M Direktion e ™V L w* ßnder - Gesellt 1877 ®§§* in Verbindung btt vM^ denen Methoden Mn Magogen und Meisln im Violinspiel z. Ä ^"belitr Lehrer i /E W.WLMM txtttU WW'*'( WUM L^üttla i qu eüWn von.4-'-" 1 ßrunbetfler etmeU ?tzSS ’hinq. ßfQ r.T •- ---^Nhosk.^'d :i Ä8®hen Ni ' i"*M“ Lanfsteik Siriiti J±**tÄ*,u*>* Wettzstickereie» MonograBi für Uebrrii*r «. « I''*® JIiÄSniM. Fril»»1*, Weserstraße -LL—-— Baar-M ÄffeUr* ZpkDnden» e^0t£forste*8 , Suche tnternehmer »um Gtai '°eS Vruuncns --Biib«amfn^ Il: «oäimiich Witta» Slbnrimer. Dnest. Angebote mit «rd« ■ ln Valentin Zchnsicr, !£im a-M., AncklmuSstr.ir - flutr®cigcn~biä^n «iitfii. Hemer wird gründ!- Siolm-Unterricht erteilt. M Näheres bei Zutiuü fiu» HenDaDO Skr. 282 Drittes Blatt 156. Jahrgang Freitag 3V. November 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. Die „Giehener $ami!tenb!atter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich betgclegt. Der „ffesfiiche Landwirt' erschemi monatlich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Truckeret: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.; Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. L?c^r,Mcr LcinStag. R.-B. Darmstadt, 29. November. Die Zweite Ständekammer trat heute vormittag zu ihren Winterberatungen zusammen. Das Haus zeigt trotz der zur Beratung stehenden Interpellation über den Fall Eißnert die gewöhnltche Physiognomie. Auch die Zuhörertribünen sind nicht stark besetzt, nur auf der Jou» nalislentribüne ist ein halbes Dutzend auswärtiger Zeitungsoertreter zugegen. Nachdem am Regierungstische Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth und Mmisierialpräsident Braun Platz genommen hatten, eröffnete Präsident Haas die Sitzung um IO1/, Uhr. Der Präsident gedachte zuerst der frohen Runbe von der Geburt des Erbprinzen und sprach bem hohen Elternpaare namens der Zweiten Kammer die herzlichste Gratulation aus mit dem Wunsche, das; der junge Prinz an Leib und Seele gedeihen möge, und daß er insbesondere eine die sorgfältigste Kenntnis von Land und Leuten garantierende Erziehung erhalten möge zum Segen des Landes. Dcr Präsident ist überzeugt, daß die Kammer (die Sozialdemokraten glänzen durch Abwesenheit) diesen Wunsch mit ihm teile, und ersuche sie, dem Großherzog, der Großherzogin und dein Erbprinzen ein dreimaliges Hoch auS- zubringen. (Nachdem dies geschehen war, erschienen die Sozialdemokraten wieder im Sitzungssaal.) Der Präsident verlas darauf die Botschaft des Großherzogs in Betreff der Geburt des Erbgr o ßherz ogS. Der Frage des Präsidenten, ob die Kammer an Se. Königl. Hoheit eine Glückwunsch-Adresse richten wolle, stimmte das Haus zu. RamenS der Sozialdemokraten gab Abg. Dr. David die Erklärung ab: Wenn roir diesmal der Adresse an den Großherzog unsere Zustimmung nicht versagen, so geschieht es nicht, weil wir unseren prinzipiell ablehnenden Standpunkt zu derartigen Kundgebungen geändert hätten, oder ihre Form billigten, sondern aus rein menschlichen Gründen. Wir wollen datnit zum Ausdruck bringen, daß wir uns nut-- frenen, daß dem Großherzog nach den schweren Schicksalsschlägen, die ihn getroffen hatten, em neues Familien- glück erblüht ist. In diesem Sinne schließe sich des Redners Partei dem Glückwünsche an. Das Haus genehmigt darauf einstimmig die vom Präsidenten verleseneAdresse. Weiter verliest der Präsident die Danktelegramme Se. Königs. Hoh. des Großherzogs und I. K. H. der Großherzogin für die Glückwünsche der Kammer 5um Geburtstag. Präsident Haas widmet, darauf den beiden verstorbenen Abgeordneten Häusel und Müller warme Nachrufe. Die Kamlner ehrt ihr Andenken durch Erheben von den Plätzen. Nachdem dann noch die Vereidigung der beiden neu eingetretenen Abgeordneten Dr. Osann II. und Büchner- Vvönig erfolgt ist, wird in der Tagesordnung fortgefahren. Auf die 9lnfragc der Abgeordneten Dr. Schmitt und Genoffen, die Verkehrsiutereffen der Stadt Mainz betr., verliest Finanzminister Gnauth eine längere Regierungserklärung. Auf Antrag des Abg. Dr. Schmitt wird eine Besprechung der Angelegenheit nach Drucklegung der Antwort beschloffen. Die Anfrage bet' Abgg. Reinhart und Genossen, betreffend die Bestätigung des Herrn Eißnert zum Beigeordneten der Stabt Offenbach beantwortet Ministerial- präsibent Braun durch Verlesung einer umfangreichen Regierungserklärung, bie wie folgt lautet: „Die Großh. Negierung verkennt keineswegs den^Gegen- s a d zwischen dem heutigen Staat und der Sozial- demotratie als der politischen Partei, welche die von ihr geforderte Aushebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und die Umwandlung der bestehenden in eine sozialistische Gesellschaftsordnung im Wege des Ktassenkampses und der Eroberung der politischen Macht für die Arbeiterklasse erstrebt. Die Großh. Regierung verurteilt durchaus den verwerflichen Charakter der von der Sozialdemokratie zur Förderung ihrer Bestrebungen an gewendeten Mittel und ist sich voll bewußt ihrer Pflicht, in Wahrung des monarchischen Staatsgcdankens und zum Schutze der bestehenden Staats- und Gesellschaftsorbnung auch zu ihrem Teil die diesem Standpunkt zuwiderlausenden Tendenzen und das Vorgehen der sozialdemokratischen Partei zu bekämpfen. Mit Aussicht auf Erfolg will dieser Kampf der Großh. Regierung aber nur möglich und zulässig erscheinen auf dem Boden der bestehenden Gesetzgebung und unter Beobachtung der verfassungsmäßigen Gleichheit der Staatsangehörigen vor dem Gesetz in Pflichten wie in Rechten. Soweit es sich hierbei speziell um die Handhabung der Vorschrift der Städteordnung über die Bestätigung der Bürgermeister und Beigeordneten handelt, darf nicht verkannt wcvdcn, daß deren Berufung zum Amt zunächst auf der Wahl beruht und daß die Städleorüuung selbst oorschreibt, welche Personen von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind. Einen Ausschluß lediglich wegen der Zugehörigkeit zu einer politischen Partei kennt das Gesetz nicht. Diese Auffassung der Gr. Regierung wird als richtig von den Herren Interpellanten selbst ausdrücklich anerkannt. Die Sozialdemokratie aber als politische Partei nicht gelten zu lassen, weil sie sich selbst außerhalb der gegebenen Staats- und l>-esellschaitsordnung pelle, schemt der Großh. Negierung insoweit und insolange nicht angängig, als die Sozialdemokratie ihre Ziele innerhalb der durch die bestehende Gesetzgebung gezogenen Grenzen, sowie auf parlamentarischem Wege verfolgt. Nach der dermaligen Rechtslage kann somir einem Wahlergebnis nicht in jedem Falle und bloß darum bie Beachtung versagt werden, weil der Gewählte der g. nannten Partei angehvrt. Eine solche Sachbehandlung würde die Großh. Regierung weder mit den Forderungen voutifchcr Gerechtigkeit für vereinbar, noch als im Kampfe gegen die Sozialdeiiwkratte nützlich halten. Aus der anderen Seite ist zu erwägen, daß dem Bürgermeister und den Beigeordneten nach den Vorschriften der Städteordnung neben der Verwaltung der eigentlichen Gemeindeange- legenheitcn polizeiliche und andere staat.iche Funktionen obliegen, und daß sie hierdurch mit Bestätigung ihrer Wahl auch zu Trägern staatlicher Hoheitsrechte werden. Die nach der Städteordnung dem Landesherrn vorbehaltcne und hinsichtlich der Ver- agungsgründe unbeschränkte Bestätigung muß vermeiden, daß solche Funktionen einer ungeeigneten Persönlichkeit aufgetragcn werden. Unter allen diesen Gesichtspunkten i)t bei Handhabung des Bestätiguuasrechts in jedem Einzelfall zu prüfen, ob der Gewählte geeignet sei, bei der Verwaltung der städtischen Geschäfte in einer das Gemeindewohl fordernden und zugleich dem Staatswohl nicht zuwiderlaufenden Weise mitzuwirkcn. Im vorliegenden Falte i|i bei bieicr ihrer Pru,ung die Großh. Regierung, unbeschadet ihrer grundsätzlichen Stellung gegenüber der Soziatdemokr<.llc, hauptiächuch aus zwei Erwägungen zuguniten des Vollzugs der Bci.äügung schlüssig geworden. Einmal war auf Artikel 1 das Gesetzes vom 24. Mai 1894 Rücklicht zu nehmen, wonach in erster Linie die Stellvertretung des Pürgermestiers den besoldeten Beigeordneten zui»eht und Art und sJJiqb der Mitwirkung dcr unOeioibcten Beigeordneten zunächst von dem Bürgermeister zu regeln ist. Dazu kam — abgesehen von der an sich gegebenen Möglichkeit einer Uebertragung der Polizei bei Eintritt von Schwierigkeiten an eine paatliche Behörde — weiter die Tatsache, daß nach Auskunft von den berufenen Seiten gegen die Person des Gewählten eben nur seine Parteistellung eingewendet werden könne, sowie die auf amtliches Befragen von ihm u. a. abgegebene Erklärung, daß er sein Amt nach den bestehenden Gesetzen i uhren und dieses Amt niederlegen werde, falls er hierbei mit feiner Ueberzeugung in Widerspruch gerate. Unter diesen Umständen glaubte die Großherzogliche Regierung, daß kein zureichender Grund mehr vorgelegen habe, aus dem der Bestätigung l-ättc widerraten werden können. Für diese übernimmt daher die Großh. Regierung die ihr zufallende Verantwortlichkeit. Zu der Annahme der Herren Interpellanten, daß die Bestätigung eine prinzipielle Aenderung in der seitherigen Stellungnahme bedeute, roeue ich darauf hin, wie sich seit Erlaß der Stadteordnung überhaupt noch kein Anlaß ergeben hatte, einer nach deren Vorschriften vollzogenen Wahl die Bestätigung zu versagen. Zum Schlüsse betone ich ausdrücklich, daß die Bestätigung des Herrn Eißnert.ohne jedesPrä- judiz für die Zukunft erfolgt ist und daß in etwaigen künftigen Fällen die freie Entschließung der zuständigen Stelle nur unter der selbstverst ändl ich en Beobachtung größter Vorsicht und auf Grund der Erfahrungen int vor liegen de n Falle ergehen wird." 9tad) dieser mit größter Spannung angehörten Erklärung (die meisten Abgeordneten hatten sich dicht an den Regierungstisch herangebrängt) beantragte Abg. Reinhart die Drucklegung der Regierungserklärung unb bie Vertagung ber Besprechung auf Nachmittag. Das Haus beschloß bem Antrag entsprechenb. Darauf ergriff noch Staalsmimster Ewald bas Wort unb erklärte: Er verstehe vollkommen, baß viele ber Anwesenben die Bestätigung des sozialbemokratischen Beigcorbneten Eißnert bedauerten, unb baß bie Bestätigung zu bem Mißoerstänbnis Anlaß geben konnte, als stäube bie Großh. Regierung ber Sozialbeinokratie gleichgilttg gegenüber. Tie Regierung sei aber nicht frei in ihren Entschließungen, wie bie Parteien; sie dürfe sich nicht von dem '-Hoben ber Gesetzgebung entfernen, unb sie glaube auch bie Verantwortung für ihren Entschluß tragen zu können. Sie habe bie ganze Angelegenheit pflichtgemäß geprüft unb sich gefragt, ob gegen bie Persönlichkeit bes Gewählten irgenb» welche Einwendungen zu erheben seien. Unb ba bas nicht ber Fall, mußte die Regierung unb besonbers er als Justiz- minifter bie Entscheibung treffen, bie auch ben Interessen des Staates nicht zuwiberlaufe. Sie mußte sich auf ben gesetzlichen 93oben stellen unb bas Selbstv.erwaltungs- recht ber Gemeinden nach dem Geist der Stäbteordming wahren. Im Hinblick auf bie vielfachen Angriffe in ber Presse müsse er noch erklären, baß bas Ministerium eine gebeihliche Fortführung ber übertragenen Aemt er nur bann für möglich halte, wenn wir die Ueberzeugung gewinnen, baß wir bei Ihnen, unbeschadet Ihrer Stellungnahme im vorliegenden Falle bem Wunsche begegnen, unsere gemeinsame Arbeit auch weiterhin gemeinschaftlich mit uns fortzufetzen." Daraus würbe bie Sitzung abgebrochen. Nachmittagssitzung. In der nachmittags 3 V8 Uhr eröffneten Sitzung waren bie Tribünen vom Publikum dicht besetzt. Am Rcgierungs- tlsch nahmen wieder bie brei Minister Platz. Das Haus tritt sofort in bie Debatte über den Fall Eißnert ein. Abg. Reinhart fuhrt als Antragsteller aus: Er beabsichtige, die Interpellationen nur von allgemeinen Gesichtspunkten aus zu begründen, und werde die juristische Begründung seinen Freunden überlassen. Ter Fall Eißnert war so geartet, daß er zu einer rechnen Meinungsverschiedenheit zwischen der Regierung und einem großen T eil der Bevölkerung gesührr hat. Wir haben diese Differenz umsomehr beklagt, als seit Jahrzehnten eine solche mit der Partei nicht vorgekommen ist. Unsere Stellungnahme zu der Frage ist im Grunde genommen keine neue, die Partei hat, wenn sich der Fall auch nicht auf eine Magiftrarsperfon, sondern auf einen Land- bürgermeister bezog, schon am o. Februar 1886 die gleiche Steilung eingenommen, wie sie es heute tut. Slaats- m in ist er Finger hat damals den Satz ausgesprochen: Das wäre feine StaatSraison, einen Sozialdemokraten zu bestätigen, und das ist der Boden, auf Dem die iiationaUiberale Partei auch in der vorliegenden Frage steht. In dem kurzen Satz liegt sozusagen ein Programm. Und wenn man damals die Meinung aussprach, man würde in Zukunft doch wohl anders entscheiden, so glaubt Redner aussprechen zu müssen, daß. gerade die Entwickelungsgeschichte oer Sozialdemorratie in den letzten 2D Jahren, Die immer schärfer werdende Negation der jetzigen Staabs- unb Gesellschaftsordnung uns immer mehr barin bestärken muß, duh da, wo das. Bestätigungsrecht in den Händen der Negierung liegt, an Dem üi.uno|a;> ie|ujei)a.ieu muß, ie dient Mitglied der sozialdemokratischen Partei ein obrigkeitliches Amt zu übertragen. (Zustimmung.- Tie Grenze muß hier immer schärfer gezogen werden. Das Dejiätigungsrecht hat doch auch den Sinn, daß außer anderen Gründen auch das S t a a t s i n t e r e s s e in Betracht gezogen werden soll. Ein Beigeordneter einer Stadt kann in die^ amtliche Tätigkeit kommen, auch wenn er an letzter Stelle steht, daß er zur Ausübung bürgermeisterlicher Befugnisse berufen ist. Aber daß ein Sozialdemokrat obrigieiiiiujc Funktionen an Stelle des Bürgermeisters ausübt, ist doch ein Unding, und wir können das auch nicht zugeben. Redner weist auf die Organisation in Mainz und Worms hin und betont dann, die Ausführungen vom Regieruugstische hätten eine P artet nicht überzeugen können; sie erkenne den Standpunkt an, daß eine politische Parteistellung nicht Veranlassung geben soll, eine Wahl nicht zu bestätigen. Aber sie bleibe dabei, daß, solange es eine Partei gibt, deren ausgesprochener Grundsatz es ist, die jetzige Ordnung des Staates und der Gesellschaft gegebenenfalls aus dem Wege der Revolution zu beseitigen, solange diese Partei in ihrer Ausnahmestellung verharrt, diesem Grundsatz für obrigkeitliche Aemter von der Partei nicht entsprochen werden rann. Dieser Weg wird auch in Zukunft im Interesse der staatserhaltenden Parteien beibehalten werden, sonst kommt es zur Verwirrung der Gemüter. Er glaube auch, daß, wenn einmal der Zukunftstaat verwirklicht werden sollte, die Sozialdemokratie ich erlich feinem Mitglied ber bürgerlichen Gesellschaft ein Amt übertragen würde. Die Bestätigung hat, das läßt sich nicht bestreiten, eine große allgemeine Erregung hervvrgcrufen, besonders auch bei den in _ber Protestver- amrnlung zugegen gewesenen Angehörigen Offenbachs. Die Äußerungen in einer Volksversammlung dürfen nicht so scharf aus die Wagschale gelegt werden, es war eben an der Erregung nichts gemachtes. Es gibt noch viele Menschen, die nichts wissen von der Gefährlichkeit der Sozialdemokratie, und die können leicht irre werden und in der Betätigung Eißnerts eine Empfehlung der sozialdemokratischen Tendenzen erblicken. Man wird sagen, wenn die Regierung selber die Sozialdemokraten in amtliche Stellen bringt, können diese Leute doch nicht so schlimm sein; besonders die große Zahl der Staatsarbeiter muß da zweifelhaft werden. Der Hinweis auf Baden und Bayern ist verfehlt, weil dort die Gesetzgebung ganz anders ist, indirekte Mahl io. Wir wünschen bie staatliche Ordnung in jeber Weise aufrecht zu erhalten und sind deshalb grundsätzlich dagegen, daß staatliche Stellen mit Sozial- demokratenbesetzt werden, ^ie arbeiten ja bisweilen fleißig mit, aber sie'verlassen die Früchte ihrer Arbeit, indem sie beispielsweise das Budget im ganzen ablehnen. Namens seiner politischen Freunde gibt ber Redner zum Schluß die Erklärung ab: Wir stehen fest auf dem Standpunkt unserer Interpellation und bedauern wiederholt auf das lebhafteste die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten in Offenbach als eine beklagenswerte Durchbrechung der Grundsätze der früheren Regierung. Wir fassen aber den Schlußsatz der Regierung dahin auf, daß die größte Vorsicht und auch die Erfahr-. ungen bei bem Fall Eißnert die Regierung in künftigen Fällen dazu führen wird, sozialdemokratische Magistratspersonen nicht zu bestätigen. — Hiervon ausgehend und bei fester Beibehaltung unserer Grundsätze in dieser Frage sind wir in Rücksicht auf die bisherige segensreiche Tätigkeit der Regierung bereit unb wünschen mit ihr die gemeins ame Arbeit fortzu- setzen. Abg. v. Brentano erklärt, seine Partei steht auf dem prinzipiellen Standpun kt, dem auch die Resolution Reinhart u. Gen. zum Ausdruck bringe, daß gleiches Recht für Alle gelten müsse. Man müsse aber auch verlangen, daß die ganze Persönlichkeit ber zu bestätigenden die zweifellose Garantie dafür bieten müsse, daß er die Gesetze auch in dem Sinne anwendet, in dem sie erlassen sind, nicht aber in dem Sinne, ben er von seinem Standpunkt aus hineinlegt. Eine solche Garantie könne aber ein überzeugter Sozialdemokrat nicht geben. Ein Programm, das die Monarchie beseitigen wolle, lasse sich mit den Anschauungen in unseren Staatsleben nicht vereinbaren. Abg. Reinhart habe ganz recht, wenn er sage, daß, wenn die Sozialdemokratie einmal irgendwo die Majorität haben sollte, dann sicherlich prinzipiell kein Kandidat der bürgerlichen Parteien zugelassen werden würbe. Er unb feine Freunbe könnten in ber Tat nicht verstehen, wie ein Sozialbemokrat berufen sein kann, ein ber- artiges Amt zu verwalten. Die Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie lasse sich nicht vereinbaren mit der Ausübung eines Staatsamles. Es komme noch hinzu, baß Eißnert bie von ihm verlangten Garantien nicht gegeben hat. Wenn in dem offiziösen Blatt und auch heute hier erklärt wurde, daß Eißnert ja gar keine polizeilichen Funktionen auszuüben haben werde, so sei bas Ministerium ja garnicht in ber Lage, barüber nähere Bestimmung zu treffen unb zweitens gebe es boch feine Beigeorbneten minber- wertigen Grabes. Er könne sich sehr wohl ben Fall benken, baß ein unbesoldeter Beigeordneter in einer ernsten Situation polizeilich eingreifen müsse. Den Beweis, daß man in der Person des Beigeordneten nicht bie erforberlichen Garantien erblicken könne, habe man schon badurch erhalten, baß derselbe wenige Tage nach seiner Einführung aufforderte, fozialdemokratifche Flugblätter in seinem Laden abholen zu lassen. Die Ratgeber der Krone seien nicht über die Stimmung im Volke unterrichtet gewesen, als sie dem Großherzog die Bestätigung empfahlen. Sie hätten sich in einer so ernsten Sache auch mit den Führern der Parteien ins Benehmen setzen sollen. (Rufe: Auch bei den Sozialdemokraten?) Jawohl, auch bet diesen, denn da hatte man lernen können, wie man es nicht machen soll! (Heiterkeit.) Redner bespricht noch eingehend den m der Sozialdemokratie herrschenden Terrorismus, der sich namentlich auch im Falle Cramer das Ministerium dazu zwingen. (Der Präsident ermahnt den Laufe der Jahrzehnte zu der Erfahrung gelangt, daß die Monarchie einen Schutzwall des Kapitalismus bilde. Wolle man ihm in einem Rechtsstaat das Recht nehmen, daß er den republikanischen Gedanken propagiere. Man glaube schon jetzt nicht mehr, wenn man seine Partei als Umstürzler hinstelle, sie sei keine Bande von Verbrechern. Man fordere jetzt Redner, sich nicht in Ausdrücken zu bewegen, die parlamentarisch nicht zulässig sind.) Die Negierung habe ja da§ Recht, bei der dritten Wahl desselben Kandidaten selber ihren Mann zu ernennen, aber dann werde es bald dahin kommen, daß sich kein anständiger Mensch mehr vonr Ministerium bestätigen lassen werde und dann würde es in den Augen der Volksmassen als das Ministerium der Ungerechtigkeit und der Gewalt gekennzeichnet werden. Redner wendet sich dann dagegen, daß man seine Partei in der Versammlung vom gegenüber zu wahren. Nachdem sich noch Abg. Reinhardt in längeren, auf der Tribüne schwer verständlichen Worten gegen 2r. Gutfleisch noch gewendet hat, polemisieren die Abgeordneten Ulrich und Tr. David noch in ziemlich erregtem Tone gegen diesen Redner. Um bweiviertel neun Uhr ist endlich die Debatte über die Interpellation erschöpft und der Präsident schließt die fast sechsstündige Sitzung. Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr. gezeigt habe. Die Sozialdemokratie besitze ein scharfes Rechtsgefühl, aber nur für alle sie selbst berührenden Fragen, nicht auch für die Rechte anderer Parteien. Würde die Sozialdemokratie ihre schönen Theorien von Freiheit, Gleichheit re. auch in der Praxis betätigen und wirklich dahin streben, die vorhandenen Fehler in unserem sozialen Leben zu verbessern, so würde unsere Stellungnahme zu ihren Bestrebungen eine ganz andere sein. Redner erklärt schließlich, daß er und seine Freunde im Großen und Ganzen von den Erklärungen vom Regierungstische befriedigt sei. Daß das Ministerium infolge der nationalliberalen Parteiversammlung seine Demission einreichte, halte er nicht für richtig; das hätte nur geschehen sollen, wenn diese Vorwürfe auch von der Majorität der Kammer erhoben worden wären. Ein vereinzelter Fall von Irrtum der Negierung brauche nicht gleich zur Demission zu führen. Die Minister müßten gerade in einer so schwierigen Situation es für ihre Pflicht halten, auszuharren. Er erkläre namens seiner Partei, daß dieselbe einstimmig die Bestätigung mißbillige, und es nicht nötig war, noch so gefährlichen neuen Zündstoff in das Volk zu werfen. Damit solle aber der Negierung kein Mißtrauensvotum erteilt werden. Im übrigen könne er sich nur den Ausführungen des Abg. Reinhardt und dessen Resolution anschließen. Den Männern der Regierung aber rufe er ein Videant consules rc. zu. Abg. Bähr erklärt, auch seine Partei mißbillige die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten. Sie stehe nicht im Einklang mit den Anschauungen in den weitesten Kreisen der ländlichen Bevölkerung. Redner beklagt dann das geringe Entgegenkommen des Herrn Finanzministers in agrarischen Fragen und spricht die Erwartung aus, daß in dieser Hinsicht eine Wendung zum Bessern emtreten möge. Abg. Ulrich bemerkt, er wolle ebenfalls Videant consules rufen, aber in dem Sinne, daß sie darauf achten sollten, daß dem Volk kein Schade geschehe. Die drei Vor- redner hätten der Negierung über die Bestätigung des einen Beigeordneten ihre Mißbilligung ausgesprochen, sie hätten nicht vergeßen sollen, daß gleich ein Paar Andere nicht bestätigt wurden. Er müsse seine Anerkennung aussprcchen, daß der Fürst des Landes den Mut gehabt hat, der ganzen Kamarilla gegenüber das zu tun, was er für recht hielt. Die bürgerlichen Parteien seien heute die eigentlichen Vertreter des Klassenegoismus. Man könne den Sozialdemokraten nicht einen einzigen Gewaltakt nachweisen. Das Bestreben des Kapitalismus gehe dahin, die Macht immer mehr in wenige Hände zu bekommen. Derselbe wachse sich für eine Gefahr für den Staat aus. Die Sozialdemokratie sei im den Klassenkampf vertrete, gebe es mit ihr keinen Frieden. Redner geht dann auf die Offenbacher Verhältnisse und die vom Fürsten dieses Landes, er solle Gesetz Gesetz sein lassen. Haltung , der Ulrich sch en Blätter näher ein, dieselbe mit Die traurige Vereinigung von Bauernbündlern, Zentrum und scharfen ironischen Worten geißelnd, wobei er oftmals stür- Natwnalliberalen beweis- qenüqsam, daß sie nur heuchelten, misch von den Soztaldcmokratcn mit Zw->ch-nruf-n bedacht , -t ro1cov <• <5‘wird. Durch die Hetzarbeit der Sozialdemokratie werde die weil sie selber b' nicfjt airteben rooUten. im deutschen Wolke immer mehr erweitert, Schließ- Er fordere oom Ministerium keine Extra-Wurst gebraten aber R(% ^wahrt sich Redner noch energisch dagegen, daß die er fordere Gleichberechtigung. Wenn man die Kandidaten Protestversammlung von Frhrn. v. Hehl ausgegangen sei. seiner Partei nicht bestätige, so werde sie Sturm laufen und uiid senie Freunde seien keine Knechte dieses Herrn, sie das Ministerium dazu zwingen. (Der Präsident erinahnt den wüßten ihre Freiheit und selbständige Stellung auch ihm der Volksvertreter besitzt. Niemand könnte dem Großherzog ägen, welch bessere Männer man an die Stelle setzen könnte. Alles was heute vorgebracht wurde, sei nur eine Wiedergeburt der altem Gedankengängc, die schon vor Jahrzehnten gegen die Sozialdemokratie verwendet wurden. Das Mini- terium habe einfach gerecht gehandelt und seine Schuldigkeit getan und da seien Vorwürfe nicht am Platze. Er und seine Freunde würden bedauern, wenn aus der heutigen Verhandlung irgend eine Schwächung des Ministeriums Hervorgänge. Tas Ministerium stehe als gerechtfertigt da. Der heutige Tag sei ein Tag der Freude und les Triumphes für das Ministerium. Abg. Dr. Glässing nimmt für seine Person Stellung zu der Frage auf dsie heftigen Angriffe auf die Interpellanten. Die Rolle eines Agitators der sozialdemokrat. Partei sei unvereinbar mit der Stellung eines Vorsitzenden des Gewerbegcrichts, des Einigungsamtes. Eine agitatorische Beteiligung am politischen Wahlkampfe müsse dem Beamten seine Autorität nehmen. In dieser das Rechtsbewußtsein der Allgemeinheit tiefberührenden Frage müsse jeder ehrliche Deutsche ohne Rücksicht auf sein politisches Glaubensbekenntnis die Haltlosigkeit des von der Regierung eingenommenen Standpunktes anerkennen. Redner erörtert dann die Stellung eines sozialistischen Amtsinhabers, bei der durch Streiks seitens der Agitatoren bewerkstelligten tiefen Erregung und bespricht dann die Autorität der obersten Staats- und Gemeindebehörden. Tie Bestätigung sei ein Akt des Monarchen und dürfe nicht zu einer blichen Formalität herabsinken. Tie Regierung dürfe nicht die Möglichkeit bieten, die Autorität der Gemeinden zu beeinträchtigen. Abg. Dr. David bemerkt, es sei eigentümlich, daß die Sozialdemokratie hier zum Schutz des verfassungsmäßigen Rechts der Krone auftreten müsse. Der Redner wendet sich besonders gegen den Frhrn. v'. Hehl, den er mit Bezeichnungen wie Geldsack, Großherzog usw. bedenkt. Auch in Ludwigshafen sei ein Sozialdemokrat zum Bürgermeister gewählt worden und in Baden hätten ja die Nationalliberalen mit den Sozialdemokraten ein Wahlbündnis beschlossen. Redner polemisiert dann gegen die Abgg. von Brentano und Tr. Glässing und bedauert die „Einknickung" der Regierung vor der nat'ionalliberalen Volksseele. Die bürgerlichen Parteien hätten mit ihrer Agitation nur .Haß gesät und das Vertrauen des Volkes auf die Rechtsgleichheit erschüttert. Die Sozialdemokratie werde den heute hier zutage getretenen Parteiblock bei der nächsten Reichstagswahl ohne Furcht entgegentreten. Abg. Tr. Osann II. betont, daß nicht parteipolitische Erwägung, sondern der Gedanke an das Vaterland die Protestversammlung gezeitigt habe. Er verwahre sich dagegen, daß hier von einem Entrüsiungsvotum gesprochen werde, wie Dr. David es getan. Redner geißelt dann das heutige Bestreben der Sozialdemokraten, ihr monarchisches Gefühl zu revidieren (Ohorufe), während die Parteiblätter noch bei der Geburt des Erbprinzen und den Ordensverleihungen nur Hohn und Spott hatten. Solange die Sozialdemokratie 4. November des Landesverrats verdächtige und ihr die Vaterlandsliebe abspreche. Auch sie habe sehr wohl eine solche, aber das Vaterland der Ausbeuter sei nicht das Vaterland der Sozialdemokraten. Die 16 unterzeichneten Interpellanten behaupten, die Sozialdeniokraten ständen außerhalb der gegebenen Staats- und Gesellschaftsordnung. Das tun wir nicht, wir stehen mitten im Kampfe des Lebens und suchen unsere Ideale zu erreichen. Der Redner geht nun noch ausführlich auf die Versammlung vom 4. November ein und kritisiert die dort gehaltenen Reden in seiner bekannten aggressiven Weise. Seine Partei sei die stärkste im Lande, sie hätte eS auf 68 000 Stimmen gebracht, während die Nationalliberalen nur 56 000 und das Zentrum nur 33 000 Stimmen erhielten. Jeder nichtbestätigte Beigeordnete werde für die Folge dazu beitragen, die Stimmenzahl der Sozialdemokratie zu erhöhen. Abg. Tr. Gut fleisch : Die Debatte erinnere ihn lebhaft an die Verhandlungen im Reichstage im Jahre 1890, als es sich um die Verlängerung des Sozialistengesetzes handelte. Es wurden damals fast dieselben Fragen aufgeworfen wie heute hier. Auch damals gab es Männer selbst aus seiner eigenen Partei, die der Meinung waren, daß Vorsicht der bessere Teil sei. Es kam aber doch die Erwägung zum Durchbruch, daß in dem Gesetz ein großes Quantum von Ungerechtigkeit stecke, und es war eine Wohltat, daß es anders wurde. Es sei nicht zu bestreiten, daß eine große Summe sozialpolitischer Interessen aus der Sozialdemokratie entstand, die ganze Kranken- und Unfallversicherung, Invalidenversicherung rc. Man dürfe den Anteil, den die Sozialdemokratie an der Verbesserung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung habe, nicht leugnen. Tieser Antrag sei groß und wir müßten dafür der Partei zu Dank verpflichtet sein. Tie sozialpolitische Reife hat sehr zugenommen und das sei ein großer Fortschritt für unser Vaterland. Man müsse die Sozialdemokratie mitarbeiten lassen und ihr Gelegenheit geben, zu zeigen, was sie leisten kann. Wir sollten dem Großherzog dankbar fein, daß er hrer den richtigen Entschluß vollzogen hat. Er wiederhole hier das Wort Ulrichs, daß der Großherzog nie dem Volke näher gestanden habe, als in dem Moment, als er die Bestätigung unterzeichnete. Tie Agitation in der Versammlung vom 4. November habe eine Wirkung auf das Ministerium ausgeübt, die er nicht billigen könne. Das hätte nur geschehen sollen, wenn in der Volksversammlung eine große Mehrheit gegen die Negierung entschieden hätte. Er bedauere, daß das Ministerium so empfindlich war und würde es noch mehr bedauern, wenn dasselbe auch heute noch auf seiner Ansicht beharrte und nicht aus der heutigen Verhandlung den Schluß Höge, daß es das volle Vertrauen Zwei feindliche Aerzte. Landau (Pfalz), 29. Nov. Dr. Hugo Waller sie in, 24 Jahre alt, einjährig-freiwilliger Arzt im 1. Schweren Reiter-Regiment, zurzeit kommandiert zum 4. Bayer. Feld- Artillerie-Regiment, war, wie wir schon kurz meldeten, der Herausforderung zum Zweikampf, sowie der Beleidigung beschuldigt. Ter Hergang ist folgender: Dr. Wallerstein wurde im Mannheimer Allgemeinen Krankenhause als Assistent der Abteilung für Augenbehandlung, die dem 48 Jahre alten Arzt Dr. Bahr übertragen ist, zugeteilt. Als Wallerstein sich diesem vorstellte, tat er dies mit den Worten: „Herr Kollege, ich bin Ihnen als Assistenzarzt zugetcilt." Dr. Bahr erwiderte: „Ich pflege mir meinen Assistenten selbst zu wählen." Zwischen beiden bestand von nun ab ein gespanntes Verhältnis. Als nun am 18. Juli d. Js. in der Augenambulanz für Arme sich ein Mädchen einfand, das sich eine stark blutende Verletzung am Handgelenk zugezogen hatte, verband Dr. Wallerstein die Wunde. Dies paßte Dr. Bahr nicht, er stellte Dr. W. zur Rede und bemerkte, er hätte ihn erst fragen müffen. Dr. Wallerstein entgegnete, er sei im Recht, zudem hätte ein anderer Raum nicht zur Verfügung gestanden, er hätte es nicht nötig, zu fragen. Er verbitte sich eine solche Behandlungsweise. Dr. Bahr nannte hierauf das Gebühren Dr. Wallersteins taktlos. Letzterer verließ hierauf das Zimmer, bemerkte aber noch, Dr. Bahr werde das Weitere hören. Dr. Wallerstein beauftragte dann den Rechtsanwalt Dr. Marx von Mannheim, bei Dr. Bahr die Sache beizulegen. Als Dr. Marx mit Dr. Bahr verhandelte, erwiederte Dr. Bahr: „Ich habe nichts zurückzunehmen." Die Antwort des Dr. Marx war: „Gut, dann habe ich einen anderen Auftrag. Gehen Sie Satisfaktion?" Dr. Bahr bejahte dies. Als ihm Dr. Marx mitteilte, er solle ihn im Auftrage Dr. Wallersteins auf Säbel fordern, weigerte sich Dr. Bahr, auf die Forderung einzugehen, mit der Begründung: „Wenn ich Student wäre, würde ich die Forderung annehmen, aber dies war dienstlich, Dr. Wallenstein ist mir subordiniert. Diese Aeußerung veranlaßte Dr. Wallerstein, den Leiter des Krankenhauses, Dr. Lindmann zu fragen, ob Dr. Bahr sein Borgesehter sei. Da diese Frage verneint wurde und Mcdizinalrat Dr. Lindmann der Ansicht war, Dr. Bahr sei gegenüber Dr. Wallerstein nur eine Respektsperson, trat Dr. Wallerstein aus dem Krankenhause aus und schrieb an Dr. Bahr einen Brüf, in dem er bemerkt: „Sie haben auf meine Forderung nicht reagiert, ich erkläre Ihnen, daß Sie ein schmutziger Charakter und ein gemeiner Kneifer sind. Würde ich nicht Ihre Familie berücksichtigen, so müßte ich Ihnen körperliche Züchtigung angedeihen lassen." Dr. Bahr zeigte Dr. Wallerstein wegen Beleidigung an, worauf dann noch Anklage wegen Herausforderung zum Zweikampfe folgte. Der als Zeuge geladene Dr. Simon bezeichnete das Benehmen des Dr. Bahr als Skandal. Der Vertreter der Anklage beantragte 10 Tage Festung, sowie eine Geldstrafe von 100 Mark. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Lin deck aus Mannheim, plaidierte auf Freisprechung, Dr. W. wurde zu 1 Tag Festung und 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Nachrichten, Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 2. Dezember, 1. Advent'. Kollekte zum Besten der Kirchenkasse. Kitte-rdfenfk. Ju der Stadtkirche. Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und beiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11V« Uhr: Kinderkirche für die Matthausgemeinde. Pfarrer D. Schlossen Abends 5 Uhr: Pfarrer S ch iv a b e. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konftrmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Mittwoch, den 5. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Donnerstag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal, Kirchstr. 9: B i b e l st n n d e. (Offenb. Joh. Kap. 8 und 9.) Pfarrer D. Sch losser. Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten: Am 2. Advent im Abendgottesdienst für die Matchäus- gemeinde. Am 3. Advent im Abendgottesdienst für die Markusgemeinde. Zu beiden Abendmahlsfeiern wird besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Iu der JohauneSkirche. Vormittags 9V, Uhr: Psarrassistent Steiner. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannes» gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11*/* Uhr: Kinderkirche für die Johannes» gemeinde. Pfarrassistent Steiner. Weitere Abendmahlsfeiern finden statt: Am Sonntag, 2. Advent für die Johannesgemcinde und Sonntag, den 3. Advent für die Lukasgemeinde, jedesmal im Abendgottesdienst. Zn beiden wird besonders auch die konfirniierte Jugend ein» geladen. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Tie P^arrgeschäste für die Johannesgemeinde besorgt bis auf Weiteres Psarrassistent Steiner, Südanlage 7. Freitag, den 7. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Missionskranz der Lukasgemeinde im Lukassaal. Pfarrer Euler. Wie alljährlich, so wollen die vier Kirchengemeinden auch in diesem Jahre wieder ihren Armen zu Weihnachten eine Bescherung bereiten. Wir richten daher an die Glieder unserer Gemeinde die herzliche Bitte, uns dazu durch freundliche Beisteuern behilflich sein zu wollen. Gaben nehmen die Gemeindeschwestern, sowie die mitunterzeichneten Pfarrer entgegen. v. Schlosser. E u I c r. Schwabe. Steiner. Katholische Gemeinde. SamZtag, den 1. Dezember 1906: Nachmittags um 5 Uhr und -abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 2. Dezember 1906: 1. Adventssonntag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße. „ um 91/» Uhr: Lochamt mit Predigt. Naclnnittags um 5' /„Uhr: Christenlehre: darauf Andacht. Vermifdptei» * Ein „Alter Herr" einer Verbindung einer schwäbischen Hochschule kehrt nach mehrjähriger Abwesenheit im Auslande ins Ländle zurück und besucht bei dieser Gelegenheit auch seine studierenden Verbindungsbrüder. —, Während seiner langen Abwesenheit müßen sich jedoch die Verhältnisse sehr geändert haben, denn, als sich einer seiner Bekannten bei ihm erkundigt, wie es ihm denn bei seinem Verbindungsbrüdern gefallen habe, erwiedert er im unverfälschten heimatlichen Dialekt: „Do hocke se jetzt auf d'Kneip nauf, sauset Sodawasser onb schwätzet hochdeitsch!" (Aus der Münchener „Jugend".) * Kleine Tag eschronit. In Alsenz (Pfalz) venm- treute der Holzh ändler Kopp als Vorstand des Sterbekasfen- vereins 19,000 Mk. und ging flüchtig. — Jtz R e n st a d t a. d. Hardt wurde der verheiratete Steinhauer Winker, 47 Jahre alt, und die 29jährige Witwe Stütz aus Annweiler in einem Garten- Hänschen t o t ausgefunden. Beide hatten einen S ch u ß l n s H e r z. Ter Mann hielt noch den Revolver in der Hand. In hmterlassenen Briefen gaben sie ihren Entschluß funb, gemeinsam zu sterben. Ein früherer Liebhaber der Witwe ist kürzlich wegen eines auf sie verübten Mordversuchs zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. — Man meldet aus New-York, daß der Dampfer I. H. Jones im Hohnrn-See u n t e r g e g a n g e n ist. Mannschaften und Passa- giere, im Ganzen mehr als 40 Personen, sind mit unter - gegangen. Wrackstücke des Schiffes wurden an die Küste gcschwemint. _____ GerLchtssaal. Leipzig, 29. Nov. In dem L a n d esv e rratSproze ß wurde heute nachmittag das Urteil verkündet: Lanzani erhielt 2 I a h r e 6 M o n a t e Z u ch t h a u s und 3 Jahre Ehrverlust; 4 Monate wurden aus die Untersuchungshast angerechnet; auch wurde auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. H a m b urflet- wurde freigesprochen, da der Beweis als nicht vollständig erbracht angesehen wurde. .. Posen, 29. Novbr. Die Strafkammer verurteilte heute Die Redakteure Majerski und Bobowski wegen Vergehens gegen § HO des Strafgesetzbuches (Aufforderung zum U r. gehors am gegen die Gesetze oder obrigkeitliche Anordnungen), begangen durcy, zwei Artikel zum S ch u (ft r e i f zu 2 0 0 M ark G e lh^stuf^. ffiuf EBwe, Frau — ich habe jetzt Feine» Tag, an dem ich nicht wenigstens meine M3 Ttzd. Schachteln FayS ächte Sodener Mineral-Pastillen dED verkaufe. Tie sind eben so vielfach erprobt, daß die -.eute immer auch des Erfolges gewiß sind. Ich selbst f^hme, M M obgleich ich als Apotheker doch die Wahl unter den Mitteln | I habe, stets nur Fays ächte Sodener, lueim ich mich erkatler .8, .8. habe und darum eben weiß ich selbst, wie ausgezeichnet oie kleinen Dinger wirken. Hier eine Schachtel! 85 ■P’fl-r" danke sehr. iuv"/» 'lkeinde. 11 e r, i grs ;Mentafi,bvent- irche. Glosser. b*™‘D.ae*^* C '***" -him^ k 'gehalten: teäbienft lür die MalthL-. ""dienst für die Mark«- Ä?t§ die koch, 19cn dazu werben vorher tt; MF'" ??«. «*.. * V, 5 N Sn» „ V. ®»- k ,r; ®imon > L '°Ä° ^"*««0 J1,uk,e eskirche. !"t Steiner. dem Wmr jeher (Bemeinbt äirme sur die Johann?-. Narrassistent Steiner, statt: _r die Johanne?gemeinde ti ür die Lukasgemeinde, D die konsimierte Juc?.<> vorher bei dem meSgemeinde besetz fs ouj Züdanlage 7. mittags 4 Uhr: ÜWtlranz Psarmkllier. jier fiir^engemeinben M in n Weihnachten eintWw Weber unserer Gemeinde di: tlicbeWeuent beW (ein ndeschwestem, sowie die mit- hwabe. Steiner. neinbe. itmbet 1906‘. mds um 8 Uhr: Geltz ' ezember 1906: onntag. -acnbeit zur MW* eil. Messe, vor und m der heil. Kommunion, heilige Messe. mit Predigt. jyrejbaraut AndM...— r.-E b”'Ä bei \<* « iB *" t gjtrt* ‘Soi» Ö*Jt**SÄ nLande. uanzan'^si: unb, “ angertffln, tger «fgA. «*i»* a» ö »*** d,wi*5 kSDIir MS Sdi0e3'^4>] 245053 100 63 78 92 231 [1000] 308 401 28 523 2 46 20 76 844 683 703 809 2 4 7235 87 |500] 323 9t SO- 892 028 2 4 8063 72 202 2 4 0 087 305 462 742 »12 61 25021« 97 318 83 42 5-12 2 51180 256 773 988 2 52154 1600] 77 (3000] 95 324 43 77 408 62 [500] 520 [lOOOl 74 804 §"3 ?-8 1500] <7 60 2 5 3229 44 382 422 719 254104 23 228 [5001 64 72 879 527 53 [500] 83 772 2 5 5091 23*. 313 490 672 [3000] 741 49 801 57 960 2 5 6092 298 406 [1000] 10 578 87 W8 989 257090 [3000] 243 50 328 415 544 [10001 258018 71 4*9 1600] 577 778 837 87 2 5 0007 92 238 «4 374 497 626 96 869 2 60126 245 437 705 [3000] 48 82 804 2 61-340 4M 832 958 2 62120 256 305 434 620 791 980 43 263'80 (3000] SSO 640 956 90 2 8 406.3 [ 500] 175 [600] 851 691 031 (600] 63 71 944 2 6 5189 330 85 02 471 575 679 7-9 867 [30001 68 268376 900 267483 42 691 853 265--19 578 994 2 6 0160 .306 15 48 715 48 882 95 2 70-78 420 537 63 71 (500) 606 21 2.3 776 839 LS 271160 268 333 63 68 664 686 874 94 [3000] 97 99 [500 s 27 2098 131 61 78 [30001 219 633 829 30 36 955 93 2 7 3 28» 482 635 777 8’5 2 74006 59 152 280 411 932 36 2 7 5019 267 8X1 427 614 27 54 703 22 834 97 920 2 7 6019 1’3 (6901 210 823 69 952 58 2 7 7070 159 .322 626 754 80(1 22 971 2 7 8024 88 107 [1000] 54 226 573 682 749 990 2 7 0300 406 16 70 71 55.3 92 798 9’0 280025 69 11000] 364 695 [500] 932 75 2 81(02 50 94 06 741 £54 282485 [500 ] 931 (5001 46 2832:6 371 -156 r.69 742 850 2 8 4006 885 601 754 285034 66 190 91 396 409 50 566 791 S33 977 286104 251 307 934 2872io 353 625 920 Im Gewinnen-le verblieben: 1 PrSmle ä 300 009 *31 . 1 Gewinn A 40000, 5 ä 30000, 4 ä 15000. 13 ä 1001'. 17 * 5000, 446 i 3000, 702 * 1000. 943 ä 500. Carl Ludwig Leib Kunsthandlung Vergolderei, Bildereinrahmungsgeschäft Kirchstr. 2 Tel. 466 Grösste Auswahl in Bildern Stet0 das Neueste amBlager Bildereinrahmungen geschmackvoll und preiswert Vergolderei Spezialität: Echt vergoldete Gemälderahmen, lleuvergolden von Bilder- und Spiegelrahmen Spiegel, Spiegelgläser Der Bereit! FmMnm junger Mchen ladet Stützen, Laden- und Kinderfräulein zu einem Thee-Abond auf Sonntag, den 2. Dezember, freundlichst ein. Anfang >/,8 Uhr. Ende 10 Uhr. Vereinszimmer: Äaiscrhof, Sonneustraße, 1. Stock, Eingang durch den Hoi. _______________________ Em mit 7 Pfd. gut gereinigten Federn gefüllt , Mk. 9.—, 11.50, 14.70, 16.50, 22.- etc. Kissen mit 2 Pfund Federn gefüllt < Mk. 3.—, 3.60, 4.40, 6.20 etc. Zusendung nach außerhalb franko gegen Nachnahme. c20/n Umtausch gegen andere Qualität gestaltet. < Oebr» WeiL i Neustadt 10. Giessen. Neustadt 10. 1 ■Kaffee- feine Mischungen, tägliche Röstung per Pfd. -.80, 1.10, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80. 16974 Bei Rückgabe von 8 Gutsch. 1 Pfd. Würfelzucker 20 Gulscheiueu */3 Pfd. «asfee jyagratis. T» Reine Schokolade psr Pfd. von 70 Pfg an. Reiner Kakao per Pid. Alk. 1.—, 1.60, 2.-, 2.40. Tee neuer Ernte per Pfd. Alk. 1.20, 2.-, 3.-, 4.-. L. Steinhäuser 17 Neuen Baue 17 PHer- u. LMzimckiten fertigt billig A. Schmidt, Tapezier 08722 s 'Oieusladt 75. LiiE Mjutokn zur Konfekt- und Kuchen-Bäckerei bester Beschaffenheit. Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. 7060 183 702 876 88 930 28101 87 313 443 828 52 66 04 533 260 25146 2’7093 20139 938 83 [3000] 53 955 887 743 20. Ziehung 5.K1. 215.Kgl.Preuss.Lotterie. Ziehung vom 39. November 1906, nachmittags. Nur die Gewinne über 0 Nummern In (Ohne Gewähr.) 13053 642 97 731 818 39 967 1 4057 72 150 373 96 421 642 711 820 88 930 1 5085 154 390 641 99 (1000) 725 1 6303 240 Mark sind den betreffenden Klammern beigefügt. (Nachdruck verboten.) 44 876 911 1018 116 294 370 446 448 568 [500] 87 601 38 891 903 88 1 7065 351 420 600 71 856 [500] 947 85 1 8011 60 [1000] 227 464 674 841 62 962 91 10043 236 67 69 866 414 93 883 [500] 904 20015 78 131 824 427 61 98 [500] 647 815 73 21076 158 [3000] 461 601 22374 595 [500] 938 23143 [500] 268 99 497 588 604 868 2 4300 (500] 40 024 [3000] 77 862 768 948 56 86 2 6026 95 118 39 98 223 84 529 643 277 95 406 26 650 794 3 020« 33.7 438 54 624 800 31167 328 [8000] 744 57 65 865 [500] 932 32347 74 467 69 82 553 791 906 55 33429 623 [500] 41 34281 96 413 635 943 81 35160 268 341 69 412 71 u, 52 602 36265 658 683 785 851 37101 32 257 62 327 400 [1000] 884 3 8049 110 246 352 83 553 741 30065 [1000125O4232 9683519 45 624 714 67 837 42 1 21110 [500] SO 818 89 656 908 82 1 22725 869 75 974 1 2 3360 97 617 124079 625 653 776 1 25155 289 320 4C7 5G1 73 IS^CO] 676 779 801 91 97 979 126215 429 95 512 kOOj 613 15 [1000] 753 826 997 1 27015 109 (200- ^1^1 ^1 418 33 -.7 57 ann gon e< ßg 128034 20, 3. 615 1200- » i ■ ’ [500] 325 521 614 94 748 823 945 1 3 0017 530 887 1 3 1 228 538 38 43 861 87 «88 132182 '500] 2C? 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I). Niederlagen in Giessen Ph. Schwager, Marktplatz ferner bei Karl Schäfer in Lollar. Äug. Seibert Wieseck W. Jung VIII, Kl.-Linden Gebr. Adami, Mäusburg H. Belloff II, Alicestrasse Wilh. Haas, Bleichstrasse Erste Ta^niis-Gognac-Brennerei Tritt ScMkr §öNe W. Brück, Wissmar Heb. Schmidt, Heuchelheim ünsü?8 Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden frsnzEslschen und deutschen Weinen gebrannt 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3 —, 4.—, 5.- 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Praiss stehen auf den Etiketten. Carl Jekel, Marburger Str. Carl Seibel, Frankfurter Str. = Pfg. s » » » » essen LS 1 Wäschetrockner mit 10 Stäbe 98 1 Kuchenbrett mit Handtuch- halter und 3 Bogen Schmirgelt mit 6 Stäbe 98 Wegen Geschäfts-Uebertra^un^ Räumu n^Aysyerkauf meines 5chuhwaren-La£ers bedeutend herabgesetzten Preisen Wilh. 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Er einanbei Taten er Freien Qi heimniSvo vereint bi schlagen, - trüge, uns ten Zta leit erl und klagen Ihr sie hc Brmge hiermit meine Verleih-Anstalt von Frack- u. Gesellschafts-Anzügen in empfehlende Erinnerung Weidengasse 1 Joil. ßäand Weidengasse 1 (CafS Krämer) Arefertigung nacfra Bffiaass. 6507 WVeschemg o« Äleilikiiliier-Beivllhrailßalt Weihnaü)ten naht heran, das Fest der Liebe und der Freude, das Fest der Kinder. Am 4. Advent, Sonntag, den 23. Dezember d. I., soll diesmal die Ehrislbescherung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben für 256 Kinder den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies ausführen zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stossen und dergl. zuwenden zu wollen, besonders aber auch Geldgabeu, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Professor Drews, Seltersweg 87; Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Ostanlage 31; Frau Rechnungsral Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Aioltkesiraste 32; Frau Kirchenrat Naumann, Diezstraße 15; Frau Luise Ottens, Roonstraße; Frau Lina SchmaU, Ostanlage 3b; Frau Al arte Schwan, Seltersweg 64. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben anzimehmen; man wolle freundlichst beachten, daß dies die Älciuliuderschulschwesteru sind, wohnend Tiezstraße 15. Gießen, den 19. November 1906. [v10/n Der Vorstand der Klemkuider-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Kirchenrat. ze lotete t aus. T christlich Jnteress Schlei 9e n o m vieles ( jyfui bloß ben ble Cach = und alle anderen Spielwaren in reichhaltig ster Auswahl. ss Abteilung*: Haushalt-Waren 4 Dosen Ledercr^me 8 „ Putzpomade 1,10 m Wachstuch 1 Bierservice mit 6 Gläser 1 Menage 12 Stück Toilettseife Regenschirme —।—- für Damen, Herren und Kinder. ===== Stets das Neueste in großer Auswahl und zu billigen Preisen. In Schirmen mit bunter Kaute sowie farbig bringe» wir stets eine unerreicht große Auswahl zu vorteilhafte» Preisen. Unsere Firma genießt den Ruf, stets die ersten und lemslen Nouveautes der Branche zu bringen. Casseler Sdiirmfebrik Vollständiger Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts jedoch mit Nachschub kleiner Warenmengen, welche zur Fortführung des Geschäftes bis nach Ablauf der Kündigungszeit unbedingt erforderlich sind. 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