156» Jahrgang Zweites Blatt Nr. 54 Gießener Anzeiger Erscheint W-kich mit Ausnahme des Sonntag-. Eie ..Gießener ^amMenblätter- werden dem ,Snneiorr viermal wöchentlich beigelegt. Der E^rlstjchtz Laxdlvttt- erscheint monatlich einmal. Montag 4. Marz L 806 Rotationsdruck unb Verlag der Brü hl 'ich» UnwcrsUätsdruckerei. 9L Lange, Redaktion, Expedrtion n. Druckerei: Schukltt.K, Tel. Nr, 6L Tetegr^Adr. J ilnactfi« Lieh«. Eeneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. nur 72 Millionen bringen sollte. Da die Negierung dem für die Zähheit und Energie der Deutschen. Und somit j Anträge zustimmt, darf die Einführung der ReichserbschaftS- steht auch zu hoffen, daß es dieser zähen Energie, die sicher- steuer als gesichert gelten. auf Grund solcher Uebelstände mit den Ortspolizeibehörden in Verbindung zu treten und diese zu ersuchen, bei Anträgen auf KonzessionSerteilung für Gast- und Schankwirtschaften in der 9uii)c der Bahnhöfe, die ihnen gemäß § 33 der Gewerbeordnung zur gutachtlichen Aeußcrung zugehen, auch den Eisen- bahndircktionen Gelegenheit zu Einwendungen zu geben. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat die Bahnhofswirtc ihres Bezirkes verpflichtet, an die Eisenbahn b c di en ste te n gute Milch zum Preise von 7 Pfg. ür 2/io Liter abzugeben. Ten Anlaß zu dieser nachahmenswerten Anordnung dürften die überaus günstigen Erfahrungen gegeben haben, die in der von der Gesellschaft für Wohlfahrtseinrichtungen in Frankfurt a. M. eingerichteten und betriebenen Eisenbahner-Verpflegungsanstalt mit der Abgabe von Milch gemacht worden sind. Es werden dort neuerdings monatlich rund 10 000 Gläser Milch (3/io Liter zu 6 Pfg.) verkauft. In einem von der genannten Gesellschaft ganz in der Nähe errichteten Kaffee- und Milchausschank werden außerdem mo- natlich rund 10 000 Tassen Kaffee, 3000 Tassen Schokolade und 12 000 Gläser Milch (zu 6, 10 und 6 Pfg.) verkauft. Auch an diesem Verbrauch ist das Eisenbahnpersonal stark beteiligt. raten, der bestimmt, daß der Ermittelung de? Betrages der Maffe der Wert zur Zeit deS Anfalles zugrunde gelegt wirb, und in Verbindung damit § 27, der eine Steuerermäßigung für landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Grundstücke vorsieht. Abg. Am Zehnhoff begründet die in seinem Anträge vorgesehene Vergünstigung, wonach bei Grundstücken, die dauernd land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen, der ErtragSwcrt zugrunde gelegt werden und als Ertragswert das 25fachc des Reinertrages gelten soll, den die Grundstücke nach ihrer bisherigen wirtschaftlichen Bcstiinmung bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung nachhaltig gewähren können. Nach längerer Debatte wird § 18 in der Fassung des Antrages Am Zehnhoff angenommen. Die Beratung des § 17 wird nach kurzer Debatte abgebrochen und die Weiterberatung auf den 6. März vertagt. Ter Ertrag der Neichserbschaftssteuer nach dem Antrag Am Zehnhoff wird von sachkundiger Seite auf 80 Millionen jährlich geschätzt, während die Regierungsvorlage Erbschaftssteuer. Berlin, 3. Mürz. Die Steuerkommission des Reichstages setzte die Beratung bei § 12 des Erbschafisstcuer- gcsetzes (Betrag der Steuer) fort, wozu mehrere Abänderungs- onträge vorliegcn. Bei der Abstimmung wird der Antrag der vereinigten Konservativen, Reichspartei, Zentrmn und .Nationalliberalen angenommen, wonach § 12 folgende Fassung «erhält: »Die Erbschaftssteuer beträgt vier Prozent für leibliche Eltern, voll- und halbbürtige Geschwister, sowie Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern; sechs Prozent für Großeltern, entfernte Voreltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Stiefkinder, Abkönnnlinge zweiten Grades von Geschwistern, uneheliche vom Vater anerkannte Kinder und deren Abkömmlinge/ sowie für an Kindesstatt angenommene Minder, soweit sich auf diese die Wirkungen der Einnahme an iKindesstatt erstrecken; acht Prozent für Geschwister der «Eltern, Verschwägerte im zweiten Grade der Seitenlinie; zehn Prozent in den übrigen Fällen. Ucberstcigt ber Wert des Erwerbes den Betrag von 20 000 Mk., so wird das 1 Vig fache der vorstehenden Sätze erhoben; bei SO 000 Mk. das 1 2/io fache, bei 50 000 Mk. das 1 3/10 fache, bei 75 000 Mk. das 14/io fache, bei 100 000 Mk. das 1 6/10 fache, bei 150 000 Mk. das 1 6/10 fache, bei 200 000 Mark das 1 7/10 fache und so fort bei jedem ferneren 100 000 ein Zehntelfaches mehr, bei einer Million Mark also das 2 5/10 fache." Auf Antrag von Am Zehnhoff wird sodann § 18 be- Altstimme vorzüglich paßte. Deutliche Textaussprache und schöne edle Tonbildung ließen die gute Schule erkennen. Reicher, aus vollem Herzen kommender Beifall wurde ihr und Herrn Trautmann zuteil. Etwas eigentümlich in dem zum größten Teile modernen Programm mutete mich zuerst die Sonate von Pietro Nardini an. Nardini, im Jahre 1722 zu Fibiana in Toscana geboren, war Schüler Tartinis und zeichnete sich als bedeutender Violinspieler aus. 1753 wurde er württemb. Hofkonzertmeister, 1770 Orchesterdireltor in Florenz, wo er 1793 starb. Seine Kompositionen hat Ferdinand David, der berühmte Leipziger Konzertmeister, wieder ans Licht gezogen, und einige, worunter auch die gestern gespielte, in seine „Hohe Schule des Violinspiels" ausgenommen. Herr R e b n e r brachte den ersten Satz der Sonate m. E. in der Tongebung mitunter etwas rauh, wogegen er mich im zweiten Satz, welcher nach Davids Angabe einer anderen Sonate desselben Komponisten entnommen ist, durch seinen seelenvollen innigen Ton entzückte, und im letzten Satze durch die virtuose Behandlung seines Instrumentes das Publikum zu lautem Beifall hinriß. Mit dem E-dur-Trio Nr. 3 von Altmeister Haydn, das mir in seinem letzten Satze etwas überhastet schien, schloß der aenußreiche Abend. Die Lehrer- und Geistlichengehälter vor dem preußischen Abgeordnetenhause. Berlin, 3. März. Zur Aufbesserung der Grundgehälter und A lterszulagen in leistungsschwachen Gemeinden hat die Regierung drei Millionen Mark neu eingestellt, statt der vom Abgeordnetenhause verlangten fünf. Im Gegensätze hierzu schlägt Frhr. v. Zedlitz (frk.) vor, die Petitionen der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen, damit für ihre Zwecke im nächsten Etat zwei Millionen Mark neu eingestellt Iie Marokko-Konferenz. DaS Plenum der Konferenz beriet am 3. d. Mts. in 2r/zstündiger Sitzung den zusammenfassenden Bericht der Redaktionskommission über die drei marokkanischen Staatsbank-Projekte. DaS Ergebnis dieser Plenarberatung war die Annahme derjenigen zwölf Artikel, in denen alle drei Vorlagen einig sind. Bonden strittigen Punktender drei Entwürfe kam kein einziger zur Annahme. Jedoch gelangte man in dec Frage der Gerichtsbarkeit, der die Bank zu unterstellen sein wird, zu einiger Annäherung der widerstreitenden Anschaungen. Die anderen wesentlichen Differenzpunkte, insbesondere der, welcher sich auf den Kapitalanteil der verschiedenen Mächte bezieht, bleiben somit unverändert bestehen, sodaß das materielle Ergebnis der gestrigen Beratung gleich Null ist. Sie hat die Gegensätze um nichts zu verringern vermocht. In Paris haben die Depeschen über diese Sitzung großen Eindruck gemacht. Es scheint, daß in Algeciras der Eindruck geherrscht hat, die deutschen Delegierten litten aus Berlin Weisung erhalten, sich den Ansprüchen Frankreichs gegenüber unnachgiebig zu zeigen, und dieser Einoruck dürfte zur Beschleunigung der Ereignisse fceigpi tragen haben. Pariser Blätter stellten mit Befriedigung fest, daß der Dreibund als aufgelöst betrachtet werden könne, da Italien sich infolge der Abstimmung von demselben zurückgezogen habe. Die Abstimmung wird als ein Sieg der französischen Politik bezeichnet. In Telegrammen der Pariser Sensationspresse heißt es, die Delegierten der Frankreich freundlich gesinnten Staaten bereiten sich jetzt schon darauf vor, daß die Konferenz ihre Arbeiten im Lause dieser Woche ergebnislos ein stellen wird. In Gibraltar lief ein große senglisch es Geschwader ein, weitere Schiffe werden erwartet. In Spanien faßt man diese riesige Machtentfaltung als eine Demonstration auf und glaubt, England werde jetzt energisch für Frankreich eintreten, wobei auch Spanien mittun soll, das jetzt angesichts der deutschen« Opposition gegen spanisches Silbergeld einen Vorwand zur offenen Schwenkung habe. Ans diplomatischer Wiener Quelle verlautet dagegen, Oesterreich, Rußland und die Vereinigten Staaten hätten Vorstellungen in Berlin erhoben, und seither zeige sich Deutschland zugänglicher. Sir Charles Dilke gibt in der „N. Fr. Pr." seiner Ansicht dahin Ausdruck: Tie französische Regierung sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß.ihre Armee für einen Einzelkampf mit Deutschland viel besser gerüstet sei, als man in Frankreich annehme. Aber auch Deuts chland wisse das und seine Friedensliebe werde dadurch verstärft lich nicht die letzte Kriegstugend des deutschen Soldaten ist, nun baldigst gelingen wird, den Aufstand in unserer süd- westasrikanischen Kolonie gänzlich niederzuschlagen, auf daß dem so viel Unheil bringenden Krieg ein Früchte tragender Friede folgt! * Der Kaiser richtete an Major Langer, den Führer de§ am 28. Februar von Hamburg ausgereisten Transportes Z. 6 folgendes Telegramm: „Am heutigen Tage gedenke ich dankbar meiner braven Truppen in Südwestaüika, wünsche dem ausrelsenden ErgnnzungstranSport glückliche Fahrt und beauftrage Sie, der Ueberbrinqer meines kaiserlichen Grußes an die vor dem Feinde stehenden Ossiziere unb Soldaten zu sein/ Heute früh erhielten wir au5 Swakopmnnd eine mit Bleistift geschriebene Ansichtspostkarte, die folgende freundlichen Worte tragt: Swakopmurrd, 2. Febr. 06. Zwei alte Gießener, die bald selbst in G. ein passieren werden, senden viele Grüße. W c n d e, Lt. 4. Feldbattr. — Dr. Schaaf, Oberarzt Man wird die rückkehrenden beiden Afrikaner tn Gießen mit herzlichem Jubel begrüßen. Bekanntlich wurde Leutnant Wende, Sohn des Gießener Oberstabsarztes Dr. Wende, am 1. Dez. bei Gubuoms leicht verwundet. Diese Karte läßt darauf schließen, daß er heute erfreulicherweise vollständig wiederhergestellt ist. Die 3 Ansichten der Karte (Verlag der Swakopmunder Buchhandlung G. m. b. H.) geben ein Bild von der trostlosen Oede jener Gegend. Die langgestreckten einstöckigen Gebäude verleihen der Landschaft kein gewinnenderes Aussehen. Man sieht die Mannschaften bei der Arbeit: beschäftigt mit der Anlegung eines Feldtelegraphen, mit der Dressier- nng von Eseln, mit der Musterung von Pferden. Giefzenev Ponzertverenr. Gießen, 5. März. . Der gestrige zweite Kammermusikabend war trotz des schönen Frühlingswetters gut besucht. Eröffnet wurde der Vbend mit dem herrlichen C-dur-Trio von Johannes Brahms. Brahms wurde schon im Jahre 1853 von Schumann als der künftige Messias bezeichnet. Noch selten ^ft eine Bezeichnung so vollständig eingetrosfen als diese. Er ist ein würdiger Nachfolger Beethovens geworden, lvenn auch erst in den Werken seiner letzten Schaffensperiode. Hier kann man fast von einer Anlehnung an Beethovens letzte Quartette reden. Wie Beethoven, verschmähte er die Schnellarbeit; erst ließ er seine Werke vollständig ausreifen, bevor er sie der Oefsentlichkeit übergab. Wer seinen Werken mit Ernst und Andacht lauscht, hat einen unbeschreiblichen Genuß. So erging es mir gestern mit dem Trio op. 87, welches von den Ausführenden, den Herren Rebner, Hegar und Trautmann, welch letzterer sich trotz eines kranken Fingers seiner schweren Aufgabe unterzog, recht gut zu Gehör gebracht wurde. Ter mit einem ernsten würdevollen Thema beginnende erste Satz, das eine ungemein ernste Stimmung aus- tzwechende Andante von moto, das spukhaft dahinhw^svÄe A m Ende zu? Ter gestrige Sonntag brachte uns aus Tcutsch-Süd- w a f r i k a die erfreuliche Nachricht von der Ge f a n g e n- ncsjne unseres nächst! Morenga gefährlichsten Gegners, des^ Bethanier-Häuptlings Cornelius. Damit ist das Ende des Aufstandes um einen bedeutsamen Schritt näher gerückt. T-er berüchtigte Führer der Aufständischen hat sich bekanntlich schon einmal Anfang Februar in Berseba den Deutschen gestellt, aber nachdem man seinen nachträglichen Anspruch aus Zusicherung des Lebens und auf Belassung des geraubten Viehes nicht anerkannte ,enikam er in kühner Flucht den deutschen .Händen unb setzte den Kampf lveitcr fort. Nun hat er sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Dieser Erfolg unserer Truppen ist nicht nur an und für sich erfreulich, sondern vor allem ist die moralische Wirkung in Betracht zu ziehen, welche die Niederlage des wegen seiner Tollkühnheit und Verschlagenheit besonders gefährlichen Feindes auf die noch aufständischen Eingeborenen sicher ausüben wird. Älnerkennung verdienen unsere tapferen Truppen, die da unten im schwarzen Erdteil Außergewöhnliches leisten. Der endliche Erfolg ist ein Zeugnis politifebe Sagesschau. Aus Herrn v. Buddes Reich. In einem neuerlichen Erlaß deS Eisenbahnministers lüirb darauf hingewiesen, daß das Verbot des Genusses alkoholischer Getränke während des Dienstes den im Betriebe beschäftigten Beamten und Arbeitern gegenüber mit allen Mitteln der Dienstzucht durchgeführt werden müsse. ES gehörten hierzu nicht nur die eigentlichen Disziplinarstrafen, sondern auch die Ausschließung von Anstellung, von Gehaltszulagen und von der Beförderung. Inwieweit von diesen Mitteln Gebrauch zu machen sei, bleibe dem pflichtmaßigen Ermeffen der Eisenbahndirektionen überlasten. Nach einem weiteren Erlaß halt der Minister eS für geboten, daß jeder un Betriebsdienst beschäftigte Angestellte, der im Dienste trunken gewesen, in den Anwärterlisten für Beförderungsstellen gestrichen wird. Eine Wiederaufnahme in die Listen würde erst dann in Frage kommen, wenn auf Grund längerer Beobachtung mit Sicherheit angenommen werden könne, daß der Beamte sich ein gleiches Vergehen niajt wieder zu Schulden kommen lasten wird. Hinsichtlich der Anstellung sei eine entsprechende allgemeine Anordnung schon früher getroffen: danach sei bei Beamten, deren Dienstführung zu erheblichen Klagen Anlaß gibt, die Uebergehimg bei Besetzung etatsmäßiger Stellen nicht nur statthaft, sondern geboten, sofern nicht überhaupt die Entlastung in Frage komme. Bei der Verhängung von Disziplinarstrafen gegen Bedienstete, die sich der Trunkenheit schuldig gemacht haben, habe es nach den Beobachtungen des Ministers vielfach an Ernst und Folgerichtigkeit gefehlt. Häufig sei solchen Beamten für den Wiederholungsfall die Dienstentlassung angedroht worden, diese Androhung aber — zumeist nut Rücksicht auf die gebotenen persönlichen Verhältnisse — trotz des Rückfalles nicht aii§» geführt worden. Ein derartiges Verfahren widerspreche den Erfordernissen der Dienstzucht und der damit zumeist zusammenhängenden Betriebsicherheit. Von der angedrohten Entlassung werde im allgemeinen nur dann abzusehen sein, wenn seit der ersten Verfehlung ein sich über Jahre erstreckender Zeitraum vergangen sei, innerhalb besten der Bedienstete sich tadellos geführt habe. Bei den Untersuchungen über Eisen- bahnunfälle sei ferner den Einwirkungen des Alkohol- genustes vielfach nicht in ausreichendem Umfange nachgeforscht worden. Ermittelungen seien nach dieser Richtung hin häusig überhaupt nicht angestellt ober auf die Erörterung der Frage beschränkt worden, ob der an einem Unfälle schuldige Beamte zurzeit des Unfalles betrunken ober angetrunken gewesen sei. Dieser Punkt werde regelmäßig klarzustellen und dre Ermitte- lung, soweit angezeigt, auch darauf auSzudehnen sein, ob der Beamte infolge gewohnter Unmäßigkeit im Alkoholgenuu ober unter der Nachwirkung eines ausnahmsweise starken Alkoholgenusses auch ohne Trunkenheit an seiner körperlichen und geistigen Spannkraft Einbuße erlitten habe. Weiterhin heißt es, die angestrebte Beschränkung des Alkoholgenusses werde an manchen Orten dadurch erschwert, daß sich in unmittelbarer Nähe der Personen-, Güter-u.Nangierbahnhöfe eine außerordentlich große Zahl von Gast- und Schenkwirtschaften befinde, die durch ihre Lage und durch Anpreisungen verschiedenster Art die Beamten und Arbeiter zum Alkoholgenuß verleiten. Der Minister macht darauf aufmerksam, daß eS den Eisenbahndirektionen freistehe, Scherzo, in dem mich dlesäüber ausgeführten Geigenfiguren ganz besonders erfreuten, und der letzte mit hinreißendem Schwung gespielte Satz brachten den Herren reichen Beifall. Störend wirkte in der Ausführung das leider oft zu tief gestimmte Cello, was besonders tn den häufig Vorkommen den Oktavenstcllen, Geige und Cello, recht lvenrg angenehm zu hören war. Frau Ida Kuhl-Dahlmann, eine Dame mit wunderschöner klangvoller Altstimme, brachte durch Vortrag einiger Lieder (von denen ich die Texte und Angabe der Dichter vermißte) eine interessante, genußreiche Abwechslung in das Programm. Wenn sie auch, wie mir schien, bei den ersten drei Liedern etwas befangen war, was auf die Entfaltung ibrer Stimme und die Intonation besonders nachteilig wirkte — Brahms „Von ewiger Liebe" war beispielsweise, nach dem Schlüsse zu, sehr in die Hohe getrieben — so erkannte man doch, insbesondere durch den schönen Vortrag und echt künstlerische Auffassung schon die Vvrzüae ihrer Künstlcrschaft, welche bei den Liedern von Trautmann unb Amadei in ganz bedeutender Weise zum Durchbruch kam. Herr Trautmann hätte sich für seine zwei rrunbcrschönen Kompositionen kaum eine bessere Interpretin wünschen können. Mit wahrhaft ergreifender Innigkeit sang sie das Lied von Mwöei, zu welchem dte dunLl gedarbte w. n ;*fr ■' 'N ft der bei mit mit zu, des sei. ist, Kind noch weiter verfolge. Inzwischen zogen die Eltern Kicssel nach Frankfurt a. M. und das Mädchen blieb einer diesigen Tante in der Alexanderstraße. Anscheinend Wissen der Tante hat das Mädchen einen Briefwechsel Courcel unt> Bern, absiimmung gehren, um Volk statt dem Studenten unterhalten, bis dieser vor einigen Wochen als Assistent in Berlin in Stellung trat. Er bekam Blinddarm- Entzündung und starb vor einigen Tagen. Das Mädchen hörte dies erst, als er schon begraben war, und betrug sich gestern, als ihre Mutter hier weilte, sehr auffällig. Sie lieh sich dann von einem Bekannten 10 Mark, kaufte einen Revolver und schoß sich damit gestern Abend 8 Uhr, eine Kugel direkt in das Herz, sodaß sie sofort tot blieb. Atteln SchO gask' heiv'g' > i' . ,. J -j ■■ Rouvier mit Gemahlin teilnahm. 4. März. In der heutigen bernischen Volks- wurde das von 20000 Bürgern gestellte Be- dic Wahl der Regierung durch das durch den Großen Rat mit 37968 gegen Rußland. Der Marincleutnant Schmidt, der Führer der Meuterer des „Potemkin", wurde zum Tode durch den Strang verurteilt ; gegen drei Matrosen lautet das Urteil auf Tod durch Erschießen. Zw ei Studenten erhalten als Strafe lebenslängliche Zwangsarbeit, 16 andere Zwangsarbeit von verschiedener Zeitdauer; neun wurden zu Zuchthausstrafen verurteilt. Zehn Angeklagte sind freigesprochen worden. Schmidt erbat sich als einzige Gnade, daß man ihn erschießen möge. Aus Otschakow, wo das Kriegsgericht tagte, wird ferner gemeldet, daß die Mannschaft des Kreuzers „Pruth" meutert. Sie verlangen, daß Schmidt die Todesstrafe nicht erleiden dürfe. Auf Befehl des Hauptkommandanten sind drei Kriegsschiffe nach dort unterwegs. Beim Abschiede sagte Schmidt zu seinem einzigen Sohne Eugen: „Vergiß nicht, daß Dein Vater für die Freiheit Rußlands gestorben ^7." (Vgl. „Polit. Wochenschau".) Aus Sewastopol kommt die Nachricht, daß elf Marineoffiziere entlassen wurden, darunter einige, die von Schmidt sich gefangen nehmen ließen. Andere Marineoffiziere werden von der Schwarzc-Meer-Flotte nach Wladiwostok, Libau und Kronstadt verseht. 9(uf dem Bahnhofe von Zarskoje Selo, wo bekanntlich der Hof residiert, wurden zwei junge Leute durch die Geheimpolizei verhaftet, die verdächtig erschienen. Beide Arretierten trugen Bomben bei sich; sie gehören der anarchistischen Partei an. Die Räubereien in Finland haben inzwischen Schule gemacht. Em Postillon in dem nordschwedischen Städtchen Haparanda legte das Geständnis ab, in der Nacht vom 1. März die Beraubung eines Postwagens zwischen Haparanda und Nederkalix begangen, sowie den Postkutscher und dessen Gehilfen ermordet zu haben. Der geraubie Betrag ist bei ihm gefunden worden. ■ furt, die gestern nach Mainz fuhr, klopfte während der Fahrt plötzlich der Storch an, der sie mit gesunden Zwillingen beschenkte. X Heuchelheim, 2. März, Der 3. Kursus der landw. Haushaltungsschule des Kreises Gießen wird gegenwärtig hier abgehalten. Der Zudrang dazu war so groß, daß nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten. Im Saale des Gastwirts Ludw. Kröck X. herrscht ein eifriges Treiben: 24 junge Mädchen sind in zwei Abteilungen geteilt, von welchen die eine morgens kocht und nachmittags Handarbeiten anfcrtigt oder wascht, während die zweite morgen? Handarbeiten macht und nachmittags bügelt. Jetzt schon läßt sich zur Genüge erkennen, daß die Haushaltungskurse zu einem wirklich dringenden Bedürfnis für alle angehenden Hausfrauen auf dem Lande geworden sind. p. Dutenhofen (Lahn), 4. März. Heute wurde in unserem altehrwürdigen Kirchlein zum letzten Male Gottesdienst gehalten. Mit diesem ward gleichzeitig den älteren Leuten an der liebgewonnenen Stätte das Abendmahl gereicht. Vorläufig wird in dem schönen geräumigen Vereins- Hause Gottesdienst gehalten werden. Bis zum Nachsommer soll der Erweiterungsbau der Kirche beendet sein. Die neue Orgel ist am 1. August fertig, Orgelbauer Nikolaus zu Lich stellt sie her. Der Preis beträgt ca. 4000 Mk. Das zweimanualige Werk erhält 14 Register und 2 Koppeln. Bad-Nauheim, 3. März. Die Vorstellung der Bürgerschaft betr. Verlängerung der vollen Kurdauer vonr 1. Hlpril bis 31. Oktober ist mit 321 Un-terschriften versehen an die zuständige Minifterialabteilung abgesandt worden. Von den Unterzeichneten sind 149 Gewerbetreibende, 66 sind Hotelbesitzer, Gastwirte, Logisgeber, 41 staatliche und städtische Beamte, 30 Handwerksmeister, 12 Aerzte und 2 Neckstsanwälte, 13 ohne Beruf und 8 Landwirte. Darmstadt, 3. März. I. K. H. die Großherzogin wird, nach der „Darmst. Ztg.", morgen vormittag der Ferev der Einsegnung der neuen Oberin im Diakoniffenhaus Elisa- bethenstift beiwohnen. .— Der Präsident des Ministeriums des Innern, Braun, ist gestern in dienstlichen Angelegenheiten auf einige Tage nach Berlin gereist. — Der frühere Distrikts- kommandeur im Großh. Gendarmerie-Kdrps, Oberst a. D. Philipp Barthel, ist gestern im 80. Lebensjahr gestorben. sd. Darmstadt, 4. März. Die Jahre alte Anna Kiessel ist schon vor ca. 2 Jahren mit einem Studenten Zang in Beziehungen, was die Eltern be§ Mädchens aber, sobald sie davon Erfahrung hatten, mit aller Energie zu hintertreiben suchten. Sie drohten sogar den Eltern des Studenten mit gerichtlicher Anzeige, wenn er ihr 10995 Stimmen angenommen. Zum ersten Male wird die Wahl der Regietung durch das Volk im Mai 1906 statt- finden. Ausland. Christiania, 3. März. Die Regierung ließ dem Storthing eine Vorlage zugehen, in der 5884000 Kronen für das Heer und 1739000 Kronen für die Marine zur Deckung der Ausgaben der vorjährigen außerordentlichen Verteidigungsmaßnahmen, ferner 1 076 000 Kronen zur Deckung der Ausgaben für die Wiederaufstellung der von der neutralen Zone entfernten Geschütze gefordert werden. Paris, 4. März. Hier ging heute nachmittag das Gerücht um, Kaiser Franz Josef habe einen Schlag- anfall erlitten. — Der König von England fuhr heute nachmittag nach dem Elysee, wo er Fall ie reS einen Besuch abstattete. Der König hatte mit dem Präsidenten eine längere private Unterredung und begrüßte danach die Frau Fallieres. FalliereS erwiderte bald darauf in der englischen Botschaft den Besuch des Königs. In der englischen Botschaft fand ein Diner statt, an dem Fallieres mit Gemahlin, Baron Sm« taue heh Ar । twtb. feien xihilte wall duckt leistet flenxfe Mr i to-ntitl des G Beri M. zu ei veilea Bchü mick Mter wteu und 1 von <£ Wund, einem Befrag bä $ fWc Ui so tnnri geredet dechönd Vermischtes. • Ermordung eines Deutschen in Amerika. Einem New-Parker Telegramm zufolge, ist in Sonora (Mexiko) Alfred v. Steiger von Indianern ermordet worden. Der Ermordete war der 48jährige Bruder des Frankfurter Bankdirektors Baron Louis v. Steiger. Alfred v. Steiger war in Frankfurt geboren. Seit etwa 20 Jahren lebte er als Farmer in Amerika und befand sich gerade auf einer Reise nach Mexiko. 'Geständnis eines Mörders. Der zurzeit in Feldkirch (Vorarlberg) inhaftierte Schriftsetzer Arnold Sippl auS Linz hat vor dem österreichischen Untersuchungsgericht und vor dem dort anwesenden Heidelberger Untersuchungsrichter gestanden, den Lehrer Thomas Reid aus Glasgow am 31. Juli 1905 auf dem Fußwege Zollstock- Heiligenberg durch einen Nevolverschuß in den Rücken er» m orb et und beraubt zu haben. Er habe die Leiche in das Gebüsch geschleppt und mit Reisig und Laub zugedeckt. Auf Grund der von Sippl gegebenen Beschreibung des Tatortes wurde das Skelett des Ermordeten aufgefunden. Einen Mittäter hat Sippl nicht. * Hochwasser und Sturm. Hochwasser wird heute noch aus verschiedenen Gegenden des deutschen Reiches gemeldet, so vom Niederrhein, aus dem östlichen Westfalen, aus Würtemberg usw. Am 3. März stürzte bei Gröv die Lokomotive eines Leerzuges der Moseltalbahn in die hochgehende Mosel. Der Lokomotivführer Berger ertrank. Das Unglück geschah infolge eines Abrutsches des durch das Hochwaffer unterspülten Bahndammes. — In Oberhessen hat die warme leuchtende Sonne des gestrigen ersten prächtigen Vorfrühlingssonntags das Wasser zum größten Teil vertrieben und heute haben wir einen frischen Frosttag.— Im Bayrischen Wald, im Fichtelgebirge und im Frankenwald wüten die heftigsten Schneestürme. Es liegt meterhoher Schnee, der zu mehrfachen Stockungen im Landverkehr geführt hat. — Aus Graubünden und Glarus wird über Lawin en stürze berichtet. Bei Glarus wurden 45 Arbeiter eines Elektrizitätswerkes von einer Lawine verschüttet, konnten aber alle gerettet werden. — Wie man aus dem norwegischen Drontheim meldet, wird dort befürchtet, daß von den etwa 1200 Fischern, welche zum Fischfang nach der Inselgruppe Gjaeslingerne ausgefahren sind, im Sturm viele umgekommen sind. Es werden 11 Boote mit 33 Mann vermißt. Der Sturm, der das Unglück verschuldete, ist der stärkste seit langer Zeit. — In einigen nordamerikanischen Staaten richtete ein W i r b e l st u r m großen Schaden an, der in der Stadt Mobile (Alabama) auf etwa l^Mill. Dollars veranschlagt wird. In der Stadt Meridian (Mississippi) sind die Geschäftshäuser und der Bahnhof zerstört. 21 Weiße und über 100 Neger wurden getötet. — Auch die (austral.) Gesellschaftsinseln sind von einem Wirbelsturm heimgesucht worden. Die Küstenstadt Papeete auf Tahiti ist überschwemmt und 75 Häuser zerstört, darunter das amerikanische Konsulat und die französischen Negierungsgebäude. Man fürchtet, daß viele Menschen mugekommen sind; auch andere Inseln und die wurde den H Aus i künde soll a schiviv wurdk der ® * Neck eine heilig« blui ani d Ove- uniery W:1. lieM! holle d' spiel, bi menge komma stürzte ans bei Colnnn im still finde i getroste ertra voin ® Zn Li trtnu nrer 8i die bei Arbeite W W Beitem Zin Gi Charl liegend, geben, Snv eilt ft’ eilte des 2 Hou mit Möi bastel die 5 Mi irmtbi xusolk . Trim ivürden. Dieselbe Forderung erheben zwei Resolutionen Z e d l i tz und K c r u t h (frs. Vpt.). Letztere will Zuwendungen ZuS diesem Fonds nicht nur leistungsschwachen Schulverbänden bn Osten, sondern auch in anderen Landesteilen entsprechend zu Teil werden lassen. Ein R e g i e r u n g s k o m m i s s a r auS dem Finanzministerium bittet um Ablehnung der Anträge. Die Regierung habe schon drei Millionen bewilligt und brauche ihr weniges Geld für andere Zwecke. — Abg. Dr. Friedberg (ntl.) erklärt, die Negierung stehe auf dem ganz wer- kehrten Standpunkte, daß das Abgeordnetenhaus ihr dankbar sein muffe, daß sie drei Millionen für die Lehrer bewilligt habe. Umgekehrt sollte die Regierung dem Abgeordnerenhause dankbar sein, wenn es ihr die Mittel zur Erfüllung der staatlichen Aufgaben gewährt. — Kultusminister Dr. Studt: Wenn der Vorredner bedenke, daß das neue SchulunterhaltungS- gesetz die Schullasten auf breitere Schultern verteilt, so werde er doch jetzt besser von diesen Anträgen Abstand nehmen. Im allgemeinen bestreite er (der Kultusminister), daß die Schulverwaltung den berechtigten Ansprüchen der Lehrer entgegentritt. Da? liege ihm fern. DieAnträgev. Zedlitz werden gegen die Stimmen der Konservativen und des Zentrums angenommen, der Antrag Keruth gegen die Stimmen der Linken a b g e l e h n t. Es folgt das Kapitel: Kultus und Unterricht gemeinsam. Hierzu liegt eine Resolution der Budgetkommission vor, im nächsten Etat eine erhebliche Erhöhung der Position: Unterstützung für Geistliche aller Bekenntnisse vorzunehmen. Nachdem Kultusminister Dr. Studt für das nächste Jahr eine Erhöhung des Fonds in Aussicht gestellt, wird der Titel durchweg nach den Anträgen der Kommission bewilligt. wurde Lausi Öligen 9ii lur fön, ließDr. Auster, beleidig L» ibn die? ob, kwiCcib, ab. $£ Wn 3, »e ?irch ;erzu>e LeJft ?isth< 0 u Cf) f m Gil Sm ™fl|m |L Nbe; Deutsches Reich. Berlin, 3. März. Dem Bildhauer Harro Mag- nussen wurde vom Kaiser das Erinnerungszeichen an die silberne Hochzeit am Bande des Roten AdlerordenS verliehen. — Der Kaiser und die Kaiserin besuchten heute Vormittag nach Teilnahme am Gottesdienst die von 2000 Schulkindern auS den Berliner Gemeindeschulen veranstalteten Gesangausfuhrungen im Zirkus Busch. — Der Kaiser sandte an den Lordmayor von London folgendes Telegramm: „Tic Kaiserin und ich senden dem Lordmayor nnd der City von London beglich gefühlten Dank für die freundlichen Grüße zu unserer Silbernen Hochzeit und für die guten Wünsche für unseren Sohn und dessen Brant. Wilhelm I. R." — Geh. Kommerzienrat Fritz von Friedländer hat anläßlich der ihm gewordenen Auszeichnung der Pensionskaffe der kausmännischen Angestellten der Firma Emanuel Friedländer & Co. 100000 Mark überwiesen. — Die „Germania" schreibt: Es sind lediglich sachliche Gründe, welche das Zentrum zur Ablehnung eines Reichs-Kolonialamts bestimmt haben, wie auch die bevorstehenden Verhandlungen im Reichstage dartun werden, nicht persönliche Rücksichten gegenüber dem Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg. — Die sozialdemokratische „Mannh. Volksstimme' gibt daß ihre Mitteilung über einen angeblichen Hofgang Genossen Dreesbach ein Fastnachtsscherz gewesen Der „Vorwärts", der so köstlich darauf hineingefallen ist nun jämmerlich verlegen. Er schreibt, der „Mannh. Aus Smöt uns LcruS. Gießen, den 5. März. " Unserem Infanterie-Regiment wurde, wie mir hören, von einigen Bürgern aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares eine Stiftung von 14200 Mk. überwiesen. Die Zinsen diese? Kapitals sollen zu einem Zehntel kapitalisiert, im übrigen nach dem Ermessen des Regiments- Kommandeurs zu Beurlaubungen von Offizieren ins AuS- land und sonst im Interesse der Angehörigen des Regiments verwendet werden. ** Eine Neuregelung der Gehalte der Hess. Volks schulle hrer erstrebt der hessische Landeslehrer- verein in einer Eingabe a*n die 2. Kammer. Er bittet, die Gehaltsskala wie folgt zu bemessen: 1.—3. Dlenstjahr 1100 Mk., 4 —6. Dienstjahr 1250 Mck., 7.-9. Dienstjahr 1400 Mk., sodann alle drei Fahre 200 Mk. Steigerung bis zum Höchstgehalt von 2800 Mk., der im 28. Dienstjalhr erreicht werde. Die Eingabe weist darauf hin, daß die Notwendigkeit einer Erhöhung der Lehrer geh alte schon 1900 von Regierung und Landtag anerkannt, mit Rücksicht auf die Finanzlage des Landes aber einstweilen verschoben worden sei. Auch der kath. Lehrerverein ersucht in einer Vorstellung um eine andere Bemessung der Lehrereinkommen und zwar schlägt er vor, daß „1. das Anfangsgehalt definitiv angestellter Lehrer 1200 Mk., die Alterszulagen in dreijährigen Stufen je 200 Mk. nnd das Höchstgehalt, nach 27 Dienstjahren erreichbar, 3000 Mk. betrage; 2. das Ansangsgehalt definitiv angestellter Lehrerinnen 1100 Mark,' die Älterszulagen in dreijalrigen Stufen je 150 Mk. und das Höchstgehalt, nach 21 Dienst jähren erreichbar, 2150 Mk. betrage; 3. die Gehaltsstufen der Schulverwalter und Schulverwalterinnen um je 150 Mk. erhöht werden; 4. die durch Mimsterialerlaß vom 4. Juni 1904 getroffenen Bestimmungen über die Einrichtung und Größe der Lehrertvohnungen in d"s neue Besoldungsgesetz ausgenommen werden und wie seither der Genuß der DietrsNoohnung oder die daftir gewährte M ictentschädig- ung im Falle der Pensionierung mit 200 Mk. in Anrechnung komme. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Am Dienstag geht als elfte und vorletzte Volksvorstellung Paul Heyses Schauspiel „Colberg" in Szene. Es sei erwähnt, daß die nächste DienStagS-AbonnementSvorstellung auf den 13. und die nächste FreitagS-Abonnementsvorstellung auf den 16. März fällt. Für diese Vorstellungen sind vorgesehen ,Die Neu vermählte n* von Bj örnson und die einaktige Burleske „Der gemütliche Kommiss är^ von Courteline. ** Der gestrige Tnrntag des Gaues Hessen übertrug die diesjährige Gauturnfahrt dem Turnverein Frankenberg und das nächstjährige Gauturnfest dem Turnverein Bad-Nauheim. Das diesjährige Gau turn fest, das in Schotten stattfindet, wurde auf den 24. Juni festgesetzt. Auch das Dünsberg- fest der Gießener Turnerschaft soll Mieder abgehalten werden. (Näherer Bericht folgt.) *’ Ein doppeltes freudiges Ereignis im Eisenbahnwagen. Bei einer jungen Frau auS FrankBerlirr, 3. März. Das nationalliberale Kreiswahl- Kdnntee des Wahlkreises Hagen-Schwelm hat einstimmig beschlossen, als Kandidaten für die nächste Landtags- und Neichstagswahl den Professor Dr. Moldenhauer aus Mln, der am 11. März in Hagen zusammentretenden allgemeinen Partei-Versammlung vorznschlagen. vr 11 Heer und Flotte. München, 4. März. Schwere Vergehen gegen die Ö51pImc im hiesigen Ka d eiten kvrps sind aufgedeckt worden Es sind 13 Zöglinge daran beteiligt. Mit Ausnahme der ersten! und fünften Nasse kommen hierbei alle Klaffen in PettaHt. Dw Zöglinge stiegen nachts aus und veranstalteten rm Keller des Hauses eines Mttschülers w ü st e K n e i p e r e i e n We bis 5 Uhr früh dauerten. Dann kehrten die Teilnehmer unter Zuhals enu hm e Vvn Dietrichen in ihre Schlafräume zurück Die Zöglinge sind beurlaubt; sie gehören meist angesehenen Mdelsf a in111 en an. Dor Vorfall erregt peinlichstes Aufsehen. Saarburg, 4. März. Generalmajor Friedberg, der Jet einer Brigadeübung vom Pferde stürzte, ist seinen Verletz- Wgeu erlegen. ßLolksft: “ scheine das Empfinden dafür zu fehlen, wie sehr sie sich selbst durch die Annahme charakterisiert habe, ihr Scherz werde als Ernst aufgefaßt werden. Das ist eine Verlegen- heiiSauSrede in der allerschönsten Form. Die,Mannh. Volksst." darf den Erfolg für sich in Anspruch nehmen, die jetzige Redaktion des „Vorwärts" in ihrer ganzen Blödheit gezeigt zu. haben. — Der „Vorwärts" veröffentlicht an leitender Stelle eine Aufforderung an die politische Polizei, von ihr am 24. v. Mts. bezw. 3. März durch einen Kriminalbeamten zwecks Verrats von Parteigenossen und Parteibeschlüssen gezahlte 200 Mark bei seiner Geschäftsstelle abholen zu lassen. — Der dem Reichstage zugegangene Gesetzentwurf über die Haftpflicht für bei dem Betriebe von Kraftfahrzeugen entstehenden Schaden setzt die Schadenersatzpflicht des Betriebsunternehmers für Tötung oder Verletzung von Menschen oder für Sachbeschädigung fest. Als Kraftfahrzeuge gelten auch Motorfahrräder. Die Ersatzpflicht fällt weg, wenn höhere Gewalt oder eigenes Verschulden vorliegt. Im Falle der Tötung sind die Behandlungskosten, der Erwerbsverlust, der Krankheitsaufwand, und die Beerdigungskosten zu ersetzen, sowie dritte Personen zu entschädigen, welchen gegenüber der Getötete unterhaltungspflichtig war. Im Falle der Körperverletzung sind die Heilungskosten, der Erwerbsverlust und der Mehraufwand zu ersetzen. Der Ersatz des Erwerbsverlustes und des Mehraufwandes geschieht für die Zukunft durch Entrichtung einer Geldrente, eventuell unter Verpflichtung der Sicherheitsleistung. Die Verjährungsfrist der Ersatzansprüche beträgt zwei Jahre. Die Vorschriften des Gesetzes gelten nicht, wenn der Verletzte auf dem Fahrzeuge befördert wurde oder bei deffen Betriebe tätig war, ferner wenn das Fahrzeug die Amtsmarke trägt, daß es die 15-Kilometer-Geschwindigkeit nicht Überschreiten kann. Bestehende, über das Gesetz hinauSgehende reichsgesetzliche Haft- pflichtvorschriften bleiben unberührt. Er Frankfurter Mörse. 3. März, 1.15 Uhr. . 141.50 . . 100.95 GeriehLssaal Prince-Henri-Eisenbahn . 131.00 Berliner Börse, . 286.20 . 24 30 . 126.70 . 144.90 EJektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . . Esohweiler Bergwerk . . 235.50 . 128.00 Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenl ahn . Gotthard bahn . . ■ Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 3. März. Anfangskurse. Rarpener Bergwerk . . Lanrahütte . . , Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose . . . . . Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Reichsanleihe do. Konsols do. . ■ Hessen . - Oberbessen 174.20 14 00 242 - 81.60 163.90 129.00 254.90 220.90 164.50 211 00 236.00 12660 124.50 \% Griech. Monopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4X°/O Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W ... Tendenz: ruhig. 4°ä Oesterr. Goldrente. . 4V5-n Oesterr. Silberrente 4 °o Ungar. Goldrente . . 496 Italien. Bente . . - 3?L Portugiesen Serie I . 54.00 91 60 67.60 96.30 Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paket!. Rarpener Bergwerk. . . Lanrahütte...... Nordd. Lloyd . . . . - Obei «chlcs. Eisen-Industrie 88.80 100.95 88 70 99.60 100*50 101.25 95.75 108.48 68.7V 69 95 91.50 93.80 93 30 3%6/o 3% 3M°/0 3% 8M°/o 3 %°ln Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Lodz, 4. März. In der Konstantinstraße wurde Heute abend ein Polizeirevieraufseher durch mehrere Re, volverschiisse gelötet Die Verbrecher entkamen. Kiew, 4. März. In der Vorstadt Dennewka drangen 8 mit Revolvern und Dolchen bewaffnete Männer in daS dortige Postamt ein und raubten 8000 Rubel. Plozk, 4. März. Im hiesigen Stadttheater, tn dem heute eine Wahlversammlung stattfinden sollte, wurde unter der Bühne eine mit einer Lunte versehene Bombe gefunden. , . , , _ _ San Francisco, 4. März, lieber den W r r b e l st u r nt, der die Gesell sL a f tsi n se ln hcimgeiuckt hat bernbtnrdn Offiziere des Dampfers „Mariposa"' norfr, daß dem StuE schwere Seen vvranqinaen, welche ganze Dörfer weg schwemmten Die Scknsfe, die im K-ffen von Vavcete ans Tahitt lagen, vermochten sich zu retten. Der französische Gouverneur und der englische Konsul wandten sich an ihre Negierungen um Unter- stützung für Hunderte von obdachlosen Personen. Einern hiesigen Blatte wird gemeldet, es seienm e hrere I n seln v ers chw u n- den und an 10 000 Personenumgekommen. Drese Meld- una iit iadoch unbeltatiat _____________ . . 173.00 . . 148.25 . . 242 50 . . 182.50 . . 189.00 . . 163.60 . . 211.00 . 110.50 ' * 24*40 . . 145.00 ansqe'üihn'würden. In ganz Hessen bis nach Thüringen hinein werden die Verputzarbeiten von Weißbindern ausgeiuhrt - m «. ■ k ’ . _ « > I I . . A Ia A A • VA zA A T 1 • n V t I O t 11 ' Lier in Gieren sind, so lange das Wechbmdergewerbe betrieben wird' diese Arbeiten nur von Weißbindergeschaften ausgeüchrt worden und bis zur Vergebung der Verputzarbeiten an der Höheren Töchterschule hat sich auch noch nie em hiesiger Maurermeister an einer solchen Submission oder bei Privatbauten beteiligt Unparteiisch wird doch wohl ,ede Sache danach zu beurtei en sein wie solche landes- imb ortsüblich gehandhabt wird und hwr n Gießen seit langen Zeiten die Baugeschaite emgeteilt sind. Es scheint uns eher, daß hier ein anderer Grund vorliegt, nämlich der, daß man der gesetzlichen Innungsvereinigung nicht günstig gegen- übersteht Ferner ist es eine unrichtige Behauptung des Einsenders, daß der hiesigen Maler- und Weißbinderinnung auch auswärtige Meister^ anqehören, sämtliche Mitglieder sind in Gießen anlaisig nnd biesiae^Steuerzahler, sämtliche hiesige Meister, bis aus einen, haben'die^ Zweckmäßigkeit der Innung anerkannt. Tagmder DnmmnsDereuügung die realen Interessen der Mit- aleicknvie in anderen Vereinigungen der Beamten 2c. und b r «rbe tet b™ vr^?n ro^,n, wird oud) f.itenä ber löbl. Stabt. ^maltuua' und im Publikum keine Mißbilligung finden. Em tzinausschnellen der Preise hat dadurch nicht stattgesunden. 1 Der Vorstand 1 der Maler- und Weißbinder-Jnnuug Gießen. Aniist und Wissenschaft. „Paukzeit, Sechs Wochen Heldentum" von Ludwig Hirschfcld-Wien, Arthur Cavael, Verlag m Lei^ig^ -- Die meisten Bücher haben einen Helden — bicic?Jrat emen tyng» ling. Ein harmloser schwächlicher Mensm, ein Student, der bloß seinem Sttidium und seiner Neurasthenie lebt und nichts von SttidcMcntum und Welt und Weibern weiß, wird durch chrlftteller Dr.Ado ' R o s e ,i b e r g im Alter von 56 Jahren g e st o r b e n Gr lebte seit lanaen Jahren in Berlin, wo er früher als Kunstkritiker der „Post" tätig ivar. Am bekanntesten unter seinen Schriften ist eine handliche und vortrefflich au§geftattete, im Verlage von Velhagen u. Klasing in Leipzig erschienene Kunstgeschichte. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 2. März., Der Metzger G. G. von Friedberg hat den noch nicht lp johr. Luitgen seiner Lauffrau zeitweise zum Austragen von ockeffch- warär verwendet, was gegen ihn eine Anzeige wegen Der -aehens gegen das Kinder, chutzgesetz Dur p^lge Ixttte^ Por dem Schöffengericht machte er geltend, daß der Junge nur um von der Straße zu kommen, beschäftigt worden ist. Die -eistnnyen feien freiwillig erfolgt; eine Berguttmg habe er daftcr nicht erhalten. Das Sckwffengcricht machte mese Ausführungen ferner Gruirdlage und erkannte auf Freisprechung. Die staats- anwaltschaft focht dieses Urteil an und machte geltend, daß es drickst darauf ankomme, ob der Junge die Arbeit frestmlttg geleistet lyabe oder nickst; der Geschäftsinhaber warc^ bervflichtt t genresest, ilyn von der Beschäftigung abzuhaltem Die L^rafkammer war der Ansicht, daß die körperlichen Kräfte , des tzvenig in Anspruch genommen worden icten, . ß dm Borichriften des Gesetzes nicht zur Anwendung gelangen können, weshalb die Berufung zurückgewiesen wurde. — Dw .^ienstmagd M D. von Gettenau kam mit einem von u,r gefauchten Brief -u' einem Bäcker in Bad-Nauheim, angeblich xm .Auftrag der Mutter seines Dienstmädchens und gab an, diese ,ei wi Geldverlegenheit, sie könne die «teuer mcht bezahlen, e^sei ihrschon Verschiedenes gepfändet worden, eie bat nut > Mark, die ihr auch behändigt warben. Wegen Urkundenfälschung und Betrugs jwurden ihr 3 Monate und 2 Wochen Gefängnis angesetzt und mii-er Einbeziehung ftner früher erkcmnten Strafe von 3 Mo- raten und 10 Tagen, aus eine Gesamtstrafe von 5 Monaten und 1 Woche erkannt. — Der Dien Unecht des Mullers B.B von tzersfeld wurde zu Schlitz mit einem Pferde, das eme Wunde an der Brust hatte, betroffen als er hn begriff war, mit einem beladenen Wagen eine steile Straße huaufzufohren. Auf Befragen erklärte der Kstecht, daß sein Dienuberr den Zustand NU^dZ kenne. Beide^'erhielten Strafbefehle, bereit Em- svriiche vom Schöffengericht zurückgewieicm wurden. B.^wcht Urteil an und behauptete, daß die Verlctzung des >ieres io minimal gewesen sei, daß von einer Ti e rg u a l e rc i glicht E^werdäi kann. Auf Gründ der Ausführungen ernes verständigen gelangte das Gericht zum I-r^e 11 vru ch. 3% Portugiesen „ HI 4X°',0 russ.Staatsanl. 1905 4/4° n japan. Staatsanleihe I % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... - - 144.60 Wegen Herausforderung zum Zweikampfe murde der Stabsarzt der Reserve Dr. med. S ch u tz e n h o l d m Laus iak vom Gericht der 2. Division Nr. 24 in Leipzig zu zwei Tagen Iestungshast veritrteilt. Zwucheu Dr. ^chutzenhold im ^r Brückner war es weaeii ber Einführung der freien Aeiztewahl ^ÄSfianb zu Differenzen gekommen. Am 21 Dezember lies- Brückner im P-idien Restaurant Ui Laufigk beleidigende Äsungen über Dr. Schützenhold fallen Als dieser von der Beleidigung erfuhr, schickte er einen Forstassessor zu ^.r. Biuckner, -Y(U|U) 1|t vlc ---------- - . ■ KL -nb-«» auf Säbel überbringen. 1 “htSnipfliin f beVStrQfe werden die yerpuyaTucucn ,vv,‘ -----v '--"Sst'c"',,' ab °^as Kriegsgericht beruckstchtigie bei Ausmessung der pber,quxr(en müßte gerade eine Ausnahme emgefuhrt sein, daß Dr?Schützenhold von der Herausforderung in einem offent- Oder MoNenmum i« lid)en Lokale schwer beleidigt worden sei. ; ft n n §- Berlin, 8. März. Im Prozesse gegen den Divisions plärret Bachstein aus Münster, ber vom dortigen Oberkriegsgericht von ber Anklage, Einrichtungen der katholischen Kirche beschimpft zu haben, ^^fp'.-ochen wurde erkannte der zweite Senat des ReichSmilitargerichtes ^'tenuf stu fhebu ng Les freisprechenden Urteils und Zurückverweisung zur nochmaligen Verhandlung an die ^ormstanz. . < Osnabrück, 4. März. Das Schwurgericht verirteitte den Landwirt Aßmann auS ^apgen. der seine . , c. a c. r - n mißhandelt hatte, daß der Tod eintrat, zu sechs Jahren Bei ber Stabt Gießen war e? von jejer üblich, daß bte städtischen Fuhrleistiinqen alljährlich öffentlich zur B e ae buna gelangten. In diesem Jahre ist hiervon roeienthd) ob- ?ewich^ worben, indem die vorjährigen AttorbaistendieTi^ zu den alten hoben Preisen ubemabmcii, wahreiid cm aRorbant, welcher billig afforbtert hatte, den Vertrag nicht mjjt .sollte und mir dessen Iuhrleistung zur Vergebung onentlich aus geschrieben wurde. Warum nun hat die städtische Bauleitung mdrt alle IuHrleistungen öffentlich ausgeschrieben? Dies waie doch sicherlich sowohl im Interesse der Stadt als auch der einzelnen st-uhrwerksbesiher gelccien gewc'en. , ,Uaa in^riaerDieb. In Rodez (Frankr.) witriie wegen Diebstahles einesPaares al t e r H o lzschuh e em Wit wurde; ber Urgreis war bisher unbestra t. —» Dem letzten „Eiuqesanbt" bettefsenb: „Die Submission d-er Verputzarbeit für den Neubau ber höheren Töchterschul e" erwibern wir: Es ist richtig daß ent- svrecheub ber gesetzlichen Organisation bes Hanbwerks bie hiesigen Weißbinbermeister sich vereinigten, um in einer Innung sowohl den Anforberungen ber sozialen Gesetzgebung als auch gegenüber den schädlichen Auswüchsen, wie sie bei unsinnigen Submissionen zu tage getreten, und die Existenz bedrohlich gefährdeten, in loyaler Weise belehrend zu vermitteln! falsch ist dagegen, wie der Einsender bemerkte, daß die vereinigten Weißbinbermeister keine Konkuii-enz fürchteten und infolge- bessen mit ihren Preisen in bie Höhe geschnellt seien. Das ist nun in keiner Weise ber Fall, sondern bie Preise, die wir an^tzten, sinb so, wie sie in anerkennenswerter Weise vom hessischen Staat, um ben nngehmben Submissionen zu steuern, durch Großh. Bauamter mit den Vertteter-n sämtlicher Bauhandwerkern in eniem bestimmten, ben jetzigen Verhältnissen eingesetzten Preistarif festgesetzt würben, ber bei allen Unterhaltungsarbeiten ber Staatsgebaube als massgebend zu Grilnbe gelegt wirb. Jedem Geschäft wird alliahrsich durch Auslosung abwechselnd eine von diesen Arbeiten übertragen Diese von dem Staat und den Gronh Bauamtern vor 3 Jahren airfgefteUten und den hiesigen Verha tu,ffen angepaßteii Preise haben auch wir bei ber Submission ber höheren Tochterschule zu Grunde gelegt, unb baß wir aus Konkurrenz rechneten, ist -ratiache, ba wir ganz bestimmt auf auswärtige Konkurrenz gesaßt waren und bie ^rcignjfabe einßebcnb^befPe^c^ nienbcrS, baß die Serpuharbeiten, ü ...... rrttrK hiPT rinn bnn '11 ntirern Schiffahrt habn, schwer gelitten. - Aus der Jwcl Mada- qaskar wurde die ganze Oslkiistc von einem Wirbelsturm hemigcsucht. Die Stadt Mahanoro wurde fast voll- ■ stän'diq zerstört, lieber 50 Einsicborene unb 2 Europäer - wurden getötet, fast alle Europäer verletzt. Auch der an ; den Pflanzungen angerichtete Schaden ist sehr bedeutend. * E r p l o s i o n an 93 orb eines deutschenDampfers. Aus Viktoria in Britisch-Kolombien kommt eine Trauerkunde für Deutschland. Der deutsche Dampfer ..Servia" soll außerhalb des Hafens von Wladiwo stock auf eine schwimmende Mine gestoßen sein. Ein gewaltiges Leck wurde in den Schiffsrumpf gerissen und unmittelbar nach ber Explosion ging bas Schiff mit 100 Mann unter. » Kleine Tagesckronik In Berlin wurde em Rechte anwalt auf einem Korridor des Kriminalgericksts von ein” t Same Löblich insullirl. indem sie ibn nach einer heiligen Auseinandersetzung ins Gefickt schlug, sodaß er blutete. Die Dame wurde zur Feststellung ihrer Perionalien aus das P"lizeibureau gebracht. Es soll sich um eine ehemalige Opernsängerin handeln, die zu dem Anwalt Beziehungen unterhalten hat. Der Grund zu dem Angriff soll tn nwtenelle Motiven liegen. — Der Sturm ft eig er Abelmeiei, dcr^ den Petri-Turm in Berlin erkletterte und an dessen Spitze eine ttahne befestigt hatte, bestieg am Samstag von Neuem den -.urni und holte die Jahne aus ber £)öhe herunter. Dem aickreoenden Schauspiel, das einen glücklichen Verlauf nahm, sah eine große Memchen- inenne zu. - In P ° I o n sind 8 «e nickstnrreiul le »orge- kommen, wovon vier einen tätlichen Verlauf nahmen. — JnLy on stürzte ein Wohnhaus ein. Fünf Ki nd e r wnrben al§~ c t ch en aus den Trümmeni hervorgezogen. — Aus V i c t o r i a m Bn isch- Eolumbien kommt die Nachricht von einem Schiffsungtua im stillen Ozean. Vor zwei Wochen wurde der .spanische Damvfer Liube von einer schwimmenden russischen Mine auf hoher See 'getroffen. Das Schiff ging einigen Minuten unter. 2 1 P e r s o n e n ertranken. — In Stuttgart ist cm Einjährig- ^reiwilligci vom Grenadierregiment ,Königin Olga' an Pocken gestorben. In Berliner Dekaturanstalten ist man gro ften treuungen auf die Spur gekommen. ^Einc Durchsuamug meh- lerer Resterl^ndlungen führte zur Cmtbeckung ganzer Warenlager, bie beschlagnahmt wurden. Die gestohleucn <^tone wurden von Arbeitern der Dckaturanstaltcn an diese Haiidlungen verlasst. Es wurde festgcstcllt, daß zwilchen den Dandlmii und den Arbeitern schon seit Jahren ein ,ehr reger Verkehr bestand — Im Grünewald bei Berlin wurde ein Graf ^cback ans E b a r lo t t c n b u r g mit einer Schußwunde in einer VlutlaaL liegend, besinnungslos aufgeffinden. Er konnte nur noch angeben, daß er gelegentlich ei.ies Spazierganges von .ctiicm Ätrol ch angeschoffen worden sei. Es liegt^ anscheinend ein RaubanfaN vor, da festgestellt wurde,, dass dem Ueocrfallencn eine goldene Uhr sowie ein Portenwnnaie fehlten. Eine umr des Täters konnte bisher nickst ^nittelt werden — ^n Z i zen- h aus en bei Konstanz wurde dcw 9 Jahre alte ^icdrichv.Briel mit durchschnittenem Halse tot aujgeninden. Mörder Nwrde ein innger Bursche n amen s Au ton Vos verha stet und in das Amtsgesängins eingeliefert. Derselbe leugnet die Tat. — In Sanscoins (Frankr.) stürzte wahrendder Messe der Kirchturm ein. Eine große Anzahl Dndachttger wurde unter den Trümmern vcnchuttet ^-en letzten Nachnc. ttn Kvsolge wurden bisher 27 Tote und Verwundete unter den . Trümmern hervorgezogen. Scbrfftnnckrt elften. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch E a r l L o o 5 Kirchenplatz. Laut telegraphischer Nachricht ist der Dampfer „Chemnitz am 3. ds. 6 Uhr morgens wohlbehalten in Newnork angekoi^^.___ Griginnl-DraHtrneldungen. Berlin, 5. Marz. Eine Verjammlung polnischer Arbeiter beschloß, die Liebfrauenkirche zu boykottieren, da die katholische Geistlichkeit polnische AnsprÜch, zurückwies. . Berlin, 5. März. Oberstleutnant v. Franck, ter Ende Nov. v. I. seinen hundertsten Geburtstag feierte, wurde anläßlich seines 80)ahrigenOffizters- Jubiläums zum Generalmaior befördert. — £Ae Masseurin und .Krankenpflegerin Franziska Blanc würbe wegen wiebcrholtcr Verbrechen gegen das kennende Leben unmittelbar vor ihrer Flucht nach Darrs v e r h a fte t Weißenfels, 5. März. Der Theaterdrrektor Mayerhof erschoß sich aus Notlage. Mailand, 5. Marz. Ein Bergsturz zerstörte einen Teil der Ortschaft Tavemola bei Brescia. Mehrere Hauser stürzten in den Jseo-See. Daoos, 5. Marz. Eine Lawine zerstörte die Parserm- Hütte am Mittelgrat. Ein Skifahrer wird vermißt. Petersburg, 4. März. Heute im Versamrnlungs- s.iale des Adels eine Versammlung von 6000 Mitgliedern des Handels- und I u d u str i e- V e r b an des statt, in ber folgende Resolution einstimmig angenommen mürbe: „Die Hebung ber Wohlfahrt Rußlands hangt ab von den in dem K'aiserl. Manifest vom 30. Oktober v. Freiheiten, die in die Gr udgeietze ausgenommen werden mUsten. Das gegenwärtige r g c he n d er L a n d e sr e ai er- u ng, welches jeder Gesetzlichkeit bar ist, führt M unhaltbaren Erschütterungen der Wohlfahrt Rußlands und kann nicht mehr geduldet werden ohne äußerste Gefährdung des Landes und der DY- Handel nnd Verkehr, volkswirlfthaft. Kohlenprcise. Die neuen Mschlußpreise pro' J9OC5/O7 hat mm daS Kvhlenkonlor hcr-usgcgeben. Amhra^itkohlen ausgeschlossen sind die Preise durckM-g hoher als i. B. — Das find wieber einrn't die Segnungen des ^vndikatswesenv. ** Konkurse in d essen. Ueber dasVennogen der Johann Adolf Berger Witwe, Josephine, geb. Meinhardt, zu M a m z, wurde am 24. Februar, nachmittags 3 Uhr, das Koukursver ähren eröffnet Anwaltsgehilfe Steffan zu Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt, ttonkursforderungen sind bis zum 10. JDlai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — Neber das Vermögen be^ Kaufmanns Heinrich Winter m W o r m § wurde am 26^ , e- bntar, nachmittags 3 Uhr, bas Konkursverfahren ei öffnet. Rechts- anwalt Dr. Strauß in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforberungen sinb dis zum 10. April bei bem Amtsgericht Worms anzumelben. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 5. März. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."l. Amtliche Notiei-ungcn bei- heutigen T'tehinot f - nreife. Zum Verkäme ftanben: 387 Offfien, lo8 au§ Ceft- reirf) 42 Bnl en, 0 ans Oestreich, 784 KnHe, Zersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 316 Kälber, 336 Schafe und Hamme 1502 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaslammei. Bezahlt wurde für 100'Tumb Schlachtgewicht' Ochsen 1. Guahtat <(7—79 Ulf., 9 o.,n( 72—74 Mk. 3. Oiial. 66—69'11(1.; Bullen l.Qiial. 66 bis 68 Mk., 2. Üunl."62—64 Mk.; Whe 1. Qual. 69—71 Mk., 2.Qual. 63—65 Mk., 3. Qual. 45—46 DIL 4. Qual. 42—43 Mk., 5. Qual. 00-00ML Kälber: 1. Qual. 89-93Pfg., Lebendgewicht o4-57 Pf., 2. Qual. 81-86 Pfg., Lebendgewicht 48-51 Pfg-, 3. Dual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 61—65 Schafe: 1. Qual. 70 80, 2. Qual. 70-72 Pfg., 3. Qual. 00-00 Mg.: Schweine 1. Dual. 82-00 Pfg., Pebbaciü. 64.00-00.00 W« 2. Du.80- 81 Pfg-, Lebend- gern. 62.50-63 ^fg., 3. Dual. 73-75 Pfg., Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. . kc. Frankfurt a. M., 5. März. (Orig.-Telegr. des „Gießen. 9(m.") Amtliche Notierungen ber bentigen Fruchtmarktvrel 1 e. Weizen Mk. 18.50—00.00, Kiirhessischer Mk. 18.50—00, La Plata Mk. 18.50-20.00, Kansas Mk. 18.50-19.25, Roggen (hiesiger) gne 16.50 —16.75, oberste (Wetteranerl Mk. 17.50—00.00, ifraiifen- selber Mk. 18,25—18,50, Hafer 16.75-17.75, OTai§Tlf. 12.^—13 00 Wettenmehl 27—28.00, M. 00—00, 2. Dualität Mk. 2o.00 bis Mk. 26.00, 3. Dualität Mk. 22.50-23.00, Roggenmehl 0 Mk. 24.75-25.75, 1. Qualität Mk.22.25-23 25, Weizenkle.e Mk. 10.00 bis Mk. 10.15, Roggenkleie Mk. 11.00-11.50, Malskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Rieb Mk.17.7o— 18.25. Alle^ per 100 Kg. ab hier.________________ Eingesandt. (Für den Inhalt der unter bi-icr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) SpielplaK ber vereinigten .frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 6. März, abends 7 Uhr: ^Tell. SchanspielhauS. Dienstag ben 6. März, abends 7 Uhr: .Salome. Hieraus. „Im bunten Reck/ w Arbeiterbewegung» Wien 4 März. Die organisierten äugest eilten der Apotheken fast ganz Oesterreichs beschlossen m den A u st a n d itt treten. Kirchliche Nachrichte«. Evangelische (tzemeinve. Montag, ben 5. März, abenb? 8 Uhr: Bibclstunbe tm Konfir- manbensaal ber Lukasgemeinbe. Text ^^ar!er E u ler. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Sroranssichtsfckic Witterung in Hessen für Dienstag, den 6. März 1906: Trüb unb geringer Regen. Nach milberer Nacht Tagestemperatur wenig verändert. Näheres >itrch (Eichener q'^tterfarte. Tendenz: ungleichmüs^sig. Fabelhaft billig stellt' sich Tee aus Meßmers hochfeinen, staubfreien Teespitzen, beim ein Päckchen ä, 15 Pfg. ist ausreichend für 16 Tassen. Diese Teesvitzen sind durch ihre Billigkeit jedem paus- halt zugänglich und sollen zur Hebung des Konsums des so außerordentlich gesunden Getränkes beitragen.___________________d /, Technikum Bingen Rheinisches für Maschinen- u. Elektrotechnik, verbunden mit Chaufeanohulc.___ Progrramme frei. Bekanntmachung. Letrifft: FeLbereinimmg in der Gemarkung Gießen, links der Lahn. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 5. März 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betrifft: Wie oben. Samötag, den 10. März dS. Js., vormittags von 10 bis 11 Uhr, findet in der Grotzherzoglichen Bürgermeisterei Gießen die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der neuen Grundstücke in den Fluren XIX bis XXVin sowie in den zugeyogencn Teilen von Launsbach und Wißmar statt. Die Wünsche sind schriftlich — mindestens auf 1 2 Bogen — einzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterzeichnen und sollen genau angeben, welche alte (nach Flur und Nummer zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt und in welche Gewann die neuen Grundstücke gelegt werden sollen. Wünsche, welche in dem oben genannten Termin nicht vor- gebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, den 27. Februar 1906. B5/, Der Großherzogliche Feldbereinigungskonrmissär: _____________gez. Svamer, Kreisamtmann._______________ " . Holzverfteigemmg im Gemeindewald Erda. Freitag, den 9. ds. Mts. vormittags 10 Uhr. 46,97 Fstm. Eichen-Stammholz, 2,29 „ Buchen-Stammholz, 2,— Rm. Eichen-Küferholz, 18,02 Fstm. Kiefern-, Bau- und Grubenholz. Zusammenkunft im Distrikt Holl en berg. Hohensolms, den 2. März 1906. Cs/3 _________________Der Bürgermeister.__________________ Theater - herein 8. Vorstellung: Fr-eEtag, rien 9. Gasipiel von Blax Dayrbammer vom Schauspielhaus in Frankfurt a. M. 1. Die Schauspieler des Kaisers Schauspiel in 3 Akten von Wartenberg. 2. Der Bär Groteske in 1 Aufzug von Anton Tschechow. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen 1V'/, Uhr. Eintrittskarten zn Mk. 5.—' 4.—, 3.— (Mitglieder Mk. 4.50, ,3.50, 2.50) und zn Mk. 2.— (für Studierende) hei Herrn Challier und an der Abendkasse. vB/s Sängerkranz. Heute, Montag den 5. März: Keine Moöe. Wachste Wroöe: Donnerstag, 8. März im Caf6 Ebel. »7,_________________________________Der Vorstand. 8 Gemüse- 8 Konserven Vorzügliche Fabrikate zu außerordentlich wohlfeilen Preisen kaufen Sie bei Gebrüder Verdux Bahnhofstraße 27 Lindeuplatz 12 c-.. ------------.........-..... Junge Schnittbohnen. . do. . . do. . . do. . . Junge Brechbohnen . . Prima junge Wachsbohnen 2 Pfd.'Dose 22 Pfg 3 " " 5 „ n 2 t 2 „ „ 20 „ 42 „ 65 „■ 23 „ 42 w *=•— Erbsen - ----- - I (stark) do . 2 Pfd. Mk. 1.30 1 Pfd. Mk. 0.75 la. prima, extra stark Karotten, Prinzessbohnen, Erbsen und Karotten. 2 2 1.45 1.65 1.85 1 1 1 35 Pfg. 25 „ 42 „ 55 „ 38 „ Gemüseerbseu . . . do. Junge Gemüseerbsen Mittelfeine Erbsen . do. 65 „ 50 „ 75 „ 90 „ Mk. 1.10 „ 1.30 Prima Schnittspargel Extra starker do 0.80 0.90 1.— Stangenspargcl Prima do. la. do. do. do. . . 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