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Qbüt9cMba3 am -■tE*-ÄCrcr ,ur. einen 3tci>ic ?SSB&- iS qi.L. ,"bn werden 10 -Patroncnrabrif in 2 Mcc ?. 9,n9 ein Pulver-un Adnanopel ab. ö 9 '. ?’c »'^ence öqdqp« 'Zeren Meldungen fest, Mtaj von 3.11c fr i fß i hielt sich mehrere "an « Sitz^g der r LlnrVproieft§ 7-ln welchem die Ein- llen Regierungs- 'tpunki, an welchem das M fort: Seit dem Be- crse Kaiser und erließen waren. Jetzt, da China rt)t, smd unsere Gesetze itet, und unser Land ist nm für uns nötig, mehr Mes Gesetzbuch zu tet dichte der nach Guropa der Grund von ChimZ -m Herrscher und riebt administtative nnb e beendigt seien unb das is zur Regierung zu vergeben werden. Sic Zeit abhängen, wie rasch die misse fortschreite. 120.20 ' iS >?0 , i4o.yj JSSS— JS«.142.« ■iz. Lahmeyer . • • ^g sg ■iz. Scbnckert . - • 35350 •eiler ' 228.00 ikirchen Ber^Lii. 162-00 nT(,.Äinenk. me 215.O0 >ner Bergwerk. - ' 945.OO ibfltte- - - ' ' .181.20 - flankte-63 ' 141-60 " -u • ’ 240.25 ; 75.00 ' 185.90 ’ 160.10 ' 21220 Anfang8^6 0.20 16 b Ber^erkl ' ' 244-06 rpener W , . - :!4j0 irahflt“ B. - • ' 130.90 g-fif. tkenlo96' Erstes Blatt erwartet werden. Trotzdem wird Herr v. Podbiclski ziem 156. Jahrgang Berlin, 4. Sept. In der heutigen Sitzung des Aussichtsrats der Darmstädter Pank sprach der Vorsitzende .Herrn Direktor Dernburg zu seiner Ernennung zum Leiter der Koloniatabteilung die Glückwünsche des Mf- sichtsrats aus, indem er zugleich der Genugtuung Ausdruck gab, die nicht nur der Aufsichtsrat der Turmstädter Bank, sondern auch der gesamte Kaufmannsstand über die Ernennung des Herrn Dernburg empfinde. Die von Herrn Dernburg erbetene Entlassung aus dem Dienste der Bank wurde dem Herrn Direktor mit dem Ausdruck des besten Tankes für seine Tätigkeit vom Aufsichtsrate erteilt. Herr Dernburg teilte mit, daß er die sämtlichen Aufsichtsratsstellen, die er bisher innegehabt, niedergelegt habe. Deutsches Reich. München, 4. Sept. Ter Beschluß der Regierung, die von der Stadt München in Aussicht genommenen sechs neuen Simultan schulen nicht zu genehmigen, hat g r 0 ß e Aufregung hervorgerufen. Die liberale und radikale Presse verurteilt in scharfen Artikeln die reaktionäre Haltung der Regierung. Im Magistrat gab der Vertreter der linksstehenden Parteien eine mißbilligende Erklärung ab, da der Beschluß im Widerspruch stehe mit der religiösen Gleichheit und sittlichen Freiheit. Nürnberg, 4. Sept. Zur Unterdrückung etwaiger neuer Ruhestörungen ordnete das Generalkommando für sieben Kompagnien Infanterie die Nichtteilnahme an den Manovern an, damit sie hier verbleiben können. Weitere Verstärkungen können aus Erlangen und Ingolstadt herangezogen werden. Breslau, 4. Sept. Wie die Oelser „Lokomotive an der Oder" erfährt, ist die Untersuchung im Disziplinarverfahren gegen den Direktor der Liegnitzer Ritter- Akademie, Graf Kospoth, der als Generälbevollmäch^- tigter der Buttenbrockschen Erben die Herrschaft Offen an den Polen Martin Biedermann in Posen verkauft hatte, nunmehr abgeschlossen. Minister Tr. Stadt habe den Vortragenden Rat im Kultusministerium, Geheimen Oberregierungsrat Tr. Fleischer zum Beamten der Staatsanwaltschaft ernannt und mit der Anfertigung der Anklageschrift beauftragt. Posen, 4. Sept. Auf die Angriffe, welche der „Dzien. Posnanski" gegen die deutsche katholische Geistlichkeit gerichtet hatte, veröffentlicht das genannte Blatr nachstehendes Schreiben des Erzbischofs Stablewski: Aus der gestrigen 9hinrmer des „Tziennik Posnanski" ersehe ich, daß in einer der früheren Nummern unter dem Titel „quo vadiS?" eine verleumderische Insinuation enthalten war, durch die die Geistlichkeit' deutscher Nationalität in unseren Tiözesen geschädigt wird. Dieses einen Geistlichkeit deutscher Nationalität ohne Angabe positiver Gründe zugesügte Unrecht weise ich als unbegründet entschieden zurück. Erzbischof von Gnesen und Posen, (gez.) Florian. Bodöttlski und Mtow versöhnt* Herr v. Podbielski hat heute den: Kaiser über die Weiterführung der Döberitzer Heerstraße Vortrag gehalten. Ein neuer Beweis, daß der preußische Landwirtschaftsminister fest im Sattel sitzt. Fürst Bülow hat Herrn v. Podbielski in der „Nordd. Allg. Ztg." zu früh daS Totenglöcklein läuten lassen. Die Totgesagten erfreuen sich nach dem alten Sprich- ivort einer besonders langen Lebensdauer. Wenn die agrarische „Tagesztg.", wie anzunehmen ist, aii§ der Umgebung Pod- bielskis unterrichtet ist, so scheint der Minister Wert darauf zu legen, dem Reichskanzler auch vor der Oeffentlichkeit jovial die Versöhnungshand zu reichen. Die Auffassung der Presse von einen: Duell Bülow-Podbielski sei, bemerkt heute abend das Blatt, mindestens schief. Zur Zeit könne von sachlichen Differenzen zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Landwirtschaftsminister nicht die Rede sein. Man dürfe vermuten, daß die mehr formellen Differenzen, die zum Teil auf Mißverständnissen beruhten, neuerdings ausgeglichen worden sind. „Mehr formelle Differenzen", daS ist wirklich eine recht zarte Umschreibung für Mißhelligkeiten, wie sie ähnlich kräftig selten zwischen hohen Chefs der Regierung dagewescn sind. Die Veröffentlichung der „Nordd. Allg. Ztg." von dem Wunsch des Herrn v. Podbielski, aus dem Staatsdienste zu scheiden, konnte gar nicht anders aufgefaßt werden, als daß Fürst Bülow eine vollendete Tatsache zu schaffen, den Minister mit sanfter Gewalt zum Gehen 311 nötigen beabsichtigte. So hat auch zweifellos Herr v. Podbielski die für ihn höchlichst überraschende offiziöse Notiz gedeutet. In früheren Jahren würde wohl eine „Richtigstellung" aus dein Ministerium nicht auSgeblieben sein — aber Fürst Bülow hat schon seit längerem die Weisung erlassen, daß in der „Nordd. Allg. Zig." Erklärungen politischen Inhalts nur mit seiner Genehmigung Aufnahme finden dürfen. Nur:, Herr v. Podbielski, der erlittene Kränkung oder Verdrießlichkeit nicht nachzutragen pflegt, will dem Fürsten Bülow nicht grollen. Das Versöhnungswerk ist vermutlich bei den Tauffeicrlichkcitcn in Potsdam von einer höheren Stelle zustande gebracht worden. Allerdings hat der Kaiser noch nicht das entscheidende Wort gesprochen, daß dec Landwirtschaftsminister im Amt bleiben soll. Tas stellt auch die „TageSztg." fest, indcin sie bemerkt: Nach menschlicher Voraussicht dürfte eine Entscheidung in der nächsten Zeit nicht Mittwoch 5. September 1906 vezn gSpretSr monatlich 75VI.,viertel« lich genau wiffen, woran er ist. Ihm ist Herr v. Lucanus kürzlich nicht als Bringer unerfreulicher Botschaft erschienen. Das Händeschütteln zwischen Podbielski und Bülow, der Ausgleich der „mehr formellen Differenzen" ist nur so zu verstehen, daß die beiden Herren hoffen, noch eine gute Weile friedlich zusammen 311 wirken. Große Freude wird darob im ganzen agrarischen Lager herrschen. jährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pf.; durch die Post 2)^.2.—viertel« jährl. curSschl. Bestellst. Zunahme von Anzeigen für die TaaeZnnnuner bis vormittags 10 Uhr. ßeilenpreld: lokal 12 Ps, auswärts 20 Plg. Verantwortlich für den polit. und allstem. Teil: P. Wittko' für „Stadt und Land" und .Gerichtssaal': Ernst petz; für den An- zeigcnleil: HanS Beck. Kutz land. Kronstadts. Sept. Tie Kaiserin-Witwe und Großfürst Michael Alexandrowitsch sind heute nachmittag mir der kaiserlichen Jacht „Poljarnaja Swjesda" nach Dänemark abgereist. Ter Kaiser, die Kaiserin und Prinz Christoph von Griechenland gaben den Abreisenden das Geleit und keyrten später auf der kaiserlichen Jacht „Alexandria" nach Peterhof zurück. Petersburgs!. Sept. Tie über die Amtsniederlegung des Generals Trepow verbreiteten Gerüchte sind unbegründet. Ebenso unbegründet sind die Gerüchte von einer Erschütterung des GesundheitZzustandes des Generals. — Auf Befehl des Kaisers werden die Generale Stössel und Fock, sowie, der Oberst Reiß wegen der Uebergabe Port Arthurs dem, neugeschaffenen obersten Militärgerichtübergeb en, falls nicht die mit der Vorunterjuchung betraute Behörde nach dem Abschluß einstimmig beschließt, deit Prozeß ein» tzustellen, oder die S n-.'digen auf dem Disziplinarwege zu bestrafen. .ternburp, hexischer OberappellationsgerichtSrat, gebürtig aus Mamz und Professor in Gießen, war der (Großvater des Kolonialdirektors, und Heinrich Dernburg, der berühmte Pandektist der Berliner Universität, ist sein Onkel. Nach Uebersiedkuna der Eltern von Tarmstadt nach Berlin besuchte Bernhard Dernburg das Joachimstaler Gymnasium bis zum Uebertritt zur Prima. Seine kaufmännische Lehrzeit begann er in der Motardschen Lichter- sabrik, wo er das Warengeschäft erlernte. Er trat dann in Stellung bei der Berliner Handelsgesellschaft und diente gleichzeitig sein Jahr im 1. Garde-Foldartillerie-Regiment ab. Von der Offi^iersberechtigung konnte er keinen Gebrauch machen, da er alsbald nach Amerika ging, wo er in der großen Bankfirma Ladenburg und Thalmann tätig war. Tonn kehrte er nach Deutschland zurück und ward beim Sekretariat der Deutschen Bank angestellt. Hier erwarb er durch seine Tüchtigkeit das Vertrauen von Georg v. Siemens in besonderem Maße, und so wurde er schon mit 25 Jahren selbständiger Bankdirektor, indem er die Führung der neubegründeten Treuhand-Gesellschaft übernahm. An der Spitze der Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) steht er seit 1901. Hervorragende Fähigkeiten zeigte er namentlich bei der Sanierung verschiedener, dem Krache nahe Gesellschaften. Er griff bei diesen Anlässen so kräftig, oft rücksichtslos durch, daß er sich manchen Gegner schuf und selbst bei seinen Kollegen häufig Widerstand sand. Tie Börse, mit der er souverän umging, liebte ihn nicht und gab ihm den Spitznamen „Sanitätsrat". Em hohes Pflichtgefühl, unermüdliche Arbeitskraft und eine unbeugsame Energie, — das sind, im Geschästs- leben, die Haupteigenschaften Bernhard Dernburgs. Er ist ungemein raschen Geistes und gewinnt schnell aus kompliziertestem Gebiete Uebersicht; vov dem Handeln wägt er vorsichtig ab. Sein energisches Wesen prägt sich schon in seiner großen, kräftigen, etwas zur Korpulenz neigenden Gestalt aus. Bernhard Dernburg ist mit einem Fräulein Emma Seliger verheiratet, die früher Vorsteherin der Kunststickerei des Kunstgewerbemuseums war und zur Kaiserin Friedrich in Beziehungen stand; sie hat ihnr sechs Kinder, zwer 5knaben und vier Mädchen, geschenkt. Dernburgs Villa iin Grünewald zeigt ihn als einen modernen und kunstliebenden Menschen. Sie ist voll von schönen Bildern und seltenen Möbeln, und mancher tüchtige Künstler dankt Dernburg lohnende Austräge. Ein: große Vorlieb^ bringt er allem Technischen entgegen; er treibt Mtomobilsport und. fitzt im Verein für Lustschiffahrt. GietzenerAnzeig General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen PoMLsche Cagesschatt. Religion und Muttersprache. 'Aus Posen kommen wieder recht unangenehme Nachrichten von Widersetzlichkeiten der Schulkinder, die sich weigern, in deutscher Sprache zu beten. Natürlich sind hieran die Eltern schuld,- die, von Agitatoren aufgestachelt, ihren Sprößlingen den Ungehorsam gegen die schulbehördlichen Verordnungen suggerieren. Zugleich aber bieten diese Auftritte einen neuen Beweis dafür, daß wir mit unserer Polenpolitik nicht vom Flecke kommen. In puncto Religion sind alle slavischen Völker nun einmal am empfindlichsten, denn es erscheinen bei ihnen das Nationalbcwußtsein und ihr Glauben so innig miteinander verschmolzen, daß beispielsweise die entschiedene Abneigung, welche die ein und demselben Spcachftamm angehörenden Kroaten und Serben gegeneinander empfinden, nur daher rührt, daß sich die ersteren zur katholischen, die letzteren zur orthodoxen Religion bekennen. Mit Verfügungen über den deutschen Sprachgebrauch bei ihren Religionsübungen werden wir unsere Polen wahrlich nicht germanisiereil können, das steht nun einmal fest! Ebensowenig, wie wir das Deutschtum im Osten retten, wenn wir dem deutschen Adel seine verschuldeten Güter zu teuren Preisen abraufen. Nur dreierlei gibt es hier: Massenansiedlungen deutscher Bauern, am liebsten ausgedienter Unteroffiziere, die von der Landwirtschaft zum Militär gekommen sind, ferner Hebung der Industrie und schließlich älinhäusung starker Garnisonen. Mit einem Worte: Wir müssen trachten, den herrschenden Zug nach dem Westen durch einen entsprechenden Zug nach dem Osten zu parali- fiereu und diie deutschis Bevölkerung iin den gemischtsprachigen Provinzen durch starken Zuzug numerisch in die Maiorität zu bringen. 9tur eine derartige Polenpolitik kann Erfolg versprechen, jede andere führt sicher immer wieder auf einen Holzweg! Die ljeutig- Kummer umfaßt 8 Seilen. Aer neue Kerr im Kolonialamt. Die „Nat.-Ztg." wirft dieF-rage auf, ob Fürst Bülow der der Wahl des Herrn Bernhard Dernburg zumLeiter der Kolonialabteilung mitgewirkt habe, und der „Lokalanzeiger" glaubt sie zutreffend dahin beantworten zu können, Herr Dernburg sei auf Vorschlag des Reichskanzlers berufen worden. Demgegenüber drängt sich die neue Frage auf, wie Fürst Bülow, von dem bekannt ist, daß er keine näheren Beziehungen zur Berliner Hochfinanz hat und zudem seit Monaten fern von der Reichshauptstadt sich auf» hält, in diesem Fall so schnell und mit Erfolg einen Nachfolger für den Erbprinzen Hohenlohe in Vorschlag bringen konnte. Gerüchte schwirrerndnrcheinander. Jü Börsenkreisen — die Börse war heute sehr stolz auf die Berufung — erzählt man sich, die entsprechenden Verhandlungen mit Herrn Dernburg seien durch den Staatssekretär des ^Auswärtigen Frhrn. v. Tschirschky geführt worden, der den größten Teil des Sommers hindurch in der Umgebung des Kaisers sich befand. Wie es heißt, sind die Hofkreise auf Herrn Dernburg aufmerksam gemacht worden durch den früheren Oberbürgermeister von Posen, jetzigen Direktor der Nationalbank für Deutschland, Herrn Witting, dem ehedem gleichfalls ein Anerbieten zum Eintritt in den Neichs- dienst gemacht wurde. Am Ende ist für die Wahl des Herrn Dernburg wohl auch die Erwägung von Belang gewesen, daß ihm, dem Berusskaufmann, vom Reichstag und speziell von der in dieser Frage ausschlaggebenden Fraktion der Freis. Volkspartei zunächst das Staatssekretariat für die Kolonien eher bewilligt werden dürfte, als einem Juristen oder Offizier. Auch Herr Chamberlain, der als Kolonialstaatssekretär Tüchtiges leistete, ist BerufSkausmann. Von anderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Als wesentliches Erfordernis praktischer Kolonialreform bezeichnen namhafte Politiker eine Beschränkung der Machtstellung der Großfinanz in den Schutzgebieten. Es ist allerdings richtig, daß den großen Landgesellschaften, die überdies zum Teil vom ausländischen Großkapital beeinflußt werden, viel zu weityehende Monopole und Konzessionen verliehen worden smd, nicht zum Vorteil wirklicher Entwicklung der Kolonien. Wie wird sich nun Herr Ternburg, der „Kolonialbankiep", zu dieser Frage stellen? Er kommt unmittelbar aus den Kreisen oer Hochfinanz und stand dort vielleicht in Beziehungen zu kolonialen Erwerbsgesellschasten oder internationalen Finanzgruppen, die in den deutschen Kolonien interessiert sind. Es dürfte also wohl nicht ohne weiteres zu erwarten sein, daß er eine gründliche Reform der Besiedelungspolitik in die Wege leitet. Er kann es auch kaum, ohne sich mit der Neichstagsmehrheit ins Einvernehmen gesetzt zu haben, denn solche Reform ist ziemlich kostspielig. Uebrigens wird mit Recht darauf hingewiesen, daß bei der kolonialen Gesamtorganisation der Kolonialrut einzuschließen sei, diese die kolonialen Etats vorberatende Körperschaft, der auch Vertreter der Hochfinanz angehören, ferner Kolonialinteressenten, die teils mit englischem Gelde arbeiten. Umfangreiche Aufgaben harren also der Lösung durch den „regierenden Kaufmann", Herrn Dernburg, von dem wir hören, daß er sich, sobald es angängig ist, mit den Kolonialpraktikern unter den Parlamentariern, das heißt mit den Reichstagabgeordneten, ins Benehmen setzen wird, die West- und Ostafrika bereist haben. Es befinden sich darunter zwer Mitglieder des Zentrums, die am Ende geneigt und imstande sind, dem neuen Herrn in der Kolonralverwaltung bei Ueberwindung der „Richtung Erzberger" im Zentrum zu helfen. Herr Dernhurg, der zum Freihandelsprinzip neigende Kaufmann, rechnet Wohl auch auf Unterstützung durch die bürgerliche Sink. Dem Erbprinzen Hohenlohe blseb die Erfüllung seines Wunsches versagt, als Chef der Verwaltung die Kolonien zu besuchen. Vielleicht ist Herr Dernburg, der zwar Amerika, nicht aber die deutschen Schutzgebiete kennt, auch in dieser Hinsicht mehr vom Glück begünstigt. Vor dem nächsten Sommer könnte er freilich nicht in See stechen. Ier neue KolonialdirekLor. ' Selten hat ein Personenwechsel in hohen Äemtern eine solche Sensation erregt, wie der Rücktritt des Erbprinzen Hohenlohe von der Leitung der Kolonialabteilung, und die Ernennung des Bankdirektors Bernhard Dernburg zu seinem Nachfolger. Entschieden war beides schon feit mehreren Tagen, seitdem der Erbprinz dem Reichskanzler den Wunsch Mitgeteilt hatte, seinen Posten aufzugeben. Es war in erster Linie eine Art von Neinlichkeitsbedürfnis, das den Prinzen Hohenlohe zu diesem Schritte bestimmte. Er fühlte sich angewidert von all der Fäulnis, die in dem ihm übertragenen amtlichen Bereiche von Tag zu Tag wachsend hervortrat. Nun ist also einem' Manne aus dem praktischen Leben, der nie eine Staatsprüfung, ja (man schaudere!) nicht einmal das Abiturientenexamen bestanden hat, die Rolle zu- gefallen, im Kolonialstall den eisernen Besen zu spielen, zu dem er jedenfalls weit eher taugt, als der vornehme, zurückhaltende und elegante Prinz. Bernhard Dernbura wurde am 17. Juli 1864 (nid)t 1865) in Darmstadt geboren, ist also jetzt 42 Jahre alt. Sem Vater ist der bekannte Publizist und Politiker Friedrich Ternburg, der früher die „Nationalzeitung" selbständig leitete, dem ersten deutschen Reichstage als Mgeordneter angehörte und jetzt Feuilleton-Redakteur am „Berliner Tageblatt, ist; seine Mutter, Luise Ternburg, geb. Stahl, aus alter hessischer Pfarrerfamilie stammend, starb vor nicht langer Zeit und war ihrer reichen geistigen Gaben wegen in der Berliner Gesellschaft sehr geschätzt. Jakob Nr. 208 Erscheint täglich nuner ©onntnqS. Dein Eichener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen kandwlrt die Lietzener Zainllien- blätter viermal in der Woche beigelegt. RotalionSdruck iu Verlag der Brü h l'sehen Univers.-Buch-n.Stein- drnckerei. 9t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: E ch n l st r a tz e 7, Redaktion 112 Verlag u.Exped.eu^bl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. — Ein Agent der politischen Geheimpolizei, der ior einigen Tagen in trunkenem Zustand gegen die Tür der italienischen Botschaft einen Revolver abgefeuert hatte, wurde aus dem Disziplinarwegc nach dem höchsten Strafmaß mit Dienstentlassung und drei Monaten Gefängnis bestraft. Riga, 4. Sept. Tas Kriegsgericht schloß die Revision des Prozesses der Ka m p f g c n o ss en s ch a ft e n ab. 24 Angeklagte wurden zu Zwangsarbeiten von 2 bis 15 Jahren verurteilt, zwei Frauen wurden srcigesprochen. Helsingfors, 4. Sept. Tie Untersuchung über die Teilnahme der F i n n l ä n d c r an dem Ausstande in cn - borg ist zu Ende und craab, dan 150 Finnländer unter Füllung eines gewi'-sen Rantal, der selbst verwundet und gefangen ist, daran tcilnahmen. Von den Schuldigen befinden sich 79 in 5)ast. Der Prozeß wird vom Gericht in Abo geführt. General , ihres unerschütterlichen Gehorsams versicherten. Madrid, 4. Sept. Der Justizminister N o m a n o n c § erklärte in einer Unterrebung, das spanische Kabinett sei fest entschlossen, alle etwaigen Eingriffe des Vatikans in dieStaats- g e s ch ä s 1 e energisch z u r ü ck z u w e i s e n. Konstantinopel, 4. Sept. Angesichts der im Umlauf befindlichen Gerüchte über kriegerische Vorbereitungen wird hier festgestellt, daß die Türkei keincS- rvegs zum Kriege geneigt ist und absolut keine offensiven Kriegsabsichten habe. Der letzte Ministerrat und die militärischen Beratungen gelten, wie erklärt wird, nur den eventuell unbedingt nötigen Maßnahmen für den Fall, daß die Haltung Bulgariens dies erfordere. Infolgedessen ist das Kriegsministerium angewiesen ivorden, gewisse Sicherheitsmaßregeln zu beantragen oder vorzubereiten. — lieber Nedschib-Pascha verlautet, derselbe habe zwei Missionen. Ec solle erstens über die Ursache der Haltung Bulgariens in der letzten Zeit, sowie über die Zusammenkünfte des Fürsten Ferdinand mit dem König Eduard Recherchen anstellen Und auf den Fürsten Ferdinand beruhigend einzuwirken versuchen. Zweitens habe er den Auftrag, den seit Jahren flüchtigen Adjutanten Ahmed Dscheladdin-Pascha zu überwachen, der in Karlsbad weilt oder dort eintreffen soll und angeblich mit Jungtürken Zusammenkünfte vereinbart hat. Aus SlaSt uns Lano. Gießen, den 5. Sept. ** Der Großherzog in Dresden. S. K. H. der Großherzog ist am Dienstag zum Besuch des sächsischen Hofes in Dresden eingetroffen. König Friedrich August und Prinz Johann Georg, die Spitzen der Behörden und die Generalität waren auf dem Hauptbahnhof zur Begrüßung erschienen. Die Ehrenkompagnie stellte das Lcibgrenadier- Negiment. Rach der Ankunft im Residenzschloß begrüßte Prinzessin Mathilde den Großherzog. — Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden den, Lehrer Ludw. Werner zu Höingen und dem Schulverwalter Ludw. Klingelhöfer aus Gießen Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Trebur. •• Von der Darmstädter Künstlerkolonie. Im Septemberheft der Monatsschrift „Deutsche Kunst und Dekoration" — herausgegeben von Alexander Koch-Darmstadt ist folgendes zu lesen: Herr I. I. Scharvogel, der Leiter der Großh. Keramischen Manufaktur, wird eine eigentliche Lehrstelle bei den neu zu gründenden Lehrateliers nicht übernehmen. Weiter kann mitgeteilt werden, daß die Abficht besteht, in nicht zu ferner Zeit eine neue Gründung zu verstaatlichen. Man will jedoch vorab sehen, wie sich die ganze Sache entwickelt, dann dürfte etwa in Jahresfrist die Regierung den Ständen eine Vorlage, betc. die Verstaatlichung der Künstlerkolonie und des Lehrateliers, machen. Durch Annahme dieser Vorlage würde naturgemäß das ganze Unternehmen auf eine sichere Grundlage gestellt werden und dessen Fortbestehen und Weiterentwickelung auf Jahre hinaus garantiert sein." sd. Darmstadt, 4. Sept. Der Raubmörder Adam Steinmetz, der int Frühjahr d. I. b;c Witwe Rothschild in Pfungstadt ermordete und beraubte, ist in der Irrenanstalt Hofheim auf seinen Geisteszustand untersucht worden. Man hat ihn kürzlich von dort tüicber in das hiesige Untersuchungsgefängnis zurückgebracht. Das Gut- achten der Aerzte, die ihn beobachteten, ist dahin ausgefallen, daß Steinmetz zwar vermindert zurechnungsfähig, aber für die Tat verantwortlich ist. Er wird sich nunmehr von dein Schwurgericht und zwar am 24. September zu verantworten haben. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt v. He fiert, als Verteidiger fungiert Rechtsanwalt Hoffmann II. Zahlreiche Zeugen und Sachverständige find geladen, sodaß die Verhandlung kaum in einem Tage zu Ende geführt werden dürfte. — Biedenkopf, 4. Sept. Ein gewaltiger Menschenstrom, wie ihn unser idyllisches Städtchen in seinen Mauern noch nicht gesehen hat, ergoß sich am heutigen dritten Tage des landwirtschaftlichen Festes anläßlich des damit verbundenen großen Trachtenfestzuges hierher. Richt nur das ganze Hinterland, sondern auch die angrenzenden Gebiete, insbesondere aber die Singerländer, Marburger und Gießener Gegend hatte tausende von Festbesuchern entsandt. Und sie hatten sich in ihren Erwartungen nicht getäuscht, denn der glanzvolle Festzug mit seinen 64 Gruppen bot ein in hohem Grade fesselndes Bild des echten hessischen und Hinterländer Volkstums von einst und jetzt. Weißgekleidete Trommler des Turnvereins bildeten die Spitze des Zuges und nun folgten nach den Schulen und den Ehrendamen Bauernreiter aus Günterod, denen sich eine Schar Mädchen aus dem Perftal in ihren malerischen Trachten anschlossen. Dann nahte ein vollständiges Hinterländer Bauernhaus, ein wahres Musterwerk verfertigt in Gönnern. In den Stuben und dem Gärtchen, in dem sogar der Ziehbrunnen nicht fehlte, tummelten sich rotwangige Knaben und Mädchen, und vor der Türe saß strickend die alte Greisin. Ein Bild wie mitten aus dem Dorfleben gegriffen. Es folgten eine Anzahl Wagen aus der Gegend von Dexbach und Engelbach; ferner Hessentrachten aus der Gladenbacher Gegend, sowie ganz atls dem Süden und Norden des Kreises, aus deut Obergericht bei Hartenrod, aus dem Breitenbacher Grund usw. In den aufs prächtigste geschmückten Wagen führten die Teilnehmer die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebe vor Augen. Auch Handwerker und Industrielle aus Stadt und Land waren vertreten. Großen Beifall fand auch die Dorfschule aus Damshausen und die Männerstrickschule aus der guten alten Zeit. In einigen Gegenden des Kreises Biedenkopf, z. B. in Botten- Horn, Dexbach u. a. Orten verstehen nämlich noch heute zahlreiche Männer Strümpfe zu stricken. Zwischen den einzelnen Wagen marschierten Bauernkapellen in Hinterländer und Hessentracht, die Zünfte, Krieger, Sänger und den Schluß bildete die Grenzganggruppe. Alan gewann hier einen Begriff davon, welche Mannigfaltigkeit herrlicher Volkstrachten im Hinterlande zu Hause ist, schade, daß bereits einige Dörfer anfangen, dem althergebrachten Ehrenkleid zu Gunsten moderner Stadttracht zu entsagen. Jedenfalls gab der Trachtenzug in keiner Beziehung den: Butzbacher Trachtenfestzug etwas nach. h. Frankfurt a. M., 4. Sept. Der Kaiser wird zu den Hochzeitsfeierlichkeiten des Prinzen Albert zu Schleswig-Holstein und der Gräfin Ortrud zu Jsenburg- Büdingen-Meerholz in MeerHolz erwartet. Die Festlichkeiten finden am 14. und 15. Oktober statt. Frankfurt a. M., 4. Sept. Prinzessin Viktoria von Battenberg kehrte Dienstag nachmittag von Rußland zurück und reiste um 5 Uhr nach Schloß Wolfsgarten weiter, wo sie von der Großherzogin empfangen wurde. (Frkf. Ztg.) H. Frankfurt a. M., 4. Sept. Auf bent Dachboden der Gutleutschule wurde gestern mittag die erdrosselte Leiche eines neugeborenen Knäbchcns gefunden. Die Mutter, ein Dienstmädchen, wird seit einigen Tagen vermißt. — Gestern nachmittag stürzte auf dem Sachsenhäuser Bahnhof ein Bremser von einem fahrenden Güterzug. Schwer verletzt witrde er ins städtische Krankenhaus gebracht. — In der Taumisanlage am Schauspielhause wurde heilte morgen von einem Schutzmann eine Kindesleiche in einem Marktkorbe gefunden. Das Kind, ein Knabe, ist in Bettzeug eingewickelt. Die Geburt muß vor einigen Tagen erfolgt sein. Es fanden sich Nadelstiche in der Gegend des Herzens vor, tvelche den Tod bewirkt haben. — Seit dem 29. August abends 7 Uhr wird das hier in Stellung gewesene Dienstmädchen Susanna Höfling aus Langenprozetten vermißt. Sie ging mit der im gleichen Hanse bediensteten Köchilt aus und wollte einige Kommissionen in Geschäften auf der Zeil besorgen, während die Köchin einen Besuch beabsichtigte. Um 8 Uhr wollten sich die Beiden wieder treffen. Das Mädchen erschien jedoch nicht und ist seitdem nicht mehr gesehen worden. Es liegt die Vermutung nahe, daß es einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. fc. Höch st a. M., 4. Sept. Bei einer am Sonntag vormittag üorgenoinmenen Revision der Kasse der hiesigen Zahlstelle des Fabrikarbeiterverbandes ergab sich ein Fehlbetrag von 750 Mark, die in den Taschen des Kassierers, des Arbeiters Brech ter, verschwunden sind. Nach der Kassenrevision fand eine Versammlung statt. Während der Versammlung gelang es Vrechter, mit dem Rest der Kasse, 386 Mk., das Weite zu suchen. Das Manko beläuft sich also jetzt auf 1136 Mk. Brechter huldigte deut Alkohol und Kartenspiel. H. Dernbach (Westerwald), 4. Sept. Eine 27jähr. Fran begoß sich mit Petroleum und steckte sich dann in Brand. Schwer verletzt tvurde sie ins Krankenhaus gebracht, wo sie ihren Brandwunden erlegen ist. h. Mannheim, 4. Sept. Der erst kürzlich aus seinem Urlaub ztirückgekehrte Oberleutnant Maier vom hiesigen Grenadier-Regiment hat sich gestern nachmittag in seine« Wohnung erschossen. Die Tat soll in nervöser lieber- reizung seine Ursackie haben. VevrnLschLss. *W. Offenbach (Pfalz), 4. Sept. Heute nachmittag wurden dec ledige 24jährige Seidenweber Philipp Schönlaub tot und die 18jährige Seidenweberin Margarete Eberle schwer verletzt in dem Nieder-Hochstätter Walde aufgesunden. Tas Mädchen gab an, daß Schönlaub zuerst auf sie geschossen, und nachdem er sie für tot gehalten, sich selbst entleibt habe. Beide sind von Offenbach. ^'Straßburg i. E., 4. Sevt. Eine ans 8 Personen bestehende Fallchmün3erbande, die seit einiger Zeit gut gemachte Zweimarkstücke in großen Mengen in den Verkehr brachte, wurde lfier entdeckt und sestgenommen. Der Führer her Gesellschaft ist ein wegen Falschmünzerei bereits vorbestrafter Gipser. * Ovfer der Berge. Redosteur Dr. Hocber aus Berlin: ist von der kleinen Zinke bei Schluderbach infolge «Selb» risseö abgestürzt: der Verunglückte war sofort tot. Das Seil hat:? sich in einer Spalte festgcklemmt und war durch die Reihung defekt geworden. Dr. Hocki-r. der im 36. Lebensjahre stand, f'c’anb sich auf der Hock"-'itsreise. — Beim Abstieg vom Zimo Presanella stürzten zwei b u t >" ch c Touristen in eine Gletscherspalte und verletzten sich schwer, doch wurden sie von ihrem Führer und einem anderen Touristen gerettet. * Ueberschwemmungen. In der indischen Provinz B e h a r ist eine Ueberschwemmung eingetreten. Die Jndigoernte ist verdorben und die Ernte der Nahrungsmittelgewächse vernichtet. Zahlreiche Ortschaften find fortgeschwemmt, auf den Feldern steht das Wasser etwa neun Fuß hoch und bildet eine meilenweite Wasserfläche. Di' obdachlosen Bauern flüchteten auf die höher liegenden Landstraßen, auf denen das Wasser Lücken gerufen und die Brücken fortgespült hat. Die hunger- leidende Bevölkerung plündert die wenigen übrigaebliebenen höhergelegenen Weizenfelder, worauf das Getreide noch—nickt reif ist, ohne das Verbot der Landpolizci zu beachten. — Heber die Ueberschwemmung in ©en eg am bi en wird gemeldet: Die Eisenbahn- und Telegraphenv^rbiudnug mit Kahcs ist wieder hergestellt. Die Ueberschwemmung ist im Abnahmen, am Unterlauf des Senegals ist dagegen bad Wasser beträchtlich gestiegen. Europäer sind bei der Ueberschwemmung nickt umgekommen. Beim Einsturz der Brücke in Vammako find fünf Eingeborene ertrunken. Die Verwaltung hat Maßnahmen getroffen zur Verhütung einer Epidemie. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 4. Sept. Wcchselfälfchnug en gros. Vor der Strafkammer hatte sich der Kaufmann E. D. aus Kirberg wegen Urkundenfälschung und VetruaS ?tt verantworten. Er war geständig,, im Laufe des Jahres 1904 mindestens 36 Wechsel im Gesamtbeträge von annähernd 5000 Mark gefälscht zu haben, wodurch drei hiesige Bankiers um erhebliche Beträge geschädigt wurden. Nach seinen Angaben, hat er als gelernter Seifensieder, ohne jeglich- kaufmännische Kenntnisse, zuerst in der Schulstraße hier, ein Seifcngesckäst engros betrieben und kurz darauf auf dem Marktplatz ein Kolonialwarengeschast dazu übernommen. ?lls sich beides nicht rentierte, erwarb er in der Neustadt ein Haus mit Spezereiladen, dessen Anzahlung er pon Verwandten vorgeschossen bekam, da ihm wenig Barmittel zur Verfügung standen. Durch langwierige Krankheit seiner Frau und durch die von ihm vorgenommenen Reisen, war das Ladengeschäft größtenteils dem HanSbnrschcn überlassen, ^daß alsbald heillose Unordnung herrschte und der finanzielle Zusammenbruch unvermeidlich war. Es zeigte sich auch, daß er von Buchführung feine Ahnung batte; es waren weder Bilanzen gezogen, noch war von ordnungsmäßiger Buckführimg bi-' Rede. Statt den .Konkurs anzumelden, suchte er fick durch J-älschen von Wechseln über Wasser zu halten, bis im Juli 1904 die Fälschungen entdeckt wurden, worauf er nach Belgien flüchtete. Inzwischen erfolgte die Einleitung des Konkursverfahrens und mürbe, er auch wegen Vergehens gegen d>e Kvnkursordnuna in Untersuchung gejooen, aber mangels Beweises wieder außer Verfolgung gefetzt. Kurz nachdem er feine Familie hatte zu sich kommen lassen, erfolgte Fine Verhaftung in Brüssel und die Auslieferung hicrher. Dos Gcrickr -og zwar die mangelhafte Borbpb'.iua strafmildernd in Betracht und sah von der verwirkten Zuchthausstrafe ab, doch hielt es angesichts der leichtsinnigen Handlungsweise und der Höl>e der Schädigung eine empfindliche Strafe am Platze und verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis und 5 jährigem Ehrverlust. Eine Richterbclcidignng. Der Landwirt I. K. T. von Udenhausen hatte gegen verschiedene dortige Gemeindemitglieder einen Prozeß geführt, der vom Amtsgericht Lauterbach zu feinen Ungunftcn entschieden worden ist.. Gelegentlich einer Vereinsversömmlung kam die Sprache auf den fraglichen Prozeß, wobei K. äußerte, der betreffende Richter sei ein Schwindler. Ms ihn einer seiner Prozeßqcgner zur Vorsicht bei feinen Aeuß-riiuoen ermahnte, bemerkte er, der Richter sei sogar ein großer Schwindler, beim Amtsgericht könne man auch „schmieren", was er behauptet hat, kann er auch beweisen. Infolge Strafantraas seitens der vor- gesetzten Behörde, erfolgte AnNage, die zur Verurteilung in eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten führte. Tas Gericht hielt es im Interesse der Allgemeinheit für geboten, auf eine empfindliche Strafe zu erkennen: auch sollte dem wegen Beleidigung mit erheblicher Freiheitsstrafe vorbestraften Angeklagten zum Bewußtsein gebracht werden, daß sein Verhalten, daS geeignet ist, das Am'ehrn des Richters in weiten Kreisen herab- znsetzen, eine energische Sühne erheischt. Dem Beleidigten wurde die Befugnis, zugesprochen, die Verurteilung ruf Kosten des Angeklagten im Lauterbacher Kreisblatt zu veröffentl!eben. Teüefomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 5. September, 1.15 Uhr. 3%°/o Reichsanleihe . . 98.90 Elektriz. Lahmeyer . . . 144,75 3% do. . . 86.95 3%°/0 Konsols .... 99.00 3% do 87 05 3%0/0 Hessen 97.50 3^% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 99.70 4*/s Oesterr. Silberrente 100.30 4% Ungar. Goldrente . . 95.30 4?o Italien. Rente. . . . 103.30 3% Portugiesen Serie I . 70.00 3% Portugiesen „ TU 70.60 4^°(0 russ.Staatsanl. 1905 86.20 4% k iapan. Staatsanleihe 94.00 4 % Conv. Türken von 1903 96.50 Türkenlose 146.00 4% Griech. Monopol-Aul. 55.00 4% äussere Argentinier . 90.20 3% Mexikaner .... 68.85 4 X% Chinesen .... 98.00 Aktien: Bochum Guss 246.00 Buderus E. W .... 127.20 Tendenz: behauptet. Berliner Börse, 5. Canada E. B 177.70 Darmstädter Bank . . . 141.00 Deutsche Bank .... 239.75 Dortmunder-Union C. . . 84.50 Dresdner Bank . . . 159.00 Tendenz: ruhig. Elektriz. Schuckert . . . 130.00 Eschweiler Bergwerk . . 254.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 227.30 Hamburg-Amerik. Paketf. 160.70 Harpcner Bergwerk. . . 214 50 Laurahütte 245.75 Nordd. Lloyd 129.90 Oberschles. Eisen-Industrie 132.00 Berliner Handelsges . . 172.25 Darmstädter Bank . . . 141.10 Deutsche Bank . . . 239.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.40 Diskonto-Kominandit. . . 185.00 Dresdner Bank . . . 159.10 Kreditaktien 211.70 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . 124.10 Gotthardbahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Prince-Henri-Eisenb ahn . 145.00 September. Anfangskursc. Harpcner Bergwerk. . . 214.50 Laurahütte 245.80 I Lombarden E. B. ... 34.20 Nordd. Lloyd 130.10 Türkenlose . » . . 145.70 Ihitifi und Wissenschaft. Mailand, 3. Sevt. Gestern mittag ist Giuseppe G i a - eosa in seinem Geburtsort Parclla bei Jvrea an einem Herzschläge gestorben. Giaeosa, Italiens größter dramatische- ‘^id^ 1er war GO Jahre nlt und litt seit lanaem an .Herzschwäche. ^atnilien-riacvrktzchten. Geborene. Herrn Amtsrichter Betzbcrger und Frau in Cehotten einen Sohn. Gestorbene. Herr Reinhard van Baschuisen in Bad-Nau- heiin. — Herr Obervostschaffuer Conrad Becker in Marburg. — Herr Korbmacher Andreas Hedricb in Lauterbach. — Herr Heinrich Ludwig Peter Wolff in Rommelhausen. — Herr Peter Nell in Wehlar. -Märkte.— ke. Frankfurt a. M., 5. Sept. lQrig.-Telegr. des „Giicß. Auz.") Vieh in n r k t. Ium Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hammel, 1158 Schweine: 1. Qual. 79—00 Pfg. Lebendgewicht 62.00—00.00Pf., 2. Qual. 78—OOP'., Lebendgewicht ßl.00-00 Pfg., 3. Qual. 68-70 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pkg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualitä: Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschält: gedrückt, Ueberstaud unbedeutend. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Tonnerstag den 6. Sevtember: Starke westliche Winde; zunehmende Bewölkung. Gewitterregen, kühler. Originnl-Dvahtmel-ttttgen. Berlin, ü. Sept. Der Berliner Beobachter bringt heute folgende sensationelle Meldung: Reichskanzler Fürst Bülow empfing in Norderney den Berichterstatter des Berliner Beobachter und ermächtigte ihn, durch die Presse mitzuteilen, daß er sich völlig gesund fühle. Ferner will der Korrespondent des Blattes aus der nächsten Umgebung des Kaisers erfahren haben, daß die Abdankung des Landwirtschaftsministers v. PodbielSki eine beschlossene unwiderrufliche Sache sei. Nur müsse für die Verwirklichung dieses Beschtnsfes der richtige Zeitpunkt abgewartet werden sowie auch die Gelegenheit, eine geeignete Form dafür zu finden. Was die Gerüchte von einer Abdankung des Reichskanzlers anlangen, so könne davon schon deswegen keine Rede sein, weil der Kaiser gegenwärtig Niemanden zur Verfügung habe, der einigermaßen den Fürsten Bülow zu ersetzen im Stande wäre. Hannover, 5. Sept. Der „Hannoversche Anzeiger" erfährt aus direkter Gmundener Quelle, Prinz Ern st August von Cumberland werde demnächst als Offizier in das deutsche Heer eintreten und zwar in einem badischen Garnisonsort. ©ertf, 5. Sept. Heute nachmittag wurde hier unter Vorsitz des Bundesrats Nuchet der zweite internationale Kongreß für Wohnungshygiene eröffnet. Die meisten europäischen Staaten, sowie eine Anzahl Städte haben Delegierte entsandt, so Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien, Belgien, Frankreich, Schweden, Rußland, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Serbien und die Schweiz, von Städten: Dresden, Prag, Budapest, Venedig, Rom, Barcelona, Madrid, Lissabon Paris, Antwerpen, Stockholm, Moskau:c. Bundes» rat Nuchet sowie der Präsident des StaatSrateS begrüßten den Kongreß im Namen der schweizerischen und der Genfer Behörden. Petersburg, 5. Sept. DaS Zentralkomitee der revolutionären Sozialisten hat eine Bekanntmachung erlassen, in der gesagt wird, daß General Min auf Grund des NichtersprucheS der fliegenden nördlichen Abteilung bet revolutionären Sozialisten getötet wurde. Petersburg, 5. Sept. In der Pudolskistraße fand gestern abend eine gewaltige B om ben - Expl o si on statt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht festgestellt. Petersburg, 5. Sept. In Bezug auf die Einsetzung der Diktatur ist eine vorläufige Entscheidung getroffen worden. Auf eine direkte Frage des Ministerpräsidenten Stolypin er- klärte der Kaiser, daß er vorläufig von einer Diktatur a b s e h c n wolle. Odessa, 5. Sept. Die gestrige kirchliche Pro- Zession ist in aller Ordnung verlaufen. Alle Straßen, welche die Prozesston zu beschreiten hatte, waren den ganzen Tag über durch starke Militärpatrouillen bewacht worden. Basse-Terre (Guadeloupe), 4. Sept. Die französischen Antillen werden andauernd von starken Regengüssen und Stürmen heimgesucht. Der Dampfer „France" mußte Forte de France verlassen und sich in Point-L-Pitre in Sicherheit bringen. In Martinique und Santa Lucia wurden! Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schaden anrichteten. • AtzSe Färbers i trocken und extrafein in Oel gerieben, Möbel- und Fußboden-Lacke, Pinsel und Malutensilien jeder Art kauit man am besten und billigsten in der Germania-Drogerie öar] SeibeB, °°<-° Franksurter Str. 39 Telephon 593 NB. Farbengefäße gratis. Ein Wagen 5254 Pferdemsst preiswert abzugeben. ____________Bleichstraße 24. WstoMS Ä gut rentierend, ist zu verkamen. Schriftl. Anfragen unter 06316 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Mein neues [4424 ist zu verkaufen evtl, zu vermiet. H. Leib. Erklürun Daß der Torr meiner neulichen Gegenerklärung meinen Herren Zunftgeuosicn nicht gefallen hat, glaube ich, der meiner heutigen Erklärung soll es auch nicht. Eigentlich will ich mich mit der Maler- und Weitzbinderimrrmg nicht mehr herumschlagen, denn böser Umgang verdirbt gute Sitten, und es könnte mir am Ende so gehen, wie meinen Gegnern, die sich in Unwahrheiten schönster Art verrennen, sicher in der felsenfesten Ueberzeugung, daß ihre ganzen Angaben auf Wahrheit beruhen, denn für Leute, die wider besseres Wissen die Unwahrheit sagen, für Lügner, wie man solche Leute zu nennen pstegt, halte ich meine Zunftgenosscn sämtlich nicht, nur ein etwas kurzes Gedächtnis haben sie. Es ist wahr, daß ich der Innung nicht ungern angchört hätte, wenn ihre Ziele eben gerade nicht die wären, die sie sind, und die ich neulich schon genügsam beleuchtet habe. Es mag auch sein, daß trotz meines Austritts vom 4. Mai, den die Herren Innungsbrüder ja zugeben, zuweilen noch Geld für die Innung bei mir erhoben und auch bezahlt wurde; wenn es geschehen ist, so muß ich sagen, ich zahlte aus Mitleid für die Innung, weil ich vermutete, daß sie Geldmangel habe, und es wird auch so sein, sonst hätte doch die Innung so stolz sein müssen und hätte kein Geld von einem Ausgetretenen verlangen dürfen und noch besser, liehmen dürfen. Daß ich bei den Kliniksbauten mit der Innung geboten hätte, ist unwahr, Karl Nikolaus, hat auf eigenen Namen geboten. Daß ich einem Mitgliede der Innung gesagt hätte, ich verdiene nichts bei meinen Submissionen, mag sein; ich weiß nicht mehr welches Mitglied der Innung mich hierüber gefragt hat,'allein ich konnte doch nicht ahnen, daß es einen derartig törichten Menschen gäbe, der glauben konnte, ich würde ihm auf die Nase binden, was ich verdiene. Und nun noch ein Punkt, man hält mich nicht für ein sogenanntes zünftiges Mitglied, weil ich erst seit mciucm 16. Fahre und nicht seit meinem 14. Jahre, wie andere Leute die Wcißbinderei betreibe. Es soll das ein Mittel sein, das Publikum weiß zu machen, ich verstünde vielleicht weniger wie meine Herren Zunftgenossen. Nun ich meine, was ich leiste, zeigt der Erfolg; wie lange ich dazu gebraucht habe, mir die gehörigen Fachkenntnisse zu erwerben, ist doch einerlei, wenn ich sie nur habe, es mag Andere geben, die schwerer begreifen und langsamer lernen und dann natürlich auch früher anfangen müssen, ob sie cs freilich dann lernen, ist doch noch fraglich, „mancher lernt's früh und dann noch unvollkommen" so sagt ein Sprichwort. Und nun zum Schluß der Erfolg! Für meine Leistungsfähigkeit sprechen meine Werke und zahlreiche Anerkenutnisse von Behörden und Privaten, die ich stolz jedem zeigen werde. Für meinen wirtschaftlichen Erfolg bin ich eigentlich nur mir selbst Rechenschaft schuldig; daß er da ist, wird jeder mit den Gießener Verhältnissen Vertraute wissen. Mit Wenig anfangen und bei billigen Preisen so gute Arbeit zu leisten, daß sich die Konkurrenz darüber grün und blau ärgert, und noch etwas dabei zu erwerben, mit anderen Worten, vorwärts zu komme«, das ist die Kunst! Freilich gibt es auch Leute, die die Kunst darin erblicken, ihren Namen unauslöschlich zu machen in de« Hypothckenbüchern, obgleich sie Zeiten kannten, wo sie fremde Mittel nicht nötig hatten. Wenn man bei seinen Preisen nur richtig hinter der Arbeit her ist, dann geht cs vorwärts, dann braucht man keine Innung, die den Schwachen hält. Wenn man aber lieber beim Früh- und Abendschoppen sitzt, dann geht es rückwärts, oder man braucht die Innung, deren strebsame und tüchtige Mitglieder eben den Pfuschern :c. die Arbeit tun und das Geld verdienen sollen. von mehreren Wiesen zu verknusen. Heinrich Will, Franksurter Str. Motorrad S“„tk billig zu verkaufen. Schristl. Ansrngen unter 5295 nn d. 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September, nachmittags 6 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Heute vormittag 93/4 Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranksein unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Grossmutter im Alter von 70 Jahren. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Walltorstrasse 59), den 4. September 1906. I MlWr Miisiichwejs Cieße». Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. Eö können eingestellt werden: 1 Schweizer, 1 landwirtsch. Knecht, 6 landwirtschastl. Arbeiter, Ziegcleinrbciter, 4 Schlosser, 2 Schmiede, 3 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Mühlenarbeiter, 3 Waschfrauen, 1 Putzfrau, 1 jüngerer Glaser, 1 Anstreicher, Erdarbeiter, 1 Küchenmädcheu, 2 Laufsrauen, 1 Laus- mädchcn, 2 Kutscher. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Kellner gegen Vergütung, 1 Bäcker. Eö suchen Arbeit: B8/, 1 Schweizer, 1 Maschinist oder Heizer, 4 Wasch- u. Putzfrauen, 2 Kutscher, 1 Flickerin, 1 Kaufmann, 1 Ausläufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Haushälterin, 1 Büglerin, 1 Näherin, 2 Lauffrauen, 1 Lausmäd- cben, 1 Packer, 1 Kassierer oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilse. Bekanntmachung. Am Samstag, den 8. d. M., nachmittags 21/i Uhr werden im städtischen Hospital, Seltersweg 11, eine Partie Kleider und Küchengeräte öffentlich meistbietend versteigert. B6/. Gießen, den 31. August 1906. Armenamt Gießen. ____________Eurschmann.___________________ Bekanntmachung, beir.: Maifcldgenossenschaft Stcinheim zu Steinheim. Donnerstag, den 20. September 1906, vormittags 10 Ußc, findet eine Generalversammlung rubr. Genossenschaft im Saale der Wirtschaft von Heinrich Döpfer zu Steinheim behufs- Neuwahl des Genosscnschaftsvorstandes statt. 5317 Steinheim, den 2. September 1906. Nicklas, Genossenschaftsoorsteher. Hrmmnetgras-Iersteigerung. Freitag, den 7. September l. I., vormittags 8 Uhr anfangend wird das Grummetgras hiesiger Gemeinde ver-, steigert. Zusammenkunft an der Ziegelhütte. 5332”' Allcndorf a. d. Lumda, am 3. September 1906. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Allcndorf a. d. Lumda Rein. Avb eitsv ergebung. Tie nachstehendenArbeiten zur Errichtung einer Einfriedigung beim Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule sollen Samstag, den 15. September d. Js., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeit 2. Steinhauerarbeit a) Lungsteinarbeiten (Basaltlava) b) Sandsteinarb. (rote Mainsandsteine). Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und, Bedingungen Kegen, während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote aus vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 4. Sevtember 1906. < Städtisches Hochbauamt Gerbel. IB5/,- ZMhüU M Mmer- Mi> Membeil. Tie für die Erneuerung der Bürgersteigbefestigung im Sel- tersweg erforderlichen Maurer- und Pflasterarbeiten sollen Montag, den 10. d. Mts., vormittags 117a Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeilsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote aus vorgeschriebenem Foi-nuilar, das daselbst erhältlich, sind pätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Ausschrist versehen an uns einzureichen. — Zuschlags- rist 3 Wochen. Gießen, den 5. September 1906. Städtisches Tiesbauamt ___________Braubach.____________________[B8/» Todes-Anzeige. Heute morgen 5 Uhr verschied nach kurzem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie ReuscMing geb. Horn im Alter von 51 Jahren. 5330 Ter trauernde Gatte: Ludwig Neuschliug. Rödgen-Steinbach, den 5. September 1906. Tie Beerdigung findet Freitag nachmittag 2 Uhr in Rödgen statt. •■1'1 'v;* 4 Zimmer m. Zubehör zu verm. in der Weserstr. bei L. Hellmold. 45341___________Steinstraße 81. Schöne 4-Zinuuerivohuuug mit Magdkammer u. allem Zubehör per 1. 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Für die Angebote ist ein besonderesAormular vorgeschrieben, das zum Preise von 10 Psg. auf unserer Schreibstube erhältlich ist. Zuschlagöirist 10 Tage. D6/0 Butzbad), den 1. September 1906. Direktion der Grofrh. Zcttenstrafa»stalt. . wurde mehrfach prämiiert, größere Flüchen Üchaftsrat auf unserer Saatbaustelle gekört; nwed)sel sehr geeignet, weil in hoher Gebirgs- Versandt geschieht, soweit Vorrat rcid)t, unter nield in neuen Säcken, die mit 70 Psg. bereck-net D5/9 ''schc Gutsverwaltunst Stockhausen (Hessen). Verdingung von Meliorationsarbeiten. Für die Feldbercinigung Hnuger» sollen uachvcrzcichnetc Arbeiten auf dem Wege des schrifltichcn Angebotes vergeben werben und zwar: 1. Grabcnarbciten veranschlagt zu 500 Ml. 2. Vcrschleistmgsarbcitcn veranschlagt zn 1000 M! 3. Planieren der Wege veranschlagt zu 5200 Mk. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Hungen zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen «und sind verschloffen, postfrei und mit entspr. Aufschrift versehen bei Großh. Bürgemucifterei Hungen einzureichen, »voselbst deren Eröffnung am Mittwoch, den 12. vfs. MtS., vormittags 97, Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter stattfindet. ZuschlagSsriil 3 Wochen. Gießen, am 1. September 1906. Großherzogl. Kultnrinfpektion Gießen. B5/9 I. B.: Watlek. 1. tingefähr 3- ■ 4. , b. w 6- - 7. , 8. „ 9. „ 5-Zlmrncrwohug. mit all. Zub. zitverm. 9täh.Bleick)str.31,p. >""' ausgelassenes; 60000 kg Roggen-, Weizen- it. Staubmchl; _ 700 kg Zwiebeln; 1 25 Tonnen Heringe;- o^.. 100000 kg Epcisekartoffeln, wovon 60000 kg sofort und 40000 kg Ende Februar 1907 zu liefern sind. Kostenfreie, versck)lossene und mit entsprechender Älufschrift versehene Angebote werden erbeten bezüglid) der Gegenstände 1-20 Ztr. 20-40 Ztr. 40 Ztr. ad Wcizc«N!k.23.— 22.— Wetzen „ 23.— 22.- l „ 21.— 20,50 Schöne 4-Zintmcrw. m. 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