Nr. 81 «rjchetnt iSglich aus;er Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im WecklcI mit dem hessischen Landwirt die Cicfiener Zamilien- blätter Dtennal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il '3er- \an der Brüh l'scheu I^loers.-Buch-u.Stein- bnideret. 9t Lange. Redaktion, Erveduum und Druckerei: Schul st rohe 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.e-^51 Adresse für Depeschen: «n;eiger Gietzeu. Erstes Blatt 150. Jahrgang Donnerstag 5. April 1900 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich7bP1., vierteljährlich Dlk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jahrl. ausschl. Beüellg. Annahme von Anzeige» für die Taqesnlmiiner bis vormUtaqS 10 Uhr, ZeilenvreiS: lokal 12 Pi^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den doül und allgern. Teil. P. Wtttko; füt „Stadt und 2anb' und -Gerrchtssaaf Ernst Heß: für den Anzeigenteil: öanS Beck. Are SeuLigs Kummer umfaßt 10 Seiten. Are Abänderung des yejstjchcn Aeiggesehes. Dem hessischen Landtag ist, rote bereits kurz mitgeteilt wurde, eine Vorlage wegen Abänderung des Berggesetzes zu- gegailgen, die in der Hauptsache bezweckt, das Bergregcl für Kalisalze dem Staat vorzubehalten. In der sehr anschaulichen Begründung dieser Vorlage heißt e§ u. a.: Nach Artikel 1 bc5 Berggesetzes vom 28. Januar 1876 gehören zu den Mineralien, die von dem Verfügungsrecht des Grundeigentümers ausgeschlossen sind und deren Aufsuchung und Gewinnung den Vorschriften jenes Gesetzes unterliegt, außer anderen Mineralien auch „Steinsalz nebst den mit demselben auf der nämlichen Lagerstätte vorkommenden Salzen und die Solquellen." Diese Vorschrift ist dem für Hessen vorbildlich gewesenen preußischen Berggesetz von 1865 nachgebildet und hat auch in anderen Bundesstaaten Geltung erhalten. Unter dem Ausdruck „die mit ihm (d. h. mit dem Steinsalz) auf der nämlichen Lagerstätte vorkommenden Salze" sind dte sogenannten .Abraunsalze* — auch kurz „Kalisalze" genannt — verstanden, d. h. die Gemenge von Kali-, Mag- nesia-, Bor- usro. Salzen, die in Nord- und Mitteldeutschland mit dem Steinsalz der Zechstemformation mehr oder weniger reichlich zusammen vorkommen und die Grundlagen dec deutschen Kali-Industrie geworden sind. Der Wert dieser Salze ist besonders hoch anzuschlagen, einmal weil ihre Verwendung in Landwirtschaft und Industrie sehr vielseitig ist, sodann besonders deshalb, weil das Vorkommen solcher Salze nach den bisherigen Ergebnissen der geologischen Forschung sich mit unbedeutenden Ausnahmen auf Deutschland beschränkt. Hiermit erklärt sich die Lebhaftigkeit, mit der die unterirdische Ausdehnung der deutschen Kalilager untersucht wird. Die Erforschung der Ausdehnung des KalisalzvorkommenS durch Tiefbohrungen hat sich allmählich von dem ursprünglichen Sitz der Kali-Industrie, der Gegend von Staßfurt bei Magdc- buig, in der Hauptsache immer weiter nördlich und westlich bewegt und zur Anlage einer Anzahl von Werken geführt, deren äußerste zurzeit etwa an der Werra liegen. Die Möglichkeit des Vorkommens von Salz, das mit dem vorgenannten Stein- und Kalisalzvorkommen des nördlichen und mittleren Deutschlands gleichalterig ist, innerhalb des Grobherzogtums war schon seit längerer Zeit im Auge behalten worden, zumal da gewiße Anzeichen dafür sprechen, daß zilm mindesten die salzführenden Gebirgsschichten vielerorts einmal vorhanden gewesen sind. Sicher nachgewiesen war indes das Vorkommen von Salz der Zechsleinformation im Grobherzogtum nicht. Nachdem jedoch im Jahre 1905 in dem preußischen Kreise Fulda in der Nähe der Ortschaften Giesel, Neuhof und Kleinlüder Stein- und Kalisalze nachgewiesen worden waren, wurden alsbald auch in den anstoßenden Teilen der Provinz Oberhessen an vier Orten Tiefbohrungen zur Erschließung der gleichen Mineralien angesetzt. Wenn auch die zurzeit im Gang befindlichen Bohrungen noch nicht gestatten dürften, die Ausdehnung des erwarteten Salzvorkommens genauer festzustellen, so läßt sich doch nach den geologischen Verhältnissen vermuten, daß gewisse Teile der Provinz Oberhessen in der Tiefe Salz führen. Infolgedessen lag die Frage nahe, ob es im Hinblick nicht nur auf die hohe Wichtigkeit der Kalisalze für die Industrie und Landwirtschaft, sondern auch auf die Gefahren und Nachteile, welche nach den anderwärts gemachten Erfahrungen mit der Verarbeitung der Kalisalze durch Verunreinigung der Flußläufe verbunden sind, nicht angezeigt erscheine, eine Abänderung des Berggesetzes durch Beschränkung der Bergfreiheit für das Steinsalz nebst den mit demselben zusammen vorkommenden Salzen und die Solquellen herbeizuführen. Die Staatsregierung hat diese Frage bejahen zu müssen geglaubt und zwar aus folgenden Gründen: 1. Die hohe und noch immer steigende wirtschaftliche Bedeutung der Kalisalze rechtfertigt es, daß der Staat sich einen stärkeren Einfluß auf die Verwertung der Kalisalze, sowie des von ihnen nicht trennbaren Steinsalzes und der Solquellen vorbehält. Dermalen besitzt dcr Staat einen solchen Einfluß nicht, sondern er verleiht einem jeden, der einen Fund auf derartige Mineralien nachweist, ein zeitlich nicht beschränktes Verfügungs- recht darüber gegen eine unerhebliche Skempelgebühr. 2. Der vorgeschilderte Zustand entspricht nicht den Interessen der Allgemeinheit. Dies erhellt daraus, daß eine Anzahl von Bundesstaaten, die ebenfalls gleich dem Großherzogtum Hessen ihr Bergrecht in Anlehnung an das preußische Berggesetz formuliert haben, teils bezüglich des Salzes von diesem preußischen Muster von vornherein abgeivichen sind und das Salz dem Staat vorbehalten haben (so das Großherzogtum Baden 1890), teils nachträglich das Steinsalz, Kalisalz und die Solquellen aus der Zahl der verleihbaren Mineralien wieder ausgeschieden und dem Staat Vorbehalten haben (so Anhalt 1883, Braunschweig, Steiningen, Gotha 1894, Bayern 1900, württembergischer Entwurf von 1906). 3. Die Verarbeitung der rohen Kalisalze zu handelsfähigen Produkten ist mit der Bildung gewisser Endlaugen verknüpft, deren Beseitigung große Schivierigkeiten macht, weshalb von den Kali- ßabriken in erster Linie deren Ableitiing in Gewässer erstrebt wird. Wenn auch ein gewisses Maß dieser Abwässer in den vorhandenen Wasserläufen noch nicht schädlich wirkt, so ist doch die Feststellung der zulässigen Höchstgrenze dieser ab- zuleitenden Mengen praktisch äußerst schwierig. Die schädlichen Folgen einer Ueberschceitung dieser Höchstgrenze durch die Fabriklnhaber sind mit Hilfe des Berggesetzes allein nur nach den Grundsätzen des Schadensersatzes für einen bereits eingetretenen Schaden zu vergüten, nicht aber im Wege der vorbeugenden Verhütung eines Schadens von vornherein auszuschließen. Um diesen Gefahren vorzubeugen, dürften aber bei der territorialen Gestalt der Provinz Oberhessen, speziell an der Ostselfe des Vogelsbergs, Beschränkungen der Kall- fabrikation selbst nicht genügen, da durch solche nicht verhindert werden würde, daß etroa im Großherzogtum geförderte Kali- und sonstige Salze jenseits der nahen Landesgrenze verarbeitet und von dort aus die hessischen Gewässer verunreinigt werden. Der vorliegende Gesetzentwurf bezweckt die Beseitigung der vorbezeichneten Mängel in ähnlicher Weise, wie sie durch das Berggesetz für da§ Königreich Bayern erfolgt ist, jedoch unter Berücksichtigung dec Sonderverhältnisse, welche für das Großherzogtum einmal durch das 'Mutungsvorrecht der Standesherren und sodann durch die nach dem bisherigen Berggesetz bestehenden oder etroa noch emtrelenben Ver- lechungsansprüche gegeben sind. < Im Einzelnen ist folgendes zu bemerken: Artikel 1 des geltenden Gesetzes bestimmt, daß die Aufsuchung uiib Gewinnung der daselbst bezeichneten Mineralien den gesetzlichen Dorschristen unterliegt. Hicrzu tritt die Vorschrift des Artikel 3, wonach die Aufsuchung jener Mineralien — bu5. Schürfen — einem jeden gestaltet ist. Da das Schürfen Voraussetzung für die Mutung ist imb diese einen Anspruch auf Verleihung des Bergrvertseigeutums gewährt, stellt sich in dem geltenden Artikel 3 insofern eine grundlegende Bestimmung dar, als die Aufsuchung und Gewinnung der in Artikel 1 erwähnten Mineralien zurzeit jedermann gestattet ist. Da dieses Prinzip nunmehr bezüglich einzelner Mineralien durchbrochen werden soll, war dos dermalen jedermann zustehende Recht auf die unter Nr. 1 ibiS 3 «ausgeführten Mineralien 1. Gold, Silber, Quecksilber, Eisen, Blei, Kupfer, Zinn, Zink, Kobalt, Nickel, Arsenik, Mangan, Antinwn unb Schwefel, gediegen und als Erze, 2. Alaun und Vitriolerze, 3. Steinkohle, Braunkohle unb Graphit, zu beschränken. In dem neugefaßten Artikel 3 blieb lediglich zum Ausdruck zu bringen, daß die für das Schlürfen geltenden Vorschriften allgemein, also auch dann Platz zu greifen haben, wenn es sich um Ausübung und Gewmnung von Mineralien durch den Staat handelt. Will oder kann bet Staat von diesem Recht nicht selbst Gebrauch machen, so soll er befähigt sein, die Ausübung desselben im Weg der Erlaubniserteilung auf Dritte zu über» tragen^ Wenn also hierdurch dieSckürfsreihe_itfürSalze und Svle ausgehoben wird und an ihre stelle das Ber- sügungSrecht des Staates über diese Mineralien tritt, so soll damit doch die private Unternchmungstätigkeit auf Salz und Sole im Großherzogtum nicht ausgeschlossen sein. Nur hat es der Staat in der Hand, wieviel iu>nd welche derartige Privatunternehmer auf Salze oder Sole in Konkurrenz treten unb unter welchen Bebingungen sie biefe Mineralien auf suchen unb gewinnen sollen. Es bedarf kaum der Erwähnung, baß bie Bebingungen ihre Grenze an ben Vorschriften beS Berggesetzes zu finden haben. _ .Die Bedingungen werben lyicrnad) namentlich polizeilicher unb finanzieller ober allgemeinwirtschaftlicher Natur sein (letzteres etwa berart, baß der Nichtbetrieb des Bergwerks unter Umständen zu einer Geldleistung an den Staat verpflichtet ober ähnliches). Es ist nicht beabsichtigt, das bisherige berg» gesetzlickje Mutungs- unb Verleihungsverfahren für Salze unb Sole burch bie vorgedachte Erlaubnis außer Kraft zu setzen, dergestalt, daß bie Erlaubnis etwa bie Wirkung einer außerhalb des Berggesetzes stehenden Konzession hätte, wie sie z. B. bas Gcos^ Herzogtum Baden auf Steinsalz erteilt. ES wird vielmehr auch für Salz und Sole bei dem bisherigen Verleihungsverfahren für Private zu verbleiben unb nur für biefe Mineralien der Nachweis der staatlichen Erlaubnis als ein neues wesentliches materielles Erfordernis für die Giltigkeit der Salz- oder Solmutung zu ben bisherigen materiellen Erfordernissen hinzuzutrcten haben. Was die an Artikel 22 vorgenommenen Aenderungen anlangt, so begründet nach dem bisherigen Wortlaut die den gesetzlichen Erfordernissen .entsprechende Mutung einen Anspruch auf Verleihung des Berawerkseigentums in dem in Artikel 26 bestimmten Felde. Dieser Wortlaut läßt die Frage offen, ob nicht schon nach dem bisherigen Recht die Verleihung hätte an Bedingungen geknüpft werden können. Es empfiehlt sich, diese Frage zu regeln. Durch die vorgeschlagene Fassiurg ist die Befugnis zur Stellung von Bedingungen nicht auf Salze und Solquellen beschränkt, soirdern allgemein für alle verleihbaren Mineralien gegeben. Doch zwingt sie nickt zur Anwendung _ auch auf Verleihungen minder wertvoller Mineralien. Der Zusatz zu Artikel 33, (daß die Bedingungen in die Verleihungsurkunden cmtzunehmen sind-, erscheint geboten, um darzutun, daß die Bedingungen wesentliche Bestandteile der Verleihung bilben und als solche außerhalb beS Verfügungsrechts bcs,Bergwerkseigentümers stehen. Es wird hierdurch verhindert, daß bei Veränderungen des Bergwerkseigentums (z. B. Konsolidation, Felbcstellung ober Feldesaustausch- ohne Genehmigung ber vcrleihenben Behörde von dem Berg- rocrtScigeiUinner einseitig über die Bedingungen verfügt wirb. Um ben praktischen Erfolg bes Gesetzes sicher zu stellen, hat inan es für angezeigt erachtet, ihm, wenn auch nur in beschränktem Umfang, rückwirkenbe Kraft zu verleihen, dabei aber gleichzeitig Maßnahmen vorgesehen, die dazu geeignet sein werden, etwa entfteljcnbe Schädigungen ber Muter oder Be- liehenen, sowie sonstiger Beteiligten auszugleichen. Um auch bie auf Grünt) des jetzigen Berggesetzes noch entstehenden Verleihungsansprüche bereits geeigneten Bebingungen unterwerfen zu können, ist der zu Artikel 22 vorgesehene Zusatz auch für foldte Verleihungsansprüche anwendbar erklärt, bie zur Zeit bes Inkrafttretens des vorgeschlagenen Gesetzes noch nicht zur Verleihung geführt haben. Dagegen darf es als selbstverständlich erachtet werden, daß bereits bestehende Verleihungen unb anbere Rechtsverhältnisse durch das vorgescklageire Gvse^ nicht berührt iverben. Insbesondere behält es auch bezüglich der schvach salzhaltigen Quellen, welche bisher nickt als verleihbar cracktet woroen und dem Lerfügungsrecht Der, Grundeigentümer unterworfen sind, bei den bisherigen Grundsätzen sein Bewenden. Was die ftandes Herr lichen Sonderrechte in bergbaulicher Hinsicht anlangt, so cracktet man cs zum Ausschluß von Zweifeln für geboten, im Gesetzestext selbst hervorzuheben, daß das ben Staubes Herren burch bie seitherige Gesetzgebung gewährleistete Recht ber vvrzugsweisen Benutzung der auf ihrem cigentümlidnm Grund und Boden innerhalb der StandeSherr-« scl-ast fick Vvrfindenden Miner.ilicn unberührt bleibt. Rußland. Nach den heute vorliegenden Nachrichten scheint das merkivürdige Verhalten Rußlands auf der Marolkokonferenz ihm tatsächlich neue finanzpolitische Schwierigkeiten zu machen. Deutschland ist nicht geroiüt, die Politik des Entgegenkommens gegen den östlichen Nachbar fortzusetzen. Wie verlautet, werden finanztechnische Erwägungen von feiten der deutschen Reichsregierung in den Vordergrund geschoben, um die neue russische Anleihe vom deutschen Markt fernzuhalten. EÄ heißt, daß die Reichsreglerung daraus Hinweise, daß der Geldmarkt sehr angespannt ist und bebcutenbc Mittel von Reichs wegen wie vom Kgl. preuß. Staate auf dem Wege einer Subskription im nächsten fDlonat abgehoben werden. Jedenfalls hat sich die russische Regiec- ung ben Beistand des Deutschen Reichs in ihren Fmanznöten verscherzt, feit sie sich in der Marokko-Angelegenheit so schnöde gegen Deutschland verhielt, unb auch bie nachstehenb verzeichnete Stimmungsmache des russ. offiziösen Telegr.-Bur. wird hieran nichts ändern: Petersburg, 4. April. Die Berichte über die Ergebnisse der Staatseinnahmen tm verflossenen Jahre unb in den ersten Monaten des laufenden Jahres lauten trotz der schwierigen Zeltumsiände sehr beruhigend. Die laufenden Einnahmen im Jahre 1905 übersteigen die des Jahres 1904 um 6 Millionen Rubel unb sind gegen ben Voranschlag von 1905 um 47 Millionen höher. Die laufenden Einnahmen ergaben tm Januar 1906 einen Mehrertrag von 8 Millionen Rubel gegen Januar 1905. Die Berichte über die Einnahme des Monats Februar liegen erst aus 14 Gouvernements vor, aber schon nach diesen Berichten überstellen die laufenden Einnahmen bie des Monats Februar 1905 um 2 Millionen Rubel. Die Zunahme der Einnahmen in ben beiden ersten Monaten 1906 ist um so bemerkenswerter, als viele Einnahmequellen unter dem Einfluß ber Ruhestörungen und Ausstände zu leiden hatten. Die Eisenbahneinnahmen per Januar und Februar weisen einen Minderertrag von 19 Millionen gegen die ent* sprechenden Monate des Vorjahres auf, erreichen aber seit Ende Februar wieder die Höhe des Jahres 1905, da der normale Betrieb auf den Eisenbahnen roiederhergestellt ist. Im übrigen liegen über die nach wie vor verworrenen innerpvlitischen Verhältnisie Rußlands folgende neueren Meldungen vor: Petersburg, 4. April. Der Ministerrat beschloß, daß die Institution des Ministerkomitees in seiner alten Gestalt bis zur Verwirklichung der Reform der Staatsverwaltung notwendig sei. Der Beschluß des Ministerrats wird dem Kaiser unterbreitet werden. — Eine durch den Handelsminister emberufene Konferenz beschloß die Einfuhr ausländischen Dynamits zu gestatten, belegte ihn aber mit einem Zollzuschlag. Telegramme aus verschiedenen Orken melden, daß die Wahlen zur Duma 'in friedlicher Weise verlaufen sind. Die Wahlen in Petersburg vollziehen sich in vollkommener Ordnung. Siegreich in den Städten ist die konstitutionell-demokratische Partei, und in den Dörfern die Partei der Konservativen, bisweilen auch der äußersten Rechten. Die Zählung der in dec Hälfte der Wahlbezirke Petersburgs abgegebenen Stimmzettel ergab den Sieg der ton- stitutionell-demokratischenPartei, deren Kandidaten mit großer Stimmenmehrheit zu Wahlmännecn gewählt worden sind. Die Zählung der Stimmzettel in der anderen Hälfte ber Wahlbezirke Petersburgs wird im Laufe des 4. April vorgenommen. Im Ministerium des Innern treffen täglich telegraphische Berichte von den Gouverneuren und Präfekten ein, welche besagen, daß keinerlei Vorbereitungen zu Niedermetzelungen der Inden getroffen würden. General Kaulbars erklärt die Meldung englischer Blätter, die ihn beschuldigen, gesagt zu tjaben, daß Niedermetze l- tragen in Odessa zurzert der Einberufung der Duma möglich seien, für unbegründet. Auf die beunruhigenden Meldungen aus Bykowo, Klinzy, Homel und Orcha ist dringender Befehl ab gegangen, das Militär und die Polizei zu verstärken. Tschita (Sib.), 3. April. Generalleutnant Golftf d)et» weikow ist heute verhaftet worden. Wilna, 3. April. Heute wurde vom hiesigen Gericht der frühere Redakteur Schloßberg wegen Veröffentlich-, ung von Artikeln, die zum Umsturz der bestehenden Staatsordnung auf fordern, zu einem Jahre Festung verurteilt. Tiflis, 3. April. (Petersb. Telgr^-Ag.) Tataren griffen heute in Agdama (Distrikt Schuscha) eine Anzahl Armenier an und verwundeten mehrere. Die Hilfe-, rufe der Ueberfallenen riefen Kosaken herbei; diese schossen auf die Angreifer, töteten zwei und verwundeten fünf. Rybinsk, 3. April. Heute nachmittag drangen zwei junge Leute, die sich durch falsche Bärte unkenntlich gemacht hatten, beim Priester des hiesigen Gymnasiums ein, bedrohten ihn mit Revolvern und forderten Geld. Dem Priester gelang es, zu entkommen. Er schloß hinter den Eindringlingen die Tür und lieferte sie der Polizei km5, die feststellte, daß sie Schüler der hiesigen technischen Schule waren. Das russische Programm für die zweite Friedenskonferenz. London, 4. Avril. DaS von Rußland den Mächten unterbreitete Programm für die zweite Friedenskonferenz schließt alle politischen Fragen aus und nimmt zunächst eine Verbesserung der Bestimmungen deS Abkommens betreffend die Beilegung internationaler Streitfragen, soweit der SchiedSgerichtshvf in Betracht kommt, in Aussicht. Unter den vvrgeschlagenen Zusätzen zu dem Abkommen befinden sich Bestimmungen, die die OKbräuche der Ktiegsführung zu Lande, die Eröffnung von Feindseligkeiten und die Rechte der Neutralen regeln. Das Programm sieht ferner zur Vervollständigung des Abkommens Bestimmungen vor über die Gebräuche "bei der Kinegs- führung zur See, über das Secbombardemcnt von Forts, das Leyen von Minen, die Umwandlung von Kauffahrteischiffen in Kriegsschiffe und das Privateigentum der Krieg führenden zur See, die Gewährung der Erlaubnis an Kauffahrteischisfe, nach dem Beginne der Feindseligkeiten den Hafen zu verlosten, die Rechte der Neutralen auf See, die Frage der Konterbande, Maßregeln gegen am Kriege teilnehmende Schiffe in neutralen Häfen und Zerstörung von Kauffahrteischiffen, die als Prisen beschlagnahmt sind. Das Programm nimmt weiter in Aussicht die Anwendung der Bestimmungen über den Landkrieg aus den Seekrieg und schlägt schließlich einen Zusatz zu dem Abkommen vor, nach welchem die Grundsätze der Genfer Konvention von 1864 auf den Seekrieg Anwendung finden sollen. Deutsches Reich. Berlin, 4. April. Die Steuerkommission deZ Reichstages beendigte die zweite Lesung des Erbschaftssteuergesetzes. Es wurde im wesentlichen nach den Beschlüssen erster Lesung angenommen. § 15, der in erster Lesung gestrichen worden war, wurde insoweit wieder hergestellt, daß von der Erbschaftssteuer freibleiben der Landes- fürft, die Landesfürstin und die Mitglieder des landesfürstlichen Hauses in Ansehung eines Erwerbes «rus dem Vermögen anderer Mitglieder'des Hauses. Ter Inseraten- steuerantrag Burckhardt wurde als aussichtslos zurückgezogen. Nächste Sitzung am 26. April. Es sollen dann zunächst die in erster Lesung gefaßte Resolution und die bis zum 26. April vorliegenden Anträge auf Ersatzsteuern und dann das Finanzreformgesetz beraten werden. Breslau, 4 .April. Die von hiesigen Blättern gebrachte Nachricht, daß der wegen eines Duells zu Festungshaft verurteifte Referendar Beseler ein Sohn des Justiz Ministers sei, war ein Irrtum und wird heute vvn denselben Blättern widerrufen. Metz, 4. April. Das Kaiser paar wird in der zweiten Hälfte des Monats Mai zu längerem Aufenthalt lüt Schloß Urville bei Metz erwartet. München, 4. April. Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer bemerkte der Verkehrsminister gelegentlich, daß die Betriebsmittelgemeinschaft mit der Beschränkung auf die Güterwagen voraussichtlich zustande komm en werde. Zwei Todesfälle im Haus Schaumburg-Lippe. Nach ob, 4. April. Prinz Wilhelm zu Schaum- bitrg-Lippe ist heute früh 4 Uhr plötzlich am Herzschlag verschieden. — Prinzessin Frie d rich zu Schaumburg- Lippe ist heute früh um 9 Uhr gestorben. Der Zweig des Hauses Schaumburg-Lippe, der am gleichen Tage zwei Todesfälle zu beklagen hat, ist seit einigen Jahrzehnten in Oesterreich seßhaft. Prinz Wilhelm, der heute starb, war ein Onkel de§ regierenden Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. (Sr war Besitzer der Herrschaft Nachod in Böhmen, österreichischer General und Herrenhausmitglied. Von seinen sieben Kindern ist das älteste die Königin Charlotte ' von Württemberg. Sein ältester Sohn, Prinz Friedrich, war mit Prinzessin Luise von Dänemark, der ältesten Tochter des regierenden Königs, verheiratet. Die Dame ist es, die heute gleichfalls starb. Sie war 31, ibr Schwiegervater 71 Jahre alt.____________ Aus den deutschen Kolonien. Berlin, 4. April. Nach einer Meldung der „Tägl. Rundsch." ist als Nachfolger de§ Grafen Götzen der Generalkonsul in Moskau, Frhr. v. Rechenberg, zum Gouverneur von Ostafrika in Aussicht genommen. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 26. März bei dem Uebertall deS OcbfenwagenZ nördlich non Ariam gefallen: Leutnant Kuno Keller, geb. zu Heimsheim, früher Feldartillerie-Regiment Nr. 49, Brustschutz; Gefreiter AloysruS Advena, geb. zu Köln, früher Infanterie- Regiment Nr. 1-14; Gefreiter Sigismund Baron, geb. 511 Subfi, früher Grenadier-Regiment Nr 6 ; Gefreiter L i ch t e r f e l b, früher 3. Matrosendiviston ; Reiter Alfremb K i m m c l, geb. zu Buchwald, früher Husarenregiment Nr. 3 ; Reiter Ernst Heising, geb. zu Samtens, früher Infanterieregiment Nr. 34; Reiter Otto Haucke, geb. zu Seiteubors, früher Infanterieregiment Nr. 52; Reiter Jul. Sierszvn , geb. zu Iarotschin, früher Infanterieregiment Nr. 13; Reiter Wilhelm Anders, geb. zu Görlitz, früher Husaren-Regi° ment Nr. 3. — Schwer verwundet: Unteroffizier Paul Herzog, geb. 311 Saales, früher Dragonerregiment Nr. 6; freiter Hermann Sku lzus, geb. zu Nepperikenken, früher Infanterieregiment Nr. 14. — Leicht verwundet: Gefreiter Georg Schäfer, geb. zn Heiscbeck, früher Infanterieregiment Nr. 82; Gefreiter Otto Kon, geb. zii Zabrze, früher Kürassier» regiment Nr. 1. — Am 27. März auf Patrouille bei Ariam leicht verwundet: Reiter Paul Schulze, geb. zu Westerhusen, früher Iiifanterieregiment Nr. 140, Flcischschutz am rechten Oberarni. — Ferner an Krankheiten g e st 0 r b e n : Gefreiter Stefan Panitz, geb. zu Kadlup-Turawa, früher Pionierbataillon Nr. 6 em 27. März tin Feldlazarett Maltahöhe an Nierenentzündung • Sergeant Friedrich Bennier, geb. zu Dachre, früher Infanterieregiment Nr. 174, am 29. Möi-z im Feldlazarett Kalkfontein an Lungenentzündung ; Unteroffizier Lndivig D a n ii e m a n n, geb. zu Osterburg, früher 2. ostasiatisches Juiauterieregünent, 'am 29. März im Feldlazarett Maltahöhe am TnphuS. — Serun- glückt: Reiter August Becker, geb. zuLonkoroz, früher Pionierbataillon Nr. 3, am 25. März infolge Herzschwäche im Staubecken zu Dawignak ertrunken. ßccv und Flotte. Berlin, 4. April. Tie diesjährige Frühjahrsparade des Gardekorps findet in Potsdam am 30., in Berlin am 31. Mai statt. Paris, 4. April. Das Amtsblatt veröffentlicht heute einen Erlaß betr. die Errichtung eines obersten Rates der Nationalverteidiguug. In den diesbezüglichen Motiven berichtet der Kriegsminister Etienne, daß die Minister de§ Krieges, der Marine und der Kolomen, die einzeln und getrennt vor der Kammer verantwortlich sind, zu einer beständigen gemeinschaftlichen Arbeit berufen seien. 8§ sei deshalb in Kriegszeiten ein beständiges einvernehmliches Zusanrmenwirkcu unerläßlich, möge sich nun der Kriegsschauplatz in oder außerhalb Europas befinden. Die Entwicklung nationaler Interessen auf allen Punkten der Erde habe die unerläßliche Notwendigkeit erwiesen, eine zusammen- faffende Körperschaft zu schaffen, die in den allgemeinen Fragen der nationalen Verteidigung die Einhest der Anschauungen und der Entscheidung zu sichern hätte. Dieser Körperschaft würden die Minister des Aeußern, des Krieges, der Marine und der Kolonien angehören. Der Vorsitz würde dem Ministerpräsidenten zukommen, aber der Präsident der Republik könne den Vorsitz, so oft er es für nötig halte, selbst übernehmen. Außer den Ministern wohnen den jedes halbe Jahr mtnbeftcnS einmal stattfindenden Versammlungen die GeneralstabSchefS der Armee und der Marine sowie der Vorsitzende deS Beirates für die Kolonialverteidigung bei. Ausland. London, 4. April. Ter König hat der Prinzessin EnavnnBatten berg das Prädikat „Königliche Hoheit" verliehen. — Wie Reuters Bureau aus Tokio erfährt, will Japan vor der in Bälde zu erwartenden Oeffnung der ganzen Mandschurei für den fremden Handel, zunächst den Verkehr von ausländischen Schiffen in Tötung kar zulassen. Paris, 4. April. Ter Kaiser übersandte dem Botschafter Fürsten Radolin als Geburtstagsgeschenk eine prachtvolle Standuhr. Marseille, 4. April. Infolge des heftigen Sturm Windes wurde die Abreise des Königs und der Königin von England, die eine Kreuzfahrt im Mittelländischen Meer unternehmen wollten, auf morgen verschoben. Genf, 4. Llpril. Ter König von Italien wird am 19. Mai der offiziellen Eröffnungsfeier des Sim- plontunnels beiwohnen und in Brig Gast des schweizerischen Bundesrats fein. Bu 0 apest, 4. April. Tie Konferenz des Minister Präsidenten Fejervary mit Franz K 0ssuth dauerte zwei Stunden. Nach der Konferenz äußerte sich Kossuth ziemlich pessimistisch über das Ergebnis. Trotzdem betrachtet man die Unterredung als den Ausgangspunkt einer Aktion, die vielleicht die Beendigung des Versa ssungs ko nf^likts herbeiführen könne. — Wie die Blatter melden, wird auch der Minister des Innern, Kristoffh, vom Amte zu rücktret en und Ministerpräsident Baron Fejervary dieses Portefeuille übernehmen. Sowohl der Rücktritt des Justizministers wie auch der des Ministers des Innern beruht, wie die Blätter weiter melden, auf auss chließlich persönlichen Gründen und hängt mit der politischen Richtung des Kabinetts nicht zusammen. Washingtons. April. Präsident Roosevelt entschloß sich, in den Bergarbeiter st reit nicht einzugreifen. Albany, 4. April. Tas Repräsentantenhaus nahm 5 Gesetzentwürfe an, wonach verschiedene Gepflogenheiten im Versicherungswesen als strafbare Vergehen angesehen werden sollen. Durban, 4. April. Die Anhänger eines Häuptlings Nomens Bamata, der von den Behörden Natals abgesetzt worden war, haben den an seiner Stelle zum Regenten ernannten Oheim gefangen genommen. Nach Durchschneiden der Telegraphendrähte schossen sie auf eine Polizeiabteilnng und Zivilpersonen und beraubten, wie berichtet wird, zwei Farmen, wobei ihnen Waffen und Munition in die Hände fielen. Eine Batterie Artil t er ie und eine Kompagnie Infanterie soll morgen von hier nach Greytown abgehen, um die O p e r a t i 0 n c n gegen den aufständischen Häuptling Bamata zu unterstützen. Peking, 4. April. Der Angriff auf das Missionsgebäude hatte den Tod eines chinesischen Beamten in Nanchang zur Folge und ruft nach wie vor unter der Bevölkerung Nordchinas eine erbitterte Haltung den Missionaren gegenüber hervor. An vielen Orten werden Truppen in die Nähe der Missionen beordert. Aus SiaOt uuo Luus. Gießen, den 5. Jlpril. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Freitag, 6. April, gebt als letzte Benefizvorstellung der französische Schwank „Le online ns Ehemänner" in Szene. Die Vorstellung findet zum Vorteil der Herren Regisseure Goll und Lippert statt. Beide gehören zu unseren beliebtesten Mitgliedern und es wird vom Theaterpublikum gewiß mit Freude begrüßt werdeu, daß sie beide auch in der nächsten Spielzeit unserer Bühne angehören werden. Außer den Benefizianten sind in dem Stücke die Herren Lüttjohann, Mendes, Herrscher und die Damen Bayrhammer, Fischer, Millar, Maurice, Rus u. a. beschäftigt. ** Die Plenarversammlung der Hessischeu Handwerkskammer findet in diesem Jahre in Darmstadt statt. Als Termin ist der 18. Juni in Aussicht genommen. ** Richt weiter zu beanstanden sind Druck- achen und Drucksachen- Umhüllungen mit g e- druckten Vermerken, wie: „Wichtig. 'Nicht in den Papierkorb", „Die angekreuzten Stellen sind zu beachten", „Falts ohne Interesse, Annahme verweigern", „Die angestrichene Stelle dürfte Sie besonders interessieren" u. dgl. Auf eine an das Reichspostamt gerichtete Bitte um Aufklärung erhielt der Deutsche Buchdrucker-Verein unterm 27. März 1906 folgenden Bescheid: Die Pvstanstalten haben Anweisung erhalten, auf den Um> kMungcn von Drucksachen,'endungcn befinbliche, binxb Truck oder durch ein sonstiges mechanisches Bervielfältigungsvei. fahren her- gestellte Reklamcvermerkc jeder Art, auch wenn sie in die Form einer persönlichen Anrede deS Empfängers gekleidet sind i,< B. „Die angestrichcne Stelle dürfte Sie besonders interessieren"), nicht weiter zu beanstanden unter der Bedingung, daß bic Vermerke in keiner Weise die Deutlichkeit der Aufschrift sowie die Anbringung der Stempelabdrücke oder postdienlicher Vermerke beeinträchtigen. Zur Vermeidung einer derartigen Beeinträchtigung einpfiehlt es sich, die gedruckten Vermerke auf der Ausschriftseite tunlichst am oberen Rande ober auch an dem linken Seiteurande so Ijer umstellen, daß der Raum für die Mresse, für die Freimarken und die Aufgabeflempel von Druckangaben gänzlich freibleiöt. sd. Mainz, 4. April. Der Direktor des Mainzer städtischen Krankenhauses St. Rochus, Mcdizinalrat Dr. Michael Reisinger, beging gestern das Jubiläum seiner 25jähr. Tätigkeit an dieser Anstalt. Er wurde Anfang April 1881 als Assistenzarzt von Hamburg an daS Mainzer RochuS- hoSpital berufen, deffeu Leitung er am 1. Oktober 1891 übernahm. Medizinalrat Dr. Reisinger gilt besonders als überaus geschickter Operateur. — Der Beigeordnete der Stadt Mainz, Baurat Kuhn stand Anfang April ebenfalls 25 Jahre in den Diensten der Stadt Mainz. * Kleine Mitteilungen aus Helsen und den N a ch b a r st aaten. Der am Freitag bei Sprendlingen mit dem Käsefabrikanten Georg Bender verunglückte Knecht ist im Krankenhaus in Langen seinen Dcrletzungen eben'allS erlegen. In Brensbach i. O. fand man den Schreiner Eutenmüller von da an einem Baume erhängt vor. Ungünstige Vermögensverhältnisse bürsten ben Unglücklichen in ben Tod getrieben haben. — Bei Ober-Ingelheim wurde in einem Strohhaufen, in dem er wahrscheinlich Unterkunst gesucht hatte, em Mann erfroren aufgefunben. — Bei Grebenau brach ein Walbbrand aus, der eine größere Fickstenpflanzrma zerstörte. — Lehrer Würten berge r in ReibertenrotH, der vor zwei Jahren fern 50jäHrigeS Dienstjubiläum feierte, trat in den Ruhestand. Vermischtes. * Hamburg, 4. 24)111. uxgVn 4 Uhr nachmittags fand auf bem Tampser „Hambur g" der Hamburg» Amerila-Linie, der am Moenkebergquai liegt, eine Explosion statt. Soweit bis jetzt, 4V2 Uhr, feststeht, wurden drer Personen schwer verletzt. Die Explosion erfolgte durch Entzündung vvn Kohlenstaub etwa um 3 Uhr im vordersten Kohlenraum des Schiffes. Durch die Explosion wurden die Luken gesprengt, die Vorratskammer und die Offi- ziersmesse beschädigt. Die herum fliegenden Stücke verletzten vier Mann am Kops und an den Seinen. Gegen 5 Uhr konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Altona, 4. dlpril. Der Großhändler Fr. Häse in Altona-Pmneberg ist gestern abend auf Antrag der StaarS- inwaltschaft wegen Konkurs vergehens, Betrugs, Mechselsälschung usw. verhaftet worden. Tie Passiven sind bis jetzt auf 500 000 Mk. sestgesteNt. * Neapel, 4. April. Heute früch fand ein neuer Ausbruch des Vesuv statt. Der Lava ström ergoß sich in der Richtung auf Pompeji hin. Ter Strom, der sich nach Nordwesten ergoß, hat abgenommen. Der Telegraph und die Instrumente des Observatoriums am Vesuv sind gestört. * Kleine Tages'chrvnik. In Mül heim (Ruhr) er- olgte int Hause des Regimentskommandeurs Jung eine Gasexplosion, wodurch eine Dame schwer verletzt und großer schaden angerichtet wurde. — Aus der Provinz Eataitzaro in ^.üd-Jlalien werden 20 Fälle von Genick st arre gemeldet, vvn denen bisher acht tödlich verlaufen sind. — In Ivppot wurde Frau Biber in ihrer Wohnung in einer Mutlache ermordet aufgefunden; es wird Ra,lbmord vermutet. — Ein Trainsergeant in Forbach, der wegen Anfassens emeS Rekruten disziplinarisch mit drei Tagen Mittelarrest betraft worden war, er schon sich mit seinem Karabiner. — Das Automobil der Gebrüder Japy aus Audincourt stieß in A red er a spach (Elsaß) mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. 2te Gebrüder Japv wurden schwer verletzt. Der Chauffeur wurde artetet. Die Insassen des Pferdefuhrwerks sind ebenfalls schwer verl"tzt worden. — Auf der Straße zwischen Mailand und dem Städtchen Saronno ereignete fick gestern ein schrecklicher Z w r 1 ch e n f a l l. Infolge Scheuwerdens eines Pferdes stieß ein ’nd. einem Dampftramwayzug zusammen und lamtllche Jnsaffen des ersteren, ein Mann und vier Töchter blieben aus der Stelle tvt. — In D l g i e r erschoß sich der Gene- ral alle von schwarzen Pocken festgestelli. wtifc LVvssenfchnft. . " Ein jun-ger ober hessischer Komponist. Im 4. Matte unserer Samstag-Nummer machten wir Mitteilung Vvn den schönen Erfiügen, die ein junger oberhessisckrer K'omvonist, stud. phil. et muß Mv 0 g aus Gedern beim letzten Prüfungskonzert des kgl. Konservatoriums in Leipzig mit einem Klavier Onmtett errungen hat. Im Anschluß daran erwähiiten wir, daß cut Leipziger Verleger das Quintett zu veröffentlichen sich erboten nabe, ^vorausgesetzt, daß eine vorherige Subskription stattfinde. Der Schlußsatz aus der Samstags-AuSlassung lautete wörtlich m unserem Monuskrivt: „Vielleicht finden sich in Gießen u. a. O. einige vermögende Musikfreunde bereit, den jungen hoffnungS- vollen Komponisten durch Subskription zu unterstützen". Die Worte „durch'Subskription" sind am Samstag irrtümlich her- anSgeblieben. Uebrigens erfahren wir. daß vorerst die Druck- leguug des Quintetts wohl nickt stattsinden wird. Max Reger tu München hat sich erboten, die 'Weitere Ausbildung de§ viel- ^kwsp^echenden jungen Musikers in die Hand zu nehmen. München, 4. April. Gestern abend verschied nach längerem Leiden Geheimrat Dr. Gustav Bauer, Professor der Mathematik an der hiesigen Universität im 86. LebenS-afire. London, 4. i>Lpril. Hier wird für die Monate Mai bis Juli cme Ausstellung vvn Werken deutscher Kunst- ler geplant. Zu diesem Zwecke bildete sichäus'leitenden britischen Künstlern ein Komitee, das in Anerkennung der Ehren, die der britischen Konst in Deutschland erwiesen wird, Einlabunqen ergehen ließ. Als Tag der Eröffnung ist der 22. Mai vorgesehen. Paris, 4. April. Die fünf Mtellungen des „Institute" erkannten heute nachmittag in feierlicher Sitzung dem Mitgliede der „Academie Franiwise" und Historiker Mert Sorel den von dem Bankier OsieriS gestifteten Hunderttausend- Francs-Preis zu. ______________ Arbeiterbewegung. b u r g , 4. April. Gestern nachmittag erschien eine A n z a h l e e l c u t e entsprechend der Bekanntmachung des Vereines Hamburger Reeder bei der Wörmannlinie und der O st a f r i k a l i n i e mit der Bitte um Erhöhung der Löhne. Beide Reedereien erhöhten anstandslos die Löhne der Matrosen und Heizer um 5 Mark aus 70 bezw. 80 Mark. Dem „Hamb. Kvrr." zufolge haben mich alle anderen Hamburgischen Reedereien gegen eine Erhöhung der Heuer durchaus nickt? einzuwendeil. Die Reeder vwllen nur nicht mit den Führern des Seematms- verbandcs verhandeln. Heute abend findet in Altona eine Sce- mannsversammlung statt, in der über den Stmld des Llusstaiides berichtet werden soll. Weißenfels, 4. April. Die Zahl der Ausständigen ist infolge des Brarlnschweiger und Wanslebener Streikes auf ungefähr 2000 angewachsen. Dresden, 4. April. Nachdem der Vorstand der Metall- industriellen die Aussperrung aller Mitglieder des Metallarbcitei- verbandeS bekannt gegeben, haben der H irsch-Dn n cke r sckc Gewerkverein und der christlich-soziale Arbeitcr- -8 er band mit den Ausgesperrten sich solid arisch erklärt. ' 4. April. Ein D st n a m it- Atten t a t ist von sranzosifckcn Ausständigen gegen bie Eisenbahnbrücke an der Grenze zwischen Quevrain nnd Blancmisscron verübt worden. Die Streikenden beabsichtigten, die Brücke zu zerstören, augciischcinlich um SU verhindern, daß belgische Kvhlc nach Frankreich eingeführt werde. Die Explosion war eine sehr heftige und verursachte grossen Materialschaden, ohiie jedoch die Brücke zu zerstören. ...Abbeville (Departement Meurthe et Mosclle), 4. Mil. 400 ausständige Arbeiter der Schlosserei der Brüder Riquicr in Fressinville drangen.in das Haus der Fabrikbesitzer ein und plünderten und z ßrten die Einrichtung, fleckten das Haus m Brand und verhind.eteii die Feuerwehr am Löschen. vO Mann Infanterie sind cingetrvffen, um die Ruhe wieder her- zustellen. Toulon, 4. April. Die Beisetzung des getöteten Kellners gab gestern Anlaß zu einer neuen großen Ki> nd - g eb un g. Ungefähr 20000 Personen hatten sich in den Straßen, durch bte der Lcichcnzug führte, eingefunben. Am Grabe wurden mehrere heftige Reben gehalten. Der Bürgermeister von Toulon vcrsuckste die Anarchisten, die sich mit einer Fahne, dic eilte aufreizende Inschrift trug, cingcfuubcn hatten, zu beruhigen. ßäna sr-ff-tb Handel Löhe ^u treiben. Frnnkfnrter FJirsp. 5 April, 1.1!» Uhr. 'n Oesterr. Goldrente . 135 80 Obei ?r*hle<. Eisen-I Instrie 131.30 . 114.60 . 98.25 Prince-Henri-Eisen bahn 218.70 135.70 Für die getarnte SRebrfGcn vet 'NMw-tlich in Vertr. Ernst Letz. wie folgt: Für den Zentner ab 1,30 Mk. 1,30 Mk. Eingesandt. Rubrik siebenden Artikel Nnblikum gegenüber keinerlei 1(1) 1(1) 1 . 247 50 . 129.90 100.70 89.70 100.80 89 45 99.70 Italien. Rente . . . Pcrtnedesen Serie I . Hänfner Pcrerwerk r.anrnhiftte . . Xnrdd Llord . 5. April. Anfaneskarse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . . , ombardeu E. B. Nordd. Lloyd . . . . Tttrkenlose . + 12,4° C. — 1.2° C. Börse. . 174- 145.70 . 240.50 . 86.80 . 162.20 Berliner Hande1s übernimmt die Redakti"" b1 In der heute, in der Restauration „Bavaria" (Feidekl gemeinsam abgehaltenen Versammlung des D v r ft an de s der Maler- und Weißbinder -Innung Gietzen und emes Arbeiterausschufses der hiesigen Derßbtnder- Gehilfen, bei der der Arbeitsvertrag der Meister und der Arbeitstarif der Gehilfen beraten wurde, einigteman si ch dahin, daß der Ar beitsv ertrag der Meister, nach langer Debatte, bis auf § 9 (der das Lohnverhältnis feftstellt, einttrmmtg angenommen wurde. Dann schritt man zur Beratung des 5 9, in welchem die A r b e i 1 g e b e r feststen, datz sich der Lohn je nach den Fähigkeiten und Leistungen des Arbeiters und Gehilfen richten sollte. Dagegen beilimmte der 2 des Aebeitertariss der Gehilfen, daß ein Minimal- lohn von 40 Pf. pro Stunde für Arbeiter über 20 Jahren und ^in Stundenlohn von 32 Pf. für Arbeiter unter 20 Jahren vor- Es starben an: PunflPrt» 3.-4. April 3.-4. „ 144 00 133.00 261 50 228 00 165 30 218.70 des Giessener Anzeigers, mittreteilt von der Bank Dir und Industrie, Giessen. Meteoroloaiscbe Beobachtungen der Station Gießen. Derautworttma) Eine gute Straßcnpflasiernng ist da? Ideal jeher modern verwalteten Stadt. Daß üe auch da? Ideal der Stadt Gießen ist, hat wohl noch niemand bisher wahr- genommen. Sie bedeutet nicht nur eine Zierde des Ortes, eine Erleichterung de? Fährverkehrs, eine Besserung der Straßenreini- gung, soiidern ist Mich in ivirtschaftlicher Begehung ein angenehmer Besitz, weil er wenig Revaraturen verlangt und eine erhebliche Lebeusdatter verbürgt. So kann man die „Pflasterungsvolitik" einer Gemeinde ganz gut zu einem Gradmesser ihrer Kultur machen. L’eiber verlangt eine gute Pflasterung auf ein Brett die schwersten Fmmnov'er von Gemeinde und Grtindbesttz. Tic Straßentechmker niachen vergeblich den Versuch, durch Erfvarnckfe an den Arbeitslöhnen oder an den Baustoffen die Pflasterkosten zu vermindern. Leides, Arbeitslöhne wie Baustoffe, sind gerade im Straßenbau außerordentlich empfindliche Dinge; ihre Mißhandlung durch eine falsche Sparsamkeit rächt stch in kurzem durch die kostspieligen Reparaturen. Ich möchte da? Augenmerk imfercr Stadtverwaltung auf diejenige Stelle lenken, wo allein eine wirklich fühlbare Herabminderung der Straßenkosten erreicht werden kann, auf den örtlichen Bebauungsplan. Anscheinend liegt diese Lilie etwa? abseits. Bei näherem Zusehen ergibt sich jedoch, daß zwischen Bebauungsplan und Pflasterungskosten der engste Zusammenhang besteht. Bezüglich der Straßenpflasteruna gibt es kein „gleiches Recht für Alle". Gin rationell ausgestalteter Bebauungsplan unterscheidet wohlweislich Geschäft?-, Fabrik-, Villen-, Zufuhrstraßen u. n. m. Ihrer wechselnden Bedeutung für den Fährverkehr hat natürlich sowohl Tmnmbrcirc wie Straßenbelag zu entsprechen. Weniger bcbeittenbe Straßen beanspruchen weder einen übermäßig breiten Fahrdamm, noch einen komplizierten und teuren Pflasterbelag. Da die lichte Breite der Gelamtsttaße, von Lausfront zu Lausfront g em elfen, so weit wie möglich genommen werden soll, das Trottoir für den Fußverkehr in Nebenstraßen aber nur mäßig breit anzulegen ist, ist die überschüssige, nicht für Trottoir imd Fahrdamm verwendbare Straßenfläche den Vorgärten zu zuschlagen. 8(uf diese Weise erzielt man angemeffen breite, und doch nur im Maße weiser Notwendigkeit bepflasterte Straßenzüge. Hier sollen die Bebauungspläne einwirken. Wenn ein unvorsichtiger Bebauungsplan unvernünftige Straßen- breiten feftgelegt hat, fo sollte eine Revision und Abänderung versucht roerbeit. Vor der Neuvflasterung falsch bemessener Straßenbreiten roä're eine nachträgliche" Abänderung der Dammfläche in Erwägung zu ziehen. 5« 2. 3Ke/„ 356 3% 3K6lo einer furchtbaren Windhose heimgesucht. Mehrere AuS- stellungSgebäude sind bedeutend beschädigt. In Bergamo wurden neun Personen in den Fluß geweht und ertranken. Budapest, 5. April. Angesichts der Tatsache, daß ein Manifest des Kaisers an das Volk über die Nichteinberufung des Parlaments bereits im Wortlaut vorliegt und am 9. April veröffentlicht werden soll, hat die gestrige Besprechung deS Ministerpräsidenten mit Franz Kossuth keineswegs den Wert einer Friedensoermittelung. Die Besprechung kam unerwartet und überraschte darum, an der Sachlage ändert sie jedoch nichts. Eoloman Szell reifte gestern nach seinem Landsitz. Er äußerte zu seinen Freunden, daß auf eine friedliche Lösung der ungarischen Krise derzeit nicht zu rechnen sei. Kiew, 5. April. Bis jetzt sind von 80 zu wählenden 3% Mexikaner 4%°/0 Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W Tendenz : schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . ■ Tendenz: schwach. 41/, 6'c Oesterr. Silherrente Un»ar. Goldrente . . Landwirtschaft. — Klein-Karben, 2. Avril. Der Wetterauer Ge- s l ü g e l z u cb t v e r e i n veranstaltet vom 19.—21. Mai l. Is. eine große allgemeine Geflügel-, Vogel- und Kanmcheugusstellung verbunden mit Verlosung und Konrert im Saalbau „Zum v’ngb eben Hof" in Kl ein-Karben. Als Preisrichter sind gewonnen: Lerr Marten seu. für Großaefluael und Luhner, die Lerren Flach und Kimvel-Fraukfurt a. M. für Tauben. Ferner sind für Kamncheu .verr Schlicht und für Vögel Lerr Spgng-Fraukfurt a. M. in vUt§- sicht genommen. Ten Preisrichtern steht eine große Anzahl roert- voller Ehrenpreise neben den Geldpreisen zur Verfsiguna. Die Oberleitung liegt wiederum in den Händen des Verbandsvorsitzenden He-.rn I. Knano in Klein-Karben. Summe 8. '5) 4 (3) 1 3 (2) An m.: Die m Klan,mern gefetzten Ziffern geben an, wie v,el der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen_______________________ Gevichtrsaal. Kot tb U s , 4. April. Rach 15 tägiger Verhandlung erkannte frntc die hiesige erste Strafkammer gegen den Vertrauens- mann des deich'chen Mraarbeiterverbandes, Max Gartner, frilber in Senftenberg, jetzt in Lannover, wegen Beletdtaung der P o li z e i v e r w a l t u n g in Se n f t e n b e r g und des B-rg^ revierbeamten, Deraret Nettow--Siarbrücken, früher .flvttbus und ~ Kienberg, anläßlich der Streikbewegung auf 6 Monate Ge- nis und gegen den Bergarbeiter TätzSenttenberg r^aen o"nn d-r »u? 6 ?r> r rb <• n G e r ä n a n 1 s. Zn Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: StffckkokS.......1,10 Mk. NutzkokS Nr. 1 . . NutzkokS Nr. 2 . . Bei Entnahme von mindestens 200 StückkokS ... Nußkoks Nr. 1 . . NutzkokS Nr. 2 . . Portugiesen „ ITT Während der Leichenfeier waren alle CaföU geschlossen und der Betrieb der Straßenbahnen entgcileHt. ... . = Newhork, 4. April. Die Regierung des Staates Missouri hat die Erklärung abgegeben, daß tm Falle eenes i sstan d es die Behörden sich selber mit der Kohl enge win nun g befassen werden. Die Arbeiter würden dann en imechend dem Tarife von 1903 vom Staate bezahlt der die Crubcu von den Besitzern pachtet Zollte f-_cßhic§ mcht bcwerk- cßI EN lasFu. so würden die Gr'cken emfnch hesmiaanatnnt. Lnenvcihn-^^ttung. Berlin, 3. Avril. Die „Rordd.Allg.Ztg/ schreibt- Am 2. und 3. April haben in Berlin Konferenzen der Vertreter der deutschen Regierungen über die Ausführung der bisher zu der gevlanteu Reform der Personen- lind Gepäcktarife gefaßten Beschlüffe stattgefunden. Wenn auch einige Regierungen sich ihre endgültigen Entschließungen brs zu der Erörterung m den aefetzgebeuden Körperschaften vorbehalten mußten, so haben die Vcratungen doch da? erfreuliche Ergebnis gehabt, daß jetzt ohne Ver-ng an die 91 u 5 < ü h r tt n g § n r b e i t e n heranaetreten werden kann.' Einige noch nicht völlig geklärte Fragen werden durch Aus- schliffe durchgearbeitet werden. Zur vollständigen Umarbeitung der Tarife und der Abfertigungsvorschriften, zum Druck der neuen Fahrkarten und der sonstigen Materialien und -ur Ausstattung der Dienststellen mit diesem Material sind indessen noch sehr zeit- raubenbe Arbeiten erforderlich, so daß bi? zu der Einführung der neuen Personen» und Gepäcktarife noch eine geraunte Zeit ver- gpfien wird. Ztifammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Sati&cl und Verkehr, Volkswirtschaft. Von der Berliner Börse. Mit der Hausse scheint es schon wieder einmal zu Gnb«1 zu fein, denn die Newhorker E"ld- v-rttuerung, die von Tag zu Tag sich mehrende ^tretklust und di,' Schälungen des Anleihebedarfs von Vre-rm und d^s R"tm.' auf 6 Mill. Mark, wovon ein zn großer Teil ä tonds ch-rdu nach Süd"st'ika geflossen ist, wirken nickst? weniger als srimu- i- renb Die Kurse waren noch nickst stark, aber ve waren ab- - schwächt, während R"ssenfonds sich erholt hatten Werter st'^ww utsch-Lt'remb''raer bis 240. Auch im.weiteren Verlauf b'rr^tt ,-mliche Unsicherheit. Für Montanwerte drückte das Ger"ck< die Zentrums''raktiou berate über die Stellungnahme der ckrtst- lichen Gewerls^basten zn der Streilprovaganda tm Ruhrremer. Privatdiskont 3i/2 Prozent. Bremen, 4. April. In der heuttgen Generalversammlung der Rordwestdeutscheu Bank wurde der F n si o n s v e r t r a g mit h-r Deutschen R a 11o n a lb a n k- <3r cmen einstimmig geneln-wt Märkte. § Gedern, 3. April. Der heutige Schw einemarkt war ziemlich gut befahren. Die Preise für Ferkel waren noch hoch, fte wurden je nach Qualität mit 60—80 Mark das Paar bezahlt. Schlachtfchweine wutden von Ländlern nut 52 54 Pfenmg per P'Und Lebendgewicht gnaekan't. bei Sn? unb h erUnnr^eni>Ii*°Ch U-E Große frnroiöiiie GöterverßeigerW im ^onktt sv rf'ihrcn. Tie zur Konkursmasse des Heinrich Döll V. in Vivingen gehörigen Immobilien, eine Hvfraithe mit Stallungen, Scheunen, Hofraum, (sirabgarten, sowie ca. 70 weitere Grundstücke, Recker und Wiesen der Gemarkung Villingen sollen freiwillig meistbietend vor Gr. Ortsgericht Billingen 2172 Samstag, den 7. April, abend» 8 Nhr versteigert werden. Versteigerung findet bestintmt statt. Der Konkursverwalter. Dr. Spohr, Rechtsanwalt. Stnik-Koks .............. Nutz-Koks, ausschließlich trorfen gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung, sowohl für weite als für enge Ofenschächte geeignet, zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, g a n g- barste Sorte....... • Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße de? dlnthracit, namentlich für engere Ofenschächte geeignet..... Giesieucr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 6. April 1906: Zeitweise wolkig, vorwiegend trocken, nur vereinzelt ganz geringer Regen. Etwas wärmer als heute. Näheres >urch die Gießener Wetterkarte. lCird>Hd?e Nachrichten. Israelitische Rcligionsgesellschaft. (<>ottesbicHfi. Sabbathfeier a m 7. April 1906: Freitag abend 6.35 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittag?: 3.30 Uhr. Sabbathausaaug 7.55 Uhr. Wochei'gottesdienst: morgens 6.45 abends 6.30 Uhr. Montag, bett 9. April, morgens 6 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Hottcsdtkn^ in bet Sv""gog- (5äbnn(a(je). Samstag, den 7. April 1906. Vorabend 6.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 7.55 Uhr. Wöfnitlifi t UrtirrfW trr iWrefäl'r infirr^'nM itfm 12. Woche. Vom 18. bi? 24. März 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 tinkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 14,10 nach Abzug von 5 Ortsfremden: 5,22 Vnn. Kinder i. ’m’ li-gt fe’" ®)t, jS,.1"« Ex. St»iionlnä‘'|witb«n um 3 JJste durch kch die dor. Kummer M 5^ «Ä fest Seinen. :en. 5 Uhr Sudler Sr C.-C LW» 8- »te »euer ™IW unb g„L "verlaufen sind. - L c Ahnung in einer 3Ä Raubmord vermutet tzcn Anschns gen Mittelarrest be- 'einem .^rabincr. - L¥.^bi!1«urt stieß in stammen. eM. Lkr Chauffeur wurde Md ebenfalls schwer Mschen Mailand und eitern ein schrecklicher is eines Pferdes stieg ein Hayzug zusammen und Mann und vier Töchter ier erschoh sich der Genc- r afrikanischen Armee, in Grosse eines Kaffeehauses Luxemburg 20 neue icstellt. Ns'chast. ber Komponist. Im djtcii wir Mitteilung ton oberMslüer fibmbonift, beim lebten Prüflings- chzig mit einem Klavier- ixmi ttto»Wn ttvt, W:- m\\mVWA \\& ttWtr Su.Mü>bon fMsinde uÄckffung lautete wörtlic, chen sich in Meßen u. a. £. Ü, den jungen hvsfnunK' iptisn zu unterilü6ar' m LamAag irrtümlich daß vorerst die Drui finden wird. Max Reget itere Ausbildung des w Sand zu nehmen abend verschied nst iv Bauer, Prosesior da Hat int 86. Lebens-ohre. für die Monate Mat bi- fen deutscher Kun«' 4C sich aus leitenden britz- netsennutiqderWemdu rmiesen wird, Emladungc. Teilungen des J chcr Sitzung dem mfct ffiert ®«> „rfeben war $ic SKrbeitgcEcr Tefmten e? cntWri^n -b, benI®af)tmännem 63 Mitglieder b'' '0n"‘'11'" mmbrnr^rtigcTt unb mmberleiihingfiäüflrn Arbeiter mit «".^ Demokratie, 4 konseroative lind 3 Partei ose aus den in allen Fackern gewandten Arbeiter gleick',ustcllen, erklärten sich I hcrvorgegangen. Die Zäblnng heute abgcsmlossen dagegen bereit, die letztgenannten auszubeffern, ^"^r Die Urnen mit den Wahlzetteln werden versiegelt keinenfalls auf einen Minimallvhn emzugehen. , .ih^rnrhrn Ter Siea der 2ibe- Wie der Meister besttebt sein münc, ieme getckwstsichen und den Mllstarposten übergeben. ^er e dieses Bemühen an der b-stimmten MoDckroutc der U.rbe'tttehmcr, Lon o lulu 4 April. Der hier eingetroffene Dampfer dent Miv-malsatz! Lossen mir, dar. die Arbeiter, rote ja he ganze »önoiiiut, 4. .ipru. 1,1 . f " <.r ■„ Zeit cm gutes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und -nehmcrn .Moanna" benchtet, daß wahrend cmek^ rkaneS, der m bestanden Fit, einsichtsvoll genug sind, htne für hcKcr Gegend von Tahiti und den benachbarten Inseln wütete, M-ister u-e'-süllbare F-o-d'-rnng, zu ihrem eignen Besten, abzu- . 1 Personen ertrunken seien. weisen. Die Meister hr^-n den Winter hindurch etne Anzahl' --■— Arbeiter mit großen Opfern durchbesckäftigt, jetzt soll her Beginn her vollen A'ckeitstätigkest benutzt werden, um die Löhne in dtc i95to «»««« ormannM ‘ ^zstne (frhovng de s1)t(|tT(|)-en ZAM ,6t {•«•SäJiS Vanslebcn^r & SZSASZ WtzSÜi tt SSx boiÄri‘6t,‘,'o Äfesss* t, umblt tete( * *** Für Koksabnebmer, welche zwei und n»ehr DopPelwtt^gon4 beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für beu Zentn«. fll-XztXetza I Für Anfuhr an das Hans werden 5 Pfennig für den 5)1 4 hinab, um von da nach Schacht 3 zu gelangen. Nach 1 */, stundtgem mühseligem eb qlinkel, Bahnhofstraße 10, Marsch fanden sie in der Nähe des St. BarbarastollenS, Lotz, Kirchenvlatz 9. etwa 1500 Meter von Schacht 3 entfernt, 9 Leichen, die Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, "°ck> ganz warm ma^n. Simon ist der Ansicht, daß der Tod erst vor wenigen Stunden etnqetreten fern könne. Al? Strnck, BiSmarckstraßc 6, Simon nach der Ausfahrt der vor dem Schacht harrenden Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Menge von dem Fund erzählte, brach diese in furchtbare Daniel Wirth'S Nachf. (Th. GeilsuS), Westanlage 51. ahs fiA ;n Nicken Rieder mit den Tiefe Firmen berechnen obenstehende Preise unferer GaskokS Erregung auS bte sich m Jtiifen „J teeer mtr »en c Gaswerk und verabfolgen dieselben au» Mördern 1", .Hoch der Streikl" usw. äußerte. Snnon er- £ n uttter 5 3cnhtcrn. zählte weiter, daß er am Tag der Katastrophe, bevor er seine l Die Preise imfcrer GaSkokS für die Abnehmer autzerhald Rettungsversuche begann, einen Revers unterzeichnen mußte, der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag her daß seine Familie im Falle seines Todes kein- Unterstützung c!.r°ir««v-r<,ü.n>.^v-n^Psg. für den Zentner. zu beanspruchen habe. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Mailand, 5. April. Die Stadt wurde gestern von Otto Beraen. 4% 4%z 3°6 3% 4)4% russ.Staatsfi.nl. 19^5 4^° „ japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Tilrken von I'3 Gaskoks. Infolge Stadtvero^dneten-Beschluffes vom 22. März d. IS. wurden die Preise unserer GaSkokö bt§ auf weiteres festgesetzt April 1906 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 4. 2» 754.7 12,0 2.8 27 E 6 Sonnenschein 4. 9" 751,6 7,0 3.7 49 ESE 4 Klarer Himme 5. 7” 750,0 5,0 4,6 71 SSE 4 Sprühregen ■cungen- entzündung 1(1) i (i) — Krebs 3 (2) 3(2) —— Diphtherie i m —■ — Lämophilie KD — — Phlegmone i — — Darmkatarrh 1 — 1 £ B’A e Lu « S V 6 Zimmer sofort gesucht. 2210 Komödie von Alfred ßapuS. \ MWAMDWU WAMMNA N e vHäWel Zu vermieten G MUWWW 2l. P. Christoph ersen, Goethestraße 23. yn nietiiem yc.u|c -ptoaiti-. i± ist eine herrschaftliche Wohnung, enthaltend 6 Zimmer mit Zubeh. per 1. Juli l. I. zu verm. [1787 Baruch Strauß, Bankgeschäft Alieestraße 2. Direktion Hermann Steingoetter Freitag, den 6. April 1906 Außer Abonnement! 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