Nr. 303 Zweites Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 27. Dezember 1006 Erschein! tLgltch mti sluSnahm« de» Sonntag». Die „Eletzener LamlNenblStter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich delgelegl. Der ^hilfsich« Conörnlrt*' erschemi nwnaUtch einmal. Gietzener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der vrü hl'schar UnwersuLlSdruckeret. ÖL Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Cchulstr.7. Tel. Nr. 5L Lelegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Bckaimtlilnchung. Samstag, den 29. Dezember 1900, nachmittags 31/, Uhr, findet im Cafö Ebel zu Gießen eine Ktneralvnfammlunq mit einer vorauögehenden, um 3 Uhr beginnenden Ausschuß-Sitzung des Bezirkszuchlvkreinö Gießen für Vogelsberger Vieh statt, wozu die Ausschußmilglieder, die sonstigen Wtitglieder des Vereins und der angefchloffenen OrtSzuchtoereine, sowie alle Interessenten ergebknst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Prüfung der Rechnung für's Rj. 1905. 2. Äeitritt zum Verband der Nindviehzuchtvereine in der Provinz Oberhessen. 3. Vortrag deS Herrn Landwirtschaftslehrers Franz in Lich über Maßnahmen zur Förderung der Viehzucht unter Berücksichtigung der Jungviehaufzucht und deS Werdeganges. 4. Verschiedenes. Tie Großherzogllchen VNrgermeistereien der- jenige» Gemeinden, in welchen sich Mitglieder unseres Vereins und Züchter von Vogelsberger Vieh befinden, werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung ortsüblich veröffentliche» zu lassen. Gießen, den 22. Dezember 1VUÖ. Der Direktor deS BezirkSzuchtvereinS Gießen (Vogelsberger Vieh). Dr. Merck, Großh. KreiSanilinann. BelaiuUmachuilsi. Unter dem Schweinebeslande des PH. Weigel XVI. in Klein-Linden ist Schwemeseuchr (-Pest) auSgebrochen. Gchüftsperre ist verhängt. Unter dem Schweinebeslande deS Friedrich Raab zu Utphe ist Schweineroilauf auSgebrochen. Gehöftsperre ist verhüngL Die unter dem Schweinebestand» der JohS. Petri Wwe. zu Oppenrod auSgebrochen« Rotlaufseuche ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebeslande deS Ludwig Weis zu Oppenrod auSgebrochene Rollauffeuche ist erloschen. Tie angeordneten Sperrmaßregeln sind ausgehoben worden. Die unter dem Schweinebeslande deS Heinrich Keil II. zu Ettingshausen ausgebrochene Rollaufjeuche ist erloschen. Die angeordnelen Sperrniaßregeln sind aufgehoben worden. Gießen, den 24. Dezember 1906. Großherzvgliu^s Gießen. I. 93.: Langermann. Lckanillmachimg. Als allgemeiner ?lnitstag, foivie ais ordentlicher Gerichtstag geniäß Z.-P.-O. § 500 ist wöchentlich der Donnerstag, vormittags 6—12 Uhr und nachmittags 2—5 Uhr, festgesetzt. Zur Aufnahme von Jinmobiliarverträgen, sowie zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in Grundbuchsjachen ist ausichließlich für jede Woche der Dienstag, vorniittags 8 x/a—12 Uhr und nachmittags 2—5 Uhr, bestimmt. An den übrigen Werktagen ist für die RechtSsuchenden die Geclchlsjchreiberei während der Zeit von 10—12 Uhr vormittags geöffnet. Dringliche Anträge und Erklärungen werden auch zu anderer Zeit entgegen genommen. Lich, den 21. Dezember 1906. G^oßheezoguaies Amtsgericht. Reichstagswaylvo bereitnngen. Gießen, 27. Dezember. Das vereinte Vorgehen der Liberalen in Hessen mit Ausschluß leider der Landeshauptstadt suchen immer wieder neue Zuschriften an die „Frankf. Zlg." zu hintertreiben, deren Elnstuß in Hessen in mancher Hinsicht recht schädlich ist, weil sie sich über interne hessische Verhältnisse gar zu oft mangel- yaft orientiert zeigt und jedem Räsoneur ohne weiteres Raum zu halb oder gar nicht berechtigten Klagen geivährt. >8ald von hier, bald von dort erhebt irgend em nut einer Kandidatur kurzsichtiger Unzufriedener seine Stimme, um für die Aufstellung einer zweiten liberalen Kandidatur zu plädieren. Dabei steht es außer Zweifel, daß jede Zersplitterung unter den Liberalen, daß getrenntes Marschieren von Rationalllberalen und Freisinnigen in einigen Wahlkreisen nur zum Unterliegen des Liberalismus überhaupt führen würde. In manchen Wahlkreisen würde unter solchen Umständen ziveifellos weder der nationalliberale noch der freisinnige Kandidat in die Stichwahl kommen! Zwei liberale Kandidaturen in einem obcrhessischen Wahlkreise wären von größtem Ucbel. Es ist ja vielleicht an manchen Orten von dieser oder jener Partei rorschnell gehandelt worden. Lian nominierte einfach diese Kandidaten ohne vorherige Rückiprache nut der anderen liberalen Gruppe und erschwerte so von vornherein das Zusammengehen. Tas aber sollte nirgends den Anlaß geben zu unbedingtem Bruche. Es ist noch^Zeit zu gemeinsamen Verhandlungen und es werden sich hoffentlich, wenn dieser oder jener einer großen Gruppe durchaus nicht passen allenthalben Männer finden laffen, die allen Liberalen genehm sind. 9hd)t genug aber können wir warnen vor zwei liberalen Kandidaturen. • Der preuß. Minister beS Innern von Bethmann-Hollweg hat an die Laudrate ein verlrauliches Schreiben gelichtet, worin Anweisungen wegen der ReichsiagSwahl gegeben werden. Den L a n d r ä t e n ist empfohlen worden, sich einer parteipolitischen Stellungnahme außerhalb des Wahltages zu entgolten und namentlich Wahlaufrufe nicht zu unterschreiben, um Wahlpioleslen vorzubengen. Auch soll den Bürgermeistern der Städte diese Praxis empfohlen iverben. Einem Beschluß des preuß. SlaatSministeriums entsprechend sind die Ressorunimster ersucht worden, durch geeignele Anordnungen dafür Sorge zu tragen, daß bei den Reichslagswahleu den Beamten ihres Ressorts die Ausübung des W a h l - r e cb l e 6 an den Tagen der Haupt-, Stich- und Nachwahlen möglichst erleichtert iverde. Wie die ,B. Nauheimer Ztg.* erfährt, fand eine Vorslandssitzung deS freisinnigen Vereins statt, in der beschlossen wurde, die Kandidatur deS Grafen Oriola nicht zu unterstützen, vielmehr im Wahlkreis Friedberg» Büdingen einen eigenen Kandidaten auszustellen und nut aller Entschiedenheit daS Zentrum und die Reaktion zu bekämpfen. Die erste Wählerversammlung soll Anfang Januar in Bad-Rauhelin stattsinden. Aus Marburg wird unS geschrieben: Tie Verlraiiensmämier-Versainmlung der k o n s. Partei beschloß, von der AuistellklNg eines eigenen Kandidaten adzujehcu und dem von den dcutjch-joziateu und dem Bund der Landivirte ausgestellten SchriiisieUer Dr. Earl Böhme auS Berlin die Lummen zu geben. Wie verlautet, hat der frühere LandivirtschaftsmiNister oon PodbielSki die ihm von den Konservativen ange- lragene Kandidatur in Kyritz angenommen. In Otterndorf wurde in einer Versammlung deö Bunde- der Landwirte der Direktor deS Bundes, Dr. Diedrich Hahn gegen den bisherigen nahonaUtbcralen Abg.Dr. Bö 11ger für den Wahlkreis Otterndorf-Geestemünde ausgestellt. Die deutsch-nationale Partei In Württemberg ladet die Volkspariei, die konservauven und den Bauernbund ein, bei der Reichstagswahl gegen Zemrum und Soziatdeurotraien gemein- jam vorzugehen. Tie Nationalliberalen stellten im 2. oldenburgi- J cf) e n Wahlkreise den Cefononuerai 0 e t f e n als Kandidaten an' gegen den keifmnigen Abg. Träger. Im 1. oldenb. Wahlkielie lummen die Nauonalsozialen sür den freisinnigen Kandidaien Ahlhorn. In einer liberalen Versammlung wurde für Straßburg- Land der bisherige Abg. Blumenthal wieder ausgestellt. 3m Kreise RappoltSweiler stellten die Sozialdemolraten den Stadiral Ai e y e r und in Mülhausen die Demokraten den Rechtsanwalt Dietz auf. In Hagenau stellten die Liberalen den Notar Götz und das Zeiitrum in Mülhausen den Ge- werkschasissekreiär Fischer auf. Im Wahlkreise Elbing» Al arienburg erklärten in einer Besprechung zwischen Vertretern der k o n s e r v a t i v e n, Nationalliberalen und Freisinnigen die Bertreier der liberalen Parteien, daß sie gleich in der Hauptwahl s ü r einen g e- mäßigten Konservativen etntreten würden. Die konservativen halten jedoch an dem Agrarier von Oldenburg sesl, für den die Liberalen nicht emtreten. Sie werden daher eine eigene kand idatur ausstellen. Ieicrtags-Krwägungen zur Zleichstasswayl. Wir erhielten aus Gießen von angesehener liberaler Seite folgende Zuschrift: Der Leitartikel in Rr. 302, zivelles Blatt, Ihrer geschätzten Zeitung „Tie Situation in Hessen vor der Reichs- tagswahl" hat in den weitesten Kreisen unserer Emwohncr- schast lebhaften Beifall und vielseitige Zustimmung gefunden. Während die anderen Parteien, Sozialdemokratie und Antisemiten, bereits eifrig an der Arbeit sind, Flugblätter verteilen und Versammlungen abhalten, sind die Anhänger der Kandidatur Heyligenslaedt zur Untätigkeit gezwungen, weil der Freisinnige Verein seine Entschließung bis in das neue Jahr hinausgeschobcn hat, ohne einen m. E. hierfür maßgebenden Grund zu haben. Die Führer des freisinnigen Vereins sollten sich doch gegenwärtig halten, welche große Verantwortung sie durch diese Verzögerung auf sich nehmen und welche gerechtfertigte Vorwürfe ihnen werden würden, wenn der mit großen Opfern im Jahre 1903 für die Liberalen zurückeroberte Wahlkreis durch diese Unentschloffeuheit wieder verloren ginge, und zwar in die Hände zweier Parteien, von denen man nicht weiß, welche von beiden als das größere Ucbel für unseren Wahlkreis bezeichnet werden muß. Zur Klärung der Stellungnahme der freisinnigen Partei und des Verlaufs der Einigungs-Verhandlungen in Darmstadt , deren Endresultat die hiesige nationalliberale Partei in ihrer gelegentlich der Vertraiiensmänner-Versammlung ge- faßten Resolution aufs aufrichtigste bedauerte, mögen folgende Darstellungen bienen; dieselben sind von dem Landesausschuß der nationalliberalen Partei bekannt gegeben und zur Ver- fügung gestellt worden. „Die Vertreter der LandesaussHüsse der Freisinnigen und Nationalliberalen Partei sind zu Verhanolnngcn über einmütiges Vorgehen in den hessischen Wahlkreisen zusammengetreten; damit sollte auch über ein einmütiges Vorgehen in allen hessischen Wahlkreisen verhandelt werden. Es erklärte aber bet freisinnige Vertreter, Justizrat Gallus, in der Besprechung alsbald, daß von jeder Gemeinsauikt.it die nationallibcral vertretenen Wahtireise Worms und Friedberg ausgeschlossen seien; ein Eimreten )ur Frhrn. v. Hehl und Grasen Oriola finde nicht statt. Auch in dem Wahlkreise Gießen behalte man sich vor, dem nationalliberalen Vertreter Heytigenstaedt einen frei- sinnigen Kandidaten entgegenzu st eilen. Für den Wahlkreis Darmstadt mußte von den Nationalliberalen die Kandidatur des Pfarrer Korell oder einer anderen Persönlichkeit angenommen und in dem Wahlkreise Stlljep sollte der freisinnige Vertreter Schmidt-Elbersell) L i ersten Wahlgange unterstützt werden. Ta'.m laf;e sich, meinte der freisinnige Vertreter, über die Unteri. ■..'iv.v.?, der Naci . -.1 liberalen in anderen Wahlkreisen verhandel. .e a. j ;.. ijiidj Unternu^ung der LationallibOrgien in den .^üiimicn ell^ko.-LauterbM Bensheim-Erbach in Betracht gekommen. Trotz diesem sehr mert« würdigen Vorfckstage ersuchten die Nationalliberalen die Frei- finnigen im Interesse des Friedens um andere Vorschläge. Die ßrrcifinnigen blieben aber bei einer tuettcren Unterhandlung zwischen den Vorsitz"nden der Poikeiin darauf bestehen, daß in Darmstadt Pfarrer ftoreii ober Pfarrer Naumann als Kandidat von den Nationalliberalen angenommen weroeu müsse!" Daß bei dieser Festhaltung dec Freisinnigen an die Kandidatur Korell mit dem A u s s ch e i d e n d re i e r na tio nal- liberaler Wahlkreise (Worms-Friedberg-G ießen) aus dem Wahlbündnis, die Verhandlungen scheitern müßten, ist klar, insbesondere, wenn man bedenkt, daß in den Wahlkreisen BenSheim und Alsfeld, in denen allein eine Unterstützung in Aussicht gestellt wurde, der Freisinn keine oder doch nur wenige Anhänger hat. Und nun fragt man sich: was veranlaßt die beiden Vertreter unserer Stadt im LandeSauSschuß der freisinnigen Partei zu obiger Erklärung? Dem seitherigen nach heißem Kampf gemeinsam gewählten liberalen Herrn Heyligenslaedt unserem m Stadt und Land hochgeschätzten und im öffentlichen Leben stehenden hochverdienten Mitbürger, einen Gegenkandidaten — ohne jede vorherige Rücksprache mit ihm oder seinen Parteifreunden genommen zu haben — entgegenzustellen? DaS heißt einfach den zur Freude aller liberal gesinnten Wähler errungenen Wahlkreis der vaterlandslosen Sozialdemokratie überlassen! Tenn wenn man den nicht wieder gutzumachenden Fehler begeht, zwei liberale Kandidaturen aufzustellen, dann wird voraussichtlich keiner von beiden in die voraussichtliche Stichwahl kommen, sondern der tüchtige Altbürgermeister Köhler-LangSdorf oder der Sozialdemokrat Krumm wird die Universiläts- und Pco- oinziathauptstadt Gießen im Reichstage vertreten. DaS kann und darf nicht geschehen. An der Spitze befl hiesigen freisinnigen Vereins stehen erfahrene, hochangesehene und einflußreiche iviänner; der Partei selbst gehört ein großer Teil unseres Bürgertums an. Von deren Einfluß wirb efl abhängig fein, ob der für unser politisches Leben so verhängnisvolle Schritt geschieht, ob unserem seitherigen Reichstagsabgeordneten der verdiente Dank und Anerkennung durch feine Wiederwahl zuteil wird, oder durch einseitige engherzige blinde Parieisucht der Wahlkreis den Sozialdemokraten oder den Antisemiten ausgeliefert wird, » Zur Ausklärung. Aus privaten nat.-lib. Kreisen GießenS et* hielten wir folgende Zuschrift: In dem Aoendvlatt der „Franks. Ztg." vom 22. Dezember ist ein Artikel enthalten, der das bedauerliche Scheitern der Verhandlungen zwischen der Freisinnigen Partei und den Nationalliberalen in Darmstadt mittellt. In diesem Artikel wird ein Punkt verschwiegen, der so wesentlich ist, daß bei seiner Angabe alle zuungunsten der Nationalliberalen gezogenen Schlüsse hinfällig würden. Da die hiesige Partcüeitung der Freisinnigen und das übrige Gießener Publikum durch Verbreitung jenes einseitigen Berichtes auf eine falsche Babn geleitet werden könnten, ist es dringend angebracht, die Ausführungen der „Franks. Ztg." richtigzustellen. Dort yciht es, daß in den Verhandlungen zwischen Justizrat Gallus (frei).) und Abg. Dr. Osann (natl.) der national* liberale Vertreter erklärt habe, daß die Nationalliberalen auf Ausstellung einer serbimudigen Kandidatur zugunsten einer Partei* kosen Periönlich'c'eit verziclsten wollten, daß sie aber Pf. Karell und Pros. Harnack ablehnten. Hier fehlt datz die Nationalliberalen als gemeinsamen Kandidaten den Landtagsabg. Noack, der der Freisinnigen Partei in unserem Landtag angehört (Das ist nicht ganz richtig. Herr Neg.-Rat Noack ist Hospitant der Freis. Partei. Er pflegt selber zu sagen, daß er „leichte Tuchfühlung mit Dr. Gut fleisch habe". D. Red.), vorgeschlagen haben. Nach dessen Ablehnung wurde Oberlehrer Kissinger in Vorschlag gebracht, der ebenfalls Angehöriger der Freis. Partei ist, bezw. der National-Sozialen, die in Darmstadt mit der ersteren verschmolzen sind. Auch dieser wurde abgelehnt. In dem Artikel der „Franks. Ztg." heißt es weiter: „Hiernach ist festzustellen, daß die Freisinnigen zu einer Verständigung mit den Nationalliberalen für alle in Betracht kommenden hessischen Wahlkreise bereit waren, daß aber die Nationalliberalen zu einem billigen Abkommen nicht zu haben waren. Sie betrachteten offenbar die ganzen Verhandlungen nur unter dem Gesichtspunkt, unter allen Umstunden zu verhüten, daß der Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau dem Pf. Korell oder einem anderen ausgesprochen Linksliberalen zu- falle. Die Freisinnigen können in einem solchen Verhalten nicht den Schein eines aufrichtigen Willens auf der Seite der Nationalliberalen erblicken, ihnen entgcgenzukommen, und sie Überlassen damit den Nationalliberalen die volle Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen und die sich daraus ergebenden Folgen usw." Der erwähnte Artikel ist in eine Form gekleidet, die auf einen Eingeweihten als Verfasser schließen läßt. Wir aber können nur sagen: Der Verfasser hat entweder nicht gewußt, daß die Nationalliberalen b:s f reif innigen Abg. Noack usw. vorgeschlagen haben, oder er betrachtet dieses Mitglied der ircijinnigen Landtags- Fraktion nicht als ausgesprochen linksliberal und setzt ihm also den Stuhl vor die Partcitär, oder er hat sich einer S^cye schuldig gemacht, die man als politische Brunnenvergiftung ansehen muß. Anschließend seien '.roch folgende Tatsachen festgestellt: Tie Vertreter dcr Freis. Bolkspartei und der Nationalliberalen im Reichstag sind in Berlin übereingefvmmen, grundsätzlich sich den gegenwärtigen Desitzstand zu gewährleisten. Für »enen wurde oei der Verabredung betests Ausfül/rung dieses Grundlatzes nicht Bestimmtes festgesetzt, weil hier die Verhältnisse verworren lägen. Wer hotte hier die Hand im Spiel? Es wäre interessant, dies zu wissen. Die Freis. Partei besaß in Hessen ein ReichstagSmandat: Bingen-Alzey. Dieses wurde ihr in Darmstadt auch wieder zu- gestanden. In keinem anderen hessischen Wahlkreise war die genannte Partei bei den leisten Wah.en in die Stichwahl gekommen. In Alzey-Bingen hotte sie bei der ersten Wahl nur etwa 50 Stimmen mehr als die Nationalliberalen. In Rücksicht auf die gegenwärtige pu.itiiaje Lage haben sich jetzt die Nationallide- ralen in TXirmstadl, deren Kandidat dem der Freis. Partei um mehrere tausend Stimmen voraus war, erboten, auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten und eine neutrale Persönlichkeit im Verein mit b.r Freis. Partei zu wählen,--. B. den Freisinnigen Noack. Verdieitt diese Hallung der stärkeren der beiden liberalen Parteien nicht Anerkennung? Die oben angeführten Schluß- iolg.rangen ench^teu siatt Anerkennung eine schwere Beleidigung. silLeust [icy big N.llwnauche.rmen loeigevten, Pi, ftviell Mr Prof. Harnack zu wMen, so' wird das jeder w&^nfenKe. Mann im ftmbl'icf auf die svu^ren erregten Wah^ompse tm v^ise Darmftadt-Groß-Gerau Bccrchen. sv/o Chinesen .... 96.26 Aktien: Bochum Guss 242.40 Buderus E. W .... 133.— Tendenz: fest. Berliner Börse, 27. KasFsberscMe von der Bank für Handel !e. Giessen. 27. Dezember, 1.15 Uhr. FJektriz. Lnhmeyer . . .140.10 Elektriz. Schlickert . . 120.50 Esehweiler Bergwerk . 252.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 230 80 Hamburg - Amerik. Paketf. 158.55 Harpener Bergwerk. . . 215.00 Lanrahütte -44 50 Nordd. Lloyd .... 131.20 Oheischles. Eisen-Industrie 126.— Berliner Handelsges . . 174.90 Darmstädter Bank . . . 141.50 Deutsche Bank . . . 242.90 Deutsch-Asiat. Bank . . 173.30 Diskonto-Kominandit. . . 186.90 Dresdner Bank . . . 158.40 Rreditaktien 217.— Baltimore- und Ohio- Ei senl ahn . . . 121.60 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 34 70 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.70 Prince-Henri-Eisenbahn . —.— Dezember. Anfangskarse. Canada E. B 194.70 Darmstädter Bank . . . 140.25 Deutsche Bank .... 241.50 Dortmunder-Union C. . . 84 50 Dresdner Bank . . . 157.70 Tendenz: abwartend. Harpener Bergwerk. . . 213.90 Lanrahütte .... —•— Lombarden E. B. ... 34.50 Nordd. Lloyd 130.50 Türkenlose . .... —.— ftan&cl und verkehr, Volkswirtschaft. Neues Papiergeld. Ein beträchtlicher Posten neuer Fünf» und Zchnrnark-Ccheine wird zu Beginn des neuen Jahres von bei Reichshauptkasse tn den Verkehr gebracht werben. Taburck soll bem Mangel an (Bolbgelb etwas gesteuert werben, da eS jetzt sehr schwer hält, kleinere Beträge in Golb auöznzahlen. Auch für bie Beamten soll da? nächste Vierteljahr-Gehalt von bei Regierungshauptkassen in Reichsscheinen angewiesen werden. Märkte. ke. Frankfurt a. M., 27. Dez. (Tclcgr. Orig.-Bericht des ,,Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- vreise. Zum Verlause standen: b3 Ochsen, 14 aus Oesterreich 5 Bullen, 0 aus Oesterreich, 72 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus 9inni6nicn, 1306 Kälber, 241 Schase und Hammel, 8 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaflämmer. Bezahlt tvutbe für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 85—90 Dck., 2. Qualität 76—80 Ast., 3. Oualitäl 67—70 Ml.; Bullen 1. Oual. 75—77, 2. Qual. 71—73; Hübe 1. Qualität 74—76 Alk., 2. Qual. 68—70 Ack., 3. Qual. 57—60 'Ulf., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. £>1101. 00—00 9)if. Kälber 1. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 56—58 P-fg., 2. Qi alität 82—88 Psg., Lebendgewicht 48 - 52 Pfg., Schlachigeiv. 65—70 Psg.; Schafe: i. Qual. 78—80 Pig., 2. Quäl. 00—00 Big. Geschält: mittelmäßig, Uebersland uubcbenicnb. Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotprcise am 24. Dezember 1906. Höchste Schlachtviehpreise m F r a n £ f u r t a. 'DL Fleischpreise ut Gießen Ochsen Kalber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht b5—90 Mk. ■ ,Kg.Schlachtgew.l00—102Pf. MI 72— 00 , 7. Kg. 82-88 Psg. 7, , 80-84 , 7, , 86-90 , Getrerdepreise in Mannheim Brotprerse m Gießen Weizen 100 Kg. 19.00-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 17.00-00.00 Alk. Weibdrot 2 Kg. 54 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pig. Gietzcncr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hefieu am Freitag, den 28. Tezem er: Vielst trüb. Geringer Schnee, doch etwas tälter. Mäßige nördliche 'IBnihe. LLirchliche Nachrichten. Israelitische Sieligionsgesellschast. töottesdleua. Sabbatseier am 29. Dezember 1906: Freitag abend 4.00 Uhr. Samslag vormittag 8.30 Uhr. Llachmutag 8.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.20 Uhr. Wochengouesdiensl: morgen? 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Ein frohes Ereignis am ersten Weihnachtsfeiertage. berichtet ein amtlich beglaubigtes Schreiben folgenden Inhalts: Meine Tochter erkrankte am 27. Septbr. vorigen Jahres an innerer Entzündung, Verschleimiing des Diagens, Blutarmut durch viele yiiuvcrhiiic, aiigegrisseiie Brust, vollständige Appetitlosigkeit imb häufiges Erlwechcn, dazu hohes Fieber. Medizin wollte der Magen nicht aiinehnien. Ter Arzt Herr vr. St. sagte zu mir, wenn ich meine Tochter iioch eimnol gesund sehen ivollte, so müßte dieselbe kräit'.g eficii, das >var aber liicht möglich, denn der Magen nahni nichts oder nur sehr wenig an, infolgedessen war die Kranke bis ztim Skelet abgemagert. Eines Tages sagte der Arzt, er lasse ein Stärkungsmittel fommen, mit der pofsnung, daß es wohl helfen würbe. 9lacf) Empfang des Bioson wiirbe dasselbe gleich nach Vorschrift zubereitet, der 'Diagen nahm cs an, das Fieber nahm ab und die Kräfte nahmen zu und die größte Freude batten wir am ersten 'H;etl)nad)t?feicrtag, denn nach 8 tägigem Gebrauch des Biosons forderte d>e Kranke und zwar am Weihnachtsfeiertage, ein Stückchen Brot nnb so fand sich der Appetit immer mehr. Es hat geradezu bei meiner Tochter Wunder gewirkt, beim Jeder, der meine Tochter sah, gab mir zu verstehen, daß es wohl zu Ende gehe. Albert B r o ck h a u s e u , Schuhmacher, Greifenberg i. P. Ävlktschnst d.gläubig! durch Königl. Preuß. Notar Johann Eornelius de Witt, Greiieuberg Pommern. Btoson ist erhältlich in Apotheken, Drogerien zc. baS halbe Kilo-Pal et zu drei Diark. ©rigiHabtiratytinclöuiigcii, R o m, 27. Dez. Sehr bemerkt iviro die Ernennung Paters Silis zum Beichtvater des Papstes, da dieser auch der Beichtvater des Kardinals Caspari ist, des Inspirators der antl-sranzösischen Politik des Vatikans. P aris, 27. Dez. Die französische Kongo-Kommission Moll, die beauftragt ist, die deutsch-französische Kamerun-Grenze abzustccken, hat ihre Arbeiten am 10. Breitegrad beendet und ist jetzt auf dem Wege nach Fort bei Lamy. Wahrscheinlich werden die Arbeiten im Januar beendet werden. Die deutsche Mission ist noch nicht soweit wie die französische, die aus sechs Offizieren und drei Unterossizieren besteht, während die deutsche nur drei Offiziere und einen Unteroffizier zählt. Ein zweiter Unterosjizier starb unterwegs. Außerdem befinden sich die Mitglieder der französischen Mission in bester Gesundheit, während die Deutschen unter Fieber leiden. Wie aus sranzösifcher Quelle verlautet, haben die Arbeiten der Mission in den meisten Fällen den Franzosen Recht gegeben. Die Franzosen wollen von jetzt ab ihre Vorteile ausnutzen. 1800' Stiften Proviant sind nach Fort Lamy unterwegs, da man die Absicht Hal, das ganze Gebiet zu durchgueren, das bisher zu Deutsch- Kamerun gerechnet wurde, vorausgesetzt, daß von deutscher Seite kein Einwand erhoben wird. Petersburg, 27. Dez. Wegen des Verdachts 'bet' Teilnahme am Waffenschmuggel an der deutsch-rusffschea Grenze wurde Fürst Dulkowski verhaftet. H. D. M. 4. 140. O4./44. Im Kamen des Königs!! Die 4. Strafkammer dcS königlichen Landgerichts I in Berlin hat unierm 10. Februar 19l6 für Recht erkannt: „Der Angeklagte wird wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Warendezeichnungrn unter Auferlegung der ftou-u Verfahrens mit hundert Mark Geldstrafe destrait, an deren Stelle im NichtlictreibungSfalle für je 10 Mark Geldstrafe ein Lag Gefängnis tritt“. DaS Gericht stellt fest: 1) daß das Warenzeichen der Firma Richard Brandt'- Nachf. in Schiffstaufen für Pillen gesetzlich geschützt ist und zwar ein wciücS Kreuz in Form des eisernen UrcuzeS auf kreisrundem dunklen Grunde mit der Inschrift Kpolijelier Pliäiard Ajrandl's Sti/weiferpiüeu 2) daß die Avotheker Richard Braudt's Schweizerptllcu schon vor mehr als 25 Jahren ui den Handel gebracht sind, da« d>e>e Pillen in den dreiten Massen de« Voltes ankki ordentlich vekanni N"ü, tag ui re Pcrpactung und Ausstattung seit vielen Jahren immer die gleiche geblieben ist; 3) daß eS gerichtsnotorisch ist, daß die allgemein detannte Ausstattung der Nebenklägerin, Firma Richard Brandt'- Nachf. allgemein zu einem besonderen ^tennungSzeicheu der Apotheker Richard Brandt'- Schwcizcrptllcu geworden ist; 4) daß sich daher daS Publikum naiürgemLß im Laufe der Jahre an die Ausstattung der Apotheker Richard Brandt'- Schweizerpillen, als an eine charakteristische, gewöhnt hat und darin auch eine Gewähr für die Echtheit dieser Pillen fleht; 5) baß der Beklagte die Ausstattung der Nebenklägerin zum Zwecke der Täuschung im Handel und Verkehr naMgeahmt hat und daher gemäß tztz 15—20 de- Gesetze- vom 12. 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[7554 Die trauernden Hinterbliebenen: Amalie Unverzagt und Kinder Familie Ludwig Unverzagt, Darmstadt , Georg Unverzagt, Giessen » Karl Unverzagt, Breslau Um stille Teilnahme bitten Kinder: Otto Bindewald Johanna Bindewald, geb. Schwager Professor D. Bonin Pfarrer W. Krämer und 7 Enkel. Die trauernden Antonie Bonin, geb. Bindewald Anna Bindewald Adalbert Bindewald Ella Krämer, geb. Bindewald Richard Bindewald Ottilie Bindewald Giessen (Schillerstr. 24), Worms, Gross-Bieberau, den 25. Dezember 1906. E «’S E E 50 = 'e 's 3 §S S W A0 £ r HZ n$i <2 "$t E £ c H 5 o E O 2 E 5 0 L N NN g a l_i CO» u £ an E.Ä £S E £ E © £ '» § - N N N L 'S £ nr> E S GJ ■S0 E 2 'S o E o — E 2 0 3 D"/ an 7.8 £ LZ « E 8 E *ti E 85 re> an E E <&,3 Q; K öS OtS 'S « E E an fiO so E »© CQ E c*X> «3 E « £ - S an ZA 2 g s 2; K S E an » Sa E -ä "S H >r und Kinder. LDNuc. A-; »Ö 7610 1900. !* a« l> t) i H » er =3 Ä D 55 <3 E.« CM LS - H = H :Q S.^'S-ß 5 '' "* 'S *— , go £ HiS L c E t* CO ÖWÖ g®B&S S <5 03 G?f as 6 7=9 co r C S^.S LS Z E C(S tS 5= -E P 0-'A = « ecove s© -e E'S e -e 20 E ÄS E 2 'S 's 2SB S e ’S 'S - L E w - 5? ®S=^§ W 'S ££■ SlE2 ° S; 2 •a 2 'S 3 II E w P5 A c «»N M THL-Z ä.ö 5 ° *3 IS «iS *5 Q'S B ß 5“° ES 3 3 ZS0 F. rZ C 0J=Sc£ L «Ed IS '9 a ti(S = « S 'S et7 :c Z S^ 2 G 7 •c 8 t* s «• 'S £ L 9=2 5 a Z^' « .5 S i 8. E a 8 9 _ I -5^5 itafl SeM I 13 L c^^=iy ..4 V 5-S EL gö h E CD E =E 0 J X!' 9 °- •8 L L CQ«£ is 5 ö s® E *4 Zs E - S g L o .2 a “'S E'S *Se 8 « 25 •X©i ”-a F s^ZL ® -gS L o S >!l» zlicher Teilnahme eS lieben Lohnes, IS cssler deS Herrn Pfarrer Mkfpenden jagen 32 5 N -g© K ej '- P E c~ o S E o 2 S E ? E E C ^s«®* L _ 'S nn.ti 'SSCQ 'S’S o S ic5 e et L ’S 'S E <2» 3 8 E^^ g 8 | o ,o HNO ZZ oZ> L ’S £ 'S O ^s5'S8‘« « E ® ^f§ » 2 " ~ SS^gE 2-3» E 3 an - 5SZ Z 2^ 5 3s„-g® e a2 £«es «LZLLZ- L » x> E w «a e go« X p y 59 S6 4ZN ej L 2 a E.ÜS = X a 5 'S 3 N £ uetei«»®^ § VK--Z 2^-8 e w3 K u w— p v-> <-. >" " CJ K “ tO E 'S ZEZ KZILßZ.8^§ KZZAZF £ «3 ~,2 'S r ss® 8 LNS Z £ ® As *§ uW a si 0 E t 5. ^(S-e F W'SoS o-8 'S" @iÖüSjoa8 rx> ^ahre au, ' >’/u Ir-gLüL- ME«. Ltsieier U»-E fioll 19 ®» 2— *» 8 c 8 ü E 2 o L 8 a$> « ©D xi e C CP- ö* «5, ft a S -0 o 2 =-l= °*ld X “ t E E HZL *C 2 -25 r: cP. — p = o« ÖöR L E E o CQ» £ 0 — x> f 3 'S >-•£ -•- L --> S aM1- «o p «C< E — .0 «u E £•- ,Ep5 £ = ©’S G© £. S. .c 8 .5 E'S 2 gt Sw enOJ _ uj. -— ,-. S? a cP wp^ -» « - S c© l LZA -d «5 cj u «xgfe ä„ü^fc' ga S5@5e e» SSS N E .. 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