Nr. 105 erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt t'ic Lietzener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ve» lag der Brühl'schen Unlvers.-Buck-u.Slein- bruderet. 9t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7, Redaktion 112 Verlag u.Exped.e^Wbl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Samstag 5. Mai 1906 156. Jahrgang Ä _ Vezngöpretär ' '✓ v?9 nwnatlicf)76^Bf.,üierteI* Gretzener Anzeiger ■ General-Anzeiger w Verantwortlich für v ■*7 den polit und adgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ________’*'■* zeigenteil: HanS Die Heutige Wumwer umfaßt 16 Setten. Die Darmstädter Stichwahl. Am Freitag abend gegen 11 Uhr erhielten wir folgendes Telegramm: R.’B. Darmstadt, 5. Mai. Gesamtergebnis außer Griesheim: Stein 15510, Berthold 15728. Berthold mit über 800 Stimmen Mehrheit gewählt. Spätere Telegramme lauteten: Darmstadt, 4. Mai. In der Reichstagsstichwahl erhielt Drrthold (Sozialdem.) 16 598, Stein (natl.) 15 789 Stimmen. Darmstadt, 4. Mai. Von den Einzelresultaten seien folgende angeführt: Darmstadt Stadt Berthold 6159, Stein 7699 Stimmen, Groß-Gerau 453 (418), Griesheim 870 (288), Bischofsheim 356 (289), Rüsselsheim 658 (275), Pfungstadt 719 (588), Konigstädten 95 (112), Eberstadt 727 (437), Arheilgen 626 (408 , Ober-Ramstadt 421 (388), Mörfelden 440 (89), Trebur 240 (223). (Die eiugeklammerten Zahlen bedeuten für den nationalliberalen Dr. Stein.) Die Würfel sind gefallen. Der nationale Kandidat Dr. Stein hat seinem schweren Gegner, dem mm dem Wahlausschuß der Linksliberalen unterstützten Sozialdemokraten das Feld räumen müssen. Es ist im Wahlkreise Darmstadt in den letzten Wochen nicht mit der für andere Nationen sonst vorbildlichen deutschen Ruhe und Sachlichkeit, sondern sckon mehr nach amerv- lanischem und österreichisch-ungarischem, ja orientalisch heißblütigem Muster gekämpft worden. Der Ausfall der Wahl am 25. April hatte den erfreu-» liehen Beweis geliefert, daß es den bürgerlichen Parteien, wenn sie vereint marschieren, ein leichtes hätte sein müssen, den Sozialdemokraten aus dem Felde zu schlagen. So hatte fiel) das Bürgertum in Offenbachs-Dieburg zu einem geschlossenen Zusammengehen ausgerafft und war zum Siege gelangt. Die beklagenswerte Zersplitterung und vollends die durch keine sachlichen Gründe zu rechtfertigende maßlose Gehässigkeit im Wahlkampfe der beiden bürgerlichen Gruppen hat diesen Sieg vereitelt! Die Wahlparole der.Vereinigten Liberalen hat die ganze politische Welt Deutschlands peinlich erregt und ist in der preis. Presse selbst fast allseitig scharf verurteilt worden. Die theoretischen Motive der linkslib. Parteileittrng sind uns unverständlich, die Taktik unbekannt, aber u. E. durch nichts zu rechtferttgen, ganz und gar nicht durch die vorausgegangene beklagenswerte Erbitterung des Wahlkampfes. Denn niemals sollen in der Politik persönliche, sondern stets nur fachliche Gründe Einfluß, haben. Sonst geht die Würde verloren und die Achttmg, die man beansprucht. Wer sich deshalb, weil er durch Anhänger Dr. Steins sich persönlich beleidigt fühlte oder wer gar nur feiner Partei zugefügte Kränkungen übel nahm, dem Sozialdemokraten Berthold seine Stimme gab, der hat sich einer beschämenden Kleinlichkeit der Llussassung und Enge fdes .Horizontes schuldig gemacht, lind er hat obendrein feine Backe nach einer Seite yingehalten, von der ihm daS- selbe wie von der soeben haßerfüllt gemiedenen täglich in weti erhöhterem Maße zuteil wird. Stellt doch die „Freie Dtsche. Presse" alltäglich fest, wie die Sozialdemokratte den Freisinn mit gemeinen Schmähungen verfolgt. Einigermaßen begreiflich wäre ja npch die Stellungnahme der nationalsoz. Führerschaft geweseih, wenn Berthold etwa von dem Kaliber Dr. Davids wäre, einer von den fanständig denkenden und vielseitig und gründlich gebildeten ..Revisionisten". Aber er ist ein Mann von dem Weit- und Scharfblick eines höheren tzausburschen, ein blutiger Ignorant, ein treuer Schildknappe der Mehring intb Konsorten, -ein Mensch der verächtlichsten Pöbettonart. Von den Wählern Korells haben es freilich viele jso gemacht, wie vor einigen Monaten eine stattliche Anzahl (sonst liberaler Wähler in Eisenach. Sie haben einen ähnlich lwie m Eisenach rorgehenden Wahlvorstand im Stich geilassen. Dort, in Eisenach, handelte es sich nicht einmal um einen Nationalliberalen, sondern um einen krassen Antisemiten und dort hatte selbst der Vorstand der freisinnigen Volkspartei ui Berlin die Wahl des Sozialdemokraten als das geringere liebel empfohlen. Hier hatte niemand etwas gegen die Persönlichkeit des Herrn Stein einzuwenden. Seine bürgerlichen Gegner gaben sogar zu, daß die Sozialdemokratie „sich namentlich durch ihren nnfruchtbaren Radikalismus in vaterländischen Dingen die berechttgte Ab- ireigung in hohem Maße zugezogen hat". Darum war es, und nun gar für die Wähler und Propagandisten der Wahl -eines Geistlichen doppelt, unbegreiflich, den Sozialdemo-, 'traten, und obendrein noch em so überaus unbedeutendes ^Mitglied der Gesellschaft einem Manne von tadellosem Rufe 'in angesehener bürgerlicher Stellung vorziehen zu sollen. So forderten denn auch verschiedene Ortsgruppen der Links- 'liberalen zu nachhaltiger Unterstützung des Dr. Stein auf. Man beschuldigte die Parteileitung, daß sie ohne Fühlungnahme mit einem erheblichen Teile der eigenen Anhängerschaft die Parole ausgegeben habe, und zeigte vielfach lebhafte Unzufriedenheit darüber, daß man nicht zur Beschlußfassung eine allg. Wählerversammlung einberufen, sondern .in engem Kreise die Unterstützung Bertholds autokratisch dekrettert habe. Der Parteivorstand der Bereinigten Liberalen in Groß-Gerau beschloß, für den nationalliberalen' Kandidaten einsutreten, nachdem die nationalliberale Partei sich verpflichtet hatte, bei einer Stichwahl 1908 eventuell einen Kandidaten der Vereinigten Liberalen zu unterstützen. Doch die Einsichtsvolleren unter den Karelischen Wählern haben der Stimme der politischen Klugheit und des politischen Taktes nicht zum Siege verhelfen können. Gewissenlose Agitatoren und auch ein Teil der linksliberalen Presse, namentlich >die in Frankfurt, stellte Dr. Stein als einen Erzreaktionär hin. Der Behauptung, daß er unter Umständen einer Aen- berung des Reichstagswahlrechts zustimmen würde, hat Dr. Stein leider zu spat widersprochen. Aber einem allgemeinen gleichen und direkten Landtagswahlrcchte scheint er freilich nicht zuzuneigen. Wenigstens hat er in einer Wahlversammlung geäußert, daß, wenn in einem Parlament die bürgerlichen Parteien das Entstehen einer sozialdemokratischen Mehrheit befürchten müßten, e§ schon der Selbsterhaltungstrieb dieser Parteien gebiete, durch eine Wahlrechtsänderung die Gefahr der sozialdemokratischen Mehrheiten abzuwenden. Die „Kl. Presse" behauptete neulich, daß Agitatoren für seine Kandidatur die Konfessionsschule empfahlen, daß er fein Anhänger des unbeschränkten Koalitionsrechts sei, und auch in wirtschaftspolitischen Fragen auf einem Standpunkt stehe, den kein frei- gesinnter Mann teilen könne. Alles das sagte man ihm nach aus purer Liebe zu Berthold, ober vielmehr anS Haß gegen den Nationalliberalismus. Mag auch Dr. Stein allzusehr nach dem rechten Flügel der Nationalliberalen hinüberneigen, nach denen um Heyl, d. h. zu denen, die sich nationalliberal nennen, ohne eS zu sein, mag er mehr freikonservatio als nationalliberal sein, die Parteidisziplin hätte ihn doch immer im Lager und unter den Stimmen der Nationalliberalen gehalten, und das hätte keinen Bürgerlichen bis zur letzten Stundeunter seinen Gegnern lassen dürfen. Die persönlichen Verfeindungen waren schließlich von einer Art geworden, daß unsere Anteilnahme an der Wahl sich immer mehr verminderte und daß wik unsere Berichterstattung wesentlich einschränkten, um nicht weitere Kreise allzu stutzig zu machen und dem Gedanken an eine große liberale Versöhnung zunächst in Hessen, die so schöne Anfänge in Gießen besitzt, ein vorzeitiges Grab zu graben. In Wahrheit eigentlich rein äußerliche Umstände haben die bürgerliche Niederlage verursacht und die Liberalen rechts und links werden nun die schwerwiegende Frage zu beantworten haben, wem die Verantwortung dafür zuzuschreiben ist und was im Jahre 1908 zu geschehen hat, was eine Wiederholung dieses beklagenswerten Wahlausganges ausschließt. Der Ausgang dieser Wahl wird jedenfalls überaus weitreichende Wirkung nicht nur in Darmstadt und in Hessen, sondern im ganzen Reiche haben. In einer Zuschrift an die „Nat.-Ztg." aus Stuttgart wurde von einem Einfluß auf die bevorstehenden württembergischen Landtagswahlen gesprochen und versichert, daß weite Kreise der Deutschen (national- liberalen) Pattei Württembergs, die an sich (ebenso wie oolkSparteiliche Wählerschaft in ihrer großen Mehrheit) einem gesamtliberalen Bündnis gegen Bauernbund, Zentrum und Sozialdemokratie nicht abgeneigt waren, durch die Wahlparole der Vereinigten Liberalen in Darmstadt und deren Gefolgschaft aber zu anderen Entschlüssen gebracht werden würden. ES war auch zu beachten, daß der Linksliberalismus bei der bevorstehenden Reichstags-Ersatzwahl in Hagen auf die Stichwahlhilfe der Nationalliberalen ganz besonders angewiesen ist. Denn der freisinnige Kandidat in Hagen, Bürgermeister Cuno, wird von einflußreichen Zentrumsorganen als ein Gönner des Evangelischen Bundes bekämpft. DaS Ausbleiben einer wirksamen freisinnigen Unterstützung der Nationalliberalen in Darmstadt kann darum auch für den Freisinn in Hagen verhängnisvoll werden. Und die„L. N. N." drohten: „In Dithmarschen verdankt der „Wadenftrümpstcr" H o eck sein Mandat ausschließlich der Wahlhilse der Reichspartci gegen den Genossen. Fort mit ihm! In der Stadt Danzig wäre 9)1 ommsen ohne den Sukkurä der Konservativen und des Zentrums niemals gewählt worden. Hinaus! In Parchim errang P a ch n i ck e den Sieg, weil ihm 5000 Wähler der Rechten zu Hilfe kamen. In die Wolfsschlucht! Straßburg konnte von Herrn Riff nur durch Zentrumshüse behauptet werden. An diesem Rifs wird fein Schifflem mehr scheitern. Herr Schrader ist von Dessau aus auf konservativen Krücken in den Reichstag gehmnpelt. Er wird sich nach diesen Krücken vergebens umschauen." Das freilich sind ja nur leere Drohungen. Wenns ernst wird, besinnen sich die Räsonnenre doch noch. Aber der liberale Einigungsgedankc hat einen sehr bedenklichen Stoß erlitten, und der Gedanke an ein Wahlkartell des gesamten hessischen Liberalismus nach Gießener Muster kann nun ganz in die Brüche gehen. Die Erregung über diese in absehbarer Zeit ganz gewiß nicht überbrückbare Kluft in allen wahrhaft liberalen, gut bürgerlichen Kreisen ist gar groß. Doch bis zum Jahre 1908 wird sie sich hosientlich gelegt haben. Es wird aber jeder immer noch ernsthaft an dem Gedanken der Möglichkeit eines dauernden Zusammenschlusses aller liberalen Gruppen für die Wahlen Festhaltende gar bald ans Werk gehen müssen, um das Seinige dazu zu tun. Wer immer wieder von diesem Punkte aus vorrückt und nach leisesten Anfängen immer neue und neue, kräftigere und kräftigere Vorstöße wagt, der wird die Zahl der Freunde dieses Gedankens ständig vermehren und endlich auch ans Ziel gelangen. Sehr eigentümlich argumentierte nach der Stichwahl die Sozialdemokratie. Die Stimmenziffer der Linksliberalen nahm gegen 1903 um über 3800 zu und ein felyr qroßer Teil rührte, so meint sie, aus den Streifen der bisherigen sozialistischen Mittäufer her. Wenn ttotzdem die Sozialdemokratie nur 289 Stimmen verlor, so müsse sie Manen neuer Arbeiterwähler gewonnen haben. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß eine sehr große Anzahl von 1903er ländl. Wählern der Siattonamberalen, des Bundes der Landwirte und des Zentrums am 25. April nicht für Dr. Stein, sondern für Pfarrer Korell gestimmt hat. Sonst hätte Dr. Stein am 25. April mindestens 1000 Stimmen mehr bekommen. Der erhebliche Stimmenzuwachs der wahlberechtigten ist dabei besonders zu beachten. Jedenfalls also hatte von dieser Sette 'Pfarrer Koroll viel mechr Anhänger gefunden als von sozialdemokratischer, und die Beweisführung der sozialdemokr. Presse ist eine i'clyr durchsichtige und sehr vergebliche Bemäntelung des Stimmenrückganges ihrer Partei seit 1903 — auch im Darmstädter Wahlkreise wie im ganzen Reiche trotz der persönlichen Hilfe von Bebel und Molkenbuhr. Sieht doch die sozialdemokr. Presse selber mit Besorgnis — das Cffcnb. Abendblatt: brachte neulich eine Zusammenstellung von höchst pessi» mistischen sozialdemokr. Preßerörterungen —, der Zukunft der Partei entgegen. Sie erkennt selber sehr wohl, daß die Sozialdemokratie ihre Hauptstoß kraft, ein ständiges Ford, schreiten ihres Einflusses auf die Wählermassen verloren hat. Tie sich so oft wiederdolende Erscheinung des Iiückgangs der: sozialdemokr. Stimmen seit 1903 hat, so meinen manche sozialdemokratischen Publizisten, nicht zufällige, sondern^ generelle Urfadjen. Nur weiß man nickst recht in der Partei selber, welcher Art diese sind. Man meint, es sei in der Partei mit übertriebener Heftigkeit gegen eben erst gewählte Abgeordnete zu Felde gezogen worden, wodurch sozialdemokr. Wähler mit innerlich nicht gefesteter Ueberzeugung beben Im lich und irre wurden. Die jahrelang wettergel>ende bet* büternbe Auseinanbersetzung in der Partei beeinträchtigte stark die Agitationsfreudigkeit selbst waschechter Genossen. Und bann kam noch bie wunderschöne Geschichte beim Vorwärts. Das alles hat der Werbettaft der Partei Abbruch getan, und das sollten sich auch heute noch wie in den Tagen nach dem 25. April, trotz des chnen zugefallene« oder richtiger von gekränkten unklaren Köpfen in die Hände gespielten Darmstädter Mandats die Sozialdemokraten sagen. Sehr richtig wurde in der „Hilfe" neulich ausgesprochen daß, wenn die Sozialdemokraten ihren einzigen wesentlichen Wahlsieg seit dem Dresdener Parteitag liberaler Hilfe verdanken, ein solches Ereignis auf den Größenwahnsinn der Sozialdemokratie ungeheuer ernüchternd e i n w i r k e n must'.! Darmstadt ist bis 1898, wo cs Cramer, dem gemaßregelten sozialbem. ^Hofgänger*, in der Stichwahl zufiel, stets nationalliberal vettreten gewesen mit Ausnahme der Zeit von 1877 bis 1884, in der der Freisinnige Büchner das Mandat behauptete. Die Wahl Büchners war bekanntlich nicht, wie die „Voss. Zig." neulich m erstaunlicher Unkenntnis behauptete, „mehr eine Ehrung des großen Gelehrten, als ein politisches Bekenntnis, i Ludwig Büchner, der Verfasser von „Kraft und Stoff", ist niemals Reichstagsabgeordneter gewesen. Die gute Tante Voß verwechselt hier den bekannten Arzt und begeisterten Anhänger und Propagandisten der Entwicklungslehre und tine§ noch ziemlich unklaren Materialismus und Monismus mit seinem Bruder, dem angesehenen Pfungstädter Fabrikanten Wilhelm Büchner. Aus Darmstadt wird un§ heute geschrieben: Wenn auch das numerische Uebergewicht auf Seiten der Umsturzpartei geblieben ist, so haben die Unterlegenen dach einen geradezu glänzenden moralischen Erfolg errungen: Tie Sozialdemokratie hat den Wahlkreis, den sic noch vor drei Jahren glatt im ersten Wahlgang eroberte, diesmal nur noch mit Hilfe eines großen Teils von Stimmen bürgerlicher Wähler behaupten können, sie zieht nur auf den Krücken der-„Vereinigten Liberalen" wieder in den Reichstag ein. Der Ausschuß der >dorelvvähler hat sich, wie behauptet wird, direkt in schärfster Weise an dem SVampf gegen die Nationalliberalen beteiligt, indem er den Sozialdemokraten seine Wahllisten zur Verfügung gestellt, und Wahlaufrufe — selbst von sozialdemokratischen 'Agitatoren mit Aufrufen und Stimmzetteln für Berthold — verbreitet haben soll, in denen alle Wähler Korells noch ausdrücklich zum „Kämpf gegen die Reaktion" aufgeprbert: wurden. Das geringe Plus von etwa 800 Stimmen ist aber doch recht' klein gegenüber dem Wahlergebnis vom 25. April- Während' die Stimmen der bürgerlichen Wähler um über 5000 in die Höhe gingen, haben die Waffenbrüder etwa 3Va Tausend Stimmen verloren. Nicht minder ungünstig stelll sich das 2£b» stimmungscrgebnis für die Sozialdemokratie im Vergleich mit dem Stichwahlresultat im Jahre 1898. Damals erhielt der nativnattiberale .Kandidat 11 743 und der Sozialdemokrat 12 471 Stimmen, und bei der Wahl im Jahre 1905 siegte der Sozialdemokrat gleich im ersten Wahlgang mit 14147 gegen die von den anderen Parteien insgesamt aufgebrachten 13 394 Stimmen, darunter 8656 nationalliberale. Die Differenz in den Abstimmungsergebnissen ist also bei allen drei Wahlen annähernd die gleiche geblieben trotz der Abkommandierung der nahezu 6000 >torellslimmen für die Sozialdemokraten. Die ärgerlichste Niederlage bei der Stichwahl erleidet aber nach unserem Dafürhalten die Patteileitung der „Vereinigten Liberalen". Sie hatte die Rechnung einfach ohne den Wirt gemacht, wie das Wahlergebnis beweist. Ta die Zahl der Wähler und der Arbeiterschaft seit der lehten Wahl um mehrere Tausend gewachsen ist, so hat auch die Sozialdemokratie einen ganz cr- klärtichen Stimmenzuwachs erhalten. Schlägt man diesen nur auf 1500, so würden bet der Vermehrung von 14 147 auf 16 600 höch stens n o ch 1000 Stimmen übrig bleiben, die ans den Reihen der Korellianer der Weisung der Parteileitung folgend zu den Sozialdemokraten über- getreten sein können. Ter weitaus größte Teil der ^Vereinigten Liberalen" hat erfteulicherweise die unpatriotische Parteiparole nickt befolg t, sondern ist, wie das Anwachsen der Stimmen für Dr. Stein von 10314 am 15 789 beweist, für den Zbandivaten der bürgerlichen Parteien eingetreten. "Sv haben die Kore ll Wähler auf das verwert- liche Ansinnen ihrer Parteileitung eine scharfe, aber gebührende Antwort gegeben die den verantwortlichen Führern hoffentlich für alle Zeiten die Lust zur V e r b r üd e r u u g mir der roten Internationale nehmen wird Heer und Flotte. • Tas neue Exerzierreglement für die Infanterie ist, rote einer unserer Berliner Mitarbeiter meldet, vom. Kaiser in der Form des Entwurfs genehmigt morden. bcr durch btc Kommission fcstgestellt wurde, Mr im preuß. Kiirc^'Ministerium unter Vorsitz des kommaudierendeu (Generals des 11 Armeekorps, Exzellenz von Bock und Potach, getagt hat. Tas neue Reglement, das der Kaiser bekanntlich bei unserern QS iesteue r egiment am 1. d. M. „aus der Taufe gehoben" hat, befindet sich zurzeit int Druck und wird in Bälde an die Truppen ausgegeben werden. Der erste Teil, der Aufstellung, Griffe und Exerzierformen ffcüanbclt, ist gegen früher erheblich kürzer und einfacher »geworden. Besonders zu erwähnen wäre, dast es in Zu- tnnft zwei v c r s ei' iedene Arten des Ladens geben wird: das „Znm Schuft Laden", welches das frühere Ladett und das Fertigtnachen, alfo zwei verschiedene Kommandos bereinigt, und das „Laden und Sichern" zttr Ausführung '-auch in der Bewegung, im Rühren u. f. f., wobei das Gewehr senkrecht mit der Mündung nach oben gehalten wird. In der alten K o m v a g n i e t o l o u n e standen oder marschierten die drei 3üge der Kompagnie in Zugfront mit sieben Schritt Abstand hintereinander. Diese Formation heißt fetzt Zugkolünne. Tie Kompagniekoloime des neuen Reglements sieht ein Rebeneinandermarschieren der drei Züge vor, ein jeder Zug in Gruppen — so heis^n in Zukunft die alten Sektiotten — zu vier Rotten abgebrochen.. Tie Zugführer marschieren in dieser Kompagnie 4 Gruppen - Kvlvnnc vier Schritte vor der Mitte ihrer ersten Muppe. Auf diese Weise sind die Bewegungen im Gefechtsfelde, Umgehungen von Hindernissen in geschlossener Formation, sehr erleichtert und vereinfacht. Berlin, 4. Mai. Die 15. Kommission des Reichstages erledigte hettte die beiden Entwürfe über die Gewährung einer Entschädigung an die Mitglieder des Reichstages und über Aendernng der Reichsverfasinng in erster Lesung. Zinn § 5 des EntschädigungSgesetzentwurfes (Verhinderungen van Doppelvergütungen aus politischen Körpcr- fchafien) wurde ein Eintrag Dr. Arendt (Rp.) ergänzt durch einen Fassnngsantrag Burlage (Ztr.) angenommen. Der Antrag Mutet: v6in Mitglied des Reichstages, welches wahrend der Tagung des Reichstages in feiner Eigenschaft Mitglied einer anderen politischen Körperscha ft Vergütungen bezieht, must diese von seiner Entschädigung in Abzug bringen. Der Abzug erfolgt auf 'Antrag des Mitgliedes des Reichstages." Bei dem Entwurf über die Verfasiungsänderung wurde nn§ der Regierungsvorlage der Zusatz zum Artikel 28 der Reichsverfasstmg, wonach Beschlußfassungen über den Geschäftsgang von der An- wesenheit einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern nicht abhängig sind, gestrichen. Das Gesetz soll mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft treten. Der englisch-türkische Konflikt. London, 4. Mai. Die englische Regierung richtete gestern an die Pforte eine Note, die dem Inhalte nach gleichbedeutend mit einem Ultimatum ift und das letzte ^Wort Englands zu den türkischen Schritten auf der Halbinsel Sinai darstellt. England verlangt die Zurückziehung der t ü r k i s ch e n T r u p p e n vom egyptischen Grund und Boden. Der französische nnb der russische Botschafter in Konstantinopel unterstützen die Vorstellungen deS englischen Botschafters hinsichtlich der Besatzung der zu Egypten gehörigen Gebiete durch die Türkei. — Der „Standard" meldet, Graf Wolff-Metternich habe Sir Edward Grey mitgeteilt, daß der Sultan in, Falle eines ernsteren Streites über die türkisch-egyptische Grenzfrage nicht auf Unter» istützn ng Deutschlands rechnen könne. — Rach einer Timesmeldung ans Kairo ist die H a l t u n g der türkischen Truppen auf der Sinai-Halbinsel bedrohlich. Türkische Truppen haben egyptische Telegraphen-Stangen umgeiuorren und türkische an deren Stelle gesetzt. Dieser Vorfall zeigt die agressive Stimmung der Türken. Malta, 4. Mai. (Renten.' Vier Kreuzer und eine Flottille von Torpedobootszerstörern gehen heute abend nach dem Viräus ab. Die Arbeilerausftande und Unruhen in Paris. Paris, 4. Mai. Der Polizeipräfekt hat die sofortige Verhaftung aller Personen angeordnet, die die Freiheit der Arbeit verhindern. Gestern nachmittag wurden 26 Ausländer verhaftet, drei andere wurden heute vormittag in Haft genommen, darunter ein Belgier, der den Kommandeur der Wache am Finanzministerium beschimpfte. Der Bürgermeister von Montigny, Rouissin, wurde wegen Beleidigung von Gendarmen zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Im Walde von Vincennes hat man heute vor- mittag die V' ■' che eines unbekannten Fremden gefunden, b-: augenscheinlich erschaffen hat. Man vermutet, dast i Mitschuldiger der beiden anarchistischen Bombenattentäter von gestern ist. Rirßland. Moskau, 4. Mai. Hier sind Nachrichten eingetroffen, wonach in der Schwarzen Meerflotte von neuem Un - ruhen ausgebrochen sind. Unter den frischen Mannschaften findet die Aefftationsliteratur der sozialistischen und revolutionären Partei koloffale Verbreitung. Ernste Agrarwirren haben setzt auch im Gouvernement Poltawa begonnen. Die landwirtschaftlichen Arbeiter treten in den Ausstand. Warschau, 4. Mai. Als heute abend der Betriebs- Mreftor der Weichselbahnen, ProSkurrakow, mit zwei Beamten in eine Droschke einftteg, wurde eine Bombe gegen ihn geworfen. Durch die Explosion wurde Proskurjakow verwundet und seine beiden Begleiter getötet Acht in der Nabe befindliche Personen wurden schwer verletzt. Die Droschke, sowie die Fenster der umliegenden Häuser wurden zertrümmert. Die Pferde wurden getötet. Aus Stu-t und G testen, den 5. Mai 1906. •• Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer ist gestern zusammengetreten, um über dasFeld- Lereinigungs-Gesetz sowie eine Anzahl Anträge, Petitionen ?c. zu beraten. Bestimmte Beschlüsse wurden heute -nvch nicht geiaht. Zum FeldbereinigungSgesetz wurden in erster Lesung die Vorschläge der Regierung im Grasten und Ganzen mit kleinen redaktionellen Aenderungen gutgeheisten. Dagegen der Vorschlag, nach welchem der Ehemann das Recht haben satt, auch über daS eingebrachte Gut 'einer Ehefrau abznsümmen, verworfen. Es soll hier das alte Verhältnis Rcgicruugsrat Haas, die Abgeordneten Reinhart, Molthem, Hirsch, Best, Diehl, Braun u. a. Ferner als Vertreter des Kreises Geh. Regierungsrat Kreisrat Dr. Kayser und Re- gierungsrat Wolff, sowie Oberbürgermeister Köhler, Oetono- inierat Dr. Müller und viele Bürgermeister des Kreises. Am Grabe leitete der Turnergesangverein die Trauerfeier mit einem stimmungsvollen Gesang ein, worauf der Prediger der Mcnnonitengemcinde 5? i r s cb l e r einen Rückblick auf das tatenreiche Leben des Verstorbenen warf. — Geh, Regierungsrat Haas sprach namens der zweiten Kammer das große Bedauern aus, daß ein so staatsmännisch begabter, pflichttreuer, schasfenslustiger, echt liberaler Mann dahin- gegangen sei. Geh. Regierungsrat Dr. Kayser gedachte der dreißigjährigen Wirksamkeit Müllingers im Kreisausschuft und Kreistag. Abg. Molthan hob die vorbildlich fleißige und sachkundige Arbeit des Verstorbenen im Finanzans- schust der 2. Kammer hervor. In herzlichen Worten verabschiedete sich namens der Nationalist'. Landtagsfraktion Abg. Reinhart von dem Verblichenen, dessen edle Gesinnung er in Erinnerung ruft. Bürgermeister Finger- Pfeddersheim gab ein Bild des schaffensreichen Lebens und betonte hierbei auch die Verdienste, die Möllinger in seiner Eigenschaft als langjähriger Bürgermeister und Gemeinderatsmitglied um Pfeddersheim habe. Von sämtlichen Rednern wurden Kranzspenden niedergelegt, aufte-'d-em von Oe ko- nomierat Dr. Müller als Vertreter der Hess. Landwirtschaft, von Kommerzienrat Trumpler für den Wahlausschuß der natl. Partei, von Aktuar Fritz für die Pfekw densheimcr Kasinogesellschast. (W. Volksztg. bcibehalten werden. In der nächsten Sitzung soll die Novelle zum Berggesetz beraten und die Beratungen über daS Feldbercinigungsgesetz beendet werden. ** D e s Gr o ft ff e r z o g s R h e i li f a b r t. Der Groß- herzog und die Großherzogin trafen Freitag vormittag um 10 Uhr auf dem Mainzer Bahnhof mit Sonderzug ein. Die Großherzogin trug u. d. Pi. Tgbl. ein elegantes blaues Jackenkleid mit eremeseidener Bluse, darüber einen kostbaren Nerzboa iuti> einen geschmackvollen Hut in Tellerform, ganz aus violettblaiien Veilchen mit weißer Feder- verzierung und weiften Schleier. Der einzige Schmuck, beit die Großherzogin trug, bestand in bri11antv?rzicrteit Perleit - Ohrringen. Der Groftherzog war in Zivilkleidung. Zum Empfang hatten sich eingefunden Provinzialdirektor ö)ehcime- rat Frhr. v. Gagern und Eiseitbaffnpräsident v. Rabenau. Das Fürstenpaar mit Gefolge und Dienerschaft fuhr sofort zum Agentnrgebäude der Köln-Tüsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft, ivo sie begrüßt wurden von dem Präsidenten des Aufsichtsrats, 'August Frowein, Beigeordneter von Elberscld, dem Vizepräsidenten E. A. Probst und Direktor Elouth von der hiesigen Agentur. Beim Betreten des Schiffes empfingen die hohen Gaste die beiden Direktoren A. Kraus und Frhr. v. Rolf ans Düsseldorf. Dae- imposante Schiff, dessen Pate der Groftherzog ist, bot in seinem Hellen Anrstich und feinem lebendigen Floggcnschmuck einen prachtvollen Anblick. Tie Erbauer Dee- Schiffes, die Kommerzienräte Gotthard und Georg Sachsenbcrg aus Roßlau an der Elbe und der Direktor der Möbelfabrik Pfaff in Berlin, die das Schiff ausgestattet hat, Winkel aus Berlin, wurden bei der Besichtigung des von Kapitän Werr-Käub geführten Dampfers dem Großherzoglichcn Paar vorgc- stellt. Unter brausenden Hochrusen der Menge, denen die Fürstlichkeiten freundlichst dankten, und unter donnernden Salutschüssen setzte, sich der Dampfer bei herrlichstem Sonnenschein in Bewegung. Während der Fahrt, die bis Mehlem bei Königswinter geht, findet Frühstückstafel statt. Tic Ankunft in Mehlem erfolgt um 5 Uhr und Samstag früh wird die Fahrt nach Köln auf dem Dampfer „Kaiserin Friedrich" fortgesetzt. Bingen passierte der neue Tampfer am Mittag bei herrlichem Wetter. Am Rheinnfer hatten sich Tausende von Menschen eingcfunden, die den Großherzog lebhaft begrüßten. Von allen Seiten krachten die Böller. Sämtliche auf der Reede liegenden Schiffe und Dampfer waren beflaggt, ebenso die Häuser von Bingen und dem gegenüberliegendem Rüdcsheim. ’* In der Gemälde-Ausstellung am Brand findet kotnmendc Wochh ein Wechsel der Gemälde statt. Die Kollektionen von H. Baluschek und M. Brandenburg usw. find morgen Sonntag zum letzten male ausgestellt. Von Montag an bleibt die Ausstellung einige Tage geschloffen. ’* Das Promcnadcn --Konzcrt findet morgen, Sonntag, vormittag ll1/, Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Rakoezn-Ouvcrture von Keler Bela. 2. Maritana, Walzer von Dellinger. 3. Fantasie aus „Lohengrin", von Magner. 4. Der Rheinstromer Armee- Marsch. ** Unsere Rcgiincntsmusi k folgt einem Engagement nach Hamburg, wo sie vom 13.—31. Mai im Zoologischen Garten konzertiert, cs ist demnach im Neuen Saalbau morgen das letzte Konzert vor bcr Abreise, wir machen an bieser Stelle bcsonbers darauf aufmerksam. •’ Ihre silberne Hochzeit feiern am Montag, 7. Mai Schuhmachermeister Heinrich Sch lieh er und Frau. *• Erledigt sind zwei L e hr e r stcl l e n an bet kcith. Schule zu Bensheim. Hessisch - Thüringische StaatSlolteric. In der heute fortgesetzten Ziehung ber 6. Klasse fiel ein Gewinn von 150 000 Mk. auf Nr. 85156 (nach Offenbach), ein Ge- luinn von 30 000 Mk. auf Nr. 54286 (nach Delmenhorst), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 14524 (nach Mainz), Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 10941 15874 55707 78730, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 3184 10954 17930 29490 33052 37588 37846 39491 44144 47204 54215 65707 73035 75602 87459 90387 95244 99956, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 87 215 2399 2881 4437 5516 6966 7231 7635 8400 9015 9584 10047 10098 10373 10934 11282 11377 13005 13611 14189 15256 15325 16738 16812 16984 17833 20337 20649 21479 21977 23508 25579 25823 25965 28744 28841 29333 29704 31027 31994 32612. (Ohne Gewähr.) 8 Vilbel, 4. Mai. Ein wichtiges Ereignis ift für unsere Bevölkerung anfangs der Woche cingctrcten, nämlich die Einfü h rung des Simultanunterrichts in den hiesigen Volksschulen. Schon vor zwei Jahren wurde dies beschlossen, doch focht man damals den Befchluß erfolgreich an. Im April fand ein nochmaliger Beschluß statt, der das Ende der Konfessionsschule herbeisührte. p Altenkirchen, 4. Mai. Dem Landwirt Georg Lipp und Frau Katharine geb. Schupp wurde anläßlich ihrer am 24. April gefeierten goldenen Hochzeit ein Gnadengeschenk unseres Kaisers — 50 Mark — überreicht. Der Schwager Gastwirt Peter Schäfer und Frau Katharine geb. Lipp, von dcffen goldener Hochzeit am 1. Mai wir schon kurz berichteten, erhielten außer der bereits genannten goldenen Ehejubilaums- mcdaillc auch eine Bibel von bam anwesenden Fürften zu Solms- Ho h en s olrns -'Li ch und Gemahlin. Desgleichen erhielten eine solche auch das Ehepaar Lipp. Der Fürst hatte sich direkt von dein Kaiscrbcsnch in Gießen hierher per Automobil begeben. 9lußer dem Fürstenpaar wohnte auch der Landgraf von Hessen der Feier bei. Im Juni ivcrdcn Zimlncrrnann Peter Gerhard und Katharine geb. Herr die goldene Hochzeit feiern. Mainz, 4. Mai. Der Kaiser hat zugesagt, enu 17. Mai zu den Handel>Aufsührungen ber „Lieber- tafcl* hierher zu kommen. Der Monarch lüirb von Urville mit der Bahn eintreffen, in das Grofth. Palais fahren und sich von da in bas Konzerthaus ber „Liedertafel" begeben. Nach der Konzertaufführung nimmt der Kaiser an einem Diner mit dem Vorstande der „Liedertafel" teil. Das Groß- berzogliche Paar trifft am Tage vorher ein und wird mehrere Tage hier verweilen. (M. 9(115.) Pfeddershci m, -1. Mai. Eine auserlesene Trauer Versammlung geleitete gestern unseren verewigten Land- j tagsabgeordneten Möllinger zur letzten Ruhe statte. Als' Vertreter der Regierung waren anwesend Finanzminister Gnauth nnd die Ministerialräte Dr. Becker, Dr. Usinger und Pückel, von den hessischen Kammern Z^rhr. v. Heffl, der Präsident der zweiten Kammer Geh. 2L^besterbeLveguttg. 5) a mb u r g , 4. Mai. Der Verein der Reeder, Schnisimemen, SchiffAmakler, Kolrienimporteurc, Swisssstauer und Ewer führ er hielt heute mittig unter dem. Vorsitz des 0encrnlbirp.ftor*3 Ballin eine Dclegierteuverfammliiug ab, um die durch die A u ss pc v r u it g bcr Hafenarbeiter geschaffene Lage 511 besprechen. Es wurde fcftgefreKt, daß der Zufluß von auswärtigen 9kr>.'citskräften so rege ist, daß man in wenigen Tagen die Regelmäßigkeit Be^ trübes wiederhergestellt haben durfte. Tie wegen Teilnahme an der Maifeier ausgefperrten Arbeiter können, soweit am 11. Mei noch Arbeitskräfte gebraucht werden, wiedereingestellt werden. Ferner wurde der Beschluß qefaßk, einen Arbeitsnachweis für Schauerleute au errichten. Alle beteiligten Betriebe verpflichten sich, Schauerleurc nur durch diesen Arbeitsnachweis an^unefjmen. Tic .Haniburg-Amcrcke Linie wird alle diejenigen Schaucrlcute, welche bei ihr mit vierwöchentlicher Kündigung fest ang cfte.fi t waren, gerichtlich wegen K 0 n t r a k t b r u ch s belangen. Breslau, 4. Mai. Ter Gcfamtvcrband Tcut scher M e t a l l i n d u st r i c ll c r hat die Gc n c r a l- 9lu s- sperrung auf den 10. Mai festgesetzt für den Fall, daß die Arbeiter in den Streikorten nicht bis dahin die Arbeit wieder aufgenommen haben. T r 0 p p a u , 4. Mai Tic Zahl bcr Streikenden in W i t- kowitz betrug gestern etwa 10000. Heute Bor-und Nachmittag fanden in Witkowitz Versammlungen statt, an denen 8000 Arbeiter teilnahnieu Tic Arbeiter wöchlten .eine Tcputation, welche zur Zentraldircltion mit dem Begehren entsandt wurde, die Ent- lassericit binnen 48 Stunden wieder aufzunehmen, widrigenfalls der allgemeine Ausstand Proklamiert und eine Reihe weiterer Forderungen gestellt würden. Der Vertreter der Direktion sagte die Wiederaufnahme nach sechs Wochen zu, wenn die Arbeit sofort ausgenommen und erklärt wird daß die Maifeier nur politische Wahlrechtsdcmoustration und nicht gegen das Werk gerichtet war. Tic Defmtatron lehnte den Vorschlag ab. Lebte Nacht arbeiteten etwa 20 Prozent der gesamten Arbeiterschait. Zur Frühschicht erschienen gegen 1100 Arbeiter, also ein Prozent. Seraicwo, 4. Mai. Gestern versammelten sich etiva 800 Arbeiterinnen der hiesigen Tuchfabrik, dir seit fror gestern in den Ausstand getreror sind, vvr dem Rathausc, um die Freilassung von 3 Arbeiterinnen, die wegen Arbeitsbehinderung verhaftet worden waren, zu erwirken. Hierbei kam es zu einem heftigen Zufamntenshrn mit der Polizei, die die Menge zu zee streuen suchte. Tic Menge warf mit Steinen ans die Gendarmen und zertrümmerte die Fenster deZ Rathauses. Die Gen- dyrmen gaben schließlich eine Salve auf die Menge ab, wodurch 6 Pc rsvneu schwer v c r l e tz t wurden, von denen zwei bereits gestorben sind. Hierauf wurde die Menge zerstreut. Tic. Ziegelarbeitcr, Buchdrucker, Schneider und Schnhmachcr haben sich dem Streik angeschlossen. Ter Gcncralausstand wurde ange- kündigt. Eingesandt. Lollar. Am 30. April wnr, e durch hiesige Ortsschelle. bekannt gegeben, daß die Stelle des Gemeindedicners neu zu besetzen sei, nnd Reflektanten sich bis zum 9. Mai zu melden haben. Weiter wurde hinzu gefügt, daß die Bewerber nicht unter 30 nnd nicht über 40 Jahre alt sein dürfen. Es ist eine Nngcrcchtigkeit, bei Vergebung einer solchen Stelle eine Altersgrenze zu ziehen. Es können Männer von 26 - 30 Jahre noch so tüchtig sein und gerne sich dieses Amtes zu erringen suchen, durch ein solches Vorgehen ist ihnen die Möglichkeit zur Anmeldung genommen. Ebenso kann ein Mann von 41-- 15 Jahren grob noch so gut und so lange dies Amt bekleiden, wie ein Mann von 30 biS 40 Jahren. Es moacu sich die iünacren oder älteren Reflektanten nicht von ihrer Meldung abschrecken lassen, beim es hat ein jeder Soll ar er Mann dos Recht, sich zu dem Amt zu melden, und es wird nichts zur Sache tun, ob der Mann einige Jahre unter 30. oder über 40 Kahre alt ist Telefonisch« Kursbericht« des Giessener Anzeigers und mitgeteilt von der Bank für Handel Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 5. Mai, 1.15 T’hr. 3^'7O Reichsanleihe . . 100.25 FJektriz. Lahmever . 147.50 3% do. . . 88.25 Elektriz. Schuckert . . 132.75 Kongols . . . . 100.25 Eschweiler Bercrwcrk 273.65 3% do..... 88 25 Gelsenkirchen Bergwerk . 230.25 3^°/0 Hessen..... — Hamburg- Amerik. Paketf. 163 20 % Oberhessen . . . —.— Harpener Bergwerk. . . 221 90 4 % Oesterr. Goldrente. . 100.50 Lanrahtitte...... —-- 4'/r, ?« Oesterr. Silberrente 101.25 Nordd. Llovd . . . . 131.90 4% Ungar. Goldrente . . 96.75 Obeisehlcc. Eiscn-Tn.lustrie 133.50 4% Italien. Rente . . . Berliner Handelsges 173.40 3 % Portugiesen Serie I . 69.00 Darmstädter Bank . . . 144.20 3?o Portugiesen .. ITT 69.50 Deutsche Bank . . 239.50 4 "%°/a russ.Sfaatsanl. 1905 91.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 185.70 4V?\ japan. Staatsanleihe 94.50 Diskonto-Kommandit. 187.60 4 ronv. Türken von 1903 93.50 Dresdner Bank . . . 162.00 Türkenlose ... . . 146.00 Kreditaktien..... 218.00 4% Griech. Monopol-Anl. 54.60 Baltimotb- und Ohio- 4% äussere Argentinier . —.— Eisenlahn . 109.10 3°/n Mexikaner . . 68.40 Gotthardbahn . . -------.-------- 4J4o/o Chinesen . . . . 97.90 Lombard. Eisenbahn . . 24.40 Aktien: Oesterr. Staatsbahn . . . 146.40 Bochum Guss..... 255.00 Priuce-Henri-Eisenbalm 148.80 Buderus E. W . . . 130.40 Tendenz: ruhig;. Kerl in er Börse, 5. Mai Anfangskurse Canada E. B...... 172.20 Harpener Bergwerk . . . 221.20 Parmstädter Bank . . . 144.00 Laurahütte . . , . —— Deutsche Bank . . . . 239.25 f.ombardcn E. B. ■ • • 24.50 Dortmunder Union C. . . 94.70 Nordd. Llovd..... 131.70 Dresdner Bank . . . . 161.50 Türkenlosc . • . 146.10 Tendenz: fest. Marburg, 5.Mai. (Oc>g.-Dkp.' B.'i dem gestrigen Gewitter wurde im Walde bei Ealbern ein Mädchen durch Blitzschlag getötet nnb eine Frau gelähmt. Graz, 5. Mai. und einem Artillerie-Offizier zu i M Todes-Anzeige im 18. Lebensjahre. 11 Literarischer Abend I am 11. Mai d. J., l71/2 Uhr iio- in der grossen Aula der Universität Vortrag eigener Dichtungen. mehL, Alfred Bock. itk ■ ■ Ml 4 Ai 5,1 ,bn • u - ' nbflbu 221.20 24.50 ‘ 131-70 ; 146.10 I.« Giessen (Neustadt 32), den 5. Mai 1906. i" r ' v • i I. A.: Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel Prof. Dr. Collin. ‘t v- ,.i ) • A N/’ 141- . Meldungen nehmen entgegen meine Meister in @tejjen nnö; diejenigen meiner Filialfabriken. _ 15 Georg Philipp Gail in Giessen Abt. Ranch- und Kantabakfabrik. Klim. Lnitkurort ßranniels. Hotel-Rest. Böhme Für Gesellschaft, u. Tour, bestens empf. Neurenov. Saal, Klaviere, irz. Billard, Kegelbahn, schatt Garten, vorzL Küche. Für die Hinterbliebenen: Kommerzienrat Wilhelm Gail identen, bhitet hielt Collin ein.' Vciiunq JStouriv ■-’^iten io •l'it bi,'J:. 'Mw an mlLMoi Ht iRTben. für »erpilüiifn in?'iib:hntn -d’nunhi:, It angcfkiit belangen ib leui ral-Aus. oll, dag bir rbeit iviebct e n in 8 i U 1 diackmittaq )00 Arbeiter welche jur e, bic Euh DibrifitilfallS i ifieifce Weier Direktion n die Arbeit Meier nur 0“ Werk ge- LeKtr Nacht irfinif. Zur KoMl. di etwa 800 > leit Mr thauie, iiut reWbrtMA ö zu einem :W V'i itr- mi die ft.iv v. Tie $tu t ab, wodurch in en Mi k tlircut. Tic er baden sich wurde ange- w <*fV . /Jr ■ hi! hte [Ur Handel . 1091° 0440 ' 146-4° ' 148.8° MriginaL-Drahtmeldrrngen. Fr. Frankfurt a. M., 0. Ltar. Wegen Urkunden- fälschuug, Hypothekenschwindcl und Unterschlagung wurden der Bauunternehmer Adolf Grimm und die Witwe Marie Mösl er verhaftet. Es handelt sich um sehr hohe Beträge. — Ter Kellner Franz Mai, der in einem Restaurant a-.n Paulsplatz beschäftigt war, ist unter Mitnahme eines TarrsendmarkscheineS, mit dem er von von dem Geschäftsführer zum Wechseln fortgeschickt worden war, durch- gegangen. r Magdeburg, 5. Mai. In Burg wurde durch eine 7> cuersbrunst das Konzerihaus mit allen Nebengcbau öen vernichtet. Tie RUtglieder der im Sofcl gastierenden Theater- gescllschaft retteten nur d a s n a ck l e L c b c n. Lübeck, ö. Äiai. Rach einer Züchtigung durch seine Mutter erhängte sich in Stellau ein dreizehnjähriger Knabe. . Paris, 4. Mai. Die Untersuchung über die gestrige Bombenexplosion im Walde von VincenncS ergab das Vorhandensein zahlreicher anarchistischer Organisationen. Der Untersuchungsrichter ließ verschiedene Woh- vni 0tUUi> SÄ'** rbr' . It»« 132.75 . ' 273.6» •\.k . 230.25 KL r- • • ■; 131.9° •«**%* es • j |4.20 ■ 'OSO»*! ' ' 13.5.7° Jk ' ' 187.60 dit • ’ 162.00 • ' ' 918.0° Briefkasten Oer Redaktion. (Nnonhlnc Anfrage» bleibe» unberücksichtigt). P. B. Im offenen Automobil, auch bet der pahrt durch Butzbach (nad) einer uns von dort vorliegenden Ravte). Ä. 2S., N. B., R. K. Ibr Eingesandt, das voller Be.eidig- u„gen hiv andere Leute ist, wurde dem Pavierkorb anvertraut. ic Ln^lbellk euere neu M 9. Mal bic Bewerber liefen. Eö i't (c eine Wter^ 0 W nod) rinnen sncken, bleit zur M- 1-15 Jahrs" ibeii, W rin i (inneren ober ebreefe» Vvb zu dem ob bet Mann Kleine Tageschrvnik. Bon dem Stuttgarter Vorort Gaisburg wurde ein aus Vorarlberg zugereister italienischer Arbeiter ins Hospital cingswiescn. Tie lintersuchung ergab, daff ein Jall von schwarzen Pocken vorliegt. — Ter achtfache Mörder, Lederarbeiter Dittrich in Dresden, soll eine weitere Mordtat c ing c ft Giehener Bazar Israelitischem Festbsile dem bekannten Saale des Gasthauses zur Germania Großer Vall in Lollar. Zu dem am Mittwoch, dem 30. Mai er. im Neuen Saalbarr zur Linde (am neuen Postamt) stattfindenden israelitischen Batt ladet ergebenst ein [03230 Das Komitee. Musik ausgeführt von der Marburger Stadtkapelle. WM- Abends großes brillantes Feuerwerk. -AG eeeeeeeeeeess^eeeee^ Grünberg in Hessen Gastas L«W Wildes Nsrm Gut ausgestattete Fremdenzimmer — Diner von 12 Uhr ab Mülichener Bürgerbräll — Gambrinusbräu-Butzbach Anerkannt gute Küche, Mittagstisch im Abonnement 75 und 90 Pfg., Reichhaltige Abendplatten, Stammessen 7® Ffg., hiesige und Münchener Biere, Weine erster Firmen. Sonnen-Zchime in schwarz und farbig tn großer Auswahl zu äußerst billigen Preisen. Regen-Schirme für Herren, Damen und Kinder in reichhaltiger Auswahl. ZpaMMÄe sehr preiswert. Reparaturen und Ueberziehen wird in eigener Werkstatt schnell und gut ausgeführt. LlhirnMsW hmrilh Zack Marktstratze 19. ßgülm-Dkren Srtzrü-Küsck. Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Sonntag den 13. Mai L Js., nachmittags 3 Uhr: General-Versammlung bei Gastwirt Heinrich Brück. Tagesordnung: 1. Rechuungsablage für 1905. 2. Verschiedenes. 2881 Der Vorstand: H. Meyer, Direktor. Ch. Seipp II, Stellvertreter. Zu dem am Mittwoch, den 30. Mai d. Fs., statt- sindenden 2870 Jer Streit m Die riiWeil Umllze« ütr öegenwßrt und die neue Mche liMeinuikiljc. Bon Dr. jur. et phil. Maguus Biermcr ordentlichem Professor der Staatswisseirschaften an der Unioerfität Gießen. Preis Mk. 1.— Heft 9 Der Sammlung mtieilslöksiimislher Aussätze niii Zsrträge Seltersweg: (2890) Selterswe vertilgt vntzSLiZker aller Art in Haus u.Hof.Feldu.GsrFef?. gebrüderKÄmannheim. Keiler Sstsiiban (Steins Garten) 2898 Sonntag, den S, Ms« 1906 Grosses Kentert (Militärmusik) ausgeführt von der Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan: 1. Krf.nungsmarsch. Meyerbeer. 2. Ouvertüre Der Wildschütz. Montag, den 7. Mai ds. IS., nachmittags 2 Uhr, Fortsetzung der Berstelgerung im Bieckerjchen Saale. Es werden noch versteigert: 2 Betten, 1 Kleiderschrank, 1 Sopha, 5 Stühle, 1 Waschbülte. 1 Kinderbett, 1 Küchenschrank mit Glasaussatz u. v. a. 2862 Geißler. Gerichtsvollzielicr Sonntag, den tt. Mai 1906 2865 Lodwig Becker, Eastmt. Gießeliu Mer-keseWst M c. V. Sonntag nachmittag findet am Boochaus hie Tklife r>es um LAIbostes statt, anschließend hieran Konzert, wozu wir unsere aktiven und passiven Mitglieder und deren) beehrt sich den vcrehrlichen Hausbesitzern zur Anfertigung vou Hausentwässerungszeichnungen, Kostenanschlägen, Bauleitung, Aufstellung von Abrechnungen, Gutachten u. d. zu empfehlen. . Als langjähriger Mitarbeiter erster Autoritäten, zuletzt beim ‘ städtischen Tiesbanamt Gießen, bin ich mit den hiesigen Der- hällnisscn durchaus vertraut und in der Lage, selbst den schwierigsten Berhältnissen Rechnung zu tragen, sowie die Ausführung aus das Notwendigste zu beschränken. llebernehme auch Abänderungen bereits vorhandener Pläne zwecks billigster Ausführung. Prompte Bedienung bei solider Ausführung wird zugcsichert. 2894 la Referenzen flehen zur Verfügung. Aufforderung. Diejenigen Gläubiger der Firma Büttner & Damm dahier und ihrer beiden Inhaber, die spezistziertc Rechnung bei dem Unterzeichneten noch nicht eingereicht haben, werden gebeten, dies bei Mei- dung der Nichtberückstch- tigung unverzüglich zu tun. Gießen, im Mai 1906. Römhetd (2847 Rechtsanwalt u. Notar. Versieigsrtmg. Montag, den 7. ss. Mts., nachm. 21/, Uhr sollen dahier Wollrorstraßc 6, (Darmst. Hans:) 1 Nähmaschine, 5 Gaslüstcr, 5 Gas» lampen. 1 Metalldrehbank, 1 Taschen- uhrm. Kelte, 1 Musikwerk, 1 Spiegel- schrank, 1 Uebcrztehcr, 1 Gehrock, HauS- und Küchengeräte aller r'lrt u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. [2896 Die Versteigerung findet voraussichtlich teilweise bcstiuiint statt. Gießen, den 5. Mai 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. bürgerlicher ÄlittsOtis^ ä, 75 Pfennig Konrad Hess Ww. ______Lindenhof. 2855 Tapeten! Naturell-Tapeten von 10 Psg. an Gold-Tapeten „ 20 „ „ in den schönsten n. neuesten Mustern. G Lian verlange toftehfret G G Äiusterbuch Nr. 495. E) Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Caf6 Ebel Stadtkirche. 1S91