 Uhr! da, daß Baron Königswarter wieder gut machen wirb, was seine einem Entgegenkommen weder auf der einen noch auf ber anwrn gestorben. Der Verstorbene beteiligte sich mit Eifer und Frau gesündigt hat. Unb es hat beit Anschein, als wäre ifan Seite gereiKt nrerben fonnte^ ^1^ °^ahernd funfsti nbiger Ver^ Erfolg auf den verschiedensten ©-bieten des öffentlichen dies vielleickt fogar beim beiten föinen gar nirfit einm^ .m°9V^' $an»bIn 2♦ F bricht zur Bestätigung' Lebens; er war u. a_ Mitglied des Kreisausschusses des d^ er sich selbst auf finanziellem ^iete so^elt mga^ier^ Hat, e 1 „ Kreises Gießen, Vorsitzender des Simmenthaler ^i^i)Die^» f° "^ltHer mummen nicht ohne ßmtftslaaf Zuchtvereins usw. Auch be unserem Landesherrn stand ^eres. möglich se.n durfte. ^ U(3Lt5,aaU Herr Heller in bestem Ansehen, was nach einer bereits nefinifTi» in r4- ?JC..’0 tTf r~v5?,rt'Stc- M früher'erhaltenen Ordensdekoratton erst letzte Weilwack"-en o 1151 n„n z«a ■ "iÄm zq7ai Spengler W i l h elM r, gebürtig aus Neustadt m ^chfen>WeiE LpLr hnhurrh rum Ausdruck kam daß ihm dell m Bild K r e i s F r i e d b er g 74 530 (69 602). Assenheim 1053 (970), wegen M a l e sta t sb el e i di g u n g zu zwei Monaten GefananiS. I Bad-Nauheim 5054 (4501), Bauernhemi 213 (188), SBeienheun 450 Der Angellagte hatte in einer Wirtschaft zu Elm gegen die Kron- ? ?überreicht, wnr e. Tas Andeiiken des allgemein Bobeiirod 131 (137), Söuftabt 626 (577), Bruche,ibiricken Prinzessin von Preußen absällige Reden geführt. (Frkf. Ztg.) beliebten Mannes und verdienstvollen Gemeindevorstehers I^o 251), Langenham-Ziegenberg 449 (459), Maiback 190 (171), Mgeklagte hatte in seinem Blatte diejenigen Polen, die Grund- cfrArfphniSfnfip bie uiletzt mit einem ^nhreSunn'ak non über Massenheim 395 '362), Melbach 629 (581), Münster 214 (222), besitz an Deutsche verkaufen, Verräter genannt und ihnen gedroht, . mvn ■ ' T x I Ä J?« UDCrhmünienbci-n 861 (815), 9iiebcr.@r(enbad)818<879), 9iiebet.@fd>6nd) fie über ,ck>>° Bank -,n zi-hcn mid zu dr-sch-p, waä das Z-u-i 1i/, Million a-bcit-t- und an den Verband Wiesbaden an- „z ^4,, Ni-d-r-Morstadt 1677 (I47Ü), Nied-r-AIörl-u 88S (808), halte" gegliedert war. Infolge der bei ber Wahl eingetretenen l Nieder-Nosbach 554 (510), Nieder-Weisel 1318 (1387), Nieder- M ünch en, 5. Jan. Em Beleidig ungS prozeß dev Spaltungen haben nun die besser situierten. Mitglieder ihren Wöllstadt 1294 (1205), Ober-Erlenbach 1080 (1053), Ober-Eschbach evangel. Kampfwochenschrist „Wartburg" gegen das „Neue mufifritt hei ber Raffe anaemelbet und bereits ein anderes 751 (701), Ober-Florstadt 276(270), Ober°Mörlen 2167 (2073), Münch. Tagelst.", der gestern begann, wurde heute beendet mit Austritt be der wane angemeioe uno bereits^ em anderes Ober-Rosbach 1379 (1224), Ober-Wöllstadt 827 (773), Ockstadt 1331 einem V ergleieh, der beide Teste befriedigt unb in dem jede Sparinstttiit gegründet, welches fnnen Anfchlutz an Jleuroieb I (1282), Okarben 796 (762), Oppershofen 652 (645), Offenheim 3301 Partei die Kosten zur Hälfte zu tragen sich verpflichtet. Es handelt {genommen hat. | (318), Ostheim 486 (461), Petterweil 544 (.553), Pohl-Göns 615! sich bei biefem Prozeß, der von den Redakteuren der „Wartburg- 5- Jan. imb dem Snperintenbcnfen Dr. Meyer-Zwickau, forote bcnt öfter- leidnirfien Parlamentarier unb eifrigen Verfechter der evangelischen Cache in Oesterreich, Rechtsanwalt Eisenkolb, gegen den Redakteur be§ N. Münch. Tagebl." Frhrn. v. der Tann angestrengt worden war" um folgenden Tatbestand: DaS „R. Münch. Tgbl." brachte om 9. fOtni 1904 einen Artikel, der mit folgenden Worten begann: ,2ie Wartburg", das durch und durch verlogene protestantische Organ voraussetzungsloser öfeschichttzfälschuna, brachte unlängst eine Abhandlung über die englische Puloerverichwörung, worin in der bekannten unparteiischen Wabrbeitsliebe es wie gewöhnlich die Zesuiren für dieses Komplott verantwortlich machte." Dann gebt der Artikel auf dieVulververschworung näher ein und sucht nachzuweisen, daß der den Jesuiten gemachte Vorwurf durchaus ungerechtfertigt sei Der beklagte Redakteur hatte als Sachverständige dafür, das; die „Wartburg" den Vorwttrf der Geschichtsfälschung verdtene, den Universitätsprofessor Dr. Kiwvster und den Privatgelehrten Naumann laden tasten. Tie Kläger halten die Universitätsprofessoren v Nivvold aus Jena und Dr. Kolbe aits Erlangen als Sachverständige geladen. Die Widerklage, die das Münchener Blatt erhob, stützte sich in der Hauptsache auf einen Artikel der „Wartburg", der älter mar als jener des besagten Blattes, nämlich vom 15. April 1904, in denk in Bezug auf Dönifles Luther-Dtographie und auf Busenbachers „Luthers galante Abenteuer" gesagt roitrbe, das „N. Münch. Tgbl." scheine durch die Verteidigung beider „feine Ehre darin zu setzen, den untersten Schlamm b;r gesamten klerikal en Vreste zu hüten." Bs 11 8oa lnfi mbt da; ff 1063% ZE'chnrn. tzr ^undU,^ *n(*hme 777 _ Q.u imirbe btt ) b'5 Schössm, Nt 7 Tege WM 20 Mk. Slowenen und Sk1"6 dir LMld cm dtt * Segen feine 9 kam die junge ^ranksurt a. M. 'S® Lohn- ? Wt nicht. «TQu- mit der tvotbm nxtt jMltt, mar sie 'M erflärte ihr, ■ Ehe gebrachten, bitte Vermögen Agenden Arbeit, -fhtoieaermutttt ■ui." SelW das lehr herunterkom. en Kurgast klagte ttud) zu nehmen, * unerlaubter nas einen heftigen on ihrem Manne er hielt ihr den Die Ähimeger- hinmter, mvraus tritt erhielt. Em Cache ein Ende, lkenhaus schaffte, H>andlungen lag. dürfte Ich. bald c Techniker W. F. c tätig. Er blieb fern, weshalb er m die Firma für n Geldbetrag zu ei er noch bei der verreist, er trolle leeren. Die nichts 'ich sofort in eint er eine MzaHk diese Men wtt n au' alle W sich einen Teil ^elegenbeit ihn an* gab. Des andern! j Geldes, das ibtrt >e. Das Cchöffen- ’ Togen Gefängnis, ic Strafe aus vier Macht kam, dah bei Genußsucht zu c m-qcn Urkunden* ,n lsörperverletzung ,e Gcsamtstrafe von nut - D-r de Hungen I.. ige erwiderte. M der verfeindet ftno, W in SÄ» SÄ Bss U* ,7/7« ’ ieinbe -N $7/ ä ■« ist '0 Brandern 0 ner.^Äckncr, t in ^IfänantS. K&'ff iS« Ä M^bic , .b der ,.vllnid)‘£i flgartbitffl eure« W' Kunst nnd Wissenjchaft. Kassel, 5. Jan. Schriftsteller Wilhelm Benccke ist infolge eines Schlaganfalls, 59 Jahre alt. gestorben. Der Verstorbene. geb. 1846, war Redakteur der Zeitschrift „vestenland — Wie verlautet, wird der bekannte Schriftsteller Hermann Bahr, her neue OMwegisseur be§' Münchener Hoftheaters, offiziell den Auftrag erhalten, die Münchener „Allg. 3tg.", die „Germania" und andere Blätter, die in ihren Angrgsen ihm V e st e ch l i ch k e i t und U u l a u t e r k e i t vorwarfen, zu verklagen. Dadurch wird die Hvftheaterintendrnz eine Klärung der Situation schossen und Bohr Gelegenheit geben, öffentlich 'die gegen ihn gerichteten fWitirv’ffe 2itr,"rermHd>tes. • Ein Friseur Doktor der Rechte. An der Wiener Universität wurde Milivoy Jakovljevic zum Doktor der Rechte promeniert. Derselbe ist aus Ruma in Slavonien gebürtig, kam als Friseurgehilfe nach Wien, wo er später ein selbständiges Friseurgeschäft betrieb. In seinem Wissensdrange benutzte er die freie Zeit, die ihm sein Beruf übrig ließ, zum Studium und legte die Gymnasial- und Maturitätsprüfung ab. Hieraus fhtbierte er Rechte an der Universität, wo er vor drei Jahren die erste Staatsprüfung ablegte. Nachher absolvierte er den Abiturientenkurs an der Wiener Handelsakademie und setzte seine juridischen Studien bis zur Beendigung fort, wobei ihm sein Friseurgeschäft den Lebensunterhalt bot. Er wurde nun zum Doktor der Rechte vromoviert. * D a s E i n k o m mc u d e 3 Mikado. Eine englische Zeitschrift macht über die Einkünfte des, Mikado einige interessante Angaben. Seine jährliche Zivilliste beträgt 6 000 000 Mark. Außerdem betragen 2 Millionen Mark, die Zinsen aus dem Vermögen von 40 000 000 Mk., das ihm aus der vor zehn Jahren von China empfangenen Kriegsentschädigung ausgezahlt worden ist. 1000 000 Mk. bezieht der Kaiser aus den Erträgen, die ihm von fernem Privatvermögen, das sich auf etwa 20 000 000 Mk. beläuft, zufließen. 2 000 000 Mk. bringen dem Mikado die ausgedehnten Wälder, die sich in seinem Besitze befinden, eine Fläche von 5 124 873 Aeres bedecken und über 2 000 000 000 Mark wert sind. So beläuft sich sein jährliches Einkommen auf über 11000 000 Mk. Da aber die kaiserliche Familie aus 60 Mitgliedern besteht, zu denen 11 verheiratete und vier verwitwete Prinzessinnen gehören und der Kaiser für sie alle im größeren oder geringeren Maßstabe zu sorgen hat, so ist die Summe a'.s ziemlich gering zu bezeichnen. * Kleine L ag e s'ch r on ik. In Beelitz wurde dem Schmiedelehrling Lehmann vers'hmtlich eine g l ü h e n d e E i s e n- ftange in den Leib gestoßen. Er hatte, als er Nagel schmiedete, einen KNaben, der zusah, gebeten, eine Eisenstange in der Esse glühend zu machen unb drebtc sich zufällig unachtsam um, als her Knabe mit der gfübenben (Stange zurückkehrte. Diese drang ihm in den Leib, traf dabei eine Schlaaader und führte den Tod durch innere Verblutung herbei. — In O elsnitz stiftete Kommerzienrat Koch anläßlich des 25jährigen Bestehens seiner Fabrck 100 000 Mar! für eine Arbeiterstiftung. — In Elberfeld spielten Mei Kinder des Kaufmanns Genster in Abwesende'g der Eltern mit Streichhölzern, steckten bA§ Bett an unb erstickte N. — In Zalenze (Schles.) erstickten die Witwe Nitz und bereu erwachsene Tachter an Kühlen dunst. — In Kü pp er (Lausitz) erschlug der Landwirt Peisrich seinen B r " d - r i**t 9"^ "rSfr tvirr^11 i'cnM vrb Kerüc! r. AoläsrvirfschtUl. Hessische Landes-Hvvothekenbank. Die Bank teilt mit, daß sich für das 3. Geschäftsmhr der Absatz an 3V« Proz. Oblümtionen auf rund 17 500 000 Mk. der Zugang an städtischen, ländlichen und Kommunalbarlehen (sämtliche nach dem Amorti- s'ti>ans--Svstem gegeben) auf rund 19 000 000 Mk. stellt. Der Obligationen Umlauf beträgt 44 000 000 Mk., der Gesamtdarlehns- bestrnb 50 000 000 Mk. Die Darlehnsbewilligungen gingen in künem F">lle über den Zinsfuß von 33,'i Prozent hinaus. Das Gewinn-Ertr^mlis ist beftücdche:-ch und dürste die im Staatsbudget mit 31/2 Prozent in Aussicht genommene Verzinsung des 9 000 000 Ml. betragenden Betriebskapitals gestatten. Die Bank fungiert als Gelbausgleichungsstelle zu Künsten der hessischen öffentlichen Sv'r^ssen unb hat in dieser Eigenschaft sehr lebhafte Umsätze erzielen fönnen. Konkurse n. Holz- feuenma, an jed. Ofen anfcbließb., nmzugshalb. preisw. zu verkaufen. 021 ____________Weferfir. 4, II. billig zu verkan en. 1028 Olli Sleinstraße 73R, v. r. Geschäftshaus mit geräumigen Nebengebäuden, beste Lage, mit angrenzend. Obstgärten «auch ohne dicselhen) in großem Ort bei Gießen verkäuflich. Reflekt. wollen ihre Adr. u. 091 an den 6'icü. Anzeiger cinfendcn. Vertrauen in deutsches Wesen- erschüttert werde. Breslau, 6. Jan. Tas Kriegsgericht ber 11. Divlpon verurteilte den Unteroffizier Rowack vorn 11. Grenadier» Regiment wegen Geld borgens von Untergebenen 31 Fällen zu 2 Monaten Gefängnis und Degradation^ Paris, 6. Jan. Ueber die Mission des rnsfischen:. Bevollmächtigten Kokowzow wird noch berichtetA Wegen Unterbringung einer 800 Millionen -Anleihq hatte Kosowzew eine längere Uii‘'.rrcbnng mit R0upier^ in welcher er ihn ersuchte die Bemühungen der rusftichetf Regierung nach dieser Richtung hin zu unterstützen. Rouvier gab jedoch nach Rücksprache mit verschiedenen FinanzleuterL einen ablehnenden Bescheid. Paris, 6. Jan. Ter Bevollmächtigte Rußlands^- Kokowzew, wurde dahin verständigt, daß der Plan, bei' franzö isschen Banken eine Anleihe von einen Milliarde Francs aufzunehmen, nach der Konfe-! renz von Algeciras bessere Aussichten auf «ingew habeu werde als jetzt. — Aus Washington meldet der „Petch Parisien", daß dem amerikanischen Delegierten für bie Marokkokonferenz dahingehende Instruktionen erteilt worden sind, ganz besonders für das Prinzip der offenem Tür in Marokko einzutreten. Weiter sollen die ameri« kanischen Delegierten alle Mittel anwende n,. um zu verhindern, daß Differenzen zwischeif Frankreich nnd Deut, Qi land entstehen, durch die' der M e l t f r i e d e b e e i n t c ch t i g t werden könnte. Petersburg, 6. Jan. Dem bekannten Anarchisten- führer, Fürsten Krapotkin, ronrbe die Rückkehr nach Rußland gestattet. Wien, 6. Jan. Die Henkel-Donnersrnarksche Vcr-> maltung dementiert das aus Abazzia verbreitete Geruchs daß die verstorbene Neichsgräfin Laura den Kaiser Wilhelm zum Erben ihrer Villen in Abazzia einsetzte. Newy ork, 5. Jan. Es gilt als ziemlich sicher, daß deis Ausschuß, der die Verhältnisse der Versicherungs»' g escl lschaften zu untersuchen hat, einen Gesetzentwurf nach dem Muster des deutschen Versicherungsgesetzes einbringen wird, das der Gouverneur des Staates Rewpork in feinet, Jabresbotschaft an die Legislatur als mustergiltig bezeichnet hat. Washington, 5. Jan. Das Marinedepardement erklärt, daß die Kreuzfahrt des Geschwaders des Admirals Sigsbee nach den europäisch ern Ge-. wässern schon geplant gewesen sei, lange bevor an amt« licher Stelle der leiseste Verdacht aufgetaucht sei, daß bie Marokkofrage eine den Frieden Europas bedrohende Gestalt' annehmen könne. Buenos Ayres, 5. Jan. General Sarmiento und alle Offiziere der Provinzialbauptstadt San Juan wurden im Auftrage des Präsidenten der Argentinischen Republik verhaftet. Telefomscfoe Kursfeepichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Hörse. 6. Januar, 1.15 Uhr. 3%°/0 Rcichsanleihe . . 100.70 3% do. . . 89.00 3%°/o Konsols .... 101.10 3% do 89 00 3^% Ressen 100.25 Oberhessen . . . — 4°ä Oesterr. Goldrente. . 100.25 4*/c % Oesterr. Silberrente 100.75 4% Ungar. Goldrente . . 96.70 4% Italien. Rente . . . 106.10 3% Portugiesen Serie I . 68.05 3% Portugiesen p HI 68.10 l % Conv. Türken von 1903 90.50 Türkenlose 144.00 4% Griech. Monopol-Aul. . 52 70 \% äussere Argentinier . 89.30 3°/n Mexikaner .... 67.10 lX°/o Chinesen . . . 97 65 Aktien: Bochum Guss 247.50 Buderus E. W 135.00 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, 6 Canada E. B 175.20 Darmstädter Bank . . . 148.20 Deutsche Bank .... 242.70 Dortmunder Union C. . . 99.70 Dresdner Bank .... 166.90 Tendenz: fest. Elektriz. Lahraeyer . . . 140.50- Elektriz. Scbuckert . . . 130.30 Eschweiler Bergwerk . 263.2(> Gelsenkirchen Bergwerk . 226.001 Hamburg-Amerik. Paketf. 165 30 Harpener Bergwerk. . . 217 80 Laurahittte 247.50 Nordd. Lloyd .... 128.20 Oberschles. Eisen-Industrie 132.40 Berliner Handelsges. . . 171.60 Darmstädter Bank . . . 149.00 Deutsche Bank . . . 242 80 Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommandit. . . 189.30 Dresdner Bank ... 166.40 Kreditaktien 213.20 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn 114.90 Gotthardbahn 199.00 Lombard. Eisenbahn . . 24 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.20 Prince-Henri-Eisenbahu . 128.50 Januar, Anfangskurse Harpener Bergwerk . . 218.60' Laurahiitte 248.40 Lombarden E. B . 24.50 Nordd. Lloyd 128.00 Türkenlose 144.70 SelewäckläeSie beim Lernen znrückbleibenda Kinder, sowie blntnrme, sich mattfühlende und nervöse iiberrabeitete, leicht erregbare Erwachsene jeden Alters gebrauchen als Kräftigungs-Mittel mit grossem Erfolg HOUISEL’s Maematojjen. 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